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Ein amerikanischer Traum. Die Geschichte ... | in den Warenkorbin den Warenkorb

Autor/Autoren: Barack Obama
Herausgeber: Hanser Belletristik
Gebundene Ausgabe

Stichworte: [HC/Sachbücher/Politik, Gesellschaft, Wirtschaft/Biographien, Autobiographien] [Allgemeines] [Politikwissenschaft] [Soziologie] [Sachbuch] [Obama, Barack; Biografien] [Politiker (Biografien/Erinnerungen); Obama, Barack] [USA; Biographien] [Erinnerung] [Erinnerung, Brief, Tagebuch] [Politik, Diplomatie] [Politik, Zeitgeschichte, Recht] [USA]

Bis zu seine Ankündigung, er wolle demokratischer Präsidentschaftskandidat werden, kannte kaum jemand außerhalb von Illinois Barack Obama. Dass der Senator aus diesem Bundesstaat schon wenige Monate später als Shooting-Star der Primaries und charismatischer Hoffnungsträger gefeiert wurde, hat das politische Establishment in seinen Grundfesten erschüttert. In seiner Autobiografie erzählt er von seinen ersten 34 Lebensjahren. Obama ist nicht nur aufgrund seines raschen Erfolgs ein Phänomen. Er ist sperrig und lässt sich nur schwer irgendeinem Lager zuordnen; wenig verwunderlich, dass die amerikanischen Demoskopen regelmäßig in ihren Vorhersagen scheitern. Obama ist schwarz, stammt aber nicht von aus Afrika verschleppten Sklaven ab. Sein Vater kam aus Kenia als Gaststudent in die USA, die Mutter ist eine weiße Amerikanerin aus Kansas. So ist er vielen Schwarzen zu weiß und hat bei den ersten Vorwahlen im "weißen" Iowa demonstriert, dass er eine Mehrheit unter weißen Wählern einfahren kann. Anderen wiederum gilt er wahlweise als neuer Martin Luther King oder J.F. Kennedy. Obama tritt in einem Land an, das hinsichtlich seiner verschiedenen Ethnien noch immer tief zerissen ist, in dem die Konfliktlinien auch für Insider mitunter schwer verständlich sind. Seine Autobiografie zeigt, wie sich diese Zerrissenheit in dem Werdegang eines Mannes spiegelt, der lange um seine Identität rang. Obamas Autobiografie ist 1995 zum ersten Mal erschienen. Er nennt sie einen "Beitrag zum Verständnis der Rassenprobleme in unserem Land..." Aus ihr lässt sich einiges über die frühen Prägungen des Newcomers erfahren und auch über seine Visionen von einem neuen Amerika. Dass er diese Erinnerungen heute anders schreiben würde, darf als gesichert gelten. So erzählt er freimütig von studentischen Marathon-Partys mit nächtelangen Diskussionen, jeder Menge Dosenbier und Zigaretten. Es sind Passagen wie diese, die nicht zum klassischen Image eines Präsidentschaftskandidaten passen wollen, die aber etwas Wichtiges leisten: Sie helfen, eine Persönlichkeit zu verstehen, die ihren eigenen, keineswegs immer geraden Weg gegangen ist; die eine juristische Karriere in Harvard begann, dann aber in der armen Chicagoer South Side Bürgeranwalt wurde, sich um die Menschen am Rande der Gesellschaft kümmerte und erst langsam in die Lokal-, Landes- und schließlich nationale Politik hineinwuchs. Entstanden ist eine fast intime Autobiografie, "eine persönliche, innere Reise ... die Suche eines Jungen nach seinem Vater und damit auch nach einem überzeugenden Lebensinhalt für ihn, den schwarzen Amerikaner." --Henrik Flor, Literaturtest Aus der Amazon.de-Redaktion

Kundenmeinungen:
+++++ (ein Amazon Kunde): Begnadeter Schriftsteller
Barack Obama ist, neben allem anderen auch, ein begnadeter Schriftsteller. Er schreibt flüssig und fesselnd und dabei mit einer analytischen Prägnanz, die selten ist. Das Buch macht seinen furiosen Aufstieg plausibel. Die Umstände seiner Biographie (in Indonesien und Hawaii aufgewachsen,mit amerikanischer Mutter und kenianischem Vater) macht ihn eher zu einem Weltbürger als zu einem typischen Amerikaner). Seine Kindheit war nicht arm, doch in unmittelbarer Nähe von Armut. Von Anfang an beobachtete er genau und man glaubt ihm, dass die Menschen ihm wichtig sind. Am meisten beeindruckt mich die erste eigene Entscheidung, die er in seinem Leben getroffen hat. Nach seinem Studium begann er in einem Büro in New York zu arbeiten. Gut ausgebildet,intelligent und smart, war er dafür prädistiniert, eine klassische Karriere zu machen. Doch schon nach kurzer Zeit verliess er diese komfortable Position um Stadtteilarbeit zu machen: Unglamourös, schlecht bezahlt, nahezu hoffnungslos. Das beweist, dass er von seinem Charakter her wirklich selten ist, gerade in unserer Zeit, deren Erfolgsverständnis eindimensional geworden ist. Was mich überraschte: Welche Rolle die Hautfarbe in seinem Leben und in seinem Denken spielt. Sie ist, neben seinem fast unbekannten Vater, eine der Haupttriebkräfte seiner Entwicklung. Das Buch verströmt Optimismus und Kraft, es spornt an und ist dabei weder pathetisch noch eitel. Am Ende bleibt dennoch eine Frage: Wie kann jemand nur so perfekt sein? Er hat sogar richtig pubertiert.
+++ (ein Amazon Kunde): Der leibhaftige amerikanische Traum
Vom Sohn eines kenianischen Ziegenhirten zum 44. Präsidenten der Vereinigten Staaten - Barack Obamas Lebensgeschichte kann sich sehen lassen und auch wenn man Politiker im Grunde an ihren Leistungen messen sollte, so kann es sich doch lohnen, sich mit den familiären Hintergründen des "schwarzen Kennedys" zu befassen. Und "Ein amerikanischer Traum: Die Geschichte meiner Familie" ist dafür die beste Quelle, denn das Werk zeichnet nicht nur Obamas Familiengeschichte nach, sondern wurde vom 44. Präsidenten der Vereinigten Staaten persönlich verfasst. Dadurch ist es schon einmal erheblich authentischer als der Großteil jener Biografien die nach 2008 erscheinen werden, vor allem weil Obama direkteren Zugang zu den Personen hatte und seine Eltern wie Großeltern bereits verstorben sind. Dazu kommt, dass Obama seine Biografie vor dem Beginn seiner politischen Karriere im Landtag von Illinois verfasst hat, nachdem ihm ein Verleger anlässlich seiner Wahl zum ersten afroamerikanischen Präsidenten der in Fachkreisen sehr renommierten Harvard Law Review einen Buchvertrag angeboten hat. Somit ist das Buch relativ frei vom Einfluss der Wahlkampfstrategen und PR-Berater, die Obama 2008 zum Sieg in den Präsidentschaftswahlen verholfen haben, während die Wahrscheinlichkeit dass hier ein Ghostwriter am Werk war, zugleich erheblich geringer ist, als im Falle von "Hoffnung Wagen" (Originaltitel: The Audicity of Hope), dass 2004 im Rahmen eines auf 3 Bücher ausgelegten Vertrages erschienen ist, nachdem die Neuauflage von "Dreams from My Father: A Story of Race and Inheritance" (Ein amerikanischer Traum) bis Sommer 2005 fast 40 Wochen in der New York Times Bestsellerliste überstanden hat und als von Obama gesprochenes Hörbuch 2006 sogar einen Grammy abgeräumt hat. Der Erfolg der beiden Werke Obamas mag dazu beigetragen haben, dass sich in seinen Reden immer wieder Querverweise auf die Biografie finden lassen und es Redenschreibern und Ghostwritern so gut gelungen ist, den persönlichen Stil Obamas für seine Ansprachen zu verwenden, was vielleicht zu seinem Ruf als brillanten Rhetoriker und sehr "authentischen" Vortragenden, auch wenn er vom Teleprompter abliest, beigetragen hat. Manche Passagen mögen sich für Obamas politische Ambitionen sogar als hinderlich erwiesen haben, wie er im Vorwort zur Neuauflage von 2004 sogar anmerkt, jedoch ändert das nichts daran, dass er sein Buch im großen und ganzen genau so wieder geschrieben hätte. Allerdings muss man anmerken, dass manche der verhängnisvollen Stellen zwar auszugsweise gute Munition für Gegner abgeben, die Lektüre des Gesamtwerks jedoch viel dazu beitragen kann, die Beweggründe und Umstände zu verstehen. Grob unterteilen lässt sich Obamas Biografie in die drei Abschnitte Kindheit, Chicago und Reise nach Kenia. Dabei erzählt er jedoch weniger seine Lebensgeschichte, als vielmehr in der Tradition der in den USA sehr beliebten Ahnenforschung seine kulturelle und persönliche Identitätssuche herauszuarbeiten. Das führt vor allem dazu, dass das Werk am Ende etwas unvollständig bleiben muss und viele Ereignisse nur im Schnelldurchlauf abgehandelt werden, während er der Suche nach sich selbst erheblich mehr Platz einräumt. Daraus resultiert auch, dass das Werk mit der Reise in das Heimatland seines Vaters und den Erlebnissen dort, endet. Was aus Barack Obama nach seiner Rückkehr in die USA wurde, der Beginn seines Studiums in Harvard, die Wahl zum Präsidenten der Harvard Law Review, die Arbeit als Anwalt und die ersten politischen Gehversuche bei der Wähleregistrierung, ja sogar die beginnende Beziehung zu seiner späteren Frau Michelle Robinson, all das fehlt, da die Erzählung ungefähr 1988 endet. Manches lässt sich allerdings in Obamas zweitem Buch "Hoffnung wagen" nachlesen, welches allerdings eher als politisches Manifest/Analyse zur Lage der Nation gilt. Obwohl die Biografie, dem deutschen Journalisten Christoph von Marschall zufolge, weitgehend der Wahrheit entspricht und von verschiedenen Quellen bestätigt wurde, hat sich Obama einiger "Tricks" bedient, indem er nicht nur neue Namen für manche Zeitgenossen kreiert, sondern auch manche Personen fusioniert und Worte in den Mund gelegt hat, die so zwar nicht gefallen sind, aber grob dem Gesprächsinhalt entsprochen haben. Das ändert natürlich nichts am hohen Wert des Werkes als biografischer Quelle, wenngleich es als Autobiografie eher ungeeignet ist. Zum Teil liegt das daran, weil dem Buch eindeutig ein Inhaltsverzeichnis fehlt, aber auch aufgrund des fehlenden Namens- oder Personenregisters. Interessant wären im Zusammenhang mit einer Autobiografie auch Fotos gewesen, die sich jedoch einzig und allein auf dem Umschlag finden. Ergo bleibt vieles dem persönlichen Vorstellungsvermögen überlassen und das passt gut zu Obamas Stil, der sich in "Ein amerikanischer Traum" von seiner betont verträumten, romantisierenden Seite zeigt. Obwohl es ein sehr persönliches Stück Geschichte ist und Obama als Autor durchaus immer wieder Einblick in seinen Gedanken- und Gefühlswelt bietet, bleibt er unbemerkt relativ oberflächlich, was daran liegen könnte, dass er sich, wie er zugibt, manche Dinge doch vom Hörensagen her selbst zusammenreimen musste. Dass es dabei zu einer Verklärung mancher Ereignisse gekommen sein kann, muss man ihm als Autor zugestehen, denn die subjektive Perspektive ist in einer Autobiografie durchaus gewollt, besonders wenn er seinem Umfeld gegenüber kritisch auftritt. Hinter der blumigen Sinnsuche verbirgt sich jedoch auch die typisch amerikanische Begeisterung für Ahnenforschung, der Versuch über seine Abstammung an das Lebenswerk der Ahnen anzuknüpfen und sich direkt in die Tradition der "amerikanischen Helden" zu stellen und sich so zusätzlich im historischen Kontext Legitimation für seine Anliegen zu verschaffen. Bei Obama dient dieser Versuch zwei Zielen, einerseits ihn als liberal zu positionieren und andererseits als Verkörperung des American Dream darzustellen, wobei alle Zweifel an seiner Bindung zur black community ausgeräumt werden sollen. Dabei stellt das Argument, dass Obamas Vater keineswegs ein einfacher Ziegenhirte aus Kenia war, sondern nach dem Besuch einer britischen Kolonialschule mit einem Stipendium in den USA und sogar Harvard studierte, kein wirkliches Hindernis dar, die Betonung dieser einfachen Herkunft, wie in der Rede vor dem Demokratischen Parteitag 2004, ist lediglich eine von vielen Floskeln, denen sich Obama aufgrund seiner besonderen Herkunft bedienen kann. Barack Obamas Geschichte beginnt nämlich nicht mit seiner Geburt, sondern in der Jugend seiner Großeltern. Stanley Dunham wuchs selbst bei seinen Großeltern auf, nachdem sein Vater, der Frauenheld, die Familie verlassen und seine Mutter sich das Leben genommen hatte. Gramps, wie er von seinem Enkel später liebevoll genannt wurde, der mit seinen zurückgekämmten Haaren aussah, wie ein "Itaker", flog bereits als Kind kurz von der Schule, nachdem er einen Lehrer geschlagen hatte. Später zog er auf der Suche nach dem großen Abenteuer und Gelegenheitsjobs durch die Staaten und fand in Madelyn Lee Payne eine Frau die von seiner Weltgewandtheit fasziniert war. Mit dem Kriegseintritt der USA, meldete sich Gramps freiwillig zur Armee und so wurde ihre gemeinsame Tochter Ann 1942 auf einem Armeestützpunkt geboren. Nach mehrfachen Umzügen verschlug es die Dunhams nach Hawaii, wo die 68erin Ann den idealistischen Austauschstudenten Barack Hussein Obama kennen lernte. Obama senior war während der Kindheit und Jugend seines Sohnes weitgehend eine nicht greifbare Figur, welche nach der Scheidung von Ann Dunham nur noch ein einziges Mal in das Leben des jungen Barack trat, als er die Familie eines Weihnachtens für einige Wochen besuchte. Bis zu seinem Unfalltod, dem Treffen mit seiner Halbschwester Auma und der Reise nach Kenia blieb Obama sr. eine Projektionsfläche für den Sohn im fernen Amerika. Nach der Heirat seiner Mutter mit dem indonesischen Austauschstudenten Lolo Soetoro, aus der Halbschwester Maya Soetoro-Ng hervorging, übernahm dieser zumindest für einige Zeit die Vaterrolle für den Jungen, bis "Barry", wie er meist genannt wurde, wieder in die USA zurückkehrte und fortan bei seinen Großeltern lebte. In einem Land wo Minderheitenpolitik immer mehr hinterfragt wird und demografisch bedingte Entwicklungen die Illusion von einer mehrheitlich protestantisch geprägten weißen angelsächsischen Nation längst zur Vergangenheit gemacht haben, steht Barack Obamas Erfolgsgeschichte für einen bedeutenden Ausnahmefall, hat er es doch als erst dritter Afroamerikaner in den Senat und als bisher überhaupt einziger ins Oval Office geschafft. Dennoch ist seine ungewöhnliche Lebensgeschichte zwar Beispiel für die Möglichkeiten des American Dreams, entzieht sich aber zugleich des Versuchs der Nachahmung, denn am Ende relativiert sich alles, am Ende ist er der Sohn einer alleinerziehenden Mutter, der bei den Großeltern aufgewachsen ist, jedoch immer gute Schulen besuchen konnte und "die Verzweiflung und die Unruhe der Ohnmächtigen [...] wie sie das Leben der Kinder auf den Straßen von Djakarta, Nairobi und in der Chicagoer South Side beeinflusst, wie schmal der Grat zwischen Demütigung und grenzenloser Wut ist, wie schnell aus Hoffnungslosigkeit Gewalt wird" nie am eigenen Leib erfahren musste, sie jedoch aus seinen Beobachtungen als Kind, Sozialarbeiter, Anwalt und Politiker kennt. Change we can believe in, mag er seinen Wählern 2008 versprochen haben und doch sollte man nach 8 Jahren George W. Bush nicht von antiamerikanischen Bush-Bashing in bequeme Heldenverehrung verfallen, sondern auch Barack Obama, wie jeden Politiker an seinen Taten und nicht den Worten messen. "Ein amerikanischer Traum" ist keine Offenbarung, es ist die Hintergrundgeschichte zum Symbolcharakter Präsident Obamas, der darin Ideale formuliert hat, an denen er legitim gemessen werden kann. Veränderung sei nur von der Basis aus möglich, daher wollte er Stadtteilarbeit machen und daher ist "Yes, we can!" ein Wahlspruch der wie kein anderer zu ihm passt, denn er entspricht Obamas Grundüberzeugung, dass nur die amerikanische Gesellschaft die Kraft besitzt, die USA zu verändern. Und man ist geneigt ihm zuzustimmen, ist er doch ein scharfsinniger Beobachter, dessen Schilderungen der Chicagoer South Side auch viel dazu beitragen, umstrittene Persönlichkeiten wie Jeremiah Wright und die gesellschaftlichen Probleme der USA zu begreifen. "Ein amerikanischer Traum" verkörpert einen besonderen Charme, das Buch ist aufrichtig und verträumt, eine fast romanartige Suche nach Herkunft und Identität. Da es noch vor Beginn der wirklich politischen Karriere Barack Obamas entstanden ist, ist es wahrscheinlich auch erheblich authentischer und näher am "wahren Obama" dran, als alles was nach 2004 kam. Indes bleibt das Buch in vielerlei Hinsicht sehr schwammig, was es als Biografie zwar sein darf, aber enttäuschend wirken lässt, wird doch allein das afroamerikanische und liberale Erbe Obamas behandelt, was ihn allein aber noch nicht ausmacht. Was fehlt ist das Leben fern der Suche nach sich selbst, die nackten Fakten, auch jene über Leben und Liebe. Fakt ist, obwohl 1995 erschienen, behandelt das Werk nur Obamas Leben bis 1988 und konzentriert sich dabei vor allem auf die kulturellen und familiären Aspekte, wobei vieles außen vor bleibt, etwa seine Jahre in und nach Harvard. Ist man vom oft ausschweifenden und blumigen Stil des US-Präsidenten nicht ganz hin und hergerissen, ja wünscht man sich ab und zu, vielleicht etwas konkretere Informationen über Obamas Leben, man könnte enttäuscht sein. Das heisst nicht, Obamas Werk wäre nicht authentisch, denn genau das ist es. Gefühle, Gedanken, Einsichten, Obama vermittelt sie hervorragend, nichtsdestoweniger ist es die Synthese aus dieser emotionalen Tiefgründigkeit und einer kaum beachteten biografischen Oberflächlichkeit, aufgrund derer man sich klar sein sollte, dass Obamas "Autobiografie" in vielerlei Hinsicht den gängigen Vorurteilen entspricht. Inhaltliche Unausgewogenheit, viele Anekdoten, übermäßige Betonung von bestimmten Handlungssträngen und all das als Folge der Vorgabe, des Titels und dieser ist im Original eben "Dreams from My Father: A Story of Race and Inheritance". Das Ergebnis ist eine Biografie, wie man sie von Barack Obama eben erwartet. Wortgewaltig und doch träumerisch, eine Suche nach dem Erbe eines Mannes den er nie kannte, dessen Idealen er sich aber irgendwie trotzdem verpflichtet fühlt. Die daraus resultierende Unterordnung des "Lebenslaufs-Teils" unter die "Identitätssuche" muss man jedoch schlucken, genauso wie die fehlenden 7 Jahre zwischen der Kenia-Reise 1988 und dem Erscheinungsdatum 1995, diese passten nicht mehr ins Konzept. Ebenso wenig erfährt man über politische Zielsetzungen oder Persönliches, sofern letzteres nicht mit der Suche nach sich selbst oder Kindheitserinnerungen zu tun hat. Was unterm Strich bleibt sind 90% Roman über die Suche nach den Wurzeln und 10% Biografie, die es auf mehrere 100 Seiten ausgedehnt sicher bald in den ersten Barack H. Obama-Biografien nachzulesen gibt. Einzig der Bonus, dass das Werk von Obama selbst geschrieben ist und viele der Quellen die er dazu nutzen konnte, bereits verstorben sind, können es langfristig von den Werken Dritter abheben. Fazit: Auch inhaltlich etwas verträumt und ganz eindeutig Obamas Stil entsprechend, eine fast romanartige und vor allem sehr authentische, gefühlsbetonte Autobiografie über die Suche nach einer Antwort auf die Frage "Wer bin ich?".
+++++ (ein Amazon Kunde): American Dream come true
In der enthusiastischen Stimmung nach Obamas Wahl habe ich mir dieses Buch des künftigen Präsidenten der USA besorgt. Es handelt sich um seine Autobiographie - aber das Erstaunliche ist, dass sie bereits 1995 erschienen ist, von einem Niemand also, der gerade einmal am Anfang seiner 30er sein Jurastudium beendet hatte und sich eine einjährige Auszeit nahm, um dieses Buch über sein Leben und seine Familie zu verfassen. Gleichwohl ist es von einem Menschen verfasst, der sich zu Höherem berufen fühlt und der weiß, dass er es erreichen wird. Natürlich hat auch ein Obama vor 14 Jahren nicht geahnt, dass in ihm ein künftiger Präsident der Vereinigten Staaten schlummert. Und so handelt es sich - gemessen an der späteren staatstragenden Bedeutung des Autors - um ein außergewöhnlich offenes und privates Buch. Ein außergewöhnlicher Fall, denn normalerweise erscheinen solche Lebenserinnerungen erst im nachhinein und sind versehen mit allen Finessen der Distanzierung, die das Amt nun einmal mit sich bringt. Hier lesen wir die erfrischende Geschichte eines Unbekannten, welchem allerdings aufgrund seiner ungewöhnlichen familiären Geworfenheit eine außergewöhnliche Lebensgeschichte blüht. Barack ist der einzige Sohn einer amerikanischen jungen Frau und eines aus Kenia stammenden schwarzen Studenten. Die Ehe geht bald in die Brüche und die Mutter, die offenbar zu exotischen Lebensformen neigt, nimmt mit ihrem kleinen Jungen Reißaus nach Indonesien, wo sie mit einem zweiten Mann lebt. Dort verbringt der kleine Obama die ersten Jahre seiner Erinnerung und entwickelt schon früh ein Gefühl dafür, an einem fremden Ort zu leben, wo sie eigentlich nicht hingehören. Erste Reflexionen über Heimat und Fremdheit drängen sich bereits dem jungen Obama auf. Der Lebensentwurf in Indonesien scheitert. Mutter und Sohn kehren zurück in die USA - nach Hawai. Fortan lebt die Familie zusammen mit den Eltern der Mutter. Der junge Barack Obama wächst bei den Großeltern auf. Der mehrwöchige Besuch des Vaters aus Kenia ist eine besonders lesenswerte Episode. Am meisten beeindrucken allerdings die Reflexionen und Einsichten über das Schwarz-Sein in der Welt der Weißen. Die Komplexität dieses Problems wird einem nicht-amerikanischen durch die Bewusstseinsschärfe Obamas erst wirklich klar. Besonders stark in diesem Zusammenhang ist dann auch die Passage, in der die versteckten Vorurteile der eigenen Großmutter deutlich werden - nicht gegenüber ihrem Enkel, aber im allgemeinen. Hier wird einem einmal deutlich, welch tiefe Bewusstseinsdimensionen Xenophobien berühren - jenseits aller Multi-Kulti Ideologie. Umso erstaunlicher ist es, dass es Obama gelungen ist, die Hautfarbe nicht zum Wahlkampfthema zu machen. Ein weiterer großer Teil des Buches betrifft seine politischen Lehrjahre als "Organizer" in den verkommenen sozialen Wohnbausiedlungen Chicagos. Hier verdient sich Barack in seinen 20er Jahren seine Sporen. In den Ghettos Chicagos versucht er - getragen vom Enthusiasmus über den ersten schwarzen Bürgermeister Chicagos in den 80er - Gutes zu tun. Nach zwei Jahren sozialer Arbeit bekommt er ein Stipendium und geht nach Harvard. Auch hier wieder die Auseinandersetzung, die alle erfolgreichen Schwarzen trifft: Bist du einer von uns oder von denen. Aber Obama findet Alternativen zu diesen Optionen, einen mittleren Weg, der ihn bis an die einsame Spitze der Vereinigten Staaten geführt hat. Ein letzter Teil spielt in Kenia, wo Obama vor seinem Studium seine väterliche Familie aufsucht - der Vater ist bereits verstorben - und sich mit seinen Ursprüngen auseinandersetzt. Dieser Teil weist kulturell eine ganz andere Färbung auf und liest sich ausnehmend interessant. Insgesamt handelt es sich um eine ausgesprochen interessante Lektüre, die sich auch literarisch überhaupt nicht zu verstecken braucht.
+++++ (ein Amazon Kunde): Kompakt und intelligent
Dies ist nicht eine Lebenserinnerung der üblichen Art, sie enthält vielmehr als man erwarten könnte. Barack Obama schrieb dieses Buch bereits im Jahr 1995 und enthüllte darin seine Seele. "Dreams from My Father" so nannte er seine literarische Arbeit und sie war mehr als nur ein Versuch, sich literarisch zu zeigen. Obwohl, es ist schon der Stil, der seinen Verfasser auszeichnet und der die Leser mitnimmt. Ein Stil, der rhythmisch bewegt und alles enthält, was große Literaten auszeichnet. Man atmet mit. Das alles ist aber weißgott nicht geradezu einfach zu lesen, obwohl es einen weiterzieht in diesem großartigen Gemälde eines amerikanischen Lebens inmitten des ausgehenden 20. Jahrhunderts und hinein ins 21. Es ist mehr das Interessante daran, dass einiges gesagt wird und sofort gespiegelt wird in einer fast ausufernden Vernunft. Das ist sichtlich bewegend und schön zu sehen. Alles, die Kindheit, die Jugend, die alltäglichen Geschehnisse in vielen Erdteilen und die innere Ausleuchtung des Ganzen, also auch der Heirat seiner Eltern, die damals nicht einfach zu unternehmen war und was sich daraus ergab, das alles erscheint in einem sich spiegelnden Licht voller Hoffnung und Wendungen. Die Suche nach dem Vater also ist der eigentliche Titel und das Vorbild dieses Mannes, der sich für die Belange seines Volkes einbrachte und der einen großen Wert auf Familie und Zusammenleben legte, ist wohl das Ziel und ist der Beweggrund dieses Buches. Natürlich ist der Autor dabei auf dem Weg zu sich selbst. So entsteht ein derart buntes Gewebe amerikanischer und weltgewandter Lebensart, das alles nur noch interessant und bewundernswert genannt werden kann. Sicherlich ist von einem solchen Mann Vieles und sogar Großes zu erwarten, wir sollten aber nicht übersehen, dass Präsidenten, auch in Amerika, ja gerade dort im Verbund mit den Mächten stehen, die das Sagen haben. Das aber gilt überall auf unserer Erde und so sind unsere Erwartungen gepaart mit der Hoffnung, dass Vernunft und Liebe sich finden werden. Das ist z.B. ein schönes Ziel. Ich selbst bin guter Dinge, was das angeht.
+++++ (ein Amazon Kunde): Sehr persönlich und aufschlussreich
Der Stil des zum ersten Mal vor ca. 14 Jahren erschienenen Buchs ist für einen Politiker sehr persönlich gehalten, der Inhalt insgesamt sehr aufschlussreich. "Ein amerikanischer Traum" beschreibt im Wesentlichen drei Lebensstationen: Barack Obamas Kindheit in Hawaii und Indonesien, dann den Beginn seiner politischen Arbeit in Chicago und schließlich die Suche nach seiner Familie und seinen Wurzeln väterlicherseits in Afrika. Wer sich ein genaueres Bild des neuen amerikanischen Präsidenten machen möchte, der sollte das Buch unbedingt lesen. Seine ganze Lebensgeschichte macht deutlich, dass dies tatsächlich mal wieder ein "amerikanischer Traum" ist, denn im Grunde könnte er als ein Amerikaner mit Migrationshintergrund bezeichnet werden: Geboren wird er auf Hawaii - weitab vom amerikanischen Festland - als Sohn einer weißen Studentin aus Kansas und eines schwarzen Studenten aus Kenia. Schon zwei Jahre nach seiner Geburt trennen sich die Eltern wieder. Die Mutter heiratet bald wieder, diesmal einen indonesischen Studenten, dem sie - zusammen mit Barack - bald in dessen Heimat (noch weiter vom amerikanischen Festland entfernt) folgt. Erst mit 10 kehrt Barack Obama nach Hawaii zurück, wo er zunächst von den Eltern seiner Mutter aufgezogen wird. Dies zeigt zweierlei: Erstens unterscheidet sich Obama mit seiner Lebensgeschichte ganz erheblich von den meisten Afroamerikanern, und zweitens erwarb er schon frühzeitig weit über die USA hinausgehende Erfahrungen, zu denen beide Familienstränge (väterlicherseits und mütterlicherseits) beigetragen haben. Diese frühen Erfahrungen, gepaart mit einer genauen Beobachtungsgabe, mit Intelligenz und Empathie und den Grundlagen, die er bei seiner politischen Arbeit in Chicago erworben hat, haben ihn wohl zu der Person gemacht, die nun auf eindrucksvolle Weise die US-Präsidentschaftswahl gewinnen konnte.

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Autor/Autoren: Helmut Schmidt
Herausgeber: Random House Audio
Audio CD

Stichworte: [AUDIO/Sachbücher/Politik, Gesellschaft, Wirtschaft/Politik] [Politikwissenschaft] [Populäres] [Soziologie] [Deutschland; Politik/Zeitgeschichte (Audio-CDs)] [Politik; Audio-CDs] [Schmidt, Helmut; Audio-CDs] [Zeitdokumente (Audio-CDs)] [Biografie, Brief, Erinnerung, Tagebuch] [Erinnerung] [Hörbuch] [Politik, Diplomatie]

Kundenmeinungen:
+++++ (ein Amazon Kunde): Außer Dienst trifft nicht den Punkt
Faszinierend, phantastisch. Wer das Leben und die Arbeit von Helmut Schmidt verfolgen konnte und nun eine, ja beinahe schonungslose Zusammenfassung, liest, muss begeistert sein. Helmut Schmidt hat das Glück, die Wirkung seines eigenen Tuns aus der Entfernung und innerhalb der jüngeren Geschichte betrachten zu können. Jetzt bedauere ich, dass ich dieses, sein Wirken nicht intensiver verfolgt habe. Ein Buch, welches Pflichtlektüre für jeden jungen Menschen werden sollte. Danke Helmut Schmidt.

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Marco W. - Meine 247 Tage im türkischen Knast | in den Warenkorbin den Warenkorb

Autor/Autoren: Marco Weiss
Herausgeber: Hamburger Kinderbuch
Gebundene Ausgabe

Stichworte: [Erinnerung] [Lebenserinnerung] [Memoiren] [HC/Sachbücher/Politik, Gesellschaft, Wirtschaft/Biographien, Autobiographien] [Belletristik] [Biographien, Erinnerungen] [Sachbuch / Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Recht] [Gefängnis; Berichte/Erinnerungen] [Gefängnis; Kindersachbuch/Jugendsachbuch] [Türkei; Berichte/Erinnerungen] [Türkei; Kindersachbuch/Jugendsachbuch]

Kundenmeinungen:
++++ (ein Amazon Kunde): Bewegend, interessant, aber ohne Überraschungen
Jeder kennt seine Geschichte: Der 17jährige Schüler Marco W. wird im Türkeiurlaub nach einer harmlosen Schmuserei festgenommen und verbringt dank der schlampigen türkischen Justiz unglaubliche 247 Tage in Haft. In seiner Biographie schildert er nun alles im Detail, angefangen vom Urlaubsbeginn über die verhängnisvolle Nachtbis hin zu seiner vorläufigen Freilassung im Dezember 2007. Offen und absolut ehrlich gewährt er Einblicke in seine Gedanken und Gefühle, die Haftumstände und die Prozesstage und wie er immer wieder Mut schöpfte. Das Buch ist angenehm ehrlich und kurzweilig erzählt. Ich muss aber gestehen, dass ich trotz der interessanten Lektüre etwas ernüchtert zurück blieb. Große Überraschungen bleiben aus, eigentlich war alles schon durch die Medien längst bekannt geworden. Trotzdem eine interessante Lektüre für alle, die sich noch einmal näher mit dem Fall auseinander setzen wollen.
+++++ (ein Amazon Kunde): Ein lesenswertes und bewegendes Schicksal
Im Jahr 2007 sorgte der Fall des über mehrere Monate hinweg inhaftierten Jugendlichen Marco W. weltweit für Aufsehen. In seinem Tagebuch ähnlichen Bericht schildert Marco Weiss seinen Urlaub im türkischen Antalya, seine Bekanntschaft zu deutschen und englischen Jugendlichen, die Geschehnisse im Zimmer der jungen Britin, seine Anklage, seine Inhaftierung im türkischen Gefängnis, seine über acht Monate immer wieder aufgeschobenen Gerichtsverhandlungen und schließlich seine Freilassung und sein normalisiertes Leben daheim in Deutschland.. Jemand, der Geschehnisse seinerzeit in den Medien verfolgt hat, der wird vieles noch in Erinnerung haben. In diesem Buch gibt Marco Weiss noch einmal alle Details aus seiner Sicht wieder. Schade hierbei ist, dass dabei die Chronologie manchmal verlassen wird, einigem vorweg gegriffen wird und sich einiges wiederholt. Die Geschehnisse und seine Empfindungen schildert der Autor überaus lebendig in einer bisweilen naiv anmutenden Schreibweise, die seinem jungen Alter jedoch entspricht und so dem Buch eine gewisse Authentizität verleiht. Auch wenn Marco Weiss immer wieder Unverständnis gegenüber der Anklage und dem Gericht zum Ausdruck bringt, oder er die Missstände im Gefängnis schildert, er greift weder die Personen noch die türkischen Institutionen an sich an. Er gibt zwar das Erlebte aus seiner Sicht wieder, doch ist er auch immer um eine gewisse Neutralität bemüht. Das verleiht dem Buch die Glaubwürdigkeit, die die Sache verdient. Vielmehr beschreibt Marco Weiss mehr als einmal, dass er in all den für ihn harten Monaten auch sehr viele nette und freundliche Türken unter den Gefangenen und der Exekutive kennen gelernt hat und er dem Land und den Menschen nichts nach trägt. Auch gegenüber dem mutmaßlichen Opfer und deren Angehörigen hegt er keinen Groll, nur sein Unverständnis bringt er immer wieder zum Ausdruck. Das nötigt einem Respekt ab! Wenn sich Marco Weiss das gesamte Buch hindurch immer wieder bei all seinen Unterstützern bedankt und am Schluss sogar um Hilfe für seinen an Leukämie erkrankten Vater bittet, so fehlt mir in diesem Zusammenhang leider ein Appell an die Leser, damit diese nicht wie er in ähnliche Situationen kommen. Nämlich ein paar Worte darüber, dass wir Mitteleuropäer in vielen Tourismus-Ländern nicht immer auf die gewohnte liberale Einstellung von Polizei und Justiz hoffen dürfen, es auch andere Gesetze gibt und dass man sich in mancher Hinsicht nicht so sorglos verhalten darf wie daheim. Wenn man das allerdings zwischen den Zeilen herauslesen kann, ein durch aus bewegendes und lehrreiches Buch. Ein lesenswertes und bewegendes Schicksal eines Jungen, der in die Mühlen von Justiz und Politik geraten ist.
+++++ (ein Amazon Kunde): M wie Maro, M wie Mutig
Ja, für mich ein sehr mutiges Buch, ein sog. nonstop "Durchlesebuch", das ich einfach nicht zur Seite legen konnte. Was muss in einem jungen Menschen vorgegangen sein, der nach zahllosen Verhandlungen im Ausland, mit erstklassigen Entlastungszeugen auf seiner Seite, für ihn unverständliche Vertagungen erlebte, von seinen Eltern getrennt wurde und immer wieder in seine Zelle zurück musste? Warum mutig? Tatsache ist, das Buch platzt in ein laufendes Verfahren, auf dessen Einflussnahme die Betreiber mit unter recht ungehalten reagieren, weil sie das Recht der Unabhängigkeit beanspruchen. Tatsache ist aber auch, dass ein Buch nicht einfach erscheint, sondern der Autor sich entschließt es zu schreiben, oder eben nicht. Die daraus resultierenden Konsequenzen, das muss einfach unterstellt werden, nimmt hier der Autor bewusst in Kauf. Ich sehe deswegen allein im Erscheinen dieses Buches einen klaren Hin(Be)weis auf Marco\'s Unschuld. Dieses Buch zu schreiben, hieß sich ständig mit Situationen zu konfrontieren, die im Speziellen für einen Jugendlichen die Hölle gewesen sein müssen. Für einen Unschuldigen dient das der Aufarbeitung, ist aber gewiss nicht angenehm und erfordert unwahrscheinlich viel Kraft und Mut. Dies alles hinzunehmen ist wohl nur möglich, wenn Aspekte der Persönlichkeitsehre nicht außer Acht gelassen werden. Ein Schuldiger, mittlerweile in Freiheit, mit dem Bewusstsein, in der Türkei nicht mehr zur Rechenschaft gezogen zu werden zu können, wäre wohl kein Risiko eingegangen, hätte sich versteckt und geschwiegen, allein schon deswegen , um nicht neuen Nährboden zu liefern. Für welche Adresse passt wohl dieses Raster? Statt dessen versucht Marco in einem flüssigen Stil, nachvollziehbar, einfühlsam, schlüssig, und damit glaubhaft, die Aufarbeitung des ihm m. E. widerfahrenen Unrechts, angefangen bei der von ihm nicht nachvollziehbaren Anschuldigung des angeblichen Opfers, der gefühlten desaströsen Inkompetenz der Strafverfolgungsbehörde, der rechtswidrigen Beweiserhebung, über die skandalöse Unterbringung als U-Häftling unter zum Teil drogensüchtigen Erwachsenen, bis hin zu der gefühlten Prozessverschleppung, aus seiner ureigenen Sicht zu schildern und nimmt sich dabei selbst nicht aus. Ich denke an den Passus, es war vorbei, ehe es richtig begann. Die Wahrheit zu schreiben erfordert oft mehr Mut, als zu schweigen, dient letztlich aber als Beweis für Authentizität. Eine mögliche oder beabsichtigte Einflussnahme auf den noch immer nicht abgeschlossenen Prozess kann ich auf Grund der geschilderten Umstände nicht erkennen. Die gesamten Erzählungen stellen subjektive Eindrücke dar und können m.E. nicht als Kritik am Gericht gewertet werden. Der Umkehrschluss würde ja bedeuten, dass Wahrheiten unterdrückt werden müssen. Ich denke, es steht keinem Außenstehenden zu, negative Kritik am Erscheinungszeitpunkt dieses Buches zu üben. Vielmehr entscheidet das der unmittelbar Betroffene, nämlich dann, wenn Mauern zu bröckeln beginnen, die - um dieses unsägliche Leid mental zu überleben, errichtet wurden. Dann nämlich ist es gut vorstellbar, dass jemand seine nun nicht mehr hinnehmbare Rolle als Opfers realisiert. In unserer Geschichte, wie ich meine, als Missbrauchsopfer eines staatlichen Gewaltmonopols. Dies zu verdrängen, wäre der wohl falsche Weg. Also ich finde, Marco hat jedes Recht der Welt dieses für mich gelungene Buch auch während eines nicht abgeschlossen Verfahrens zu veröffentlichen, zumal dessen Ende ja wirklich nicht abzusehen ist. Gelungen, hauptsächlich deswegen, weil Marco seine empörende Geschichte ohne Schuldzuweisungen erzählt und er somit das gefühlte Unrecht nicht mehr in sich isoliert. Wenn jetzt, wie auch schon zu lesen war, einige Leute Marco oder seiner Familie, auf Grund dieses Buches Profitsucht vorwerfen, muss ich mich fragen, ob erbrachte Leistungen nicht mehr vergütet werden dürfen? Fazit: Ein mehr als empfehlenswertes Buch, über einen mittlerweile auch unter tragischen Umständen erwachsen gewordenen Jugendlichen, dem sicherlich ein Teil seiner schönsten Zeit, von wem auch immer gestohlen wurde, der sich aber nicht verkriecht und hadert, sondern trotz seines schlimmen Schicksaals mutig die Initiative ergreift. Meine Hochachtung vor solchen Menschen. Volle Sternzahl.
+++++ (ein Amazon Kunde): für jeden dem das Schicksal von Marco nahe ging ein muss.
Hier schreibt Marco viel Neues über die Zeit im türkischen Gefängnis. Man gewinnt einen Eindruck was der Junge alles ertragen musste und wie er unter starker Angst seinen Alltag gemeistert hat. Besonders erschreckend ist unter welchen unmenschlichen Bedingungen ein Jugendlicher in der Welt von Schwerverbrechern leben musste.
+++++ (ein Amazon Kunde): Ergreifendes ehrliches Buch!!Für mich ein must-have Buch!
Das Buch von Marco W. - Meine 247 Tage im türkischen Knast, ist sehr offen und ehrlich geschrieben. Ich finde es gut, das dieses Buch so geschrieben ist wie wenn er es wirklich erzählt und nicht wie manch andere Bücher wo man schnell merkt, dass die Person das nicht selber geschrieben hat. Es ist sehr mutig von ihm über seine Erfahrung in der Türkei zu schreiben. Ich kann mir sehr gut vorstellen, das ihm das nicht leicht gefallen ist und er dadurch alles nochmal wieder erlebt hat. Ich persönlich habe in meinem Leben auch etwas durchgemacht und nach drei Jahren den Mut zusammengenommen und darüber geschrieben, deshalb kann ich mir vorstellen wie sehr einen das nocheinmal mitnimmt. Ob das was er schreibt, über das Geschehene, gerade in der besagten Nacht, die Wahrheit ist oder nicht kann ich natürlich nicht beurteilen, dennoch bin ich der Meinung das ein 17-Jähriger "gleich kommt" wenn ein Mädchen ihn ein bisschen erregt. Zumindest bei Marco, den wenn er so seine Art und seinen Charakter beschreibt glaube ich ihm, das er vorher nicht viel Erfahrung mit dem anderen Geschlecht gesammelt hat. Über die Erfahrung in dem türkischen Gefängnis schreibt er klar und verständlich und manche Details machen das Buch sehr traurig und ich habe teilweise mit Tränen kämpfen müssen. Weil ich zu dem Zeitpunkt als es passierte jeden Tag verfolgt habe und alle Zeitungsartikel darüber gelesen habe, lag es mir natührlich am Herzen das Buch gleich zu kaufen und in fünf Stunden war ich damit auch schon fertig, was jetzt aber nicht heißen soll, das es zu kurz ist. Es war einfach nur so interessant und spannend geschrieben, das man nicht aufhören konnte zu lesen. Sein Schicksal hat mich berührt, weil ich selber weiß wie einem zumute ist wenn man alleine und hilflos ist. Gerne würde ich ihm selber ein paar Worte schreiben, doch wie kommt man an so eine Adresse?? Ich habe Respekt vor dem was Marco durchgemacht hat und wünsche ihm und seiner jetzigen Freundin viel Glück in ihrem Leben!

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Weggefährten: Erinnerungen und Reflexionen | in den Warenkorbin den Warenkorb

Autor/Autoren: Helmut Schmidt
Herausgeber: btb Verlag
Taschenbuch

Stichworte: [Language readers] [Erinnerung] [Politik, Diplomatie] [Schmidt, Helmut] [TB/Sachbücher/Politik, Gesellschaft, Wirtschaft] [Politik (ab 1949)] [Zeitgeschichte] [Bundesrepublik Deutschland (1949-1990); Kultur] [Politiker (Biografien/Erinnerungen); Schmidt, Helmut] [Schmidt, Helmut; Biografien/Erinnerungen]

Kundenmeinungen:
+++++ (ein Amazon Kunde): Ein großer Staatsmann
Helmut Schmidt ist es in diesem Werk gelungen, sein Leben und seine Zeit durch die Menschen zu schildern, die Einfluss auf ihn ausgeübt haben. Als Leser hat es mich schon beeindruckt, zu wem Herr Schmidt von all den vielen Menschen die ihm während seiner politischen Arbeit begegnet sind, Nähe und Kontakt gesucht hat. Beim Lesen dieses Buches bemerkt man zum Einem, wie integer Herr Schmidt selbst ist und sein ganzes Leben war und vor allem, was wir dadurch verloren haben, dass ein Großteil dieser Integrität aus dem öffentlichen Leben im Allgemeinen und der Politik im Besonderen verschwunden ist.
++++ (ein Amazon Kunde): Danke, Freunde!
Ein Mann, der so viel zu erzählen hat wie Herr Schmidt, schreibt seine Memoiren nicht nur einmal - es reicht doch für ein halbes Regal! Dieses Buch widmet Helmut Schmidt allein den Menschen, denen er in seinem Leben und Wirken (bis 1996, dem Erscheinungsjahr) mehr oder weniger nahe gestanden hat. Es ist gewissermaßen eine Danksagung an alle, deren Bekanntschaft er als eine Bereicherung empfunden hat, beziehungsweise eine Respektsbezeugung an fast den ganzen Rest. Insofern ist dieses Buch wirklich sehr persönlich, sowohl was die Empfindungen des Autors, als auch was die Charakterisierung der beschriebenen Personen betrifft. Über die vielen hundert Seiten erfährt man viel über Helmut Schmidts Wertmaßstäbe, über seine Prinzipien, worauf er im politischen Leben und im persönlichen Umgang Wert legte, über den Wert persönlicher Beziehungen in Politik und den angrenzenden Gebieten. Als politisch interessierter Mensch kann man aus diesem Buch viel gewinnen: Neben den oben genannten Punkten erhält der Leser aus erster Hand persönliche Einschätzungen vieler wichtiger Persönlichkeiten der letzten fünfzig Jahre, und zwar nicht nur aus der ersten, sondern auch aus der zweiten und dritten Reihe der in der öffentlichen Wahrnehmung Stehenden. Aus der Anlage des Buches selbst ergeben sich jedoch einige Umstände, die das Lesen etwas weniger ertragreich werden lassen. Zum einen schreibt man über fremde Leute nichts Schlechtes, vor allem nicht, wenn sie schon tot sind. Deshalb werden von den wohl über hundert näher erwähnten Persönlichkeiten vielleicht nur drei oder vier vorsichtig kritisiert. Der viele Streit, den es in all den Jahren wohl gegeben haben muss, wird nicht oder nur beiläufig erwähnt. Interessant ist es darum auch zu sehen, wen er nur kurz oder gar nicht nennt. So sind z.B. die Ausführungen zu Helmut Kohl, Oskar Lafontaine und Erhard Eppler sehr knapp gehalten. Zum anderen gilt: Wer sich bei so vielen bedankt, darf natürlich möglichst keinen, der es verdient hat, auslassen. Deshalb gibt es viele Seiten, auf denen Persönlichkeiten beschrieben werden, die eine derartige Erwähnung von Seiten Schmidts weiß Gott sicher verdient haben, die aber für den durchschnittlichen Leser kaum von Interesse sind, vor allem Personen, die Schmidts Werdegang im Hamburg der fünfziger und sechziger Jahre begleitet haben. Darum empfehle ich dieses Buch auch nur Leuten, die sich für Schmidt selber und seine \'Weggefährten\' interessieren. Das Werk ist weder eine Autobiographie, noch sind es politische Memoiren. Wer sich für Schmidts Sicht auf seine Politik und den Lauf der Dinge während seiner \'aktiven\' Zeit interessiert, sollte lieber seine \'politischen\' Erinnerungsbücher "Menschen und Mächte" oder "Deutschland und seine Nachbarn" lesen.
+++++ (ein Amazon Kunde): Ein Gewinn
Ein Gewinn für den politisch interessierten Leser. Schmidts politisch führende Rolle und seine Bedeutung für unser Land stehen außer Frage. Ihm geht es um die Menschen, die ihn auf seinem politischen und privaten Weg begegnet sind. Geschrieben zu einer Zeit, als Kohl noch an der Macht war, beschäftigt sich Schmidt sowohl mit den deutschen Künstlern, die er schätzt, als auch mit den internationalen Partnern, mit denen er Weltpolitik machte. Aufschlußreich ist seine wohl richtige Einschätzung, dass in seiner und vor seiner Amtsausübung die Agierenden auf der politischen und wirtschaftlichen Nachkriegsbühne dieser Welt einen ganz anderen Hintergrund an Bildung, Intelligenz, Wissen, Güte und Verständnis sowie Weitblick gehabt haben. Da kann einem heute angst und bange werden.
+++++ (ein Amazon Kunde): Geistig-moralische Führung zu seiner Zeit
Wohl kaum ein Buch hat mir den 5. Bundeskanzler als Menschen so nahegebracht, wie das Buch "Weggefährten", in dem Helmut Schmidt auch über innere Eindrücke berichtet. Mit großer innerer Zustimmung habe ich die Beiträge zu Theaterleuten gelesen, über Karl Klasen, Carlo Schmid, Herbert Wehner, Karl-Wilhelm Berkhan, Alex Möller und viele andere. Was dieses Buch außerdem auszeichnet, ist der Dank an alle, die an diesem Buch beteiligt waren. Es ist nicht selbstverständlich, daß die Ernte eines Lebens zusammen mit anderen geteilt wird. Helmut Schmidt hat sehr wohl und vielleicht mehr als wir ahnen, geistig-moralische Führung in unserem Land und darüber hinaus ausgeübt. Dafür ist ihm und auch seiner Frau Loki zu danken
+++++ (ein Amazon Kunde): Werbung für die Politik
Ein ehemaliger Bundeskanzler hat in seinem Leben viele interessante Persönlichkeiten kennengelernt. In diesem Buch beschreibt Helmut Schmidt die Menschen, die ihn am meisten geprägt haben. Beginnend mit Schauspielern und Künstlern über Politiker bis zu Journalisten, Gewerkschaften und Wirtschaftsführern, ließt sich das Buch wie ein Who is Who der Nachkriegsgeschichte. Das interessante an diesem Buch ist, daß Schmidt immer sehr persönliche Eindrücke wiedergibt. Wenn man sich schon immer mal dafür interessiert hat, wie Staatsmänner miteinander umgehen, sollte man diese Buch lesen. Zwei Dinge fand ich besonders faszinierend: 1. Das Kapitel über Freundschaft in der Politik und die ansicht von Schmidt, daß es so etwas wirklich gibt ( Als bestes Beispiel führt er seine Freundschaft mit Valery Giscard d\'Estaing an) und 2. die Weitläufigkeit der Interessen und Bekanntschaften dieses wichtigen deutschen Staatsmannes. Für jeden der sich nur ein wenig für Politik interessiert, ist dieses Buch unbedingt zu empfehlen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni -Studentenrezension.)

top fußballbekloppt!

fußballbekloppt! | in den Warenkorbin den Warenkorb

Autor/Autoren: Reiner Calmund
Herausgeber: Bertelsmann Verlag GmbH
Gebundene Ausgabe

Stichworte: [HC/Sachbücher/Politik, Gesellschaft, Wirtschaft/Biographien, Autobiographien] [Belletristik] [Biographien, Erinnerungen] [Calmund, Reiner] [Fußball; Biografien] [Biografie, Erinnerung] [Erinnerung] [Fußball] [Sport, Fliegerei, Jagd]

Kundenmeinungen:
+++++ (ein Amazon Kunde): Ein hervorragendes Buch
Ein super Buch von einer tolllen Persönlichkeit. Interessant und kurzweilig ist das Buch und man erfährt auch vieles über den Menschen Reiner Calmund. Für jeden Fußballfan ein "muß". Aber es wird auch jedem anderen Leser, der sich nicht für Fußball interessiert gefallen, weil man nichts über das "runde Leder" wissen muß.
+++++ (ein Amazon Kunde): Calli, wie man Ihn kennt!
Ich hab\'s fast in einem Rutsch durchgelesen. Das erste Kapitel ist so interessant, weil man erfährt, warum Calmund so ist, wie er ist. Ein Tausendsassa, Hans-Dampf-in-allen-Gassen - das hat seinen Hintergrund und der wird im Buch ausführlich beleuchtet. Danach kann man durch die Kapitel springen, weil es eher thematische als chronologische Erinnerungen sind. Aber sie sind witzig und spannend. Für jeden Fußballfan ein Muß!Aber auch für den interessierten Leser ohne großen Fußballverstand, man erfährt auch mehr als nur Anekdoten zum runden Leder. Einfach stark- einfach Calli.
+++++ (ein Amazon Kunde): Ein Blick hinter die Kulissen!
"Calli und Tiere - das passt nicht", schreibt Calli in einer urkomischen Geschichte, die im brasilianischen Dschungel spielt. Und das aus dem Munde des Mannes, der "Zirkusmief" nach Leverkusen holen wollte. Schon ein bisschen komisch, Herr Calmund! :-) Ich hatte das Kapitel Fußballbücher nach einigen Enttäuschungen in den letzten Jahren schon für mich abgeschlossen, aber jetzt habe ich nach der Lektüre des Callibuchs und dem grandiosen Fußball ist nicht das Wichtigste im Leben - es ist das Einzige wieder Blut geleckt. Calli schreibt super unterhaltsam und schildert die Blicke hinter die Kulissen des großen Geschäfts Bundesliga sehr authentisch und äußerst, ja, normal. Die Anekdoten wirken nicht "aufgesetzt" sondern, so blöd sich das anhört, sehr menschlich. Ich habe es in einem Rutsch und an zwei langen Abenden durch gelesen. Klasse Fußballlektüre!

top fußball ist nicht das wichtigste im leben - es ist das einzige

Fußball ist nicht das Wichtigste im Leben - es ... | in den Warenkorbin den Warenkorb

Autor/Autoren: Ben Redelings
Herausgeber: Die Werkstatt
Taschenbuch

Stichworte: [Ballsport] [HC/Ratgeber/Sport/Ballsport] [Belletristik / Humor, Satire] [Biografie, Erinnerung] [Erinnerung] [Fußball] [Sport, Fliegerei, Jagd]

Kundenmeinungen:
+++++ (ein Amazon Kunde): Lustige Anekdoten aus dem Leben eines Fußballverrückten!!
Irgendwie fragt man sich als fußballbegeisterter Mensch doch hin und wieder, wie Leute wie Christoph Biermann, Arnd Zeigler und Konsorten so ihre Zeit und ihr Leben mit dem runden Leder verbringen und wie sie zu ihren Geschichten und wunderbar aufbereiteten Videos kommen. Jetzt weiß man es! Ben Redelings, vielleicht (noch) nicht ganz so bekannt wie seine Kollegen, hat sehr detailliert und humoristisch seinen Alltag rund um die (angeblich) wichtigste Nebensache der Welt zu Papier gebracht. Herausgekommen ist ein unglaublich witziges Buch bei dem man sehr viel über die Arbeitsweise und die Erlebnisse von "Fußball-Kulturschaffenden" erfährt. Entgegen landläufiger Meinungen scheint es mitunter ein sehr mühseliges Unterfangen zu sein, so seine Brötchen zu verdienen. An manchen Stellen freut man sich richtig mit dem Autor, wenn wieder ein "hochkarätiger Gast" wie z.B. Peter Neururer seinen Weg zu einer seiner Veranstaltungen findet... Fazit: Für jeden, der mehr als nur die "Sport-Bild" und den "kicker" liest, und für den Fußball auch ein Kulturbegriff ist, absolut empfehlenswert!
+++++ (ein Amazon Kunde): Absolut top!
Sensationelle Überraschung dieses Buch! Ich hatte es mir aufgrund eines Tipps in einem Forum bestellt und nichts Besonderes erwartet, aber die insgesamt 25 Geschichten machen einfach nur richtig, richtig Spaß. Kompletter Rundumschlag an super Anekdoten von früher bis jetzt. Und einfach nur wunderbar originelle Überschriften wie: "Wolfgang Kleff gibt das Züchten von Blumen auf" Der Autor ist fußballverrückt, echt sympathisch. Ganz ehrlich: mein Buch des Jahres bisher.
+++++ (ein Amazon Kunde): Lustig und unterhaltsam
Ich habe mir parallel dieses Buch und das Werk "Sichere Siege" von Hill bestellt und war ehrlich gesagt total erfreut über meine Entscheidung. Nach der eher deprimierend machenden Lektüre von Hill, bin ich mit Vergnügen zu diesem Buch übergewechselt. Ich finde die Geschichten über die Erlebnisse von Ben Redelings mit alten Spielern wie Ennatz Dietz oder Stefan Kuntz sehr unterhaltsam und gut geschrieben. Schöne kleine Anekdoten, die einem den Glauben an den guten alten Fußball (zum großen Teil) zurückgeben!
+++++ (ein Amazon Kunde): Begeistert
Ich habe das Buch heute direkt im Laden "Der Geist von Malente" in Bochum gekauft (druckfrisch sozusagen) und habe schon gut 1/4 gelesen. Und was soll ich sagen: Ich bin ganz schön begeistert. Redelings zaubert hier schönste Popliteratur, die sich vor den "großen Vorbildern" nicht zu verstecken braucht! Übrigens nicht nur für Fans des VfL Bochum... :-)

top eine frau in berlin: tagebuchaufzeichnungen vom 20. april bis 22. juni 1945

Eine Frau in Berlin: Tagebuchaufzeichnungen ... | in den Warenkorbin den Warenkorb

Autor/Autoren: Anonyma
Herausgeber: Btb
Taschenbuch

Stichworte: [Berlin] [Drittes Reich, Nachkriegszeit] [Erinnerung, Brief, Tagebuch] [Frau] [Geschichte, Kulturgeschichte] [Tagebuch] [TB/Sachbücher/Politik, Gesellschaft, Wirtschaft/Biographien, Autobiographien] [20. Jahrhundert] [Geschichte] [Berlin, Geschichte; Berichte/Erinnerungen] [Frauengeschichte; Berichte/Erinnerungen] [Kriegsende 1945; Berichte/Erinnerungen] [Rote Armee; Berichte/Erinnerungen] [Vergewaltigung; Berichte/Erinnerungen]

Als kurz nach Kriegsende ihr lang vermisster Freund Gerd glücklich und unerwartet von der Ostfront zurückkehrt, findet er eine ihm fremde Welt vor. Die Entfremdung wird noch größer nach einem Blick in die Tagebuchaufzeichnungen seiner Freundin. Auf seine Frage nach dem darin häufig verwendeten Kürzel "Schdg." kann sie nur bitter lachen. "Na, doch natürlich Schändung." Kurz darauf verschwindet Gerd. Ob für immer aus dem Leben der Frau aus Berlin -- wie so vieles wissen wir es nicht. Ihre Trauer darüber hielt sich in Grenzen. Nach all dem Durchlittenen war in ihr für Liebe und Zärtlichkeit kein Platz mehr frei. Man sollte sich wappnen vor der Lektüre dieser Tagebücher, die als eines der ungeheuerlichsten und authentischsten Dokumente der letzten Kriegstage in die Literaturgeschichte eingehen dürften. Anonyma, deren wahre Identität -- verständlich genug -- auf eigenen Wunsch auch über ihren Tod hinaus unbekannt bleiben soll, schildert den Fall Berlins vom 20. April bis zum 22. Juni 1945. Ihre eigene Vita bleibt weit gehend im Dunkeln. Anfang 30, Fotojournalistin, weit gereist, mehrsprachig. Ihre Russischkenntnisse sollten sich in dem kommenden menschlichen Inferno als lebensrettend erweisen. Inmitten des Bombenhagels und in banger Erwartung vor den Russen, denen ein fürchterlicher Ruf vorauseilt, haben sich Hausgemeinschaften in Kellerlöchern verschanzt; junge Mädchen werden auf Dachböden versteckt. Es sollte in den meisten Fällen nichts nützen. Anonymas unterkühlter, fast lakonischer Berichtston lässt die sich anschließenden Plünderungs- und Vergewaltigungsorgien in all ihren scheußlichen Details umso drastischer erscheinen. Trotz mehrfacher Schändung zeichnet sie ein wohltuend differenziertes Russenbild, frei von allem Untermenschendenken. Sehr bald jedoch erkennt sie pragmatisch: "Ein Wolf musste her, der mir die Wölfe vom Leibe hielt!" Anatol wird ihr "ständiger Begleiter". Fragen nach moralischer Integrität tauchen in ihr auf, werden weggewischt. In diesem Zusammenhang liefert sie auch eine schonungslose Bestandsaufnahme deutscher Mannsbilder, die sich nicht scheuten, Kellerfrauen dem Feinde zuzuführen, um selbst ungeschoren davonzukommen. Dem Schriftsteller Kurt W. Marek (bekannter unter seinem Pseudonym C.W. Ceram, unter dem er den Bestseller Götter, Gräber und Gelehrte veröffentlichte), verdanken wir den Erhalt dieses "selbstentblößenden" Kriegsgemäldes. Marek, der in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft wohnte, lernte 1946 die Schreiberin kennen und erfuhr von den Tagebuchkladden. Fünf Jahre Überzeugungsarbeit waren nötig, sie von der Notwendigkeit einer Veröffentlichung zu überzeugen. 1959 erschienen, geriet sie leider bald in Vergessenheit. Die Frau aus Berlin ist mittlerweile verstorben -- ihre Erinnerungen werden ewig leben. --Ravi Unger Aus der Amazon.de-Redaktion

Kundenmeinungen:
+++++ (ein Amazon Kunde): Eine Frau in Berlin
Passend zum Kinofilm möchte ich heute das Buch Anonyma - eine Frau in Berlin vorstellen. 1959 wurde die Geschichte zum ersten mal in einem kleinen Schweizer Verlag veröffentlicht und dann erst wieder nach dem Tode der Autorin. Diese Tagebuchaufzeichnungen einer Frau in Berlin sind im Mai 2003 - achtundfünfzig Jahre nach ihrer Entstehung, als 221 Band der Anderen Bibliothek im Eichbornverlag, Frankfurt am Main, erschienen. Der Text folgt mit einigen Korrekturen, der deutschen Erstausgabe, die 1959 bei Helmut Kossodo in Genf und Frankfurt/Main verlegt wurde. Das Nachwort von Kurz W. Marek wurde für die amerikanische Übersetzung geschrieben, die 1954 bei harcourt Brace und Company in New York erschienen ist. Es erscheint hier erstmals in der deutschen Orignialfassung. Das Lektorat lag in den Händen von Rainer Wieland (Quelle: Eichborn Verlag) Inhalt: ===== Vorwort Seite 5 Tagebuchaufzeichnungen vom 20. April bis 22. Juni 1945 Seite 7 bis 283 Nachwort von Kurz W. Marek Seite 285 Man schreibt den 20. April und die Geschichte, die Anonyma (die Autorin möchte verständlicherweise anonym bleiben, bei dem, was sie im Buch schreibt und aufdeckt ...) geht bis zum 22. Juni 1945. Die Zeit also, also Berlin fällt, als Berlin von den Russen überfallen und diese sich der Stadt und der daran noch lebenden Menschen bemächtigt. Gerd ist Anonymas Freund, er kehrt von der Ostfront zurück und versteht die Welt nicht mehr, alles in so anders, wie er Berlin verlassen hat. Als Gerd aber die Tagebuchaufzeichnungen seiner Freundin in die Hände bekommt und immer wieder "Schdg." darin zu lesen bekommt, macht er sich seine Gedanken. Anonyma klärt ihn auf und nun weiß er "Schdg." steht gleichbedeutend mit Schändung !!! Nichts ist mehr, wie es war. Diese Frau, sie ist zu der Zeit Anfang 30, von Beruf Fotojournalistin und weit in der Welt herumgekommen. Sie spricht gut Russisch und daher konnte sie sich auch mit den Soldaten verständigen. Sie und die anderen Frauen und Mädchen müssen Plünderungs- und Vergewaltigungsorgien über sich ergehen lassen. Sie müssen hart werden, um zu überleben. Ihr Herz abschalten .... Viele haben es nicht überlebt aber einige sind der Hölle entkommen. So auch Anonyma, und sie hat darüber berichtet, wie sie diese Zeit für sich empfunden, wie sie über alles versuchte hinwegzukommen und man kann verstehen, dass sie sich ausergebeten hat, auch über ihren Tod hinaus anonym zu bleiben. So ehrlich und ungeschminkt, so wahr und konkret ist noch nie über dieses Thema geredet worden. Diese Tagebuchaufzeichnungen sind auf der ganzen Welt bekannt und vielgelesen. Ich finde es unheimlich gut, dass diese Frau sich dazu entschlossen hat, der Nachwelt diese fürchterlichen Geschehnisse nicht vorzuenthalten. Man muss einfach wissen, wie schrecklich diese Zeit war, um zu begreifen, dass dies nie wieder passieren darf, um zu begreifen, was diese Menschen alles auf sich nehmen mussten, wie mutig und unverzagt sie ihr Leben meistern mussten. Es gebührt ihnen Anerkennung und Hochachtung, man kann das nicht oft genug sagen. Ich bin von diesem Buch fasziniert und habe es mit einem Kopfschütteln und stellenweisen tränenden Augen gelesen. Es ist sehr flüssig und zündend geschrieben. Der Leser kann sich sehr gut in die Gedanken und Gefühle der Frauen hineinversetzen. Man versucht, zu verstehen, man versucht zu realisieren, wie diese Frauen, diese schreckliche Zeit überstehen - überleben konnten. Anonyma erzählt auch von Anatol der ein bisschen ihr Beschützer wird, den sie sich zunutze macht, um zu überleben. Sie beschreibt stellenweise die wahrhaft schrecklichen Geschehnisse bis ins Detail. WO BLEIBT DIE MORAL ???? - werden vielleicht einige sagen, die dieses Buch lesen, aber ich finde, wo kann man Moral erwarten, wenn solche Dinge passieren - hier geht es ums nackte Überleben und das alles schildert Anonyma und ich bewundere diese Frau für ihren eisernen Willen, ihren Mut und ihr Durchhaltevermögen, ihre Art, sich durch diese Zeit zu schlängeln und dies auch noch schriftlich festzuhalten. Es sind ja nicht nur die körperlichen Qualen, die diese Frauen erleiden mussten, auch Hunger, Not, Kleidermangel, Kälte ... all dies haben sie oft ohne ihre Männer und mit ihren Kindern durchleben müssen und dann noch dies ..... Ein tolles Buch, ein Zeitzeugnis, wie es kaum besser geschrieben sein kann. Es ist berührend und zu herzen gehend, es ist wahr und schonungslos und literarisch ganz sicher ein Leckerbissen. Sie urteilt klar und nimmt kein Blatt vor den Mund, sie stempelt aber auch die Russen nicht komplett ab, sie gibt dem Leser ein komplettes Gefühls- und Gedankenbild dieser Zeit. Ich empfehle es wärmstens. Zum Abschluss noch eine kurze Leseprobe: ================================== Dienstag, 15. Mai 1945 Die übliche Hausarbeit, es ödet einen an. Oben in der Dachwohnung, die ich zum ersten Mal seit dem Russeneinmarsch wieder betrat, kramen zwei Dachdecker herum. Ihren Lohn erhalten sie in Form von Brot und Zigaretten. Kein Russe hat in die Dachwohnung gefunden. Der feine Kalkbelag auf den Dielen, der jeden Fußabdruck verrät, war unberührt, als ich die Dachdecker einließ. Mit genügend Wasser und Mundvorrat hätte ich dort oben vermutlich als unentdecktes Dornröschen verharren können. Aber darüber wäre ich mit Sicherheit verrückt geworden, so allein. Im Rathaus müssen sich mal wieder alle Leute melden. heute war mein Buchstabe dran. Ungewohnt viele Menschen waren zur Stunde der Registrierung auf der Straße. Im vorraum war ein Mann dabei, das Adolf-Relief mit Meißel und Hammer wegzuklopfen. ....
+++++ (ein Amazon Kunde): Eine starke Frau
Interressanterweise hat Anonyma dieses Tagebuch nicht benutzt um sich den Schmerz über die Vergewaltigungen und den Hunger von der Seele zu schreiben. Es scheint als hätten sie die Fähigkeit einfach immer den nächsten Schritt zu tun und Dinge zu hinterfragen vor dem Zusammenbruch bewahrt. Sie beobachtet die Reaktionen der Menschen, hinterfragt welche Charaktere nicht so leicht zerbrechen an der Situation. Natürlich sind ihre Erkenntnisse nicht ganz frei von der Propaganda der damaligen Zeit, andererseits besitzt sie aber doch wieder einen erstaunlich unabhängigen Geist und stellt sich auch Fragen wie ob Vergewaltigungen verhindert werden könnten wenn die den Soldaten erotische Bilder zur Verfügung gestellt würden und daß es nicht die Staatsform ist, die Menschen unglücklich macht sondern das sich einfach so anpassen. Was aber jetzt nur einige Überlegungen der hochintelligenten Frau sind. Mich hat dieses Buch von der ersten Seite in den Bann gezogen, durch diese genauen Beschreibungen fühlt man sich inmitten der Geschehnisse gesetzt und fühlt mit. Es ist auch ein Buch über das ich noch lange nachgedacht habe.
+++++ (ein Amazon Kunde): Keine Heldinnen - und kein "Buch zum Film"
Die letzten Tage des 2. Weltkriegs im zerbombten Berlin. Stundenlang kauern die Menschen, oft willkürlich zusammengewürfelt, in kalten, düsteren Luftschutzkellern und warten. Warten, dass der Krieg vorbei ist. Warten auf die Sieger. Die Russen, die Rote Armee. Unter ihnen eine Frau in den Dreißigern. Eine gebildete, weitgereiste und unabhängige Journalistin mit wachen und präzise beobachtenden Augen. In die Schablone einer deutschen Hausfrau und Mutter passt sie nicht. Sie ist allein, der Freund ein Sandkorn in der Wüste der Wehrmacht, Kanonenfutter, wenn es ganz schlecht läuft. Ist sie eine überzeugte Nationalsozialistin? Eine Faschistin?, wie sie schon bald von einem russischen Offizier gefragt werden wird? Wohl nicht. Vermutlich hat sie sich mit innerer Distanz irgendwie durch die Zeit des Dritten Reiches manövriert, hat Zugeständnisse gemacht, wenn es die Arbeit erforderte, ist Außenseiterin geblieben, ohne groß aufzufallen. Jetzt herrscht Endzeitstimmung. Es gibt keine ablenkende Arbeit mehr, das Schreckgespenst des Hungers wird von Tag zu Tag größer und bedrohlicher. Immer größer wird auch die Angst davor, was geschehen wird in den kommenden Tagen und Wochen, in dieser seltsamen Leere, in dem der Krieg vorbei und Frieden noch lange nicht in Sicht sein wird. Geordnete Verhältnisse, dieses urdeutsche Bedürfnis, wird es lange nicht mehr geben. Wird diese noch immer junge Frau überleben, und wenn ja, um welchen Preis? Klug und nachdenklich wie sie ist, macht sie sich keine Illusionen hinsichtlich der Sieger, die, traumatisiert und verroht, ihre Belohnung einfordern werden. Wie nach jedem Krieg, werden die Frauen der Besiegten diesen speziellen Preis bezahlen. Trieb und das Wissen, den Gegner auf eine Art und Weise zu verletzten, die kein Kampf und keine Waffe bieten kann, gehen eine grausame Allianz ein. Gewiss, nicht alle Soldaten sind Vergewaltiger, und nicht alle Frauen werden vergewaltigt. Kein Trost, wenn man vergewaltigt wird. So sitzen sie in den Kellern und warten, und das junge Mädchen aus Ostpreußen, das vom Krieg schon einmal überrollt wurde, wimmert. Beten kann sie nicht, die Frau, deren Namen wir nicht erfahren werden, aber schreiben. So fängt sie an, gegen ihre Angst an- und die Ereignisse aufzuschreiben: Einmarsch der Rotarmisten, Hunger, Not, Verrat, Niedertracht, Überleben um jeden Preis, verzweifelte Improvisationen und Auflösung der Keller-, Haus- und Zwangsgemeinschaft. Und Vergewaltigungen. Immer wieder Vergewaltigungen, zu jeder Zeit, fast an jedem Ort. Die wenigen deutschen Männer stehen - manchmal auch im eigentlichen Sinne des Wortes - ohnmächtig daneben. Die Kinder ebenso. Immer wieder bedrückend häufig Schändungen, denen auch "Anonyma" nicht entgeht, in einer Zeit, in der sich die Frauen mit der Frage "wie oft?" in die Augen sehen und manche mit Galgenhumor auch Witze reißen, ein Bollwerk gegen das Grauen. Um Ungeheuerliches, später nur allzu oft kollektiv Verdrängtes, geht es in diesem Buch, bei dem man sich nicht einig wird, ob es ein authentisches Zeugnis, ein zeithistorisches Dokument, ein tatsächlich existierender Tagebuchbericht ist. Als das wurde und wird es vermarktet. Die erste, die amerikanische Ausgabe aus dem Jahr 1954 wurde von Kurt W. Marek herausgegeben, einem Autor (Götter, Gräber und Gelehrte), der sich unter anderem darauf spezialisiert hatte, Tagebücher und andere Dokumente Dritter zu "literarisieren", also stilistisch zu überarbeiten und effektvoll zu ergänzen. Bei seiner Witwe liegen die Rechte an diesem Buch, und sie ist wohl auch im Besitz des Originaltagebuchs, das aus Heften, einer Kladde und etlichen Zetteln bestehen soll. Walter Kempowski, der im Streit um die tatsächliche Existenz der Aufzeichnungen hinzugezogen wurde und diese begutachtete, hatte keinen Zweifel an der Authentizität des emotional so bewegenden Textes. Letztendlich bleibt es dem Leser überlassen, was er glauben will. Auf mich wirkt das Buch stimmig, es ist mit stilistischem Geschick und schriftstellerischem Talent geschrieben. Faszinierend ist der distanzierte, manchmal kalt berechnende Ton. Allerdings glaube auch ich, dass die Autorin ihre Aufzeichnungen später überarbeitet und ausgeschmückt hat. Auffallend dabei ist, dass zwischen all dem Elend und Horror immer auch schwarzer Humor und eine ironisch, distanzierte Betrachtungsweise mitschwingt; Eigenschaften, die wohl der Autorin zu eigen waren. Diese ist nicht so anonym, wie sie es sich über ihren Tod hinaus gewünscht hatte. Ihre Identität, wenn es denn die richtige ist, ist dank des Internets leicht ausfindig zu machen. Warum sie als Vergewaltigungsopfer anonym bleiben wollte, liegt auf der Hand. Auf Deutsch erschienen die Aufzeichnungen erstmals 1959. Lesen wollten sie die wenigsten. Man wollte nach vorne schauen, das Vergangene vergessen und wenn das nicht möglich war, wenigstens tief vergraben, verdrängen. Die vergewaltigten Frauen sollten schweigen, das haben die meisten auch getan. Dass an ihnen Kriegsverbrechen begangen wurden, durften sie nicht glauben. Glauben durften sie, dass es eine Schande ist, wenn man vergewaltigt wird - und dass man irgendwie selbst daran Schuld hat und hinterher entsprechend weniger Wert ist. Wen wundert es, dass die anonyme Autorin vielen als Nestbeschmutzerin galt. Ein verletzter oder gar gefallener Mann war ein Held. Eine Frau, die sich angesichts roher Gewalt, oft mit Waffengewalt einhergehend, ins Unvermeidliche fügte, danach Strategien entwickelte, um weiterleben zu können, und noch später die Trümmer des Krieges beseitigte, war keine Heldin. Wenn sie ihr Schicksal beklagte, war sie eine minderwertige Schlampe. Also schwieg sie, lebte nach dem Krieg oft alleine oder bekam irgendwann ihren Mann beschädigt zurück. In diesem Fall musste sie wieder zurück in die Rolle, die sie vor dem Krieg innehatte. Ins zweite Glied, um ihre Ehe nicht zu gefährden. Ein dicker Mantel des Schweigens wurde über das Vergangene gelegt, es galt nach vorne zu schauen. Später diente Konsum und wachsender Wohlstand als Balsam für die geschundene Seele. Verständlich, dass die Kinder dieser Generation, die später die "68-er" genannt wurden, ihre Mütter, ihre Eltern nicht verstehen wollten und konnten. Geschockt von der öffentlichen Meinung, soll "Anonyma" einer weiteren Veröffentlichung im deutschsprachigem Raum Zeit ihres Lebens nicht mehr zugestimmt haben. Am meisten hat wohl an ihren Aufzeichnungen gestört, dass sie nicht gewillt war, die Opferrolle passiv hinzunehmen. Sie suchte sich schon sehr bald aus, wer sie haben - ernähren und beschützen - sollte. Ein Leitwolf sollte es sein. Einer, der ihr die anderen Wölfe vom Hals hielt. Diese Strategie half, wenn es auch mit einem Alphatier allein nicht getan war. Der gleichnamige Film, der dieser Tage in die deutschen Kinos kommt, will diese grausame Geschichte dem durchschnittlichen Popcornkonsumenten nicht pur zumuten. Den kommerziellen Erfolg fest im Auge, wurde der harte Stoff mit einer Liebesgeschichte verdünnt, die in diesem Buch noch nicht einmal anklingt. Nein, "Anonyma" war wohl kein philosophierendes deutsches Fräuleinwunder mit sanften, rehbraunen Augen, dem auch in der größten Not der passende Lippenstift und das gekonnt verwuschelte Blondhaar zur Verfügung steht. Es gab auch keine Seife, kein blütenweißes Bettzeug und keinen russischen Offizier von Hollywoodformat, der am Morgen danach im perfekt gebügelten, hochgeschlossenen Hemd lächelnd aufwachte. Hier kann man das nachlesen. Das "Buch zum Film" ist es nämlich nicht. Andersherum wird ein Schuh daraus: Der Film, durchaus sehenswert, basiert mit allen künstlerischen Freiheiten auf diesem Buch. Helga Kurz 30. Oktober 2008
++++ (ein Amazon Kunde): Beeindruchkender Beitrag zur Nachkriegsgeschichte
Kurz vor Kriegsende im April 1945 beginnt eine Frau in Berlin mit ihren Tagebuchaufzeichnungen. Darin beschreibt sie das Leid und Leben in der ausgebombten Stadt. Verschwiegen werden dabei auch nicht Hunger, Vergewaltigungen durch die Rote Armee und Plünderungen. Doch trotz allem Leid verliert die Autorin dabei nicht ihren Lebensmut. "Eine Frau in Berlin" ist ein beeindruchkender Beitrag zur Nachkriegsgeschichte. Schon allein deshalb, weil es aus der Sicht einer Zeitzeugin geschrieben ist und das nicht erst Jahre später. Des Weiteren schreibt die "Anonyma" in einer Weise, die den Leser vor all der schonungslosen Gewalt schauern lässt, andererseits behält die Autorin dabei aber auch immer ihren schon fast trotzigen Lebensmut.

top horst lichter - "und plötzlich guckst du bis zum lieben gott": mein leben und ich

Horst Lichter - Und plötzlich guckst du bis ... | in den Warenkorbin den Warenkorb

Autor/Autoren: Markus Lanz
Herausgeber: Gütersloher Verlagshaus
Gebundene Ausgabe

Stichworte: [Belletristik] [Biographien, Erinnerungen] [HC/Ratgeber/Lebenshilfe, Alltag/Lebensführung, Persönliche Entwicklung] [Biografien/Erinnerungen] [Lichter, Horst] [Erinnerung] [Religion, Kirche]

Die rheinische Frohnatur Horst Lichter ist mit seinem kunstvoll gezwirbelten Schnauzbart längst ein Star in der deutschen Kochszene. Das Rommerskirchener Original hat es geschafft. Lichter nämlich hat nicht nur seinen eigenen „Laden“ (Lichter's Oldiethek), sondern mittlerweile auch eine Kochshow im Fernsehen. Zur besten Sendezeit! Dabei ist sein Leben eine ganze Zeit alles andere als eine Erfolgsstory gewesen. Zwischenzeitlich hatte der gelernte Koch sogar seine Leidenschaft für das Kochen verloren und sich und seine junge Familie mit verschiedenen Jobs durchgebracht. Es folgten familiäre Schicksalsschläge, zwei Hirnschläge und ein Herzinfarkt. Horst Lichter schien am Ende. Doch nachdem er dem Tod im letzten Moment noch einmal von der Schippe gesprungen ist, hat er sein Leben radikal umgekrempelt und lebt jetzt sein „zweites Leben“. Der Fernsehmoderator Markus Lanz hat Horst Lichter dazu überreden können, sich mit ihm für eine Woche in ein Südtiroler Kloster zurückzuziehen und mit ihm seine „beiden Leben“ zu rekapitulieren. Herausgekommen ist ein mit zahlreichen Fotos garniertes, beeindruckendes Porträt eines beeindruckenden Mannes. Einem Unikat im besten Sinne. Einem, der sich von nichts und niemandem hat unterkriegen lassen und der die Fingerzeige des Schicksals zu deuten verstanden hat. Lesenswert! -- Freia Danz Aus der Amazon.de-Redaktion

Kundenmeinungen:
++++ (ein Amazon Kunde): Zum Hörbuch Lanz/Lichter:
Ich kannte Horst Lichter bisher als sympathischen und immer gut gelaunten Koch aus vielen Kochsendungen. Da er das Hörbuch zusammen mit Markus Lanz gestaltet hat, stellte ich es mir sehr interessant vor, Teile seiner Geschichte von ihm selbst erzählt zu bekommen. Dass, was Horst Lichter bis jetzt in seinem Leben erlebt hat, war nicht immer ein Spaziergang und so schwankt man beim Zuhören oft zwischen Schmunzeln und Rührung. Aus vielen kleinen Episoden ergibt sich das Bild eines Lebens voller Abwechslungen aber auch Schicksalsschlägen, die den Horst Lichter geprägt haben, der er heute ist. Schnell merkt man, dass sich hinter der Fassade seiner lockeren Sprüche ein sensibler Mensch verbirgt, dem das Leben eine gewisse Demut gelehrt hat. Zu Beginn des Hörbuches spricht Lanz distanziert und unbeteiligt, klingt so, als lese er die Biographie eines ihm völlig Fremden, doch dass verliert sich bald und so kann man sich besser in das Erzählte einfühlen. Auch Lichter hat Anlaufschwierigkeiten. Oft hat er nur ein paar kurze Sätze zu sprechen, doch auch er klingt dabei zuerst ein wenig bemüht - so als lese er etwas aufs Stichwort ab - etwas, dass nichts mit ihm zu tun hat. Vielleicht hätte man ihn da einfach spontan reden lassen sollen, ohne ihn in die Grenzen einer geschriebenen Vorlage zu stecken, denn der Mann ist schließlich für seine Spontaneität bekannt und ich denke, er hätte stellenweise nicht so eingezwängt gewirkt. Trotzdem hat mir das Hörbuch sehr gefallen. Die Stimme von Lanz klingt angenehm und man hört ihm, bzw den beiden gerne zu. Dass Lichter selbst einige Passagen spricht, gibt dem Ganzen noch mehr Authentizität und ich hätte den beiden noch eine ganze Zeit länger zuhören mögen. Fazit: Wer Horst Lichter mag und eine Alternative zum Buch sucht, ist hier gut bedient, auch wenn es sich um die gekürzte Buchfassung handelt.
+++++ (ein Amazon Kunde): Trotzdem großartig
Die Geschichte von Horst Lichter muß wohl einen Jeden bewegen: soviel Schicksalsschläge kann eigentlich Niemand mit einem so sonnigen Gemüt beantworten! Das macht demütig und dankbar für das eigene (längst nicht so schlimme) Schicksal. Und es macht auch Mut: man KANN das überleben! Einfach großartig. Das einzige Manko am Hörbuch: Markus Lanz schnauft ein wenig zuviel während des Vorlesens: was beim Kommentieren einer TV-Reportage okay ist, stört auf einem Hörbuch schon ein wenig. Trotzdem ohne Einschränkung: 5 Sterne!
+++++ (ein Amazon Kunde): Lockeres Lesen
Ich habe das Buch gleich an einem Tag durchgelesen, es liest sich sehr leicht und ist an zahlreichen Stellen sehr erheiternd, obwohl Lichters Leben ja eher zum Gegenteil Anlass gäbe. Auch, wenn die Formmängel (Schriftgröße etc.) auffallen, wertet es den Inhalt des Buches meiner Meinung nach keineswegs ab.

top vergiss die zeit der dornen nicht: ein soldat der 24. panzerdivision erlebt die sowjetische front und den kampf um stalingrad

Vergiss die Zeit der Dornen nicht: Ein Soldat ... | in den Warenkorbin den Warenkorb

Autor/Autoren: Günter K. Koschorrek
Herausgeber: Flechsig
Gebundene Ausgabe

Stichworte: [45] [Erinnerung, Brief, Tagebuch] [Weltkrieg 1939] [Geschichte] [HC/Sachbücher/Geschichte/20. Jahrhundert (bis 1945)] [20. Jahrhundert] [Front] [Koschorrek, Günter K.] [Stalingrad] [Tagebuchaufzeichnung] [Zeitgeschichte] [Zweiter Weltkrieg] [Panzertruppe; Berichte/Erinnerungen] [Rußlandfeldzug 1941-1944; Berichte/Erinnerungen] [Stalingrad (Schlacht); Berichte/Erinnerungen] [Wehrmacht; Berichte/Erinnerungen]

Kundenmeinungen:
+++++ (ein Amazon Kunde): Dieses Buch ist Pflicht!!!
Pflicht für alle die mal genau wissen wollen wie es für den einfachen deutschen Soldaten im 2. Weltkrieg war. Im Gegensatz zu Filmen wie \'Der Soldat James Ryan\' oder \'Band of Brothers\' wo die deutschen Soldaten oftmals als tyrannische, mörderische und teilweise auch trottelige Nazis dargestellt werden, kann man im diesem Buch den deutschen Frontsoldaten endlich von einer ganz anderen Seite erleben. Die teilweise heftig beschriebenen Sachen, wo man das Buch dann zur Seite legt um sich krampfhaft vorzustellen wie das gewesen sein muss seine Kameraden so sterben zu sehen - Niedergemetzelt oder in Fetzen gerissen. Dieses Buch zeigt den Krieg von seiner hässlichsten Seite, aber auch von der Seite wie der Autor die Kameradschaft der Männern beschreibt, wie sie sich nur im Krieg entwickeln kann. Nicht für das NS-Regime, sondern nur für die Kameraden Ihrer und anderer Einheiten haben sie immer wieder die Strapazen auf sich genommen. Ebenso wird hier das rücksichtslose Vorgehen der roten Armee gegenüber unseren Soldaten und Ihren eigenen Landsleuten beschrieben - wie der Krieg aus Menschen Bestien macht. Auch kommt gut rüber was für Kleinigkeiten die für uns heute lächerlich erscheinen, im Krieg den Soldaten eine große Freude bereiten. Man hat nicht viel und ein Leben ist hier nicht viel Wert, so wird der Autor immer wieder mit dem Tod von guten Freunden und Bekannten konfrontiert. Ein Buch was zum Nachdenken anregt.
+++++ (ein Amazon Kunde): Top Buch!!!
Ich kann den ganzen positiven Bewertungen bezüglich dieses Buches nur zustimmen. Es ist beeindruckend und erschütternd zugleich und beschreibt aus meiner Sicht sehr gut die Entwicklung der Gefühle und Empfindungen des Autors an der sowjetischen Front während des 2. Weltkrieges. Ich kenn\' bislang kein besseres Buch zu dieser Thematik.
+++++ (ein Amazon Kunde): Vergiss die Zeit der Dornen nicht
Der Autor schildert seine Zeit bei der 24. ostpreußischen Panzerdivision vom November 1942, als er in die Kalmückensteppe versetzt wird und anfangs an Einsätzen in und um Stalingrad teilnimmt. Nach der Schlacht um Stalingrad kämpft er im Ramen der Division u.a. im Brückenkopf von Nikopol, während des Rückzugs zum Bug und in Bulgarien. Er erlebt den Einmarsch der Russen in Ostpreußen im Oktober 44 und kämpft zuletzt noch als Kradmelder in der Division Großdeutschland. Ein klasse Buch. Die Aufzeichnungen sind sehr authentisch und bewegend. Dieses Buch schildert den Krieg wie er wirklich war und zeigt seine schlimmsten Seiten auf.
++++ (ein Amazon Kunde): Lesenswert !
Sehr interessantes Buch für Menschen die mehr über diesen Krieg wissen wollen. Die nicht nur die Wochenschauperspektive und die großen Truppenbewegungen in TV Reportagen mit politisch immer korrekten Kommentar erfahren möchten. Ich glaube der Krieg besonders an der sogenannten Ostfront war viel grausamer, härter für alle Menschen und unmoralischer als wir, die Nachkriegsgeneration, es uns vorstellen können. Der Autor vermittelt es sehr detailiert und glaubhaft wie unglaublich hilflos der einfache Soldat Dinge mitmachen muß, die als Pflichterfüllung verkauft wurden aber eigentlich Selbstopferung und Fütterung einer furchtbaren Kriegsmaschine eines von Anfang an nicht gewinnbaren Feldzuges waren. Oft muß man innehalten, wie sinnlos und grausam seine Kameraden, Freunde und auch Feinde starben oder schwerst verwundet wurden. Wie unmenschlich Hunger, Kälte und die permanente Angst vor dem Feind gewesen sein muß. Was mich ein wenig erstaunt, deshalb nur 4 Sterne, ist die teilweise Emotionslosigkeit in der erzählt wird. Seine Gefühle und Empfindungen in dieser Zeit und den Fronteinsätzen fliessen kaum bis gar nicht in die spannenden und bildreichen Erzählungen ein. Ansonsten denkt man manchmal, man hört einem alten Mann zu der was aus seinem Leben zu erzählen hat. Schade das nicht mehr Kriegsteilnehmer ihr Leben niedergeschrieben haben, nur wenn man die Wahrheit aus erster Hand kennt, weiss man das Krieg nichts fazinierendes hat sondern nur Menschen und ihre Seelen frißt.
+++++ (ein Amazon Kunde): Tiefe Ergriffenheit
Ich habe bereits viele Bücher dieser Gattung gelesen aber noch keines dieser Güte. Günter Koschorrek schreibt, dass man als "nicht-dabei-gewesener" die Chance hat, die Ideale, die Ängste, die Sorgen der einfachen Frontsoldaten nachzuvollziehen. Das Buch ist leicht zu lesen, vermittelt jedoch immer wieder die absolute Härte und Grausamkeit des Krieges, vorallem der Ostfront. Der Autor gibt unverblümt seine Gedanken wieder. Ein absolut gelungenes Buch. Ich bin begeistert!

top in eisige höhen: das drama am mount everest

In eisige Höhen: Das Drama am Mount Everest | in den Warenkorbin den Warenkorb

Autor/Autoren: Jon Krakauer
Herausgeber: Piper
Taschenbuch

Stichworte: [TB/Reiseberichte, Reiseerzählungen/Asien] [Asien] [Reiseberichte] [Bergsteigen; Berichte/Erinnerungen] [Everest (Mount); Reise-/Erlebnisberichte] [Erinnerung] [Everest] [Mount Everest] [Reisen]

Obwohl der Leser von Anfang an weiß, dass sich ein Unglück zusammenbraut, wird der Leser rasch vom "Gipfelfieber" gepackt. Krakauer gibt die Geschichte und die Abenteuer großer Everest-Pioniere wieder, darunter Sir Edmund Hillary und Tenzing Norgay, die zwei Männer, die den Gipfel als Erste erreicht hatten. Er macht auch klar, dass der Everest ein unversöhnlicher Berg ist. Bevor es einem Menschen gelang, zum ersten Mal einen Fuß auf den Gipfel zu setzen, hatte er bereits 24 Menschen aus 15 verschiedenen Expeditionen das Leben gekostet. Einzelheiten zu den technischen Aspekten dieses Aufstiegs erläutern dem Kletterneuling, wie gefährlich -- selbst unter den günstigsten Bedingungen -- das Bestreben ist, das Dach der Welt zu erreichen. Die ernüchternde Bilanz dieser Unglücks-Expedition -- die tödlichste in der Geschichte des Everest: Bis zum Ende des Gipfeltages hatten acht Menschen ihr Leben gelassen. Info des Verlags zum Sprecher dieses Audiobooks: Christian Brückner (geb. 1943) arbeitet als Schauspieler und Sprecher. Er hat viele herausragende Hörspiele und Lesungen produziert. Als Synchronsprecher leiht er seine Stimme u.a. Robert de Niro. Christian Brückner erhielt 1990 den Adolf-Grimme-Preis. Amazon.de-Hörbuchrezension

Kundenmeinungen:
+++++ (ein Amazon Kunde): Packend und unübertroffen
Das Buch, mit dem sich Jon Krakauer fest in die Klassikerlisten der Bergsteigerliteratur verankert hat. Ursprünglich für einen Bericht über den Massentourismus am Mount Everest angereist, erlebt Krakauer ein Drama am höchsten Berg der Welt mit, das er in diesem berührenden und zugleich packenden Buch schildert. Zwölf Bergsteiger kommen in den Wänden und Stürmen des 8000ers ums Leben; die eigentliche Leistungs von Krakauers Werk ist jedoch die enthüllende Darstellung des schonungslosen und aberwitzigen Tourismus: Fanatisch und ohne Achtung lassen sich westliche Touristen gewissermaßen auf den Berg heben. Der Weg ist nicht das Ziel. Ein Klassiker der Bergsteigerliteratur - sechs Sterne.
+++++ (ein Amazon Kunde): eine wahre geschichte
Diese Buch ist abgesehen davon, das es eine wahre geschichte ist, ein spannender fesselnder roman, welcher die tragödie einer everest-expedition erzählt die in einem tragischen unglück endet. Die Erzählung ist vom überlebenden expeditionsmitglied krakauer geschrieben. man kann gut mitfühlen wie es in den akteuren vor sich ging und der aspekt der kommerzialisierung des everest wird deutlich herausgehoben. es ist traurig und schlimm was man sich heute alles mit geld kaufen kann. eine solche trgödie war längst überfällig, und dies wird hier bestens erzählt und beschrieben. Bergliteratur vom feinsten, sehr empfehlenswert
++ (ein Amazon Kunde): Subjektive Schilderung einer Tragödie, die wenig überzeugt...
Wer Krakauers Buch "In eisige Höhen" lesen möchte oder gelesen hat, dem ist UNBEDINGT zu raten, anschließend das Buch "Der Gipfel" von Anatoli Bukreev & G.Weston DeWalt zu lesen. Denn nur so bekommt der Leser einen objektiven Gesamteindruck der Ereignisse auf dem Mt. Everest vom 10.05.1996. Bukreevs Darstellung ist m.E. die ehrlichere Version der Geschehnisse dieser Gipfelbesteigung. Ferner kommt Bukreev im Vergleich zu Krakauer ganz ohne Schuldzuweisungen bestimmter Personen aus, die möglicherweise zu dieser Tragödie führten. Bukreevs schlichte Schilderung der Ereignisse überzeugt vollens und ist darüber hinaus das weitaus besser geschriebene Buch.
++++ (ein Amazon Kunde): Bestseller mit leisen Zweifeln
Nahezu alle Überlebenden der Tragödie, die sich am 10. und 11. Mai 1996 am Mount Everest abspielte, haben ihre Erinnerungen in Büchern festgehalten. Einige Ergebnisse, wie zum Beispiel "Die letzte Herausforderung" von Lene Gammelgaard sind dabei völlig mißraten, andere, wie "Der Gipfel" des 1997 tödlich verunglückten Anatoli Bukrejew, konkurrieren mit Krakauers Buch in Hinsicht des höheren Wahrheitsgehalts. Fakt ist nur eines: Dem amerikanischen Journalisten ist das kommerziell erfolgreichste Werk, welches mit vielen interessanten Fotos versehen ist, geglückt. Die kommerzielle Extrembergsteigerei ist erst kürzlich wieder durch das verheerende Unglück am K2 in die Schlagzeilen geraten. Eine ähnliche Mischung aus Selbstüberschätzung, Ignoranz und höherer Gewalt führte auch damals direkt in ein Desaster. Krakauer, der zum Team des Unternehmens "Adventure Consultants" des Neuseeländers Rob Hall gehörte, beschreibt in seinem Bestseller detailliert die Vorbereitungen der Expedition, die Akklimatisierungstouren sowie das Zusammentreffen mit der konkurrierenden, ebenfalls kommerziellen, Expedition der Firma "Mountain Madness", die vom Amerikaner Scott Fischer geleitet wurde. Beide Bergführer kamen in diesen Tagen ums Leben. Nach dem etwas langatmigen Beginn des Buches ist das eigentliche Geschehen hochdramatisch dargestellt, für den Journalisten Krakauer kein Problem. Man fiebert mit, man leidet mit und man trauert um insgesamt acht tote Bergsteiger. Besonders die Szene, als der im Sterben liegende Rob Hall sich aus etwa 8.750 Meter Höhe noch einmal per Satellitentelefon bei seiner Frau meldete, um sich von ihr zu verabschieden, geht sehr nahe. Im Anschluß an die Rettung entspann sich eine hässliche Kontroverse zwischen Krakauer und Bukrejew, die sich gegenseitig Versagen und mangelnde Hilfsbereitschaft vorwarfen. Für meinen Geschmack wird der Kasache im Buch schlechter dargestellt, als er sich tatsächlich verhielt. Der im Text zu deutlich sichtbare Konflikt Krakauer-Bukrejew schmälert die Glaubwürdigkeit des Buches deutlich, die tatsächliche Wahrheit liegt wohl irgendwo in der Mitte aller heute bekannten Schilderungen. Für eine allumfassende Darstellung aus verschiedenen Perspektiven des Geschehens sollte man sich daher noch die anderen Erinnerungsbücher ansehen. Neben den bereits erwähnten Veröffentlichungen von Gammelgaard und Bukrejew wären das noch "Für tot erklärt" von Beck Weathers oder auch "Bis zum Äußersten" von David Breashears.
+++++ (ein Amazon Kunde): Das Buch läßt einen nicht los...!
Nachdem mir vor kurzem ein älteres GEO-Magazin aus dem Jahre 1998 mit Auszügen aus der hier in diesem Buch bis ins Detail geschilderten Tragödie am Everest in die Hände fiel, habe ich Jon Krakauers Bestseller in für mich absoluter Rekordzeit von 4 Tagen durchgelesen. Das sagt eigentlich alles. Faszinierend wie Krakauer es versteht, einem das Thema näherzubringen. Schonungslos, offen und kritisch sich selbst gegenüber beschreibt er den tragischen Verlauf dieser Everest-Besteigung, die er im Auftrag des US-Magazins "Outside" absolvierte. Obwohl es sich logischerweise um eine reine Dokumentation handelt, die fast gänzlich ohne Dialoge auskommt, ist es nicht möglich, das Buch aus der Hand zu legen. Die Problematik des kommerziellen Bergsteigens am Everest sowie die damit einhergehenden Umweltprobleme werden ebenso thematisiert wie historische Details der Erstbesteigung. Auch physische Aspekte des Höhenbergsteigens werden auch für absolute Laien anschaulich, packend und detailliert dargestellt. Dabei behält der Stil auch bei Schilderung der Katastrophe immer Würde und Mitgefühl für alle Beteiligten. Besonders imponierend fand ich den Epilog in dem Jon Krakauer nochmal auf den Konflikt mit Anatoli Bukrejev, einem der Bergführer aus dem Konkurrenz-Team eingeht. Ich kann das Buch jedenfalls uneingeschränkt empfehlen. Wer eine wirklich ergreifende Dokumentation lesen möchte, die einen wirklich packt, muß nicht länger suchen. Ich habe jedenfalls jede freie Minute für die Lektüre dieses faszinierenden Bestsellers genutzt und das kommt bei mir wirklich nicht oft vor. Bestnote!

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