Suchergebnisse
ein amerikanischer traum. die geschichte meiner familie
Autor/Autoren: Barack Obama
Herausgeber: Hanser Belletristik
Gebundene Ausgabe
Stichworte: [HC/Sachbücher/Politik, Gesellschaft, Wirtschaft/Biographien, Autobiographien] [Allgemeines] [Politikwissenschaft] [Soziologie] [Sachbuch] [Obama, Barack; Biografien] [Politiker (Biografien/Erinnerungen); Obama, Barack] [USA; Biographien] [Erinnerung] [Erinnerung, Brief, Tagebuch] [Politik, Diplomatie] [Politik, Zeitgeschichte, Recht] [USA]
Bis zu seine Ankündigung, er wolle demokratischer
Präsidentschaftskandidat werden, kannte kaum jemand außerhalb von Illinois
Barack Obama. Dass der Senator aus diesem Bundesstaat schon wenige Monate
später als Shooting-Star der Primaries und charismatischer Hoffnungsträger
gefeiert wurde, hat das politische Establishment in seinen Grundfesten
erschüttert. In seiner Autobiografie erzählt er von seinen ersten 34
Lebensjahren. Obama ist nicht nur aufgrund seines raschen Erfolgs ein
Phänomen. Er ist sperrig und lässt sich nur schwer irgendeinem Lager
zuordnen; wenig verwunderlich, dass die amerikanischen Demoskopen
regelmäßig in ihren Vorhersagen scheitern. Obama ist schwarz, stammt aber
nicht von aus Afrika verschleppten Sklaven ab. Sein Vater kam aus Kenia als
Gaststudent in die USA, die Mutter ist eine weiße Amerikanerin aus Kansas.
So ist er vielen Schwarzen zu weiß und hat bei den ersten Vorwahlen im
"weißen" Iowa demonstriert, dass er eine Mehrheit unter weißen Wählern
einfahren kann. Anderen wiederum gilt er wahlweise als neuer Martin Luther
King oder J.F. Kennedy. Obama tritt in einem Land an, das hinsichtlich
seiner verschiedenen Ethnien noch immer tief zerissen ist, in dem die
Konfliktlinien auch für Insider mitunter schwer verständlich sind. Seine
Autobiografie zeigt, wie sich diese Zerrissenheit in dem Werdegang eines
Mannes spiegelt, der lange um seine Identität rang. Obamas Autobiografie
ist 1995 zum ersten Mal erschienen. Er nennt sie einen "Beitrag zum
Verständnis der Rassenprobleme in unserem Land..." Aus ihr lässt sich
einiges über die frühen Prägungen des Newcomers erfahren und auch über
seine Visionen von einem neuen Amerika. Dass er diese Erinnerungen heute
anders schreiben würde, darf als gesichert gelten. So erzählt er freimütig
von studentischen Marathon-Partys mit nächtelangen Diskussionen, jeder
Menge Dosenbier und Zigaretten. Es sind Passagen wie diese, die nicht zum
klassischen Image eines Präsidentschaftskandidaten passen wollen, die aber
etwas Wichtiges leisten: Sie helfen, eine Persönlichkeit zu verstehen, die
ihren eigenen, keineswegs immer geraden Weg gegangen ist; die eine
juristische Karriere in Harvard begann, dann aber in der armen Chicagoer
South Side Bürgeranwalt wurde, sich um die Menschen am Rande der
Gesellschaft kümmerte und erst langsam in die Lokal-, Landes- und
schließlich nationale Politik hineinwuchs. Entstanden ist eine fast intime
Autobiografie, "eine persönliche, innere Reise ... die Suche eines Jungen
nach seinem Vater und damit auch nach einem überzeugenden Lebensinhalt für
ihn, den schwarzen Amerikaner." --Henrik Flor, Literaturtest Aus der Amazon.de-Redaktion
Kundenmeinungen:
+++++ (ein Amazon Kunde): Begnadeter Schriftsteller
Barack Obama ist, neben allem anderen auch, ein begnadeter
Schriftsteller. Er schreibt flüssig und fesselnd und dabei mit einer
analytischen Prägnanz, die selten ist.
Das Buch macht seinen furiosen Aufstieg plausibel. Die Umstände
seiner Biographie (in Indonesien und Hawaii aufgewachsen,mit amerikanischer
Mutter und kenianischem Vater) macht ihn eher zu einem Weltbürger als zu
einem typischen Amerikaner).
Seine Kindheit war nicht arm, doch in unmittelbarer Nähe von Armut.
Von Anfang an beobachtete er genau und man glaubt ihm, dass die Menschen
ihm wichtig sind.
Am meisten beeindruckt mich die erste eigene Entscheidung, die er in
seinem Leben getroffen hat. Nach seinem Studium begann er in einem Büro in
New York zu arbeiten. Gut ausgebildet,intelligent und smart, war er dafür
prädistiniert, eine klassische Karriere zu machen. Doch schon nach kurzer
Zeit verliess er diese komfortable Position um Stadtteilarbeit zu machen:
Unglamourös, schlecht bezahlt, nahezu hoffnungslos. Das beweist, dass er
von seinem Charakter her wirklich selten ist, gerade in unserer Zeit, deren
Erfolgsverständnis eindimensional geworden ist.
Was mich überraschte: Welche Rolle die Hautfarbe in seinem Leben und
in seinem Denken spielt. Sie ist, neben seinem fast unbekannten Vater, eine
der Haupttriebkräfte seiner Entwicklung.
Das Buch verströmt Optimismus und Kraft, es spornt an und ist dabei
weder pathetisch noch eitel.
Am Ende bleibt dennoch eine Frage: Wie kann jemand nur so perfekt
sein? Er hat sogar richtig pubertiert.
+++ (ein Amazon Kunde): Der leibhaftige amerikanische Traum
Vom Sohn eines kenianischen Ziegenhirten zum 44. Präsidenten der
Vereinigten Staaten - Barack Obamas Lebensgeschichte kann sich sehen lassen
und auch wenn man Politiker im Grunde an ihren Leistungen messen sollte, so
kann es sich doch lohnen, sich mit den familiären Hintergründen des
"schwarzen Kennedys" zu befassen. Und "Ein amerikanischer Traum: Die
Geschichte meiner Familie" ist dafür die beste Quelle, denn das Werk
zeichnet nicht nur Obamas Familiengeschichte nach, sondern wurde vom 44.
Präsidenten der Vereinigten Staaten persönlich verfasst. Dadurch ist es
schon einmal erheblich authentischer als der Großteil jener Biografien die
nach 2008 erscheinen werden, vor allem weil Obama direkteren Zugang zu den
Personen hatte und seine Eltern wie Großeltern bereits verstorben sind.
Dazu kommt, dass Obama seine Biografie vor dem Beginn seiner
politischen Karriere im Landtag von Illinois verfasst hat, nachdem ihm ein
Verleger anlässlich seiner Wahl zum ersten afroamerikanischen Präsidenten
der in Fachkreisen sehr renommierten Harvard Law Review einen Buchvertrag
angeboten hat. Somit ist das Buch relativ frei vom Einfluss der
Wahlkampfstrategen und PR-Berater, die Obama 2008 zum Sieg in den
Präsidentschaftswahlen verholfen haben, während die Wahrscheinlichkeit dass
hier ein Ghostwriter am Werk war, zugleich erheblich geringer ist, als im
Falle von "Hoffnung Wagen" (Originaltitel: The Audicity of Hope), dass 2004
im Rahmen eines auf 3 Bücher ausgelegten Vertrages erschienen ist, nachdem
die Neuauflage von "Dreams from My Father: A Story of Race and Inheritance"
(Ein amerikanischer Traum) bis Sommer 2005 fast 40 Wochen in der New York
Times Bestsellerliste überstanden hat und als von Obama gesprochenes
Hörbuch 2006 sogar einen Grammy abgeräumt hat.
Der Erfolg der beiden Werke Obamas mag dazu beigetragen haben, dass
sich in seinen Reden immer wieder Querverweise auf die Biografie finden
lassen und es Redenschreibern und Ghostwritern so gut gelungen ist, den
persönlichen Stil Obamas für seine Ansprachen zu verwenden, was vielleicht
zu seinem Ruf als brillanten Rhetoriker und sehr "authentischen"
Vortragenden, auch wenn er vom Teleprompter abliest, beigetragen hat.
Manche Passagen mögen sich für Obamas politische Ambitionen sogar als
hinderlich erwiesen haben, wie er im Vorwort zur Neuauflage von 2004 sogar
anmerkt, jedoch ändert das nichts daran, dass er sein Buch im großen und
ganzen genau so wieder geschrieben hätte. Allerdings muss man anmerken,
dass manche der verhängnisvollen Stellen zwar auszugsweise gute Munition
für Gegner abgeben, die Lektüre des Gesamtwerks jedoch viel dazu beitragen
kann, die Beweggründe und Umstände zu verstehen.
Grob unterteilen lässt sich Obamas Biografie in die drei Abschnitte
Kindheit, Chicago und Reise nach Kenia. Dabei erzählt er jedoch weniger
seine Lebensgeschichte, als vielmehr in der Tradition der in den USA sehr
beliebten Ahnenforschung seine kulturelle und persönliche Identitätssuche
herauszuarbeiten. Das führt vor allem dazu, dass das Werk am Ende etwas
unvollständig bleiben muss und viele Ereignisse nur im Schnelldurchlauf
abgehandelt werden, während er der Suche nach sich selbst erheblich mehr
Platz einräumt. Daraus resultiert auch, dass das Werk mit der Reise in das
Heimatland seines Vaters und den Erlebnissen dort, endet. Was aus Barack
Obama nach seiner Rückkehr in die USA wurde, der Beginn seines Studiums in
Harvard, die Wahl zum Präsidenten der Harvard Law Review, die Arbeit als
Anwalt und die ersten politischen Gehversuche bei der Wähleregistrierung,
ja sogar die beginnende Beziehung zu seiner späteren Frau Michelle
Robinson, all das fehlt, da die Erzählung ungefähr 1988 endet. Manches
lässt sich allerdings in Obamas zweitem Buch "Hoffnung wagen" nachlesen,
welches allerdings eher als politisches Manifest/Analyse zur Lage der
Nation gilt.
Obwohl die Biografie, dem deutschen Journalisten Christoph von
Marschall zufolge, weitgehend der Wahrheit entspricht und von verschiedenen
Quellen bestätigt wurde, hat sich Obama einiger "Tricks" bedient, indem er
nicht nur neue Namen für manche Zeitgenossen kreiert, sondern auch manche
Personen fusioniert und Worte in den Mund gelegt hat, die so zwar nicht
gefallen sind, aber grob dem Gesprächsinhalt entsprochen haben. Das ändert
natürlich nichts am hohen Wert des Werkes als biografischer Quelle,
wenngleich es als Autobiografie eher ungeeignet ist. Zum Teil liegt das
daran, weil dem Buch eindeutig ein Inhaltsverzeichnis fehlt, aber auch
aufgrund des fehlenden Namens- oder Personenregisters. Interessant wären im
Zusammenhang mit einer Autobiografie auch Fotos gewesen, die sich jedoch
einzig und allein auf dem Umschlag finden.
Ergo bleibt vieles dem persönlichen Vorstellungsvermögen überlassen
und das passt gut zu Obamas Stil, der sich in "Ein amerikanischer Traum"
von seiner betont verträumten, romantisierenden Seite zeigt. Obwohl es ein
sehr persönliches Stück Geschichte ist und Obama als Autor durchaus immer
wieder Einblick in seinen Gedanken- und Gefühlswelt bietet, bleibt er
unbemerkt relativ oberflächlich, was daran liegen könnte, dass er sich, wie
er zugibt, manche Dinge doch vom Hörensagen her selbst zusammenreimen
musste. Dass es dabei zu einer Verklärung mancher Ereignisse gekommen sein
kann, muss man ihm als Autor zugestehen, denn die subjektive Perspektive
ist in einer Autobiografie durchaus gewollt, besonders wenn er seinem
Umfeld gegenüber kritisch auftritt.
Hinter der blumigen Sinnsuche verbirgt sich jedoch auch die typisch
amerikanische Begeisterung für Ahnenforschung, der Versuch über seine
Abstammung an das Lebenswerk der Ahnen anzuknüpfen und sich direkt in die
Tradition der "amerikanischen Helden" zu stellen und sich so zusätzlich im
historischen Kontext Legitimation für seine Anliegen zu verschaffen. Bei
Obama dient dieser Versuch zwei Zielen, einerseits ihn als liberal zu
positionieren und andererseits als Verkörperung des American Dream
darzustellen, wobei alle Zweifel an seiner Bindung zur black community
ausgeräumt werden sollen. Dabei stellt das Argument, dass Obamas Vater
keineswegs ein einfacher Ziegenhirte aus Kenia war, sondern nach dem Besuch
einer britischen Kolonialschule mit einem Stipendium in den USA und sogar
Harvard studierte, kein wirkliches Hindernis dar, die Betonung dieser
einfachen Herkunft, wie in der Rede vor dem Demokratischen Parteitag 2004,
ist lediglich eine von vielen Floskeln, denen sich Obama aufgrund seiner
besonderen Herkunft bedienen kann.
Barack Obamas Geschichte beginnt nämlich nicht mit seiner Geburt,
sondern in der Jugend seiner Großeltern. Stanley Dunham wuchs selbst bei
seinen Großeltern auf, nachdem sein Vater, der Frauenheld, die Familie
verlassen und seine Mutter sich das Leben genommen hatte. Gramps, wie er
von seinem Enkel später liebevoll genannt wurde, der mit seinen
zurückgekämmten Haaren aussah, wie ein "Itaker", flog bereits als Kind kurz
von der Schule, nachdem er einen Lehrer geschlagen hatte. Später zog er auf
der Suche nach dem großen Abenteuer und Gelegenheitsjobs durch die Staaten
und fand in Madelyn Lee Payne eine Frau die von seiner Weltgewandtheit
fasziniert war. Mit dem Kriegseintritt der USA, meldete sich Gramps
freiwillig zur Armee und so wurde ihre gemeinsame Tochter Ann 1942 auf
einem Armeestützpunkt geboren. Nach mehrfachen Umzügen verschlug es die
Dunhams nach Hawaii, wo die 68erin Ann den idealistischen
Austauschstudenten Barack Hussein Obama kennen lernte.
Obama senior war während der Kindheit und Jugend seines Sohnes
weitgehend eine nicht greifbare Figur, welche nach der Scheidung von Ann
Dunham nur noch ein einziges Mal in das Leben des jungen Barack trat, als
er die Familie eines Weihnachtens für einige Wochen besuchte. Bis zu seinem
Unfalltod, dem Treffen mit seiner Halbschwester Auma und der Reise nach
Kenia blieb Obama sr. eine Projektionsfläche für den Sohn im fernen
Amerika. Nach der Heirat seiner Mutter mit dem indonesischen
Austauschstudenten Lolo Soetoro, aus der Halbschwester Maya Soetoro-Ng
hervorging, übernahm dieser zumindest für einige Zeit die Vaterrolle für
den Jungen, bis "Barry", wie er meist genannt wurde, wieder in die USA
zurückkehrte und fortan bei seinen Großeltern lebte.
In einem Land wo Minderheitenpolitik immer mehr hinterfragt wird und
demografisch bedingte Entwicklungen die Illusion von einer mehrheitlich
protestantisch geprägten weißen angelsächsischen Nation längst zur
Vergangenheit gemacht haben, steht Barack Obamas Erfolgsgeschichte für
einen bedeutenden Ausnahmefall, hat er es doch als erst dritter
Afroamerikaner in den Senat und als bisher überhaupt einziger ins Oval
Office geschafft. Dennoch ist seine ungewöhnliche Lebensgeschichte zwar
Beispiel für die Möglichkeiten des American Dreams, entzieht sich aber
zugleich des Versuchs der Nachahmung, denn am Ende relativiert sich alles,
am Ende ist er der Sohn einer alleinerziehenden Mutter, der bei den
Großeltern aufgewachsen ist, jedoch immer gute Schulen besuchen konnte und
"die Verzweiflung und die Unruhe der Ohnmächtigen [...] wie sie das Leben
der Kinder auf den Straßen von Djakarta, Nairobi und in der Chicagoer South
Side beeinflusst, wie schmal der Grat zwischen Demütigung und grenzenloser
Wut ist, wie schnell aus Hoffnungslosigkeit Gewalt wird" nie am eigenen
Leib erfahren musste, sie jedoch aus seinen Beobachtungen als Kind,
Sozialarbeiter, Anwalt und Politiker kennt.
Change we can believe in, mag er seinen Wählern 2008 versprochen
haben und doch sollte man nach 8 Jahren George W. Bush nicht von
antiamerikanischen Bush-Bashing in bequeme Heldenverehrung verfallen,
sondern auch Barack Obama, wie jeden Politiker an seinen Taten und nicht
den Worten messen. "Ein amerikanischer Traum" ist keine Offenbarung, es ist
die Hintergrundgeschichte zum Symbolcharakter Präsident Obamas, der darin
Ideale formuliert hat, an denen er legitim gemessen werden kann.
Veränderung sei nur von der Basis aus möglich, daher wollte er
Stadtteilarbeit machen und daher ist "Yes, we can!" ein Wahlspruch der wie
kein anderer zu ihm passt, denn er entspricht Obamas Grundüberzeugung, dass
nur die amerikanische Gesellschaft die Kraft besitzt, die USA zu verändern.
Und man ist geneigt ihm zuzustimmen, ist er doch ein scharfsinniger
Beobachter, dessen Schilderungen der Chicagoer South Side auch viel dazu
beitragen, umstrittene Persönlichkeiten wie Jeremiah Wright und die
gesellschaftlichen Probleme der USA zu begreifen.
"Ein amerikanischer Traum" verkörpert einen besonderen Charme, das
Buch ist aufrichtig und verträumt, eine fast romanartige Suche nach
Herkunft und Identität. Da es noch vor Beginn der wirklich politischen
Karriere Barack Obamas entstanden ist, ist es wahrscheinlich auch erheblich
authentischer und näher am "wahren Obama" dran, als alles was nach 2004
kam. Indes bleibt das Buch in vielerlei Hinsicht sehr schwammig, was es als
Biografie zwar sein darf, aber enttäuschend wirken lässt, wird doch allein
das afroamerikanische und liberale Erbe Obamas behandelt, was ihn allein
aber noch nicht ausmacht. Was fehlt ist das Leben fern der Suche nach sich
selbst, die nackten Fakten, auch jene über Leben und Liebe. Fakt ist,
obwohl 1995 erschienen, behandelt das Werk nur Obamas Leben bis 1988 und
konzentriert sich dabei vor allem auf die kulturellen und familiären
Aspekte, wobei vieles außen vor bleibt, etwa seine Jahre in und nach
Harvard.
Ist man vom oft ausschweifenden und blumigen Stil des US-Präsidenten
nicht ganz hin und hergerissen, ja wünscht man sich ab und zu, vielleicht
etwas konkretere Informationen über Obamas Leben, man könnte enttäuscht
sein. Das heisst nicht, Obamas Werk wäre nicht authentisch, denn genau das
ist es. Gefühle, Gedanken, Einsichten, Obama vermittelt sie hervorragend,
nichtsdestoweniger ist es die Synthese aus dieser emotionalen
Tiefgründigkeit und einer kaum beachteten biografischen Oberflächlichkeit,
aufgrund derer man sich klar sein sollte, dass Obamas "Autobiografie" in
vielerlei Hinsicht den gängigen Vorurteilen entspricht. Inhaltliche
Unausgewogenheit, viele Anekdoten, übermäßige Betonung von bestimmten
Handlungssträngen und all das als Folge der Vorgabe, des Titels und dieser
ist im Original eben "Dreams from My Father: A Story of Race and
Inheritance".
Das Ergebnis ist eine Biografie, wie man sie von Barack Obama eben
erwartet. Wortgewaltig und doch träumerisch, eine Suche nach dem Erbe eines
Mannes den er nie kannte, dessen Idealen er sich aber irgendwie trotzdem
verpflichtet fühlt. Die daraus resultierende Unterordnung des
"Lebenslaufs-Teils" unter die "Identitätssuche" muss man jedoch schlucken,
genauso wie die fehlenden 7 Jahre zwischen der Kenia-Reise 1988 und dem
Erscheinungsdatum 1995, diese passten nicht mehr ins Konzept. Ebenso wenig
erfährt man über politische Zielsetzungen oder Persönliches, sofern
letzteres nicht mit der Suche nach sich selbst oder Kindheitserinnerungen
zu tun hat. Was unterm Strich bleibt sind 90% Roman über die Suche nach den
Wurzeln und 10% Biografie, die es auf mehrere 100 Seiten ausgedehnt sicher
bald in den ersten Barack H. Obama-Biografien nachzulesen gibt. Einzig der
Bonus, dass das Werk von Obama selbst geschrieben ist und viele der Quellen
die er dazu nutzen konnte, bereits verstorben sind, können es langfristig
von den Werken Dritter abheben.
Fazit:
Auch inhaltlich etwas verträumt und ganz eindeutig Obamas Stil
entsprechend, eine fast romanartige und vor allem sehr authentische,
gefühlsbetonte Autobiografie über die Suche nach einer Antwort auf die
Frage "Wer bin ich?".
+++++ (ein Amazon Kunde): American Dream come true
In der enthusiastischen Stimmung nach Obamas Wahl habe ich mir dieses
Buch des künftigen Präsidenten der USA besorgt. Es handelt sich um seine
Autobiographie - aber das Erstaunliche ist, dass sie bereits 1995
erschienen ist, von einem Niemand also, der gerade einmal am Anfang seiner
30er sein Jurastudium beendet hatte und sich eine einjährige Auszeit nahm,
um dieses Buch über sein Leben und seine Familie zu verfassen. Gleichwohl
ist es von einem Menschen verfasst, der sich zu Höherem berufen fühlt und
der weiß, dass er es erreichen wird.
Natürlich hat auch ein Obama vor 14 Jahren nicht geahnt, dass in ihm
ein künftiger Präsident der Vereinigten Staaten schlummert. Und so handelt
es sich - gemessen an der späteren staatstragenden Bedeutung des Autors -
um ein außergewöhnlich offenes und privates Buch. Ein außergewöhnlicher
Fall, denn normalerweise erscheinen solche Lebenserinnerungen erst im
nachhinein und sind versehen mit allen Finessen der Distanzierung, die das
Amt nun einmal mit sich bringt.
Hier lesen wir die erfrischende Geschichte eines Unbekannten, welchem
allerdings aufgrund seiner ungewöhnlichen familiären Geworfenheit eine
außergewöhnliche Lebensgeschichte blüht. Barack ist der einzige Sohn einer
amerikanischen jungen Frau und eines aus Kenia stammenden schwarzen
Studenten. Die Ehe geht bald in die Brüche und die Mutter, die offenbar zu
exotischen Lebensformen neigt, nimmt mit ihrem kleinen Jungen Reißaus nach
Indonesien, wo sie mit einem zweiten Mann lebt. Dort verbringt der kleine
Obama die ersten Jahre seiner Erinnerung und entwickelt schon früh ein
Gefühl dafür, an einem fremden Ort zu leben, wo sie eigentlich nicht
hingehören. Erste Reflexionen über Heimat und Fremdheit drängen sich
bereits dem jungen Obama auf. Der Lebensentwurf in Indonesien scheitert.
Mutter und Sohn kehren zurück in die USA - nach Hawai. Fortan lebt die
Familie zusammen mit den Eltern der Mutter. Der junge Barack Obama wächst
bei den Großeltern auf. Der mehrwöchige Besuch des Vaters aus Kenia ist
eine besonders lesenswerte Episode.
Am meisten beeindrucken allerdings die Reflexionen und Einsichten
über das Schwarz-Sein in der Welt der Weißen. Die Komplexität dieses
Problems wird einem nicht-amerikanischen durch die Bewusstseinsschärfe
Obamas erst wirklich klar. Besonders stark in diesem Zusammenhang ist dann
auch die Passage, in der die versteckten Vorurteile der eigenen Großmutter
deutlich werden - nicht gegenüber ihrem Enkel, aber im allgemeinen. Hier
wird einem einmal deutlich, welch tiefe Bewusstseinsdimensionen Xenophobien
berühren - jenseits aller Multi-Kulti Ideologie. Umso erstaunlicher ist es,
dass es Obama gelungen ist, die Hautfarbe nicht zum Wahlkampfthema zu
machen.
Ein weiterer großer Teil des Buches betrifft seine politischen
Lehrjahre als "Organizer" in den verkommenen sozialen Wohnbausiedlungen
Chicagos. Hier verdient sich Barack in seinen 20er Jahren seine Sporen. In
den Ghettos Chicagos versucht er - getragen vom Enthusiasmus über den
ersten schwarzen Bürgermeister Chicagos in den 80er - Gutes zu tun. Nach
zwei Jahren sozialer Arbeit bekommt er ein Stipendium und geht nach
Harvard. Auch hier wieder die Auseinandersetzung, die alle erfolgreichen
Schwarzen trifft: Bist du einer von uns oder von denen. Aber Obama findet
Alternativen zu diesen Optionen, einen mittleren Weg, der ihn bis an die
einsame Spitze der Vereinigten Staaten geführt hat.
Ein letzter Teil spielt in Kenia, wo Obama vor seinem Studium seine
väterliche Familie aufsucht - der Vater ist bereits verstorben - und sich
mit seinen Ursprüngen auseinandersetzt. Dieser Teil weist kulturell eine
ganz andere Färbung auf und liest sich ausnehmend interessant.
Insgesamt handelt es sich um eine ausgesprochen interessante Lektüre,
die sich auch literarisch überhaupt nicht zu verstecken braucht.
+++++ (ein Amazon Kunde): Kompakt und intelligent
Dies ist nicht eine Lebenserinnerung der üblichen Art, sie enthält
vielmehr als man erwarten könnte.
Barack Obama schrieb dieses Buch bereits im Jahr 1995 und enthüllte
darin seine Seele.
"Dreams from My Father" so nannte er seine literarische Arbeit und
sie war mehr als nur ein Versuch, sich literarisch zu zeigen.
Obwohl, es ist schon der Stil, der seinen Verfasser auszeichnet und
der die Leser mitnimmt. Ein Stil, der rhythmisch bewegt und alles enthält,
was große Literaten auszeichnet.
Man atmet mit.
Das alles ist aber weißgott nicht geradezu einfach zu lesen, obwohl
es einen weiterzieht in diesem großartigen Gemälde eines amerikanischen
Lebens inmitten des ausgehenden 20. Jahrhunderts und hinein ins 21. Es ist
mehr das Interessante daran, dass einiges gesagt wird und sofort gespiegelt
wird in einer fast ausufernden Vernunft. Das ist sichtlich bewegend und
schön zu sehen. Alles, die Kindheit, die Jugend, die alltäglichen
Geschehnisse in vielen Erdteilen und die innere Ausleuchtung des Ganzen,
also auch der Heirat seiner Eltern, die damals nicht einfach zu unternehmen
war und was sich daraus ergab, das alles erscheint in einem sich
spiegelnden Licht voller Hoffnung und Wendungen.
Die Suche nach dem Vater also ist der eigentliche Titel und das
Vorbild dieses Mannes, der sich für die Belange seines Volkes einbrachte
und der einen großen Wert auf Familie und Zusammenleben legte, ist wohl das
Ziel und ist der Beweggrund dieses Buches. Natürlich ist der Autor dabei
auf dem Weg zu sich selbst.
So entsteht ein derart buntes Gewebe amerikanischer und weltgewandter
Lebensart, das alles nur noch interessant und bewundernswert genannt werden
kann.
Sicherlich ist von einem solchen Mann Vieles und sogar Großes zu
erwarten, wir sollten aber nicht übersehen, dass Präsidenten, auch in
Amerika, ja gerade dort im Verbund mit den Mächten stehen, die das Sagen
haben. Das aber gilt überall auf unserer Erde und so sind unsere
Erwartungen gepaart mit der Hoffnung, dass Vernunft und Liebe sich finden
werden. Das ist z.B. ein schönes Ziel. Ich selbst bin guter Dinge, was das
angeht.
+++++ (ein Amazon Kunde): Sehr persönlich und aufschlussreich
Der Stil des zum ersten Mal vor ca. 14 Jahren erschienenen Buchs ist
für einen Politiker sehr persönlich gehalten, der Inhalt insgesamt sehr
aufschlussreich. "Ein amerikanischer Traum" beschreibt im Wesentlichen drei
Lebensstationen: Barack Obamas Kindheit in Hawaii und Indonesien, dann den
Beginn seiner politischen Arbeit in Chicago und schließlich die Suche nach
seiner Familie und seinen Wurzeln väterlicherseits in Afrika.
Wer sich ein genaueres Bild des neuen amerikanischen Präsidenten
machen möchte, der sollte das Buch unbedingt lesen. Seine ganze
Lebensgeschichte macht deutlich, dass dies tatsächlich mal wieder ein
"amerikanischer Traum" ist, denn im Grunde könnte er als ein Amerikaner mit
Migrationshintergrund bezeichnet werden: Geboren wird er auf Hawaii -
weitab vom amerikanischen Festland - als Sohn einer weißen Studentin aus
Kansas und eines schwarzen Studenten aus Kenia. Schon zwei Jahre nach
seiner Geburt trennen sich die Eltern wieder. Die Mutter heiratet bald
wieder, diesmal einen indonesischen Studenten, dem sie - zusammen mit
Barack - bald in dessen Heimat (noch weiter vom amerikanischen Festland
entfernt) folgt. Erst mit 10 kehrt Barack Obama nach Hawaii zurück, wo er
zunächst von den Eltern seiner Mutter aufgezogen wird. Dies zeigt
zweierlei: Erstens unterscheidet sich Obama mit seiner Lebensgeschichte
ganz erheblich von den meisten Afroamerikanern, und zweitens erwarb er
schon frühzeitig weit über die USA hinausgehende Erfahrungen, zu denen
beide Familienstränge (väterlicherseits und mütterlicherseits) beigetragen
haben.
Diese frühen Erfahrungen, gepaart mit einer genauen Beobachtungsgabe,
mit Intelligenz und Empathie und den Grundlagen, die er bei seiner
politischen Arbeit in Chicago erworben hat, haben ihn wohl zu der Person
gemacht, die nun auf eindrucksvolle Weise die US-Präsidentschaftswahl
gewinnen konnte.
außer dienst: eine bilanz
Autor/Autoren: Helmut Schmidt
Herausgeber: Random House Audio
Audio CD
Stichworte: [AUDIO/Sachbücher/Politik, Gesellschaft, Wirtschaft/Politik] [Politikwissenschaft] [Populäres] [Soziologie] [Deutschland; Politik/Zeitgeschichte (Audio-CDs)] [Politik; Audio-CDs] [Schmidt, Helmut; Audio-CDs] [Zeitdokumente (Audio-CDs)] [Biografie, Brief, Erinnerung, Tagebuch] [Erinnerung] [Hörbuch] [Politik, Diplomatie]
Kundenmeinungen:
+++++ (ein Amazon Kunde): Außer Dienst trifft nicht den Punkt
Faszinierend, phantastisch. Wer das Leben und die Arbeit von Helmut
Schmidt verfolgen konnte und nun eine, ja beinahe schonungslose
Zusammenfassung, liest, muss begeistert sein. Helmut Schmidt hat das Glück,
die Wirkung seines eigenen Tuns aus der Entfernung und innerhalb der
jüngeren Geschichte betrachten zu können.
Jetzt bedauere ich, dass ich dieses, sein Wirken nicht intensiver
verfolgt habe.
Ein Buch, welches Pflichtlektüre für jeden jungen Menschen werden
sollte.
Danke Helmut Schmidt.
marco w. - meine 247 tage im türkischen knast
Autor/Autoren: Marco Weiss
Herausgeber: Hamburger Kinderbuch
Gebundene Ausgabe
Stichworte: [Erinnerung] [Lebenserinnerung] [Memoiren] [HC/Sachbücher/Politik, Gesellschaft, Wirtschaft/Biographien, Autobiographien] [Belletristik] [Biographien, Erinnerungen] [Sachbuch / Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Recht] [Gefängnis; Berichte/Erinnerungen] [Gefängnis; Kindersachbuch/Jugendsachbuch] [Türkei; Berichte/Erinnerungen] [Türkei; Kindersachbuch/Jugendsachbuch]
Kundenmeinungen:
++++ (ein Amazon Kunde): Bewegend, interessant, aber ohne Überraschungen
Jeder kennt seine Geschichte: Der 17jährige Schüler Marco W. wird im
Türkeiurlaub nach einer harmlosen Schmuserei festgenommen und verbringt
dank der schlampigen türkischen Justiz unglaubliche 247 Tage in Haft.
In seiner Biographie schildert er nun alles im Detail, angefangen vom
Urlaubsbeginn über die verhängnisvolle Nachtbis hin zu seiner vorläufigen
Freilassung im Dezember 2007. Offen und absolut ehrlich gewährt er
Einblicke in seine Gedanken und Gefühle, die Haftumstände und die
Prozesstage und wie er immer wieder Mut schöpfte.
Das Buch ist angenehm ehrlich und kurzweilig erzählt. Ich muss aber
gestehen, dass ich trotz der interessanten Lektüre etwas ernüchtert zurück
blieb. Große Überraschungen bleiben aus, eigentlich war alles schon durch
die Medien längst bekannt geworden. Trotzdem eine interessante Lektüre für
alle, die sich noch einmal näher mit dem Fall auseinander setzen wollen.
+++++ (ein Amazon Kunde): Ein lesenswertes und bewegendes Schicksal
Im Jahr 2007 sorgte der Fall des über mehrere Monate hinweg
inhaftierten Jugendlichen Marco W. weltweit für Aufsehen.
In seinem Tagebuch ähnlichen Bericht schildert Marco Weiss seinen
Urlaub im türkischen Antalya, seine Bekanntschaft zu deutschen und
englischen Jugendlichen, die Geschehnisse im Zimmer der jungen Britin,
seine Anklage, seine Inhaftierung im türkischen Gefängnis, seine über acht
Monate immer wieder aufgeschobenen Gerichtsverhandlungen und schließlich
seine Freilassung und sein normalisiertes Leben daheim in Deutschland..
Jemand, der Geschehnisse seinerzeit in den Medien verfolgt hat, der
wird vieles noch in Erinnerung haben. In diesem Buch gibt Marco Weiss noch
einmal alle Details aus seiner Sicht wieder. Schade hierbei ist, dass dabei
die Chronologie manchmal verlassen wird, einigem vorweg gegriffen wird und
sich einiges wiederholt. Die Geschehnisse und seine Empfindungen schildert
der Autor überaus lebendig in einer bisweilen naiv anmutenden Schreibweise,
die seinem jungen Alter jedoch entspricht und so dem Buch eine gewisse
Authentizität verleiht. Auch wenn Marco Weiss immer wieder Unverständnis
gegenüber der Anklage und dem Gericht zum Ausdruck bringt, oder er die
Missstände im Gefängnis schildert, er greift weder die Personen noch die
türkischen Institutionen an sich an. Er gibt zwar das Erlebte aus seiner
Sicht wieder, doch ist er auch immer um eine gewisse Neutralität bemüht.
Das verleiht dem Buch die Glaubwürdigkeit, die die Sache verdient. Vielmehr
beschreibt Marco Weiss mehr als einmal, dass er in all den für ihn harten
Monaten auch sehr viele nette und freundliche Türken unter den Gefangenen
und der Exekutive kennen gelernt hat und er dem Land und den Menschen
nichts nach trägt. Auch gegenüber dem mutmaßlichen Opfer und deren
Angehörigen hegt er keinen Groll, nur sein Unverständnis bringt er immer
wieder zum Ausdruck. Das nötigt einem Respekt ab!
Wenn sich Marco Weiss das gesamte Buch hindurch immer wieder bei all
seinen Unterstützern bedankt und am Schluss sogar um Hilfe für seinen an
Leukämie erkrankten Vater bittet, so fehlt mir in diesem Zusammenhang
leider ein Appell an die Leser, damit diese nicht wie er in ähnliche
Situationen kommen. Nämlich ein paar Worte darüber, dass wir Mitteleuropäer
in vielen Tourismus-Ländern nicht immer auf die gewohnte liberale
Einstellung von Polizei und Justiz hoffen dürfen, es auch andere Gesetze
gibt und dass man sich in mancher Hinsicht nicht so sorglos verhalten darf
wie daheim. Wenn man das allerdings zwischen den Zeilen herauslesen kann,
ein durch aus bewegendes und lehrreiches Buch.
Ein lesenswertes und bewegendes Schicksal eines Jungen, der in die
Mühlen von Justiz und Politik geraten ist.
+++++ (ein Amazon Kunde): M wie Maro, M wie Mutig
Ja, für mich ein sehr mutiges Buch, ein sog. nonstop "Durchlesebuch",
das ich einfach nicht zur Seite legen konnte. Was muss in einem jungen
Menschen vorgegangen sein, der nach zahllosen Verhandlungen im Ausland,
mit erstklassigen Entlastungszeugen auf seiner Seite, für ihn
unverständliche Vertagungen erlebte, von seinen Eltern getrennt wurde und
immer wieder in seine Zelle zurück musste?
Warum mutig? Tatsache ist, das Buch platzt in ein laufendes
Verfahren, auf dessen Einflussnahme die Betreiber mit unter recht
ungehalten reagieren, weil sie das Recht der Unabhängigkeit beanspruchen.
Tatsache ist aber auch, dass ein Buch nicht einfach erscheint,
sondern der Autor sich entschließt es zu schreiben, oder eben nicht. Die
daraus resultierenden Konsequenzen, das muss einfach unterstellt werden,
nimmt hier der Autor bewusst in Kauf.
Ich sehe deswegen allein im Erscheinen dieses Buches einen klaren
Hin(Be)weis auf Marco\'s Unschuld. Dieses Buch zu schreiben, hieß sich
ständig mit Situationen zu konfrontieren, die im Speziellen für einen
Jugendlichen die Hölle gewesen sein müssen. Für einen Unschuldigen dient
das der Aufarbeitung, ist aber gewiss nicht angenehm und erfordert
unwahrscheinlich viel Kraft und Mut. Dies alles hinzunehmen ist wohl nur
möglich, wenn Aspekte der Persönlichkeitsehre nicht außer Acht gelassen
werden.
Ein Schuldiger, mittlerweile in Freiheit, mit dem Bewusstsein, in der
Türkei nicht mehr zur Rechenschaft gezogen zu werden zu können, wäre wohl
kein Risiko eingegangen, hätte sich versteckt und geschwiegen, allein
schon deswegen , um nicht neuen Nährboden zu liefern. Für welche Adresse
passt wohl dieses Raster?
Statt dessen versucht Marco in einem flüssigen Stil, nachvollziehbar,
einfühlsam, schlüssig, und damit glaubhaft, die Aufarbeitung des ihm m. E.
widerfahrenen Unrechts, angefangen bei der von ihm nicht nachvollziehbaren
Anschuldigung des angeblichen Opfers, der gefühlten desaströsen Inkompetenz
der Strafverfolgungsbehörde, der rechtswidrigen Beweiserhebung, über die
skandalöse Unterbringung als U-Häftling unter zum Teil drogensüchtigen
Erwachsenen, bis hin zu der gefühlten Prozessverschleppung, aus seiner
ureigenen Sicht zu schildern und nimmt sich dabei selbst nicht aus. Ich
denke an den Passus, es war vorbei, ehe es richtig begann. Die Wahrheit zu
schreiben erfordert oft mehr Mut, als zu schweigen, dient letztlich aber
als Beweis für Authentizität.
Eine mögliche oder beabsichtigte Einflussnahme auf den noch immer
nicht abgeschlossenen Prozess kann ich auf Grund der geschilderten
Umstände nicht erkennen. Die gesamten Erzählungen stellen subjektive
Eindrücke dar und können m.E. nicht als Kritik am Gericht gewertet werden.
Der Umkehrschluss würde ja bedeuten, dass Wahrheiten unterdrückt werden
müssen.
Ich denke, es steht keinem Außenstehenden zu, negative Kritik am
Erscheinungszeitpunkt dieses Buches zu üben. Vielmehr entscheidet das der
unmittelbar Betroffene, nämlich dann, wenn Mauern zu bröckeln beginnen, die
- um dieses unsägliche Leid mental zu überleben, errichtet wurden. Dann
nämlich ist es gut vorstellbar, dass jemand seine nun nicht mehr
hinnehmbare Rolle als Opfers realisiert. In unserer Geschichte, wie ich
meine, als Missbrauchsopfer eines staatlichen Gewaltmonopols. Dies zu
verdrängen, wäre der wohl falsche Weg.
Also ich finde, Marco hat jedes Recht der Welt dieses für mich
gelungene Buch auch während eines nicht abgeschlossen Verfahrens zu
veröffentlichen, zumal dessen Ende ja wirklich nicht abzusehen ist.
Gelungen, hauptsächlich deswegen, weil Marco seine empörende Geschichte
ohne Schuldzuweisungen erzählt und er somit das gefühlte Unrecht nicht mehr
in sich isoliert.
Wenn jetzt, wie auch schon zu lesen war, einige Leute Marco oder
seiner Familie, auf Grund dieses Buches Profitsucht vorwerfen, muss ich
mich fragen, ob erbrachte Leistungen nicht mehr vergütet werden dürfen?
Fazit: Ein mehr als empfehlenswertes Buch, über einen mittlerweile
auch unter tragischen Umständen erwachsen gewordenen Jugendlichen, dem
sicherlich ein Teil seiner schönsten Zeit, von wem auch immer gestohlen
wurde, der sich aber nicht verkriecht und hadert, sondern trotz seines
schlimmen Schicksaals mutig die Initiative ergreift.
Meine Hochachtung vor solchen Menschen.
Volle Sternzahl.
+++++ (ein Amazon Kunde): für jeden dem das Schicksal von Marco nahe ging ein muss.
Hier schreibt Marco viel Neues über die Zeit im türkischen Gefängnis.
Man gewinnt einen Eindruck was der Junge alles ertragen musste und
wie
er unter starker Angst seinen Alltag gemeistert hat. Besonders
erschreckend ist unter welchen unmenschlichen Bedingungen ein Jugendlicher
in der Welt von Schwerverbrechern leben musste.
+++++ (ein Amazon Kunde): Ergreifendes ehrliches Buch!!Für mich ein must-have Buch!
Das Buch von Marco W. - Meine 247 Tage im türkischen Knast, ist sehr
offen und ehrlich geschrieben. Ich finde es gut, das dieses Buch so
geschrieben ist wie wenn er es wirklich erzählt und nicht wie manch andere
Bücher wo man schnell merkt, dass die Person das nicht selber geschrieben
hat. Es ist sehr mutig von ihm über seine Erfahrung in der Türkei zu
schreiben. Ich kann mir sehr gut vorstellen, das ihm das nicht leicht
gefallen ist und er dadurch alles nochmal wieder erlebt hat. Ich persönlich
habe in meinem Leben auch etwas durchgemacht und nach drei Jahren den Mut
zusammengenommen und darüber geschrieben, deshalb kann ich mir vorstellen
wie sehr einen das nocheinmal mitnimmt.
Ob das was er schreibt, über das Geschehene, gerade in der besagten
Nacht, die Wahrheit ist oder nicht kann ich natürlich nicht beurteilen,
dennoch bin ich der Meinung das ein 17-Jähriger "gleich kommt" wenn ein
Mädchen ihn ein bisschen erregt. Zumindest bei Marco, den wenn er so seine
Art und seinen Charakter beschreibt glaube ich ihm, das er vorher nicht
viel Erfahrung mit dem anderen Geschlecht gesammelt hat.
Über die Erfahrung in dem türkischen Gefängnis schreibt er klar und
verständlich und manche Details machen das Buch sehr traurig und ich habe
teilweise mit Tränen kämpfen müssen.
Weil ich zu dem Zeitpunkt als es passierte jeden Tag verfolgt habe
und alle Zeitungsartikel darüber gelesen habe, lag es mir natührlich am
Herzen das Buch gleich zu kaufen und in fünf Stunden war ich damit auch
schon fertig, was jetzt aber nicht heißen soll, das es zu kurz ist. Es war
einfach nur so interessant und spannend geschrieben, das man nicht aufhören
konnte zu lesen. Sein Schicksal hat mich berührt, weil ich selber weiß wie
einem zumute ist wenn man alleine und hilflos ist.
Gerne würde ich ihm selber ein paar Worte schreiben, doch wie kommt
man an so eine Adresse??
Ich habe Respekt vor dem was Marco durchgemacht hat und wünsche ihm
und seiner jetzigen Freundin viel Glück in ihrem Leben!
weggefährten: erinnerungen und reflexionen
Autor/Autoren: Helmut Schmidt
Herausgeber: btb Verlag
Taschenbuch
Stichworte: [Language readers] [Erinnerung] [Politik, Diplomatie] [Schmidt, Helmut] [TB/Sachbücher/Politik, Gesellschaft, Wirtschaft] [Politik (ab 1949)] [Zeitgeschichte] [Bundesrepublik Deutschland (1949-1990); Kultur] [Politiker (Biografien/Erinnerungen); Schmidt, Helmut] [Schmidt, Helmut; Biografien/Erinnerungen]
Kundenmeinungen:
+++++ (ein Amazon Kunde): Ein großer Staatsmann
Helmut Schmidt ist es in diesem Werk gelungen, sein Leben und seine
Zeit durch die Menschen zu schildern, die Einfluss auf ihn ausgeübt haben.
Als Leser hat es mich schon beeindruckt, zu wem Herr Schmidt von all den
vielen Menschen die ihm während seiner politischen Arbeit begegnet sind,
Nähe und Kontakt gesucht hat.
Beim Lesen dieses Buches bemerkt man zum Einem, wie integer Herr
Schmidt selbst ist und sein ganzes Leben war und vor allem, was wir dadurch
verloren haben, dass ein Großteil dieser Integrität aus dem öffentlichen
Leben im Allgemeinen und der Politik im Besonderen verschwunden ist.
++++ (ein Amazon Kunde): Danke, Freunde!
Ein Mann, der so viel zu erzählen hat wie Herr Schmidt, schreibt seine
Memoiren nicht nur einmal - es reicht doch für ein halbes Regal!
Dieses Buch widmet Helmut Schmidt allein den Menschen, denen er in
seinem Leben und Wirken (bis 1996, dem Erscheinungsjahr) mehr oder weniger
nahe gestanden hat. Es ist gewissermaßen eine Danksagung an alle, deren
Bekanntschaft er als eine Bereicherung empfunden hat, beziehungsweise eine
Respektsbezeugung an fast den ganzen Rest. Insofern ist dieses Buch
wirklich sehr persönlich, sowohl was die Empfindungen des Autors, als auch
was die Charakterisierung der beschriebenen Personen betrifft. Über die
vielen hundert Seiten erfährt man viel über Helmut Schmidts Wertmaßstäbe,
über seine Prinzipien, worauf er im politischen Leben und im persönlichen
Umgang Wert legte, über den Wert persönlicher Beziehungen in Politik und
den angrenzenden Gebieten.
Als politisch interessierter Mensch kann man aus diesem Buch viel
gewinnen: Neben den oben genannten Punkten erhält der Leser aus erster Hand
persönliche Einschätzungen vieler wichtiger Persönlichkeiten der letzten
fünfzig Jahre, und zwar nicht nur aus der ersten, sondern auch aus der
zweiten und dritten Reihe der in der öffentlichen Wahrnehmung Stehenden.
Aus der Anlage des Buches selbst ergeben sich jedoch einige Umstände,
die das Lesen etwas weniger ertragreich werden lassen. Zum einen schreibt
man über fremde Leute nichts Schlechtes, vor allem nicht, wenn sie schon
tot sind. Deshalb werden von den wohl über hundert näher erwähnten
Persönlichkeiten vielleicht nur drei oder vier vorsichtig kritisiert. Der
viele Streit, den es in all den Jahren wohl gegeben haben muss, wird nicht
oder nur beiläufig erwähnt. Interessant ist es darum auch zu sehen, wen er
nur kurz oder gar nicht nennt. So sind z.B. die Ausführungen zu Helmut
Kohl, Oskar Lafontaine und Erhard Eppler sehr knapp gehalten.
Zum anderen gilt: Wer sich bei so vielen bedankt, darf natürlich
möglichst keinen, der es verdient hat, auslassen. Deshalb gibt es viele
Seiten, auf denen Persönlichkeiten beschrieben werden, die eine derartige
Erwähnung von Seiten Schmidts weiß Gott sicher verdient haben, die aber für
den durchschnittlichen Leser kaum von Interesse sind, vor allem Personen,
die Schmidts Werdegang im Hamburg der fünfziger und sechziger Jahre
begleitet haben.
Darum empfehle ich dieses Buch auch nur Leuten, die sich für Schmidt
selber und seine \'Weggefährten\' interessieren. Das Werk ist weder eine
Autobiographie, noch sind es politische Memoiren. Wer sich für Schmidts
Sicht auf seine Politik und den Lauf der Dinge während seiner \'aktiven\'
Zeit interessiert, sollte lieber seine \'politischen\' Erinnerungsbücher
"Menschen und Mächte" oder "Deutschland und seine Nachbarn" lesen.
+++++ (ein Amazon Kunde): Ein Gewinn
Ein Gewinn für den politisch interessierten Leser. Schmidts politisch
führende Rolle und seine Bedeutung für unser Land stehen außer Frage. Ihm
geht es um die Menschen, die ihn auf seinem politischen und privaten Weg
begegnet sind. Geschrieben zu einer Zeit, als Kohl noch an der Macht war,
beschäftigt sich Schmidt sowohl mit den deutschen Künstlern, die er
schätzt, als auch mit den internationalen Partnern, mit denen er
Weltpolitik machte. Aufschlußreich ist seine wohl richtige Einschätzung,
dass in seiner und vor seiner Amtsausübung die Agierenden auf der
politischen und wirtschaftlichen Nachkriegsbühne dieser Welt einen ganz
anderen Hintergrund an Bildung, Intelligenz, Wissen, Güte und Verständnis
sowie Weitblick gehabt haben. Da kann einem heute angst und bange werden.
+++++ (ein Amazon Kunde): Geistig-moralische Führung zu seiner Zeit
Wohl kaum ein Buch hat mir den 5. Bundeskanzler als Menschen so
nahegebracht, wie das Buch "Weggefährten", in dem Helmut Schmidt auch über
innere Eindrücke berichtet. Mit großer innerer Zustimmung habe ich die
Beiträge zu Theaterleuten gelesen, über Karl Klasen, Carlo Schmid, Herbert
Wehner, Karl-Wilhelm Berkhan, Alex Möller und viele andere. Was dieses
Buch außerdem auszeichnet, ist der Dank an alle, die an diesem Buch
beteiligt waren. Es ist nicht selbstverständlich, daß die Ernte eines
Lebens zusammen mit anderen geteilt wird. Helmut Schmidt hat sehr wohl und
vielleicht mehr als wir ahnen, geistig-moralische Führung in unserem Land
und darüber hinaus ausgeübt. Dafür ist ihm und auch seiner Frau Loki zu
danken
+++++ (ein Amazon Kunde): Werbung für die Politik
Ein ehemaliger Bundeskanzler hat in seinem Leben viele interessante
Persönlichkeiten kennengelernt. In diesem Buch beschreibt Helmut Schmidt
die Menschen, die ihn am meisten geprägt haben. Beginnend mit Schauspielern
und Künstlern über Politiker bis zu Journalisten, Gewerkschaften und
Wirtschaftsführern, ließt sich das Buch wie ein Who is Who der
Nachkriegsgeschichte. Das interessante an diesem Buch ist, daß Schmidt
immer sehr persönliche Eindrücke wiedergibt. Wenn man sich schon immer mal
dafür interessiert hat, wie Staatsmänner miteinander umgehen, sollte man
diese Buch lesen. Zwei Dinge fand ich besonders faszinierend: 1. Das
Kapitel über Freundschaft in der Politik und die ansicht von Schmidt, daß
es so etwas wirklich gibt ( Als bestes Beispiel führt er seine Freundschaft
mit Valery Giscard d\'Estaing an) und 2. die Weitläufigkeit der Interessen
und Bekanntschaften dieses wichtigen deutschen Staatsmannes. Für jeden der
sich nur ein wenig für Politik interessiert, ist dieses Buch unbedingt zu
empfehlen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni -Studentenrezension.)
fußballbekloppt!
Autor/Autoren: Reiner Calmund
Herausgeber: Bertelsmann Verlag GmbH
Gebundene Ausgabe
Stichworte: [HC/Sachbücher/Politik, Gesellschaft, Wirtschaft/Biographien, Autobiographien] [Belletristik] [Biographien, Erinnerungen] [Calmund, Reiner] [Fußball; Biografien] [Biografie, Erinnerung] [Erinnerung] [Fußball] [Sport, Fliegerei, Jagd]
Kundenmeinungen:
+++++ (ein Amazon Kunde): Ein hervorragendes Buch
Ein super Buch von einer tolllen Persönlichkeit. Interessant und
kurzweilig ist das Buch und man erfährt auch vieles über den Menschen
Reiner Calmund. Für jeden Fußballfan ein "muß". Aber es wird auch jedem
anderen Leser, der sich nicht für Fußball interessiert gefallen, weil man
nichts über das "runde Leder" wissen muß.
+++++ (ein Amazon Kunde): Calli, wie man Ihn kennt!
Ich hab\'s fast in einem Rutsch durchgelesen. Das erste Kapitel ist so
interessant, weil man erfährt, warum Calmund so ist, wie er ist. Ein
Tausendsassa, Hans-Dampf-in-allen-Gassen - das hat seinen Hintergrund und
der wird im Buch ausführlich beleuchtet. Danach kann man durch die Kapitel
springen, weil es eher thematische als chronologische Erinnerungen sind.
Aber sie sind witzig und spannend. Für jeden Fußballfan ein Muß!Aber auch
für den interessierten Leser ohne großen Fußballverstand, man erfährt auch
mehr als nur Anekdoten zum runden Leder.
Einfach stark- einfach Calli.
+++++ (ein Amazon Kunde): Ein Blick hinter die Kulissen!
"Calli und Tiere - das passt nicht", schreibt Calli in einer
urkomischen Geschichte, die im brasilianischen Dschungel spielt. Und das
aus dem Munde des Mannes, der "Zirkusmief" nach Leverkusen holen wollte.
Schon ein bisschen komisch, Herr Calmund! :-)
Ich hatte das Kapitel Fußballbücher nach einigen Enttäuschungen in
den letzten Jahren schon für mich abgeschlossen, aber jetzt habe ich nach
der Lektüre des Callibuchs und dem grandiosen Fußball ist nicht das
Wichtigste im Leben - es ist das Einzige wieder Blut geleckt. Calli
schreibt super unterhaltsam und schildert die Blicke hinter die Kulissen
des großen Geschäfts Bundesliga sehr authentisch und äußerst, ja, normal.
Die Anekdoten wirken nicht "aufgesetzt" sondern, so blöd sich das anhört,
sehr menschlich. Ich habe es in einem Rutsch und an zwei langen Abenden
durch gelesen. Klasse Fußballlektüre!
fußball ist nicht das wichtigste im leben - es ist das einzige
Autor/Autoren: Ben Redelings
Herausgeber: Die Werkstatt
Taschenbuch
Stichworte: [Ballsport] [HC/Ratgeber/Sport/Ballsport] [Belletristik / Humor, Satire] [Biografie, Erinnerung] [Erinnerung] [Fußball] [Sport, Fliegerei, Jagd]
Kundenmeinungen:
+++++ (ein Amazon Kunde): Lustige Anekdoten aus dem Leben eines Fußballverrückten!!
Irgendwie fragt man sich als fußballbegeisterter Mensch doch hin und
wieder, wie Leute wie Christoph Biermann, Arnd Zeigler und Konsorten so
ihre Zeit und ihr Leben mit dem runden Leder verbringen und wie sie zu
ihren Geschichten und wunderbar aufbereiteten Videos kommen. Jetzt weiß man
es!
Ben Redelings, vielleicht (noch) nicht ganz so bekannt wie seine
Kollegen, hat sehr detailliert und humoristisch seinen Alltag rund um die
(angeblich) wichtigste Nebensache der Welt zu Papier gebracht.
Herausgekommen ist ein unglaublich witziges Buch bei dem man sehr viel über
die Arbeitsweise und die Erlebnisse von "Fußball-Kulturschaffenden"
erfährt. Entgegen landläufiger Meinungen scheint es mitunter ein sehr
mühseliges Unterfangen zu sein, so seine Brötchen zu verdienen. An manchen
Stellen freut man sich richtig mit dem Autor, wenn wieder ein
"hochkarätiger Gast" wie z.B. Peter Neururer seinen Weg zu einer seiner
Veranstaltungen findet...
Fazit: Für jeden, der mehr als nur die "Sport-Bild" und den "kicker"
liest, und für den Fußball auch ein Kulturbegriff ist, absolut
empfehlenswert!
+++++ (ein Amazon Kunde): Absolut top!
Sensationelle Überraschung dieses Buch! Ich hatte es mir aufgrund eines
Tipps in einem Forum bestellt und nichts Besonderes erwartet, aber die
insgesamt 25 Geschichten machen einfach nur richtig, richtig Spaß.
Kompletter Rundumschlag an super Anekdoten von früher bis jetzt. Und
einfach nur wunderbar originelle Überschriften wie: "Wolfgang Kleff gibt
das Züchten von Blumen auf" Der Autor ist fußballverrückt, echt
sympathisch. Ganz ehrlich: mein Buch des Jahres bisher.
+++++ (ein Amazon Kunde): Lustig und unterhaltsam
Ich habe mir parallel dieses Buch und das Werk "Sichere Siege" von Hill
bestellt und war ehrlich gesagt total erfreut über meine Entscheidung. Nach
der eher deprimierend machenden Lektüre von Hill, bin ich mit Vergnügen zu
diesem Buch übergewechselt. Ich finde die Geschichten über die Erlebnisse
von Ben Redelings mit alten Spielern wie Ennatz Dietz oder Stefan Kuntz
sehr unterhaltsam und gut geschrieben. Schöne kleine Anekdoten, die einem
den Glauben an den guten alten Fußball (zum großen Teil) zurückgeben!
+++++ (ein Amazon Kunde): Begeistert
Ich habe das Buch heute direkt im Laden "Der Geist von Malente" in
Bochum gekauft (druckfrisch sozusagen) und habe schon gut 1/4 gelesen. Und
was soll ich sagen: Ich bin ganz schön begeistert. Redelings zaubert hier
schönste Popliteratur, die sich vor den "großen Vorbildern" nicht zu
verstecken braucht! Übrigens nicht nur für Fans des VfL Bochum... :-)
eine frau in berlin: tagebuchaufzeichnungen vom 20. april bis 22. juni 1945
Autor/Autoren: Anonyma
Herausgeber: Btb
Taschenbuch
Stichworte: [Berlin] [Drittes Reich, Nachkriegszeit] [Erinnerung, Brief, Tagebuch] [Frau] [Geschichte, Kulturgeschichte] [Tagebuch] [TB/Sachbücher/Politik, Gesellschaft, Wirtschaft/Biographien, Autobiographien] [20. Jahrhundert] [Geschichte] [Berlin, Geschichte; Berichte/Erinnerungen] [Frauengeschichte; Berichte/Erinnerungen] [Kriegsende 1945; Berichte/Erinnerungen] [Rote Armee; Berichte/Erinnerungen] [Vergewaltigung; Berichte/Erinnerungen]
Als kurz nach Kriegsende ihr lang vermisster Freund Gerd glücklich und
unerwartet von der Ostfront zurückkehrt, findet er eine ihm fremde Welt
vor. Die Entfremdung wird noch größer nach einem Blick in die
Tagebuchaufzeichnungen seiner Freundin. Auf seine Frage nach dem darin
häufig verwendeten Kürzel "Schdg." kann sie nur bitter lachen. "Na, doch
natürlich Schändung." Kurz darauf verschwindet Gerd. Ob für immer aus dem
Leben der Frau aus Berlin -- wie so vieles wissen wir es nicht. Ihre Trauer
darüber hielt sich in Grenzen. Nach all dem Durchlittenen war in ihr für
Liebe und Zärtlichkeit kein Platz mehr frei. Man sollte sich wappnen vor
der Lektüre dieser Tagebücher, die als eines der ungeheuerlichsten und
authentischsten Dokumente der letzten Kriegstage in die Literaturgeschichte
eingehen dürften. Anonyma, deren wahre Identität -- verständlich genug --
auf eigenen Wunsch auch über ihren Tod hinaus unbekannt bleiben soll,
schildert den Fall Berlins vom 20. April bis zum 22. Juni 1945. Ihre eigene
Vita bleibt weit gehend im Dunkeln. Anfang 30, Fotojournalistin, weit
gereist, mehrsprachig. Ihre Russischkenntnisse sollten sich in dem
kommenden menschlichen Inferno als lebensrettend erweisen. Inmitten des
Bombenhagels und in banger Erwartung vor den Russen, denen ein
fürchterlicher Ruf vorauseilt, haben sich Hausgemeinschaften in
Kellerlöchern verschanzt; junge Mädchen werden auf Dachböden versteckt. Es
sollte in den meisten Fällen nichts nützen. Anonymas unterkühlter, fast
lakonischer Berichtston lässt die sich anschließenden Plünderungs- und
Vergewaltigungsorgien in all ihren scheußlichen Details umso drastischer
erscheinen. Trotz mehrfacher Schändung zeichnet sie ein wohltuend
differenziertes Russenbild, frei von allem Untermenschendenken. Sehr bald
jedoch erkennt sie pragmatisch: "Ein Wolf musste her, der mir die Wölfe vom
Leibe hielt!" Anatol wird ihr "ständiger Begleiter". Fragen nach
moralischer Integrität tauchen in ihr auf, werden weggewischt. In diesem
Zusammenhang liefert sie auch eine schonungslose Bestandsaufnahme deutscher
Mannsbilder, die sich nicht scheuten, Kellerfrauen dem Feinde zuzuführen,
um selbst ungeschoren davonzukommen. Dem Schriftsteller Kurt W. Marek
(bekannter unter seinem Pseudonym C.W. Ceram, unter dem er den Bestseller
Götter, Gräber und Gelehrte veröffentlichte), verdanken wir den Erhalt
dieses "selbstentblößenden" Kriegsgemäldes. Marek, der in ihrer
unmittelbaren Nachbarschaft wohnte, lernte 1946 die Schreiberin kennen und
erfuhr von den Tagebuchkladden. Fünf Jahre Überzeugungsarbeit waren nötig,
sie von der Notwendigkeit einer Veröffentlichung zu überzeugen. 1959
erschienen, geriet sie leider bald in Vergessenheit. Die Frau aus Berlin
ist mittlerweile verstorben -- ihre Erinnerungen werden ewig leben. --Ravi
Unger Aus der Amazon.de-Redaktion
Kundenmeinungen:
+++++ (ein Amazon Kunde): Eine Frau in Berlin
Passend zum Kinofilm möchte ich heute das Buch
Anonyma - eine Frau in Berlin vorstellen.
1959 wurde die Geschichte zum ersten mal in einem kleinen Schweizer
Verlag veröffentlicht und dann erst wieder nach dem Tode der Autorin.
Diese Tagebuchaufzeichnungen einer Frau in Berlin sind im Mai 2003 -
achtundfünfzig Jahre nach ihrer Entstehung, als 221 Band der Anderen
Bibliothek im Eichbornverlag, Frankfurt am Main, erschienen.
Der Text folgt mit einigen Korrekturen, der deutschen Erstausgabe,
die 1959 bei Helmut Kossodo in Genf und Frankfurt/Main verlegt wurde. Das
Nachwort von Kurz W. Marek wurde für die amerikanische Übersetzung
geschrieben, die 1954 bei harcourt Brace und Company in New York erschienen
ist. Es erscheint hier erstmals in der deutschen Orignialfassung. Das
Lektorat lag in den Händen von Rainer Wieland
(Quelle: Eichborn Verlag)
Inhalt:
=====
Vorwort Seite 5
Tagebuchaufzeichnungen vom 20. April bis 22. Juni 1945
Seite 7 bis 283
Nachwort von Kurz W. Marek Seite 285
Man schreibt den 20. April und die Geschichte, die Anonyma (die
Autorin möchte verständlicherweise anonym bleiben, bei dem, was sie im Buch
schreibt und aufdeckt ...) geht bis zum 22. Juni 1945. Die Zeit also, also
Berlin fällt, als Berlin von den Russen überfallen und diese sich der Stadt
und der daran noch lebenden Menschen bemächtigt.
Gerd ist Anonymas Freund, er kehrt von der Ostfront zurück und
versteht die Welt nicht mehr, alles in so anders, wie er Berlin verlassen
hat.
Als Gerd aber die Tagebuchaufzeichnungen seiner Freundin in die Hände
bekommt und immer wieder "Schdg." darin zu lesen bekommt, macht er sich
seine Gedanken. Anonyma klärt ihn auf und nun weiß er "Schdg." steht
gleichbedeutend mit Schändung !!!
Nichts ist mehr, wie es war. Diese Frau, sie ist zu der Zeit Anfang
30, von Beruf Fotojournalistin und weit in der Welt herumgekommen. Sie
spricht gut Russisch und daher konnte sie sich auch mit den Soldaten
verständigen.
Sie und die anderen Frauen und Mädchen müssen Plünderungs- und
Vergewaltigungsorgien über sich ergehen lassen. Sie müssen hart werden, um
zu überleben. Ihr Herz abschalten ....
Viele haben es nicht überlebt aber einige sind der Hölle entkommen.
So auch Anonyma, und sie hat darüber berichtet, wie sie diese Zeit für sich
empfunden, wie sie über alles versuchte hinwegzukommen und man kann
verstehen, dass sie sich ausergebeten hat, auch über ihren Tod hinaus
anonym zu bleiben.
So ehrlich und ungeschminkt, so wahr und konkret ist noch nie über
dieses Thema geredet worden. Diese Tagebuchaufzeichnungen sind auf der
ganzen Welt bekannt und vielgelesen.
Ich finde es unheimlich gut, dass diese Frau sich dazu entschlossen
hat, der Nachwelt diese fürchterlichen Geschehnisse nicht vorzuenthalten.
Man muss einfach wissen, wie schrecklich diese Zeit war, um zu begreifen,
dass dies nie wieder passieren darf, um zu begreifen, was diese Menschen
alles auf sich nehmen mussten, wie mutig und unverzagt sie ihr Leben
meistern mussten. Es gebührt ihnen Anerkennung und Hochachtung, man kann
das nicht oft genug sagen.
Ich bin von diesem Buch fasziniert und habe es mit einem
Kopfschütteln und stellenweisen tränenden Augen gelesen.
Es ist sehr flüssig und zündend geschrieben. Der Leser kann sich sehr
gut in die Gedanken und Gefühle der Frauen hineinversetzen. Man versucht,
zu verstehen, man versucht zu realisieren, wie diese Frauen, diese
schreckliche Zeit überstehen - überleben konnten.
Anonyma erzählt auch von Anatol der ein bisschen ihr Beschützer wird,
den sie sich zunutze macht, um zu überleben. Sie beschreibt stellenweise
die wahrhaft schrecklichen Geschehnisse bis ins Detail.
WO BLEIBT DIE MORAL ???? - werden vielleicht einige sagen, die dieses
Buch lesen, aber ich finde, wo kann man Moral erwarten, wenn solche Dinge
passieren - hier geht es ums nackte Überleben und das alles schildert
Anonyma und ich bewundere diese Frau für ihren eisernen Willen, ihren Mut
und ihr Durchhaltevermögen, ihre Art, sich durch diese Zeit zu schlängeln
und dies auch noch schriftlich festzuhalten.
Es sind ja nicht nur die körperlichen Qualen, die diese Frauen
erleiden mussten, auch Hunger, Not, Kleidermangel, Kälte ... all dies haben
sie oft ohne ihre Männer und mit ihren Kindern durchleben müssen und dann
noch dies .....
Ein tolles Buch, ein Zeitzeugnis, wie es kaum besser geschrieben sein
kann. Es ist berührend und zu herzen gehend, es ist wahr und schonungslos
und literarisch ganz sicher ein Leckerbissen. Sie urteilt klar und nimmt
kein Blatt vor den Mund, sie stempelt aber auch die Russen nicht komplett
ab, sie gibt dem Leser ein komplettes Gefühls- und Gedankenbild dieser
Zeit.
Ich empfehle es wärmstens.
Zum Abschluss noch eine kurze Leseprobe:
==================================
Dienstag, 15. Mai 1945
Die übliche Hausarbeit, es ödet einen an. Oben in der Dachwohnung,
die ich zum ersten Mal seit dem Russeneinmarsch wieder betrat, kramen zwei
Dachdecker herum. Ihren Lohn erhalten sie in Form von Brot und Zigaretten.
Kein Russe hat in die Dachwohnung gefunden. Der feine Kalkbelag auf den
Dielen, der jeden Fußabdruck verrät, war unberührt, als ich die Dachdecker
einließ. Mit genügend Wasser und Mundvorrat hätte ich dort oben vermutlich
als unentdecktes Dornröschen verharren können. Aber darüber wäre ich mit
Sicherheit verrückt geworden, so allein.
Im Rathaus müssen sich mal wieder alle Leute melden. heute war mein
Buchstabe dran. Ungewohnt viele Menschen waren zur Stunde der Registrierung
auf der Straße. Im vorraum war ein Mann dabei, das Adolf-Relief mit Meißel
und Hammer wegzuklopfen. ....
+++++ (ein Amazon Kunde): Eine starke Frau
Interressanterweise hat Anonyma dieses Tagebuch nicht benutzt um sich
den Schmerz über die Vergewaltigungen und den Hunger von der Seele zu
schreiben. Es scheint als hätten sie die Fähigkeit einfach immer den
nächsten Schritt zu tun und Dinge zu hinterfragen vor dem Zusammenbruch
bewahrt. Sie beobachtet die Reaktionen der Menschen, hinterfragt welche
Charaktere nicht so leicht zerbrechen an der Situation. Natürlich sind ihre
Erkenntnisse nicht ganz frei von der Propaganda der damaligen Zeit,
andererseits besitzt sie aber doch wieder einen erstaunlich unabhängigen
Geist und stellt sich auch Fragen wie ob Vergewaltigungen verhindert werden
könnten wenn die den Soldaten erotische Bilder zur Verfügung gestellt
würden und daß es nicht die Staatsform ist, die Menschen unglücklich macht
sondern das sich einfach so anpassen. Was aber jetzt nur einige
Überlegungen der hochintelligenten Frau sind.
Mich hat dieses Buch von der ersten Seite in den Bann gezogen, durch
diese genauen Beschreibungen fühlt man sich inmitten der Geschehnisse
gesetzt und fühlt mit. Es ist auch ein Buch über das ich noch lange
nachgedacht habe.
+++++ (ein Amazon Kunde): Keine Heldinnen - und kein "Buch zum Film"
Die letzten Tage des 2. Weltkriegs im zerbombten Berlin. Stundenlang
kauern die Menschen, oft willkürlich zusammengewürfelt, in kalten, düsteren
Luftschutzkellern und warten. Warten, dass der Krieg vorbei ist. Warten auf
die Sieger. Die Russen, die Rote Armee. Unter ihnen eine Frau in den
Dreißigern. Eine gebildete, weitgereiste und unabhängige Journalistin mit
wachen und präzise beobachtenden Augen. In die Schablone einer deutschen
Hausfrau und Mutter passt sie nicht. Sie ist allein, der Freund ein
Sandkorn in der Wüste der Wehrmacht, Kanonenfutter, wenn es ganz schlecht
läuft. Ist sie eine überzeugte Nationalsozialistin? Eine Faschistin?, wie
sie schon bald von einem russischen Offizier gefragt werden wird? Wohl
nicht. Vermutlich hat sie sich mit innerer Distanz irgendwie durch die Zeit
des Dritten Reiches manövriert, hat Zugeständnisse gemacht, wenn es die
Arbeit erforderte, ist Außenseiterin geblieben, ohne groß aufzufallen.
Jetzt herrscht Endzeitstimmung. Es gibt keine ablenkende Arbeit mehr, das
Schreckgespenst des Hungers wird von Tag zu Tag größer und bedrohlicher.
Immer größer wird auch die Angst davor, was geschehen wird in den kommenden
Tagen und Wochen, in dieser seltsamen Leere, in dem der Krieg vorbei und
Frieden noch lange nicht in Sicht sein wird.
Geordnete Verhältnisse, dieses urdeutsche Bedürfnis, wird es lange
nicht mehr geben. Wird diese noch immer junge Frau überleben, und wenn ja,
um welchen Preis? Klug und nachdenklich wie sie ist, macht sie sich keine
Illusionen hinsichtlich der Sieger, die, traumatisiert und verroht, ihre
Belohnung einfordern werden. Wie nach jedem Krieg, werden die Frauen der
Besiegten diesen speziellen Preis bezahlen. Trieb und das Wissen, den
Gegner auf eine Art und Weise zu verletzten, die kein Kampf und keine Waffe
bieten kann, gehen eine grausame Allianz ein. Gewiss, nicht alle Soldaten
sind Vergewaltiger, und nicht alle Frauen werden vergewaltigt. Kein Trost,
wenn man vergewaltigt wird. So sitzen sie in den Kellern und warten, und
das junge Mädchen aus Ostpreußen, das vom Krieg schon einmal überrollt
wurde, wimmert. Beten kann sie nicht, die Frau, deren Namen wir nicht
erfahren werden, aber schreiben. So fängt sie an, gegen ihre Angst an- und
die Ereignisse aufzuschreiben: Einmarsch der Rotarmisten, Hunger, Not,
Verrat, Niedertracht, Überleben um jeden Preis, verzweifelte
Improvisationen und Auflösung der Keller-, Haus- und Zwangsgemeinschaft.
Und Vergewaltigungen. Immer wieder Vergewaltigungen, zu jeder Zeit, fast an
jedem Ort. Die wenigen deutschen Männer stehen - manchmal auch im
eigentlichen Sinne des Wortes - ohnmächtig daneben. Die Kinder ebenso.
Immer wieder bedrückend häufig Schändungen, denen auch "Anonyma" nicht
entgeht, in einer Zeit, in der sich die Frauen mit der Frage "wie oft?" in
die Augen sehen und manche mit Galgenhumor auch Witze reißen, ein Bollwerk
gegen das Grauen.
Um Ungeheuerliches, später nur allzu oft kollektiv Verdrängtes, geht
es in diesem Buch, bei dem man sich nicht einig wird, ob es ein
authentisches Zeugnis, ein zeithistorisches Dokument, ein tatsächlich
existierender Tagebuchbericht ist. Als das wurde und wird es vermarktet.
Die erste, die amerikanische Ausgabe aus dem Jahr 1954 wurde von Kurt W.
Marek herausgegeben, einem Autor (Götter, Gräber und Gelehrte), der sich
unter anderem darauf spezialisiert hatte, Tagebücher und andere Dokumente
Dritter zu "literarisieren", also stilistisch zu überarbeiten und
effektvoll zu ergänzen. Bei seiner Witwe liegen die Rechte an diesem Buch,
und sie ist wohl auch im Besitz des Originaltagebuchs, das aus Heften,
einer Kladde und etlichen Zetteln bestehen soll. Walter Kempowski, der im
Streit um die tatsächliche Existenz der Aufzeichnungen hinzugezogen wurde
und diese begutachtete, hatte keinen Zweifel an der Authentizität des
emotional so bewegenden Textes.
Letztendlich bleibt es dem Leser überlassen, was er glauben will. Auf
mich wirkt das Buch stimmig, es ist mit stilistischem Geschick und
schriftstellerischem Talent geschrieben. Faszinierend ist der distanzierte,
manchmal kalt berechnende Ton. Allerdings glaube auch ich, dass die Autorin
ihre Aufzeichnungen später überarbeitet und ausgeschmückt hat. Auffallend
dabei ist, dass zwischen all dem Elend und Horror immer auch schwarzer
Humor und eine ironisch, distanzierte Betrachtungsweise mitschwingt;
Eigenschaften, die wohl der Autorin zu eigen waren. Diese ist nicht so
anonym, wie sie es sich über ihren Tod hinaus gewünscht hatte. Ihre
Identität, wenn es denn die richtige ist, ist dank des Internets leicht
ausfindig zu machen. Warum sie als Vergewaltigungsopfer anonym bleiben
wollte, liegt auf der Hand. Auf Deutsch erschienen die Aufzeichnungen
erstmals 1959. Lesen wollten sie die wenigsten. Man wollte nach vorne
schauen, das Vergangene vergessen und wenn das nicht möglich war,
wenigstens tief vergraben, verdrängen. Die vergewaltigten Frauen sollten
schweigen, das haben die meisten auch getan. Dass an ihnen Kriegsverbrechen
begangen wurden, durften sie nicht glauben. Glauben durften sie, dass es
eine Schande ist, wenn man vergewaltigt wird - und dass man irgendwie
selbst daran Schuld hat und hinterher entsprechend weniger Wert ist. Wen
wundert es, dass die anonyme Autorin vielen als Nestbeschmutzerin galt.
Ein verletzter oder gar gefallener Mann war ein Held. Eine Frau, die
sich angesichts roher Gewalt, oft mit Waffengewalt einhergehend, ins
Unvermeidliche fügte, danach Strategien entwickelte, um weiterleben zu
können, und noch später die Trümmer des Krieges beseitigte, war keine
Heldin. Wenn sie ihr Schicksal beklagte, war sie eine minderwertige
Schlampe. Also schwieg sie, lebte nach dem Krieg oft alleine oder bekam
irgendwann ihren Mann beschädigt zurück. In diesem Fall musste sie wieder
zurück in die Rolle, die sie vor dem Krieg innehatte. Ins zweite Glied, um
ihre Ehe nicht zu gefährden. Ein dicker Mantel des Schweigens wurde über
das Vergangene gelegt, es galt nach vorne zu schauen. Später diente Konsum
und wachsender Wohlstand als Balsam für die geschundene Seele.
Verständlich, dass die Kinder dieser Generation, die später die "68-er"
genannt wurden, ihre Mütter, ihre Eltern nicht verstehen wollten und
konnten.
Geschockt von der öffentlichen Meinung, soll "Anonyma" einer weiteren
Veröffentlichung im deutschsprachigem Raum Zeit ihres Lebens nicht mehr
zugestimmt haben. Am meisten hat wohl an ihren Aufzeichnungen gestört, dass
sie nicht gewillt war, die Opferrolle passiv hinzunehmen. Sie suchte sich
schon sehr bald aus, wer sie haben - ernähren und beschützen - sollte. Ein
Leitwolf sollte es sein. Einer, der ihr die anderen Wölfe vom Hals hielt.
Diese Strategie half, wenn es auch mit einem Alphatier allein nicht getan
war. Der gleichnamige Film, der dieser Tage in die deutschen Kinos kommt,
will diese grausame Geschichte dem durchschnittlichen Popcornkonsumenten
nicht pur zumuten. Den kommerziellen Erfolg fest im Auge, wurde der harte
Stoff mit einer Liebesgeschichte verdünnt, die in diesem Buch noch nicht
einmal anklingt. Nein, "Anonyma" war wohl kein philosophierendes deutsches
Fräuleinwunder mit sanften, rehbraunen Augen, dem auch in der größten Not
der passende Lippenstift und das gekonnt verwuschelte Blondhaar zur
Verfügung steht. Es gab auch keine Seife, kein blütenweißes Bettzeug und
keinen russischen Offizier von Hollywoodformat, der am Morgen danach im
perfekt gebügelten, hochgeschlossenen Hemd lächelnd aufwachte. Hier kann
man das nachlesen. Das "Buch zum Film" ist es nämlich nicht. Andersherum
wird ein Schuh daraus: Der Film, durchaus sehenswert, basiert mit allen
künstlerischen Freiheiten auf diesem Buch.
Helga Kurz
30. Oktober 2008
++++ (ein Amazon Kunde): Beeindruchkender Beitrag zur Nachkriegsgeschichte
Kurz vor Kriegsende im April 1945 beginnt eine Frau in Berlin mit ihren
Tagebuchaufzeichnungen. Darin beschreibt sie das Leid und Leben in der
ausgebombten Stadt. Verschwiegen werden dabei auch nicht Hunger,
Vergewaltigungen durch die Rote Armee und Plünderungen. Doch trotz allem
Leid verliert die Autorin dabei nicht ihren Lebensmut.
"Eine Frau in Berlin" ist ein beeindruchkender Beitrag zur
Nachkriegsgeschichte. Schon allein deshalb, weil es aus der Sicht einer
Zeitzeugin geschrieben ist und das nicht erst Jahre später. Des Weiteren
schreibt die "Anonyma" in einer Weise, die den Leser vor all der
schonungslosen Gewalt schauern lässt, andererseits behält die Autorin dabei
aber auch immer ihren schon fast trotzigen Lebensmut.
horst lichter - "und plötzlich guckst du bis zum lieben gott": mein leben und ich
Autor/Autoren: Markus Lanz
Herausgeber: Gütersloher Verlagshaus
Gebundene Ausgabe
Stichworte: [Belletristik] [Biographien, Erinnerungen] [HC/Ratgeber/Lebenshilfe, Alltag/Lebensführung, Persönliche Entwicklung] [Biografien/Erinnerungen] [Lichter, Horst] [Erinnerung] [Religion, Kirche]
Die rheinische Frohnatur Horst Lichter ist mit seinem kunstvoll
gezwirbelten Schnauzbart längst ein Star in der deutschen Kochszene. Das
Rommerskirchener Original hat es geschafft. Lichter nämlich hat nicht nur
seinen eigenen Laden (Lichter's Oldiethek), sondern
mittlerweile auch eine Kochshow im Fernsehen. Zur besten Sendezeit! Dabei
ist sein Leben eine ganze Zeit alles andere als eine Erfolgsstory gewesen.
Zwischenzeitlich hatte der gelernte Koch sogar seine Leidenschaft für das
Kochen verloren und sich und seine junge Familie mit verschiedenen Jobs
durchgebracht. Es folgten familiäre Schicksalsschläge, zwei Hirnschläge und
ein Herzinfarkt. Horst Lichter schien am Ende. Doch nachdem er dem Tod im
letzten Moment noch einmal von der Schippe gesprungen ist, hat er sein
Leben radikal umgekrempelt und lebt jetzt sein zweites Leben.
Der Fernsehmoderator Markus Lanz hat Horst Lichter dazu überreden können,
sich mit ihm für eine Woche in ein Südtiroler Kloster zurückzuziehen und
mit ihm seine beiden Leben zu rekapitulieren. Herausgekommen
ist ein mit zahlreichen Fotos garniertes, beeindruckendes Porträt eines
beeindruckenden Mannes. Einem Unikat im besten Sinne. Einem, der sich von
nichts und niemandem hat unterkriegen lassen und der die Fingerzeige des
Schicksals zu deuten verstanden hat. Lesenswert! -- Freia Danz Aus der Amazon.de-Redaktion
Kundenmeinungen:
++++ (ein Amazon Kunde): Zum Hörbuch Lanz/Lichter:
Ich kannte Horst Lichter bisher als sympathischen und immer gut
gelaunten Koch aus vielen Kochsendungen. Da er das Hörbuch zusammen mit
Markus Lanz gestaltet hat, stellte ich es mir sehr interessant vor, Teile
seiner Geschichte von ihm selbst erzählt zu bekommen. Dass, was Horst
Lichter bis jetzt in seinem Leben erlebt hat, war nicht immer ein
Spaziergang und so schwankt man beim Zuhören oft zwischen Schmunzeln und
Rührung. Aus vielen kleinen Episoden ergibt sich das Bild eines Lebens
voller Abwechslungen aber auch Schicksalsschlägen, die den Horst Lichter
geprägt haben, der er heute ist. Schnell merkt man, dass sich hinter der
Fassade seiner lockeren Sprüche ein sensibler Mensch verbirgt, dem das
Leben eine gewisse Demut gelehrt hat.
Zu Beginn des Hörbuches spricht Lanz distanziert und unbeteiligt,
klingt so, als lese er die Biographie eines ihm völlig Fremden, doch dass
verliert sich bald und so kann man sich besser in das Erzählte einfühlen.
Auch Lichter hat Anlaufschwierigkeiten. Oft hat er nur ein paar kurze Sätze
zu sprechen, doch auch er klingt dabei zuerst ein wenig bemüht - so als
lese er etwas aufs Stichwort ab - etwas, dass nichts mit ihm zu tun hat.
Vielleicht hätte man ihn da einfach spontan reden lassen sollen, ohne ihn
in die Grenzen einer geschriebenen Vorlage zu stecken, denn der Mann ist
schließlich für seine Spontaneität bekannt und ich denke, er hätte
stellenweise nicht so eingezwängt gewirkt.
Trotzdem hat mir das Hörbuch sehr gefallen. Die Stimme von Lanz
klingt angenehm und man hört ihm, bzw den beiden gerne zu. Dass Lichter
selbst einige Passagen spricht, gibt dem Ganzen noch mehr Authentizität und
ich hätte den beiden noch eine ganze Zeit länger zuhören mögen.
Fazit: Wer Horst Lichter mag und eine Alternative zum Buch sucht, ist
hier gut bedient, auch wenn es sich um die gekürzte Buchfassung handelt.
+++++ (ein Amazon Kunde): Trotzdem großartig
Die Geschichte von Horst Lichter muß wohl einen Jeden bewegen: soviel
Schicksalsschläge kann eigentlich Niemand mit einem so sonnigen Gemüt
beantworten!
Das macht demütig und dankbar für das eigene (längst nicht so
schlimme) Schicksal.
Und es macht auch Mut: man KANN das überleben!
Einfach großartig.
Das einzige Manko am Hörbuch: Markus Lanz schnauft ein wenig zuviel
während des Vorlesens: was beim Kommentieren einer TV-Reportage okay ist,
stört auf einem Hörbuch schon ein wenig.
Trotzdem ohne Einschränkung: 5 Sterne!
+++++ (ein Amazon Kunde): Lockeres Lesen
Ich habe das Buch gleich an einem Tag durchgelesen, es liest sich sehr
leicht und ist an zahlreichen Stellen sehr erheiternd, obwohl Lichters
Leben ja eher zum Gegenteil Anlass gäbe. Auch, wenn die Formmängel
(Schriftgröße etc.) auffallen, wertet es den Inhalt des Buches meiner
Meinung nach keineswegs ab.
vergiss die zeit der dornen nicht: ein soldat der 24. panzerdivision erlebt die sowjetische front und den kampf um stalingrad
Autor/Autoren: Günter K. Koschorrek
Herausgeber: Flechsig
Gebundene Ausgabe
Stichworte: [45] [Erinnerung, Brief, Tagebuch] [Weltkrieg 1939] [Geschichte] [HC/Sachbücher/Geschichte/20. Jahrhundert (bis 1945)] [20. Jahrhundert] [Front] [Koschorrek, Günter K.] [Stalingrad] [Tagebuchaufzeichnung] [Zeitgeschichte] [Zweiter Weltkrieg] [Panzertruppe; Berichte/Erinnerungen] [Rußlandfeldzug 1941-1944; Berichte/Erinnerungen] [Stalingrad (Schlacht); Berichte/Erinnerungen] [Wehrmacht; Berichte/Erinnerungen]
Kundenmeinungen:
+++++ (ein Amazon Kunde): Dieses Buch ist Pflicht!!!
Pflicht für alle die mal genau wissen wollen wie es für den einfachen
deutschen Soldaten im 2. Weltkrieg war. Im Gegensatz zu Filmen wie \'Der
Soldat James Ryan\' oder \'Band of Brothers\' wo die deutschen Soldaten
oftmals als tyrannische, mörderische und teilweise auch trottelige Nazis
dargestellt werden, kann man im diesem Buch den deutschen Frontsoldaten
endlich von einer ganz anderen Seite erleben. Die teilweise heftig
beschriebenen Sachen, wo man das Buch dann zur Seite legt um sich
krampfhaft vorzustellen wie das gewesen sein muss seine Kameraden so
sterben zu sehen - Niedergemetzelt oder in Fetzen gerissen. Dieses Buch
zeigt den Krieg von seiner hässlichsten Seite, aber auch von der Seite wie
der Autor die Kameradschaft der Männern beschreibt, wie sie sich nur im
Krieg entwickeln kann. Nicht für das NS-Regime, sondern nur für die
Kameraden Ihrer und anderer Einheiten haben sie immer wieder die Strapazen
auf sich genommen. Ebenso wird hier das rücksichtslose Vorgehen der roten
Armee gegenüber unseren Soldaten und Ihren eigenen Landsleuten beschrieben
- wie der Krieg aus Menschen Bestien macht. Auch kommt gut rüber was für
Kleinigkeiten die für uns heute lächerlich erscheinen, im Krieg den
Soldaten eine große Freude bereiten. Man hat nicht viel und ein Leben ist
hier nicht viel Wert, so wird der Autor immer wieder mit dem Tod von guten
Freunden und Bekannten konfrontiert. Ein Buch was zum Nachdenken anregt.
+++++ (ein Amazon Kunde): Top Buch!!!
Ich kann den ganzen positiven Bewertungen bezüglich dieses Buches nur
zustimmen. Es ist beeindruckend und erschütternd zugleich und beschreibt
aus meiner Sicht sehr gut die Entwicklung der Gefühle und Empfindungen des
Autors an der sowjetischen Front während des 2. Weltkrieges. Ich kenn\'
bislang kein besseres Buch zu dieser Thematik.
+++++ (ein Amazon Kunde): Vergiss die Zeit der Dornen nicht
Der Autor schildert seine Zeit bei der 24. ostpreußischen
Panzerdivision vom November 1942, als er in die Kalmückensteppe versetzt
wird und anfangs an Einsätzen in und um Stalingrad teilnimmt.
Nach der Schlacht um Stalingrad kämpft er im Ramen der Division u.a.
im Brückenkopf von Nikopol, während des Rückzugs zum Bug und in Bulgarien.
Er erlebt den Einmarsch der Russen in Ostpreußen im Oktober 44 und kämpft
zuletzt noch als Kradmelder in der Division Großdeutschland.
Ein klasse Buch. Die Aufzeichnungen sind sehr authentisch und
bewegend.
Dieses Buch schildert den Krieg wie er wirklich war und zeigt seine
schlimmsten Seiten auf.
++++ (ein Amazon Kunde): Lesenswert !
Sehr interessantes Buch für Menschen die mehr über diesen Krieg wissen
wollen. Die nicht nur die Wochenschauperspektive und die großen
Truppenbewegungen in TV Reportagen mit politisch immer korrekten Kommentar
erfahren möchten.
Ich glaube der Krieg besonders an der sogenannten Ostfront war viel
grausamer, härter für alle Menschen und unmoralischer als wir, die
Nachkriegsgeneration, es uns vorstellen können.
Der Autor vermittelt es sehr detailiert und glaubhaft wie unglaublich
hilflos der einfache Soldat Dinge mitmachen muß, die als Pflichterfüllung
verkauft wurden aber eigentlich Selbstopferung und Fütterung einer
furchtbaren Kriegsmaschine eines von Anfang an nicht gewinnbaren Feldzuges
waren.
Oft muß man innehalten, wie sinnlos und grausam seine Kameraden,
Freunde und auch Feinde starben oder schwerst verwundet wurden. Wie
unmenschlich Hunger, Kälte und die permanente Angst vor dem Feind gewesen
sein muß.
Was mich ein wenig erstaunt, deshalb nur 4 Sterne, ist die teilweise
Emotionslosigkeit in der erzählt wird. Seine Gefühle und Empfindungen in
dieser Zeit und den Fronteinsätzen fliessen kaum bis gar nicht in die
spannenden und bildreichen Erzählungen ein.
Ansonsten denkt man manchmal, man hört einem alten Mann zu der was
aus seinem Leben zu erzählen hat. Schade das nicht mehr Kriegsteilnehmer
ihr Leben niedergeschrieben haben, nur wenn man die Wahrheit aus erster
Hand kennt, weiss man das Krieg nichts fazinierendes hat sondern nur
Menschen und ihre Seelen frißt.
+++++ (ein Amazon Kunde): Tiefe Ergriffenheit
Ich habe bereits viele Bücher dieser Gattung gelesen aber noch keines
dieser Güte. Günter Koschorrek schreibt, dass man als
"nicht-dabei-gewesener" die Chance hat, die Ideale, die Ängste, die Sorgen
der einfachen Frontsoldaten nachzuvollziehen. Das Buch ist leicht zu lesen,
vermittelt jedoch immer wieder die absolute Härte und Grausamkeit des
Krieges, vorallem der Ostfront.
Der Autor gibt unverblümt seine Gedanken wieder. Ein absolut
gelungenes Buch. Ich bin begeistert!
in eisige höhen: das drama am mount everest
Autor/Autoren: Jon Krakauer
Herausgeber: Piper
Taschenbuch
Stichworte: [TB/Reiseberichte, Reiseerzählungen/Asien] [Asien] [Reiseberichte] [Bergsteigen; Berichte/Erinnerungen] [Everest (Mount); Reise-/Erlebnisberichte] [Erinnerung] [Everest] [Mount Everest] [Reisen]
Obwohl der Leser von Anfang an weiß, dass sich ein Unglück
zusammenbraut, wird der Leser rasch vom "Gipfelfieber" gepackt. Krakauer
gibt die Geschichte und die Abenteuer großer Everest-Pioniere wieder,
darunter Sir Edmund Hillary und Tenzing Norgay, die zwei Männer, die den
Gipfel als Erste erreicht hatten. Er macht auch klar, dass der Everest ein
unversöhnlicher Berg ist. Bevor es einem Menschen gelang, zum ersten Mal
einen Fuß auf den Gipfel zu setzen, hatte er bereits 24 Menschen aus 15
verschiedenen Expeditionen das Leben gekostet. Einzelheiten zu den
technischen Aspekten dieses Aufstiegs erläutern dem Kletterneuling, wie
gefährlich -- selbst unter den günstigsten Bedingungen -- das Bestreben
ist, das Dach der Welt zu erreichen. Die ernüchternde Bilanz dieser
Unglücks-Expedition -- die tödlichste in der Geschichte des Everest: Bis
zum Ende des Gipfeltages hatten acht Menschen ihr Leben gelassen. Info
des Verlags zum Sprecher dieses Audiobooks: Christian Brückner (geb. 1943)
arbeitet als Schauspieler und Sprecher. Er hat viele herausragende
Hörspiele und Lesungen produziert. Als Synchronsprecher leiht er seine
Stimme u.a. Robert de Niro. Christian Brückner erhielt 1990 den
Adolf-Grimme-Preis. Amazon.de-Hörbuchrezension
Kundenmeinungen:
+++++ (ein Amazon Kunde): Packend und unübertroffen
Das Buch, mit dem sich Jon Krakauer fest in die Klassikerlisten der
Bergsteigerliteratur verankert hat. Ursprünglich für einen Bericht über den
Massentourismus am Mount Everest angereist, erlebt Krakauer ein Drama am
höchsten Berg der Welt mit, das er in diesem berührenden und zugleich
packenden Buch schildert.
Zwölf Bergsteiger kommen in den Wänden und Stürmen des 8000ers ums
Leben; die eigentliche Leistungs von Krakauers Werk ist jedoch die
enthüllende Darstellung des schonungslosen und aberwitzigen Tourismus:
Fanatisch und ohne Achtung lassen sich westliche Touristen gewissermaßen
auf den Berg heben. Der Weg ist nicht das Ziel.
Ein Klassiker der Bergsteigerliteratur - sechs Sterne.
+++++ (ein Amazon Kunde): eine wahre geschichte
Diese Buch ist abgesehen davon, das es eine wahre geschichte ist, ein
spannender fesselnder roman, welcher die tragödie einer everest-expedition
erzählt die in einem tragischen unglück endet. Die Erzählung ist vom
überlebenden expeditionsmitglied krakauer geschrieben.
man kann gut mitfühlen wie es in den akteuren vor sich ging und der
aspekt der kommerzialisierung des everest wird deutlich herausgehoben. es
ist traurig und schlimm was man sich heute alles mit geld kaufen kann. eine
solche trgödie war längst überfällig, und dies wird hier bestens erzählt
und beschrieben.
Bergliteratur vom feinsten, sehr empfehlenswert
++ (ein Amazon Kunde): Subjektive Schilderung einer Tragödie, die wenig überzeugt...
Wer Krakauers Buch "In eisige Höhen" lesen möchte oder gelesen hat, dem
ist UNBEDINGT zu raten, anschließend das Buch "Der Gipfel" von Anatoli
Bukreev & G.Weston DeWalt zu lesen. Denn nur so bekommt der Leser einen
objektiven Gesamteindruck der Ereignisse auf dem Mt. Everest vom
10.05.1996.
Bukreevs Darstellung ist m.E. die ehrlichere Version der Geschehnisse
dieser Gipfelbesteigung. Ferner kommt Bukreev im Vergleich zu Krakauer ganz
ohne Schuldzuweisungen bestimmter Personen aus, die möglicherweise zu
dieser Tragödie führten.
Bukreevs schlichte Schilderung der Ereignisse überzeugt vollens und
ist darüber hinaus das weitaus besser geschriebene Buch.
++++ (ein Amazon Kunde): Bestseller mit leisen Zweifeln
Nahezu alle Überlebenden der Tragödie, die sich am 10. und 11. Mai 1996
am Mount Everest abspielte, haben ihre Erinnerungen in Büchern
festgehalten. Einige Ergebnisse, wie zum Beispiel "Die letzte
Herausforderung" von Lene Gammelgaard sind dabei völlig mißraten, andere,
wie "Der Gipfel" des 1997 tödlich verunglückten Anatoli Bukrejew,
konkurrieren mit Krakauers Buch in Hinsicht des höheren Wahrheitsgehalts.
Fakt ist nur eines: Dem amerikanischen Journalisten ist das kommerziell
erfolgreichste Werk, welches mit vielen interessanten Fotos versehen ist,
geglückt.
Die kommerzielle Extrembergsteigerei ist erst kürzlich wieder durch
das verheerende Unglück am K2 in die Schlagzeilen geraten. Eine ähnliche
Mischung aus Selbstüberschätzung, Ignoranz und höherer Gewalt führte auch
damals direkt in ein Desaster. Krakauer, der zum Team des Unternehmens
"Adventure Consultants" des Neuseeländers Rob Hall gehörte, beschreibt in
seinem Bestseller detailliert die Vorbereitungen der Expedition, die
Akklimatisierungstouren sowie das Zusammentreffen mit der konkurrierenden,
ebenfalls kommerziellen, Expedition der Firma "Mountain Madness", die vom
Amerikaner Scott Fischer geleitet wurde. Beide Bergführer kamen in diesen
Tagen ums Leben.
Nach dem etwas langatmigen Beginn des Buches ist das eigentliche
Geschehen hochdramatisch dargestellt, für den Journalisten Krakauer kein
Problem. Man fiebert mit, man leidet mit und man trauert um insgesamt acht
tote Bergsteiger. Besonders die Szene, als der im Sterben liegende Rob Hall
sich aus etwa 8.750 Meter Höhe noch einmal per Satellitentelefon bei seiner
Frau meldete, um sich von ihr zu verabschieden, geht sehr nahe.
Im Anschluß an die Rettung entspann sich eine hässliche Kontroverse
zwischen Krakauer und Bukrejew, die sich gegenseitig Versagen und mangelnde
Hilfsbereitschaft vorwarfen. Für meinen Geschmack wird der Kasache im Buch
schlechter dargestellt, als er sich tatsächlich verhielt.
Der im Text zu deutlich sichtbare Konflikt Krakauer-Bukrejew
schmälert die Glaubwürdigkeit des Buches deutlich, die tatsächliche
Wahrheit liegt wohl irgendwo in der Mitte aller heute bekannten
Schilderungen. Für eine allumfassende Darstellung aus verschiedenen
Perspektiven des Geschehens sollte man sich daher noch die anderen
Erinnerungsbücher ansehen. Neben den bereits erwähnten Veröffentlichungen
von Gammelgaard und Bukrejew wären das noch "Für tot erklärt" von Beck
Weathers oder auch "Bis zum Äußersten" von David Breashears.
+++++ (ein Amazon Kunde): Das Buch läßt einen nicht los...!
Nachdem mir vor kurzem ein älteres GEO-Magazin aus dem Jahre 1998 mit
Auszügen aus der hier in diesem Buch bis ins Detail geschilderten Tragödie
am Everest in die Hände fiel, habe ich Jon Krakauers Bestseller in für mich
absoluter Rekordzeit von 4 Tagen durchgelesen. Das sagt eigentlich alles.
Faszinierend wie Krakauer es versteht, einem das Thema näherzubringen.
Schonungslos, offen und kritisch sich selbst gegenüber beschreibt er den
tragischen Verlauf dieser Everest-Besteigung, die er im Auftrag des
US-Magazins "Outside" absolvierte. Obwohl es sich logischerweise um eine
reine Dokumentation handelt, die fast gänzlich ohne Dialoge auskommt, ist
es nicht möglich, das Buch aus der Hand zu legen. Die Problematik des
kommerziellen Bergsteigens am Everest sowie die damit einhergehenden
Umweltprobleme werden ebenso thematisiert wie historische Details der
Erstbesteigung. Auch physische Aspekte des Höhenbergsteigens werden auch
für absolute Laien anschaulich, packend und detailliert dargestellt.
Dabei behält der Stil auch bei Schilderung der Katastrophe immer
Würde und Mitgefühl für alle Beteiligten. Besonders imponierend fand ich
den Epilog in dem Jon Krakauer nochmal auf den Konflikt mit Anatoli
Bukrejev, einem der Bergführer aus dem Konkurrenz-Team eingeht.
Ich kann das Buch jedenfalls uneingeschränkt empfehlen. Wer eine
wirklich ergreifende Dokumentation lesen möchte, die einen wirklich packt,
muß nicht länger suchen. Ich habe jedenfalls jede freie Minute für die
Lektüre dieses faszinierenden Bestsellers genutzt und das kommt bei mir
wirklich nicht oft vor. Bestnote!
Begriffe
|20. Jahrhundert| 45| AUDIO/Sachbücher/Politik, Gesellschaft, Wirtschaft/Politik| Allgemeines| Asien| Ballsport| Belletristik| Belletristik / Humor, Satire| Bergsteigen; Berichte/Erinnerungen| Berlin| Berlin, Geschichte; Berichte/Erinnerungen| Biografie, Brief, Erinnerung, Tagebuch| Biografie, Erinnerung| Biografien/Erinnerungen| Biographien, Erinnerungen| Bundesrepublik Deutschland (1949-1990); Kultur| Calmund, Reiner| Deutschland; Politik/Zeitgeschichte (Audio-CDs)| Drittes Reich, Nachkriegszeit| Erinnerung| Erinnerung, Brief, Tagebuch| Everest| Everest (Mount); Reise-/Erlebnisberichte| Frau| Frauengeschichte; Berichte/Erinnerungen| Front| Fußball| Fußball; Biografien| Gefängnis; Berichte/Erinnerungen| Gefängnis; Kindersachbuch/Jugendsachbuch| Geschichte| Geschichte, Kulturgeschichte| HC/Ratgeber/Lebenshilfe, Alltag/Lebensführung, Persönliche Entwicklung| HC/Ratgeber/Sport/Ballsport| HC/Sachbücher/Geschichte/20. Jahrhundert (bis 1945)| HC/Sachbücher/Politik, Gesellschaft, Wirtschaft/Biographien, Autobiographien| Hörbuch| Koschorrek, Günter K.| Kriegsende 1945; Berichte/Erinnerungen| Language readers| Lebenserinnerung| Lichter, Horst| Memoiren| Mount Everest| Obama, Barack; Biografien| Panzertruppe; Berichte/Erinnerungen| Politik (ab 1949)| Politik, Diplomatie| Politik, Zeitgeschichte, Recht| Politik; Audio-CDs| Politiker (Biografien/Erinnerungen); Obama, Barack| Politiker (Biografien/Erinnerungen); Schmidt, Helmut| Politikwissenschaft| Populäres| Reiseberichte| Reisen| Religion, Kirche| Rote Armee; Berichte/Erinnerungen| Rußlandfeldzug 1941-1944; Berichte/Erinnerungen| Sachbuch| Sachbuch / Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Recht| Schmidt, Helmut| Schmidt, Helmut; Audio-CDs| Schmidt, Helmut; Biografien/Erinnerungen| Soziologie| Sport, Fliegerei, Jagd| Stalingrad| Stalingrad (Schlacht); Berichte/Erinnerungen| TB/Reiseberichte, Reiseerzählungen/Asien| TB/Sachbücher/Politik, Gesellschaft, Wirtschaft| TB/Sachbücher/Politik, Gesellschaft, Wirtschaft/Biographien, Autobiographien| Tagebuch| Tagebuchaufzeichnung| Türkei; Berichte/Erinnerungen| Türkei; Kindersachbuch/Jugendsachbuch| USA| USA; Biographien| Vergewaltigung; Berichte/Erinnerungen| Wehrmacht; Berichte/Erinnerungen| Weltkrieg 1939| Zeitdokumente (Audio-CDs)| Zeitgeschichte| Zweiter Weltkrieg|
Suche als RSS
[erinnerung
]
Suchen nach «erinnerung» in
[Bücher] [Ausländische Bücher] [Musik (klassisch)] [Musik, CDs] [DVD] [Video] [Haushalt, Elektronik] [Gesundheit, Pflegeprodukte] [Heim & Hof] [Küche, Kochen] [Zeitschriften, Magazine] [Outdoor, Camping] [PC, Zubehör] [Photo, Film] [Software] [Videospiele] [Sport, Freizeit] [Heimwerken] [Spielzeug]



