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ein mann - ein buch
Autor/Autoren: Eduard Augustin, Philipp von Keisenberg, Christian Zaschke
Herausgeber: Süddeutsche Zeitung / Bibliothek
Gebundene Ausgabe
Stichworte: [Belletristik] [Dramatik] [Essays] [Humor] [Lyrik] [Cartoons] [Comics] [HC/Belletristik/Comic, Cartoon, Humor, Satire] [Mann; Humor] [Lexikon (populär)] [Geschenkband] [Gesellschaft, Soziologie] [Lachen] [Mann]
Kundenmeinungen:
++++ (ein Amazon Kunde): Ausgelesen und überaus erfreut!
Was lässt sich sagen? Ein sehr nettes, unterhaltsames Buch.
Viele Dinge die drin stehen sind Unnütz und dennoch irgendwie
gerechtfertigt, viele sind unterhaltsam und regen zum schmuntzeln und
lachen an und einige, ja einige sind durchaus nützlich. Wie zum Beispiel
hört man einer Frau zu? Wie bindet man sich eine Krawatte? Und nicht zu
vergessen: Das Pilze sammeln im Wald (da gibt es etliche Gefahrenquellen).
Ich kann das Buch nur jedem ans Herz legen. Es lohnt sich.
+++ (ein Amazon Kunde): Gepflegter Männerrat
Männer und Frauen, das ist der Stoff, aus dem die Literatur, ob
Belletristik oder Sachbuch, im Grunde gestrickt ist. Oft reicht aber schon
ein Geschlecht und dessen Sicht der Dinge. "Ein Mann, ein Wort" habe ich
ungewünscht geschenkt bekommen. Eduard Augustin, Philipp von Kaisenberg und
Christian Zaschke liefern auf 400 Seiten gründlich recherchierte und
durchdachte Information für ihn. Die zehn Themenkomplexe reichen von
Häuslichem über Pflege des Äußeren bis zu "Mann in Gefahr". Dabei haben
sich die drei Rat von Experten geholt: einem Traktormuseumsdirektor, einem
Piloten, der erklärt, wie man einen Jumbo landet, Mehmet Scholl für die
richtige Freistoßtechnik und Eckart Witzigmann zum Braten des optimalen
Steaks. Das Buch fasst zusammen, was von Männern erwartet wird: Grillen,
Feuermachen, Jagen. Daneben liest man im Kapitel "Der Mann und die Frau",
Men\'s Health-Leser wissen Bescheid, wie Mann einen Orgasmus vortäuscht,
eine Frau am Schnarchen hindert (z.B. indem er ihr einen Tennisball ins
Rückenteil des Nachthemds näht ...), sich im Bordell benimmt oder eine
Beziehung beendet. Im Kulturteil folgen weitgehend unbrisante Roman- und
Filmlisten, die ein Mann kennen sollte (die Musikalbenliste ist besser).
"Ein Mann, ein Buch" hebt sich wohltuend ab von "Wir sind geistige
Einzeller und das ist gut so"-Humor a la Mario Barth. Gleichzeitig fehlt es
dem Duktus an jeglicher Ironie. Wenigstens ein Hauch davon hätte z.B. in
die fein sinnfrei gewählten Themen wie "Ein Tier ausstopfen", "Eine Bombe
entschärfen", "Einem Amerikaner Abseits erklären", "Juwelen kaufen",
"Rasieren mit dem Messer" oder "Papst werden" einfließen können. Dabei
fehlen manchmal die Details, beispielsweise wäre es interessiert gewesen,
wie Schnaps brennen im Knast funktioniert.
Das Buch liest sich, und das ist seine Hauptschwäche, als wäre es
erstgemeint: Ein gepflegtes Männersachbuch aus der Süddeutsche Zeitung
Edition, eine Mischung aus, immerhin ohne hippe Gags auskommender,
Lifestylezeitschrift und Lebenshilfefibel. Dennoch ein Fundus für manch
sinnloses Wissensfragment, mit dem Mann seine Tresenkollegen oder, wenn er
Glück hat, sogar Frauen beeindrucken kann.
++ (ein Amazon Kunde): Viel Text, wenig Bilder
Klar ist, dass die Themenauswahl nie alle Leservorlieben treffen kann
und die Auswahl ist ja auch generell ok und an vielen Stellen erfreulich
überraschend (z.b. die Pornodarsteller-Infos..;-)
Aber bei vielen Dingen bräuchte es einfach aussagekräftigere
Illustrationen, Bilder, Explosionszeichnungen usw, die das beschriebene
auch erklären und nachvollziehbar machen. Hier hätte man sich an manchen
Stellen mehr Bild und etwas weniger Text gewünscht.
+++++ (ein Amazon Kunde): Schönes Weihnachtsgeschenk
Ein wirklich sehr schönes Weihnachtsgeschenk für den eher kultivierten
Mann (jetzt mal aus weiblicher Sicht). Männer sind anders als Frauen und
vor allem, sie interessieren sich auch für ganz andere Dinge. Immer wieder
ertappte ich mich bei dem Gedanken: Wen zum Teufel interessiert denn das?
Männer aber scheinbar schon, und das ist wohl auch gut so.
In dem Buch wird eine Männlichkeit adressiert, die ich am ehesten
noch mit alten Bond-Filmen in Verbindung bringe, und die für meinen
Geschmack in den letzten Jahren etwas zu sehr auf dem Rückzug war. Schön,
dass es dafür solche Bücher gibt.
+++++ (ein Amazon Kunde): Der moderne Mann
Bücher zu den Themen Typisch Mann und Typisch Frau gibt es, gerade in
der Zeit des Mario Barth, wie Sand am Meer. In diesen Werken werden meist
die gängigsten Klischees der beiden Geschlechter mehr oder weniger lustig
behandelt.
Auf der anderen Seite gibt es Ratgeber für den Mann oder die Frau
ebenso in Hülle und Fülle.
Mit "Ein Mann - Ein Buch" stellen die drei Autoren Eduard Augustin,
Philipp von Keisenberg und Christian Zaschke nun eine Mischung aus beidem
vor.
"Ein Mann - Ein Buch" ist in 10 Kapitel unterteilt, die ihrerseits
wiederum in circa 10 bis 20 kurze Unterkapitel eingeteilt wurden. Die 10
behandelten Gebiete umfassen den Mann "im Haus", "in der Natur", "in
Gefahr", "Gepflegt", "in Gesellschaft", "in Bewegung", "unter sich", "und
die Frau", "und die Kultur" sowie den "alten Mann". In den Unterkapiteln
werden dann Themen aufgegriffen, die ein Mann entweder tatsächlich
beherrschen sollte (z.B. das Binden einer Krawatte oder das braten eines
perfekten Steaks), oder die im Allgemeinen als besonders männlich gelten
(z.B. einen Traktor oder LKW fahren, ein Flugzeug landen oder eine Kneipe
eröffnen). Erstere Themen werden zwar unterhaltsam, aber auch anschaulich
und praktisch beschrieben, letztere dagegen zwar ebenfalls anschaulich und
erstaunlich präzise, jedoch in erster Linie unterhaltsam. Die Auswahl der
typisch männlichen Dinge in diesem Buch orientiert sich dabei eher am
modernen, kultivierten Gentleman, als am jagenden, rülpsenden, Frauen
flachlegenden Ur-Mann.
Das Buch ist in einem angenehmen Stil geschrieben, und lässt sich
daher sehr flüssig lesen. Selbst bei Themen, die den einzelnen Leser
vielleicht etwas weniger interessieren, wird es nicht langweilig. Die
ausgiebige Gliederung in viele, teilweise sehr kurze, Unterkapitel,
vereinfacht neben dem Lesen vor allem auch das spätere Nachschlagen
einzelner Abschnitte. "Ein Mann - Ein Buch" kann daher sowohl als
kurzweilige unterhaltsame Lektüre, als auch als Nachschlagewerk für
vereinzelte elementare Dinge verwendet werden. Im Vordergrund steht dabei
aber immer die Unterhaltung.
denken sie selbst! sonst tun es andere für sie
Autor/Autoren: Vince Ebert
Herausgeber: Rowohlt Tb.
Broschiert
Stichworte: [TB/Belletristik/Comic, Cartoon, Humor, Satire/Humor, Satire, Kabarett] [Belletristik] [Dramatik] [Essays] [Lyrik] [Denken] [Deutsche Belletristik] [Essay, Feuilleton, Reportage]
Kundenmeinungen:
+++++ (ein Amazon Kunde): Gute Comedy mit einer Agenda
Zunächst: es handelt sich hier um Comedy-Buch. Diejenigen Rezensenten,
welche der Ansicht waren, es handele sich um ein Sachbuch, haben wohl vor
dem Kauf nicht aufgepasst.
Vince Ebert schreibt hier auf sehr amüsante Art und Weise über
häufige Denkfehler, falsche Annahmen und ungünstige Verhaltensweisen.
Und Vince Ebert hat eine Meinung, die er klar vertritt. Das wird
nicht jedem Leser gefallen, denn Ebert ist antiesoterisch, antireligiös und
klar prowissenschaftlich.
Lesern von "Esotera", der Bibel oder anderer metaphysischer Schriften
wird daher besonders zur Lektüre dieses Buches geraten.
+++ (ein Amazon Kunde): mittelwitzig
Na ja, sooo lustig und witzig und intelligent ist das Büchlein Vince
Eberts auch wieder nicht. Es ist ganz nett und hat als Nachtkästchenlektüre
gewiß seine Berechtigung. Aber der Überbrüller ist es nicht, und
Aufklärung, die zu umsetzbarer neuer Erkenntnis führte, ist es auch nicht.
Vince Ebert muß als Autor noch genausoviel lernen wie als Bühnenakteur, bei
beidem fehlt noch einiges an Substanz. Und er muß aufpassen, dass er nicht
zum Hanswurst wird auf der Ebene von Elton oder Stefan Raab, in deren
Gesellschaft und auf deren unlustigem Comedy-Niveau er sich zuviel tummelt.
+++ (ein Amazon Kunde): Comedyprogramm wiederverwurstet
Hier ist das Skript zum Bühnenauftritt; an den passenden Stellen ist im
Buch ein bißchen Platz, wo der Lacher hingehört. Inhaltlich sind es
Kommentare zur \'Vermischtes\' Seite der BILD (Die Wissenschaft hat
festgestellt) und Beschreibungen altbewährter Komedy-Charaktere (Der Lehrer
als Autofahrer, der Pauschaltourist, der Esoteriker und so weiter). Das
kommt einem mehr oder weniger lustig vor, je nach dem, wie oft man es schon
gehört hat. Der Titel verspricht eine Umerziehung zum denkenden Menschen,
geliefert wird übliches Unterhaltungsprogramm. Leichte Kost, gut für die
Wartezeit beim Frisör.
bilden sie mal einen satz mit ...: ein dichterwettstreit
Herausgeber: Fischer (Tb.), Frankfurt
Gebundene Ausgabe
Stichworte: [TB/Belletristik/Lyrik, Dramatik] [Belletristik] [Dramatik] [Essays] [Lyrik] [Lyrik/Gedichte] [Deutsche Belletristik]
Kundenmeinungen:
+++++ (ein Amazon Kunde): Ich will einen sechsten Stern geben dürfen! Kalauer-Reime vom Allerfeinsten!
Ja, _sofort kaufen, so die Rezensionsempfehlung: ein herrlich flacher
Kalauer jagt den anderen. Robert Gernhardt, genialer Poet und
Otto-Waalkes-Texter selig, ist nur einer von vielen Reimschmieden. 555-mal
liest man kurzzeilige und kurzweilige Gedichte wie über, beliebig
herausgegriffen, ... Claudia ...
"Das Auto hier ist meins,/ Claudia doch selber eins".
Für Kalauerfreunde ist der Abend gerettet.
+++++ (ein Amazon Kunde): Wer's Gernhardt, wenn Zehrer mitm starren Sprachkorsett gibt
Gernhardt-Fans kennen den berühmten Satz mit "pervers" (Ja, meine Reime
sind recht teuer: / per Vers bekomm\' ich tausend Eier). Das Prinzip ist
einfach aber genial und regt zu Nachahmung und kalauerndem Ideenklau an
("Was sagt ein Sachse, der in New York einen Weihnachtsbaum kauft?"), und
in gereimter Form macht\'s einfach noch mehr Spaß. In seinem wie erwartet
geistreichen und gewitzten Nachwort erklärt Gernhardt denn auch, warum es
so einen Heidenspaß macht, "diese unsere Sprache auf Schwachstellen hin
abzuklopfen, Worte vorsätzlich mißzuverstehen bzw. rabiat umzudeuten": Es
ist der "Drang, es dem Ordnungssystem Sprache einmal ordentlich
heimzuzahlen". So isses.
Das bewährte Herausgeberteam Robert Gernhardt und Klaus C. Zehrer
("Hell und schnell") hat insgesamt 555 Sprachfexe nicht nur aus der
Dichterzunft mit der Aufforderung überfallen, mal einen Satz mit ... zu
bilden -- und an der Stelle der drei Pünktchen nannten sie 555 mehr oder
minder harmlose Begriffe, die nicht wussten, wie ihnen geschah, so z.B. das
Wort "Fiesta": "Der Bauer schreit: \'Hurra! Hurra! / Die Kuh, sie kalbt, das
Fiesta!\'" Spätestens nach dem zweiten lauten Lesen geht das Kichern los.
Wer schon immer die etwas anderen Bedeutungen von, sagmermal,
"Mundharmonika", "Kamasutra", "Almanach", "Gouache", "Brad Pitt" oder
"Gemeinderat" kennenlernen wollte, wer gern mal dem scheinbar in der Erden
festgemauerten Regelsystem "Sprache" ein Bein stellt, und wer sich von den
Tücken der Sprache schonmal mit Genuss aus dem Hinterhalt überfallen lässt,
sollte sein Zwerchfell auf 555 unwiderstehliche Attacken vorbereiten.
... Ach so, ja: Der Sachse mit dem Weihnachtsbaum sagt natürlich
"Attention please!". Aber das gehört strenggenommen nicht hierher.
happy aua. ein bilderbuch aus dem irrgarten der deutschen sprache
Autor/Autoren: Bastian Sick
Herausgeber: Kiepenheuer & Witsch Verlag
Taschenbuch
Stichworte: [Belletristik] [Dramatik] [Essays] [Lyrik] [TB/Deutsche Sprachwissenschaft, Deutschsprachige Literaturwissenschaft] [Deutsch] [Sachbuch] [Lexikon (populär)] [Deutsche Belletristik] [Essay, Feuilleton, Reportage]
Kundenmeinungen:
++++ (ein Amazon Kunde): Das perfekte Toilettenbuch
Wer Bastian Sicks recht wortreiche Werke der DER DATIV IST DEM GENITIV
SEIN TOD-Reihe zu schätzen wusste, wird angesichts eines "Bilderbuchs aus
dem Irrgarten der deutschen Sprache" möglicherweise die Stirne in Falten
legen und genau das vermuten, was im Kontext manch einer hier bereits
verfassten Kritik geargwöhnt wurde: der große Reibach.
Und sicherlich ist es so, dass manch ein Käufer, der ohne Seitenblick
die Sickschen DATIV-Publikationen links oder rechts hat liegen lassen, bei
diesem Buch schwach wird und zugreift. Weil: Bilder! Zwar stehen auf den
Bildern und darunter kurze Texte, aber um die geht es in dem Fall eben, da
kann man ein Auge zudrücken. Es ist eine auf das Rudimentärste reduzierte
Variante dessen, was Sick ansonsten bietet - der Reiz und die Reaktion ohne
das erhellende oder belehrende Begleitwort. Auch mal schön.
Man kann es mögen oder nicht. Wer es nicht mag, muss es nicht kaufen.
Ich persönlich hatte immer Freude an der Tafel einer Imbissbude, die mich
eine zeitlang allsamstäglich in der Stadt begrüßte, mit kuriosen
Wortneuschöpfungen und überraschend andersartigen Gerichten. Als ich
unlängst auf einer ähnlichen Tafel "Ostorte" für 2,50 Euro angeboten bekam,
habe ich mich ebenfalls gefreut, auch wenn ich nicht genau wusste, wo diese
preiswerten Orte eigentlich liegen. Man muss kein schlechtes Gewissen
haben, wenn man über solche Dinge lacht. Auch wenn sie schnell und manchmal
schmutzig sind.
So eignet HAPPY AUA sich auch vortrefflich für einen Ort, an dem man
ernstzunehmende Bücher eher selten antrifft. Niemand liest einen Roman auf
der Toilette. Da braucht es kleinere Häppchen. Vor allem lustige. Wie die
in diesem Buch zum Beispiel.
++++ (ein Amazon Kunde): Sein Geld wert
ist dieses Büchlein trotzdem, finde ich. Denn man kann es immer wieder
zur Hand nehmen, wenn man einfach mal lauthals lachen möchte! Sicher ist es
ein Bilderbuch (anders als das englischsprachige Pendant, "Lost in
Translation", das ich denjenigen, die gut Englisch verstehen, wärmstens ans
Herz legen kann), aber trotzdem, mir hat es viel Spaß gemacht, und ich habe
schon gleiches Geld für viel minderwertigere Lektüre ausgegeben. Ich finde
es nur erschreckend, wie brutal offenbar viele Leute mit der deutschen
Sprache umgehen, denn viele Beispiele sind keine versehentlichen
Auslassungen oder Zufügungen, sondern einfach nur schnell hingehauener
Blödsinn von Leuten, die offensichtlich sogar zu faul sind , einfach mal
das Rechtschreibprogramm ihres Computers zu Rate zu ziehen, wenn sie schon
die einfachsten Worte nicht vernünftig schreiben können.
+++++ (ein Amazon Kunde): Einfach nur klasse!
Als mein Deutschlehrer das Buch vor zwei Wochen durch die Klasse
gegeben hat und ich mir ein paar Seiten anschaute, wusste ich, dass ich mir
das Buch kaufe. Ich bestellte es hier sofort und ich muss wirklich sagen,
dass es ein tolles Buch ist.
Die Kommentare zu den Bildern sind allesamt witzig und es gibt
eigentlich keine Seite, bei der ich nicht lachte.
Allerdings ist der Umfang des Buches (140 Seiten) relativ gering und
man blättert das Buch sehr schnell durch. Trotzdem ist es immer wieder
unterhaltsam, mal etwas durch das Buch zu blättern und man kann immer
wieder lachen.
Ich hoffe auf eine Fortsetzung des Buches!
Also ganz eindeutig fünf Sterne und ich kann dieses Buch eigentlich
jedem ans Herz legen, der gut unterhalten werden möchte.
+++++ (ein Amazon Kunde): Rechtschreibung mal anders
Dieses Buch ist wirklich herrlich. Ich habe mich selten so gut
amüsiert. Allerdings kann ich nicht emphelen es im Bus oder der Straßenbahn
zu lesen. Ich musste teilweise so laut lachen, dass andere Fahrgäste mich
anstarrten, als hätte ich sie nicht mehr alle. Aber wer gerne Tränen lacht,
sollte sich das Werk zur Gemüte führen, es lohnt sich wirklich. Auch ein
wirklich guter Geschenktip. Das einzige Manko ist: Es ist viel zu kurz!
+++ (ein Amazon Kunde): Erfrischend witzig, aber leider wenig lehrreich und dafür zu teuer
Bastian Sick veröffentlicht hier Bilder von Entgleisungen der deutschen
Sprache auf Schildern und aus Zeitungen. Als Quelle dienten dem Autor seine
Fans, die ihn mit entsprechenden Einsendungen "fütterten". Bastian Sick hat
diese Einsendungen, sortiert, kommentiert und unter dem Titel "Happy Aua"
veröffentlicht. Das ist soweit in Ordnung. Ich habe viel gelacht. Hatte das
Buch allerdings nach 45 Minuten durch und dachte mir dann, dass knapp 10,-
Euro dafür ein wenig viel sind. Insbesondere, da man doch einige der Bilder
aus diversen Spaß-Mails bzw. von Internetseiten her kennt.
Der aus "Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod" Band 1-3 bekannte und
von mir auch geschätzte lehrreiche Anteil fehlt hier völlig. In "Happy Aua"
geht es nur um die witzigen Auswüchse aus Fehlern anderer Erdenbürger.
FAZIT: Unterhaltsam, teilweise bekannt, wenig lehrreich und dafür
relativ teuer.
Also: EIN SUPER GESCHENK !!!
happy aua 2: ein bilderbuch aus dem irrgarten der deutschen sprache
Autor/Autoren: Bastian Sick
Herausgeber: Kiepenheuer & Witsch
Broschiert
Stichworte: [TB/Sachbücher/Kunst, Literatur/Sprache/Allgemeines, Nachschlagewerke] [Belletristik] [Dramatik] [Essays] [Lyrik] [Deutsch] [Deutsche Belletristik] [Essay, Feuilleton, Reportage]
Kundenmeinungen:
+++++ (ein Amazon Kunde): Vortsetzung
Wem der erste Band (Happy Aua) gefallen hat, der kann auch beim zweiten
bedenkenlos zuschlagen. Bastian Sick hat wieder jede Menge köstliche
Sprachunfälle aus seiner Zwiebelfischkolumne zusammengestellt.
Schilder, Anzeigen, Werbung. Ungünstige Schreibfehler,
sinnentstellende Satzzeichensetzungen und hemmungslose Wortschöpfungen.
Unglaublich, wie viel Spaß unsere Sprachen bereiten kann. Dieses Buch
bringt einen zum Lachen. Die perfekte Unterhaltung für Zwischendurch.
Auch das Drumherum stimmt: Die Fundstücke wurden wieder nett
kommentiert und bei der Gestaltung hat man sich noch mehr ins Zeug gelegt
als beim ersten Band.
Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass Bastian Sick bald einen neuen Band
in seiner Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod-Reihe folgen lässt.
+++++ (ein Amazon Kunde): Ein Plädoyer für Sorgfalt in der Sprache
"Happy Aua 2" ist eine gelungene Fortsetzung des ersten Bandes und
verschafft einem sehr viele Schmunzler, Lacher und vor allem Lachkrämpfe.
Faszinierend ist es, auf welche Schreibweisen man kommen kann und wie dies
dann oft den Sinn des Gemeinten völlig verdreht. Zwar ist die Pointe nicht
immer sogleich erkennbar - doch dies macht gerade den Reiz des Buches -
oder soll man doch besser von einer Sammlung sprechen? - aus. "Happy Aua"
ist quasi ein Synonym geworden für Spaß ("Happy") und Schmerz ("Aua"),
welche man empfindet beim Lesen und Betrachten dieser Sprach-Kuriositäten.
Und diese "Fundstücke aus dem Irrgarten der deutschen Sprache" sind
keinesfalls nur von migrationshintergründigen Personen ausgelegt worden. Es
wird deutlich, wie rasch ein Alltagssprachgebrauch das Eindeutige missen
lässt und es zu schwerwiegenden Fehlern kommt, die erst aufgeschlüsselt
werden müssen.
Die Kommentare von Bastian Sick zu den einzelnen Fundstücken sind
wieder sehr deutlich und klar und pointieren so manches Mal die "Sprach-
bzw. Schreibfehler".
Die Fotos selber sind wiedermal meist amateurhaft, wie es bei den
vielen zugesandten Bildern nicht anders zu erwarten ist; zumal wohl viele
Menschen die "Fundstücke" eher "im Vorbeigehen festgehalten" haben.
Das Buch eignet sich hervorragend als Geschenk für Menschen, die mit
Sprache in unterschiedlichen Zusammenhängen zu tun haben, egal ob nun als
Lektor/-in, Journalist/-in oder Lehrer/-in. Es lässt sich aber ebenso auch
gut als Mitbringsel verwenden und dürfte bei einigen Feiern und Festen für
lachtränende Augen sorgen. Zudem dürfte der günstige Preis weiter dazu
beitragen, dass man sich selbst den Gefallen tut, und das Buch kauft: damit
man auch künftig noch mit Sorgfalt die Sprache nutzt, deren Hauptzweck ja
die Verständigung ist. Und wer weiß, der ein oder andere Lesende wird
vielleicht künftig auch mal über den ein oder anderen Fehler hinwegsehen;
damit Sprachsorgfalt nicht zur Pedanterie verkommt...
+++ (ein Amazon Kunde): Óriginalität hat ein Verfallsdatum
Der Stil ist bekannt: originelle bis hahnebüchene
Rechtschreib-Irrtümer, wenn man denn überhaupt noch von Rechtschreibung und
der Kenntnis von Orthograf(?)ie und Grammatik reden kann.
Logische Fortsetzung von Band 1, manches lustig, vieles einfach nur
noch der Irrsinn des Alltags und Verschlampung der Sprache. Entsprechend
sind viele der "Fehler" Folge von Nicht-Kennntis, Nicht-Denken,
NIcht-Denken. SMS-oder Hör-Sprache eben, wo egal (?) ist, ob man "viel" mit
"f" oder "v" oder statt "ie" dann mit "ih" schreibt.
Der leichte Vorwurf: Es gibt im Buch kaum noch Stilblüten (Beispiel:
Jemand, der nicht weiß, was Synchronschimmen ist, aber das Wort
aufgeschnappt hat, macht daraus "Zehn-Kronen-Schwimmen), aberwitziges
beamtendeutsch. Es geht einfach fast nur um Dummheit,Denglizismen bzw.
Türkismen.
Man blättert durch, schmunzelt hin und wieder - aber braucht das Buch
kein 2. Mal in die Hand nehmen. Es hat den Wert eines
Tageszeitungsschmunzlers, manchmal. Und das ist mir ein wenig zu wenig für
einen Teil 2 - oder gar für Teil 3 oder 4. Entweder origineller suchen,
besser finden. Oder diese Dinge in (zu recht sehr vergänglichen) Tages-
odere Wochenzeitungen lassen.
Meine Meinung: Gucken und blättern reicht, zum kaufen oder
verschenken eher nicht geeignet. Es verhuscht sich einfach. Es ist zu
wenig, dass den Moment über im Kopf bleibt
schrecklich amüsant - aber in zukunft ohne mich
Autor/Autoren: David Foster Wallace
Herausgeber: Goldmann
Taschenbuch
Stichworte: [TB/Belletristik/Erzählende Literatur] [Belletristik] [Dramatik] [Essays] [Lyrik] [Karibik; Reise-/Erlebnisber.] [Kreuzfahrten; Reise-/Erlebnisberichte] [Kreuzfahrt - Kreuzfahrtschiff] [Kreuzfahrtschiff] [Kreuzfahrtschiff ( Kreuzfahrt )] [Schiff]
Die meisten Leute würden sich sehr wahrscheinlich ein Loch in den
Bauch freuen, wenn man sie zu einer Kreuzfahrt auf einem Luxusdampfer --
Typ Queen Elisabeth II -- einladen würde, mit allem Pipapo und allen
Schikanen und nur einer einzigen Bedingung: "Lass Dich feudal durch die
Karibik schippern und schreib einfach auf, was Du gesehen hast!" Ein
Traum -- dachte sich wahrscheinlich auch David Foster Wallace, als er von
einer "Edelgazette von der Ostküste" ( Harper's Magazine ) genau dies
angeboten bekam. Über die einwöchige Fahrt auf dem 47.255-Tonnen Schiff der
Celebrity Cruises Inc. -- "so sauber und so weiß wie nach einer Kochwäsche"
-- hat Wallace dann eine einzigartige "Doku-Postkarte im Breitwandformat"
verfasst, deren gut gemeinte Einschätzung durch den Verlag als ein "Juwel
moderner Reiseliteratur" eher von einer gewissen Ratlosigkeit zeugt als von
einer realistischen Einschätzung des Berichtes. Denn die
Kreuzfahrt-Reportage des hochgelobten amerikanischen Autoren schert sich
herzlich wenig um die Konventionen herkömmlicher Reiseliteratur und widmet
sich stattdessen einer ebenso detaillierten wie angenehm verstörenden
Beschreibung des unvergleichlichen Soziotops an Bord eines Luxusliners, wo
man für 3.000 Dollar die "feinen cocktailogischen Unterschiede zwischen
einem Slippery Nipple und einem Fuzzy Navel" vermittelt bekommt und "1500
Mal Zielobjekt des berühmten amerikanischen Service-Lächelns" wird.
Natürlich wäre nichts einfacher, als sich über amerikanische
Wohlstandsrentner zynisch auszulassen, die sich im Ententanz der
Verwöhnmaschine eines Karibik-Cruisers hingeben und gleichzeitig "mit
unterernährten Kindern um den Preis von Halskettchen" feilschen. Doch
Wallace' Perspektive auf die Marotten der Reichen und Superreichen ist
zugleich komplexer und ehrlicher. Obsessiv bis in die Details (und mit 136
Fußnoten!) beschreibt Wallace die surreale Atmosphäre eines Kreuzschiffes
und seine eigenen Reaktionen darauf; eine dokumentarische Tour de Force,
die sämtliche Fassetten von tragisch bis komisch durchläuft und dabei nie
oberflächlich oder langweilig wird. Nach dem Kleinen Mädchen mit komischen
Haaren und den Kurzen Interviews mit fiesen Männern haben deutsche Leser
hier die Gelegenheit, eine weitere beeindruckende Seite dieses vielseitigen
Autoren kennen zu lernen, der neben Jonathan Franzen und Michael Chabon
inzwischen zu den führenden amerikanischen Schriftstellern der jüngeren
Generation gezählt wird. Und natürlich warten wir schon ungeduldig auf
die Übersetzung von Wallace' Magnum Opus Infinite Jest -- am besten durch
Marcus Ingendaay, der auch diese Kreuzfahrt meisterhaft bewältigt hat!
--Peter Schneck Aus der Amazon.de-Redaktion
Kundenmeinungen:
+++ (ein Amazon Kunde): Sehr lustig, aber...
... die Fußnoten nerven. Die längste Fußnote ist 4 1/2 Seiten lang!
ansonsten hätte das buch 4 Sterne von mir bekommen...
++ (ein Amazon Kunde): Enttäuschend
Ich hatte mir von dem Buch mehr erwartet, da ich vorher mehrere
positive Kritiken gelesen hatte. Es gibt ein paar leidlich lustige Stellen,
die zum größten Teil schon im Klappentext verraten werden, aber mehr auch
nicht. Wie bereits in einer anderen Rezension angemerkt, ist die Häufung
teilweise seitenlanger Fußnoten nervig und kein Zeichen guten Stils.
Einziger Vorteil des Buchs: Man hat es schnell hinter sich.
++++ (ein Amazon Kunde): köstlich
Das Buch ist wirklich lustig, auch wenn die vielen Fußnoten manchmal
ein wenig störend sind. Allerdings denke ich, den Witz WIRKLICH
nachvollziehen können nur Leute, die schon mal eine Kreuzfahrt gemacht
haben.
+++++ (ein Amazon Kunde): Ganz anders....
....als sich viele dieses Buch vorstellen ist es sicherlich.
Ich habe es das erste mal 2003 gelesen und seitdem lese ich es
regelmäßig jedes Jahr und kann immer wieder lachen.
Eine gestochen scharfe und böse Darstellung der
Vergnügungsamerikaner-Gesellschaft und ihres tödlichen Strudels auf
Kreuzfahrt.
Sehr empfehlenswert.
++ (ein Amazon Kunde): Auf hoher See
Wer Wallace Erzählungen kennt, seinen Biss, sein gnadenloses
Zerfleischen in malerischen Bildern verpackt, wird von diesem Reisebericht
enttäuscht sein. Niemand fühlt sich wohl verlorener an Bord des
Luxusdampfers als der Ich-Erzähler. Er ertrinkt in den
Unterhaltungsangeboten, sieht sich in Mitten der Urlauber ausgesetzt.
Akribisch genau reiht er die Schwächen auf und rückt sein Empfinden dabei
immer in den Mittelpunkt. Er ist der Richter, er ist der Geschundene, nur
geht ihm der Witz in der immergleichen Wiederholung aus. Es handelt sich
fast um einen authentischen Erlebnisbericht, da Wallace tatsächlich eine
solche Reise angetreten ist. Hierin liegt sicher der blasse Eindruck
begründet, den das Buch hinterläßt. Nach fast 180 Seiten kann ein Leser ihm
nur raten, seinen Titel ernst zu nehmen und besser demnächst an Land zu
bleiben.
selbstbetrachtungen
Autor/Autoren: Marc Aurel
Herausgeber: Marixverlag
Gebundene Ausgabe
Stichworte: [Römische Belletristik] [HC/Philosophie/Antike] [Belletristik] [Dramatik] [Essays] [Lyrik] [Autobiographie] [Marc Aurel] [Philosophie] [Marcus Aurelius Antoninus, Kaiser]
Kundenmeinungen:
+++++ (ein Amazon Kunde): "Nachsicht ist ein Teil der Gerechtigkeit." ( Marc Aurel)
Marc Aurel ( 121-180 n. Chr.) war römischer Kaiser , der in seinen
philosophischen Betrachtungen von Seneca und Epiktet beeinflusst wurde.
Der hochgebildete Rhetorikschüler zeichnete im Briefwechsel mit
seinem Lehrer ein dezidiertes Bild der vornehmen Welt Roms. Die meiste Zeit
seiner Herrschaft verbrachte er im Heerlager, um die Barbarenstürme
abzuwehren.
Die Philosophie wurde zu seiner ständigen Begleiterin . Sie half ihm
die Last der Regierungsgeschäfte zu tragen. Marc Aurel gilt als der letzte
Stoiker der Alten Welt.
Die vorliegenden Aufzeichnungen beginnen mit einer Danksagung Marc
Aurels an seine Verwandte, Freunde und Lehrer. Das liest sich wie folgt: "
Fronto verhalf mir zur Einsicht, dass Missgunst , Schlauheit und Heuchelei
die Folgen von Willkürherrschaft seien und dass im allgemeinen diejenigen,
welche bei uns Edelgeborene heißen, eben doch weniger Menschenliebe
besitzen, als andere."
Der Danksagung schließen sich zwanglos aufgereihte Bemerkungen über
vernünftige Verhaltensweisen und Einstellungen an. Marc Aurel möchte sich
selbst damit zu einem verträglichen Menschen erziehen. Er kämpft gegen die
negativen Affekte, wie Zorn, Missmut, Rachsucht , Eigensinn etc. und
konstatiert:" Wer sündigt, versündigt sich an sich selbst; wer unrecht tut,
schadet sich selbst, indem er sich selbst verschlimmert."
Viele Jahrhunderte nach Marc Aurel schrieb Gryphius ein Gedicht, das
folgende Sentenz des Kaisers aufgreift: " Alles, was du siehst, wird sehr
bald zerstört werden, und die , welche diesen Zerstörungen zuschauen ,
werden selbst auch bald zerstört, und durch den Tod wird der älteste Greis
mit dem Frühverstorbenen in denselben Zustand versetzt werden."
Ich erlaube mir einen weiteren Gedanken des Kaiser zu zitieren, um
seine große Klugheit zu dokumentieren:
" Denke nicht an das, was dir fehlt, vielmehr an das, was jetzt noch
für dich da ist, und wähle die unter den vorhandenen Gütern die
ersprießlichsten aus und erinnere dich ihretwegen daran, wie du sie wohl
aufsuchen würdest, wenn sie nicht vorhanden wären! Jedoch hüte dich
zugleich, dass dieses Wohlgefallen daran dich nicht an ihre Überschätzung
gewöhne; denn sonst müsste ihr einstiger Verlust dich nur beunruhigen."
Marc Aurel wusste, wer immer sich strebend bemüht und sich von
Leidenschaften freihält, erlangt Seelenfrieden.
Empfehlenswert!
+++++ (ein Amazon Kunde): Lesenswerter Klassiker
Philosophieren, so weiß ich aus der Lektüre eines Buches, dessen Titel
ich nicht mehr parat habe und vor vielen Jahrzehnten gelesen habe, heißt,
sterben lernen! Der Autor Marc Aurel hat in seinen Selbstbetrachtungen
nichts anderes getan als sich auf den Tod vorzubereiten. Sich und alle
seine Leser, seit nunmehr zweitausend Jahren.
Aurel hat soviel christliches Gedankengut in seinen Aussagen, daß man
sich fragt, ob er nicht bereits Kenntnis von einzelnen Schriften gehabt
haben könnte. Diejenigen des Paulus zum Beispiel. Ich habe es nicht
recherchiert, ob es von der Zeit her stimmen könnte, aber es ist auch nicht
so bedeutend.
Ich belasse es bei einem Satz, aus dem zwölften Buch: "...bist Du
darauf bedacht, nur die Zeit, die Du lebst, das heißt die Gegenwart, ganz
zu durchleben, so wird es Dir möglich sein, den Rest Deiner Tage bis zum
Tode ruhig, edel und dem Genius in Dir hold hinzubringen."
Und einen habe ich noch aus dem vierten Buch: "Die Welt ist
Verwandlung, das Leben Einbildung."
+++++ (ein Amazon Kunde): Philosophischer Klassiker - sehr lesenswert!
Im zweiten Jahrhundert nach Christus wird Platons Wunsch Wirklichkeit:
Ein Philosoph besteigt den (römischen) Kaiserthron. Marcus Aurelius
bleibt allerdings wenig Zeit fürs Philosophieren, schon bald muss er
sein Reich an allen Fronten gegen einfallende Barbaren verteidigen.
Während seiner letzten zehn Lebensjahre, in Feldlagern am Rand der
römischen Zivilisation entstehen die "Selbstbetrachtungen". Das
philosophische Tagebuch, das nicht zur Veröffentlichung bestimmt war,
stellt ein außerordentlich intimes und ehrliches Zeugnis eines
königlichen Denkers dar. Die meditativen Gedanken und Aphorismen
zeugen von einem edlen Menschenbild und großer Lebensweisheit. Marc
Aurel legt angesichts der Kriegswirren und des sich abzeichnenden
Niedergangs des Reiches ein unermüdliches Streben nach Selbstbesinnung
und die sprichwörtlich gewordene stoische Gelassenheit an den Tag. Die
"Selbstbetrachtungen" sind eine unvergängliche Sammlung von
Leitsätzen, bestimmt von menschlichen Werten und der Suche nach
Überreinstimmung mit der Natur. Der junge Nietzsche hat Marc Aurels
Buch als Stärkungsmittel empfohlen - und noch heute taugt es als
erbauende Lektüre: eine zeitlose Wegleitung zum inneren Frieden durch
die Abkehr vom Streben nach Luxus und Ansehen. Ein Großteil der
heutigen Lebenshilfe-Literatur ist nur ein schwacher Abklatsch dieses
Klassikers.
+++ (ein Amazon Kunde): nützlich!
Diese >Betrachtungen über sich selber Sein Hauptanliegen liegt darin,
sich selbst zu erkennen und durch das Streben nach Wahrheit zu einem
vollkommeneren Menschen zu werden. Auch wenn vieles seiner Schrift
überflüssig ist, wird man dennoch einige Antworten auf elementare Fragen
vorfinden. So lehrt er zum Beispiel die Geringschätzung weltlicher Güter
und geht der (lächerlichen) Angst vor dem Tod auf den Grund; bis man
schließlich zur niederschmetternden Einsicht gelangt, dass das ganze Leben
im Grunde völlig unbedeutend und wertlos ist. Dass ein Menschenleben im
Ganzen gesehen nur einen winzigen Augenblick ausmacht, und selbst die
Hoffnung auf Nachruhm belanglos ist. Auch dass alles schon bald wieder
vergessen sein wird: dein Name, all deine Taten....>letztendlich liegt
nichts an einem Leben in dieser Welt. Allein das BEWUSSTwerden dieser
Tatsachen ist ein großer Schritt zum Verständnis des Weltganzen. Da Marc
Aurel jedoch von der Existenz Gottes überzeugt war, ist es ihm (geblendet
von seinem Irrglauben) nicht möglich gewesen die offenliegende,
desillusionierende Wahrheit seiner Thesen zu erblicken, und infolgedessen
richtig einzuschätzen. Und so ist sein Werk überfüllt mit falschen Annahmen
(nichts geschieht grundlos; alles ist vorherbestimmt) und einem faden
Nützlichkeitswahn. Den Sinn des Lebens meint er in der Nächstenliebe und in
guten Taten gefunden zu haben - und nicht selten wird man mit einer solchen
Überfülle an Menschenliebe und Wohlwollen überschüttet, dass einem fast die
Galle hochkommt. Die nützlichen Lehren Aurels stehen also direkt den
weniger wertvollen gegenüber. Dass sich seine Lehren immer wiederholen,
wobei meistens nur das Anwendungsbeispiel oder die Form abgeändert wurde,
fällt nicht weiter ins Gewicht, weil sie so einprägsamer gemacht werden.(Ob
das Absicht war ist zu bezweifeln) Fazit: Wer imstande ist, die wertvollen
Erkenntnisse von falschen Annahmen und Irrglauben der damaligen Zeit zu
trennen, wird den Kauf dieses Buches nicht bereuen.
+++ (ein Amazon Kunde): Schwieriger Text
Wer die Schriften von Seneca kennt, wird von diesen Selbstbetrachtungen
von Marc Aurel enttäuscht sein: Obwohl beide zur selben philosophischen
Schule (Stoa) zählen, unterscheidet sich die Qualtität der Texte dennoch
massiv. Dies mag nicht zuletzt daran liegen, dass Marc Aurel (im Gegensatz
zu Seneca) die Rhetorik und die Dichtkunst ablehnt. Dies macht den Text
aber mühsam zu lesen. Zu dieser Schwierigkeit kommt als weitere hinzu, dass
Marc Aurel mehr Zeit darauf verwendet, den schlechten Weg, den Weg der
Untugend, zu verdammen, als den richtigen Weg, also den Weg der Tugend, zu
preisen. Dies läuft darauf hinaus, dass der Grundtenor dieser Betrachtungen
eher negativ ist. Aus diesen Gründen würde ich dieses Buch nur einem
philsophie-historischen Wissenschaftler empfehlen. Wer aber auf der Suche
nach stoischer Weisheit ist, wird mit anderen Autoren besser bedient
sein...
frohe kunden
Autor/Autoren: Michael Schoenen
Herausgeber: Fischer (Tb.), Frankfurt
Gebundene Ausgabe
Stichworte: [TB/Belletristik/Lyrik] [Belletristik] [Dramatik] [Essays] [Lyrik] [Poetry Slam] [Deutsche Belletristik]
der besuch der alten dame: eine tragische komödie. neufassung 1980
Autor/Autoren: Friedrich Dürrenmatt
Herausgeber: Diogenes Verlag
Taschenbuch
Stichworte: [Modern fiction] [Dramatik, Drehbuch] [Schweizer Belletristik] [Foreign Language Study] [Language] [TB/Belletristik/Dramatik] [Belletristik] [Dramatik] [Essays] [Lyrik] [German]
Kundenmeinungen:
++++ (ein Amazon Kunde): Sehr gute Interpretationshilfe
Ich hab mir dieses Buch zur Interpretationshilfe des Buches "Der Besuch
der alten Dame" bestellt und es war mir, meiner Meinung nach, sehr
hilfreich im Unterricht!!!
+++ (ein Amazon Kunde): Gute Absichten
Es gibt Stücke, die verlieren mit den Jahren seit ihrer Ur-Aufführung
an Brisanz, ohne dass man sicher sein darf, dass sie diese zu anderen
Zeiten wiederfinden werden. Der Besuch der alten Dame mit der klaren Frage
nach der Moral ist so klar in Schwarz Weiß geschieden, dem Rachdurst einer
gekränkten Frau, dem Gewinnstreben einer zuvor schockierten Gemeinschaft
ausgeliefert, dass man sich in unseren Zeiten, die sich in unzählige
Bilder, Gründe, in eine Vielzahl an Informationen aufsplittert, zwar nach
einer so simplen Wahrheit sehnt, sie jedoch im eigenen Alltag nicht wieder
zu finden glaubt. Zwar ist es verwerflich, was die alte Dame unter
liberalem Blickwinkel fordert, doch macht das den männlichen Frevel, eine
Frau zu schwängern und sitzen zu lassen nicht ungeschehen. Das Dorf hat
sich schon viel früher schuldig gemacht und beweist nur einmal mehr, dass
Moral nur solange eine Rolle spielt, wie sie nicht eingefordert wird. Nicht
erst seitdem sich die Bewohner zum Mord berufen fühlen. Gräbt man tief
genug in Dürrenmatts Stück so findet man sicher Manches, was sich
aufzuführen lohnt. Doch verstaubt, gefangen im Turm der modernen Klassik,
den benotbaren Analysen von Deutschlehrern zum Abschuss freigegeben bleibt
es schon.
++++ (ein Amazon Kunde): Gute Schullektüre
Obwohl dieses Buch schon etwas älter ist, ist es doch gut verständlich
geschrieben.
Man versteht die verschiedenen Zusammenhänge und mit etwas
Interpretation kann man noch andere Sachen erfahren die zuerst vielleicht
etwas verschlüsselt wirken.
Absolut eine gelungene Lektüre die man auch gut im Unterricht
behandeln kann.
+++++ (ein Amazon Kunde): Tolle Tragikomödie!!
Erst einmal vorneweg: ein super Buch!!
Ironisch, morbide, tragisch, dramatisch, krisierend, spannend,
aufwühlend... in diesem Buch ist das alles dabei. Dürrenmatt ist mit seinen
Büchern ein unbedingt zu lesender deutscher Autor und "Der Besuch der alten
Dame" ist einfach nur zu empfehlen, äußert dieses Buch doch eine wichtige
aber herbe Gesellschaftskritik. Es ist als Theaterstück geschrieben doch
trotzdem sehr spannend und flüssig zu lesen. Die Geschichte ist sehr
morbide und eigentlich ein ernstes Thema doch durch die Dialoge und die
Handlung ist man ständig am Schmunzeln, es ist ja auch eine Tragikomödie.
Ein gutes sowie wichtiges Buch, das in jedem Bücherregal stehen
sollte und für alle zu empfehlen, die sich für die deutschen Klassiker
interessieren und ein ernsthaftes doch zugleich interessantes Buch lesen
wollen!
+++++ (ein Amazon Kunde): Ein wirklich großartiges Buch!
Ich habe das Buch in meiner Schulzeit (ca. 11-12 Klasse) lesen müssen
und war schon damals total begeistert. Mit viel schwarzem Humor und Ironie
wird der Gesellschaft ein Spiegel vorgehalten ohne dabei beleidigend zu
werden. Auch wenn einige die Geschichte vielleicht zu übertrieben finden,
gerade durch die Übertreibungen wird nach meiner Meinung das Buch
realistischer.
Fazit: UNBEDINGT LESEN UND SELBST EINE MEIHNUNG BILDEN!
edition suhrkamp, nr.1, leben des galilei: schauspiel
Autor/Autoren: Bertolt Brecht
Herausgeber: Suhrkamp
Taschenbuch
Stichworte: [Drama texts, plays] [Drama texts: from c 1900 -] [Deutsche Belletristik] [Dramatik, Drehbuch] [TB/Belletristik/Dramatik] [Belletristik] [Dramatik] [Essays] [Lyrik] [Drama / Anthologies (multiple authors)] [Galilei, Galileo] [Drama Texts, Plays & Screenplays]
Kundenmeinungen:
++++ (ein Amazon Kunde): Wissenschaft die Freude macht.
Ein ausdrucksstarkes Buch, das man gelesen haben sollte.
Es zeigt wie veränderlich doch immer wieder die Ansicht der Dinge
über die Welt sein kann. Verbunden mit einem herrlichen Pathos, über
Wissen, Macht (kirchlich-weltlich), Gesellschaft und Eigenverantwortung.
++++ (ein Amazon Kunde): Ein gutes Stück, aber ein Stück
Wer sich von dem historischen Hintergrund der Handlung von Bertolt
Brechts »Leben des Galilei« abgeschreckt fühlt, der sei entwarnt, da der
historische Hintergrund um den Disput des Astronomen Galilei mit der
Kirche, nur eine Ebene des Theaterstücks umfasst. So geht es auf einer
tieferen Ebene um den häufig titulierten Konflikt zwischen Vernunft und
Glaube, oder treffender ausgedrückt, den Konflikt zwischen Aufklärungs- und
Wissensdurst contra der Ideologie, welche sich hinter einem Glauben
verbergen kann, wenn Unwissenheit gezielt zum Mittel von Unterdrückung
eingesetzt wird.
Dieser Konflikt ist es, der dem historischen Geschehen Tiefe und
Spannung einhaucht. Die von Brecht wirklich umfangreich recherchierten
Hintergrundinformationen (wie durch den Anhang der Suhrkamp-Ausgabe
verdeutlicht wird) werden als Rahmenhandlung ganz nebenbei vom Leser
aufgesogen.
Eine Erwartung die Brechts »Leben des Galilei« leider nicht erfüllen
kann, ist die Übertragbarkeit des Stücks auf den modernen Disput zwischen
Fortschritt und konservativen Werten, für welche die Kirche eintritt. Zu
speziell ist in diesem Bezug der Unterdrückungsaspekt und die geänderte
Machtposition, welcher die Kirche zu Galileis Zeit kennzeichnete und welche
in dem Stück zugrunde liegt.
Sprachliche Klarheit und Brechts trockener und tiefschürfender Humor
sorgen dafür, dass der Leser sich gut in die Handlung des Theaterstückes
einfindet. Trotzdem sei betont, dass (epische) Theaterstücke für die Bühne
und nicht für das bloße Lesen konzipiert sind. Auch phantasievolles Lesen
birgt nur einen Bruchteil des Erlebnisses einer Bühnenerfahrung. Erst hier
wird man mit der vollen Tiefe der Charaktere konfrontiert, während man beim
Lesen nur ansatzweise ein Gespür für die Menschlichkeit von Brechts
Charakterdarstellung bekommt. Bloßes Lesen bedeutet auch die fehlende
Konfrontation mit verschiedenen Interpretationsansätzen durch Regie und
Schauspieler. Aspekte des epischen Theaters lassen sich zwar auch bei der
lesenden Auseinandersetzung identifizieren, entfalten jedoch nicht ihre
volle Wirkung, die sie bei einer Bühnenaufführung auf einen Zuschauer
hätten. Macht dies alles nicht einen Theaterbesuch erst spannend?
PS.: Man kann den Umfang des Anhangs der Reihe Suhrkamp
BasisBibliothek gar nicht oft genug loben.
PPS.: Ich freue mich über jede konstruktive Kritik an meiner
Rezension.
+++ (ein Amazon Kunde): Glaube und Vernunft
Berthold Brecht vollendete das Theaterstück "Leben des Galilei" im Jahr
1938 im dänischen Exil. Die Uraufführung des Stückes war am 09.09.1943 in
Zürich.
In dem Theaterstück "Leben des Galilei" geht es um, wie der Name
schon verrät, das Leben des Galileo Galilei. Die Geschichte spielt in
Italien im 17.Jahrhundert. Dem Physiker Galileo Galilei gelingt es mithilfe
des gerade neu erfundenen Fernrohrs das kopernikanische Weltbild zu
beweisen und somit das ptolemäische, nach welchem die Erde Mittelpunkt des
Universums sein soll, zu wiederlegen. Für die damals sehr mächtige
katholische Kirche ist die Verbreitung des Kopernikanischen Weltbilds
Ketzerei. Hieraus entstehen die Konflikte zwischen Galilei und der
kathloischen Kirche, die das wesentliche Thema der Geschichte sind.
Das Stück ist in 15 Szenen unterteilt und am Beginn jeder Szene
befindet sich eine Strophe eines Gedichtres und ein einleitender Satz,
welche das Geschehen in der nachfolgenden Szene kurz zusammenfassen.
Die Handlung der Geschichte verläuft nicht geradlinig, das heisst es
gibt Sprünge in Ort und Zeit. Die gesamte Handlung erstreckt sich über
einen Zeitraum von 28 Jahren und wechselt zwischen den Orten Venedig,
Florenz und Rom. Unter anderem daran lässt sich erkennen, dass das Stück
ein episches Theaterstück ist.
Ein episches Theaterstück hat verschiedene Eigenschaften und
Aufgaben, die sich auch mehr oder weniger gut an diesem Werk erkennen
lassen.
Durch Verfremdungseffekte soll es dem Zuschauer schwer gemacht
werden, sich mit den Figuren zu identifizieren. Dieser Aspekt gelingt in
diesem Werk meiner Meinung nach nur teilweise. Die nicht sehr ausführliche
Beschreibung von Galilei und die Sprünge in der Zeit zwischen zwei Szenen
erschweren es zwar sich in die Lage Galileis hineinzuversetzen, aber durch
die nachvollziebaren Handlungen des Galilei wird dies trotzdem ermöglicht.
Auch wird die Figur des Galilei nicht nur durch wissenschaftliche Neugier
angetrieben, sondern auch aus finanziellen Gründen, was ihn in meinen Augen
auch eher menschlich erscheinen lässt. Diese Verfremdungseffekte gelingen
Brecht meiner Meinung nach in dem Werk "Die Dreigroschenoper" besser. Hier
ist es wesentlich schwerer sich in die Lage der Figuren hineinzuversetzen.
Allerdings gibt es auch Dinge, die beide Werke gemeinsam haben. Das
Stück "Leben des Galilei" ist wie auch die Dreigroschenoper in einer
einfachen und verständlichen Sprache geschrieben, was das Lesen des Textes
sehr einfach macht. Auch sind beide Werke an einigen Stellen ein wenig
komisch, was das Lesevergnügen erhöht.
Eine wichtige Aufgabe des epischen Theaterstücks ist, dem Zuschauer
gesellschaftliche Missstände aufzuzeigen und sie zum Nachdenken anzuregen.
Blickt man hinter den Text, wird das eigentliche Thema des Stückes
deutlich. Es geht um den Konflikt zwischen Glaube und Vernunft. Durch das
Verhalten der Geistlichen wird die Frage aufgeworfen, inwieweit der Mensch
an seinen alten Überzeugungen hängt und bereit ist sein eigenes Weltbild zu
überdenken. Dieser tiefere Sinn des Stückes ist ziemlich leicht zu
erfassen. Ich denke, dass man darüber auch heutzutage noch nachdenken
sollte, weshalb ich das Stück durchaus geeignet für eine Schullektüre
halte.
Auch zu anderen Zeiten schien dieses Thema aktuell zu sein. So
schrieb Albert Einstein in einem Brief an Brecht im Jahre 1939, dass ihm
das Stück "Galilei" große Freude gemacht habe und der Inhalt des Buches
angesichts der politischen Probleme seiner Zeit besonders interessieren
müsse. Auch lobte Einstein besinders die Darstellung des Galileo Galilei
und den Einblick in die Problemstellung, wie sie Galileo vorlagen.
Andere Rezensenten aus der heutigen Zeit schreiben, dass ihnen die
Sprache des Werkes sehr gefalle, ihnen aber ein wenig die Spannung fehlt.
Meine zusammenfassende Wertung des Stückes fällt weitesgehend positiv
aus. Gut ist, dass das Stück in verständlicher Weise geschrieben wurde und
die Handlung durchgehend nachvollziehbar ist. Dadurch ist es nicht so
anstrengend das Buch zu lesen und der tiefere Sinn des Stückes erschließt
sich einem leichter.
Weniger gut ist, dass die Geschichte zum Ende hin ein wenig
langweilig wird, was sich aber nicht ins Endlose hinzieht, da das Stück
sowieso nicht so lang ist.
+++++ (ein Amazon Kunde): Zwischen Glauben und Vernunft ein Disput der Leben kostet!
Bertolt Brecht widmet sich in seinem gleichnamigen epischen Theater dem
Leben des Galilei, einem der bedeutendsten Mathematiker und Physiker seiner
Zeit. In dem Stück wird eindrucksvoll geschildert, wie Kirche und
Forschung, Glauben und Vernunft im Streit stehen, wodurch es auch heute
noch aktuell ist.
Die Geschichte beginnt zu Anfang des 17. Jahrhunderts im Haus des
Galilei in der Republik Venedig. Der an der Universität von Padua lehrende
Galileo Galilei forscht in seiner Freizeit an dem neuen kopernikanischen
Weltbild, welches dem bis dato geltenden ptolemäischen Weltbild, vertreten
durch die Kirche, widerspricht. Diese neue Vorstellung, die von der Kirche
als ketzerisch bezeichnet wird, behauptet, die Erde sei nicht Mittelpunkt
des Universums und die anderen Planeten seien nicht fest auf Schalen um die
Erde herum fixiert. Es heißt, alle Planeten, so auch die Erde, kreisten auf
elliptischen Bahnen um die Sonne.
Durch Zufall erfährt Galilei von dem in Holland entwickelten
Fernrohr, welches er in Eigenarbeit verbessert, woraufhin seine Forschungen
rapide voranschreiten. Stets dabei ist der junge Sohn seiner Haushälterin,
Andrea, welcher sich durch einen nahezu unerschöpflichen Wissensdurst und
eine enorme Begeisterungsfähigkeit kennzeichnet. Demgegenüber steht dessen
gottesfürchtige und gläubige Mutter, Frau Sarti, die ganz und gar nicht
davon begeistert ist, dass Galilei ihn mit in die Forschungen einbezieht
und ihm das ketzerische Weltbild lehrt.
Da Galilei unter chronischem Geldmangel leidet und er der Meinung
ist, er könne unter den in Padua herrschenden Umständen (er muss das
falsche Weltbild unterrichten) nicht in Ruhe weiterforschen, nimmt er eine
Stelle als Privatlehrer am florentinischen Hof an.
Schließlich, nach vielen Jahren und mehreren vergeblichen Versuchen
die Gelehrten des Vatikans zu überzeugen, werden 1611 die Entdeckungen vom
Collegium Romanum, dem Forschungsinstitut des Vatikans, anerkannt. Dennoch
gilt das Anschauungsbild des Kopernikus als Ketzerei, welche von der
Inquisition mit dem Tod bestraft wird.
Als der Papst im Sterben liegt, schöpft Galilei neue Hoffnung, denn
es ist höchstwahrscheinlich, dass Kardinal Barberini, ebenfalls
Mathematiker, dessen Nachfolger wird. Galilei glaubt, dass so endlich die
kopernikanische Weltanschauung zum Tragen kommt.
Dem ist jedoch nicht so, da der Kardinal Inquisitor den Papst davon
überzeugt, Galilei stelle in seinen Werken die Kirche als dumm dar.
Daraufhin wird Galilei inhaftiert und nur unter der Bedingung begnadigt,
dass er seine Forschungen widerruft und als falsch und ketzerisch erklärt.
Galilei wird bis an sein Lebensende unter Beobachtung der Kirche stehen,
doch gelingt es ihm, seinem ehemaligen Schüler Andrea, seine Forschungen
bei einem kurzen Besuch zu übergeben, welcher daraufhin ins freie Holland
auswandert.
Wie eingangs erwähnt, greift Bertolt Brecht in seinem epischen
Theater von 1938/-39 ein brisantes Thema auf, indem er Passagen aus dem
Leben Galileo Galileis aufführt, jenem Genie das maßgeblich zur Etablierung
des Weltanschauungssystem verhalf, welches für uns alle heute so
selbstverständlich ist. Dies war zu Lebzeiten Galileis bei weitem aber noch
nicht so gewesen, und er hatte mit der einflussreichen Kirche den
mächtigsten Widersacher den man sich vorstellen konnte. Dabei werden im
Verlauf des Stücks nicht nur die Kontroversen zwischen Kirche und
Wissenschaft veranschaulicht, sondern auch Einblicke in das
sozial-gesellschaftliche Leben der damaligen Zeit gewährt.
Offenkundig geht es in dem Drama in erster Linie um den Konflikt
zwischen dem Glauben an die Kirche und die heilige Schrift auf der einen
Seite und an die Vernunft und Lernfähigkeit der Menschen bezüglich der
Forschung auf der anderen Seite. Der weitaus größere Teil der Bevölkerung
zu Lebzeiten Galileis unterstand dem großen Einfluss der Kirche, welche auf
Grundlage der Bibel und Forschungsständen des Aristoteles argumentierte.
Dadurch, dass die Gelehrten der Kirche lieber den alten Aussagen vertrauen
schenkten und sich nicht durch die Ergebnisse des Galilei belehren lassen
wollten, kritisiert der marxistische Positionen vertretende Brecht gleich
zwei Dinge: zum einen ist es das Verhalten der Kirche bei
Erklärungsnotstand und zum anderen die Verschlossenheit der Bevölkerung,
offen für Neues zu sein, ebenfalls bedingt durch die Kirche. Brecht hat
hierbei genau recherchiert und mehrfach Verweise auf Inquisitionsopfer
gegeben, die es tatsächlich gab (u.a. Giordano Bruno verbrannt 1600 in
Rom). Die Haushälterin Galileis sowie dessen eigene Tochter stehen
stereotyp für die Gottesfürchtigen und den Einfluss der kirchlichen Macht,
vor allem der Furcht vor der Inquisition (Frau Sarti:Was, Sie sagen ihm
wirklich einen solchen Unsinn? Das er es in der Schule herumplappert und
die geistlichen Herren zu mir kommen, weil er lauter unheiliges Zeug
vorbringt. Sie sollten sich schämen, Herr Galilei.). Ihnen gegenüber steht
der junge Andrea, sowie zu späterem Zeitpunkt in der Geschichte auch ein
kleiner Mönch, welche sich von den Forschungsergebnissen und Argumenten
Galileis überzeugen lassen. Brecht baut dazu Motive ein, die für eine
Veränderung und eine neue Zeit (Galilei) stehen, so zum Beispiel das beim
Streit zwischen Andrea und dem gleichaltrigen Großherzog von Florenz
zerbrechende Modell des ptolemäischen Weltbilds.
Weitaus weniger offensichtlich als der Disput zwischen Wissenschaft
und Kirche ist die Übernahme von Verantwortung, die als Thema in dem Drama
geschildert wird. Während Galilei den Sohn seiner Haushälterin, Andrea,
fast selbstständig aufzieht, schenkt er seiner Tochter Virginia kaum
Beachtung. Dies liegt daran, dass Andrea sich für die Forschungen
begeistern lässt, wohingegen seine Tochter sich streng an die Gebote der
Kirche hält.
Sein Verantwortung bezieht sich generell eher auf die Aufklärung der
Menschen, was sich unter anderem dadurch bemerkbar macht, dass er seine
Werke teilweise auf Italienisch anstatt auf Latein veröffentlicht, sodass
jede Bevölkerungsschicht die Möglichkeit hat, davon zu erfahren.
Über Vergangenheit und Aussehen der verschiedenen Personen erfährt
man gänzlich wenig; hier lässt Brecht der Phantasie des Lesers freien Lauf.
Die Hauptfigur, Galileo Galilei, ist hier noch am genausten beschrieben: er
isst gern gut und viel und ist einem edlen Wein nie abgeneigt, was vermuten
lässt das er ein wohlgenährter Mann gewesen sein muss und sich auch seine
chronischer Geldmangel begründet.
Um nun den Bogen auf den zu Beginn erwähnten Bezug zur Gegenwart zu
schlagen, kann man sagen, dass auch heute noch die Forschung, insbesondere
die Gen-Forschung, im heftigen Konflikt zur Kirche steht, die diesen
Eingriff in die Natur und den Menschen als Werk Gottes in höchstem Maße
ablehnt. Dennoch ist gerade die Gen-Forschung was die Gesundheit des
Menschen anbelangt, sehr wichtig, denn so können zum Beispiel
Erbkrankheiten bekämpft werden. Diese Aktualität macht dieses Stück auch
heute noch lesenswert.
Typisch für das von Brecht in besonderem Maße geprägte, epische
Theater, wird der sich über 45 Jahre streckende Inhalt in fünfzehn
eigenständigen Szenen sehr linear vermittelt. Ebenso findet eine leicht
verständliche Sprache Verwendung, wodurch sich das Buch gut lesen lässt.
Dies liegt daran, dass Brecht mit dem Stück das Publikum zur Nachahmung
auffordert, und das Risiko dieses Ziel zu verfehlen natürlich dann größer
ist, wenn das Nachzuahmende verschachtelt und versteckt im Inhalt
untergeht. In diesem Fall ist die Forderung, Dinge differenziert zu
betrachten und offen für Neues zu sein, ohne sich im Vorhinein auf eine
Schiene festzufahren (bezogen auf das Drama bedeutet dies, nicht so wie die
geistlichen Gelehrten, sondern wie der kleine Mönch oder auch Andrea zu
agieren).
Die akkurate Vorgehensweise Brechts bei der Recherche zu seinem Werk
Leben des Galilei verleiht dem Gesamten Authentizität, weshalb es nicht nur
für naturwissenschaftlich interessierte Leser zu empfehlen ist, sondern für
all diejenigen, die etwas über die wichtigsten Jahre der Schaffenszeit
dieses genialen Menschen erfahren möchten.
Für alle dessen Neugier geweckt wurde ist das Buch für 6¬ in der
Suhrkamp BasisBibliothek zu erhalten. Es umfasst 191 Seiten und enthält
neben der eigentlichen Berliner Fassung des Stücks von 1955/-56 einen
Kommentar mit den Teilbereichen Der Wissenschaftler Galileo Galilei und
seine Zeit und Leben des Galilei. Schauspiel mit Erläuterungen zu den
verschiedenen Fassungen, sowie Abschnitte zur Theatergeschichte, zu
Problemen und Perspektiven Interpretationen, Literaturhinweise und
schließlich Wort- und Sacherläuterungen.
+++++ (ein Amazon Kunde): Tragödie eines genialen Wissenschaftlers
Venedig, zu Beginn des 17. Jahrhunderts. Der Naturwissenschaftler
Galileo Galilei hat den Beweis dafür erbracht, dass nicht die alte,
aristotelische Vorstellung vom Weltall, sondern die Lehre des Kopernikus
der Wahrheit entspricht: Die Erde ist nicht der Mittelpunkt des Universums,
vielmehr dreht sie sich um die Sonne. Die Entdeckung bringt Galilei auf
direkten Konfrontationskurs mit den herrschenden Kirchenfürsten, die darin
einen Angriff auf den Glauben und dessen Grundlage, die Bibel, sehen und
dem Wissenschaftler mit der Inquisition drohen. Brechts Theaterstück über
diesen Konflikt avancierte binnen kurzer Zeit zum Klassiker der deutschen
Literatur. Die verzweifelte Auseinandersetzung des genialen
Wissenschaftlers mit den Machthabern seiner Zeit, aber auch mit den eigenen
Ängsten und Eitelkeiten, die Spannung zwischen wissenschaftlicher
Erkenntnis und wissenschaftlichem Ethos: das sind die Motive, die die Kraft
und Lebendigkeit dieses Dramas ausmachen. Insofern ist "Leben des Galilei"
sicherlich Brechts gehaltvollstes, wahrscheinlich sogar sein stärkstes
Drama.
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