Details
schöne verhältnisse
Autor/Autoren: Edward St Aubyn
188 Seiten, Broschiert
Btb
UPC/EAN: 9783442737918
ISBN-10: 3-44273-791-5 (3442737915)
ISBN-13: 978-3-44273-791-8 (9783442737918)
Stichworte: [TB/Belletristik/Erzählende Literatur] [Belletristik] [Erzählungen] [Romane] [Englische Belletristik] [Roman, Erzählung]
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Kundenmeinungen:
++++ (ein Amazon Kunde): Böse böse
Das Buch erzählt von 3 englischen Paaren, die ihre freien Tage in
Frankreich in Ferienhäusern verbringen. Es wird immer aus der Sicht der
einzelnen Protagonisten erzählt, die Gedanken von allen ähneln sich in dem
Punkt, dass sich alle langweilen, dass sie über die anderen urteilen, jeden
irgendwie verachten. Es wird getrunken, Pillen werden eingeworfen und es
werden sich Gedanken gemacht. Der Sohn eines Paares wird vom Vater streng
"erzogen", die Mutter wird selbst erniedrigt, muss mal auf allen vieren das
Essen vom Boden "schlecken", nur weil es dem Vater Spass macht, andere zu
erniedrigen, weil es sonst nichts mehr gibt, was ihn beschäftigen könnte.
Es geht um Geld, um eine Gleichgültigkeit, um trostlose Beziehungen
zwischen Familienmitgliedern und Liebespaaren...
Das Buch ist schnell durchgelesen, fühlt sich kalt an.
Keiner kann oder will dem anderen helfen, jeder ist mit sich selber
beschäftigt, oder den Dingen die gekauft werden müssen oder den richtigen
Verhaltensregeln in den aristokratischen englischen Kreisen.
+++++ (ein Amazon Kunde): Quälende Familienbande...
Der erste Teil der Melrose-Trilogie hat in mir sehr unterschiedliche
Gefühle geweckt. Allen voran Abscheu vor den männlichen Protagonisten der
Geschichte, außer dem kleinen Patrick, der hilflos auf der Suche nach
Liebe, zwischen Angst vor seinem Vater und dem beginnenden Hass auf alles
und jeden, durch sein freudloses Leben stolpert. Mitleid ist wohl das am
zweithäufigsten empfundene Gefühl, Mitleid für die tabletten- und
alkoholsüchtige Eleanor, die nie die Kraft fand, sich gegen ihren
sadistischen Mann David zu wehren, die nicht einmal versuchte, sich ihm zu
entziehen und sich ihm auf unterschiedlichste und absolut entwürdigende
Weise unterwirft.
Verachtung, weil keine der Figuren auch nur ansatzweise zu sich
selbst und der eigenen Meinung stehen kann.
Diese Geschichte beschreibt Menschen, die sich dem ewigen Kampf um
Anerkennung verschrieben haben, dabei sich selbst, aber noch häufiger
andere demütigen, nur um einige Momente vermeintlicher Aufmerksamkeit zu
genießen.
Eigentlich armselig und zum Kotzen, um es mal so direkt zu
beschreiben wie der Autor, doch durch dessen großartigen Schreibstil wieder
so gut, dass man einfach bis zum Ende diese tragischen Gestalten begleiten
muss. Trockener, schwarzer Humor zaubert bisweilen sogar ein Lächeln auf
die Lippen, um es auf der nächsten Seite sofort wieder durch eine
schockierende Aussage oder Tat zu entfernen.
Dass der Autor hier seine eigene Lebensgeschichte aufarbeitet, macht
die Lektüre noch intensiver und bewegender. Seine in die Story eingebaute
Erklärung für das Verhalten und Handeln der Figuren, erklärt zwar einiges,
entschuldigt aber angenehmerweise nichts.
Krass, aber nicht wirklich so abwegig, wie es auf den ersten Blick
scheinen mag. Absolut empfehlenswert.
++++ (ein Amazon Kunde): Unterm Feigenbaum
Ein Sommertag in und um eine Villa in Südfrankreich, ihre Bewohner und
deren Angestellte und Gäste (allesamt mondän, honorig und geistreich), das
Tun und Unterlassen, das Dulden und Zulassen;
Schauderhaft grausamer und tief berührender Roman, der mitunter
heiter seinen Anfang nimmt - erste Szene: Morgenfrische, Sonne, Tau (?) und
Dr. David Melrose auf der Jagd nach Ameisen, bewaffnet mit einem
Gartenschlauch - das Hausmädchen bestrebt der ausschweifenden Unterhaltung
des Hausherren zu entkommen - die Ehefrau ohne Aufgaben abseits der Suche
nach dem nächsten Schluck - und ein Fünfjähriger der mit seinem Leben
spielt. Schon sehr früh lässt sich Tragik und Zerstörung erahnen.
In wechselnder Perspektive wird dem Leser ein Blick hinter die
Kulisse des Traums als Leben, in die Seelen jener Marionetten gewährt.
Bereits die Bekanntschaft mit dem kleinen Patrick, zeigt, dass es hier an
Zuwendung und Respekt fehlt - ein fünfjähriger Erwachsener auf der
zwanghaften Suche nach Aufmerksamkeit. David privat ein Tyrann, ein Sadist
und Unterwerfer genießt öffentlich sehr hohes Ansehen und Bewunderung.
Eleanor zu schwach zum Aufbruch, zu armselig für einen Neuanfang und zu
sehr gebunden an eine schäbige Gewohnheit - ihr Leben und Leiden. Das ist
die Aristokratie - britisch oder französisch - wie's beliebt.
Stilistisch ein absolut bestechender Roman, der zum Verschlingen
verleitet - unvermutet brutale Szenen, die ohne Ankündigung aus dem Nichts
angreifen, verhindern dies allerdings. Wort für Wort ein stilles Wasser.
Bestürzung - ohne Provokation, Anteilnahme und Mitgefühl - ohne dabei zu
überfordern.
Kein Klamauk: Wenn Humor - so ein höchst morbider!!! Nichts desto
weniger sehr empfehlenswerte Erzählung, die an Offenheit und Direktheit der
französischen Filmkunst nicht nachsteht!
++ (ein Amazon Kunde): Adel verpflichtet zu Langeweile
Ich hab mich so auf das Buch gefreut, da ich schwarzen Humor liebe und
die Inhaltsangabe so vielversprechend war.
Leider musste ich mich 180 Seiten lang fragen "was soll das",habe nie
gelacht und war froh und angeekelt als das Buch endlich zu Ende war.
Begriffe
|TB/Belletristik/Erzählende Literatur| Belletristik| Erzählungen| Romane| Englische Belletristik| Roman, Erzählung|
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