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faust: eine tragödie
Autor/Autoren: Johann Wolfgang von Goethe
Herausgeber: Dtv
Taschenbuch
Stichworte: [Modern fiction] [Deutsche Belletristik] [Dramatik, Drehbuch] [Foreign Language Study] [Language] [TB/Belletristik/Dramatik] [Belletristik] [Dramatik] [Essays] [Lyrik] [Drama / Continental European] [Faust, Dr. Johannes / Faustdichtungen] [German] [General & Literary Fiction]
Kundenmeinungen:
+++++ (ein Amazon Kunde): Das Drama schlechthin
Goethes Faust ist das Drama der Dramen und einfach perfekt. Jeder
sollte diesen Klassiker der deutschen Literatur einmal gelesen haben, denn
Faust ist mehr als nur eine Schullektüre. Dieses Drama ist vielschichtig
und sehr unterhaltsam in seiner Darstellung eines innerlich zerissenen ewig
Strebenden, den sein unendlicher Wissensdrang schließlich zur Wahrheit
führt und ihn immun gegen die Einflüsse der Triebhaftigkeit macht.
++++ (ein Amazon Kunde): Faust 1 Ja, Faust 2 Nein
Es graut einem meistens ein wenig vor "verstaubter","alter" Literatur.
Und so hat es mich Überwindung gekostet, Faust überhaupt zur Hand zu
nehmen.
Doch nach wenigen Seiten, die freudige Überraschung. Faust ist nicht
altmodisch. Nein, er wirkt recht modern und es macht freude ihn zu lesen.
Besonders das Hexeneinmaleins hat mir gefallen.
So begeistert war ich von Faust 1 das ich es kaum abwarten konnte
mich auf Faust 2 zustürzen. Und mit Faust 2 kam die Ernüchterung. Genau so
hatte ich mir Goethe vorgestellt, langweilig, Drumherum labernd,
Besserwissend.
So sehr mir Faust 1 gefallen hat, so wenig mochte ich Faust 2.
Leider!
Aber Faust 1 sollte man gelesen haben, und den werde ich auch
Freunden empfehlen. Faust 2 nun wieder.....
+++++ (ein Amazon Kunde): How good is Faust?
Was wurde nicht schon alles geschrieben und gesagt über Johann Wolfgang
von Goethes großes Menschheitsdrama "Faust. Der Tragödie erster Teil."
sowie "Faust. Der Tragödie zweiter Teil.",- speziell über den ersten Teil?
Das größte Werk des größten deutschen Dichters, Johann Wolfgang von
Goethe, soll es sein? Das bedeutendste der glanzvollen deutschen
Literaturgeschichte gar? Eines der größten Werke der Weltliteratur, auf
einer Stufe mit Dantes "Göttlicher Komödie" und Homers "Odysee/Ilias"?
Nun, über die Legitimation, die Gültigkeit jener Aussagen, jener
Behauptungen, scheint es in Fachkreisen keinerlei Diskussion zu geben,
gleich ob Literaturhistorik, Literaturwissenschaft oder Literaturkritik,
der Bedeutung und der Qualität des "Faust" scheint man sich überall
gleichermaßen bewusst zu sein.
Jedoch, was macht die Faszination jenes Werkes aus? Ist es noch
aktuell? Und tatsächlich derart einzigartig, zu Recht gerühmt?
Goethes "Faust" ist ein Menschheitsdrama, es zeigt den gesamten
Umfang der Schöpfung Gottes, zeigt das Weltgeschehen zwischen Himmel und
Hölle in all seinen Facetten. Die zentrale Problematik des Protagonisten
Faust ist dessen Leiden an der Begrenztheit, der Eingeschränktheit des
menschlichen Daseins, des menschlichen Wesens im allgemeinen. Nicht Wissen
will er, keine Intelligenz, sondern was er will, ist zu begreifen, "was die
Welt im Innersten zusammenhält". Er fordert gottgleiche Einsicht in die
Totalität des irdischen Lebens, um die der Gattung Mensch auferlegten
Grenzen zu überwinden. Es ist jener Titanismus, an dem Faust zu zerbrechen
droht. Er flüchtet sich in Magie und Freitodgedanken, bleibt mit all seinen
Versuchen und Experimenten allerdings erfolgslos, was ihn innerlich bereits
für das Kommende, den Pakt mit dem Teufel, mit Mephistopheles, bereit
macht.
Über den Inhalt soll nicht mehr gesagt werden, die Geschichte ist ja
hinreichend bekannt.
Jedoch sollte die zentrale Thematik, die in der Weltanschauung
Goethes, seiner persönlichen Religion und Philosophie zu finden ist,
zumindest erwähnt werden. So war Goethe stets darauf aus, übergeordnete
Gesetzmäßigkeiten, eine höhere Ordnung, zu erkennen. Er fand diese nicht in
der reinen Theorie, der wörtlichen Abstraktion, sondern vielmehr sah er als
die fundamentalen "Triebräder" der Natur die Begriffe von Polarität und
Tätigkeit. Er spricht von Polaritäten, Gegensätzlichkeiten und der
Notwendigkeit eines solchen Dualismus, eines polaren Rythmus also, um
Stillstand zu vermeiden. Er spricht von ambivalenten Begriffen wie Systole
und Diastole, Tätigkeit und Ermattung, Schaffen und Vernichten, wobei das
Universum der Diastole ebenso bedarf wie der Systole, um Stillstand zu
vermeiden, um stets in immerfortwährender Tätigkeit oder auch Entelechie zu
verharren.
Dies alles manifestiert sich vielfach im "Faust": die zentrale
Polarität (siehe Wette und Pakt) zwischen Strebsamkeit bzw. Tätigkeit und
Ermattung bzw. Zufriedenheit im Genuss,- die Polarität zwischen göttlichem
und mephistophelischen Weltprinzip, zwischen Mephisto als Vetreter des
Nihilismus und Faust als Strebendem und nicht zuletzt im Wesen von Faust
selbst, in seiner triebhaft-sinnlichen und seiner tätig-strebenden Seite.
Personifiziert wird dieser Widerstreit, dieser Dualismus in den beiden
Protagonisten, in Faust und Mephisto, als Kraft, als Antrieb also, und
Gegenkraft.
Die zentrale Frage ist also nicht: Gut oder Böse? Moralisch richtig
oder verwerflich? Viel wichtiger als moralische Integrität sind für Goethe
in gewissem Sinne, sind im "Faust" ohne Einschränkung Werte wie Tätigkeit
und Strebsamkeit,- Goethe spricht hier auch von Entelechie.
Warum wird Faust in Teil 2 nach seinem Tode erlöst? Die Engel sagen
es: weil er stets tätig, strebsam war.
"Der Mensch, er irrt solang er strebt." Moralisch falsches Handeln
wird als Irrtum in Folge des viel höher zu bewertenden Strebens
legitimiert.
So zeigt Goethe den Menschen in der Spannweite seiner Möglichkeiten
am Exemplum des Gelehrten Faust, der sich eben daher, da er kein
gewöhnlicher Mensch ist und da er sich stets am Äußersten des Menschseins
bewegt, für ein solches Exempel eignet.
"Faust" ist ohne Zweifel eines der größten, bedeutendsten und
einflussreichsten Werke in der Geschichte der Weltliteratur und ist neben
seiner Lyrik und den "Wahlverwandschaften" das Beste, das Johann Wolfgang
von Goethe, einer der wohl größten Dichter, die je das Antlitz unserer Erde
erblickten, verfasst hat.
Die Frage "How good is Faust?" kann allerdings jeder nur für sich
selbst beantworten. Den Mut sich dieser Frage überhaupt zu stellen, das
Werk zu lesen also, sollte man jedoch auf jeden Fall aufbringen als
Literaturinteressierter, insbesondere als "Dichter und Denker"!!!
+++++ (ein Amazon Kunde): Des Pudels Kern
Viel wurde schon über Goethes \'Faust\' geschrieben, deshalb will ich
mich gar nicht lange darüber auslassen: Ja, die Tragödie gehört mit Recht
zu den bedeutensten Werken der deutschen Literatur. Ja, Faust ist schlicht
und ergreifend genial. Viel mehr will ich dazu nicht zu sagen.
Allerdings betrachten viele \'Faust\' unberechtigter Weise als trocken,
nicht zeitgemäß und schwer zu lesen. Ich habe Faust das erste Mal mit 14
Jahren gelesen und, nach einigen Seiten einlesen, sehr genossen. Seit dem
habe ich Goethes Werk immer wieder gelesen und immer wieder entdecke ich
neue Aspekte, die beim ersten Lesen noch nicht in diesen Maßen
hervortraten.
Kurz gesagt: Jeder kann und sollte \'Faust\' Lesen, es ist eine
wirkliche Bereicherung!
+++++ (ein Amazon Kunde): Mich faßt eine längst entwohnte Freude
Wer dieser Jahre die Verkaufs-Ranglisten des Buchhandels betrachtet,
möchte die Finger schon zur Faust ballen, mit ihr auf den Tisch schlagen
und laut Vernunft einfordern. Das Leichte hat das Gewichtige fast
vollständig verdrängt. Wehrhafte Geister greifen somit zu den Klassikern,
wie dem vorliegenden, oder sie suchen in den Nischen nach den kleinen
Schätzen, die es unter den Neuerscheinungen gibt. Wenn man dann
ausgerechnet (?) in einem Buch zum Thema Fußball ein Faust-Zitat entdeckt,
keimt Hoffnung auf, die fortan vollends zufriedener Überraschung weicht.
Mit "Fußball - Das Allerletzte" beweist Autor Marcel Dreykopf das jedes
Literatur-Genre große Freude bereiten kann, wenn sich Wissen und
Sprachgefühl vereinen. Nein, mit Goethe mag man hier nicht vergleichen,
aber derartiges Vergnügen zu empfinden, ist eine Erwähnung wert.
reclam universal-bibliothek, nr.83, iphigenie auf tauris
Autor/Autoren: Johann Wolfgang von Goethe
Herausgeber: Reclam, Ditzingen
Taschenbuch
Stichworte: [Literary studies: 19th century] [Plays & playwrights] [Plays & playwrights: 19th century] [Deutsche Belletristik] [Dramatik, Drehbuch] [TB/Belletristik/Dramatik] [Belletristik] [Dramatik] [Essays] [Lyrik] [Literary Criticism / Drama] [Literary Studies: Textbooks & Study Guides]
Kundenmeinungen:
+++ (ein Amazon Kunde): Die Iphigenie auf der Partyinsel
Das Buch "Iphigenie auf Tauris " ist ein Ideendrama. Das heißt, es
handelt sich mehr um theoretische Überlegungen, Gedanken,Handlungen und
Menschenbilder in dem Buch , als das tatsächlich viel passiert (wie z.b. in
Faust).
Iphigenie ist das Ideal der Humanität, sie ist nicht "nur" menschlich
, sie verkörpert die "schöne Seele" , bei ihr stimme Neigung und Pflicht
überein.(Herder!)
Man lernt also durch das Buch auch das Ideal der damaligen Zeit
kennen und die Funktion des Dichters ,die Menschen durch ihre Bücher
belehren wollen.
Allgemein nicht sehr schwer zu lesen (einfacher als Faust zumindest),
es zieht sich nur manchmal in die Länge, da eben nicht wirklich was
passiert auf Tauris.
Fazit: Gutes Buch! Hätt ich nich besser gekonnt.....
+++++ (ein Amazon Kunde): Thoas: "Es spricht kein Gott, es spricht dein eigenes Herz."
##
Iphigenie: "Sie reden nur durch unser Herz zu uns."
Iphigenie, Tochter des Agamemnon, von der Göttin Diana dem grausamen
Opfertod entrissen und nach Tauris versetzt, wo sie seitdem Dianas oberste
Priesterin ist, sehnt sich nach ihrer griechischen Heimat zurück. Doch
Thoas, der König der Taurier, der sie zur Frau begehrt, will sie nicht
ziehen lassen. Ihretwillen hat er sogar die blutigen Menschenopfer der
Skythen eingestellt, aber dennoch weist ihn Iphigenie sanft aber bestimmt
zurück ("nicht unedel sind die Waffen eines Weibes"). Widerwillig
verspricht Thoas, sie gehen zu lassen, wenn es dafür eine Gelegenheit gäbe
("Tu deine Pflicht, ich werde meine tun"). Zwei gefangene Fremde an Tauris
Strand will der verbitterte König zum Opfertod bestimmen. Iphigenie muss in
einem der Gefangenen ihren Bruder Orest wiedererkennen. Um seinen Vater
Agamemnon zu rächen, war er zum Mörder seiner eigenen Mutter geworden und
ist seitdem, gehetzt von Furien, dem Wahnsinn nah. Apollos Orakel hat ihn
endlich nach Tauris gewiesen: wenn er die Schwester heimhole, so werde er
entsühnt. Orest vermeinte, das Standbild Dianas rauben zu sollen, doch nun
findet er hier seine eigene tot geglaubte Schwester. Gemeinsam mit Pylades
wird ein Fluchtplan geschmiedet; das Schiff der Griechen wartet schon
verborgen in einer Bucht. Iphigenie soll den Skythenkönig, der auf das
Opfer drängt, noch ein wenig hinhalten. Doch Iphigenies reines Herz vermag
den König nicht zu belügen. Offen gesteht sie ihm den Fluchtplan und macht
ihm zugleich deutlich, dass er kein Recht habe, sie und die Gefährten
festzuhalten. Sie gemahnt ihn an sein Wort - jetzt sei die Gelegenheit, wo
er sie ziehen lassen müsse. Mürrisch gewährt es Thoas, doch nicht im Groll
will Iphigenie von dem Mann scheiden, den sie wie einen zweiten Vater
verehrt. Mit Engelszungen bezwingt sie das harte Herz des rohen Skythen und
in wahrhafter Freundschaft dürfen die Gefährten von Tauris scheiden.
Goethe (1749-1832) hat seine Iphigenie nach Vorlage der griechischen
Tragödie des Euripides nach langem Ringen (1779-1789) als Schauspiel
geschrieben, die Versform während und nach seiner Italienischen Reise.
Goethe selber war zum Hof in Weimar gekommen, seine Aufgaben wechselten und
der Dichterberuf kam sicher zu kurz. So konnte ihm der Gedanke an die alte
griechische Dichtkunst einen Weg öffnen, der die Freiheit außerhalb Weimars
möglich machte.
Dieses Stück ist das Paradebeispiel der Hochklassik. Goethe verwendet
hier das Streben nach Wahrheit, Menschlichkeit und die dahinterstehende Tat
als seine ewige Botschaft. War noch Götz von der Freiheit beseelt, Faust im
Ringen um Wort und Tat beschäftigt, so verbinden sich hier in wunderbarer
Rhetorik Kommunikation, Überzeugung und Klarheit. Kein Ortswechsel, alles
spielt im Hain Dianas Tempels und so rücken die Dialoge in den fünf Akten
in den Vordergrund. Und in ihnen die Gegensätze, der Dualismus, kein Gutes
ohne Böses, keine Wahrheit ohne Lüge, keine Ratio ohne Emotio etc ; Hegels
negative Dialektik auch hier. Ob Iphigenie mit Thoas, der zur Überzeugung
geführt werden will, ob der wahnsinnige Orest und der vernünftige Pylades,
immer erstklassig bei reinster Sprache. So wie der Wunsch nach Nähe; Thoas
drängt zu Iphigenie, so wird die Kluft größer. Erst im Freisein eröffnet
sie ihm den Weg der Freundschaft. Trommelnde Rhetorik, Satz und Gegensatz
in pfeilschneller Art tauschen Argumente, die immer mit dem Ziel Iphigenies
verbunden sind, dem "Mächtigen, was ihm gefällt, mit Wahrheit zu sagen".
Kein Trug, Wahrheit und Menschlichkeit sind ihre Farben, allgegenwärtig,
"Ich habe nichts als Worte", ihre Botschaft an die Vernunft UND an das
Gefühl.
Wie Vernunft und Gefühl, gerade in dem strategischen Vorgehen Pylades
("zweifelnd beschleunigst du die Gefahr") im Verhältnis des eher wahnsinnig
scheinenden Orest. Doch dieser erlebt am Ende des dritten Aktes eine
therapeutische Wendung ("Es löset sich der Fluch, mir sagt\'s das Herz"). Im
Erkennen der Schwester ("Zwischen uns sei Wahrheit!") erlischt Schuld und
der Neubeginn des Lebens steht auf dem Plan ("Nach Lebensfreud\' und großer
Tat zu jagen"). Die Götter sind dabei, auch bei Pylades, wenn er sagt: "Was
ist des Menschen Klugheit, wenn sie nicht auf jener Willen droben achtend
lauscht?" Ja, "um Gutes zu tun braucht\'s keine Überlegung", denn der
"Zweifel ist\'s, der Gutes böse macht. Bedenke nicht, gewähre wie du\'s
fühlst". So erkennt Thaos am Ende, dass er Iphigenie nicht halten kann, sie
will neben all den hehren Tugenden die Freiheit, die sie nun von ihm
bekommt, da er den Sinn wahrnimmt hinter ihren Worten: "frei atmen macht
das Leben nicht allein." "Reiche mir zum Pfand der alten Freundschaft deine
Rechte" sind Iphigenies Abschiedsworte.
Iphigenie steht zwischen Thaos und Arkas, zwischen Orest und Pylades,
sie verkörpert Goethes lebenslanges Menschheitsideal, welches er im Faust
beschreibt, beginnend mit: Das Ewig-Weibliche zieht uns hinan. Der
Naturmensch stirbt zugunsten des Geistes, ein ewig Stirb und Werde.
Goethes Vorbild ist eine Tragödie, diese hätte im letzten Akt das
zerstörerische Moment. Doch sein Ziel ist die Konfliktlösung, und der
fünfte Akt ist die Befreiung aus Abhängigkeit und Schuld, hier wird der
Konflikt endgültig aufgelöst, die Tragödie ist Schauspiel. Das Gute siegt
wie die Menschlichkeit, der Humanismus, dem Menschen immanent.
+++++ (ein Amazon Kunde): Thoas: "Es spricht kein Gott, es spricht dein eigenes Herz."
#
Iphigenie: "Sie reden nur durch unser Herz zu uns."
Iphigenie, Tochter des Agamemnon, von der Göttin Diana dem grausamen
Opfertod entrissen und nach Tauris versetzt, wo sie seitdem Dianas oberste
Priesterin ist, sehnt sich nach ihrer griechischen Heimat zurück. Doch
Thoas, der König der Taurier, der sie zur Frau begehrt, will sie nicht
ziehen lassen. Ihretwillen hat er sogar die blutigen Menschenopfer der
Skythen eingestellt, aber dennoch weist ihn Iphigenie sanft aber bestimmt
zurück ("nicht unedel sind die Waffen eines Weibes"). Widerwillig
verspricht Thoas, sie gehen zu lassen, wenn es dafür eine Gelegenheit gäbe
("Tu deine Pflicht, ich werde meine tun"). Zwei gefangene Fremde an Tauris
Strand will der verbitterte König zum Opfertod bestimmen. Iphigenie muss in
einem der Gefangenen ihren Bruder Orest wiedererkennen. Um seinen Vater
Agamemnon zu rächen, war er zum Mörder seiner eigenen Mutter geworden und
ist seitdem, gehetzt von Furien, dem Wahnsinn nah. Apollos Orakel hat ihn
endlich nach Tauris gewiesen: wenn er die Schwester heimhole, so werde er
entsühnt. Orest vermeinte, das Standbild Dianas rauben zu sollen, doch nun
findet er hier seine eigene tot geglaubte Schwester. Gemeinsam mit Pylades
wird ein Fluchtplan geschmiedet; das Schiff der Griechen wartet schon
verborgen in einer Bucht. Iphigenie soll den Skythenkönig, der auf das
Opfer drängt, noch ein wenig hinhalten. Doch Iphigenies reines Herz vermag
den König nicht zu belügen. Offen gesteht sie ihm den Fluchtplan und macht
ihm zugleich deutlich, dass er kein Recht habe, sie und die Gefährten
festzuhalten. Sie gemahnt ihn an sein Wort - jetzt sei die Gelegenheit, wo
er sie ziehen lassen müsse. Mürrisch gewährt es Thoas, doch nicht im Groll
will Iphigenie von dem Mann scheiden, den sie wie einen zweiten Vater
verehrt. Mit Engelszungen bezwingt sie das harte Herz des rohen Skythen und
in wahrhafter Freundschaft dürfen die Gefährten von Tauris scheiden.
Goethe (1749-1832) hat seine Iphigenie nach Vorlage der griechischen
Tragödie des Euripides nach langem Ringen (1779-1789) als Schauspiel
geschrieben, die Versform während und nach seiner Italienischen Reise.
Goethe selber war zum Hof in Weimar gekommen, seine Aufgaben wechselten und
der Dichterberuf kam sicher zu kurz. So konnte ihm der Gedanke an die alte
griechische Dichtkunst einen Weg öffnen, der die Freiheit außerhalb Weimars
möglich machte.
Dieses Stück ist das Paradebeispiel der Hochklassik. Goethe verwendet
hier das Streben nach Wahrheit, Menschlichkeit und die dahinterstehende Tat
als seine ewige Botschaft. War noch Götz von der Freiheit beseelt, Faust im
Ringen um Wort und Tat beschäftigt, so verbinden sich hier in wunderbarer
Rhetorik Kommunikation, Überzeugung und Klarheit. Kein Ortswechsel, alles
spielt im Hain Dianas Tempels und so rücken die Dialoge in den fünf Akten
in den Vordergrund. Und in ihnen die Gegensätze, der Dualismus, kein Gutes
ohne Böses, keine Wahrheit ohne Lüge, keine Ratio ohne Emotio etc ; Hegels
negative Dialektik auch hier. Ob Iphigenie mit Thoas, der zur Überzeugung
geführt werden will, ob der wahnsinnige Orest und der vernünftige Pylades,
immer erstklassig bei reinster Sprache. So wie der Wunsch nach Nähe; Thoas
drängt zu Iphigenie, so wird die Kluft größer. Erst im Freisein eröffnet
sie ihm den Weg der Freundschaft. Trommelnde Rhetorik, Satz und Gegensatz
in pfeilschneller Art tauschen Argumente, die immer mit dem Ziel Iphigenies
verbunden sind, dem "Mächtigen, was ihm gefällt, mit Wahrheit zu sagen".
Kein Trug, Wahrheit und Menschlichkeit sind ihre Farben, allgegenwärtig,
"Ich habe nichts als Worte", ihre Botschaft an die Vernunft UND an das
Gefühl.
Wie Vernunft und Gefühl, gerade in dem strategischen Vorgehen Pylades
("zweifelnd beschleunigst du die Gefahr") im Verhältnis des eher wahnsinnig
scheinenden Orest. Doch dieser erlebt am Ende des dritten Aktes eine
therapeutische Wendung ("Es löset sich der Fluch, mir sagt\'s das Herz"). Im
Erkennen der Schwester ("Zwischen uns sei Wahrheit!") erlischt Schuld und
der Neubeginn des Lebens steht auf dem Plan ("Nach Lebensfreud\' und großer
Tat zu jagen"). Die Götter sind dabei, auch bei Pylades, wenn er sagt: "Was
ist des Menschen Klugheit, wenn sie nicht auf jener Willen droben achtend
lauscht?" Ja, "um Gutes zu tun braucht\'s keine Überlegung", denn der
"Zweifel ist\'s, der Gutes böse macht. Bedenke nicht, gewähre wie du\'s
fühlst". So erkennt Thaos am Ende, dass er Iphigenie nicht halten kann, sie
will neben all den hehren Tugenden die Freiheit, die sie nun von ihm
bekommt, da er den Sinn wahrnimmt hinter ihren Worten: "frei atmen macht
das Leben nicht allein." "Reiche mir zum Pfand der alten Freundschaft deine
Rechte" sind Iphigenies Abschiedsworte.
Iphigenie steht zwischen Thaos und Arkas, zwischen Orest und Pylades,
sie verkörpert Goethes lebenslanges Menschheitsideal, welches er im Faust
beschreibt, beginnend mit: Das Ewig-Weibliche zieht uns hinan. Der
Naturmensch stirbt zugunsten des Geistes, ein ewig Stirb und Werde.
Goethes Vorbild ist eine Tragödie, diese hätte im letzten Akt das
zerstörerische Moment. Doch sein Ziel ist die Konfliktlösung, und der
fünfte Akt ist die Befreiung aus Abhängigkeit und Schuld, hier wird der
Konflikt endgültig aufgelöst, die Tragödie ist Schauspiel. Das Gute siegt
wie die Menschlichkeit, der Humanismus, dem Menschen immanent.
+++++ (ein Amazon Kunde): Zauber der Sprache
Der Pisa-Schock sitzt uns allen in den Knochen, und es wird in den
Kultusministerien unter Schweiß und Tränen überlegt, wie der
Abiturientenjugend beizubringen sei, was schönes, edles Deutsch nun
wirklich sei und ausmache, wie Schiller die Exposition in den »Räubern«
oder in »Kabale und Liebe« mit leichter Hand gestaltet habe, oder was der
junge Goethe unter einer kessen und theatralischen Dreiecksbeziehung mit
Decknamen »Stella« dramaturgisch alles versteckt hielt. Und so haben sich
jüngst die Hörspielredaktionen von SWR und MDR und der Argon Verlag
zusammengeschlossen um mehrere Klassiker wie »Emilia Galotti« (Lessing),
»Urfaust«, »Iphigenie auf Tauris«, »Stella« (Goethe), »Die Räuber«, »Kabale
und Liebe« (Schiller), »Der Hofmeister« (Lenz), »Der zerbrochene Krug«,
»Prinz Friedrich von Homburg« (Kleist) und »Woyzeck« (Büchner) via CD ins
Klassenzimmer zu bringen. Wobei es dem leitenden Projektregisseur Leonhard
Koppelmann nicht um wie auch immer geartetes »Regiehörspiel« ging, sondern
um ganz textnahe und unprätentiöse Auslegung der jeweiligen Vorlage.
Koppelmann erläutert hierzu: »Dialoge zu lesen, ist schwierig für Ungeübte.
Gesprochen jedoch entfalten sie ihren unentrinnbaren Reiz. Dazu bestechen
die Theatertexte der deutschen Klassik durch ihre zeitlose Würde, ihre
tiefe Humanität, ihre hohe Sprachkunst. Die Dialoge sind wie Musikstücke.
In ihnen ist jene sprachliche Virtuosität zu hören, die Goethe, Schiller,
Lessing, Kleist und die anderen zu Klassikern hat werden lassen, zu
Tragsäulen unseres kulturellen Erbes.« Unterstützt wird das Projekt im
übrigen durch die Kultusministerien von Baden-Württemberg und
Rheinland-Pfalz und die Stiftung Medienkompetenzforum Südwest (MKFS). Zu
einigen der Produktionen sind auch didaktische Handreichungen für den
Unterricht vorbereitet worden, die wie beim Begleitmaterial zu »Emilia
Galotti« Möglichkeiten einer modernen Theater- und Medienpädagogik für die
Schule aufzeigen. Die Besetzungslisten der einzelnen Stücke würden jedem
Theater zur Ehre gereichen. Hier finden sich alle Namen, die derzeit auf
den deutschsprachigen Bühnen Furore machen. Fritzi Haberlandt (Maxim Gorki
Theater, Berlin; Filme: »Kalt ist der Abendhauch«, »Erbsen auf halb 6«) ist
Lessings »Emilia Galotti«, Sybille Canonica (Residenztheater, München;
Filme: »Der Campus«, »Die Braut«) Goethes »Stella«, Oliver Stokowski
(Schauspiel Zürich; Filme: »Der Ermittler«, »Das Experiment«) bricht als
Karl Moor aus kleinbürgerlicher Provinzialität aus, während Ulrich Matthes
(Deutsches Theater, Berlin; Filme: »Der Untergang«, »Der neunte Tag«) als
»Urfaust« mit Sven-Erik Bechtolf (Burgtheater, Wien, zweifacher
Nestroy-Preisträger; Filme: »Im Namen des Herrn«) als Mephisto um seine
Seele ringt. Für den märkischen Adel von Kleists »Prinz Friedrich von
Homburg« finden edelste Repräsentanten deutscher Schauspieler-Aristokratie,
wie z.B. Matthias Habich (»Der Untergang«, »Unkenrufe«), Ulrich Noethen
(»Der Untergang«, »Das wahre Leben«), Corinna Kirchhoff (»Die
Kirchkönigin«), Peter Fitz (»Lautlos«, »23«)und Wanja Mues (»Die Bourne
Verschwörung«, »Yella«) den rechten Ton. Und jener gefallenen Maria aus
Büchners apokalyptischer Unterschichtenwelt leiht die unvergleichliche
Sandra Hüller (»Requiem«) ihre Stimme. Aber ist es wirklich nur ihre
Stimme? So gerne man jeden einzelnen der genannten Akteure leibhaftig vor
sich wissen würde, so gewiss Theater nur als Einheit von Szene, Körper und
Text existiert, so sehr verblüfft es doch, wie viel es in den subtilen
Ohreninszenierungen des Regisseurs Leonhard Koppelmann (Hörspiele:
»Baudolino«, »Elementarteilchen«, »Wassermusik«) zu entdecken gibt. Auf
knapp 80 Minuten hat er die Vorlagen zurechtgestutzt. Und doch triumphiert
hier das Wort, das aus sich selbst eine Vielfalt von Farben, Rhythmen und
Bewegungen freisetzt, ja, eine Drastik, die sich in mancher Hinsicht den
vergegenwärtigenden Einschränkungen auf der Bühne sogar als überlegen
erweist. Mit welcher innigen Charakterisierungskunst etwa beatmet Hans
Michael Rehberg die Lebenstäuschung des um seinen Sohn gebrachten alten
Moor in Schillers »Räubern«, und wie kalt hallt zu Beginn von Goethes
»Iphigenie« Ulrike Krumbiegels Eröffnungsmonolog aus dem Tempelinneren
wider, in das es sie verschlagen hat. Hier entsteht eine Intimität, eine
Verstärkung kleinster Nuancen, die auf der Bühne kaum erreicht wird.
Frische und Klarheit sind für Koppelmann und die Ensembles in allen
Inszenierungen unüberhörbar Programm. Fern von theatralischer Deklamation,
fern auch von modischen Regiegags wagt der junge Regisseur die
Konzentration auf die »Sprach-Sinfonien«. Die textnahe Inszenierung ist
wohltuend für die Ohren und dürfte auch in den Schulen Fürsprecher finden.
Die CD-Edition »Klassik: Jetzt!« dürfte ein Renner werden, da das Hören
allemal komfortabler ist als das Blättern in vergilbten Reclam-Seiten.
im westen nichts neues
Autor/Autoren: Erich Maria Remarque
Herausgeber: Kiepenheuer & Witsch
Taschenbuch
Stichworte: [First World War fiction] [General & Literary Fiction] [Language teaching & learning (other than ELT)] [Language teaching & learning material & coursework] [Deutsche Belletristik] [Roman, Erzählung] [Weltkrieg 1914-18] [Foreign Language Study] [Language] [HC/Belletristik/Hauptwerk vor 1945] [Belletristik] [Erzählungen] [Romane] [Fiction / War & Military] [War] [1. Weltkrieg; Romane/Erzähl.] [Fiction] [General] [German] [War Fiction]
Will man den Wehrdienst verweigern und Zivildienst ableisten, dann
sollte man in der Gewissensprüfung darlegen können, warum man sich denn
keinen Dienst an der Waffe vorstellen kann. Und mehr als einmal dürfte dann
als Begründung die Lektüre von Erich Maria Remarques Im Westen nicht Neues
folgen. Dieser Roman schildert aufs Eindringlichste die schauerlichen
Erlebnisse des Soldaten Paul Bäumer an der Westfront des Ersten
Weltkrieges, wo sich Deutsche und Alliierte in einem grausamen Grabenkrieg
gegenüberstanden. Aber eigentlich sind Schauplatz und Zeit bedeutungslos,
beherrschend ist das sinnlose Töten und die zu reinem Menschenmaterial
degradierten Soldaten, die schon lange den Glauben an den "gerechten Krieg"
aufgegeben haben. Hier ist kein Platz für klischeehaft mutige Helden,
Verlierer sind sie letztlich alle, die da im Schlamm der Schützengräben
liegen. So mancher Leser wird nach diesem Roman seine Meinung zu Krieg
und Militärdienst geändert haben. Wer heute noch glaubt, Krieg könne eine
heldenhafte Sache sein, der kennt das Buch wahrscheinlich nicht und sollte
einmal einen Blick hinein werfen. Danach ist er entweder eines besseren
belehrt oder scheinbar schon völlig abgestumpft. --Joachim Hohwieler Aus der Amazon.de-Redaktion
Kundenmeinungen:
+++++ (ein Amazon Kunde): Nimmt dem Krieg jegliche Glorie
Remarque, selbst Veteran des ersten Weltkrieges, schafft mit diesem
Büchlein etwas, das in der (Roman-) Literatur, die mit Krieg zu tun hat,
nicht oft gelingt. Er beschreibt die Erlebnisse eines einzelnen
Frontsoldaten ohne Schönfärberei, ohne Verherrlichung, aber auch ohne
Weinerlichkeit und ohne erhobenen Zeigefinger. Das Werk ist also, wie es
auch der Autor selbst im Vorwort erwähnt, wirklich weder Anklage noch
Bekenntnis. Hier wird schlicht und nüchtern der Alltag eines Soldaten an
der Front, im Lazarett und im Heimaturlaub beschrieben. Die Sprache
Remarques ist dabei - der Intention und dem Thema durchaus angemessen -
sachlich, schlicht und kurz. Der Autor verzichtet auch nahezu völlig auf
taktische Bezeichnungen und Ortsangaben. Gerade dadurch ist es
bemerkenswert, wie sehr das Buch fesselt.
Erstaunlich ist, dass gerade diese einfache Schreibweise derartige
Emotionen beim Leser hervorruft. Man leidet mit der Hauptfigur, man ärgert
sich über die Vorgesetzten und Lehrer, man ist erschüttert ob der grausamen
Realität des Krieges, die so distanziert und nüchtern beschrieben wird. Man
hat ständig das Gefühl, direkt neben dem Ich-Erzähler zu stehen und
empfindet beinahe Hilflosigkeit, weil es nicht gelingt, ihn aus seinem
stumpfen Dasein zu befreien. Auch ist das Buch eine relativ tiefgehende
Charakter- und Milieustudie der damaligen Zeit, vor allem was die
"intellektuelle" Schicht betrifft, die sich (zum Teil wider besseres
Wissen) freiwillig zum Kriegsdienst meldete. Auch die Beschreibung der
immer tiefer werdenden Kluft, die sich zwischen Front und Heimat auftut und
die seltsame Verbundenheit mit den feindlichen Soldaten ist sehr gelungen
und bewegt zutiefst. Diese Gefühle, die beim Leser erzeugt werden, sind in
Wahrheit Remarques größter Verdienst und wohl auch ein Mitgrund, warum das
Buch der Bücherverbrennung durch die Nazis zum Opfer fiel.
+++++ (ein Amazon Kunde): Wichtiger Roman
Der Roman sorgte bei seiner Veröffentlichung für viel Aufsehen.
Zum ersten Mal wurde der Krieg so gezeigt wie er wirklich war. Wurde
er bis dahin stets glorifiziert und wurde vom süßen Tod für das Vaterland
schwadroniert, zeigte der osnabrücker Schriftsteller Remarque nun sein
wahres Gesicht. Die ganze physische Brutalität und die seelische
Grausamkeit - ein Verbrechen, begangen von Staatsmännern an ihren Völkern.
"Im Westen nichts Neues" ist mit Sicherheit einer der, wenn nicht der
wichtigste deutschsprachige Roman, heute leider immer noch so aktuell wie
bei seiner Veröffentlichung im Jahre 1929.
+++++ (ein Amazon Kunde): immer noch aktuell
Fast 80 Jahre nach dem Erscheinen liest sich das Buch so aktuell wie eh
und je. Die Geschichte eines (fast jeden?) Soldaten im 1. Weltkrieg, die
sich so auch im 2. Weltkrieg, in Vietnam, im Irak abgespielt haben könnte.
Unglaublich berührend und erschreckend und aufwühlend. Man kann eine Ahnung
davon bekommen, wie sich die Menschen, insbesondere jene, denen man die
Jugend und die Zukunft genommen hatte, gefühlt haben müssen. Authentischer
als jede Heldengeschichte. "Im Westen nichts Neues" sollte man unbedingt
einmal gelesen haben.
+++ (ein Amazon Kunde): ein schockierender Roman über den Ersten Weltkrieg
Ein sehr brutales Buch über den Ersten Weltkrieg, das die Schrecken
dieses Ereignisses detailliert, aber stellenweise langweilig und mit vielen
Wiederholungen vermittelt. Entgegen der Meinung der neben uns sitzenden
Deutschlehrerin, die das Buch für äußerst wichtig erachtet, geben wir als
Schüler leider nur drei Sterne her, weil die Handlung zwar historisch, die
Sprache allerdings recht altertümlich wirkt für heutige Lesergenerationen.
Euer Bibliotheksteam der Schülerlesebücherei des Traunsteiner CHG.
+++++ (ein Amazon Kunde): Unglaublich
Ein unglaublich ergreifendes Werk. Remarque schafft es die
Unfassbarkeit des Krieges am Schicksal eines Menschen zu verdeutlichen, das
Unaussprechliche in Worte zu fassen. Dieses Buch ist ein Muß für jeden
Leser! Weltliteratur!
dtv - atlas zur deutschen literatur.
Autor/Autoren: Horst Dieter Schlosser
Herausgeber: Dtv
Taschenbuch
Stichworte: [Literary studies: general] [Deutsche Literatur] [Lexikon, Nachschlagewerke] [Literaturlexikon] [German] [Deutschsprachige] [Literaturwissenschaft] [TB/Sachbücher/Kunst, Literatur/Literatur/Allgemeines, Nachschlagewerke] [Deutsche Literatur; Lexika/Nachschlagewerke] [Literaturatlas] [Literaturgeschichte /Deutschland] [Lexika]
Kundenmeinungen:
+++++ (ein Amazon Kunde): Standardwerk für Literaturwissenschaftler
Ohne Zweifel ist der dtv Atlas ein Handbuch für den universitären
Gebrauch und ermöglicht schnellen und präzisen Zugriff auf
Basisinformationen. Von hier aus läßt sich eine weiterführende Recherche in
einzelne Unterthemen gut beginnen, nicht zuletzt wegen der
bibliographischen Hinweise auf weitere Grundlagenwerke.
++ (ein Amazon Kunde): Unübersichtlich, verwirrend und staubtrocken
Dieser dtv-Atlas beschäftigt sich mit der deutschen Literatur von ihren
Anfängen bis heute. Allerdings kann ich diesem Format nicht sehr viel
abgwinnen. Als Schüler der gymnasialen Oberstufe mit Leistungskurs Deutsch
erhoffte ich mir eine gut lesbare Übersicht, die man auch immer wieder zum
Nachlesen und Nachschlagen benutzen kann. Das ist hier meiner Meinung nach
nicht der Fall. Der Text wirkt auf mich nicht sehr systematisch, eher
ziemlich wirr - man sucht sehr lange, bis man das was man sucht findet,
wenn man es überhaupt findet und nicht aus einem Wirrwarr von ungeordneten
Informationen herausfiltern muss. Sehr störend wirken die vielen
Abkürzungen im Text, anstatt deutsch steht zum Beispiel immer "dt.",
anstatt kirchlich "kirchl." usw. Ausserdem ist die verwendete Sprache
staubtrocken und alles andere als flüssig zu lesen. Natürlich ist mir klar,
dass dieser Atlas nicht unterhalten, sondern informieren soll, aber das
kann man auch auf eine ansprechende Art machen! Die Bilder, die einen
Großteil dieses dtv-Atlanten ausmachen, sind vollkommen nutzlos. Sie haben
meiner Meinung nach nicht den geringsten Informationsgehalt und ähneln eher
abstrakter Kunst. Für Studenten mag dieser Atlas vielleicht hilfreich sein,
das kann ich nicht beurteilen und deswegen gebe ich auch 2 Sterne, aber für
Schüler und Interessierte an der Literatur ist er mit Sicherheit ein
Fehlgriff.
+++ (ein Amazon Kunde): Guter Text, schlechte Abbildungen
Diese Buch hat insgesamt 309 Seiten, mit einem Kapitel für die
Vorgeschichte, und ein Kapitel pro Jahrhundert, vom 8. bis zum 20.
Jahrhundert (ein Fuenftel des Buches beschreibt die Literatur des 20.
Jahrhunderts). Die farbigen Abbildungen, die fast auf jeder zweiten Seite
gezeigt werden, sind oft schwer zu verstehen und werden im Text nicht
erklärt. Der Leser ist besser bei, wenn er/sie nur den Text liest und kurz
die Farben auf der anderen Seite bewundert, ohne sich weitere Gedanken
darüber zu machen. Das Autorenregister ist eine gute Idee, so kann man
schneller zur richtigen Person finden. Ein gutes Sachregister und ein
Ortsregister folgt. Das Buch gibt einen breiten Überblick, aber man hat
beim Lesen oft Fragen, die einfach nicht beantwortet werden koennen, weil
der Text zu kurz kommt. Trotzdem würde ich das Buch empfehlen, für jeden
der sich schnell über die deutsche Literatur erkundigen will, oder sich
damit vielleicht interessante Themen, wichtige Autoren und deren Hauptwerke
aussuchen will.
++++ (ein Amazon Kunde): Eine gelungene Synopse
Zweifelsohne gibt es Standardwerke, die diesen dtv-Atlas überflügeln.
Für die kurze Einführung und das schnelle Nachschlagen erscheint dieses
Taschenbuch jedoch besser geeignet als manch mehrbändiger Regalfüller.
Insgesamt ist das Konzept der dtv-Atlanten eingehalten, sodass die Lektüre
häufiger durch darstellende Grafiken und Schemata aufgelockert wird. Eine
gute Anschaffung für Abitur und Studium, aber auch für alle anderen
Interessierten.
++++ (ein Amazon Kunde): Fontane, Schiller, Lessing - hier sind sie alle
Wie nicht anderes von Bänden aus der "dtv Atlas"-Reihe gewohnt, gibt
auch der Atlas zur deutschen Literatur Interessierten einen klaren und
knappen, dabei aber stets leicht verständlichen Einblick in dieses
Wissenschaftsgebiet. Zwar kommt dabei, nicht zuletzt auf Grund des doch
sehr Begrenzten Umfanges, das ein oder andere Fachgebiet zwar etwas zu
kurz, doch um so geeigneter erscheint das Werk für einen ersten
Schnellzugriff. Von der Verständlichkeit her wendet sich der Atlas der
deutschen Literatur nicht nur an Fachleute und Studierende, sondern ebenso
an interessierte Laien. Er beschäftigt sich mit zentralen Aussagen
wesentlicher Gebiete der deutschen Literatur, darunter Leben und Werke
einzelner Literaten, aber auch allgemeine Übersichten über Stilepochen und
Literaturströmungen. Im Großen und Ganzen eine verblüffende Leistung zu
einen faszinierend niedrigen Preis. Das Optimale nicht nur für Studenten
der Germaistik. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni -Studentenrezension.)
die weber: vollständiger text des schauspiels. dokumentation
Autor/Autoren: Gerhart Hauptmann
Herausgeber: Ullstein Tb
Taschenbuch
Stichworte: [Literary studies: from c 1900 -] [Novels, other prose & writers] [Novels, other prose & writers: from c 1900 -] [Hauptmann, Gerhart] [German] [TB/Belletristik/Dramatik] [Deutschsprachige] [Literaturwissenschaft] [Literary Criticism / European / German] [Die Weber (G. Hauptmann)] [Literary Studies: Textbooks & Study Guides]
Kundenmeinungen:
+++++ (ein Amazon Kunde): Sozialkritisches Drama, überraschend aktuell
Schlesien im Jahr 1844: Das Textilgewerbe, einst ein wichtiger
Wirtschaftszweig, steckt in der Krise. Die Weber stellen noch Stoffe in
Heimarbeit am Handwebstuhl her, während in England schon mechanische
Webstühle eingesetzt werden, die bessere Ware schneller und billiger
produzieren. Um gegen diese Konkurrenz bestehen zu können, versuchen die
Fabrikanten die Löhne möglichst niedrig zu halten. Die Weberfamilien
arbeiten immer härter und können von dem kargen Verdienst dennoch kaum
leben. Anfang Juni 1844 treibt sie die blanke Not schließlich in einen
Aufstand, der jedoch von Soldaten der Regierung blutig niedergeschlagen
wird. Hauptmanns sozialkritisches Drama "Die Weber", das sich sehr stark an
den historischen Ereignissen orientiert, wurde nach seiner Veröffentlichung
erst einmal von der Zensur verboten. Hauptmann stellt die Not der Weber
drastisch dar und wendet sich vehement gegen Unternehmer, die nur nach
wirtschaftlichen Gesichtspunkten handeln und dabei die Menschen aus dem
Auge verlieren. Das Stück ist über 100 Jahre alt, doch überraschend aktuell
in Zeiten der Globalisierung, in denen wieder Fragen um Konkurrenzkampf und
die soziale Verantwortung von Unternehmern diskutiert werden.
+++++ (ein Amazon Kunde): Suuper
ich musste in der schule ein referat über den naturalismus und im
besonderen über gerhardt hauptmann halten. anfangs fand ich das thema
gänzlich uninterresant aber zum schluss hat es mich gefesselt. ich fand es
beeindruckend, wie gerhardt hauptmann und die anderen "großen" des
naturalismus, wie Zola, vor allem die gesellschaft kritisierten. Mein
lieblingswerk ist aber das buch "die weber" und die dazu gehörenden
zeichnungen von käthe kollwitz. diese zeichnungen machen das buch glaube
ich noch anschaulicher. es ist zwar sehr schwer zu lesen, aber das gehört
zu einem buch aus dem naturalismus dazu. fazit: ein klasse buch, das aber
schwer verständlich ist.
+++++ (ein Amazon Kunde): Tolles Theaterstück, tolle Ausgabe
Gerhart Hauptmann hat sein mitreißendes, zauberhaft wirklichkeitsnahes
naturalistisches Drama "Die Weber" streng nach den historischen Details des
schlesischen Weberaufstands von 1844 geschaffen. Weil er die Szenerie immer
bis in die letzte Einzelheit in seinen Regie-Anweisungen beschreibt, fällt
es dem Leser nicht schwer, sich das Geschehen auf der Bühne plastisch
vorzustellen. Es ist viel los in dem Stück, und wenn jemand einwenden
sollte, dass vieles davon nicht auf der Bühne zu sehen ist, weil es zu groß
oder zu schlimm ist, um dort gespielt werden zu können, so dass man es nur
hört oder aus den Berichten der Personen auf der Bühne erfährt, so kann man
ihm entgegnen, dass man ein solches naturalistisches Schauspiel heutzutage
sowieso nirgendwo mehr aufgeführt bekommt (unsere Regisseure machen aus
sowas Impressionistischem grundsätzlich was Expressionistisches) und dass
man sich die Ereignisse in dem Stück, wenn man es LIEST, sowieso selbst
vorstellen muss. Es ist zudem nicht von der Hand zu weisen, dass Hauptmann
durch diese dramaturgische Technik auf höchst kunstvolle Weise das
kritisch-historische Forschen, das seinem Dichten - wie immer - auch bei
"Die Weber" voranging, zum Teil auf den Zuschauer überträgt, der sich, wie
der Autor aus geschichtlichen Aufzeichnungen, aus den Berichten der
Personen zusammenreimen muss, was sich momentan woanders als in dem Raum
abspielt, der für ihn sichtbar ist. Aus dieser Ferne kommt immer mehr ins
Bewusstsein des Zuschauers - und auch des Lesers, denn die Ereignisse
hinter der Bühne werden natürlich NICHT durch Regie-Anweisungen umrissen -
herein, und zum Schluss beginnt dieses Hereinkommende, die Grenze zwischen
Fiktivem und Real-Gesehenem endgültig sprengend und die Vergangenheit
tränenreich aus der Versenkung hervorholend, im Theater (oder auch im
stillen Kämmerlein des Lesers) die ganze Niedertracht und Schwächlichkeit
der Ausbeutung im Frühkapitalismus kongenial als eine große Blase
aufzupumpen, die der Wahrnehmende gar nicht mehr anders KANN als zum
Platzen zu bringen, wenn die erregte Menschenmenge auf dem Vorplatz des
Rathauses durch die Suffiten "summt", wie Hauptmann es verlangt, so dass
jeder einzelne Rezipient des Stücks sich auf sich selbst zurückgeworfen
sieht, weil so überdeutlich in die Augen springt, dass man - in diesem
Falle Hauptmann - rein exemplarisch mal wenige Menschen besonders
hervorheben kann (ja, dass es schon rein technisch gar nicht anders geht),
an denen deutlich wird, wie wichtig es ist, dass die vielen Hungrigen, die
nur dumpf in Erscheinung treten KÖNNEN, auf eine sachgemäße Art und Weise
geleitet werden. So verwundert es nicht, dass die Aufführung in Breslau zu
einer hitzigen Debatte im dortigen Parlament geführt hat, über die man sich
aus der vorliegenden ausführlich kommentierten Ausgabe schlau machen kann.
In Berlin durfte "Die Weber" gar nicht aufgeführt werden, weil man
Ausschreitungen von Proletariern befürchtete. Wohl nicht zufällig wurde das
Drama überall als ein sozialdemokratisches Tendenzstück empfunden. Hans
Schwab-Felisch hat sich mit der Edition dieses zentralen Werks von
Hauptmann eine so große Mühe gemacht, dass man sich schon wundert und sich
das letztlich nur dadurch erklären kann, dass der Herausgeber wohl den
schuftenden Webern nur meinte gerecht werden zu können, wenn auch er mehr
und das gründlicher tut, als das eigentlich nötig wäre. Die Worte eines
"adligen Herrn" (so Gerhart Hauptmann), der wegen des Stücks über ihn
gesagt haben soll: "Der Kerl gehört hinter Schloss und Riegel!" hat mein
sehr gründlicher Deutschlehrer allerdings nicht in Schwab-Felischs Ausgabe
gefunden. Und ich auch nicht. Sind sie womöglich gar nicht gesagt worden?
bertolt brecht. literaturwissen für schule und studium
Autor/Autoren: Franz-Josef Payrhuber
Herausgeber: Reclam, Ditzingen
Taschenbuch
Stichworte: [Literary studies: from c 1900 -] [Plays & playwrights] [Plays & playwrights: from c 1900 -] [Brecht, Bertolt] [Deutsch] [Kommunikation] [German] [TB/Schule, Lernen/Lektüren, Interpretationen, Lektürehilfen/Deutsch] [Abiturwissen] [Lernhilfen] [LITERARY CRITICISM / Drama] [Literary Criticism / European / German] [Brecht, Bertolt; Interpretationen] [Literary Criticism]
daten deutscher dichtung. chronologischer abriß der deutschen literaturgeschichte. band 1: von den anfängen bis zum jungen deutschland.
Autor/Autoren: Herbert A. Frenzel, Elisabeth Frenzel
Herausgeber: Dtv
Taschenbuch
Stichworte: [Literary studies: general] [Deutsche Literatur] [Geschichte (Gesamtdarstellungen)] [German] [TB/Sachbücher/Kunst, Literatur/Literatur/Allgemeines, Nachschlagewerke] [Deutschsprachige] [Literaturwissenschaft] [Literary Criticism / European / German] [Deutsche Literatur; Handbuch/Lehrbuch] [Deutsche Literatur; Lexika/Nachschlagewerke] [Literaturgeschichte; Deutschland] [Literary Studies: Textbooks & Study Guides]
Kundenmeinungen:
+++++ (ein Amazon Kunde): Kompakt und informativ
Die Bände zur deutschen Dichtung nehmen nicht viel Platz im Bücherregal
weg und bieten trotzdem einen umfangreichen und guten Überblick vom
Mittelalter an. Also nicht nur StudentInnen der NDL (Neueren Deutschen
Literaturwissenschaft) finden hier Informationen, auch die Mediävisten
kommen auf ihre Kosten, um bestimmte Werke in den Gesamtzusammenhang
einzuordnen. Der erste Band beginnt mit dem frühen Mittelalter von 750 bis
1170, läuft weiter über das hohe und späte Mittelalter, die Renaissance von
1470 bis 1600, auch Barock, Aufklärung, Empfindsamkeit, natürlich Sturm
und Drang, die Klassik und Romantik, schließlich Biedermaier und Vormärz.
Der Realismus ab 1850 leitet den zweiten Band ein, den man gleich zusammen
mit dem ersten Band anschaffen sollte. Zu jeder Epoche gibt Frenzel einen
historischen Überblick mit wesentlichen Ereignissen auf politischer und
geisteswissenschaftlicher Ebene, den Zusammenhang zu zentralen Werken,
Vorbildern und ausländischen Einflüssen. Darauf folgt für die jew. Epoche
eine Chronologie aller bedeutenden Werke mit Angaben zu Autor, Titel,
Inhalt und Bedeutung. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni
-Studentenrezension.)
+++++ (ein Amazon Kunde): Literaturgeschichte auf einen Blick mit hohem Anspruch
Der zweite Band der Literaturgeschichte knüpft nahtlos an den ersten
Band an: Mithilfe von Kurzzusammenfassungen der wichtigsten Werke, Nennung
und Kurzbiographie entscheidender Autoren sowie größeren Einleitungen zur
jeweiligen Epoche (mit ihrem politischen, sozialen und philosphischen
Hintergrund) vermittelt das Buch einen differenzierten sowie
wissenschaftlich fundierten Einblick. Im zweiten Band ist besonders der
Beitrag zur Moderne positiv herauszuheben: Anders als in Handbüchern mit
ähnlichem Anspruch werden hier Inhalte vermittelt, die sonst verborgen
bleiben. Einfühlsam wird auf die verschiedenen Strömungen eingegangen, die
die Moderne geformt haben und die sie ausmachen. Die Autoren zeichnen ein
ganzheitliche Bild der Epoche und gehen dabei erfreulicherweie auf wichtige
Details ein, ohne sich jedoch darin zu verlieren. Besonders lobend
hervorzuheben ist die Darstellung der Literatur nach 1945, die in keinem
anderen vergleichbaren Werk so verständlich und zugleich so vielschichtig
behandelt wird. Außerdem ist noch positiv zu vermerken, daß der
vorliegende Band über die Wende und deutsche Einheit von 1989/ 90
hinausgeht. So kommt auch der aktuelle Anspruch, den viele Leser aus
Mangel an brauchbarer sehr neuer Forschungsliteratur stellen, nicht zu
kurz. Alles in allem sind beide Teile der Literaturgeschichte als nahezu
unentbehrlicher Begleiter durch den germanistischen Alltag nur zu
empfehlen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni -Studentenrezension.)
+++++ (ein Amazon Kunde): Toller Überblick
Der erste Band des chronologischen Abriß ist besonders als Überblick
der - im Vergleich zur (beginnenden) Moderne "abgrenzbareren" älteren
Epochen (Von den Anfängen bis zum jungen Deutschland) - hilfreich. Gerade
für Studenten, aber auch für die oberen Klassen des Gymnasiums findet der
Lernende hier, wonach er schon lange gesucht hat: Dies ist keine typische
Literaturgeschichte, die mit Daten und Namen zugepfercht ist, und auch kein
hochphilosophischer Abriß, den man erst nach dem 13. Semester intensiven
Germanistikstudiums versteht. (Natürlich ist trotz allen Lobs klar, daß
eine solche Literaturgeschichte trotzdem Gefahr läuft, Namen und Daten zu
"häufen".) Frenzel/ Frenzel haben schon im ersten Teil einen ordentlichen
Überblick über die deutsche Literaturgeschichte vorgelegt, in dem viel
erklärt wird, Kurzbiographien der wichtigsten Autoren verzeichnet sind,
und die bedeutendsten Werke in Kurzzusammenfassungen (inkl. "Mini-"
Interpretationen) vorgestellt werden. Besonders positiv scheint der Beginn
des Abrisses, der im Titel vage mit "den Anfängen" charakterisiert wird.
Hier werden auch Autoren und Werke lange vor der frühen Neuzeit (ab 750!!)
berücksichtigt, die in manch anderem ähnlichen Werk außen vor bleiben. Die
Mischung zwischen germanistischem Anspruch und dem Verlangen der Lernenden
nach einer verständlichen Literaturgeschichte mit Tiefgang scheint
gelungen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni -Studentenrezension.)
++++ (ein Amazon Kunde): Nicht nur zum Nachschlagen, auch zum Lernen
Hier findet sich - Gottseidank! - keine Literaturgeschichte im
herkömmlichen Sinne, wie man sie etwa bei Fritz Martini noch findet.
Stattdessen wird hier die Literaturgeschichte in die wohlbekannten
(gleichwohl problematischen, hier aber nur als Orientierungszeiträume
verstandenen) Epochen untergliedert, und dann wird jeweils der Versuch
unternommen, die Abgrenzung dieser Epoche dadurch zu rechtfertigen, daß man
ihr jeweils bestimmte Eigenschaften zuschreibt - und zwar deskriptiv jene,
die in der allgemeinen Forschung damit identifiziert werden, und z.T.
aufgezeigt anhand der konkreten Texte. Insbesondere findet sich zu jeder
Epoche eine Liste der "wichtigsten" Autoren sowie der bedeutendsten Werke.
Die Auswahl mag einige ärgern, aber irgendwo mußte halt die Grenze gezogen
werden. Wer sich hineinkniet, wird eh\' noch rechts und links von dem lesen
wollen (und natürlich können, dürfen und sollen), was hier angegeben ist.
Speziell zu Schiller und Goethe finden sich ausgedehnte Abschnitte, die
Leben und Werk ausführlich (aber immer noch lexikonartig) behandeln; auf
diese Art und Weise entsteht - nicht nur für die Klassik - eine Art
Zeittafel, auf der die einzelnen Werke eingetragen sind, so daß man sich
eine gute Vorstellung von bestimmten Entwicklungen machen kann. Allein
dies rechtfertigt schon die Anordnung der Texte streng nach dem
Zeitprinzip (was auch zeigt, daß das Epochenprinzip nicht knallhart
durchgezogen wird - ab und an schaut schon einmal ein Text über die
eigentlich zugewiesenen Zeitgrenzen hinaus. Und das macht das Buch ja nur
besser). (Dies ist eine Amazon.de an der Uni -Studentenrezension.)
++++ (ein Amazon Kunde): Als Nachschlagewerk gut geeignet
"Daten sind die Voraussetzung aller geschichtlichen Erkenntnis",
schreiben die Herausgeber in ihrem Vorwort. Nur allzuwahr, und auch in der
Literaturwissenschaft muß man zuweilen wissen, welches Werk wann bzw.
welche Werke in welcher Reihenfolge geschrieben wurden, um sie richtig
einschätzen zu können. Dafür und für einiges andere leistet dieses
Nachschlagewerk nützliche Dienste. Was es nicht ist, ist eine
Literaturgeschichte im herkömmlichen Sinne. Denn hier werden nicht mehr
oder minder mühsam Verbindungen von diesem zu jenem Werk hergestellt, die
Vorgehensweise ist eine andere. Die Literaturgeschichte ist in Epochen
aufgeteilt, wie sie allgemein in der Literaturwissenschaft üblich sind
(auch wenn natürlich die Epochengrenzen nicht so absolut genommen werden
dürfen, wie es zunächst erscheinen mag - das sieht man etwa auch daran, daß
Werke, die bei einer bestimmten Epoche angegeben sind, aus deren
Zeitrahmen herausfallen); zunächst wird stets der wesentliche
geschichtliche Hintergrund der Zeit sowie vor allem die theoretischen
Grundlagen einer bestimmten Epoche beschrieben, bevor dann in Kürze die
"wesentlichen Werke" dieser Zeit angegeben werden. Bei einer solchen
Auswahl, die sich nahe an einer Kanon-Bildung bewegt, kann man natürlich
nur Fehler machen, und so werden zwangsläufig die einen oder anderen das
eine oder andere Buch vermissen oder auch hier fehl am Platze weil
unwichtig finden. Auch die (sehr knapp gehaltenen) Inhaltsangaben bieten
reichlich Anlaß zu Kritik, denn in der Kürze verfälschen sie mehr als daß
sie nützen. Aber "der Frenzel" kann und will ja auch weder große Lexika
(etwa den Kindler) noch die eigene Lektüre ersetzen. Aber bei der
Einordnung will und kann dieses Buch helfen. (Dies ist eine Amazon.de an
der Uni -Studentenrezension.)
johann wolfgang goethe: die leiden des jungen werther. lektüreschlüssel
Autor/Autoren: Mario Leis
Herausgeber: Reclam, Ditzingen
Taschenbuch
Stichworte: [Literary studies: general] [Deutsch] [Goethe, Johann Wolfgang von] [Interpretationen] [Kommunikation] [TB/Schule, Lernen/Lektüren, Interpretationen, Lektürehilfen/Deutsch] [Lektüren, Interpretationen] [Literary Criticism / General] [Die Leiden des jungen Werthers (Goethe)] [Goethe, Johann W. von; Interpretationen (Romane/Erzählungen)] [Literary Criticism]
Kundenmeinungen:
+++ (ein Amazon Kunde): "Lotte! Lotte! - Und mit mir ist's aus!
Meine Sinnen verwirren sich. Schon acht Tage hab ich keine
Besinnungskraft, meine Augen sind voll Thränen. ...Mir wär\'s besser ich
gienge."
Werthers Liebe zu Lotte ist hoffnungslos, sie ist bereits glücklich
verlobt, doch wird er ein Freund der Familie. Er verwirrt sich in der Liebe
zu ihr und wird immer aufdringlicher, bis es Lotte zuviel wird.
Der Briefroman ist sprachlich sehr schön geschrieben und gut zu
lesen. Die Handlungsweise des Helden ist aus heutiger Sicht kaum
nachvollziehbar, auch nicht das sich Menschen nach dem lesen des Buches das
Leben genommen haben, wodurch Roman und Dichter berühmt wurden und das Buch
vorerst aus dem Handel genommen wurde.
Es sind auch Passagen aus Ossian\'s Gesängen enthalten, von dessen
mittelalterlicher Dichtung viele damals begeistert waren, bevor sich diese
als Fälschung herrausstellte.
Der "Werther" ist einer der wichtigsten deutschsprachigen Romane des
18ten Jahrhunderts und sollte von jedem, der sich ein bischen für Literatur
interessiert, gelesen worden sein.
+++++ (ein Amazon Kunde): Ergreifendes Bild der Liebe
Ja, der junge Goethe gibt es uns. Er zeigt in seiner Art, die Sprache
zu benutzen, was möglich ist und wie es vor allem möglich ist, die erste
Liebe und die Verzweiflung einer unerhörten Anhimmlung in Worte zu fassen,
die uns auch heute noch beunruhigen und quälen. Man nimmt Anteil und das
ist viel. Manchmal meint man, eine Übertreibung des Gefühls zu vernehmen,
aber, das ist nur im Anfang des Befindens vielleicht so, wenn man
weiterliest, wird einem fast alles erklärt und man versteht. Herrlich die
Gedanken über Natur und Schöpfergott, obwohl man doch vom älteren Goehte
weiß, wie wissenschaftlich oder aufgeklärt er dachte und seine Dramen
zeigen ja auch das moderne Denken, die Aufklärung. So ist der FAUST denn
auch unglaublich modern (auch heute noch), dies aber hier, Werthers Leiden,
das ist einfach ergreifend, und nicht nur der Schluß. Trotzdem gibt der
Briefroman unter anderem auch ein gutes Bild von deutscher Seelenverfassung
ganz allgemein ab und das ist nicht verwunderlich bei diesem so sensiblen
Gemüt Goethes, der als Mensch aber auch im ganz normalen Leben seinen Mann
stand, ganz gewiss der erotischen Liebe aber bis ins hohe Alter gewogen
war. Ein nachfolgender Essay von Georg Lukacs und ein Nachwort von Jörn
Göres sowie Bilder von Chodowiecki geben dem Band einen besonderen Wert
++++ (ein Amazon Kunde): Ein zeitloses Liebesdrama
Das Buch „Die Leiden des jungen Werther" von Johann Wolfgang von
Goethe erschien erstmals 1774 auf der Leipziger Buchmesse. Es ist ein
Roman, welcher in Briefen erzählt wird. Somit wird man das Gefühl, direkt
ein Brieffreund von Werther zu sein. In dem Buch geht es um eine jungen
Mann, der sich ein eine verlobte Frau verliebt hat. Dieser Gedanke, dass
die Frau verlobt ist, quält ihn über ein Jahr lang und treibt ihn zur
Verzweiflung. Durch ein überraschendes Ende endet das Buch. Im Folgenden
möchte ich die positiven und negativen Eigenschaften des Buches aufführen.
Was mir positiv an dem Buch gefallen hat, ist die Thematik. Sie kann man,
mit wenigen Änderungen, auch auf die heutige Zeit beziehen. Es passt in die
heutige Gesellschaft, wie damals auch schon. Was mir noch gut gefallen hat,
ist die Briefform. Man fühlt sich damit direkt angesprochen und kann
Werthers Probleme besser verstehen. Es wirkt dadurch auch persönlicher und
man fühlt sich als Teil der Geschichte. Die Ausdrucksweise von Werther ist
auch gut gelungen. Man merkt es ihm sofort an, in welcher Stimmung er ist
und wie es in seinem inneren aussieht. Dies bringt einen noch mal näher in
die Geschichte. Weiterhin positiv sind diese kleinen Beschreibungen, von
Werthers Umwelt. Er beschreibt in einem Brief die Natur, das erweckt die
Stadt zum Leben und man selbst fühlt sich als Teil von ihr. Nach den
positiven Eigenschaften, folgen nun die negativen. Dazu zählt zum einen
die Verständlichkeit. Der Text ist schon etwas älter und ist auch in diesem
Sprachstil gelassen worden. Er ist somit an einigen Stellen etwas schwerer
zu verstehen als neuere Bücher. Man erkennt dann zum Beispiel nicht sofort,
was das Wort bedeuten soll und muss dies aus dem Kontext erahnen. Ein
weiterer Nachteil sind die Naturbezüge in dem Buch. Wenn Werther sich oder
seine Gefühlslage mit der Natur beschreibt, weiß man manchmal nicht, was er
wirklich damit ausdrücken will. Dazu zählen auch die anderen Metaphern. In
einem Brief sagt er zum Beispiel, dass jeder den Kerker verlassen kann,
wann er will. Nicht jeder wird diese Textstelle so verstehen wie sie
gemeint ist. Mit dem Kerker meint Werther nämlich das Leben und keiner kann
einem befehlen, wann man sterben soll. Im Allgemeinen ist das Buch
„Die Leiden des jungen Werther" ein etwas anspruchsvolles Buch. Dabei
ist es jedoch gleichzeitig wieder leicht zugänglich, da man sich vielleicht
in gewisser Hinsicht mit Werther identifizieren kann. Das Buch ist jedem
zu Empfehlen, der gerne Goethe liest, sich mit der deutschen Literatur
einmal auseinandersetzen möchte und ein Buch sucht, das man immer wieder
mal lesen kann.
++++ (ein Amazon Kunde): Die Leiden des jungen W.- Berichte aus dem Jenseits
Ja, Sie lesen ganz richtig- Berichte aus dem Jenseits. Kein
Schreibfehler? Nein, denn in diesem Roman geht es um einen JUgendlichen,
der sein Schicksal einmal ganz anders beschreibt, als viele vor ihm:
Nämlich nach seinem Tod. Wie das möglich ist? Edgar Wibeau- wie Niveau-
wie er des öfteren betont, erzählt seine Lebensgeschichte von A bis Z- oder
eher gesagt von Z-A, denn schon am Anfang des Werkes wird der LEser vor
vollendete Tatsachen gestellt: Edgar ist tot- gestorben , an einem
Stromschlag. Und auch wenn die GEschichte ziemlich abrupt beginnt, so
fragt man sich doch nach der ersten Seite, Wie, das war\'s? Was kommt jetzt
nich? Wo bleibt der Clue? Doch Plenzdorf hat andere Mittel, um den LEser zu
fesseln, als den Tod des Jugendlichen ind er Fordergrund zu stellen- und,
wie seine Familie darüber denkt: Er lässt den jungen Mann seine
Lebensgeschichte erzählen- aus dem Off, wie er das selbst nennt. Und das
ist weiß Gott an einigen Stellen Komik pur! Edgar kommentiert nicht nur die
Aussagen seiner Freunde, Verwandten und Feinde- er berichtigt sie auch und
stellt einige Dinge von Anfang an klar, sodass sich gen Ende der Tod des
jungen nur für den Leser aufklärt, der mehr weiß als alle anderen. Die
Leiden des jungen W- natürlich ein unmittelbarer Bezug zu Goethes Werk,
doch wer ein ebenso schwierig geschriebenes Buch erwartet, irrt sich.
Plenzdorf mischt sowohl Jugend, als auch erundene wie Fachsprache und
verwirrt den Leser des öfteren mit seinen neuen Wortschöpfungen, die Fragen
aufwerfen: Warum Bezug zur DDR? Jugendsprache? Empfehlenswert ist es aber
auf jeden Fall als Kenner des Goethe Werkes an dieses Buch heranzugehe, um
die vielen Anspielungen auf Werther besser verstehen zu können!
beim häuten der zwiebel
Autor/Autoren: Günter Grass
Herausgeber: Steidl
Gebundene Ausgabe
Stichworte: [Biography: general] [Literary studies: from c 1900 -] [Novels, other prose & writers] [Novels, other prose & writers: from c 1900 -] [Authors, German] [Erinnerung] [Literatur] [German] [HC/Belletristik/Romanhafte Biografien] [Belletristik] [Biographien, Erinnerungen] [Biography & Autobiography / General] [Grass, Günter; Biografien/Erinnerungen] [Schriftsteller (Biografien/Erinnerungen); Grass, Günter] [Biography: Literary]
Das im Vorfeld seiner Erinnerungen Beim Häuten der Zwiebel bekannt
gewordene Bekenntnis des Schriftstellers und Nobelpreisträgers Günter
Grass, im Alter von 17 Jahren kurz bei der Waffen-SS gewesen zu sein, hat
im Blätterwald der Feuilletons viel Staub aufgewirbelt. Vor allem die späte
Auseinandersetzung mit seiner Vergangenheit machte den Kritikern offenbar
zu schaffen. Jetzt, sagte Grass, sei die Zeit einfach reif dafür gewesen,
dieses lang verdrängte Trauma niederzuschreiben. Wer Beim Häuten der
Zwiebel aufmerksam liest, kann die Gründe hierfür -- und damit Grass --
besser verstehen. Die Passage von der Zeit bei der Waffen-SS ist nur ein
Bruchteil des fast 500 Seiten dicken Buchs. Es schildert die Kindheit und
Jugend des Schriftstellers bis zum Erscheinungsjahr seines hoch gelobten
und längst zum Klassiker avancierten Debütromans Die Blechtrommel . Es
geht um die Liebe zu seiner Mutter, die den Wunsch, Künstler zu werden,
unterstützte, seine Verwirklichung durch ihren frühen Krebstod aber nicht
mehr erlebte,. Es geht um Hitlers Überfall auf Polen, der den Beginn des
Zweiten Weltkriegs und das Ende von Grass' Kindheit bedeutete. Es geht um
die Zeit als ideologiegläubiger Hitlerjunge, Luftwaffenhelfer und
Kriegsgefangener. Und es geht nicht zuletzt um die Pariser Jahre, in denen
die Blechtrommel entstand. Vor allem aber geht es auch darum, was
alles geschehen musste, um diese Sperre vor der Sprache abzubauen, bis es
dann zu den Wortkaskaden der ,Blechtrommel' kommt. Dass dies auf
verschiednen Zeit- und Reflexionsebenen und mit Hilfe einer überaus
eigenwilligen Sprache geschieht, versteht sich bei Grass von selbst.
Grass liebt poetologische Metaphern. In der Novelle Katz und Maus war es
die Katze, die mit ihren Streifzügen den lauernden, jederzeit
die Richtung wechselnden Geschichtsverlauf symbolisch fasste. Bei Im
Krebsgang diente der seitliche, mögliche Feinde täuschende Gang des
Krebses als Bild für den vorsichtig abwägenden Erzählfluss. Beim Häuten
der Zwiebel nun hat Grass diese Vorsicht ein Stück weit aufgegeben. Denn
seine Erinnerungen sind ein ehrliches, offenes Buch, bei dem sich sogar ein
Teil der Figurenwelt wie Oskar Matzerath aus der Blechtrommel
selbstständig macht und Dichtung und Wahrheit ein ums andere Mal ineinander
fließen. Auch wenn Grass, sprachverspielt wie er nun einmal ist, seine
Biografie nicht gänzlich entblößt, sondern im permanenten Oszillieren mit
der Fiktion selbst die Erinnerung wieder ein wenig als Phantasie entlarvt,
bietet Beim Häuten der Zwiebel auf literarisch hohem Niveau vielfach
Gelegenheit, sich mit dem Werden eines großen Autors auseinander zu setzen.
Und beim langsamen Entblättern der Gedächtnisschichten wird einem plötzlich
klar, wie viel Autobiografisches sich im literarischen Werk verbirgt.
--Thomas Köster Aus der Amazon.de-Redaktion
Kundenmeinungen:
++++ (ein Amazon Kunde): der Grass'sche Lebenslauf
Günter Grass erzählt mit dem ihm eigenen Stil seine Lebensetappen.
Hierbei schildert er seine Kindheit in Danzig, den Krieg, seine Meldung als
Freiwilliger, Ausbildung bei der SS, Einsatz an der Front, Flucht,
Kriegsgefangenschaft. Nach seiner Freilassung das Umherirren um zu
überleben. Später dann seine Ausbildung als Bildhauer sowie der Beginn der
Schriftstellerkarriere.
Brisanz erhielt das Buch durch die Grass\'sche SS-Vergangenheit.
Obschon er sich freiwillig gemeldet hatte (im jugendlichen Alter), finde
ich dass das Ganze übertrieben hochgespielt wurde. Das im Buch Beschriebene
ist jedenfalls harmlos und rechtfertigt keinesfalls die Attacken an den
Autor.
Ich finde das Buch interessant, da der Autor seine Lebenserfahrungen
sowie Kriegserinnerungen preisgibt. Hierbei werden Zwiebel und Bernstein
zum Leitfaden. Die Zwiebel wird Haut für Haut betrachtet, wobei es bekannt
ist, dass diese sich nicht so einfach schälen lässt. Im Bernstein ist oft
vergangenes Leben auf ewig gespeichert, allerdings im leblosen Zustand.
Jedem Blechtrommel-Fan kann dieses Buch empfohlen werden.
++++ (ein Amazon Kunde): Die Zwiebel, ein Gemüse abseits des Massengeschmacks
Diese Autobiographie ist wie so viele andere (insbesondere Auto-)
Biografien zum Teilen Rechtfertigung, Prallerei und Anekdote. Mit diesem
Vorwissen gewappnet kann man sich Grasses unbändigem Sexumtrieb und seiner
hängenden Unterlippe stellen.
Für wen ist dieses Buch interessant? Vor allem für Grass-Fans und
Menschen die einen verschwommenen Blick auf das Leben des Autoren,
Dichters, Kochs und pubertierenden SS-"Mannes" Grass werfen möchte. Viele
Erlebnisse sind wie die papierdünne "braune" Haut einer Zwiebel bereits
abgeplatzt und verloren. Insbesondere sind die Fakten der Kriegswirren kaum
auf oder nachspürbar. Man fragt sich, wie man selbst gehandelt hätte, fragt
sich ob der gut Mensch Grass nicht vielleicht das Eierklauen, das Plündern
besetzter Wohnungen, Keller, Hinterhöfe vergessen hat. Ob die
Rückzugsgefechte ohne einen Schuss aus seiner Maschinenpistole zu Ende
gegangen sind. Zumindest an die Zeit als Arbeitsdienstler und Prisoner of
War (POW) kann er sich besser erinnern.
Naja, vieles auch peinliche Details greift Grass aus seiner Jugend
auf.
Immer wieder schwenkt dabei auf das heute zurück und versucht sich
selbst damals zu erkennen und sich so eine Meinung, ja ein Urteil fällen zu
können.
Der Titel beim Häuten der Zwiebel ist sehr passend gewählt, denn wie
nichts anderes treibt das melacholische Wühlen im eigenen Leben, das
Resümieren verpasster Gelegenheiten, verlieren von Liebschaften, Freunden
und Verwandten, zumindest dem Autor selber beständig Tränen in die Augen.
Für Grass selber ist dieses Buch sicher eines seiner wichtigsten
Werke, ob es aber für den Grass-Neuling oder den Leser brownscher
Trivialliteratur von Interesse ist, das bezweifele ich. Wie Eingangs gesagt
muss der Leser Interesse an Autobiographien mitbringen und das ein oder
andere Werk des letzte öffentlichen Pfeiferauchers bereits genossen haben.
Ich kann und will mich nicht den Klagen über die Ausdrucksweise oder
das Sprachgefühl von Hrn. Grass anschließen. Ich finde den besonderen,
etwas altbackenen Stil z.B. wie er in dem Grass-Roman "Im Krebsgang"
besondere Ausprägung fand, sehr genehm. Viele Grass-typische Stilelemente
finden auch "Beim Häuten der Zwiebel" mein Gefallen.
+++ (ein Amazon Kunde): Literatur im Grass-Stil
Günter Grass ist unbestritten einer der bedeutensten deutschen Autoren.
Er tritt häufig als Kommentator des aktuellen Tagesgeschehens in
Erscheinung, gilt als intellektuelle und moralische Instanz und engagierte
sich für Wahlkämpfe der SPD. 1999 erhielt er den Nobelpreis für Literatur.
Seine 2006 erschienene Autobiographie mit dem wunderbaren Titel "Beim
Häuten der Zwiebel" löste eine alsbald ausufernde Debatte in den Medien
aus. Die Biographie, die auf satten 479 Seiten zwanzig Jahre Grassschen
Lebens zum Inhalt hat, zeigt deutlich, wie sehr diese Zeit in die Romane
des Autors eingeflossen ist. Kundige Grass-Leser werden einige interessante
Parallelen zwischen dem Leben und den Romanen des Autors entdecken, zumal
Grass diese Parellelen selbst zieht und beschreibt, wie er Ereignisse und
vor allem Personen in seinen Büchern verarbeitet hat. An diesen Stellen im
Text ist es gut, die Romane zu kennen. Kennt man sie nicht, steht man ein
wenig verloren im beschriebenen Gedränge von Realität und Fiktion.
Den Leser erwartet natürlich Literatur im Grass-Stil: teilweise
überaus detailreich, verklausulierte Sätze, metaphern- und symbolreiche,
rhythmische Sprache. Neben der Zwiebel greift Grass auch immer wieder einen
Bernstein mitsamt eingeschlossenem Insekt auf. Während die Zwiebel nach und
nach gehäutet wird, auf diese Weise nach und nach Erinnerungen freigibt,
existiert im Bernstein gleichsam offensichtlich und doch nicht zu ergreifen
das Insekt, ergo die Vergangenheit. Überhaupt sind Erinnern und Gedächtnis
zentrale Themen im Buch und immer wieder stellt Grass die Frage, inwieweit
man seinen Erinnerungen trauen kann, ob etwas wahr oder Fiktion ist, wer
der junge Mann ist, über den er schreibt. So flüchtet er oft in die dritte
Person; ist also zugleich Beobachter seiner selbst. Durch diese Entfremdung
und das Einnehmen einer Kameraperspektive verliert das Buch an
Glaubwürdigkeit und Authentizität. Gefühle von Reue oder Schuld, die sein
Wirken in der NS-Zeit betreffen, nimmt man ihm nicht ab, auch wenn er sie
formuliert. Dafür sind sie zu weit entfernt von dem Grass, der über sich
schreibt. Emotionalität geht unter dieser steten Analyse vollständig
verloren. Das Bild, das Grass hier von sich zeichnet, ist das eines
Kopfmenschen. Menschen und Ereignisse, egal wie nah oder fern von ihm,
werden beobachtet, werden beschrieben, werden analysiert. Die Art und
Weise, wie Grass mit seiner Vergangenheit umgeht, wie er sich und ebenjene
Vergangenheit dem Leser präsentiert, wirkt auf Dauer einfach zu
selbstverliebt, als dass sie den Leser auf seine Seite ziehen könnte. Schon
die ständige Wiederholung des Zwiebel- und Bernsteinmotivs stößt unangenehm
auf. Die Erkenntnis, dass Erinnerungen trügerisch sein können, ist eine
triviale. Der Vorsatz, sich ihrer beim Schreiben bewusst zu sein, durchaus
löblich, wenngleich man das von einem Günter Grass erwartet. Vom
übertriebenen Gebrauch der Symbole und der redundanten Auseinandersetzung
mit dem Thema Erinnerung bleibt nichts als ein schaler Geschmack zurück und
der Gedanke: Da hört sich einer gerne reden.
+++++ (ein Amazon Kunde): Lesenswert
Ich bin sehr beeindruckt von diesem autobiografischen Buch.Das Buch
besticht durch seine Ehrlichkeit und natürlich von Grass\' Erzählkunst.
Ich hoffe, Günter Grass schreibt noch viele solch gute Bücher.
Mein Urteil: Absolut empfehlenswert!!
+++++ (ein Amazon Kunde): Großartiger Grass
Meiner Meinung nach ist es ein wirklich spannendes Buch, welches
fesselt und ganz leicht in einem Rutsch zu lesen ist. Kurzweilig und
ehrlich, herrlich menschlich und liebenswert, was will man denn mehr?
dantons tod. erläuterungen und dokumente: erlauterungen und dokumente
Autor/Autoren: Georg Büchner, Gerald Funk
Herausgeber: Reclam, Ditzingen
Taschenbuch
Stichworte: [Literary studies: 19th century] [Plays & playwrights] [Plays & playwrights: 19th century] [Büchner, Georg] [Deutsch] [Kommunikation] [TB/Schule, Lernen/Lektüren, Interpretationen, Lektürehilfen/Deutsch] [Lektüren, Interpretationen] [Literary Criticism / Drama] [Büchner, Georg; Interpretationen] [Dantons Tod (Büchner)] [Plays] [Literary Studies: Textbooks & Study Guides]
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