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ein amerikanischer traum. die geschichte meiner familie
Autor/Autoren: Barack Obama
Herausgeber: Hanser Belletristik
Gebundene Ausgabe
Stichworte: [HC/Sachbücher/Politik, Gesellschaft, Wirtschaft/Biographien, Autobiographien] [Allgemeines] [Politikwissenschaft] [Soziologie] [Sachbuch] [Obama, Barack; Biografien] [Politiker (Biografien/Erinnerungen); Obama, Barack] [USA; Biographien] [Erinnerung] [Erinnerung, Brief, Tagebuch] [Politik, Diplomatie] [Politik, Zeitgeschichte, Recht] [USA]
Bis zu seine Ankündigung, er wolle demokratischer
Präsidentschaftskandidat werden, kannte kaum jemand außerhalb von Illinois
Barack Obama. Dass der Senator aus diesem Bundesstaat schon wenige Monate
später als Shooting-Star der Primaries und charismatischer Hoffnungsträger
gefeiert wurde, hat das politische Establishment in seinen Grundfesten
erschüttert. In seiner Autobiografie erzählt er von seinen ersten 34
Lebensjahren. Obama ist nicht nur aufgrund seines raschen Erfolgs ein
Phänomen. Er ist sperrig und lässt sich nur schwer irgendeinem Lager
zuordnen; wenig verwunderlich, dass die amerikanischen Demoskopen
regelmäßig in ihren Vorhersagen scheitern. Obama ist schwarz, stammt aber
nicht von aus Afrika verschleppten Sklaven ab. Sein Vater kam aus Kenia als
Gaststudent in die USA, die Mutter ist eine weiße Amerikanerin aus Kansas.
So ist er vielen Schwarzen zu weiß und hat bei den ersten Vorwahlen im
"weißen" Iowa demonstriert, dass er eine Mehrheit unter weißen Wählern
einfahren kann. Anderen wiederum gilt er wahlweise als neuer Martin Luther
King oder J.F. Kennedy. Obama tritt in einem Land an, das hinsichtlich
seiner verschiedenen Ethnien noch immer tief zerissen ist, in dem die
Konfliktlinien auch für Insider mitunter schwer verständlich sind. Seine
Autobiografie zeigt, wie sich diese Zerrissenheit in dem Werdegang eines
Mannes spiegelt, der lange um seine Identität rang. Obamas Autobiografie
ist 1995 zum ersten Mal erschienen. Er nennt sie einen "Beitrag zum
Verständnis der Rassenprobleme in unserem Land..." Aus ihr lässt sich
einiges über die frühen Prägungen des Newcomers erfahren und auch über
seine Visionen von einem neuen Amerika. Dass er diese Erinnerungen heute
anders schreiben würde, darf als gesichert gelten. So erzählt er freimütig
von studentischen Marathon-Partys mit nächtelangen Diskussionen, jeder
Menge Dosenbier und Zigaretten. Es sind Passagen wie diese, die nicht zum
klassischen Image eines Präsidentschaftskandidaten passen wollen, die aber
etwas Wichtiges leisten: Sie helfen, eine Persönlichkeit zu verstehen, die
ihren eigenen, keineswegs immer geraden Weg gegangen ist; die eine
juristische Karriere in Harvard begann, dann aber in der armen Chicagoer
South Side Bürgeranwalt wurde, sich um die Menschen am Rande der
Gesellschaft kümmerte und erst langsam in die Lokal-, Landes- und
schließlich nationale Politik hineinwuchs. Entstanden ist eine fast intime
Autobiografie, "eine persönliche, innere Reise ... die Suche eines Jungen
nach seinem Vater und damit auch nach einem überzeugenden Lebensinhalt für
ihn, den schwarzen Amerikaner." --Henrik Flor, Literaturtest Aus der Amazon.de-Redaktion
Kundenmeinungen:
+++++ (ein Amazon Kunde): Begnadeter Schriftsteller
Barack Obama ist, neben allem anderen auch, ein begnadeter
Schriftsteller. Er schreibt flüssig und fesselnd und dabei mit einer
analytischen Prägnanz, die selten ist.
Das Buch macht seinen furiosen Aufstieg plausibel. Die Umstände
seiner Biographie (in Indonesien und Hawaii aufgewachsen,mit amerikanischer
Mutter und kenianischem Vater) macht ihn eher zu einem Weltbürger als zu
einem typischen Amerikaner).
Seine Kindheit war nicht arm, doch in unmittelbarer Nähe von Armut.
Von Anfang an beobachtete er genau und man glaubt ihm, dass die Menschen
ihm wichtig sind.
Am meisten beeindruckt mich die erste eigene Entscheidung, die er in
seinem Leben getroffen hat. Nach seinem Studium begann er in einem Büro in
New York zu arbeiten. Gut ausgebildet,intelligent und smart, war er dafür
prädistiniert, eine klassische Karriere zu machen. Doch schon nach kurzer
Zeit verliess er diese komfortable Position um Stadtteilarbeit zu machen:
Unglamourös, schlecht bezahlt, nahezu hoffnungslos. Das beweist, dass er
von seinem Charakter her wirklich selten ist, gerade in unserer Zeit, deren
Erfolgsverständnis eindimensional geworden ist.
Was mich überraschte: Welche Rolle die Hautfarbe in seinem Leben und
in seinem Denken spielt. Sie ist, neben seinem fast unbekannten Vater, eine
der Haupttriebkräfte seiner Entwicklung.
Das Buch verströmt Optimismus und Kraft, es spornt an und ist dabei
weder pathetisch noch eitel.
Am Ende bleibt dennoch eine Frage: Wie kann jemand nur so perfekt
sein? Er hat sogar richtig pubertiert.
+++ (ein Amazon Kunde): Der leibhaftige amerikanische Traum
Vom Sohn eines kenianischen Ziegenhirten zum 44. Präsidenten der
Vereinigten Staaten - Barack Obamas Lebensgeschichte kann sich sehen lassen
und auch wenn man Politiker im Grunde an ihren Leistungen messen sollte, so
kann es sich doch lohnen, sich mit den familiären Hintergründen des
"schwarzen Kennedys" zu befassen. Und "Ein amerikanischer Traum: Die
Geschichte meiner Familie" ist dafür die beste Quelle, denn das Werk
zeichnet nicht nur Obamas Familiengeschichte nach, sondern wurde vom 44.
Präsidenten der Vereinigten Staaten persönlich verfasst. Dadurch ist es
schon einmal erheblich authentischer als der Großteil jener Biografien die
nach 2008 erscheinen werden, vor allem weil Obama direkteren Zugang zu den
Personen hatte und seine Eltern wie Großeltern bereits verstorben sind.
Dazu kommt, dass Obama seine Biografie vor dem Beginn seiner
politischen Karriere im Landtag von Illinois verfasst hat, nachdem ihm ein
Verleger anlässlich seiner Wahl zum ersten afroamerikanischen Präsidenten
der in Fachkreisen sehr renommierten Harvard Law Review einen Buchvertrag
angeboten hat. Somit ist das Buch relativ frei vom Einfluss der
Wahlkampfstrategen und PR-Berater, die Obama 2008 zum Sieg in den
Präsidentschaftswahlen verholfen haben, während die Wahrscheinlichkeit dass
hier ein Ghostwriter am Werk war, zugleich erheblich geringer ist, als im
Falle von "Hoffnung Wagen" (Originaltitel: The Audicity of Hope), dass 2004
im Rahmen eines auf 3 Bücher ausgelegten Vertrages erschienen ist, nachdem
die Neuauflage von "Dreams from My Father: A Story of Race and Inheritance"
(Ein amerikanischer Traum) bis Sommer 2005 fast 40 Wochen in der New York
Times Bestsellerliste überstanden hat und als von Obama gesprochenes
Hörbuch 2006 sogar einen Grammy abgeräumt hat.
Der Erfolg der beiden Werke Obamas mag dazu beigetragen haben, dass
sich in seinen Reden immer wieder Querverweise auf die Biografie finden
lassen und es Redenschreibern und Ghostwritern so gut gelungen ist, den
persönlichen Stil Obamas für seine Ansprachen zu verwenden, was vielleicht
zu seinem Ruf als brillanten Rhetoriker und sehr "authentischen"
Vortragenden, auch wenn er vom Teleprompter abliest, beigetragen hat.
Manche Passagen mögen sich für Obamas politische Ambitionen sogar als
hinderlich erwiesen haben, wie er im Vorwort zur Neuauflage von 2004 sogar
anmerkt, jedoch ändert das nichts daran, dass er sein Buch im großen und
ganzen genau so wieder geschrieben hätte. Allerdings muss man anmerken,
dass manche der verhängnisvollen Stellen zwar auszugsweise gute Munition
für Gegner abgeben, die Lektüre des Gesamtwerks jedoch viel dazu beitragen
kann, die Beweggründe und Umstände zu verstehen.
Grob unterteilen lässt sich Obamas Biografie in die drei Abschnitte
Kindheit, Chicago und Reise nach Kenia. Dabei erzählt er jedoch weniger
seine Lebensgeschichte, als vielmehr in der Tradition der in den USA sehr
beliebten Ahnenforschung seine kulturelle und persönliche Identitätssuche
herauszuarbeiten. Das führt vor allem dazu, dass das Werk am Ende etwas
unvollständig bleiben muss und viele Ereignisse nur im Schnelldurchlauf
abgehandelt werden, während er der Suche nach sich selbst erheblich mehr
Platz einräumt. Daraus resultiert auch, dass das Werk mit der Reise in das
Heimatland seines Vaters und den Erlebnissen dort, endet. Was aus Barack
Obama nach seiner Rückkehr in die USA wurde, der Beginn seines Studiums in
Harvard, die Wahl zum Präsidenten der Harvard Law Review, die Arbeit als
Anwalt und die ersten politischen Gehversuche bei der Wähleregistrierung,
ja sogar die beginnende Beziehung zu seiner späteren Frau Michelle
Robinson, all das fehlt, da die Erzählung ungefähr 1988 endet. Manches
lässt sich allerdings in Obamas zweitem Buch "Hoffnung wagen" nachlesen,
welches allerdings eher als politisches Manifest/Analyse zur Lage der
Nation gilt.
Obwohl die Biografie, dem deutschen Journalisten Christoph von
Marschall zufolge, weitgehend der Wahrheit entspricht und von verschiedenen
Quellen bestätigt wurde, hat sich Obama einiger "Tricks" bedient, indem er
nicht nur neue Namen für manche Zeitgenossen kreiert, sondern auch manche
Personen fusioniert und Worte in den Mund gelegt hat, die so zwar nicht
gefallen sind, aber grob dem Gesprächsinhalt entsprochen haben. Das ändert
natürlich nichts am hohen Wert des Werkes als biografischer Quelle,
wenngleich es als Autobiografie eher ungeeignet ist. Zum Teil liegt das
daran, weil dem Buch eindeutig ein Inhaltsverzeichnis fehlt, aber auch
aufgrund des fehlenden Namens- oder Personenregisters. Interessant wären im
Zusammenhang mit einer Autobiografie auch Fotos gewesen, die sich jedoch
einzig und allein auf dem Umschlag finden.
Ergo bleibt vieles dem persönlichen Vorstellungsvermögen überlassen
und das passt gut zu Obamas Stil, der sich in "Ein amerikanischer Traum"
von seiner betont verträumten, romantisierenden Seite zeigt. Obwohl es ein
sehr persönliches Stück Geschichte ist und Obama als Autor durchaus immer
wieder Einblick in seinen Gedanken- und Gefühlswelt bietet, bleibt er
unbemerkt relativ oberflächlich, was daran liegen könnte, dass er sich, wie
er zugibt, manche Dinge doch vom Hörensagen her selbst zusammenreimen
musste. Dass es dabei zu einer Verklärung mancher Ereignisse gekommen sein
kann, muss man ihm als Autor zugestehen, denn die subjektive Perspektive
ist in einer Autobiografie durchaus gewollt, besonders wenn er seinem
Umfeld gegenüber kritisch auftritt.
Hinter der blumigen Sinnsuche verbirgt sich jedoch auch die typisch
amerikanische Begeisterung für Ahnenforschung, der Versuch über seine
Abstammung an das Lebenswerk der Ahnen anzuknüpfen und sich direkt in die
Tradition der "amerikanischen Helden" zu stellen und sich so zusätzlich im
historischen Kontext Legitimation für seine Anliegen zu verschaffen. Bei
Obama dient dieser Versuch zwei Zielen, einerseits ihn als liberal zu
positionieren und andererseits als Verkörperung des American Dream
darzustellen, wobei alle Zweifel an seiner Bindung zur black community
ausgeräumt werden sollen. Dabei stellt das Argument, dass Obamas Vater
keineswegs ein einfacher Ziegenhirte aus Kenia war, sondern nach dem Besuch
einer britischen Kolonialschule mit einem Stipendium in den USA und sogar
Harvard studierte, kein wirkliches Hindernis dar, die Betonung dieser
einfachen Herkunft, wie in der Rede vor dem Demokratischen Parteitag 2004,
ist lediglich eine von vielen Floskeln, denen sich Obama aufgrund seiner
besonderen Herkunft bedienen kann.
Barack Obamas Geschichte beginnt nämlich nicht mit seiner Geburt,
sondern in der Jugend seiner Großeltern. Stanley Dunham wuchs selbst bei
seinen Großeltern auf, nachdem sein Vater, der Frauenheld, die Familie
verlassen und seine Mutter sich das Leben genommen hatte. Gramps, wie er
von seinem Enkel später liebevoll genannt wurde, der mit seinen
zurückgekämmten Haaren aussah, wie ein "Itaker", flog bereits als Kind kurz
von der Schule, nachdem er einen Lehrer geschlagen hatte. Später zog er auf
der Suche nach dem großen Abenteuer und Gelegenheitsjobs durch die Staaten
und fand in Madelyn Lee Payne eine Frau die von seiner Weltgewandtheit
fasziniert war. Mit dem Kriegseintritt der USA, meldete sich Gramps
freiwillig zur Armee und so wurde ihre gemeinsame Tochter Ann 1942 auf
einem Armeestützpunkt geboren. Nach mehrfachen Umzügen verschlug es die
Dunhams nach Hawaii, wo die 68erin Ann den idealistischen
Austauschstudenten Barack Hussein Obama kennen lernte.
Obama senior war während der Kindheit und Jugend seines Sohnes
weitgehend eine nicht greifbare Figur, welche nach der Scheidung von Ann
Dunham nur noch ein einziges Mal in das Leben des jungen Barack trat, als
er die Familie eines Weihnachtens für einige Wochen besuchte. Bis zu seinem
Unfalltod, dem Treffen mit seiner Halbschwester Auma und der Reise nach
Kenia blieb Obama sr. eine Projektionsfläche für den Sohn im fernen
Amerika. Nach der Heirat seiner Mutter mit dem indonesischen
Austauschstudenten Lolo Soetoro, aus der Halbschwester Maya Soetoro-Ng
hervorging, übernahm dieser zumindest für einige Zeit die Vaterrolle für
den Jungen, bis "Barry", wie er meist genannt wurde, wieder in die USA
zurückkehrte und fortan bei seinen Großeltern lebte.
In einem Land wo Minderheitenpolitik immer mehr hinterfragt wird und
demografisch bedingte Entwicklungen die Illusion von einer mehrheitlich
protestantisch geprägten weißen angelsächsischen Nation längst zur
Vergangenheit gemacht haben, steht Barack Obamas Erfolgsgeschichte für
einen bedeutenden Ausnahmefall, hat er es doch als erst dritter
Afroamerikaner in den Senat und als bisher überhaupt einziger ins Oval
Office geschafft. Dennoch ist seine ungewöhnliche Lebensgeschichte zwar
Beispiel für die Möglichkeiten des American Dreams, entzieht sich aber
zugleich des Versuchs der Nachahmung, denn am Ende relativiert sich alles,
am Ende ist er der Sohn einer alleinerziehenden Mutter, der bei den
Großeltern aufgewachsen ist, jedoch immer gute Schulen besuchen konnte und
"die Verzweiflung und die Unruhe der Ohnmächtigen [...] wie sie das Leben
der Kinder auf den Straßen von Djakarta, Nairobi und in der Chicagoer South
Side beeinflusst, wie schmal der Grat zwischen Demütigung und grenzenloser
Wut ist, wie schnell aus Hoffnungslosigkeit Gewalt wird" nie am eigenen
Leib erfahren musste, sie jedoch aus seinen Beobachtungen als Kind,
Sozialarbeiter, Anwalt und Politiker kennt.
Change we can believe in, mag er seinen Wählern 2008 versprochen
haben und doch sollte man nach 8 Jahren George W. Bush nicht von
antiamerikanischen Bush-Bashing in bequeme Heldenverehrung verfallen,
sondern auch Barack Obama, wie jeden Politiker an seinen Taten und nicht
den Worten messen. "Ein amerikanischer Traum" ist keine Offenbarung, es ist
die Hintergrundgeschichte zum Symbolcharakter Präsident Obamas, der darin
Ideale formuliert hat, an denen er legitim gemessen werden kann.
Veränderung sei nur von der Basis aus möglich, daher wollte er
Stadtteilarbeit machen und daher ist "Yes, we can!" ein Wahlspruch der wie
kein anderer zu ihm passt, denn er entspricht Obamas Grundüberzeugung, dass
nur die amerikanische Gesellschaft die Kraft besitzt, die USA zu verändern.
Und man ist geneigt ihm zuzustimmen, ist er doch ein scharfsinniger
Beobachter, dessen Schilderungen der Chicagoer South Side auch viel dazu
beitragen, umstrittene Persönlichkeiten wie Jeremiah Wright und die
gesellschaftlichen Probleme der USA zu begreifen.
"Ein amerikanischer Traum" verkörpert einen besonderen Charme, das
Buch ist aufrichtig und verträumt, eine fast romanartige Suche nach
Herkunft und Identität. Da es noch vor Beginn der wirklich politischen
Karriere Barack Obamas entstanden ist, ist es wahrscheinlich auch erheblich
authentischer und näher am "wahren Obama" dran, als alles was nach 2004
kam. Indes bleibt das Buch in vielerlei Hinsicht sehr schwammig, was es als
Biografie zwar sein darf, aber enttäuschend wirken lässt, wird doch allein
das afroamerikanische und liberale Erbe Obamas behandelt, was ihn allein
aber noch nicht ausmacht. Was fehlt ist das Leben fern der Suche nach sich
selbst, die nackten Fakten, auch jene über Leben und Liebe. Fakt ist,
obwohl 1995 erschienen, behandelt das Werk nur Obamas Leben bis 1988 und
konzentriert sich dabei vor allem auf die kulturellen und familiären
Aspekte, wobei vieles außen vor bleibt, etwa seine Jahre in und nach
Harvard.
Ist man vom oft ausschweifenden und blumigen Stil des US-Präsidenten
nicht ganz hin und hergerissen, ja wünscht man sich ab und zu, vielleicht
etwas konkretere Informationen über Obamas Leben, man könnte enttäuscht
sein. Das heisst nicht, Obamas Werk wäre nicht authentisch, denn genau das
ist es. Gefühle, Gedanken, Einsichten, Obama vermittelt sie hervorragend,
nichtsdestoweniger ist es die Synthese aus dieser emotionalen
Tiefgründigkeit und einer kaum beachteten biografischen Oberflächlichkeit,
aufgrund derer man sich klar sein sollte, dass Obamas "Autobiografie" in
vielerlei Hinsicht den gängigen Vorurteilen entspricht. Inhaltliche
Unausgewogenheit, viele Anekdoten, übermäßige Betonung von bestimmten
Handlungssträngen und all das als Folge der Vorgabe, des Titels und dieser
ist im Original eben "Dreams from My Father: A Story of Race and
Inheritance".
Das Ergebnis ist eine Biografie, wie man sie von Barack Obama eben
erwartet. Wortgewaltig und doch träumerisch, eine Suche nach dem Erbe eines
Mannes den er nie kannte, dessen Idealen er sich aber irgendwie trotzdem
verpflichtet fühlt. Die daraus resultierende Unterordnung des
"Lebenslaufs-Teils" unter die "Identitätssuche" muss man jedoch schlucken,
genauso wie die fehlenden 7 Jahre zwischen der Kenia-Reise 1988 und dem
Erscheinungsdatum 1995, diese passten nicht mehr ins Konzept. Ebenso wenig
erfährt man über politische Zielsetzungen oder Persönliches, sofern
letzteres nicht mit der Suche nach sich selbst oder Kindheitserinnerungen
zu tun hat. Was unterm Strich bleibt sind 90% Roman über die Suche nach den
Wurzeln und 10% Biografie, die es auf mehrere 100 Seiten ausgedehnt sicher
bald in den ersten Barack H. Obama-Biografien nachzulesen gibt. Einzig der
Bonus, dass das Werk von Obama selbst geschrieben ist und viele der Quellen
die er dazu nutzen konnte, bereits verstorben sind, können es langfristig
von den Werken Dritter abheben.
Fazit:
Auch inhaltlich etwas verträumt und ganz eindeutig Obamas Stil
entsprechend, eine fast romanartige und vor allem sehr authentische,
gefühlsbetonte Autobiografie über die Suche nach einer Antwort auf die
Frage "Wer bin ich?".
+++++ (ein Amazon Kunde): American Dream come true
In der enthusiastischen Stimmung nach Obamas Wahl habe ich mir dieses
Buch des künftigen Präsidenten der USA besorgt. Es handelt sich um seine
Autobiographie - aber das Erstaunliche ist, dass sie bereits 1995
erschienen ist, von einem Niemand also, der gerade einmal am Anfang seiner
30er sein Jurastudium beendet hatte und sich eine einjährige Auszeit nahm,
um dieses Buch über sein Leben und seine Familie zu verfassen. Gleichwohl
ist es von einem Menschen verfasst, der sich zu Höherem berufen fühlt und
der weiß, dass er es erreichen wird.
Natürlich hat auch ein Obama vor 14 Jahren nicht geahnt, dass in ihm
ein künftiger Präsident der Vereinigten Staaten schlummert. Und so handelt
es sich - gemessen an der späteren staatstragenden Bedeutung des Autors -
um ein außergewöhnlich offenes und privates Buch. Ein außergewöhnlicher
Fall, denn normalerweise erscheinen solche Lebenserinnerungen erst im
nachhinein und sind versehen mit allen Finessen der Distanzierung, die das
Amt nun einmal mit sich bringt.
Hier lesen wir die erfrischende Geschichte eines Unbekannten, welchem
allerdings aufgrund seiner ungewöhnlichen familiären Geworfenheit eine
außergewöhnliche Lebensgeschichte blüht. Barack ist der einzige Sohn einer
amerikanischen jungen Frau und eines aus Kenia stammenden schwarzen
Studenten. Die Ehe geht bald in die Brüche und die Mutter, die offenbar zu
exotischen Lebensformen neigt, nimmt mit ihrem kleinen Jungen Reißaus nach
Indonesien, wo sie mit einem zweiten Mann lebt. Dort verbringt der kleine
Obama die ersten Jahre seiner Erinnerung und entwickelt schon früh ein
Gefühl dafür, an einem fremden Ort zu leben, wo sie eigentlich nicht
hingehören. Erste Reflexionen über Heimat und Fremdheit drängen sich
bereits dem jungen Obama auf. Der Lebensentwurf in Indonesien scheitert.
Mutter und Sohn kehren zurück in die USA - nach Hawai. Fortan lebt die
Familie zusammen mit den Eltern der Mutter. Der junge Barack Obama wächst
bei den Großeltern auf. Der mehrwöchige Besuch des Vaters aus Kenia ist
eine besonders lesenswerte Episode.
Am meisten beeindrucken allerdings die Reflexionen und Einsichten
über das Schwarz-Sein in der Welt der Weißen. Die Komplexität dieses
Problems wird einem nicht-amerikanischen durch die Bewusstseinsschärfe
Obamas erst wirklich klar. Besonders stark in diesem Zusammenhang ist dann
auch die Passage, in der die versteckten Vorurteile der eigenen Großmutter
deutlich werden - nicht gegenüber ihrem Enkel, aber im allgemeinen. Hier
wird einem einmal deutlich, welch tiefe Bewusstseinsdimensionen Xenophobien
berühren - jenseits aller Multi-Kulti Ideologie. Umso erstaunlicher ist es,
dass es Obama gelungen ist, die Hautfarbe nicht zum Wahlkampfthema zu
machen.
Ein weiterer großer Teil des Buches betrifft seine politischen
Lehrjahre als "Organizer" in den verkommenen sozialen Wohnbausiedlungen
Chicagos. Hier verdient sich Barack in seinen 20er Jahren seine Sporen. In
den Ghettos Chicagos versucht er - getragen vom Enthusiasmus über den
ersten schwarzen Bürgermeister Chicagos in den 80er - Gutes zu tun. Nach
zwei Jahren sozialer Arbeit bekommt er ein Stipendium und geht nach
Harvard. Auch hier wieder die Auseinandersetzung, die alle erfolgreichen
Schwarzen trifft: Bist du einer von uns oder von denen. Aber Obama findet
Alternativen zu diesen Optionen, einen mittleren Weg, der ihn bis an die
einsame Spitze der Vereinigten Staaten geführt hat.
Ein letzter Teil spielt in Kenia, wo Obama vor seinem Studium seine
väterliche Familie aufsucht - der Vater ist bereits verstorben - und sich
mit seinen Ursprüngen auseinandersetzt. Dieser Teil weist kulturell eine
ganz andere Färbung auf und liest sich ausnehmend interessant.
Insgesamt handelt es sich um eine ausgesprochen interessante Lektüre,
die sich auch literarisch überhaupt nicht zu verstecken braucht.
+++++ (ein Amazon Kunde): Kompakt und intelligent
Dies ist nicht eine Lebenserinnerung der üblichen Art, sie enthält
vielmehr als man erwarten könnte.
Barack Obama schrieb dieses Buch bereits im Jahr 1995 und enthüllte
darin seine Seele.
"Dreams from My Father" so nannte er seine literarische Arbeit und
sie war mehr als nur ein Versuch, sich literarisch zu zeigen.
Obwohl, es ist schon der Stil, der seinen Verfasser auszeichnet und
der die Leser mitnimmt. Ein Stil, der rhythmisch bewegt und alles enthält,
was große Literaten auszeichnet.
Man atmet mit.
Das alles ist aber weißgott nicht geradezu einfach zu lesen, obwohl
es einen weiterzieht in diesem großartigen Gemälde eines amerikanischen
Lebens inmitten des ausgehenden 20. Jahrhunderts und hinein ins 21. Es ist
mehr das Interessante daran, dass einiges gesagt wird und sofort gespiegelt
wird in einer fast ausufernden Vernunft. Das ist sichtlich bewegend und
schön zu sehen. Alles, die Kindheit, die Jugend, die alltäglichen
Geschehnisse in vielen Erdteilen und die innere Ausleuchtung des Ganzen,
also auch der Heirat seiner Eltern, die damals nicht einfach zu unternehmen
war und was sich daraus ergab, das alles erscheint in einem sich
spiegelnden Licht voller Hoffnung und Wendungen.
Die Suche nach dem Vater also ist der eigentliche Titel und das
Vorbild dieses Mannes, der sich für die Belange seines Volkes einbrachte
und der einen großen Wert auf Familie und Zusammenleben legte, ist wohl das
Ziel und ist der Beweggrund dieses Buches. Natürlich ist der Autor dabei
auf dem Weg zu sich selbst.
So entsteht ein derart buntes Gewebe amerikanischer und weltgewandter
Lebensart, das alles nur noch interessant und bewundernswert genannt werden
kann.
Sicherlich ist von einem solchen Mann Vieles und sogar Großes zu
erwarten, wir sollten aber nicht übersehen, dass Präsidenten, auch in
Amerika, ja gerade dort im Verbund mit den Mächten stehen, die das Sagen
haben. Das aber gilt überall auf unserer Erde und so sind unsere
Erwartungen gepaart mit der Hoffnung, dass Vernunft und Liebe sich finden
werden. Das ist z.B. ein schönes Ziel. Ich selbst bin guter Dinge, was das
angeht.
+++++ (ein Amazon Kunde): Sehr persönlich und aufschlussreich
Der Stil des zum ersten Mal vor ca. 14 Jahren erschienenen Buchs ist
für einen Politiker sehr persönlich gehalten, der Inhalt insgesamt sehr
aufschlussreich. "Ein amerikanischer Traum" beschreibt im Wesentlichen drei
Lebensstationen: Barack Obamas Kindheit in Hawaii und Indonesien, dann den
Beginn seiner politischen Arbeit in Chicago und schließlich die Suche nach
seiner Familie und seinen Wurzeln väterlicherseits in Afrika.
Wer sich ein genaueres Bild des neuen amerikanischen Präsidenten
machen möchte, der sollte das Buch unbedingt lesen. Seine ganze
Lebensgeschichte macht deutlich, dass dies tatsächlich mal wieder ein
"amerikanischer Traum" ist, denn im Grunde könnte er als ein Amerikaner mit
Migrationshintergrund bezeichnet werden: Geboren wird er auf Hawaii -
weitab vom amerikanischen Festland - als Sohn einer weißen Studentin aus
Kansas und eines schwarzen Studenten aus Kenia. Schon zwei Jahre nach
seiner Geburt trennen sich die Eltern wieder. Die Mutter heiratet bald
wieder, diesmal einen indonesischen Studenten, dem sie - zusammen mit
Barack - bald in dessen Heimat (noch weiter vom amerikanischen Festland
entfernt) folgt. Erst mit 10 kehrt Barack Obama nach Hawaii zurück, wo er
zunächst von den Eltern seiner Mutter aufgezogen wird. Dies zeigt
zweierlei: Erstens unterscheidet sich Obama mit seiner Lebensgeschichte
ganz erheblich von den meisten Afroamerikanern, und zweitens erwarb er
schon frühzeitig weit über die USA hinausgehende Erfahrungen, zu denen
beide Familienstränge (väterlicherseits und mütterlicherseits) beigetragen
haben.
Diese frühen Erfahrungen, gepaart mit einer genauen Beobachtungsgabe,
mit Intelligenz und Empathie und den Grundlagen, die er bei seiner
politischen Arbeit in Chicago erworben hat, haben ihn wohl zu der Person
gemacht, die nun auf eindrucksvolle Weise die US-Präsidentschaftswahl
gewinnen konnte.
fucking berlin: studentin und teilzeit-hure
Autor/Autoren: Sonia Rossi
Herausgeber: Ullstein TB-Verlag
Broschiert
Stichworte: [TB/Sachbücher/Politik, Gesellschaft, Wirtschaft/Biographien, Autobiographien] [Belletristik] [Biographien, Erinnerungen] [Berlin; Berichte/Erinnerungen] [Prostitution; Berichte/Erinnerungen] [Bordell ( Prostitution )] [Callboy] [Callgirl] [Prostitution - Bordell]
Kundenmeinungen:
+++++ (ein Amazon Kunde): Durch Zufall an das Buch gekommen, aufjedenfall zu empfehlen
Das Buch ist wirklich gut geschrieben, wer gerne Bographien liest
(Wüstenblume...) sollte sich das Buch aufjedenfall kaufen und sich dann ein
Wochenende frei nehmen, da man es nicht mehr weglegen kann.
Hut ab vor dieser Frau!!!!
+++++ (ein Amazon Kunde): Tolles Buch
Bin noch ziemlich jung, daher für mich ein Vorteil, dass das Buch
leicht zu lesen ist.
Ich fand es sehr interessant mal die perspektive einer jungen
"normalen" frau die als prostituierte arbietet zu sehen. meist werden
solche geschichte nur über drogenabhängige und ähnliche formuliert.
Ich denke, das Buch soll den Leuten zeigen, dass Prostitution für
viele Menschen ein normaler Job ist und sie auch respektiert werden wollen.
Ich jedenfalls konnte mich von diesem Buch kaum lösen und werde in
nächster Zeit auch ein Referat darüber halten.
5 Sterne von mir!
++++ (ein Amazon Kunde): Wer schauriges erwartet wird enttäuscht !
Dieses Buch ist in der Form einer Autobiographie geschrieben. Wer
sensationelles erwartet wird enttäuscht. Sonia Rossi schreibt nun mal
darüber wie SIE diese Jahre ihres Lebens erlebt hat. Tiefblickende
Einblicke in Ihre Seele verweigert sie dem Leser aber erwartet man das ?
Die Autorin scheint ziemlich "cool" mit der Tatsache umgegangen zu sein,
sich zu prostituieren, und so kommt das Buch auch rüber. Doch ich als Frau
denke, das man in diesem Gebiet auch cool sein muß, sonst kann man das
überhaupt nicht. Ich kenne auch ein Frau, die in diesem Gewerbe arbeitet
und aber auch eine ganz normale Beziehung hat. Sie sagt, sie kann das ganze
total ausblenden wenn sie mit Ihrem Freund zusammen ist. Ich denke man
sollte über so jemand nicht urteilen von wegen eingebildet und so weiter.
Früher war ich auch schnell mit Urteilen, bin aber auch schon in
Situationen in meinem Leben gekommen, die ich mir vorher nicht hätte
träumen lassen. Seit dem lebe ich nach der Devise "Urteile über niemanden
in dessen Schuhen du noch nicht gelaufen bist". Und wenn Frau Rossi gute
Zensuren hatte, warum darf sie das nicht sagen oder schreiben ??? Macht
doch jeder andere "normale" Mensch auch.
Das einzige was mich bei der ganzen Sache stört ist die
Ausländerthematik.
In dem Buch werden mehrere Charaktere beschrieben, z.b. auch ihr
Freund Ladja, der als sie ein Kind bekommt, Stütze vom deutschen Staat
erhält, aber selbst kaum gearbeitet hat. Das sind halt Sachen da kann ich
an die Decke gehen, wenn ausländische Mitbürger denken, sie können hier her
kommen und auf Saatskosten leben. Ich beispielsweise hätte auch gerne
studiert, bei uns war es aber einfach finanziell nicht drin und so hat man
es halt gelassen. Mich stört halt diese Selbstverständlichkeit mit der
manche Ausländer hier her kommen und denken wird schon gehen, ohne einen
Gedanken daran zu verschwenden wie man hier arbeiten könnte.
+++ (ein Amazon Kunde): Fragwürdige Geschichte
Ist Prostitution etwas Schlimmes?
Das bleibt die Frage, wenn man dieses Buch gelesen hat.
Was von Anfang an positiv auffällt, ist der relativ simple
Schreibstil. Man kann das Buch schnell runterlesen, muss sich nicht lange
damit aufhalten und mäßig spannend ist es auch. Das war\'s dann leider auch.
Um zur Eingangsfrage zu kommen- ein junges Mädchen kommt nach
Deutschland, hat kein Geld und dieser Weg führt sie direkt in die
Prostitution. Emotionen? Fehlanzeige. Natürlich betont die Autorin, wie
schwierig das war und wie sich sich teilweise geekelt hat, aber der Weg zur
Prostitution schien ihr nicht besonders viel Überwindung abzutrotzen. Und
genau da liegt das Problem- auf der einen Seite bedauert das Mädchen, dass
sie anschaffen gehen muss, auf der anderen Seite kommt dieses Bedauern
nicht wirklich rüber. Es klingt eher nach \'Schön war es nicht, aber wenn es
sein muss.\' Wie ein Zahnarztbesuch. Und teilweise wie eine Sicht, nicht
aufhören zu können. Manche Argumente, wieso sie bei der Prostitution
bleibt, sind einfach schwach. Schwache Entschuldigen, die in einem eine Wut
auf die Autorin auslösen.
Als kurze Lektüre ohne großen Tiefgang sicherlich interessant, aber
leider nichts Neues und auch nicht besonders berührend- schade, bei diesem
Thema.
++ (ein Amazon Kunde): Konstruierte, langweilige Erzählung einer unsympathischen Heldin
Ich bin wirklich enttäuscht von dem Buch. Ich hatte ziemlich hohe
Erwartungen und dachte "Yeah, mal was anderes".
Erstens: Es ist alles so klischeehaft, um wahr zu sein. Als hätte sie
sich die Geschchte ausgedacht. Zwei Ausländer treffen sich, er bleibt
einfach bei ihr, sie heiraten, damit er eine Arbeitserlaubnis bekommt und
nicht mehr auf den Strich gehen muss. Außerdem kifft er denganzen Tag. Sie
betrügt ihn... Und alles wirkt irgendwie konstruiert. Die ganzen Gespräche,
die sie wiedergibt. Das Buch soll doch eine wahre Geschichte
wiederspiegeln, oder nicht? Wie kann sie dann die ganzen Unterhaltungen
Wort für Wort wiedergeben? Hat mich ziemlich gestört.
Zweitens: Auch, wenn alles konstruiert wirkt - sie enthüllt nichts
Neues, es gibt nichts Überraschendes. Es ist in jedem Bordell dasselbe und
es wundert mich, dass sie mit den ganzen langweiligen Geschichten ein
ganzes Buch mit fast 300 Seiten gefüllt hat. Ihre Schilderungen sind weder
erotisch, noch ekelhaft. Alles ist neutral, langweilig, geradlinig. Sie tut
jedoch die ganze Zeit so, als ihr Leben etwas ganz Besonderes, was ich so
nicht nachvollziehen kann.
Drittens: Sie erwähnt Dinge im Buch, die für den Verlauf der
Geschichte keine Rolle spielen und auch zu keiner Atmosphäre beitragen. Sie
sind einfach unnötig. Man wartet die ganze Zeit, dass sie nochmal
auftauchen und vielleicht im späteren Verlauf des Buches aufgegriffen
werden und so einen Sinn machen. Aber man wird enttäuscht. Es ist
stilistisch wirklich schlecht und langweilig geschrieben. Sie reiht nur
immer wieder ihre Geschichten, die sich immer wieder wiederholen aneinander
und schildert diese auf monotone Weise.
Viertens: Sie ist gänzlich unsympathisch. Sie prahlt damit rum, dass
sie im Studium fast nur 2en hat, obwohl sie so selten hingeht. Sie tut so,
als würde sie ein außergewöhnliches Leben führen "In meiner Branche bla
blah". Als erfülle sie es mit Stolz. Zugleich beklagt sie sich nur über ihr
schreckliches Leben. Und dann diese ganzen strohdoofen Entscheidungen, die
sie in ihrem Leben getroffen hat. Sie ist doch ein gebildeter Mensch -
warum dann so naiv? Sie hat keine sozialen Kompetenzen, wahrscheinlich kann
sie nur mit Zahlen umgehen. Sie wollte wohl erreichen, dass man ein anderes
Bild von Huren erhält. Bei mir ist ihr das nicht gelungen. Ich habe Huren
nie für dumme Menschen gehalten - sie hat mich vom Gegenteil überzeugt.
Da stellt sich doch die Frage, warum sie dieses Buch geschrieben
hat... haha, um Geld zu verdienen. Und das merkt man auch. Ein einfaches
Buch, das schnell runtergelesen ist, einen jedoch nicht weiter bringt.
erzähl doch mal von früher: loki schmidt im gespräch mit reinhold beckmann
Autor/Autoren: Loki Schmidt
Herausgeber: Hoffmann und Campe
Gebundene Ausgabe
Stichworte: [HC/Sachbücher/Politik, Gesellschaft, Wirtschaft/Biographien, Autobiographien] [Ballett] [Fernsehen] [Film] [Theater] [Sachbuch / Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Recht] [Schmidt, Hannelore (Loki); Biografien/Erinnerungen]
Kundenmeinungen:
+++++ (ein Amazon Kunde): Faszinierende Frau mit bewegtem Leben
Ich habe das Buch gekauft und sofort durchgelesen. Es ist als Interview
aufgeschrieben, deshalb wirkt es sehr lebendig und nah. Reinhold Beckmann
und Loki Schmidt mögen sich, das wird deutlich. Der geübte Interviewer
führt die ehemalige First Lady Deutschlands durch verschiedene
Lebensabschnitte und fragt gezielt nach, so dass sich ein buntes, bewegtes
Bild ergibt. Als Leser hat man das Gefühl, man sei hautnah dabei. Auch die
vielen Fotos gewähren Einblicke in die jeweilige Zeit, die gerade
beschrieben wird.
Auch private Dinge kommen zur Sprache, etwa wie es für Loki war, als
Helmut Schmidt das Mißtrauensvotum ausgesprochen wurde, wie sie andere
Politiker dieser Zeit privat erlebt hat, wie sie die Beziehung zu ihrem
Mann all diese Jahre so liebevoll erhalten hat und viele andere...
Ein ganz persönliches Gespräch mit einer faszinierenden starken
Frau...Danke Herr Beckmann!
Meine Eltern werden das Buch sicherlich auch gerne lesen, da sie Loki
Schmidt schon immer gerne hatten.
++++ (ein Amazon Kunde): Faszinierende Persönlichkeit
Mit "Erzähl doch mal von früher° sind nun Loki Schmidts
Lebenserinnerungen erschienen. Das Buch ist im Stile eines Interviews
geschrieben, was zunächst etwas befremdlich wirkt, mit zunehmender
Lesedauer aber seinen eigenen Reiz entwickelt.
Die Erlebnisse dieser absolut faszinierenden Frau, die auch heute
noch für viele Menschen Vorbildcharakter besitzt, ziehen den Leser schnell
in ihren Bann. Hanseatisch, aufrecht und oft herrlich unangepaßt geht Loki
Schmidt durch das Leben. Besonders die erste Buchhälfte, von der Kindheit
in den zwanziger Jahren bis zur frühen Nachkriegszeit, vermag zu fesseln.
Danach kommt es leider immer wieder zu Abschnitten, denen man
mangelden Tiefgang bescheinigen muß. Dieses zeigt sich besonders deutlich
in den Berichten über Willy Brandt, Herbert Wehner und Franz Josef Strauß.
Hier hapert es auch an den Fragestellungen des Gesprächspartners
Reinhold Beckmann. Mäßig einfühlsam werden die Fragen abgespult. Besonders
an kniffligen Stellen, wird Beckmann zu plump und Loki Schmidt blockt ab.
Schade, hier wäre mehr möglich gewesen.
Ein weiterer Minuspunkt, der erwähnt werden muß, ist das m.E.
schlechte Preis-Leistungs-Verhältnis. Besonders, wenn man die dürftige
Papierqualität betrachtet und den Geruch nach billigem Leim, der einen beim
Öffnen des Buches entgegenschlägt.
Fazit: Trotz der nicht unwesentlichen Minuspunkte bereitet das Buch
kurzweilige Lesefreude. Eine Taschenbuchausgabe hätte es aber auch getan.
bushido biografie
Autor/Autoren: Bushido, Lars Amend
Herausgeber: riva
Gebundene Ausgabe
Stichworte: [Biographien] [HC/Sachbücher/Musik, Film, Theater/Biographien, Autobiographien] [Monographien] [Musik] [Bushido (Musiker)] [Musiker Rock/Pop/Jazz (Biografien/Erinnerungen); Bushido] [Sachbuch / Musik, Film, Theater]
Edles Profil, abgelichtet in stilvollen Schwarz-und Grautönen.
Ausgezehrtes, stoppelbärtiges Boxergesicht. Der Blick nach innen gerichtet,
in sich ruhend. Und doch brandgefährlich. Jederzeitige Ausbruchsgefahr
möglich. Darunter der Namenszug in fettestem Gold. Die prollige Seite.
Suggeriert wird: Ich habs gepackt, ihr Opfer! Ein
Lieblingsausdruck für all jene, die es in ihrem Leben nicht an die Spitze
geschafft haben. Und so lernen wir recht bald: Auch wenn in Afrika
Menschen verhungern, baumeln Brillanten für 230.000 Euro an meinem
Handgelenk. Der Klappentext bellt dazu unmissverständlich: Wer
die Wahrheit nicht verträgt, soll mir nicht meine Zeit stehlen.
Ziehen wir uns also warm an, wenn Bushido, Deutschlands Rapper No. 1, mit
seiner Version der Wahrheit über uns kommt! Am allerwenigsten, so der
zunehmende Leseeindruck, wird man in diesem Lebensbericht eines Musikers
mit Musik behelligt. Fast scheint es, als würde der Deutsch-Tunesier Anis
Ferchichi zusehends zu einer Art One-Man-Freakshow der krassen Tabubrüche
verkommen. Und der Boulevard bedient sich scheinheilig und hemmungslos.
Talkmaster vergießen seinetwegen literweise Angstschweiß, nicht ohne nach
der Quote zu schielen. Sprengt er nun ihre Sendung mit seinen ständigen
F
Wörtern, den abseitigen Gewaltfantasien, krassen Schwulen- und
Frauenbildern, die eine Alice Schwarzer in den Suizid treiben könnten? Seit
Wochen schon verkündigt BILD das Erscheinen des Buches und seiner heißen
Themen wie die Niederkunft eines dunklen Messias. Was ist mit dem
verhassten Vater? Wie lief das mit der Mafia? Und dem Puff? Keine Sorge,
Bushido liebt die klare Ansage. Hier kriegt jeder sein Fett
weg. Lauschen wir also dem, der als Erster diesen asozialen
Gangster-Lifestyle an eine breite Öffentlichkeit herangetragen hat.
Bereits die ersten Lebensstationen schienen dafür zu prädestinieren. Zwei
prügelnde Väter, die je ein Kind hinterließen und sich dann verdrückten
(das Wiedersehen mit dem krebskranken tunesischen Vater war in letzter Zeit
ja regelrecht Gegenstand nationalen Interesses). Die über alles geliebte
Mama, die große Lebensmeisterin. Bushidos jüngerer Halbbruder, für den er
Vaterersatz war. Frühe Karrierestationen als Ladendieb und Drugdealer.
Gangsterauftrieb am heimischen Herd. Jugendgericht. Was moderne Soziologen
als Prekariat identifizieren würden, gilt in Bushidos Wertewelt
als prägende, starkmachende Erfahrung fürs Leben. Auffällig, wie große
Gefühle regelrecht weggebissen werden. Tritt die junge Selina in Bushidos
Leben, wird diese erste große Liebe als eher verstörende Empfindung
wahrgenommen. Nachdem Selina ihn verlassen hat (eine erste schlimme
Erfahrung), beginnt der große Rachefeldzug am weiblichen Geschlecht. Ein
merkwürdiges Buch, ein merkwürdiger Mensch. So anziehend wie abstoßend. Mal
spielt Bushido den urbanen Robin Hood, dann wieder tritt er als
talibanhafter Erzreaktionär auf, unfähig zu Toleranz und differenzierteren
Sichtweisen. Oder sehen wir uns einem Schlitzohr ausgesetzt, das die
Medienklaviatur einfach perfekt beherrscht? Einem düster rappenden Joker,
der uns Opfern genüsslich und gnadenlos seine 6.000 EURO teure
Breitling-Uhr unter die Nase reibt. -Ravi Unger Aus der Amazon.de-Redaktion
Kundenmeinungen:
+++++ (ein Amazon Kunde): Erst lesen, dann urteilen
An einigen der Rezensionen kann man gut erkennen, dass die meisten über
Bushido urteilen, ohne sich auch nur einmal mit ihm auseinander gesetzt zu
haben.
Ich bin auch nicht begeistert, wenn mein Kind durch die Gegend läuft
und Wörter wie ****** oder ******** benutzt, aber ich habe lieber ein
fluchendes Kind á la Bushido, dass seine Eltern und sein Leben zu schätzen
weiß, als eines dieser gestriegelten Streberkinder, die keine Ahnung vom
Leben haben.
Wer sagt, die Texte seien Drogen.- und Gewaltverherrlichend, sollte
nochmal genauer hinhören bzw. das Buch auch lesen bevor man eine Rezension
zum Besten gibt.
Ich habe gelacht und war schockiert zugleich von diesem Buch und wenn
man über die vielen Schimpfwörter und (meines Erachtens nach)
frauenfeindlichen Kapitel hinwegsieht, ist es ein durchaus gelungenes Buch.
+++++ (ein Amazon Kunde): super geschrieben von Lars Amend
Ich habe die 432 Seiten in einem Rutsch durchgelesen und war gefesselt
von den hoch spannenden Geschichten des Rappers. Lars Amend gibt Bushido in
dem Buch eine Stimme, die einen vom ersten Wort in den Bann zieht. Beim
Lesen läuft parallel ein Abenteuerfilm im Kopf ab und das hat man selten
beim Lesen einer Biografie. Ein prima Weihnachtsgeschenk auch für
Nicht-Bushido-Fans. Top! 5 Sterne!
+++++ (ein Amazon Kunde): MEISTERWERK !
ich finde dieses buch spannend, traurig, realistisch und vor allem:
wahr! der wahre bushido, so wie wir ihn bisher nicht kannten. der
junge, der mann genug ist, sein leben mit all seinen fehlern und problemen
zu erzählen. sehr mutig! der junge, der wie ein löwe kämpfen musste, um der
zu sein, der er jetzt ist. der junge, der seine mutter über alles liebt,
alles für sie tun würde. denn ersguterjunge!!! gigantisch!
mir fällt zum buch nur ein begriff ein:
MEISTERWERK!
+++++ (ein Amazon Kunde): sehr unterhaltsam und amüsierend
Ab und an ein Lied von Bushido hören, mehr interssierte ich mich
eigentlich nicht für ihn. Aber dann hörte ich Heavy-Metal-Payback hoch und
runter und war neugierig auf die Aggro-Berlin-Story. Buch bestellt-Buch
"gefressen". Selbst für Nicht-Fans interessant.
Man merkt schnell, dass Bushido eigentlich ein "ganz normaler" mensch
ist, der sich durchaus bewusst ist,welch großes Glück er hat, das zu tun,
was er tut. Sympathisch macht, dass es durchaus Stellen gibt, an denen
deutlich wird, dass er nicht der große "Obermacker" ist, an anderen Stellen
widerrum denkt man sich "jaaaa, na klar" ;-b ... und an manch anderer
Stelle, möchte man gern beschämt zur Seite gucken ;-) ... alles in allem
sehr gelungen, unterhaltsam und amüsant.
liebesbriefe großer männer: ewig dein, ewig mein, ewig uns
Autor/Autoren: Katharina Maier, Sabine Anders
Herausgeber: Marixverlag
Gebundene Ausgabe
Stichworte: [Belletristik] [Biographien, Erinnerungen] [HC/Belletristik/Briefe, Tagebücher] [Liebesbriefe] [Liebesbrief]
Kundenmeinungen:
+++++ (ein Amazon Kunde): Romantik pur
Die Auswahl und Vielfalt der Briefe ist immens. Dank des
Inhaltsverzeichnisses kann man ganz gezielt blättern, wenn man einen
bestimmten Brief lesen möchte. Die Briefe sind allesamt bewegend - mal
sprechen sie von großer, unendlicher Liebe, dann wieder wird das Ende einer
Beziehung betrauert, es wird von Eifersucht geschrieben, von äußeren
Umständen, vom Alltag, von Ängsten und Zukunftswünschen. Nicht nur die
Briefe der Männer sind vertreten, in Einzelfällen finden sich auch die
Antworten der Frauen. Durch diesen Dialog werden die Kapitel noch
interessanter.
Manchmal hat man als Leser fast ein schlechtes Gewissen, weil man
hier an so etwas Intimem teilhat und dadurch bemerkt, dass Napoleon mehr
war als Politiker, dass all diese bedeutenden Männer Gefühle wahrnahmen und
sich nicht scheuten, ihren Geliebten, ob männlich oder weiblich, diese zu
gestehen.
Manch eine Frau wird sich nach der Lektüre wohl bedauernd fragen, wo
man heutzutage noch Männer findet, die solche Briefe schreiben können.
Vielleicht gibt es nicht mehr viele Männer vom Format eines Heinrich Heine,
eines Goethes oder Wildes, aber man sollte die Hoffnung nie aufgeben, dass
vielleicht ein Mann den Wink wahrnimmt und beginnt, ebenso offen und
leidenschaftlich zu schreiben. Dann haben in ein paar Jahrhunderten die
Menschen das gleiche Vergnügen wie wir jetzt: alte Liebesbriefe zu lesen
und zu träumen.
Wen immer die Romantik nicht überzeugt, der sollte sich den Preis
einmal genauer ansehen: Fünf Euro für solch ein schönes Buch, das ist auf
jeden Fall eine gelungene Investition!
+++++ (ein Amazon Kunde): Großes Thema
Sind Liebesbriefe von großen Männern unerhört? Ist ihre Liebe
einzigartig, wie ihre Werke? Werden sie durch die Liebe in ihrer Wortgewalt
eingeschränkt, wie andere Männer dies gewöhnlich erleben?
Oder geht es in Wahrheit um den Unterschied zu Liebesbriefen großer
Frauen? Frauen ganz allgemein sagt man eine größere Lust nach, mehr zu
schreiben, grundsätzlich und in Briefen im Besonderen. Liegt die Würze in
der Kürze?
Als Leser wird man zu Beginn einige dieser Fragen im Kopf haben und
nicht nur zwischen den Zeilen findet man interessante Antworten darauf.
Die Liebe als Thema ist in Büchern und Filmen klassisch, wenn nicht
allgegenwärtig, von der Bibel bis zu "Sex and the City", da bedarf es schon
einiger inhaltlicher und kategorischer Konkretisierungen, wenn man im Titel
so ausdrücklich darauf zu sprechen kommt.
Die Herausgeber liefern diese, indem sie anderweitig auf das bewährte
Mittel der Vielfalt zurückgreifen: die "großen Männer" stammen aus der Zeit
zwischen dem ersten und dem zwanzigsten Jahrhundert und ihre Empfänger
gehören -entsprechend- den verschiedensten Epochen, Nationen,
Gesellschaftsschichten, Bildungsschichten und auch beiden Geschlechtern an.
Dem großen Thema werden somit umfangreiche Abwandlungen entgegengesetzt.
Das chronologisch angelegte Inhaltsverzeichnis ermöglicht ein unbeschwertes
Vorgehen bei der Auswahl der einzelnen Briefe. Für ein paar angeregte
Leseabende reicht das jederzeit. Meine Empfehlung!
+++++ (ein Amazon Kunde): "Ich schreibe Dir diesen Brief, um Dich meiner unsterblichen, meiner ewigen Liebe zu versichern....."( Oscar Wilde)
Dr. Sabine Anders und Katharina Maier sind die Herausgeberinnen der "
Liebesbriefe großer Männer ".
Unter großen Männern verstehen die beiden Damen berühmte
Persönlichkeiten aus der Politik, der Literatur, der Kunst und der Musik,
wie man dem Inhaltsverzeichnis entnehmen kann.
Die hier aufgeführten Briefschreiber sind alle schon lange
verstorben. Auffallend ist, dass die Mehrzahl der Personen im 18. und 19.
Jahrhundert lebte. Vermutlich erreichte das Schreiben von Liebesbriefen zu
diesem Zeitpunkt seinen Höhepunkt.
Was sind Liebesbriefe?
Auf der Rückseite des Buchumschlags erfährt man, dass es stete
Versuche sind " die drei Worte - Ich liebe dich - so auszudrücken, dass
der andere die Verzückung dieses großen Gefühls spüren und glauben kann."
Ich bin stets etwas zögerlich Briefe zu lesen, die nicht an mich
adressiert sind. Das gilt umso mehr für Liebesbriefe. Diese sind ganz
besondere Geschenke, mit denen man sehr sorgfältig umgehen sollte.
Da keiner der Schreiber mehr lebt und die Nachfahren offenbar wenig
Probleme damit haben den intimen Nachlass dieser Personen einer breiten
Öffentlichkeit zugänglich zu machen, habe ich mich schließlich zur Lektüre
des Buches entschlossen, weil mich interessierte, worin sich die verbalen
Gefühlsäußerungen der einzelnen Schreiber unterscheiden, weil ich
neugierig war Temperamentsunterschiede zu erspüren und weil ich erfühlen
wollte, ob man sprachlich nachvollziehen kann, ob es wirkliche Liebe oder
nur Liebelei war, die den jeweiligen Verliebten zu seinem Tun antrieb. Es
ging mir dabei weniger darum, wer die Briefe geschrieben hat, sondern wie
die Texte angelegt sind.
Ist es möglich die Zwischentöne herauszuhören? Ist es möglich die
Gefühlsintensität in ihrer Gesamtheit zu erspüren? Kann man den Unterschied
zwischen Galanterie und ernst gemeinter Liebesempfindung aus Worten
heraushören?
Ja, es ist möglich. Vielleicht, weil man emotional relativ
unbeteiligt ist und der analytische Blick nicht getrübt wird.
Ich muss zugeben, dass ich von den Briefen Napoleons an Josephine am
meisten angetan bin.
Wie kein anderer Schreiber - noch nicht einmal Goethe, Lord Byron,
Liszt und Rilke - dokumentiert Bonaparte in seinen Briefen die
intensive Liebe zu seinem Herzens - Du, indem er sich völlig zurücknimmt
und Josephine glaubhaft zur Königin seines Gefühlslebens und seiner Träume
macht:
" Fortwährend denke ich im Geiste an Deine Küsse, Deine Tränen, Deine
reizende Eifersucht, und der Zauber der unvergleichlichen Josephine
entfacht immer von neuem die wild glühende Flamme meines Herzens und meiner
Sinne. Wann werde ich endlich, frei von Sorgen und Geschäften, all meine
Zeit bei Dir verbringen können, nicht anderes zu tun zu haben, als Dich zu
lieben, an nichts anderes zu denken brauchen als an das Glück, es Dir zu
sagen und zu beweisen? "
Dieses Sich - Zurücknehmen ist ein Indiz für große Liebe.
Wenn der Briefschreiber in erster Linie von seinem Befindlichkeiten
schreibt, werde ich skeptisch. Richard Wagner ist so ein Fall.
Man liest auch Liebesbriefe der Adressatinnen. Mitunter erscheinen
die Gefühlsäußerungen ein wenig Besitz ergreifend, wie etwa bei Karoline
von Günderrode an Friedrich Kreuzer: ".... Lass keine Zeit, kein Verhältnis
zwischen uns treten. Den Verlust Deiner Liebe könnte ich nicht ertragen,
versprich mir, mich nimmer zu verlassen." Bei solchen Äußerungen ist immer
Vorsicht angesagt.
Eine kurze Beschreibung der jeweiligen Liebesbeziehungen der
einzelnen Briefverfasser wird gegeben.
So erfährt man beispielsweise :
" Als Goethe nach Weimar kam, lernte er die sieben Jahre ältere und
unglücklich verheiratete Charlotte von Stein kennen. Ihr Verhältnis dauerte
fast 10 Jahre und zerbrach erst als Goethe seine fluchtartige Italienreise
antrat. Nach seiner Rückkehr über ein Jahr später dauerte es lange, bis die
beiden wieder zu einem freundschaftlichen Umgang miteinander fanden." .
Es ist unmöglich innerhalb der Rezension alle Schreiber im Buch zu
nennen. Puschkin, Heine, Keats, Hugo und Schnitzler gehören zu ihnen,
aber auch Oskar Wilde.
Dieser schreibt an seinen Geliebten Bosie (Lord Alfred Douglas):
"......Wenn wir uns im Missklang befinden, dann verliert für mich die Welt
alle Farbe; doch wir sind ja niemals wirklich im Missklang. Ich denke an
Dich Tag und Nacht.... Ich bin immer voller Hingabe, der Deine..."
Ein wunderbares Buch mit wundervollem Inhalt.
Ich erlaube mir meine Rezension mit einigen Zeilen aus einem
Liebesbrief Franz Liszts an Carolyne Sayn-Wittgenstein zu beenden:
" Vergessen wir nicht, dass unser Weg und unser Ziel die Liebe ist-
die Liebe, die alle Lasten leicht tragen lässt, denn sie entströmt
unaufhörlich den Quellen des ewigen Lichts. "
Sehr empfehlenswert!
++++ (ein Amazon Kunde): Ein schönes Buch zum Schmökern
Schon immer versuchten Männer ihre Gefühle gegenüber den Angebeteten
in Worte zu fassen, nicht immer war bzw. ist dies einfach. Liebe Männer,
wenn euch einmal die rechten Worte für euere Liebste fehlen sollten, dann
könnt ihr getrost dieses Buch zur Hand nehmen und euch inspirieren lassen.
In diesem Buch, das einen gut ausgesuchten Querschnitt durch die
Literaturgeschichte enthält, werden neben schönen Momenten der Liebe auch
die traurigen Augenblicke nicht vergessen, da zu Liebe auch oft der Schmerz
gehört. Zu den Briefen gibt es zudem wichtige Hintergrundinformationen,
sodass der Leser auch einen Zusammenhang herstellen kann.
Was mir nicht so gut gefällt ist, dass die Autorinnen keine
Einleitung bzw. kein Vorwort abgedruckt haben. Alles in allem aber ein
wirklich schönes Buch, das zum Schmökern einlädt.
+++++ (ein Amazon Kunde): Qualität hängt nicht vom Cover ab
Nach dem "Besten Lebensmotto" und der "Besten Lebensweisheit" und als
die "Liebesbriefe großer Männer". Der Herausgeberin ist es einmal mehr
gelungen aus dem übergroßen Angebot möglicher Texte genau die Beispiele
auszuwählen, welche zusammen ein etimmiges Kaleidoskop aller denkbaren
Emotionen ergeben.
Soweit die Literaturwissenschaftlerin. Jetzt der Fan von "Sex and the
City". Ein wunderbares Buch, das es nicht nötig hat, mit Carrie und Big
plakativ auf Werbetour zu gehen.
liebesbriefe großer männer band 1
Autor/Autoren: Petra Müller, Rainer Wieland
Herausgeber: Piper Verlag GmbH
Gebundene Ausgabe
Stichworte: [TB/Belletristik/Briefe, Tagebücher] [Belletristik] [Biographien, Erinnerungen] [Liebesbriefe] [Brief (Anthologie)] [Liebesbrief]
Kundenmeinungen:
+++++ (ein Amazon Kunde): Bestes Buch 2008
Nachdem ich \'Sex and the City\' gesehen habe und selbst viel schreibe,
wollte ich dieses Buch unbedingt. Und es hat sich gelohnt. Ich hab 2008
viele Bücher gelesen, aber die Liebesbriefe sind für mich das Beste, was
mir 2008 untergekommen ist.
Bewegend, berührend, mal lustig, oft traurig, oft zärtlich, das sind
die Briefe allesamt. Eines bleibt, wie man lesen kann, über alle
Jahrhunderte bestehen- die Liebe. Und diese bringen diese Männer in diesem
Buch ihren Männer entgegen. Das Buch geht damit direkt ins Herz, ich konnte
es keine Sekunde weglegen. Absolut bewegend und berührend für die, die noch
an die Liebe glauben.
+++++ (ein Amazon Kunde): ...hat sich gelohnt...
Es hat sich gelohnt auf diese Buch zu warten. Ich bin ein großer SEX
AND THE CITY FAN und als Carry ihrem Mr. Big aus diesem Buch vorlas, wusste
ich, ich muss es haben. Um so größer war dann die Enttäuschung, dass diese
Literatur noch nicht existierte!
Immer wieder wurde der Titel Liebesbriefe großer Männer" von mir auf
Amazon gesucht oder gegeoogelt, nach einem halben Jahr endlich mit Erfolg.
Zum Buch selber muss ich sagen...atemberaubend schön. Der Brief von
Alain Delon an seine Romy Schneider ist so wunderschön, dass ich beim lesen
mit den Tränen kämpfen musste, da mir dies so ans Herz ging. Wunderbare
Liebesbriefe von wunderbar denkenden Menschen.
+++++ (ein Amazon Kunde): Fünfzig bewegende Liebesgeschichten - Mr. Big und Carrie inklusive!
Dieses Buch ist viel mehr als eine Sammlung von Liebesbriefen. Die
Herausgeber erzählen die Geschichten großer Liebespaare - und dazu stellen
sie jeweils einen besonders schönen Liebesbrief vor, geschrieben vom
männlichen Part. Die Mr. Bigs in diesem Buch kommen aus acht Jahrhunderten,
und besonders schön ist, daß auch viele zahlreiche große Männer des 20.
Jahrhunderts vertreten sind. Meine Highlights: John Lennon an seine erste
Frau Cynthia (ich wußte gar nicht, daß es von ihm Liebesbriefe gibt!),
Alain Delon an Romy Schneider (zum Weinen schön und traurig) und Erich
Maria Remarque an Marlene Dietrich (Zitat: "Bist Du auch unterwärts warm
angezogen? Paßt einer auf Dich auf?"). Dazu gibt es Abbildungen der
Liebespaare und ein schönes Vorwort. Und für alle Sex-and-the-City-Fans ein
besonderer Leckerbissen: Der Liebesbrief von Mir. Big an Carrie aus dem
Kinofilm mitsamt einer kleinen Anleitung für Männer, wie man am besten und
wirkungsvollsten Liebesbriefe schreibt. Also auch für alle Männer unbedingt
empfehlenswert!
+++++ (ein Amazon Kunde): Unbedingt lesenswert
Dieses Buch war eine echte Überraschung! Natürlich findet man die
Briefe aus Sex and the City hier wieder (zumindest an Beethoven und
Napoleon kann ich mich erinnern), aber auch hinreißende Briefe an Edith
Piaf, Romy Schneider und Marlene Dietrich. Bist Du auch unterwärts warm
angezogen?" - das ist wohl so ziemlich die letzte Frage, die einem in
puncto Marlene Dietrich in den Sinn gekommen wäre ... Aber Erich Maria
Remarque stellt sie. Statt nur Brief an Brief aneinanderzureihen, erzählt
das Buch die Liebesgeschichten zu den Briefen. Ein kleines Almanach von
Liebesgeschichten großer Männer also, unter denen natürlich auch Mr. Big zu
Wort kommt. Last but not least es sind Fotos drin - leider viel zu wenige.
Fazit: Unbedingt lesenswert
Liebesbriefe großer Männer Band 1
+++++ (ein Amazon Kunde): Auch quergelesen das schönste Buch für jederfraus Handtasche!!!!
Weder gehöre ich zur Zielgruppe der Frauen, die sich nach großen
Gefühlen sehnen noch zu den Männern, die wissen wollen, wie man die Herzen
der Frauen erobert. Aber ich liebe dieses Büchlein: passt perfekt in meine
Handtasche, bonbonfarben und mit Lesezeichen-Band. Schon aus diesem Grunde
ist es eine Empfehlung wert!
Liebesbriefe aus sechs Jahrhunderten, verfaßt von Persönlichkeiten,
die Politik und Geschichte geschrieben haben, aber auch Musiker,
Schauspieler, Sportler (!) und natürlich große Dichter waren. Allein diese
Bandbreite der Auswahl läßt mich auf den Band 2 neugierig werden!
Die Liebesbriefe und deren Auszüge sind im Einzelnen nicht zu lang,
die von den Herausgebern hinzugefügten und sorgfältig recherchierten
Anmerkungen nicht minder spannend als die eigentlichen Briefe. Bei der
Lektüre habe ich mich immer wieder auch beim Querlesen ertappt, denn fast
jede Seite ist interessant und verführt, ganz aus dem Kontext heraus zu
verweilen. Mal abgesehen davon, dass das Autoren- und Adressatenregister
sowieso jeden dazu einlädt, ganz schnell mal seinen Favoriten aufzuschlagen
oder Lebensdaten in Erfahrung zu bringen.
Bewegende Zeugnisse großer Männer, überraschende Einblicke in deren
Seelenleben, die absolut kurzweilig für jederfrau und auch für solche sind,
die Sex and the City noch nie gesehen haben. (wie die Verfasserin der
Kritik, die aber selbst und dauerhaft schwer verliebt ist, obwohl der
Adressat dies wohl auf diesem Wege nicht erfahren wird ...)
marco w. - meine 247 tage im türkischen knast
Autor/Autoren: Marco Weiss
Herausgeber: Hamburger Kinderbuch
Gebundene Ausgabe
Stichworte: [Erinnerung] [Lebenserinnerung] [Memoiren] [HC/Sachbücher/Politik, Gesellschaft, Wirtschaft/Biographien, Autobiographien] [Belletristik] [Biographien, Erinnerungen] [Sachbuch / Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Recht] [Gefängnis; Berichte/Erinnerungen] [Gefängnis; Kindersachbuch/Jugendsachbuch] [Türkei; Berichte/Erinnerungen] [Türkei; Kindersachbuch/Jugendsachbuch]
Kundenmeinungen:
++++ (ein Amazon Kunde): Bewegend, interessant, aber ohne Überraschungen
Jeder kennt seine Geschichte: Der 17jährige Schüler Marco W. wird im
Türkeiurlaub nach einer harmlosen Schmuserei festgenommen und verbringt
dank der schlampigen türkischen Justiz unglaubliche 247 Tage in Haft.
In seiner Biographie schildert er nun alles im Detail, angefangen vom
Urlaubsbeginn über die verhängnisvolle Nachtbis hin zu seiner vorläufigen
Freilassung im Dezember 2007. Offen und absolut ehrlich gewährt er
Einblicke in seine Gedanken und Gefühle, die Haftumstände und die
Prozesstage und wie er immer wieder Mut schöpfte.
Das Buch ist angenehm ehrlich und kurzweilig erzählt. Ich muss aber
gestehen, dass ich trotz der interessanten Lektüre etwas ernüchtert zurück
blieb. Große Überraschungen bleiben aus, eigentlich war alles schon durch
die Medien längst bekannt geworden. Trotzdem eine interessante Lektüre für
alle, die sich noch einmal näher mit dem Fall auseinander setzen wollen.
+++++ (ein Amazon Kunde): Ein lesenswertes und bewegendes Schicksal
Im Jahr 2007 sorgte der Fall des über mehrere Monate hinweg
inhaftierten Jugendlichen Marco W. weltweit für Aufsehen.
In seinem Tagebuch ähnlichen Bericht schildert Marco Weiss seinen
Urlaub im türkischen Antalya, seine Bekanntschaft zu deutschen und
englischen Jugendlichen, die Geschehnisse im Zimmer der jungen Britin,
seine Anklage, seine Inhaftierung im türkischen Gefängnis, seine über acht
Monate immer wieder aufgeschobenen Gerichtsverhandlungen und schließlich
seine Freilassung und sein normalisiertes Leben daheim in Deutschland..
Jemand, der Geschehnisse seinerzeit in den Medien verfolgt hat, der
wird vieles noch in Erinnerung haben. In diesem Buch gibt Marco Weiss noch
einmal alle Details aus seiner Sicht wieder. Schade hierbei ist, dass dabei
die Chronologie manchmal verlassen wird, einigem vorweg gegriffen wird und
sich einiges wiederholt. Die Geschehnisse und seine Empfindungen schildert
der Autor überaus lebendig in einer bisweilen naiv anmutenden Schreibweise,
die seinem jungen Alter jedoch entspricht und so dem Buch eine gewisse
Authentizität verleiht. Auch wenn Marco Weiss immer wieder Unverständnis
gegenüber der Anklage und dem Gericht zum Ausdruck bringt, oder er die
Missstände im Gefängnis schildert, er greift weder die Personen noch die
türkischen Institutionen an sich an. Er gibt zwar das Erlebte aus seiner
Sicht wieder, doch ist er auch immer um eine gewisse Neutralität bemüht.
Das verleiht dem Buch die Glaubwürdigkeit, die die Sache verdient. Vielmehr
beschreibt Marco Weiss mehr als einmal, dass er in all den für ihn harten
Monaten auch sehr viele nette und freundliche Türken unter den Gefangenen
und der Exekutive kennen gelernt hat und er dem Land und den Menschen
nichts nach trägt. Auch gegenüber dem mutmaßlichen Opfer und deren
Angehörigen hegt er keinen Groll, nur sein Unverständnis bringt er immer
wieder zum Ausdruck. Das nötigt einem Respekt ab!
Wenn sich Marco Weiss das gesamte Buch hindurch immer wieder bei all
seinen Unterstützern bedankt und am Schluss sogar um Hilfe für seinen an
Leukämie erkrankten Vater bittet, so fehlt mir in diesem Zusammenhang
leider ein Appell an die Leser, damit diese nicht wie er in ähnliche
Situationen kommen. Nämlich ein paar Worte darüber, dass wir Mitteleuropäer
in vielen Tourismus-Ländern nicht immer auf die gewohnte liberale
Einstellung von Polizei und Justiz hoffen dürfen, es auch andere Gesetze
gibt und dass man sich in mancher Hinsicht nicht so sorglos verhalten darf
wie daheim. Wenn man das allerdings zwischen den Zeilen herauslesen kann,
ein durch aus bewegendes und lehrreiches Buch.
Ein lesenswertes und bewegendes Schicksal eines Jungen, der in die
Mühlen von Justiz und Politik geraten ist.
+++++ (ein Amazon Kunde): M wie Maro, M wie Mutig
Ja, für mich ein sehr mutiges Buch, ein sog. nonstop "Durchlesebuch",
das ich einfach nicht zur Seite legen konnte. Was muss in einem jungen
Menschen vorgegangen sein, der nach zahllosen Verhandlungen im Ausland,
mit erstklassigen Entlastungszeugen auf seiner Seite, für ihn
unverständliche Vertagungen erlebte, von seinen Eltern getrennt wurde und
immer wieder in seine Zelle zurück musste?
Warum mutig? Tatsache ist, das Buch platzt in ein laufendes
Verfahren, auf dessen Einflussnahme die Betreiber mit unter recht
ungehalten reagieren, weil sie das Recht der Unabhängigkeit beanspruchen.
Tatsache ist aber auch, dass ein Buch nicht einfach erscheint,
sondern der Autor sich entschließt es zu schreiben, oder eben nicht. Die
daraus resultierenden Konsequenzen, das muss einfach unterstellt werden,
nimmt hier der Autor bewusst in Kauf.
Ich sehe deswegen allein im Erscheinen dieses Buches einen klaren
Hin(Be)weis auf Marco\'s Unschuld. Dieses Buch zu schreiben, hieß sich
ständig mit Situationen zu konfrontieren, die im Speziellen für einen
Jugendlichen die Hölle gewesen sein müssen. Für einen Unschuldigen dient
das der Aufarbeitung, ist aber gewiss nicht angenehm und erfordert
unwahrscheinlich viel Kraft und Mut. Dies alles hinzunehmen ist wohl nur
möglich, wenn Aspekte der Persönlichkeitsehre nicht außer Acht gelassen
werden.
Ein Schuldiger, mittlerweile in Freiheit, mit dem Bewusstsein, in der
Türkei nicht mehr zur Rechenschaft gezogen zu werden zu können, wäre wohl
kein Risiko eingegangen, hätte sich versteckt und geschwiegen, allein
schon deswegen , um nicht neuen Nährboden zu liefern. Für welche Adresse
passt wohl dieses Raster?
Statt dessen versucht Marco in einem flüssigen Stil, nachvollziehbar,
einfühlsam, schlüssig, und damit glaubhaft, die Aufarbeitung des ihm m. E.
widerfahrenen Unrechts, angefangen bei der von ihm nicht nachvollziehbaren
Anschuldigung des angeblichen Opfers, der gefühlten desaströsen Inkompetenz
der Strafverfolgungsbehörde, der rechtswidrigen Beweiserhebung, über die
skandalöse Unterbringung als U-Häftling unter zum Teil drogensüchtigen
Erwachsenen, bis hin zu der gefühlten Prozessverschleppung, aus seiner
ureigenen Sicht zu schildern und nimmt sich dabei selbst nicht aus. Ich
denke an den Passus, es war vorbei, ehe es richtig begann. Die Wahrheit zu
schreiben erfordert oft mehr Mut, als zu schweigen, dient letztlich aber
als Beweis für Authentizität.
Eine mögliche oder beabsichtigte Einflussnahme auf den noch immer
nicht abgeschlossenen Prozess kann ich auf Grund der geschilderten
Umstände nicht erkennen. Die gesamten Erzählungen stellen subjektive
Eindrücke dar und können m.E. nicht als Kritik am Gericht gewertet werden.
Der Umkehrschluss würde ja bedeuten, dass Wahrheiten unterdrückt werden
müssen.
Ich denke, es steht keinem Außenstehenden zu, negative Kritik am
Erscheinungszeitpunkt dieses Buches zu üben. Vielmehr entscheidet das der
unmittelbar Betroffene, nämlich dann, wenn Mauern zu bröckeln beginnen, die
- um dieses unsägliche Leid mental zu überleben, errichtet wurden. Dann
nämlich ist es gut vorstellbar, dass jemand seine nun nicht mehr
hinnehmbare Rolle als Opfers realisiert. In unserer Geschichte, wie ich
meine, als Missbrauchsopfer eines staatlichen Gewaltmonopols. Dies zu
verdrängen, wäre der wohl falsche Weg.
Also ich finde, Marco hat jedes Recht der Welt dieses für mich
gelungene Buch auch während eines nicht abgeschlossen Verfahrens zu
veröffentlichen, zumal dessen Ende ja wirklich nicht abzusehen ist.
Gelungen, hauptsächlich deswegen, weil Marco seine empörende Geschichte
ohne Schuldzuweisungen erzählt und er somit das gefühlte Unrecht nicht mehr
in sich isoliert.
Wenn jetzt, wie auch schon zu lesen war, einige Leute Marco oder
seiner Familie, auf Grund dieses Buches Profitsucht vorwerfen, muss ich
mich fragen, ob erbrachte Leistungen nicht mehr vergütet werden dürfen?
Fazit: Ein mehr als empfehlenswertes Buch, über einen mittlerweile
auch unter tragischen Umständen erwachsen gewordenen Jugendlichen, dem
sicherlich ein Teil seiner schönsten Zeit, von wem auch immer gestohlen
wurde, der sich aber nicht verkriecht und hadert, sondern trotz seines
schlimmen Schicksaals mutig die Initiative ergreift.
Meine Hochachtung vor solchen Menschen.
Volle Sternzahl.
+++++ (ein Amazon Kunde): für jeden dem das Schicksal von Marco nahe ging ein muss.
Hier schreibt Marco viel Neues über die Zeit im türkischen Gefängnis.
Man gewinnt einen Eindruck was der Junge alles ertragen musste und
wie
er unter starker Angst seinen Alltag gemeistert hat. Besonders
erschreckend ist unter welchen unmenschlichen Bedingungen ein Jugendlicher
in der Welt von Schwerverbrechern leben musste.
+++++ (ein Amazon Kunde): Ergreifendes ehrliches Buch!!Für mich ein must-have Buch!
Das Buch von Marco W. - Meine 247 Tage im türkischen Knast, ist sehr
offen und ehrlich geschrieben. Ich finde es gut, das dieses Buch so
geschrieben ist wie wenn er es wirklich erzählt und nicht wie manch andere
Bücher wo man schnell merkt, dass die Person das nicht selber geschrieben
hat. Es ist sehr mutig von ihm über seine Erfahrung in der Türkei zu
schreiben. Ich kann mir sehr gut vorstellen, das ihm das nicht leicht
gefallen ist und er dadurch alles nochmal wieder erlebt hat. Ich persönlich
habe in meinem Leben auch etwas durchgemacht und nach drei Jahren den Mut
zusammengenommen und darüber geschrieben, deshalb kann ich mir vorstellen
wie sehr einen das nocheinmal mitnimmt.
Ob das was er schreibt, über das Geschehene, gerade in der besagten
Nacht, die Wahrheit ist oder nicht kann ich natürlich nicht beurteilen,
dennoch bin ich der Meinung das ein 17-Jähriger "gleich kommt" wenn ein
Mädchen ihn ein bisschen erregt. Zumindest bei Marco, den wenn er so seine
Art und seinen Charakter beschreibt glaube ich ihm, das er vorher nicht
viel Erfahrung mit dem anderen Geschlecht gesammelt hat.
Über die Erfahrung in dem türkischen Gefängnis schreibt er klar und
verständlich und manche Details machen das Buch sehr traurig und ich habe
teilweise mit Tränen kämpfen müssen.
Weil ich zu dem Zeitpunkt als es passierte jeden Tag verfolgt habe
und alle Zeitungsartikel darüber gelesen habe, lag es mir natührlich am
Herzen das Buch gleich zu kaufen und in fünf Stunden war ich damit auch
schon fertig, was jetzt aber nicht heißen soll, das es zu kurz ist. Es war
einfach nur so interessant und spannend geschrieben, das man nicht aufhören
konnte zu lesen. Sein Schicksal hat mich berührt, weil ich selber weiß wie
einem zumute ist wenn man alleine und hilflos ist.
Gerne würde ich ihm selber ein paar Worte schreiben, doch wie kommt
man an so eine Adresse??
Ich habe Respekt vor dem was Marco durchgemacht hat und wünsche ihm
und seiner jetzigen Freundin viel Glück in ihrem Leben!
fleisch ist mein gemüse: eine landjugend mit musik
Autor/Autoren: Heinz Strunk
Herausgeber: Rowohlt Tb.
Taschenbuch
Stichworte: [TB/Belletristik/Gegenwartsliteratur (ab 1945)] [Belletristik] [Biographien, Erinnerungen] [Leben auf dem Land; Romane/Erzählungen] [Musik; Romane/Erzähl.] [Deutsche Belletristik] [Roman, Erzählung]
Wer beispielsweise über Populärmusik aus Vittula gelacht hat, dem
kann auch Fleisch ist mein Gemüse wärmstens empfohlen werden: traurige
Jugend in den 80ern, pubertäre Sexualnöte, schaurige Provinzgestalten und
trotz allem der Traum von einer Musikerkarriere. Nur ist Fleisch ist mein
Gemüse doch noch etwas härtere Kost. Weil erstens offenbar alles selbst
erlebt ist. Und zweitens die Pubertät mit ihren Qualen überhaupt nicht
enden will. Denn Heinz ist schon 23, hat immer noch schwere Akne, wohnt bei
Muttern und schraubt in seinem Heimstudio im Keller Playbacks
zusammen, auf dem Weg zum Hitproduzenten. Und sein Erfolg bei Frauen
rangiert auf einer Skala von 1 bis 10 eher im Minusbereich. Der Alltag
ist geprägt vom Daddeln an Spielautomaten, exzessiver Selbstbefriedigung
und Musikunterricht, bei dem Heinz seine Schüler mit Fragen nach der
enharmonischen Verwechslung von ges quält. Doch auch als der
talentierte Hobby-Saxophonist einen Job bei der Tanzband
Tiffanys bekommt, ist das keineswegs die Wende zum Besseren.
Statt Sex, Drugs and Rock'n'Roll und willigen Groupies bedeutet
das nächtelange Auftritte bei Hochzeiten, Dorfjugendveranstaltungen und
Schützenfesten in Garlstorf oder Moorwerder: eine drittklassige
Rumpelband in erbarmungswürdig schlecht sitzenden Sakkos und mit
einem grauenerregenden Repertoire von G.G. Anderson bis zur
Schützenliesel. Ein Millionenpublikum brachte Heinz Strunk zum
erstenmal bei seinen Gastauftritten in der SAT1-Wochenshow zum Lachen, mit
seinen genial verhaspelten Beiträgen des offenen Kanal
Hamburg-Harburg. Eigentlich heißt er Mathias Halfpape, trat
zwischendurch auch als Jürgen Dose auf und verdutzte zuletzt die
VIVA-Zuschauer mit seinem Fleischmann TV. Und mit seiner CD
Einz -- absurde Songs und Minihörspiele -- muss man ihn zweifellos mit
Helge Schneider vergleichen. Schräg ist Fleisch ist mein Gemüse auch, und
sehr lustig, zugleich aber todtraurig. Dass seine Geschichte diese Balance
zu halten vermag, ist vielleicht das Bemerkenswerteste an Heinz Strunks
Buch. Und natürlich, dass eine fürchterliche Landjugend mit
Musik zumindest zum perfekten Stoff für ein tragikomisches
Lesevergnügen taugt. --Christian Stahl Aus der Amazon.de-Redaktion
Kundenmeinungen:
+++++ (ein Amazon Kunde): Klasse!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
"Fleisch" ist eine urkomische und leichthin erzählte Geschichte über
den Protagonisten und seine "Mucker", die immer dann zum Brüller wird, wenn
Strunk Gelegenheit bekommt, die Dialoge der jeweiligen Situation in
verschiedenen Stimmlagen und dem norddeutschen (Proll-)Dialekt zu sprechen
- ich habe Tränen gelacht! Und wenn die Tiffanys - Entschuldigung: NUR
"Tiffanys" - mit Gurki an der Gitarre dilettantisch "Moooooaaaarius" zum
Besten geben oder "Vangelis von Henry Maske" spielen sollen, bleibt kein
Auge trocken, insbesondere wenn Heinzer im dreckigsten aller dreckigen
Hemden wieder mal den "letzten Schusss nich jehööört" hat und sich brüllend
wie ein sterbendes Tier übergeben muss. Tröööt, tröööt, tröööt, schrammel,
schrammel, schrammel.
Deswegen: Unbedingt als Hörbuch kaufen! Ich bin sicher, dass das Buch
gegenüber dem Hörbuch genau aus diesem Grunde ein wenig verliert, zumal
Strunk auch sonst ein genialer Vorleser mit durchaus angenehmer Stimme ist.
Diese Leichtigkeit verliert sich auch bei der unaufdringlichen
Darstellung der sehr traurigen Krankengeschichte der Mutter nicht, was
sicher ziemlich schwer war.
Swingtime is good time. And good time is better time. Ich fand\'s
genial!
Einfach liebenswert.
+++++ (ein Amazon Kunde): akne brutal
und schon wieder ein antiheld. heinz ist ein mucker: so nennt man im
norddeutschen die armen musiker, die in tanzkapellen auf hochzeiten,
kirtagen und anderen ländlichen kollektivbesäufnissen auftreten und dort
vom roy-black-schlager bis zum gegenwarts-hit alles runterrumpeln, was je
das licht der musikcharts gesehen hat. ausserdem wohnt er mit 23 noch bei
der mutter, leidet unter akne brutal und hat ein sexualleben, um das er
nicht mal von zölibatären pfarrern beneidet werden kann.
die geschichte eines scheiterns, und das licht am ende des tunnels
ist mit grosser wahrscheinlichkeit ein entgegenkommender zug.
aber irgendwie hat der heinz unsere sympathien, selbst wenn er - in
den tristesten momenten seines jungen lebens - besoffen vorm spielautomaten
herumlungert.
zum herzlich mit- aber nicht auslachen. und bei der nächsten hochzeit
sieht man die musik sicher mit anderen augen.
+++++ (ein Amazon Kunde): Astreine Kost!
Es gibt Bücher, die öffnen einen Welten. Und machen dazu noch gehörig
Spaß! Ganz klar: "Fleisch ist mein Gemüse" ist ein solches Buch, und zwar
absolut sortenrein. Nach der Lektüre sehe ich jede Tanz-Band in neuem
Licht. Und vielleicht auch die Achtziger und Neunziger.
Eigentlich ist die Jugend von Heinz ja abgrundtief traurig und
schicksalsvoll: Einziger Lebensinhalt ist die Tanz-Band "Tiffanys", bei der
Heinz Saxophon spielt und so über die Runden kommt. Doch eigentlich auf
Trab halten ihn Alkohol, Sexualnöte und die heftige Akne, die sein äußeres
maßgeblich bestimmt.
So durchlebt der Leser die komisch-traurige Jugend eines Menschen,
der eigentlich jeder ist: Auf der Suche nach dem Glück des Lebens, mit
allem, was dazugehört. Nicht zuletzt natürlich Humor.
Es gibt Bücher, die sind ein großes Geschenk. Dafür vielen Dank,
Heinz Strunk!
++++ (ein Amazon Kunde): Zu traurig und zu peinlich, um komisch zu sein
Hart an der Schmerzgrenze und zum Teil auch sehr weit darüber hinaus
ist diese Selbstdarstellung eines wirklichen Losers, der aus seinem Leben
aufgesetzt lustig dahererzählt.
Noch mit weit über 20 nicht von zuhause ausgezogen, keine Frauen und
wenn, dann auf so peinliche Weise, dass einem schlecht wird, permanent mit
den, nein, nur einfach Tiffanys, einer Oldie-Tanzkapelle, auf Mucke
unterwegs, auf Tanzabenden der Schützenvereine, Hochzeiten oder einfach nur
Spießergesellschaften mit einer vom Autor teilweise vorgesungenen (deshalb
unbedingt das Hörbuch) Songliste, bestehend aus den blödesten Schlagerhits
der 80er, 90er Jahre und auch noch deutlich früher, besoffenen zum Teil
pöbelnden Zuhörern, Freude an Geldspielautomaten, verkörpert der Held und
der Inhalt des Romans exakt den oder dasjenige, was ich immer zutiefst
verabscheut habe.
Das Ganze ist eigentlich weniger lustig als tieftraurig und höchst
peinlich.
Dennoch, man wird auf beschwingt lockere Weise in die Welt der Mucker
eingeführt und trotz aller Peinlichkeit und Traurigkeit, schafft es Heinz
Strunk mit seiner aufgesetzten Leichtigkeit, dass es mich durchgängig
geschüttelt hat beim Anhören der 5 CDs; geschüttelt vor Lachen und
geschüttelt vor Peinlichkeit, dass sich mir die Fußnägel aufgerollt haben.
Fazit: Auch wenn der Stoff der Story recht dünn ist, einige Leerläufe
enthält, mir sehr vieles eine deutliche Spur zu peinlich war, habe ich mich
amüsiert und auch schallend gelacht, deshalb 4 Sterne. Aber ein zweites Mal
werde ich mir das nicht antun.
+++++ (ein Amazon Kunde): Pflichtkauf! Hammer-Buch. Jeden Cent wert
Schwarzer, ganz schwarer Humor! Wahnsin, dieses Buch gehört auf die
Bestsellerliste. Ich habe es an einem Abend verschlungen. Wunderbar. Dieser
Tiefgang in den alltäglichen Wahnsinn eines Jungendlichen mit Hang zum
volkstümlichen ist genial.
fußballbekloppt!
Autor/Autoren: Reiner Calmund
Herausgeber: Bertelsmann Verlag GmbH
Gebundene Ausgabe
Stichworte: [HC/Sachbücher/Politik, Gesellschaft, Wirtschaft/Biographien, Autobiographien] [Belletristik] [Biographien, Erinnerungen] [Calmund, Reiner] [Fußball; Biografien] [Biografie, Erinnerung] [Erinnerung] [Fußball] [Sport, Fliegerei, Jagd]
Kundenmeinungen:
+++++ (ein Amazon Kunde): Ein hervorragendes Buch
Ein super Buch von einer tolllen Persönlichkeit. Interessant und
kurzweilig ist das Buch und man erfährt auch vieles über den Menschen
Reiner Calmund. Für jeden Fußballfan ein "muß". Aber es wird auch jedem
anderen Leser, der sich nicht für Fußball interessiert gefallen, weil man
nichts über das "runde Leder" wissen muß.
+++++ (ein Amazon Kunde): Calli, wie man Ihn kennt!
Ich hab\'s fast in einem Rutsch durchgelesen. Das erste Kapitel ist so
interessant, weil man erfährt, warum Calmund so ist, wie er ist. Ein
Tausendsassa, Hans-Dampf-in-allen-Gassen - das hat seinen Hintergrund und
der wird im Buch ausführlich beleuchtet. Danach kann man durch die Kapitel
springen, weil es eher thematische als chronologische Erinnerungen sind.
Aber sie sind witzig und spannend. Für jeden Fußballfan ein Muß!Aber auch
für den interessierten Leser ohne großen Fußballverstand, man erfährt auch
mehr als nur Anekdoten zum runden Leder.
Einfach stark- einfach Calli.
+++++ (ein Amazon Kunde): Ein Blick hinter die Kulissen!
"Calli und Tiere - das passt nicht", schreibt Calli in einer
urkomischen Geschichte, die im brasilianischen Dschungel spielt. Und das
aus dem Munde des Mannes, der "Zirkusmief" nach Leverkusen holen wollte.
Schon ein bisschen komisch, Herr Calmund! :-)
Ich hatte das Kapitel Fußballbücher nach einigen Enttäuschungen in
den letzten Jahren schon für mich abgeschlossen, aber jetzt habe ich nach
der Lektüre des Callibuchs und dem grandiosen Fußball ist nicht das
Wichtigste im Leben - es ist das Einzige wieder Blut geleckt. Calli
schreibt super unterhaltsam und schildert die Blicke hinter die Kulissen
des großen Geschäfts Bundesliga sehr authentisch und äußerst, ja, normal.
Die Anekdoten wirken nicht "aufgesetzt" sondern, so blöd sich das anhört,
sehr menschlich. Ich habe es in einem Rutsch und an zwei langen Abenden
durch gelesen. Klasse Fußballlektüre!
helmut schmidt. die biographie
Autor/Autoren: Hans-Joachim Noack
Herausgeber: Rowohlt Berlin Verlag GmbH
Gebundene Ausgabe
Stichworte: [HC/Sachbücher/Politik, Gesellschaft, Wirtschaft/Biographien, Autobiographien] [Allgemeines] [Politikwissenschaft] [Soziologie] [Sachbuch / Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Recht] [Bundesrepublik Deutschland (1949-1990); Biografien] [Politiker (Biografien/Erinnerungen); Schmidt, Helmut] [Schmidt, Helmut; Biografien/Erinnerungen] [Schmidt, Helmut]
Zunächst wundert man sich - gelinde gesagt. Helmut Schmidts Leben,
abgehandelt auf mageren 300 Seiten, während sein schwergewichtiger
Nachfolger aus der Pfalz bereits am vierten Erinnerungsband werkelt? Wie
geht so etwas? Nun ja, auch hier zeigt sich eben der gewaltige Unterschied.
Dort die ausufernde Selbstbetrachtung- und beweihräucherung, das
Festklammern an jedem noch so bedeutungslosen Fitzelchen im politischen
Wirken. Hier hingegen ein gestandener Journalist und Schmidt-Vertrauter wie
Hans-Joachim Noack, der - in dieser Hinsicht dem Altkanzler nicht unähnlich
- auf schmückendes Beiwerk verzichtet und die Eckpfeiler eines politischen
Lebens einrammt. Ohne dabei unscharf zu werden. Eine Verknappung, die an
Größe gewinnen lässt. Klar, ein Fast-Jahrhundert an Lebenszeit derart
einzudampfen, fordert Abstriche. Allein die Ereignisse des Deutschen
Herbstes 1977 und das Dramenfeld Mogadischu - Schleyer - Stammheim. Über
diesen Strudel, der den damaligen Kanzler fast an den Rand des moralischen
und politischen Kollapses brachte, hätte man gerne mehr gelesen. Zu diesem
Zeitpunkt hat Noack bereits eine beträchtliche Wegstrecke hinter sich
gebracht. Die Jugend und Soldatenzeit des 1918 Geborenen. Der
preußisch zugeknöpfte Vater. Mitschülerin Lokis unterprivilegiertes
Elternhaus, das erste Gerechtigkeitsfragen in Schmidt aufkeimen lässt.
Hamburg im Zeitkolorit der Weimarer Republik, ein Bild, das Noack
meisterlich skizziert. Schließlich der Zweite Weltkrieg und die frühe
Erkenntnis einer unschlagbaren Weltkoalition, die sich dem
Machtrausch der Nazis in den Weg stellen würde. Gedanken eines (noch)
Unpolitischen. Erste Weihen dann, als ein Hamburger Innensenator sich
während der großen Sturmflut 1962 zum Krisenmanager emporschwang. Fortan
genießt der Allerweltsname Schmidt bundesweit Gültigkeit. Die Troika
Wehner-Brandt-Schmidt. Der Rücktritt Brandts, Lichtgestalt der Ostpolitik
und (deswegen?) ewiger Dorn im Auge Schmidts, der sich im eigenen Lande
stets unterbewertet fühlte. Die moralisch kaum fassbare Entscheidung des
Kanzlers Schmidt, Schleyer zu opfern. Der NATO-Doppelbeschluss, der ihn in
den eigenen Reihen am Ende fast zur Unperson werden ließ. Noack liefert das
Porträt eines Workaholics, der in seiner aktiven Laufbahn als arroganter
Besserwisser verschrieen war. Doch trotz besten Willens und
Kenntnisreichtums will es auch ihm nicht gelingen, zum innersten Kern
dieses notorisch Verschlossenen vorzudringen. Eines Menschen, Politikers
und gesegneten Rauchers namens Schmidt, den Partei und Volk erst relativ
spät verstehen und lieben lernten - und die ihn heute schmerzlich
vermissen. -Ravi Unger Aus der Amazon.de-Redaktion
Kundenmeinungen:
++++ (ein Amazon Kunde): unkompliziert & unterhaltsam
Wer in letzter Zeit - durch den Schmidt-Hype - auf den ehemaligen
Kanzler aufmerksam geworden ist und mehr über ihn erfahren möchte, sich
dabei jedoch nicht durch staubtrockene zeitgeschichtliche Details den
Lesespaß verderben lassen will, dem empfehle ich dieses Buch.
+++++ (ein Amazon Kunde): Eine gute Übersicht
Natürlich kann eine Biographie in dieser Dicke nicht jedes Details und
jeden Hintergrund eines 90-jährigen Menschen aufzeigen. Dennoch ist eine
sehr gute Übersicht über das Leben und Wirken Helmut Schmidts gelungen.
Gerade Personen, die entweder zur Kanzlerschaft Schmidts noch zu jung waren
oder erst danach geboren wurden, bekommen einen sehr guten Einblick in
diese Jahre der Bundesrepublik.
+++ (ein Amazon Kunde): Nichts Neues über Schmidt
Der von der Amazon-Redaktion beschriebene erste Eindruck ist der
richtige: ein mageres Buch. Für den politisch Interessierten, der sich mit
der Geschichte der Bundesrepublik recht gut auskennt, bietet die Biographie
nichts Neues. Er wird das Buch als eine Zusammenfassung dessen ansehen, was
oft schon in den Medien über Helmut Schmidt zu erfahren war. Was man sich
dagegen eigentlich von einer Biographie erhofft - den Blick hinter die
Kulissen und unter die Oberfläche - liefert Noack nicht. Insofern muss man
das Buch, das sich allzu großtuerisch "Die Biographie" nennt, leider als
oberflächlich bezeichnen.
Nützlich ist das Werk dagegen für die mit der deutschen
Nachkriegspolitik wenig vertrauten Leser. Wer von Helmut Schmidt noch nicht
viel gehört hat, findet hier eine gute Einführung in sein Leben. Allerdings
sollte er dieser Schmidt-Biographie dann bald Politiker-Biographien anderer
Parteien folgen lassen, da Noack über Schmidt mit wenig kritischer Distanz
schreibt.
++ (ein Amazon Kunde): War einem Unnahbarem zu nahe
Die Lektüre dieser Biografie weckte in mir das unangenehme
Kindheitserlebnis, im schön eingepackten Weihnachtsgeschenk ein neues
Pyjama statt der gewünschten Lokomotive für meine Modelleisenbahn
vorzufinden. Sieht man von den letzten zwanzig Seiten ab, so hat man das
Gefühl, Hans-Joachim Noack präsentiere einfach nochmals die politischen
Ränkespiele der Ära Schmidt. Die zur Garnitur servierten Fragen und kleinen
Exkurse können nicht verhindern, dass man unruhig vor einem faden
Neungänger sitzt und sehnsüchtig auf die Nachspeise wartet. Doch die kommt
viel zu spät und ist schliesslich auch keine echte Überraschung. Sie
erklärt allenfalls, warum es in der Küche an kreativen Köchen mangelt. Mit
den Worten von Siegfried Lenz gesprochen: "Je öfter sich einer an seiner
Seite aufgehalten hat, desto schwerer fällt es ihm den Altkanzler zu
charakterisieren." Das trifft auf den Autor dieser Biografie leider ebenso
zu wie auf andere Weggefährten.
An falsch verpackte Weihnachtsgeschenkte erinnerte mich diese
Biografie, weil es unglaublich spannend wäre, den Eigenheiten eines
Charakters auf die Spur zu kommen, der für das Nachkriegsdeutschland nicht
untypisch ist. Helmut Schmidt, dessen Heiligenschein mit jedem Jahrring
noch wächst, wird inzwischen als der weise Deutsche schlechthin gehandelt.
Und der geringste Zweifel an diesem Mythos wird als Gotteslästerung
verstanden. Er habe nie etwas aus dem Bauch heraus getan, behauptet Helmuth
Schmidt selbst im neunzigsten Altersjahr noch. Daran darf und muss er
glauben, um sein Selbstbild aufrecht zu erhalten. Doch mit der viel
beschworenen Rationalität des Altkanzlers hat ein solcher Glaube im 21.
Jahrhundert definitiv nichts zu tun. Weder er noch sein Chronist würde
einen renommierten Neurowissenschaftler oder Psychiater finden, der ein
solches Bild menschlichen Verhalten absegnet. Damit will ich nicht
propagieren, eine Biografie müsse ein psychoanalytischer Schlussbericht
sein. Behüte, aber sie müsste Geschichten erzählen, die dem Leser Einblicke
in die Seele eines Menschen ermöglichen. Ohne Anspruch darauf, solche
Bilder müssten die Wahrheit wiedergeben. Aber weil Dargestellter und
Darstellender am Mythos festhalten, menschliches Verhalten werde von der
Vernunft gesteuert, wird diese Berichterstattung eines so bedeutenden
Politikerlebens zwangsläufig langweilig. Ausser man interessiere sich
brennend dafür, wer wann wo mit wem welche Klungelei ausheckte.
Das Konzept dieser Biografie führte automatisch dazu, dass ich kaum
etwas darüber erfuhr, was den Altkanzler in seinen frühen Jahren prägte.
Und selbst über seine Zeit in der Wehrmacht weiss der Hans-Joachim Noack
nur zu erzählen, was eifrige Zeitungsleser schon lange wissen. Der
aussergewöhnlich starke Drang von Helmut Schmidt, seine Umwelt zu belehren,
ist mehr als nur anekdotisches Beigemüse, sondern beeinflusste sein Leben
ebenso wie seine Politik. Ohne die vielen Geschichtsklitterungen moralisch
verurteilen zu wollen, hätte mich interessiert, wo sie dienlich und wo
schädlich waren. Gehören solche Verhaltensmuster zum notwendigen Rüstzeug
der Politik und der Nachkriegsgeneration? Sind sie allgemein menschlich und
kommen im Rampenlicht der Politbühne einfach besser zum Vorschein? Wieso
sammelt Helmut Schmidt jedes nur erdenkliche Dokument seines politischen
Lebens, gestattet Aussenstehenden aber nicht den flüchtigsten Blick auf
sein hermetisch versiegeltes Archiv privater Ereignisse? Und warum erhebt
ihn die Öffentlichkeit in den letzten Jahren zur deutschen Lichtgestalt,
obwohl er sie über so vieles im Dunkeln lässt? Kurz: Auf die Fragen, die
mich interessiert hätten, gibt diese Biografie keine Antworten. Oder was
man noch als Antworten verstehen könnte, wird in die gleiche politische
Wolle eingepackt, die zur Politikverdrossenheit von heute beiträgt.
Mein Fazit: Helmuth Schmidt hat zwar offiziell keine Autobiografie
verfasst, gehört aber zu den eifrigsten Schreibern der politischen Zunft.
Hätte Hans-Joachim Noack die Absicht gehabt, seinen Lesern den Menschen
Helmut Schmidt etwas näher bringen zu wollen, so wäre ihm genügend Material
zur Verfügung gestanden. Aber ausser im letzten Kapitel erfahren wir nur,
was in den Archiven auch sonst zugänglich wäre. Für mich ist dieses Buch
eine gut geschriebene Zusammenfassung von Zeitdokumenten, aber keine
spannende Biografie.
++++ (ein Amazon Kunde): einfühlsam,menschelnd-kenntnisreich
eine warmherzige Sicht des kühl und arrogant,sowie unnahbar wirkenden
Hanseaten "Schmidt-Schnauze",einfühlsam und verständnisvoll erzählt!
Lesenswert!Helmut Schmidt. Die Biographie
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