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Autor/Autoren: Charlotte Roche
Herausgeber: Dumont Buchverlag
Broschiert
Stichworte: [HC/Belletristik/Erzählende Literatur] [Belletristik] [Erzählungen] [Romane] [Deutsche Belletristik] [Roman, Erzählung]
Kundenmeinungen:
+++++ (ein Amazon Kunde): Eines meiner Lieblingsbücher!
Ich finde, es ist eines der besten Bücher die ich je gelesen habe.
Auch wenn manches eklig ist, das macht es erst interessant.
Zum Schluss nachher wird es nicht mehr so spannend, weil vieles
wiederholt passiert, und es wirkt übertrieben dazugesponnen!
Aber die Grundidee is Klasse!!
+++ (ein Amazon Kunde): Weiß nicht was die ganzen Leute haben?
Ich weiß wirklich nicht was die ganzen Leute haben, die geschrieben
haben, sie hätten das Buch nach den ersten Seiten weggelegt, weil es ihnen
zu "eklig" sei. Ich meine, können diese Leute nicht die Realität von einem
Buch unterscheiden? Mir kommt es so vor als hätten diese Leute das Buch
gekauft nur um der Welt mitzuteilen wie schlimm sie es finden. Haben diese
Leute nicht genau gewusst was sie da für ein Buch kaufen? Es ist ja auch
eindeutig ein Roman und nicht wie viele denken eine Biografie!?
Aber nun zum Buch: Es ist mal etwas völlig anderes, an ein paar
Stellen denkt man schonmal "ok". Man sollte es auf jeden Fall mal gelesen
haben.
Ich gebe dem Buch 3 Sterne, da die Handlung die ganze Zeit von
Rückblicken unterbrochen wird. Die Handlung ist an einigen Stellen auch
seeeehr unglaubwürdig und wird nach der Zeit langweilig.
3 Sterne dafür, weil es mal was anderes ist.
+++++ (ein Amazon Kunde): Klasse Buch...
...leider ist die Geschichte zu kurz, habs in ein paar Stunden durch
gelesen. Ob es wohl eine Fortsetzung gibt? Laut Frau Roche nicht. Schade,
ich hätte es mir sofort gekauft.
Ums kurz zu machen: Ich kann das Buch nur empfehlen.
der geschmack von apfelkernen
Autor/Autoren: Katharina Hagena
Herausgeber: Kiepenheuer & Witsch Verlag
Gebundene Ausgabe
Stichworte: [Erzählungen] [HC/Belletristik/Erzählende Literatur] [Romane] [Belletristik] [Deutsche Belletristik] [Roman, Erzählung]
Kundenmeinungen:
++++ (ein Amazon Kunde): Gemächlich aber gut
"Der Geschmack von Apfelkernen" eignet sich wunderbar als Ferienlektüre
und kleine Flucht aus dem Alltag. Katharina Hagena gelingt es in ihrem
Familienroman gleichzeitig altmodisch und modern vom Verlieren und Finden
von Erinnerungen zu erzählen.
Altmodisch sind vor allem ihr Erzählton und ihr Erzähltempo. Die
Autorin nimmt sich Zeit ihre Geschichte zu entwickeln, hat eine
unglaubliche Liebe zu Details und webt auch magischen Realismus in ihre
Geschichte ein, wenn Johannisbeeren plötzlich weiß werden oder Äpfel schon
im Juni reif werden, nachdem bedeutsame Ereignisse passiert sind.
Modern ist ihr Roman dennoch, denn er ist auf angenehme Weise nicht
linear. Hagena spinnt ihre Geschichte um drei Generationen, verweilt mal in
dieser Zeit und mal bei jener Person und schafft es doch ein atmosphärisch
dichtes Portrait einer Familie, eines Hauses und eines Ortes zu liefern.
Einen kleinen Punktabzug gibt es bei mir lediglich für die manchmal
etwas zu gemächliche und zeitweise leicht ins Kitschige abrutschende
Erzählweise und die Tatsache, dass Frau Hagena nicht gerade eine Meisterin
des Dialogs ist. Die Dialogpassagen wirkten jedenfalls auf mich oft arg
holprig und wenig realistisch.
Trotzdem konnten die kleinen Schwachpunkte nicht darüber
hinwegtäuschen, dass dies ein außerordentlich gut gelungener Familienroman
ist.
+++ (ein Amazon Kunde): Überschätzt
Die junge Freiburger Bibliothekarin Iris erbt das Haus ihrer Großmutter
Bertha im Norden Deutschlands. Nach der Beerdigung möchte Iris sich bei
einem Aufenthalt in diesem fast verwunschen wirkenden Haus darüber klar
werden, ob sie das Erbe antreten möchte. In diesen Tagen, einer Art
"Zwischenzeit", werden Erinnerungen an frühere Ferien wie auch an die stark
weiblich dominierte Familiengeschichte wach...
Nachdem ich viel Gutes über "Der Geschmack von Apfelkernen" gehört
hatte, stellte der Roman eine Enttäuschung für mich dar. Ja, das Buch ist
literarisch und es ist der Autorin gelungen, einen eigenen Tonfall zu
finden, der sogar hervorragend mit den geschilderten Erinnerungen
harmoniert. Aber ihre Sprache ist mir zu sehr Spitzenklöppelei, zu gestelzt
und auf Effekt bedacht. Hinzu kommt, dass die Geschichte nur schwerfällig
in Fahrt kommt. Meiner Meinung nach ist der Roman keinesfalls die
literarische Meisterleistung, als die er angepriesen wurde, sondern
gehobene Unterhaltung, die frau lesen kann, aber nicht muss.
Ich vergebe 3,5 Sterne.
die bücherdiebin
Autor/Autoren: Markus Zusak
Herausgeber: Blanvalet
Gebundene Ausgabe
Stichworte: [HC/Belletristik/Erzählende Literatur] [Belletristik] [Erzählungen] [Romane] [Drittes Reich; Romane/Erzählungen] [Australische Belletristik] [Roman, Erzählung]
Den Tod muss man nicht fürchten. Er ist nämlich, wie er als
Ich-Erzähler von sich selbst in einer Vorbemerkung sagt, bemüht,
dieser ganzen Angelegenheit eine fröhliche Seite zu verleihen. Nur
hätten die meisten Menschen einen tief sitzenden Widerwillen, der es
ihnen unmöglich macht, mir zu glauben, so sehr ich auch versuche, sie davon
zu überzeugen. Mit einem weiteren Vorurteil räumt der Tod gleich zu
Beginn auf, dass ihm nämlich die Menschen gleichgültig seien. Im Gegenteil.
Ab und zu, so erfahren wir, braucht er sogar eine Auszeit, um sich
abzulenken. Ihr wollt wissen, fragt er, wovon ich mich
ablenken muss? (
) Es sind die übrig gebliebenen Menschen. / Die
Überlebenden. Eine solche Überlebende, eine Expertin im
Zurückbleiben ist die neunjährige Liesel Memminger. Von ihr handelt
dieses wunderbare Buch. Zum ersten Mal begegnet der Tod der neunjährigen
Liesel 1939 am Grab ihres kleinen Bruders, wo sie auch ihre Karriere als
Bücherdiebin beginnt: Mit Hilfe des Handbuchs für Totengräber lernt sie
das Lesen und muss fortan immer wieder Bücher stehlen. Sie
rettet auch welche -- vor den Flammen der Nazis. Und hin und
wieder bekommt sie auch welche geschenkt. Ihre Liebe zu Büchern muss es
sein, die den Tod, der sich selbst hier als großer Erzähler erweist, die
Liesel lieb gewinnen lässt. Während um sie herum Bombenhagel alles in
Schutt und Asche legen, findet sie Schutz im Keller - und in ihren Büchern.
Der Tod, den der Autor uns hier präsentiert, muss man in der Tat nicht
fürchten. Er ist weder böse noch kaltblütig. Und er hat eine Schwäche für
Menschen, die lesen und die Bücher lieben. Ist das nicht beruhigend? Und er
kann obendrein -- zumindest in der Fantasie Markus Zusaks -- wunderbar
erzählen. -- Andreas Vierecke, Literaturanzeiger.de Aus der Amazon.de-Redaktion
Kundenmeinungen:
+++++ (ein Amazon Kunde): wunderschön und traurig zugleich
Dieses Buch hat eine ganz besondere Art die Grauen der Nazizeit zu
schildern. Ich konnte es nicht aus der Hand legen, denn bei allem Grauen
wurde doch auch eine wunderschöne Geschichte von einem kleinen Mädchen
erzählt.
+++++ (ein Amazon Kunde): Danke, Markus Zusak!
Die Bücherdiebin von Michael Zusack hat mir bewiesen, dass es immer
noch überragende Bücher zu lesen gibt. Dieses Buch fesselt von der ersten
Seite an und hält das - im Gegensatz zu vielen anderen Büchern - bis zum
Ende. Am Schluss war ich den Tränen nahe. Das Buch hat einen einzigartigen
Stil. Es wird aus der Sicht des Todes erzählt. Speziell bei diesem Buch ist
das ein Geniestreich! Die Charaktere sind warmherzig beschrieben und leben
Seite für Seite. Bei manchen Sätzen dieses begnadeten Autors stockte mir
schier der Atem. Zum eigentlichen Inhalt will ich nichts schreiben, die
Kurzbeschreibung von amazon sollte hier ausreichen um nicht zuviel zu
verraten. Dieses Buch kommt bei mir auf die Liste der Bücher, die ich mit
Sicherheit mehrmals lesen werde.
Danke, Markus Zusak für einen Lesegenuss wie ich ihn schon lange
nicht mehr gehabt habe.
+++++ (ein Amazon Kunde): Für mich: das beste Buch seit Jahren.
Ich kann meine Gefühle diesem Buch gegenüber kaum beschreiben:
Faszination trifft es noch am ehesten. Aber eine tiefe, intensive
Faszination. Eine unglaublich schöne, bilderreiche, dennoch einfache
Sprache, der man sich als Leser nicht entziehen kann und die einen Film vor
dem inneren Auge entstehen lässt. Eine intensive Identifikation mit den
Figuren, wie ich sie lange nicht erlebt habe, entsteht, ohne dass man das
beeinflussen muss. Eine Zeitreise an der Hand des Todes, von der ersten bis
zur letzten Seite. Ein Lehrstück gegen den Krieg, gegen den Unsinn des
Krieges - aber gleichzeitig für die Schönheit des Lebens, wie sie da ist,
wo Menschen sind, und wir sie nur sehen müssen. Selbst im Krieg. Selbst im
Angesicht des Todes. Unbedingt lesen!
Danke, Herr Zusak, für dieses unglaubliche Buch.
+++ (ein Amazon Kunde): Ähnlichkeiten mit Terry Pratchett?
Als ich "Die Bücherdiebin" das erste Mal in den Händen hielt und las,
dass der Tod (als Figur) in dem Roman eine Rolle spielt, dachte ich sofort
an TOD aus den Scheibenweltromanen von Terry Pratchett.
Doch Markus Zusaks Buch gehört keineswegs in die Sparte der "Funny
Fantasy", wie es bei Pratchett der Fall ist. Der Autor schreibt in einem
sehr gefühlvollen und berührenden Stil über das Leben der kleinen Liesel
Memminger zur Zeit des Zweiten Weltkriegs. Darüber, wie Liesel im Alter von
neun Jahren ihren Bruder verliert, von ihrer Mutter getrennt wird und zu
den Hubermanns (ihren Pflegeeltern) kommt. Wie sie ihre Kindheit erlebt,
Freunde findet und wieder verliert und wie sie die Liebe zu Büchern
entdeckt.
Insgesamt ist "Die Bücherdiebin" ein Roman, der sowohl für erwachsene
als auch für jugendliche Leser geeignet ist. Aufgrund einiger Längen in der
Handlung und dem teilweise gewollt wirkenden Stil kann ich dem Buch jedoch
keine fünf Sterne geben.
+++++ (ein Amazon Kunde): einfach wundervoll!!!!!!!
Ein wunderschönes und sehr gefühlvolles buch!!!
mehr kann ich irgendwie dazu nicht sagen... es sollte JEDER selber
mal gelesen haben!
nur eins kann ich kurz nach dem lesen sagen:
das ende schmerzt mir in der brust und doch ist es so gefühlvoll und
voller liebe trotz all dem schmerz des todes...,dass mein herz sich freut.
:o)
ein wunderbares buch!
die souveräne leserin
Autor/Autoren: Alan Bennett
Herausgeber: Wagenbach
Gebundene Ausgabe
Stichworte: [HC/Belletristik/Erzählende Literatur] [Belletristik] [Erzählungen] [Romane] [Elizabeth II., Königin von England; Romane/Erzählungen] [Englische Belletristik] [Roman, Erzählung]
Kundenmeinungen:
+++++ (ein Amazon Kunde): Ein wahrer Literatur Schatz...
Dieses Büchlein ist ein wahres Lesevergnügen. Ich bin begeistert!
Hinsetzten und verschlingen - traurig sein, dass es schon wieder zu
Ende ist - nochmal lesen
+++++ (ein Amazon Kunde): Gibt's was Besseres? Kaum ...
... denn das ist Britischer Humor vom Feinsten. Das ist eine eigene
Kategorie, in die diese Buch gehört: erstklassig, auch die Dialoge.
+++ (ein Amazon Kunde): Leidlich lustig
Nachdem ich überschwängliche Kritiken über die souveräne Leserin
gelesen hatte, hatte ich eigentlich mehr erwartet als diese leidlich
amüsant vor sich hin plätschernde Novelle. Die Idee aus der englischen
Königin eine passionierte Leserin zu machen ist zwar recht originell,
reicht aber vom Ansatz her nicht, um die Grundfesten der Monarchie und
damit vielleicht auch das Zwerchfell der Leser zu erschüttern (wie es z.B.
Sue Townsend urkomisch und trotzdem würdevoll in "The Queen and I" gelungen
ist). Man liest, man schmunzelt, aber im Gedächtnis bleibt einem die
souveräne Leserin wahrscheinlich eher nicht.
Am meisten aber hat mich gestört, dass ein richtiger Spannungsbogen
nicht zu erkennen war. Die Monarchin findet zum Lesen, trifft auf wenig
Verständnis in ihrer Umgebung, sie liest trotzdem weiter und erst im
Schlusssatz wird der Stellenwert von Büchern für ihr Leben offenbar. Das
war selbst für magere 120 Seiten etwas wenig Handlungsgeschehen, denn auch
die Betrachtungen über das Lesen an sich fand ich nicht so originell, dass
sie die Handlungslücken ausgeglichen hätten.
Insgesamt ist die souveräne Leserin damit für mich ein netter
Zeitvertreib für ein paar ruhige Stunden, aber man verpasst auch nichts
Wesentliches, wenn man dieses Buch nicht liest.
+++++ (ein Amazon Kunde): Ein wahres Lesevergnügen
Die Engländer sind doch um ihre Queen zu beneiden. Wie ließe sich in
Deutschland die Entdeckung des Lesevergnügens einer herausgehobenen
Persönlichkeit und die damit verbundenen Irritationen der Umgebung so
treffend wie vergnüglich beschreiben wie in diesem Buch? Glücklicherweise
haben wir Zugriff auf mit englischem Humor gewürzte Seiten, die leider
allzu schnell gelesen sind. Die souveräne Leserin braucht trotz manch
verstecktem hintersinnigen Passagen keinen souveränen Leser. In einer
Bestenliste mit Kommentar fände sich wohl die Anmerkung "Leichte Lektüre".
Die allerdings ist wie meine Tante Mieze sagen würde "schwer in Ordnung".
Ein Buch für jede Tageszeit!
schweigeminute
Autor/Autoren: Siegfried Lenz
Herausgeber: Hoffmann und Campe
Gebundene Ausgabe
Stichworte: [Belletristik] [Erzählungen] [HC/Belletristik/Erzählende Literatur] [Romane] [Deutsche Belletristik] [Roman, Erzählung]
Kundenmeinungen:
+++++ (ein Amazon Kunde): Wir haben zu danken
Wir haben Siegfried Lenz für ein poetisches Buch zu danken. Vielleicht
ist es sein schönstes.
Dieser Satz von Marcel Reich-Ranicki im Feuilleton der F.A.Z.
veranlasste mich, das Buch auf meine Wunschliste zu setzten. Der
Weihnachtsmann hatte ein Einsehen und ich fand es am 24. Dezember fein
verpackt neben dem Christbaum.
Die Schweigeminute zum Andenken der jüngst verstorbenen Stella
Petersen füllt 128 Seiten. Keine davon ist zu viel. Fast hätte ich gesagt,
das Buch dürfe ruhig länger sein, aber nein. Es ist richtig so, wie es ist.
Ein Roman wäre zu viel gewesen, als Novelle passt der Stoff perfekt. Als
ich mit der Lektüre fertig war, empfahl ich sie der besten aller Ehefrauen
mit dem Hinweis: Schön traurig. Wunder- wunderschön traurig.
Tot ist eine Englischlehrerin, das weiß der Leser sofort, Stella war
voller Lebensfreude, liebte ihren Beruf und - nun ja. Beschrieben wird die
Schweigeminute von ihrem Schüler Christian, und der hat diese Lehrerin
geliebt. Das geht natürlich nicht. Oder doch?
Siegfried Lenz gelingt es durch einen sprachlichen Trick ganz
ausgezeichnet, die Zerrissenheit der Beziehung zu vermitteln. Er wechselt
beim Erzählen zwischen der zweite und dritten Person Singular, mitten im
Satz, zwischen zwei Sätzen... - ein Kunstgriff, um den man Lenz beneiden
muss:
Wir lagen nebeneinander, nur mit Badeanzügen bekleidet, ich
streichelte deinen Rücken. Ich wollte wissen, warum sie am Wettschwimmen
nicht teilnehmen wollte...
Du und sie - es ist immer Stella. Überhaupt ist die Sprache in dieser
Novelle sehr reichhaltig und von bester Qualität, ganz dem Thema gewidmet:
Es ist ein Buch vom Erwachsenwerden, ein Buch über die Liebe, die nicht
sein darf und doch ist. Eine großartige Novelle.
Mein Fazit: Wieder einmal hatte Marcel Reich-Ranicki recht. Wir haben
für dieses Buch zu danken. Ob es das schönste Buch von Siegfried Lenz ist,
vermag ich nicht zu sagen, da ich längst nicht alle gelesen habe. Aber es
ist eine unbedingt lohnende Lektüre.
+++++ (ein Amazon Kunde): Nordisch und tiefsinnig
Norddeutsch und knapp, einfühlsam und doch herb wie die norddeutsche
Landschaft. Mich hat diese Liebesgeschichte von Lenz ausgesprochen
angerührt. Sie macht nicht viele Worte, aber die Sprache ist herrlich
poetisch. Die Gefühle entstehen über die Bilder. Für mich war das Lesen wie
das Blättern in einem Fotoalbum vergangener Jugendsommer. Eine ganz zarte,
tiefe und doch einfache Liebesgeschichte, die das Zeug zum Klassiker hat.
Ich bin beeindruckt und kann dieses Büchlein von Liebe, Glück und Trauer
nur empfehlen.
+++++ (ein Amazon Kunde): Traurif und wunderschön
Der Erzählstill und die Beschreibungen des Autors sind wunderbar. Was
gut gelungen ist, sind, meiner Meinung nach, wunderschöne Beschreibungens,
die das Gefühl geben dabei zu sein. Das Buch ist wunderschön geschrieben,
toller still, voller Gefühle, so unglaublich optimistisch und traurig
zugleich.
Eine wunderschöne Novelle, die man natürlich nicht lesen muss (man
kann ja auch nichts lesen), aber trotzdem lesen sollte. Ich würde es jedem
empfehlen.
+++++ (ein Amazon Kunde): Die Grammatik des Abschieds
Mit einer Gedenkstunde beginnt diese Novelle: es gilt Abschied zu
nehmen von Stella Petersen, der allzeit fröhlichen Englischlehrerin aus dem
Lessing-Gymnasium. Unter den trauernden Schülern ist Christian, 18 Jahre
jung und Klassensprecher seiner Klasse. Wahrscheinlich niemand weiß es,
mancher ahnt es: die Beziehung zwischen Christian und Stella ging über eine
Lehrerin-Schüler-Beziehung weit hinaus - tatsächlich waren sie ein
Liebespaar.
Wie diese Beziehung sich anbahnt, sich entwickelt, zur Leidenschaft
wird, für Christian (und für Stella?) eine Zukunftsperspektive hat, dann
aber alles so grausam endet: all dies schildert Siegfried Lenz in diesem
großartigen Alterswerk auf faszinierende Art und Weise. Auch der formale
Rahmen passt; die unaufgeregte, sachliche Sprache von Siegfried Lenz ist
sowieso jedem seiner Leser vertraut.
"Schweigeminute" zeigt, wie unheimlich schön, traurig, aber zugleich
beglückend Literatur sein kann!
der kaiser von china: roman
Autor/Autoren: Tilman Rammstedt
Herausgeber: DUMONT Literatur und Kunst Verlag
Gebundene Ausgabe
Stichworte: [HC/Belletristik/Erzählende Literatur] [Belletristik] [Erzählungen] [Romane] [Ingeborg-Bachmann-Preis] [Publikumspreis (Tage der deutschspr. Literatur)] [Deutsche Belletristik] [Roman, Erzählung]
Kundenmeinungen:
+++++ (ein Amazon Kunde): Grosse Unterhaltung
Ich möchte ein Versprechen abgeben: Wer einmal anfängt, dieses Buch zu
lesen, wird nicht damit aufhören, bevor leider nach viel zu kurzen 191
Seiten alles vorbei ist. Dass ein deutscher Schriftsteller ein so
unglaublich einfallsreiches, humorvolles und doch höchst literarisches Buch
heutzutage noch schreiben kann, ist ja leider höchst selten geworden.
Aus meiner Sicht ist Tilman Rammstedt das Wunder gelungen, ein
breites Publikum erreichen zu können, dem dennoch auch die humorlosesten
Kritiker ihren Respekt zollen müssen.
Die Story in Kurzform: junger Mann schnappt seinem Großvater seine
letzte Geliebte (eine von vielen) weg, hat Lospech und erwischt beim
Streichholzziehen mit seinen (vermeintlichen) Geschwistern das kürzeste
Hölzchen. Dadurch soll er mit dem Großvater nach China reisen, aber der
fährt alleine los und stirbt bereits im Westerwald. Nun heißt es für Keith
Stapperpfennig, eine große China-Reise in Form von Postkarten selbst zu
erfinden, geschrieben werden diese von ihm hockend unter seinem
Schreibtisch.
Das Universum, welches der Author so fantasiereich erschafft, lässt
den Leser glatt vergessen, dass (fast) alles nur erfunden ist und schnell
taucht man ein in ein China, dass man nicht kennt und wünscht sich, man
hätte den Großvater, seine große Liebe, den Enkel und den Rest der ganzen
Bande mal selbst ihre Geschichten erzählen hören. Bravissimo, Herr
Rammstedt!!!
+++++ (ein Amazon Kunde): Ist dir das nicht zu eng? Nein.
Nun ja, ich hab das Buch innerhalb eines Tages gelesen. Auch wenn das
ein Feiertag war, an dem es nicht viel anderes zu tun gab als die Katzen zu
streicheln (meine Freundin saß im Zug und fuhr nach Süden), sagt das schon
einiges über das Buch aus.
Den Anfang des Romans kannte ich schon von einer Lesung im Herbst
(kannte man schon, weil der Tilman damit den diesjährigen Bachmannpreis
gewonnen hat), aber es war ein erneutes Vergnügen. Und die Geschichte von
Keith und seinem Großvater in oder nicht in China entwickelt sich in eine
burleske Abschiedserzählung, die schreiend komisch ist, aber auch einen
Atemhauch von Traurigkeit über das wahre Leben in sich trägt. Ein bisschen
fast ist das wie Alice im Wunderland, ein bisschen wie John Irving, ein
großes Stück Besonderheit ist aber auch dabei. Sowas von einem deutschen
Autor präsentiert zu bekommen, ist sehr schön.
Ich kann das Buch sehr empfehlen, es ist gut geschrieben, sehr sehr
unterhaltsam, anrührend und spannend. Da passiert viel an so einem Lesetag.
+++++ (ein Amazon Kunde): Schräge Ideen, wilde Phantasie, menschenfreundlicher Humor
Dieses Buch ist ein reines Lesevergnügen. Viele Passagen sind angefüllt
mit schrägen Ideen, wilden Phantastereien und menschenfreundlichem Humor
wie bei John Irving zu dessen besten Zeiten. Noch kann Ramstedt dieses
Niveau nicht ganz über die volle Buchlänge halten. Am Ende des Buches aber
hätte ich gerne noch mal 200 Seiten weitergelesen. Die
Zusammenführung/Auflösung der beiden parallelen Erzählstränge am Ende des
Buches ist schlichtweg genial und sogar überraschend tiefgründig: ein
wunderbarer Sieg der sprühenden Phantasie über die schnöde Realität.
+++++ (ein Amazon Kunde): Unwahrscheinlich glaubhafte Flunkereien
Die älteste Idee der chinesischen Philosophie ist die Einteilung in Yin
und Yang. Diese beiden Begriffe findet man nicht nur in Kunst, Wissenschaft
und Architektur, sondern sie sind überall im chinesischen Denken
manifestiert und durchdringen nahezu alle Bereiche des täglichen Lebens.
Yin und Yang entstehen aus dem einen Ursprung und bringen dann ihrerseits
die enorme Vielfalt der Erscheinungen hervor. Für die Beseitigung von
Hindernissen, die dem Glück im Wege stehen, für die Harmonisierung der
familiären Verhältnisse und für die Wiederherstellung der Gesundheit müssen
sich Yin und Yang im Gleichgewicht befinden.
Allerdings helfen Rekonvaleszenz oder Gesundheitsprophylaxe in Timan
Rammstedts Roman auch nicht mehr. "Der Kaiser von China" ist tot. Doch
nicht den wahren, 1967 verstorbenen Aisin Gioro Pu Yi, hat Rammstedt zum
Helden seines wunderbar komischen Romans gemacht. Sein "Kaiser" ist der
Großvater von Keith Stapperpfennig, aus dessen Sicht die Geschichte erzählt
wird. In China war er jedenfalls noch nie, "fast nirgendwo war er schon
gewesen, wie sich herausstellte, er hatte den europäischen Kontinent
niemals verlassen, Deutschland niemals verlassen, war nur einmal der
holländischen Grenze recht nahe gekommen und einmal, wohlwollend
betrachtet, der dänischen." Nun liegt er tot im Westerwald, obwohl er
eigentlich im "Reich der Mitte" sein müsste. Und er, Keith, bei ihm. Aber
gewissermaßen auch wieder nicht, denn er sitzt schon seit Tagen unter
seinem Schreibtisch und verleugnet sich.
Wie jetzt? China hin und Westerwald her, wer ist denn nun wo? Und
warum eigentlich immerzu nur China? Die Balance von Yin und Yang scheint
gehörig instabil. Was ist passiert?
Die fünf Enkel eben besagten Kaisers, nein Großvaters, der
gleichzeitig den Mutter- und Vater-Part in der mehr als eigenartigen
Familie einnimmt, wollen ihm zum achtzigsten Geburtstag eine Reise
schenken. Das Ziel kann er selbst wählen. Und da sich Großvater noch
bestens fühlt, auch wenn ihm ein Arm fehlt, will er nach China. Keith - als
ausgemachter Lieblingsenkel des alten Herrn - wird dazu auserkoren, ihn zu
begleiten.
Doch der will nicht. Viel lieber möchte er Franziska heiraten, seine
letzte und jüngste Großmutter, oder besser: ehemalige Stiefgroßmutter. Denn
die ist nun seine Geliebte, nachdem ihm der Großvater in der Vergangenheit
mit konstanter Regelmäßigkeit die Freundinnen ausgespannt hat. Da zieht
auch nicht Opas Universaltrick: "Ich sterbe!". Trotz derartiger Androhungen
hat er schon oft alle vom lächerlichen Gegenteil überzeugt. "Sein Ehrgeiz,
nicht zu sterben, wurde nach und nach zu einer ausgewachsenen Obsession.
Alle paar Tage mussten wir mit ihm zum Friedhof, wo er dann Grab um Grab
abschritt und triumphierend \'Jünger\', \'Viel jünger\', \'Fast gleich alt\'
rief." Der rüstige Rentner ist im wahrsten Sinn des Wortes nicht unter- und
totzukriegen.
Jedenfalls verjubelt Keith mit seiner Holden das Reisegeld in einem
Spielcasino und lässt seinen Opa alleine ziehen. Doch der scheint
offensichtlich nicht weit gekommen zu sein und liegt nun in den Kühlfächern
der westerwäldischen Pathologie. Nur wie verklickert er das seinen
Geschwistern glaubhaft, die da immer noch meinen, er betrachtet mit Opa die
chinesische Mauer? Er zaubert sich eine Geschichte aus dem Hut und erfindet
sein eigenes China, das er den Daheimgebliebenen in täglichen Briefen zu
schildern versucht. "Wenn ich um Erklärungen schon nicht herumkam",
überlegt sich Keith, "dann konnten es genauso gut welche sein, mit denen am
Ende alle zufrieden waren." Letztendlich beseitigt Keith Stapperpfennig
alle störenden Hindernisse, lässt Großvater glücklich in China zurück.
Dem Ingeborg-Bachmann-Preisträger, der für die ersten sechzehn
Manuskriptseiten dieses Buches neben dem Preis der Jury auch noch den
Publikumspreis erhielt, ist ein nahezu überwältigender Roman gelungen. Auf
der einen Seite sprüht er geradezu vor rasanter Komik, irrwitzigen Lügen
und einer Unmenge Absurditäten und Fantasien, auf der anderen offenbart er
große Melancholie, Liebe und Menschlichkeit. Dabei spielt der Autor
meisterhaft mit den beiden fernöstlichen philosophischen Begriffen.
Der Leser reist mit Keith durch das konfuse fiktionale China und
merkt kaum wie aus der anfänglich erfundenen Reiseerzählung seines
Protagonisten mit zunehmendem Handlungsverlauf selbst eine Geschichte, ja
eine romaneske, nachdenkenswert-tiefgründige Erzählung wird, die
schlussendlich in einem eher stillen, als furiosen Finale endet. Yin und
Yang, der Anfang und das Ende, die Wurzeln von Leben und Tod, befinden sich
zu guter Letzt wieder im harmonischen Gleichklang.
"Als Schriftsteller und als Leser traue ich den Geschichten mehr, die
mit Humor geschrieben sind", sagt Rammstedt in einem Interview. "In total
ernster Prosa erkennt man die Effekte oft zu schnell, die Rührung oder
Trauer erzeugen sollen. Hinter Humor kann man solche Effekte besser
verstecken, und auf die ernsten, tiefgründigen Seiten kommt es mir genauso
an."
"Der Kaiser von China" lebt nicht nur von seinen kraftvoll-subtil
gezeichneten Charakteren und seinem sprühend-klugen, bizarr-komischen
Humor, sondern auch durch seine rezeptive, feinsinnige und ideenreiche
Sprache, unter deren vordergründiger Unbeschwertheit, eine unerwartete
Ernsthaftigkeit und Dramatik liegt.
+++++ (ein Amazon Kunde): Den Großvater neu erfunden
Wer ist hier der Held?
Der Erzähler, welcher eine Geschichte erfinden MUSS, erklären MUSS,
wie die Reise mit seinem Großvater durch China verläuft, während doch alles
ganz anders ist.
Vorweg: Der Erzähler hütet sich davor, ein Held zu sein, also bleibt
der Großvater, der sich in gesetztem Alter noch mit jungen Freundinnen
vergnügt. Und dann wird ihm eine Geschichte auf den Leib gezimmert, die
traurig und menschlich ist..., das gibt\'s ja eigentlich gar nicht.
Und gibt\'s ja eigentlich wirklich nicht.
Bravo...
der weiße tiger: roman
Autor/Autoren: Aravind Adiga (Autor), Ingo Herzke (Übersetzer)
Herausgeber: C.H. Beck
Gebundene Ausgabe
Stichworte: [HC/Belletristik/Erzählende Literatur] [Belletristik] [Erzählungen] [Romane] [Booker Prize] [Indien; Romane/Erzählungen] [Englische Belletristik] [Indische Belletristik] [Roman, Erzählung]
Kundenmeinungen:
+++++ (ein Amazon Kunde): Preisgekröntes Lesevergnügen...
Schon nach wenigen Seiten verstand ich, warum genau dieses Buch diese
hohe Auszeichnung bekommen hat - Es nimmt den Leser fast sofort gefangen,
entführt ihn in ein Indien, dass weitab verklärter Weichzeichnungen der
Medien existiert. Hier duftet es nicht nach Räucherstäbchen und man sieht
keine in prachtvolle Saris gekleidete Menschen, sondern man lernt die
Underdogs kennen - die, die auch heute noch wenig Chancen haben, aus ihrem
Kastensystem auszubrechen. Es geht um Korruption, Lügen der Politik und den
großen Unterschied zwischen Armen und Reichen - zwischen Herren und ihren
Dienern, die wie Sklaven behandelt werden. All das erzählt Balram, der
Protagonist dieser so aufregenden Geschichte, freilich ohne sich zu
beklagen, sondern mit einer naiven Mischung aus Frechheit, Charme und
gewollt unfreiwilliger Komik. Er beschreibt, wie er sich aus der
Abhängigkeit zu seinem Herrn befreit hat, und versucht nichts zu
beschönigen. Auf unbedarfte Weise plaudert er nicht nur über sein Leben,
sondern über alles, was er sieht und denkt.
Zitat: Der Anblick dieser blonden Ausländerinnen - und sie werden
rasch merken, das Bangalore heutzutage voll von ihnen ist - hat mich
vielmehr davon überzeugt, dass die Weißen ein Auslaufmodell sind. Sie sehen
alle so ausgemergelt aus - so schwächlich. Nie sieht man mal eine mit einem
Bauch. Dafür mache ich den amerikanischen Präsidenten verantwortlich: Er
hat die Sodomie in seinem Lande gesetzlich erlaubt, und jetzt heiraten
Männer anstatt Frauen andere Männer. Das kam im Radio. So etwas führt zum
Niedergang der Weißen. Außerdem benutzen Weiße oft ihr Mobiltelefon und
zerstören so ihr Gehirn. Das ist eine bekannte Tatsache. Handys verursachen
Hirnkrebs und lassen die Männlichkeit schrumpeln. Die Japaner haben sie
erfunden, um den Weißen gleichzeitig die Hirne und die Eier
auszutrocknen...
Es macht ungeheuren Spaß, diesem respektlosen und amüsanten Erzähler
zu lauschen und ich hätte gern noch mehr von und über ihn erfahren. Fast
war ich am Ende etwas enttäuscht, als ich las, dass der Autor der Klasse
der Privilegierten angehört und nicht, wie der Held seiner Geschichte, aus
der tiefsten Finsternis Indiens stammt. Insgesamt ein absolut rundes
Lesevergnügen und ein Buch, dass sich lohnt!
+++++ (ein Amazon Kunde): Pano(d)rama-Blick
Der literarische Indien-Boom mit seinen sozialkritischen
Auseinandersetzungen der heutigen Situation scheint ungebrochen zu sein.
Doch was hebt dieses Buch von anderen ab?! Und weshalb konnte es die Jury
des renommierten Booker-Prize in diesem Jahr überzeugen?
Vor allem liegt es an der Art und Weise des Erzählens und dem
unaufgeregten Ton des Erzählers, der von seinem eigenen Auf- und Abstieg
berichtet. Doch was hier Auf- und Abstieg des Protagonisten ist, lässt sich
machmal nicht erkennen und fesselt daher den Leser um so mehr. Es läuft
hier das Panorama eines Landes vor den Augen des Lesers ab, der manchmal
nur ungläubig den Kopf schütteln muss. Es führt aber zugleich auch das
Drama dieses Landes in einer unterhaltsamen Weise vor, ohne jedoch
moralinsauer oder zu weichspülerisch zu sein. Es ist diese Balance, die die
Härte vorführt, ohne jedoch dem Leser mit dem Zeigefinger zu kommen, oder
belehren zu wollen. Der weiße Tiger ist ein erfrischender Blick auf die
politischen Probleme und die soziale und humanitäre Misere Indiens. Es
arbeitet sich dabei nicht an der kolonialen Geschichte ab, oder bedient
sich dieser als Negativ-Folie, sondern erklärt vieles aus der
Gesellschaftsstruktur selbst und zeigt, wie sich die Begegnung mit der
Globalisierung bzw. Moderne auf "Mikrostrukturen" auswirken.
Adiga ist eine junge Stimme eines tief zerrütteten Landes, das sich
in der Spannung von Moderne und Tradition bewegt. Er zeigt, dass die
Auseinandersetzung mit der kolonialen Identität nicht ein ausschließliches
Muster sein kann und darf. Vielmehr zeigt er, dass die Probleme eine
gesellschaftstheoretische Angelegenheit sind, die es gilt in den Blick zu
nehmen. Er bietet dabei kein Patent-Rezept an, sondern beschränkt sich auf
Bestandsaufnahmen.
Wer dieses Buch nicht liebt, dem kann nicht geholfen werden...
+++++ (ein Amazon Kunde): Moral und Aufstieg
"Halten Sie hier in Bangalore - und auch in anderen Städten und Dörfern
Indiens - die Ohren offen, dann hören Sie die Unruhe, das Gerede, die
Drohungen mit Aufstand. Männer sitzen unter Straßenlampen und deuten mit
den Fingern zum Himmel. Werden sie alle sich eines Nachts vereinen - und
den Hühnerkäfig zerstören?"
Aravind Adiga beantwortet die Frage - und er beantwortet sie mit
"Nein". Indien sei kein Land für Revolutionen, Indien ist das Land für
"Reich und Arm", für "Herrscher und Diener", klar strukturiert.
Balram arbeitet vorerst als 2. Fahrer seines Herrn, entledigt sich
des 1. Fahrers und steigt so zu einer Vertrauensperson seines Arbeitgebers
auf. Er fährt durch Delhi und es scheint, er fährt durch die ganze Welt.
Und er gibt sich nicht zufrieden.
"Der Dichter Iqbal hatte so recht. Sobald man das Schöne in der Welt
sehen kann, hört man auf, Sklave zu sein. (...) Würde man jedem armen
Jungen Zeichnen und Malen lehren, es wäre das Ende der Reichen in Indien"
"Der weiße Tiger" zeichnet ein Bild des Indien von heute. Ein
Sittenbild, das Kastensystem tief verwurzelt, Aufstiegschancen nur ohne
Moral. Balram lernt von seinem Arbeitgeber, lernt wie man weiterkommt und
schreckt auch vor Mord - und damit der Vernichtung seiner eigenen Familie -
nicht zurück.
Dass das Ganze nichtsdestotrotz ein luftiges Stück großer Literatur
ohne erhobenen Zeigefinger ist verdankt man dem Autor. Da sollte man sich
noch auf Großes gefasst machen.
"Ich stand also neben dem großen Buchfeld. In der Nähe von Büchern,
selbst wenn sie in einer fremden Sprache geschrieben sind, Exzellenz, fühlt
man so eine Art elektrischer Spannung in sich aufsteigen. Das passiert
einfach..."
Genau.
Auch gut:
Der Gott der kleinen Dinge
+++++ (ein Amazon Kunde): "Stories of rottenness and corruption are always the best stories, aren't they?" (50)
Diese Rezension bezieht sich auf die englischsprachige Originalausgabe
The White Tiger
Oh nein, nicht schon wieder so ein postkolonialer Roman, der der
political correctness huldigt und seine Leser davon zu überzeugen versucht,
dass Indien ja eigentlich doch viel besser ist als die korrupte westliche
Welt. So dachte ich, als am 14. Oktober diesen Jahres Aravind Adigas Roman
"The White Tiger" mit dem renommierten Booker Prize ausgezeichnet wurde.
Dennoch habe ich mir den Roman zugelegt und erlebte eine große
Überraschung. "The White Tiger" ist ein tiefschwarzer und brutal-zynischer
Roman, der am Beispiel einer Person in einer so noch nie dagewesenen
Offenheit einen Blick auf die korrumpierte Seele eines korrumpierten Landes
wirft.
Ich-Erzähler des Romans ist Balram Halwai, der in einem Brief an den
chinesischen Premierminister Wen Jiabao die Geschichte seines Aufstieges
erzählt, die in einem Slum in der Nähe von Neu-Dheli begann und ihn bis an
die Spitze der gesellschaftlichen Hierarchie führte. Und dabei wirft Balram
einen schonungslosen Blick auf das Leben der zahlenmäßig gigantischen
Unterschicht Indiens: "Things are different in the Darkness. There, every
morning, tens of thousands of young men sit in the tea shop, reading the
newspaper [...] or sit in their room talking to a photo of a film actress.
They have no job to do today. They know they won\'t get any job today.
They\'ve given up the fight" (54).
Balram entkommt dem Elend seiner Familie, als der der Fahrer des
erfolgreichen Geschäftsmannes Mr. Ashok wird. Nun erlebter hautnah die
Spielregeln der Reichen und Mächtigen Indiens. Und da geht es ruppig zur
Sache. Bestechung steht auf der Tagesordnung: "We\'re driving past Ghandi,
after just having given a bribe to a minister. It\'s a fu----- joke, isn\'t
it?" (137) flucht Ashok in einer Mischung aus Erheiterung und Ekel. In
Balram wächst Wut, Zorn und Hass auf die Reichen und Schönen und dennoch
hat er nur ein Ziel: Es auch in ihre Kreise zu schaffen. Noch zwingt er
sich dazu, sich seinem Meister gegenüber stets gehorsam und unterwürfig zu
zeigen. Doch seine Gedanken sprechen eine andere Sprache. Als Ashok ihn
fragt, was denn wohl der Sinn des Lebens sein könnte, denkt Balram: "The
point of living? [...] The point of your living is that if you die, who\'s
going to pay me three and a half thousand rupees a month" (186). Irgendwann
wird der Wille zur Macht so groß, dass Balram bereit ist, alles für sein
Ziel zu tun.
"The new generation, I tell you, is growing up with no morals at all"
(316) lautet Balrams bitteres Fazit wohl über die gesamte Menschheit,
welches er anhand der Geschichte seines eigenen Aufstieges fällt. Der Leser
verfolgt seinen Bericht mit einer Mischung aus Faszination und Ekel. Seiner
illusionslosen Beschreibung der gesellschaftlichen Verhältnisse und deren
Regeln, kann man sich einfach nicht entziehen. "The White Tiger" ist für
mich der beste Gewinner des Booker Prize seit John Banvilles Roman The Sea
aus dem Jahr 2005.
+++++ (ein Amazon Kunde): Von der "Finsternis" ins "Licht"
Anlass für Balram Halwai seine Lebensgeschichte zu erzählen, ist die
Ankündigung, dass der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao das indische
Bangalore Besuchen will.
In sieben Nächten erzählt Balram in einem Brief an Jiabao, wie aus
ihm, dem Jungen Munna aus dem Dorf Laxmangarh, der Unternehmer Ashok Sharma
aus Bangalore wurde.
Der Autor lässt uns direkt teilhaben am Indien des 21. Jahrhunderts.
Schonungslos, offen, aber mit viel Ironie schildert er die Abgründe, die
sich auch im heutigen Indien zwischen Arm und Reich, zwischen "Finsternis"
und "Licht" auftuen.
Die Kasten spielen dabei immer noch eine wichtige Rolle.
Balram Halwai, geboren in der Kaste der Zuckerbäcker, war eigentlich
ein Leben als Diener in einem Teehaus bestimmt. Er tut sich jedoch schon
früh als Ausnahme hervor, weil er als Dorfjunge lesen kann (daher der Name
\'weisser Tiger\', da dieser eine Ausnahmeerscheinung ist). Balram kommt als
Fahrer und Diener eines Großgrundbesitzers seiner Region mit dessen
jüngerem Sohn Ashok nach Dehli, die Stadt, in der "Finsternis" und "Licht"
aufeinander treffen.
In Dehli lernt Balram schnell, dass man nur durch Korruption und
Gewalt ins "Licht" kommen kann. Er befreit sich aus dem "Hühnerkäfig" und
steigt in kurzer Zeit vom ausgebeuteten Fahrer zum Chef eines großen
Taxiunternehmens in Bangalore auf.
Adiga erzählt spannend, amüsant und realitätsnah die abenteuerlich
anmutende Geschichte von Balram, der auch vor Mord nicht zurückschreckt, um
ins "Licht" zu kommen. Ich konnte mich dabei sehr gut in die Gefühle und
Gedanken des Aufsteigers Balram hineinversetzen.
Der Autor liefert trotz vieler Fakten einen lebendigen Roman ab, der
ganz auf Handeln und Denken der Protagonisten beruht. Trotz des großen
wirtschaftlichen Aufschwunges herrschen in Indien weiterhin Ungerechtigkeit
und Ungleichheit.
Aravind Adiga hat für seinen Debütroman zu Recht den diesjährigen
Booker Prize erhalten.
das familientreffen
Autor/Autoren: Anne Enright
Herausgeber: Deutsche Verlags-Anstalt DVA
Gebundene Ausgabe
Stichworte: [Belletristik] [Erzählungen] [HC/Belletristik/Erzählende Literatur] [Romane] [Booker Prize] [Irische Belletristik] [Roman, Erzählung]
Kundenmeinungen:
+++++ (ein Amazon Kunde): "Die Vergagenheit ist kein fröhlicher Ort" (306).
Wie so oft hat im Jahr 2007 ein Außenseiter das Rennen und den
bedeutendsten englischsprachigen Literaturpreis gemacht. Anne Enrights The
Gathering gewann vor einem Jahr diesen renommierten Buchpreis. 50.000 Pfund
und hohe Verkaufszahlen waren der Lohn. Bis heute haben sich mehr als eine
Millionen Exemplare des englischsprachigen Originals verkauft. Zusätzlich
ist der Roman mittlerweile in mehr als 30 Sprachen übersetzt worden. Im
September 2008 ist das Buch unter dem Titel "Das Familientreffen" in
deutscher Sprache erschienen.
Veronica Hegarty, eine frustrierte Enddreißigerin, ist die Erzählerin
des Romans und gibt einen deprimiert-zynisch-sarkastischen Einblick in die
Geschichte ihrer Großfamilie in den vergangenen drei Generationen.
Aufgewachsen in Dublin, der Hauptstadt des erzkatholischen Irlands, ist
Veronica eines von 12 Geschwistern "die Eltern hatten, die hilflos waren
und sich genauso natürlich vermehrten, wie sie schi--en" (36). Auslöser
ihrer Lebensbeichte ist der Selbstmord ihres Bruders Liam, der mit jeder
Menge Steinen in der Tasche in Brighton aufs Meer hinausgeschwommen ist.
Liam war der Taugenichts der Familie, ein Säufer, Schläger und
Herumtreiber. Die Gründe seiner Lebensführung liegen in der Kindheit
begraben, ein vom Hegarty-Clan verdrängtes und totgeschwiegenes Ereignis,
auf Grund dessen es die Mutter vorgezogen hat, ins Reich der Grenzdebilität
zu fliehen. Das Ereignis liegt im Jahr 1968, Liam war neun, Veronica acht,
als die Kinder einige Tage bei der Großmutter Ada verbrachten. Täglicher
Gast im Haus war der Vermieter Lamb Nugent, chancenloser Bewerber um die
Liebe Adas, der andere Wege gefunden hat, um sich das zu holen, was er
braucht. Rückblickend beschreibt Veronica die Beobachtungen ihres
achtjährigen Ichs folgendermaßen: "Was mich vor den Kopf stieß, als ich die
Tür öffnete, war das Befremdliche des Anblicks. Es war, als sei Mr Nugents
Penis, der direkt aus dem Hosenstall ragte, sonderbar angewachsen, habe an
der Spitze eine Blüte getrieben und die große plumpe Gestalt eines Knaben
hervorgebracht, und dieser Knabe war mein Bruder Liam" (192).
Das Begräbnis kann Veronica nur im Suff ertragen ob der Heuchelei und
Verdrängungsmechanismen ihrer Familie: "Das bewirkt die Scham. Das ist die
Anatomie, das ist der Mechanismus einer Familie, eines ganzen abgefu--ten
Landes, die in Scham versinken" (224). Das wird wohl so in keinem
Reiseführer Irlands stehen.
Prüde Sexualmoral im Irland bzw. England der sechziger Jahre,
Kindesmissbrauch sowie dessen Auswirkung auf das weitere Leben der Opfer;
diese Thematiken stehen im Mittelpunkt des Romans. "Das Familientreffen"
beeindruckt vor allem durch seine emotionale Wucht, der sich der Leser kaum
entziehen kann. Die grenzenlose Wut sowie die Verzweiflung der Erzählerin,
die sie aufgrund der Heuchelei ihrer Familie und des gesamten Landes
empfindet, können an vielen Stellen durch die direkte und unmittelbare
Darstellungsform nachempfunden werden.
Fazit: Vor etwas mehr als einem Jahr habe ich das Buch im
englischsprachigen Original gelesen und dem Roman nur drei Sterne gegeben,
da ich meinte, dass ihm keine Struktur zugrunde liege. Nachdem ich mich
jetzt nochmals mit dem Roman auseinadergesetzt habe, habe ich meine Meinung
geändert. Gerade das Fehlen einer klaren Struktur, einer gradlinig
erzählten Geschichte, erzeugt die emotionale Wucht des Romans, da erst so
die Wut der Erzählerin zum Ausdruck gebracht wird. "Das Familientreffen"
ist ein beeindruckender Roman, der wärmstens zu empfehlen ist.
+++++ (ein Amazon Kunde): Eine differenzierte Tiefenschau auf das Familienleben
Anne Enright Das Familientreffen DVA
ISBN 3421043701
Als Veronica ihrer alten und vergesslichen Mutter die Todesnachricht
von Liam, ihrem Bruder, überbringen muss, überfallen sie Erinnerungen an
ihre Kindheit mit aller Gewalt. Liam hat sich Steine in die Hosentaschen
gefüllt, ist ins Meer gewatet und ertrunken. Sein Tod rührt weit zurück
liegende Kindheitserinnerungen auf, und Veronica wird von den Gedanken an
Vergangenes und Zukünftiges überschwemmt. Aus der Ferne steigen Ereignisse
hoch, die allmählich die ganze Familiengeschichte auf den Plan rufen.
Irland und Dublin bilden die Orte der Handlung und mit ihnen die irische
Lebensart, zu der die Trinkfestigkeit gehört.
Da war Ada, die schöne und sinnliche Großmutter. Wen wollte sie
wirklich zum Ehemann: Nugent oder Charlie Spillane? Woher kam sie
überhaupt? Wer war Veronicas Mutter, die ein Kind nach dem anderen auf die
Welt brachte, ergeben und mit Hingabe aber wenig liebesfähig, denn sie
kannte nicht einmal alle Namen der großen Kinderschar. Die erzkatholischen
Eltern boten mit ihrer unermüdlichen Fruchtbarkeit einen Widerspruch in
sich, und die Würde des Vaters ging darüber verloren. Zwölf Kinder und
sieben Fehlgeburten waren das Ergebnis.
Veronica, die Icherzählerin, lebt mit ihrem flotten Ehemann und zwei
Töchtern in einem adretten Reihenhaus. Durch die Familienereignisse gerät
sie in eine schwere Lebenskrise.
Liam und Veronica schlossen sich einst eng zusammen und teilten
Freude und Leid mit einander. Einer fühlte sich für den anderen
verantwortlich, und Veronica stellt sich die Frage, ob sie diesem Anspruch
wirklich gerecht geworden ist. Es gab da ein verdrängtes und bedrückendes
Erlebnis für Liam anlässlich eines Besuchs bei ihrer Großmutter Ada.
Anne Enright schreibt meisterhaft und bedingungslos über die
Gedanken, Gefühle und Erinnerungen ihrer Protagonistin. Unerbittlich gräbt
sie in den tiefsten Tiefen der Seele und fördert geheime Gedanken zutage,
die erschreckend sind, tragisch und wahrhaftig. Über Sex, den Tod, die
Liebe, das Sterben und den Hass gehen die Reflexionen weit über das hinaus,
worüber Menschen sich auslassen. Anlässlich der Trauerfeier für Liam findet
noch einmal ein Familientreffen statt, und hier trifft man diejenigen, die
übrig geblieben sind. Man lernt sie kennen, die Psychotiker, die
Schüchternen, die Besonnenen und sieht, was aus den einzelnen geworden ist
und wo sie geblieben sind.
Sie schreibt fast meditierend - nachdenklich, teilweise sarkastisch
und ironisch, immer aber in einem hoch reflektierten Stil über
Familienleben und Kindheit. Dabei vermischen sich in der Rückschau
kindliche Fantasien mit den möglichen Varianten, wie alles gewesen sein
könnte. Die persönliche Note erhält das Buch durch die besondere Art der
Reflexion, in der sich gute und negative Erinnerungen begegnen und
Vergangenes und Gegenwärtiges in einander verschwimmen.
Mit der ausgezeichneten Fähigkeit, sich realistisch und kritisch,
bedauernd und zweifelnd der Gegenwart und Vergangenheit zu stellen und
alles zu hinterfragen, steht Anne Enright in der Tradition so bedeutender
Autoren wie James Joyce, Jonathan Swift, Samuel Beckett, G. Bernard Shaw
und anderer. Dieser Roman gehört zu den Meisterwerken aktueller
Neuerscheinungen und wird sicher viele Leser begeistern.
Die hervorragende Übersetzung von Hans-Christian Oeser ist
ausdrücklich zu erwähnen!
Anne Enright wurde mit dem englischen Booker-Preis 2007 für ihren
neuen Roman ausgezeichnet.
shantaram
Autor/Autoren: Gregory David Roberts
Herausgeber: Goldmann
Gebundene Ausgabe
Stichworte: [HC/Belletristik/Erzählende Literatur] [Belletristik] [Erzählungen] [Romane] [Indien; Romane/Erzählungen] [Australische Belletristik] [Roman, Erzählung]
Kundenmeinungen:
+++++ (ein Amazon Kunde): Aus der Perspektive eines "Einheimischen" geschrieben
Den Kritiken kann ich mich nur anschliessen ... Als Indienkenner, ist
mir noch nie ein Buch untergekommen, dass die Menschen und das Leben besser
umreißt, als dieses Buch. Es kratzt nicht wie sonst üblich, an der
Oberfläche .... sondern geht tief in das alltägliche Leben rein.
+++++ (ein Amazon Kunde): Was für ein Buch!
Nachdem Lindsay aus einem Hochsicherheitsgefängnis in Australien
ausgebrochen ist, wagt er in Bombay einen Neubeginn.
Im Leopold\'s schließt er sich einer Clique "gestrandeter" Europäer
an, sein indischer Fremdenführer Prabaker wird sein bester Freund.
Lin lebt zwei Jahre in einem Slum in Bombay, macht dort eine
behelfsmäßige Arztpraxis auf um den Slumbewohnern medizinische Hilfe zu
leisten.
Der Mafia-Don Abdel Khader Khan wird sowas wie ein Vater für ihn. An
seiner Seite zieht Lin in Afghanistan in den Krieg. In Bombay zurück macht
er Geschäfte für die Mafia.
Schon lange hat kein Buch so tiefe Emotionen in mir geweckt.
Ich habe viel gelacht (vor allem mit und über Prabaker), ich habe mit
Lin gezittert (im Gefängnis, im Krieg) und oft hat die Geschichte mich zu
Tränen gerührt.
Sollte Gregory David Roberts ein weiteres Buch schreiben, das nur
halb so mitreißend ist, werde ich es mit größter Begeisterung lesen.
+++++ (ein Amazon Kunde): Tiefgreifend und Atemberaubend
Schon nach den ersten Zeilen war ich von dem Meistewerk dieses Mannes
so gefesselt, dass ich das Buch nicht mehr weglegen konnte. Es begleitete
mich den ganzen Tag. Ich las es auf dem Weg zur Arbeit, während meiner
Mittagspause, auf dem Fahrtweg nach Hause und vor dem Einschlafen. Nach der
Hälfte des Buches viel mir nur eins dazu ein:
"Dieser Mann hat zehn Leben, in einem Leben gelebt."
+++++ (ein Amazon Kunde): Grandios!!!
Eigentlich kann ich ja wirklich nichts Neues hinzufügen, was nicht
schon die Rezensenten vor mir erwähnt haben, daher will ich deren Aussagen
einfach noch mal "untermauern" ;-)
Selten habe ich ein so faszinierendes Buch gelesen. Nicht nur, dass
die ganze Geschichte atemberaubend ist - der Mann kann auch mit Worten
umgehen und schreibt wunderschön.(Freut mich riesig zu hören, dass eine
Fortsetzung geplant ist!!!)
Ich liebe lange Bücher, aber speziell bei diesem habe ich als Segen
empfunden, dass es ein solcher Wälzer ist, weil ich die ganze Zeit dachte:
Hurra, ich hab den größten Teil noch vor mir. Wie die meisten anderen Leser
auch habe ich es ziemlich hinausgezögert, den Schluß zu lesen, weil ich
einfach nicht wollte, dass es zu Ende geht - aber irgendwann muß es ja
sein...
Im übrigen, ich bin so ein "richtiges Mädel" und ich liebe das Buch,
also kann man wohl sagen dass es nicht nur "was für Männer" ist.
+++++ (ein Amazon Kunde): Sprachgewaltig wie " Der Schatten des Windes"
Shantaram besitzt so unglaublich viele unterschiedliche Facetten das es
schier unmöglich erscheint einzuordnen was man da so eben gelesen hat. Ein
Stück weit Biografie, Roman, Reiseführer und noch vieles mehr birgt dieses
grossartige Buch in sich. Am Anfang wird man in die farbenfrohe Welt
Indiens, oder besser gesagt Bombays, entführt und erlebt die Vorstellung
eines interessanten Charakters nach dem anderen. Man schlendert begeistert
zusammen mit dem Hauptprotagonisten und seinem für europäische Verhältnisse
leicht verrückten aber warmherzigen Stadtführer Prabaker durch die
vermeintlich schöne und aufregende Welt der Metropole. Nach und nach
eröffnen sich dem Leser Eindrücke von Welten und Verhaltensweisen die man
so nicht für möglich gehalten hat und sich der eigenen Vorstellungskraft
bislang entzogen haben. Wärme, Liebe, Freundlichkeit und Freundschaft gehen
Hand in Hand mit Brutalität, Menschenverachtung, Wut und Hass.
Der Autor Gregory David Roberts schildert sein bewegtes Leben in
diesem wundervoll geschriebenen Buch mit wirklich schön gezeichneten
Passagen. Sprachgewaltig und mit einem unglaublich präzisen Auge für das
Detail sucht Roberts unter den Autoren seinesgleichen.
Würde ich einen Vergleich anstreben, fiele mir sicherlich nur Carlos
Ruiz Zafon ein, der Autor von "Der Schatten des Windes", oder Franz Kafka,
natürlich ausserhalb jeglicher Konkurrenz.
Es sind Sätze wie: "Der weite Himmel schrumpfte zu einem schmalen
blauen Streifen, und der Weg vor uns und hinter uns wirkte wie ein
grüngoldenes Band, dem Faltenwurf eines Vorhangs gleich, der sich vor der
Bühne des Lebens senkt", die mich bereuen lassen die 1088 Seiten nicht mit
post-it Stickern gepflastert zu haben.
feuchtgebiete illustrierte ausgabe mit beigelegtem plakat
Autor/Autoren: Charlotte Roche
Herausgeber: DUMONT Literatur und Kunst Verlag
Gebundene Ausgabe
Stichworte: [HC/Belletristik/Erzählende Literatur] [Belletristik] [Erzählungen] [Romane] [Belletristik / Erzählende Literatur] [Deutsche Belletristik] [Roman, Erzählung]
Kundenmeinungen:
+++++ (ein Amazon Kunde): Eines meiner Lieblingsbücher!
Ich finde, es ist eines der besten Bücher die ich je gelesen habe.
Auch wenn manches eklig ist, das macht es erst interessant.
Zum Schluss nachher wird es nicht mehr so spannend, weil vieles
wiederholt passiert, und es wirkt übertrieben dazugesponnen!
Aber die Grundidee is Klasse!!
+++ (ein Amazon Kunde): Weiß nicht was die ganzen Leute haben?
Ich weiß wirklich nicht was die ganzen Leute haben, die geschrieben
haben, sie hätten das Buch nach den ersten Seiten weggelegt, weil es ihnen
zu "eklig" sei. Ich meine, können diese Leute nicht die Realität von einem
Buch unterscheiden? Mir kommt es so vor als hätten diese Leute das Buch
gekauft nur um der Welt mitzuteilen wie schlimm sie es finden. Haben diese
Leute nicht genau gewusst was sie da für ein Buch kaufen? Es ist ja auch
eindeutig ein Roman und nicht wie viele denken eine Biografie!?
Aber nun zum Buch: Es ist mal etwas völlig anderes, an ein paar
Stellen denkt man schonmal "ok". Man sollte es auf jeden Fall mal gelesen
haben.
Ich gebe dem Buch 3 Sterne, da die Handlung die ganze Zeit von
Rückblicken unterbrochen wird. Die Handlung ist an einigen Stellen auch
seeeehr unglaubwürdig und wird nach der Zeit langweilig.
3 Sterne dafür, weil es mal was anderes ist.
+++++ (ein Amazon Kunde): Klasse Buch...
...leider ist die Geschichte zu kurz, habs in ein paar Stunden durch
gelesen. Ob es wohl eine Fortsetzung gibt? Laut Frau Roche nicht. Schade,
ich hätte es mir sofort gekauft.
Ums kurz zu machen: Ich kann das Buch nur empfehlen.
Begriffe
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