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die libelle. roman.
Autor/Autoren: John LeCarre, John le Carre
Herausgeber: List Tb.
Taschenbuch
Stichworte: [TB/Belletristik/Krimis, Thriller, Spionage] [Belletristik] [Erzählungen] [Romane] [Krimis/Thriller] [Nahostkonflikt / Nahostkrieg; Romane/Erzählungen] [Englische Belletristik] [Roman, Erzählung]
Kundenmeinungen:
+++ (ein Amazon Kunde): Geschichte prima - Ausführung zu lang
Wahrscheinlich werden Geheimdienstaktionen öfters von langer Hand
vorbereitet, und es ist sicherlich nicht falsch, dies in einem
Agententhriller deutlich zu machen. Aber der Autor tut in seinem Buch
zuviel des Guten. Man kann seine minutiöse Vorgehensweise als
naturalistisch bezeichnen, aber der Naturalismus hatte bereits im
ausgehenden 19. Jahrhundert seine kurze Blütezeit. Das letzte Drittel
allerdings ist wirklich spannend, und auch die Charakterstudien finde ich
gelungen.
+++ (ein Amazon Kunde): Leider zu langatmig
Das Buch \'Die Libelle\' von John LeCarre nimmt sich eines Konfliktes an,
der heute, über 20 Jahre später, immer noch akutell ist - des Konfliktes
zwischen Israel und den Palästinensern.
Leider ist der erste Teil des Buches, der die Anwerbung der \'Libelle\'
und ihr Briefing schildert zu langatmig geraten. Im zweiten Teil nimmt die
Story dann an Fahrt auf und es entwickelt sich eine wirklich spannende
Geschichte, für die es sich dann lohnt, sich durch den ersten Teil zu
quälen. Zum Glück habe ich nicht aufgegeben.
Wegen des äußerst langatmigen Beginns, der sich über mehrere Hundert
Seiten hinwegzieht, kann ich nur 3 Sterne vergeben.
+++++ (ein Amazon Kunde): Die Libelle. Rezension
Das Buch "Die Libelle" von John lè Carrè ist ein Buch, für das man sich
viel Zeit nehmen muss. Nicht nur wegen der weit über 600 Seiten. Das Buch
wurde in einer sehr anspruchsvollen Literatur verfasst. Schneller Wechsel
von diversen Szenen zu anderen, von der einen Person zur nächsten. Da es in
John lè Carrè\'s Buch "Die Libelle" um Nachrichtendienste und um Agenten
geht, muss man ziemlich fit beim Lesen sein. Viele Personen tauchen
plötzlich immer wieder wo völlig anderst auf und haben eine völlig andere
Bedeutung und andere Namen. Aber, oder vielleicht gerade deshalb, ist das
Buch eine Herausforderung für jeden, der schwere und spannende, packende
Romane liest. "Die Libelle" ist so infomativ mit dem neusten
Weltanschauungen und Hintergrundkonflikten des nahen und fernen Osten
verfasst, dass mir kein anders Buch diesem gleichen kann.
+++++ (ein Amazon Kunde): Die Libelle und der Terrorist
Ende der 70er bzw. Anfang der 80er wird Europa von Terroranschlägen
erschüttert. Sie alle sind perfekt geplant, eiskalt durchgeführt und tragen
die Handschrift einer kleinen Gruppe, deren Kopf aus dem Nahen Osten zu
kommen scheint. Dieser große Unbekannte ist unnahbar; es existiert kein
Foto von ihm und er ist von der Außenwelt abgeschirmt durch seine engsten
Vertrauten. Wie kann der Britische Geheimdienst diesen Mann (oder ist es
eine Frau) zu Fall bringen? Die Libelle wird auf ihn angesetzt; eine
unbedarfte junge Frau, die vom Geheimdienst mit einem neuen Leben
ausgestattet wird und am Ende nicht mehr weiß, was ihre wahren und was die
erlernten Gefühle sind... Tolle Charaktere, spannend bis zum Schluß.
LeCarre wendet sich in diesem Roman weg vom Kalten Krieg neuen
Herausforderungen für die Geheimdienste zu - hier dem Terrorismus.
+++++ (ein Amazon Kunde): Eines von LeCarré's besten Büchern!
Eine geniale Spionage-Story (deren politischer Hintergrund noch heute
aktuell ist), ein packender Thriller, ein mitreißender Handlungsfaden, eine
große Liebesgeschichte: Mein persönliches Lieblingsbuch von LeCarré; für
Fans eine Garantie für durchlesene Nächte.
ein schönes attentat
Autor/Autoren: Assaf Gavron
Herausgeber: Luchterhand Literaturverlag
Gebundene Ausgabe
Stichworte: [Belletristik] [Erzählungen] [HC/Belletristik/Erzählende Literatur] [Romane] [Attentat; Romane/Erzählungen] [Israel; Romane/Erzähl.] [Nahostkonflikt / Nahostkrieg; Romane/Erzählungen] [Palästinenser; Romane/Erzählungen] [Israelische Belletristik] [Jerusalem] [Roman, Erzählung]
Kundenmeinungen:
++++ (ein Amazon Kunde): Licht und Schatten
Während Eitan Einoch alias Krokodil als Time-Manager jeder Sekunde
seiner Kunden und seines Lebens hinterher hechtet, entgeht er knapp -
womöglich durch Vorsehung, vielleicht durch Zufall - drei Anschlägen
palästinensischer Selbstmordattentäter in Tel Aviv und Jerusalem. Gerade
rechtzeitig wird er den kleinen Neuner verlassen, den Stuhl wechseln, ehe
die Bombe explodiert. Ohne es selbst wahrzunehmen, verändert Eitan sein
Leben und seine Beziehungen zu Familie und Freunden, wird zum Helden, zum
Symbol des Kampfes gegen den Terror, zum Star der israelischen Medien.
Der Romans teilt sich in zwei Handlungsstränge - der Eitans, des
Israeli und nationalen Helden, der den Zorn der Terroristen schürt und den
jungen palästinensischen Terroristen Fahmi aus dem Schatten rückt, um die
Sicht des Attentäters im zweiten Strang klarer darzustellen. Fahmi\'s
Geschichte wird in Rückblenden aus dem Koma aufgebaut, begleitet von
Familie und Freunden, während sich Eitan von Beginn an das Geschehen heran
wagt. Beide Erzählungsstränge werden sich treffen auf dem Höhepunkt - des
Schaffens des einen und der Gleichgültigkeit des anderen.
Die Auswahl und Darstellung der Charaktere ist sehr gut gelungen -
zumal Wertigkeiten füreinander und für ihr Handeln sehr deutlich
hervorgehoben sind. Es ist schwer für jemanden Partei zu ergreifen (und
wohl auch nicht so gedacht), da die Hauptakteure aus Liebe und Hass
geknüpft sind. Aussichtslosigkeit - beinahe Resignation - zieht sich als
roter Faden durch den Roman.
Herausragende Spannung ist zu erwarten, ihre Spitzen werden von den
Attentaten unterstützt und reichen darüber hinaus. Die Trostlosigkeit der
Geschichte mag mitunter anstecken und macht traurig! Dennoch ein sehr
empfehlenswerter, aktueller und moderner Roman, der sich ins Zeitgeschehen
einfügt.
+++++ (ein Amazon Kunde): Alltäglicher Terror - Alltag des Terrors
Eitan Ennoch, ein junger, erfolgreicher Israeli, überlebt nur durch
einen glücklichen Zufall ein palästinensisches Selbstmordattentat. Kurz
zuvor macht er die Bekanntschaft von Giora, der bei eben diesem Anschlag
umkommt. Eitan macht sich auf den Weg, Gioras Familie zu besuchen. Dabei
entgeht er zwei weiteren Anschlägen nur um Haaresbreite.
Während Eitan für die jüdischen Israelis zur Symbolfigur des
Widerstandes wird und in Fernseh- und Rundfunkshows auftritt und er gerade
aus diesem Grund für die palästinensischen Extremisten selbst zu einem Ziel
voller Symbolkraft wird, gerät sein eigenes Leben zusehends aus allen
Fugen.
Parallel wird die Geschichte des Palästinenser Fahmi erzählt, der vor
dem Hintergrund der israelischen Besatzung seiner Heimat immer tiefer in
den Extremismus der verschiedenen Aktivistengruppen gerät.
Am Ende kommt es zum verhängnisvollen Aufeinandertreffen dieser
beiden Schicksale.
Assaf Gavron gelingt es, diesen schwierigen Stoff mit wunderbarer
Leichtigkeit und subtilem Humor zu schildern, ohne dabei das Thema für eine
Pointe zu verraten. Gavron bezieht nicht Stellung, übt keine
Schuldzuweisung und macht gerade damit eindrucksvoll deutlich, warum es so
schwer ist, das Pulverfass Naher Osten zu befrieden.
Ein beeindruckendes Buch, das auf unterhaltsame Weise ein komplexes
Thema mehr erhellt, als die meisten Sachbücher.
+++++ (ein Amazon Kunde): ein Buch das gleichzeitig unterhält und informiert
Da mein Vorrezensent den Inhalt dieses Buches bereits auf den Punkt
gebracht hat, möchte ich mich nur auf folgende Anmerkungen beschränken:
Dieses Buch hat mich fasziniert, weil diese schwierige politische
Situation, die wir Europäer gar nicht richtig einschätzen und beurteilen
können, auf äußerst informative und unterhaltsame Weise dem Leser nahe
gebracht wird.
Schon der Titel, "Ein schönes Attentat", ist ja ein Widerspruch in
sich und dieser Widerspruch zieht sich durch den ganzen Roman.
Das Buch liest sich leicht, trotz der schweren Thematik. Es ist eine
Bereicherung für jeden der sich für dieses Land interessiert.
+++++ (ein Amazon Kunde): Dieser Roman bringt den Konflikt im Nahen Osten, seine Wurzeln und seine Aussichtslosigkeit auf den schmerzhaften Punkt
Die schier ausweglose Situation zwischen Israelis und Palästinensern
ist in der Vergangenheit schon das Thema zahlreicher Romane und Erzählungen
gewesen. Je nach Blickwinkel wurden dabei unterschiedliche Erfahrungswelten
und Betroffenheiten in den Mittelpunkt gestellt. Jessica Durlachers
"Emoticon" zum Beispiel hat vor etwa zwei Jahren eindeutig Partei ergriffen
und den hinterhältigen Terror der palästinensischen Organisationen
gegeißelt. Viele israelische Autoren wie Amos Oz, David Grossmann haben in
der Vergangenheit sich literarisch diesem fast unlösbaren Verhältnis
gewidmet und dabei nie die Hoffnung aufgegeben, dass es trotz des
tiefsitzenden Hasses auf beiden Seiten zu einer Annäherung kommen kann, ja
muss. Besonders beeindruckt haben mich im vergangenen Jahr drei Bücher aus
Israel, die sich mit dem Verhältnis zwischen Juden und Palästinensern
befassen: Avirama Golans "Die Raben", Eshkol Nevos "Vier Häuser und eine
Sehnsucht" und das auch bei Luchterhand erschienene Buch des jungen
Schriftstellers Yiftach Ashkenazy von "Der Geschichte vom Tod meiner
Stadt".
Das neue Buch von Assaf Gavron nun beschreibt den alltäglichen
Wahnsinn im Nahen Osten auf eine ganz besondere, eigene und
unverwechselbare Art, wie ich sie so voller Komik und Ironie vorher noch
nicht gelesen habe.
Gavron, in Israel als einer der originellsten und besten
Schriftsteller sehr geschätzt, beschreibt in seinem neuen Roman die
Geschichte von Eitan Enoch, einem jungen Israeli, der mit seiner Tätigkeit
bei einer Hightech-Firma, die sich auf Programme und Systeme spezialisiert
hat, die ihren Kunden überall in Europa helfen wertvolle Zeit zu sparen,
was Gavron voller Ironie schildert, gutes Geld verdient und sehr
erfolgreich ist. Die dauernden Attentate von palästinensischen Terroristen
nimmt er eher auf die leichte Schulter, während seine Freundin, die als
Anwältin arbeitet, über die ganze Situation sehr besorgt und verängstigt
ist.
Der Roman beginnt mit einer Szene in einem Bus, mit dem Eitan zur
Arbeit fährt, und der, kurz nachdem er den Bus verlassen hat, Ziel eines
Selbstmordattentäters wird. Ein junger Mann, mit dem Eitan noch kurz vor
seinem Verlassen des Busses über eine verdächtige Person im Bus geredet
hat, wird bei dem Anschlag getötet. Das schlechte Gewissen lässt Eitan
keine Ruhe, und das ganze Buch über ist er auf der Suche nach der
Geschichte dieses jungen Mannes, lernt dessen Freundin kennen, der er eine
Botschaft überbringen sollte, und verliebt sich in sie.
Auf dieser Suche gerät er kurz hintereinander in zwei weitere
Anschläge und überlebt sie. Eitan wird zum Held, präsent in allen
Fernsehsendungen. Gleichzeitig macht ihn dies zur endgültigen Zielscheibe
der Terroristen, über deren Pläne, Gedanken, politisch-wirren Vorstellungen
und Gespräche wir vom Autor parallel zur anderen Handlung immer wieder
informiert werden.
Denn der Palästinenser Fahmi Sabih, der die Attentate plante, liegt
im Krankenhaus im Koma, ist aber bei vollem gedanklichen Bewusstsein und
erzählt, immer abwechselnd mit Eitan, die Geschichte weiter. Er hadert mit
seinem Schicksal und seinem Bruder, der nicht nur ihn zu diesen Attentaten
angestiftet hat und dafür aus dem Gaza-Streifen auch die nötigen
finanziellen Mittel bekommen hat.
Wir erfahren, wie die Palästinenser von einem großen Schlag träumen
und doch keine blasse Vorstellung davon haben, wie ihre Zukunft aussehen
könnte. Ich fühlte mich bei der Lektüre immer wieder erinnert an Dan Diners
wegweisendes Buch "Versiegelte Zeit. Über den Stillstand in der islamischen
Welt", das ich auf diesem Weg allen Lesern des Buches von Gavron sehr ans
Herz legen möchte.
Und wir erfahren etwas vom Umgang der israelischen Gesellschaft mit
dieser dauernden Bedrohung, mit der man zu leben gelernt hat und mit der
man dennoch nicht wirklich leben kann, weil sie alles zerstört, was diesem
Staat und dieser Gesellschaft wichtig war und ist. Darauf haben besonders
Amos Oz und David Grossman in der letzten Zeit immer wieder in zahlreichen
Zeitungsartikeln hingewiesen.
Indem Gavron durch die Komposition seines Buches quasi eine Symmetrie
des Leidens auf beiden Seiten herstellt, bringt er den Konflikt, seine
Wurzeln, aber auch seine Aussichtslosigkeit auf den schmerzhaften Punkt.
Dass es ihm dabei gelingt, dem allen eine tragikkomische Seite
abzugewinnen, macht die Lektüre dieses Buches zu einem Ereignis, das nicht
nur in Israel sicher manche Leser auf die Palme bringen wird. Denn wie
gesagt, er schildert nicht nur die Situation der Opfer, sondern führt uns
weit in die Gedankengänge und Gefühlswelten der terroristischen Täter
hinein. Fern ab vom Geschehen, kann sich der deutsche Leser nur vorstellen,
welche Diskussionen dieser absolut lesenwerte und spannenden Roman in
Israel ausgelöst hat.
Ich wünsche diesem Buch in Deutschland viele Leser, die sich danach
vielleicht intensiver mit der Situation in Israel befassen werden, und
vielleicht auch zu anderen Büchern über dieses endlose Themen greifen
werden.
jefra heißt palästina: ein mädchen in jerusalem
Autor/Autoren: Margret Greiner
Herausgeber: Piper
Broschiert
Stichworte: [TB/Belletristik/Gegenwartsliteratur (ab 1945)] [Belletristik] [Erzählungen] [Romane] [Jerusalem; Romane/Erzähl.] [Nahostkonflikt / Nahostkrieg; Romane/Erzählungen] [Palästinenserin; Romane/Erzählungen] [Jerusalem] [Roman, Erzählung]
Kundenmeinungen:
+++++ (ein Amazon Kunde): Für Verständnis auf beiden Seiten..ein Schritt zum Frieden
Jefra, ein empatisches, optimistisches, palästinensisches Mädchen,
versucht, trotz schwerster Bedingungen in ihrem Umfeld für mehr Toleranz,
Akzeptanz und gegenseitiges Verständnis zu kämpfen, um einen Schritt in
Richtung Frieden zwischen Nachbarn ( Israelis und Palästinensern ) zu
gehen.
+++++ (ein Amazon Kunde): Innerer Friede
Mit dem Titel konnte ich zunächst nicht viel anfangen. Aber mit
fortschreitender Lektüre wurde es ein „furchtbar gutes" Buch. Dabei
verflog auch bald die Sorge vor zu viel „Gutmenschsein". Der Autorin
gelingt es - im Gegenteil- spannend und sensibel eine wechselvolle
Geschichte von Hass und Liebe und ihren vielschichtigen Facetten zu
schildern, die von großer psychologischer Einfühlung, Sach-, Orts- und im
Hintergrund auch Politik-Kenntnis zeugt. In ihrem vorigen Buch
(„Miss, wie buchstabiert man Zukunft?") faszinierte bereits die
Mischung von Sach- und Menschenkenntnis. In diesem zeigt die Autorin, dass
sie auch das Zeug für Romane hat! Wäre Jane Austen 200 Jahre später
geboren: Jefra könnte von ihr stammen. Aus dem alltäglichen Leben ein so
sprachfreudiges, oft humorvolles, auch weises und gelegentlich bissiges
Buch zu machen, das man erst weg legen kann, wenn man sein ungewisses Ende
erreicht hat: Kompliment. Allerdings spielt neben den einfühlsamen
eingefangenen Alltagsszenen der grausame aktuelle und traumatisierende
Krieg natürlich eine entscheidende Rolle. Aber die Kämpfe, die die
Protagonistin/nen da ausleben, könnten auch in einem anderen Kontext die
eigenen sein. Auf jeden Fall helfen sie, die zum Thema Palästina oft
notwendige Verdrängungsfähigkeit durch Alternativen anzureichern. Jefra ist
(hoffentlich) in uns allen. Deshalb ist das Buch nicht nur für
Jerusalem-Kenner und solche die es werden wollen ein Muss, sondern für
jeden, der das eigene widersprüchliche Menschsein nicht mit Resignation
beantworten will. Als Psychotherapeutin für Erwachsene wäre ich besonders
gespannt auf Urteile von Jugendlichen! Ich glaube, es hat das Zeug zum
Kultbuch.
+++++ (ein Amazon Kunde): Innerer Frieden
Mit dem Titel konnte ich zunächst nicht viel anfangen. Aber mit
fortschreitender Lektüre wurde es ein „furchtbar gutes" Buch. Dabei
verflog auch bald die Sorge vor zu viel „Gutmenschsein". Der Autorin
gelingt es - im Gegenteil- spannend und sensibel eine wechselvolle
Geschichte von Hass und Liebe und ihren vielschichtigen Facetten zu
schildern, die von großer psychologischer Einfühlung, Sach-, Orts- und im
Hintergrund auch Politik-Kenntnis zeugt. In ihrem vorigen Buch
(„Miss, wie buchstabiert man Zukunft?") faszinierte bereits die
Mischung von Sach- und Menschenkenntnis. In diesem zeigt die Autorin, dass
sie auch das Zeug für Romane hat! Wäre Jane Austen 200 Jahre später
geboren: Jefra hätte aus ihrer Feder kommen können. Aus dem alltäglichen
Leben ein so sprachfreudiges, oft humorvolles, auch weises und gelegentlich
bissiges Buch zu machen, das man erst weg legen kann, wenn man sein
ungewisses Ende erreicht hat: Kompliment! Allerdings spielt neben den
einfühlsamen eingefangenen Alltagsszenen der grausame aktuelle und
traumatisierende Krieg natürlich eine entscheidende Rolle. Aber die Kämpfe,
die die Protagonistin/nen da ausleben, könnten auch in einem anderen
Kontext die eigenen sein. Auf jeden Fall helfen sie, die zum Thema
Palästina oft notwendige Verdrängungsfähigkeit durch Alternativen
anzureichern. Jefra istmit ihrer persönlichen Wahrheitssuche (hoffentlich)
in uns allen. Deshalb ist das Buch nicht nur für Jerusalem-Kenner und
solche die es werden wollen ein Muss, sondern für jeden, der das eigene
widersprüchliche Menschsein nicht mit Resignation beantworten will. Als
Psychotherapeutin für Erwachsene wäre ich besonders gespannt auf Urteile
von Jugendlichen! Ich glaube, es hat das Zeug zum Kultbuch.
+++++ (ein Amazon Kunde): Dialog als Bruecke des Friedens - eine Hoffnung
Ein schoenes und nachdenkliches Buch zu einem heiklen Konflikt, soweit
man das als Aussenstehender ueberhaupt beurteilen kann. Hier geht es nicht
um Schuldzuweisungen gegenueber Israelis oder Palaestinensern. Vielmehr ist
es ein Aufruf zum Dialog der jungen Generationen, ein Appell zu
gegenseitigem Respekt und eine Absage an Fanatismus und unzulaessige
Verallgemeinerungen. Dieses Buch ist frei von Illusionen und will nicht den
Eindruck erwecken, der Graben zwischen Israelis und Palaestinensern sei
einfach wegzureden. Vielmehr ist es ein Buch der Hoffnung; der Hoffnung,
dass der Dialog der jungen Generationen ein erster Baustein fuer eine
Bruecke des Friedens sein koennte. "Jefra heisst Palaestina" ist ein Buch,
das vielleicht weniger die ueberzeugt, die anderer Meinung sind, als ein
Buch, das denjenigen Mut macht, die sich fuer Toleranz und Dialog
einsetzen.
an den wassern von babylon
Autor/Autoren: Nelson DeMille
Herausgeber: Ullstein Tb
Taschenbuch
Stichworte: [Belletristik] [Erzählungen] [Romane] [TB/Belletristik/Krimis, Thriller, Spionage] [Nahostkonflikt / Nahostkrieg; Romane/Erzählungen] [Amerikanische Belletristik] [Roman, Erzählung]
Kundenmeinungen:
++++ (ein Amazon Kunde): Richtig richtig spannend
Die Handlung ist Ende der 70er Jahre angesiedelt. Die
Ausgangssituation: die Mehrheit der Israelis will Frieden. Israelischen
Politikern bietet sich die Chance, in New York an einem Tisch mit
vorherigen oder potenziellen Feinden zu sitzen, zu verhandeln und zu
diskutieren. Nicht allen ist das recht: einige Terroristen bauen Bomben in
die zwei Flugzeuge ein, die die israelischen Friedensdelegierten, ihre
Sekretäre, Asisstenten & Dolmetscher nach New York bringen sollen. Nun, es
passiert, was passieren muss, die Piloten befolgen die Anweisungen der
Terroristen, brechen den Funkkontakt mit den Leuten Zuhause ab und fliegen
so tief, dass kein Gerät sie orten kann. Sie sind auf sich allein gestellt.
In Israel sind Menschen verzweifelt. Wo kann das Flugzeug sein?
Werden die Passagiere (nur) als Geiseln gehalten - oder werden sie
gefoltert, vergewaltigt, getötet? Was für (politische) Folgen wird das
ganze haben? Der Frieden, wofür gerade die Menschen auf dem Flugzeug
gearbeitet haben, rückt in weite Ferne.
Es folgt eine Mischung aus Survival Trip und vor allem "Stirb
langsam". Die Piloten landen zwar da wo sie sollen, aber die Menschen
weigern sich sich kampflos auszuliefern und bleiben auf einer Anhöhe,
versuchen sich zu verteidigen, bis Hilfe eintrifft. Wie in Stirb langsam
sind die Rollen klar verteilt; die Terroristen sind die Bösen, die Israelis
die Guten. Wer so etwas nicht mag, sollte die Finger von dem Buch lassen
(und es mit schlechten Rezensionen verschonen).
Das Buch wurde in meinem Fall als Urlaubslektüre gekauft und ich
dachte, mich erwartet ein 0815 Thriller - ich wurde mehr als positiv
überrascht! Das Buch war fesselnd wie nur selten. Man hofft wider der
Vernunft (die Lage der Passagiere ist wirklich aussichtslos), dass sich
alles zum Guten wendet.
Es gibt zahlreiche Wendungen, mit denen man nicht rechnet, die
Handlung bleibt unvorhersehbar. Und es verblüfft, was sich die Passagiere
alles so einfallen lassen. Nicht nur bezüglich Wasser, Nahrung etc sondern
auch im Stichwort Kriegslist!
Was man noch wissen sollte: ein wenig Kenntnis über die Geschichte
der Juden oder über die groben Abläufen der Bibel sollte man schon haben,
ich kann mir z.B. nicht vorstellen, das jedem Leser Massada ein Begriff
ist?
Ich kann das Buch allen Leuten empfehlen, die auf der Suche nach
etwas anderen Thrillern sind. Und den Leuten, die sich für die Geschichte
Israel interessieren und vielleicht "Exodus" von Leon Uris verschlungen
haben und was ähnliches suchen, nur spannender.
++++ (ein Amazon Kunde): Terroristenthriller anno 1978
Es ist klar, dass man die politischen Verhältnisse der 70er bezüglich
Israels nicht auf heute übertragen kann. Und das eine Schwarz-Weiß-Malerei
wie es in diesem Buch geschieht niemals unreflektiert lassen darf.
Aber: Das Buch ist spannend, wenn auch eine Spur zu heroisch. Die
Story ist so schnell begriffen, dass man das Buch wunderbar am Baggersee
oder im Urlaub lesen kann. Vom Lesen im Flugzeug würde ich jedoch abraten
;-)
+++++ (ein Amazon Kunde): Kalter Krieg as it best
Megaspannendes Duell von Terorristen und Israelischen Millitärs in der
Wüste.Das ist vielleicht nicht allein der Reißer das man sagt dieses Buch
muß gelesen werden. Nein dieses Buch gläntzt durch die atmosphärisch dichte
Schilderung des kalten Krieges. Nichts wird beschönigt oder
ähnlich.Erinnerteein bisschen an die Le Carees der 70ziger. Allerdings
wesentlich rasanter Geschrieben.
Spannenend
++++ (ein Amazon Kunde): Israelis vs. Terroristen
Zunächst muß bei der Beurteilung dieses Buches berücksichtigt werden,
daß es bereits Ende der 70er geschrieben wurde, als das Problem Saddam
Hussein für die Welt noch nicht existierte. Denn der Großteil dieses Buches
spielt auf Irakischem Gebiet, genauer gesagt dort, wo sich in früheren
Zeiten der Ort Babylon befand, also zwischen den Flüssen Euphrat und
Tigris. Was aber schon seit Jahrhunderten existierte, war der Konflikt
zwischen Israelis (Juden) und Palestinänsern (Islam). Dieser Konflikt
beherrscht die Region im Mittleren Osten ja bis in die heutige Zeit. In
diesem Buch werden von einer Gruppe palästinensischer Terroristen zwei
Concordes der israelischen Fluggesellschaft EL-AL mit einer
Friedensdelegation auf dem Weg nach New York entführt. Die eine Maschine
wird in die Luft gesprengt, die andere im früheren Babylon, einer
wüstenhaften Landschaft, zur Landung gezwungen. Was eigentlich eine
Entführung hätte werden sollen, entwickelt sich zu einem gnadenlosen Kampf
auf Leben und Tod, da sich die Israelis "mit Händen und Füßen" (und einem
nicht ganz kleinen Waffenarsenal) gegen eine Gefangennahme wehren. Das
ganze Buch erweist sich auf eine DeMille-typische Art als sehr spannend.
Die Terroristen versuchen mit allen Mitteln die Reihen der Israelis zu
sprengen, die Israelis kämpfen bis zum Umfallen. Beide Seiten haben herbe
Verluste. Es ist keine geschönte Friede-Freude-Eierkuchen-Geschichte, in
der der strahlende Held als Sieger hervorgeht, denn neben dem Konflikt der
beiden Gruppen gibt es innerhalb der Delegation gleich mehrere
Kontroversen. Es geht um die Befehlsgewalt und um Gehorsam, es geht um die
Einhaltung religiöser Gesetze und es geht - wie sollte es anderes sein -
auch um Liebe und Leidenschaft. Diese aber nicht übertrieben dargestellt,
und das ist gut so! Ein wenig übertrieben ist, daß bei dem ca. 48-stündigen
Kampf kaum einer schläft bzw. schlafen muß. Ein weiterer Makel ist, daß
zwischendurch einige wirklich blödsinnige Sätze und Formulierungen
verwendet werden. Ob das an der Übersetzung liegt oder am Autor sei
dahingestellt. Der Gesamteindruck wurde dadurch nicht geschmälert.
++++ (ein Amazon Kunde): Gut - aber nicht mehr
Nachdem Nelson deMille in Deutschland mit der Goldküste und dem Spiel
der Löwen (Corey-Romane) so viel Erfolg hat, war es kein Wunder, dass man
seine alten Romane sukzessive in Deutschland veröffentlicht. Dabei handelt
es sich in erster Linie um deutlich schwächere Romane als die beiden oben
genannten. An den Wassern von Babylon ist in diesem Zusammenhang jedoch
noch einer der besseren. Er erzählt die Geschichte eines Überlebenskampfes,
der zwischen Israelis und Palästinensern in der Wüste von Babylon abspielt.
Eine Gruppe von Israelis soll mit dem Flugzeug nach New York zu
Friedensverhandlungen gebracht werden und wird entführt. Nach einer
spektakulären Bruchlandung des Flugzeugs in Babylon entbrennt ein Kampf auf
Leben und Tod. Dieses Buch ist zwar insgesamt nicht das spannenste mit dem
interessantesten Plot, es birgt aber viele interessante Aspekte. Zum einen
sind Thriller in der Israel/Palästina - Umgebung seltener und zum anderen
führt dieser Roman den Leser in Richtung der politischen Strukturen Ende
der 70iger. Dies ist - besonders für die unter 40 Jährigen - meiner Ansicht
nach sehr interessant. Das DeMille mit seiner Zukunftsprognose (Buch ist 73
geschrieben worden und spielt Ende der 70iger) etwas danebenliegt (die
Fluggesellschaft El Al verfügt über Concordes) verzeiht man ihm. Fazit:
Interessante Geschichte mit viel zeitlichem Hintergrund nicht ganz so
brillant erzählt wie die neueren Werke. Empfehlenswert.
wenn es ein paradies gibt
Autor/Autoren: Ron Leshem
Herausgeber: Rowohlt, Berlin
Gebundene Ausgabe
Stichworte: [HC/Belletristik/Gegenwartsliteratur (ab 1945)] [Belletristik] [Erzählungen] [Romane] [Nahostkonflikt / Nahostkrieg; Romane/Erzählungen] [Israelische Belletristik] [Roman, Erzählung]
Kundenmeinungen:
+++++ (ein Amazon Kunde): Ein nachdenkliches Buch, das zusammen mit den Romanen von Assaf Gavron und Michal Zamir ein realistisches Bild Israels gibt
Dieses Buch hat nach seinem Erscheinen in Israel heftige Debatten
ausgelöst, denn der Roman von Ron Leshem zeigt ein Land im Krieg; ein Land,
das seit seiner Gründung im Jahre 1948 ständig von seinen arabischen
Nachbarn in seiner Existenz bedroht wird ( "treibt die Juden ins Meer"
lautet das palästinensische Motto bis auf den heutigen Tag), und mehrmals
in dieser Zeit angegriffen wurde. Klar, dass dieses Land eine extreme
Verteidigungshaltung entwickelt hat, und eine hochgerüstete Armee
unterhält, die zu den bestausgebildetsten der Welt zählt.
Diese Armee, die über Jahrzehnte den besten Ruf genossen hat, gerät
zunehmend in die innerisraelische Diskussion. Hatte das Buch von Michael
Zamir "Das Mädchenschiff" den Machismus in der Armee zum Thema, berichtet
Ron Leshem sozusagen aus vorderster Front, vom Krieg an den Grenzen, der
sich schon längst verselbständigt hat.
Hatte das zeitgleich mit diesem Buch in Deutschland erschienene Buch
von Assaf Gavron "Ein schönes Attentat" die Israelis im Krieg daheim als
verwundbare Zivilisten gezeigt, so zeigt Leshem sie im Krieg draußen als
kämpfende und sterbende Soldaten.
Über den Ort, an dem sein Roman spielt -eine von der israelischen
Armee besetzte Kreuzfahrerfestung inmitten der sattgrünen Landschaft des
Südlibanon -lässt Ron Leshem einen Kommandeur sagen: "Wenn es ein Paradies
gibt, dann sieht es genau so aus, und wenn es eine Hölle gibt, dann fühlt
sie sich genau so an: der Stützpunkt Beaufort."
Vierzehn Männer, gerade mal volljährig geworden, treten hier 1999
ihren Wehrdienst an, sie sollen den Stützpunkt gegen die Hisbollah
schützen.
Als der erste von ihnen in eine Sprengfalle tritt und verblutet, wird
klar , wie sinnlos ihr Einsatz ist. Und was ihr Schicksal noch tragischer
macht: Sie sind die letzten Teenager, die Israel im Südlibanon opfert. Der
Ministerpräsident hat schon angekündigt, dass die Armee bald abziehen wird.
Ein Soldat sagt: "Der Staat verrät uns."
Der Ich-Erzähler des Buches, der 21 - jährige Offizier Eres, weiß
nicht mehr, wie er die Moral seiner Truppe noch aufrecht erhalten soll. Der
Zweifel spaltet sie und die Energie, die dabei frei wird, ist die nackte
Angst, Angst, völlig umsonst zu sterben, denn ihr Land wollen sie schon
verteidigen, das steht außer Zweifel.
Das nachdenklich machende Buch endet mit dem Satz: "Ja, Bruder, mein
heldenhafter Bruder, es war alles umsonst."
Ich habe gelesen, dass David Grossman, der im letzten Krieg gegen die
Hisbollah seinen Sohn verloren hat, gerade einen neuen Roman zu diesem
Thema fertig gestellt hat. Auf seine deutsche Übersetzung (wahrscheinlich
bei seinem Hausverlag Hanser) bin ich heute schon gespannt.
Wenn man das vorliegende Buch von Ron Leshem zusammen mit den
erwähnten von Assaf Gavron und Michal Zamir liest, gewinnt man ein
realistisches Bild von der innenpolitischen Debatte in Israel in diesem
Tagen.
++++ (ein Amazon Kunde): Tov meot!
Das Buch hat wie kaum ein anderes Buch in Israel die Gemüter
aufgewühlt. Doch lässt sich dies auch für deutsche Leser verständlich
machen. Nach der Lektüre des Buches bleiben da Zweifel. Zu sehr spricht das
Buch aus einer israelischen Sichtweise und benutzt viele Andeutungen, die
es dem deutschen Leser schwer machen.
Andererseits ist das Buch von Leshem eine Auseinandersetzung mit den
Irrungen und Wirrungen einer hoch politisierten Gesellschaft und einer
Militär-Logik, die überall auf der Welt spielen kann. Leshem zeigt anhand
des Stützpunktes Beaufort, wie eine solche Logik um sich greifen kann und
von den Menschen Besitz ergreift. Es ist die Schilderung, wie ein Mensch
versucht mit dieser Logik umzugehen, was ihm mal mehr, mal weniger gelingt.
Das großartige an dem Buch von Leshem ist es die beklemmende
Situation nicht in Watte zu tauchen, aber auch nicht mitleidserhaschende
Momente einzustreuen, um die Spannung abzubauen oder unnötig in die Länge
zu ziehen. Es gelingt ihm die ganze Zeit des Buches die Logik des Krieges
zu sezieren, ohne sie einer Obszönität preis zu geben.
Das Buch wird auch in Deutschland seine be- und entgeisterten Leser
finde.Dies ist ihm auch zu wünschen, denn es zeigt, dass auch die
israelische Gesellschaft nicht unkritisch und unwidersprochen eine
Auseinandersetzung mit sich selbst führt, und daraus eine spannende
Literatur entsteht, die ein Panoptikum der Zeit und des Landes \'en
miniature\' bietet.
+++++ (ein Amazon Kunde): Einfach verdammt gut geschrieben!
Obwohl der Autor selbst den Berg nie betreten hat, schafft er es doch,
die Gefühle und Stimmungen der Soldaten so eindrucksvoll zu schildern, dass
der Leser selbst bald meint er wäre Teil dieser Einheit, die langsam, mit
jedem Toten mehr, den Glauben an den Sinn ihres Einsatzes verliert.
Ich kann das Buch nur weiterempfehlen.
+++++ (ein Amazon Kunde): "Im Libanon nichts Neues"
Eine fesselnd geschriebene Geschichte, gleich einer Dokumentation eines
langsamen Rückzuges der israelischen Armee aus den Sicherungsstellungen im
Libanon. Das bemerkenswerte ist, das der Protagonist selbst nicht anklagt,
sondern an den Sinn und die Notwendigkeit seiner Mission glaubt, und dann
all die Mühen und Entbehrungen auf sich nimmt - was mehr so nebenbei
erzählt wird: Der Aufenthalt in Beaufort ist, abgesehen von den
Außenwachen, immer unterirdisch; zu tun gibt es für die höheren Dienstgrade
normalerweise sehr wenig; die Wasserversorgung erfolgt über Tanklastwagen -
Waschen oder gar Duschen ist daher praktisch unmöglich; die Toiletten
funktionieren nicht mehr, man behilft sich mit in die Helme gedrückten
Plastiktüten; gegen Ende der Mission dürfen die Soldaten zwecks
Einsatzbereitschaft ihre Schuhe nicht ausziehen; Einsätze außerhalb des
Forts sind aber gegen Missionsende verboten, um keine Verluste zu
riskieren; die Soldaten können sich gegen Raketenangriffe und Mörserfeuer
nicht wehren, sondern sind zur Passivität verdammt.
Insgesamt eine gelungene Beschreibung eines Militäreinsatzes, der
seelischen Belastung für die Soldaten und hoffentlich eine Mahnung, so
einen Zustand nicht, und vor allem nicht leichtfertig anzustreben.
da ward es morgen
Autor/Autoren: Sayed Kashua
Herausgeber: Bvt Berliner Taschenbuch Verlag
Broschiert
Stichworte: [TB/Belletristik/Gegenwartsliteratur (ab 1945)] [Belletristik] [Erzählungen] [Romane] [Israel; Romane/Erzähl.] [Nahostkonflikt / Nahostkrieg; Romane/Erzählungen] [Israelische Belletristik] [Roman, Erzählung]
Kundenmeinungen:
+++++ (ein Amazon Kunde): Harte Wahrheit aus Israel / Palästina
Das Buch nimmt den Leser mit nach Israel und bietet ihm Einblicke in
den Alltag und beschreibt in einer besonderen Art das Leben der
israelischen Araber. Es beschreibt eine Möglichkeit für ein
Friedensabkommen und gibt den Leser einen Anstoß zu überlegen, ob das
wirklich eine Lösung wäre. Aber es zeigt auch was Demokratie in der Region
bedeutet!
Ich kann es jedem empfehlen, der sich für den Konflikt und die Leute
vor Ort interessiert!
+++++ (ein Amazon Kunde): Nahost und seine Lösungsversuche
Sayed Kashua Da ward es morgen Bvt
ISBN-13: 978-3833304002
In diesem Roman werden Probleme abgehandelt, die sich aus der
Zugehörigkeit zum israelischen Staat für Araber ergeben.
Ein Dorf bei Jerusalem, eine Art israelische Enklave: die Einwohner
sind Araber, gehören aber zum israelischen Staatsgebiet und sind
israelische Staatsbürger.
Ein Journalist hat sich mit seiner Frau und der kleinen Tochter in
dieses Dorf seiner Herkunft zurückgezogen, nachdem ihm die Stelle bei der
Zeitung in Jerusalem gekündigt wurde und er nur noch als freier Mitarbeiter
beschäftigt wird.
Er verheimlicht seinen beruflichen Rückschlag vor seiner Familie.
Seine Frau verdient als Lehrerin mit, so dass sie ohne seine Einkünfte
keine unmittelbare Not leiden. Sie ist sehr unglücklich über die Rückkehr
in das Dorf der gemeinsamen Familien. Man siedelt eng mit den übrigen
Angehörigen zusammen an einem Ort. So verbringt man auch die meiste
Freizeit und die Mahlzeiten zusammen.
Eines Tages wird das Dorf von israelischem Militär abgeriegelt.
Niemand kann heraus oder herein kommen. Damit bricht die gesamte
Infrastruktur des Dorfes zusammen: Angefangen vom Müllabtransport über die
Stromversorgung, Telefon, Wasserversorgung, Lebensmittel und Kühlaggregate:
es herrscht der totale Ausnahmezustand. Palästinenser aus den angrenzenden
Gebieten, die in dem Dorf Arbeit hatten, sollen an die Israelis
ausgeliefert werden. Es herrscht Chaos und Ausnahmezustand und es zeigt
sich, dass in dieser Situation einer dem anderen zum Feind wird.
Gegenseitige Überfälle ums tägliche Brot und um das lebensnotwendige
Wasser vergiften das nachbarschaftliche Miteinander.
Die israelischen Araber haben Arbeit und sind versorgt und wollen bis
auf Ausnahmen an ihrem Lebenszustand nichts ändern.
Am Ende aber werden die Bewohner in einem Abkommen zwischen Israels
Ministerpräsident und der palästinensischen Führung mit ihrem Grund und
Boden palästinensischem Hoheitsgebiet zugeschlagen, verlieren ihre
israelische Staatsbürgerschaft und sind keinesfalls froh darüber.
Die ganze Geschichte verdeutlicht den katastrophalen Zustand, in dem
sich Palästinenser und Israelis befinden. Irritationen darüber, wer zu
welchem Staatsgebiet gehört, wo es sich besser lebt, und wie und wo man
seine Identität findet, durchziehen die ganze Geschichte, so wie in der
Wirklichkeit.
Der Autor, selbst Palästinenser mit israelischem
Pass, hat seine Situation sehr gut eingefangen und beschrieben. Ein
tiefer Zug von Trauer, Resignation und Hoffnungslosigkeit haftet seinem
Alter Ego, dem Journalisten in der Erzählung, an.
Ich möchte das Buch jedem empfehlen, der ein wenig mehr von den
menschlichen Schicksalen in diesem unlösbaren Staatenkonflikt verstehen
möchte.
+++++ (ein Amazon Kunde): Schmerzhaft auseinanderklaffende Identitäten
Nachdem Kashuas Romandebüt „Tanzende Araber“ von der
Kritik in Europa sehr positiv aufgenommen wurde, erscheint nun sein zweiter
Roman „Da ward es Morgen“ zeitgleich in Israel und in
Deutschland. Die Übersetzungen ins Englische und Französische
werden – wie beim ersten Buch – sicher folgen. Sayed Kashua,
Jahrgang 1975, ist ein arabischer Journalist und Autor mit israelischer
Staatsbürgerschaft. Er lebt im palästinensischen Teil des Dorfes
Beit Safafa bei Jerusalem. Schon durch diese beiden Angaben wird die ganze
Problematik seiner Existenz deutlich: hin- und hergerissen zwischen
arabischer und moderat-islamischer Identität und gleichzeitiger Kritik
an der Rückständigkeit seiner Glaubensbrüder auf der einen
und seiner Identität als israelischer Staatsbürger und
gleichzeitiger Kritik an der Palästinenserpolitik der israelischen
Regierung auf der anderen Seite, zeichnet er, mit viel biographisch
geprägtem Einfühlungsvermögen, seine Hauptfigur. Ein ehemals
in der Stadt erfolgreicher Journalist zieht mit seiner Frau und seinem Kind
in sein ehemaliges Dorf zurück, das er vor über einem Jahrzehnt
zum Studium verlassen hatte. Schon damals haben sich die Bewohner inmitten
der jüdischen Bevölkerung als Außenseiter gefühlt. Er
findet sich nicht mehr zurecht, denn zu weit hat er sich durch sein Studium
und sein Leben in der Stadt von der Kultur seines Dorfes entfernt. Die von
Sayed Kashua fiktiv angenommenen Friedensverhandlungen zwischen dem
israelischen Ministerpräsidenten und dem palästinensischen
Präsidenten nach dem Ende der Zweiten Intifada stürzen das Dorf
und seine Bewohner in große Verwirrung, denn es scheint Teil des
großen Planes zu sein, das Dorf den Palästinensergebieten
zuzuschlagen. Als eines Tages das Dorf komplett von der israelischen Armee
abgeriegelt wird, ist das Dorf sogar bereit, von sich aus mehrere hundert
Palästinenser aus den besetzten Gebieten des Westjordanlandes und des
Gazastreifens an die israelische Armee auszuliefern, um einen Abzug der
Soldaten zu bewirken. Besonders in der Schilderung dieses Vorgangs zeigt
sich die Kritik und auch die Abscheu des Autors vor der heuchlerischen und
verlogenen Haltung seiner Landsleute. Sie, die jahrelang von der billigen
Arbeitskraft der Palästinenser gelebt haben, indem sie als israelische
Staatsbürger Baufirmen ohne Ende gegründet und ihre
Glaubensbrüder als billige Sklavenarbeiter ausgebeutet haben, sind
bereit sie um des eigenen Vorteils willen dem sogenannten Feind als Geiseln
zu opfern. Das Buch, das sich liest, wie ein Tatsachenbericht aktueller
Geschehnisse, ist in seiner Vision voller Sprengkraft. Gleichzeitig atmet
es wenig Hoffnung für die Situation der Palästinenser. Es ist,
als würden durch den Autor die Ergebnisse des dritten, unter der
Ägide der UN verfassten Arab Human Development Report bestätigt,
die von einem völligen kulturellen und politischen Versagen der
arabischen Welt schreibt. Dies ist umso bemerkenswerter, als die Autoren
ausschließlich arabische Intellektuelle und Akademiker sind (
ähnlich wie die Hauptfigur in Kashuas Roman). Zitat: „Fremde
Intervention hin oder her – die Freiheit wird von zwei Sorten
(innerer) Machtausübung bedroht: von undemokratischen Regimen sowie
von Tradition und Tribalismus, die im Gewande des Glaubens
auftreten.“ Wer eine weniger wissenschaftliche Beschreibung der
Vorgänge, speziell in Palästina vorzieht, dem sei der Roman von
Sayed Kashua dringend ans Herz gelegt. Er ist erfrischend undogmatisch,
nicht antijüdisch, und doch auf eine schmerzhafte Art und Weise dem
Schicksal seines Volkes verbunden. Man wird mit Sicherheit von diesem Autor
noch hören.
emoticon
Autor/Autoren: Jessica Durlacher
Herausgeber: Diogenes
Broschiert
Stichworte: [Belletristik] [Erzählungen] [Romane] [TB/Belletristik/Gegenwartsliteratur (ab 1945)] [Nahostkonflikt / Nahostkrieg; Romane/Erzählungen] [Niederländische Belletristik] [Roman, Erzählung]
Aischa ist angewidert. Schließlich muss sich die palästinensische
Aktivistin mit einem jungen Israeli treffen, um ihren -- wie sie findet
gerechten -- Plan durchzuführen. Sie hat ihm von Brüsten und Verlangen
erzählt, von Emotionen, von denen sie vorgab, dass es ihre eigenen seien.
Sie hat ihn heiß gemacht und vom Damaskustor ein Taxi zum zeitweiligen
Busbahnhof in der Salah ad-din-Street genommen, um ihn abzuholen. Dabei
gehen seine und ihre Erwartungen wohl arg auseinander. Denn Aischa hat
Daniel, so der Name des niederländisch-israelischen Jungen, in eine
tödliche Falle gelockt -- nicht zuletzt mit Hilfe des Internets und der
Zeichensprache seiner nur vermeintlich eindeutigen, eigentlich aber
anonymen Symbole, der Emoticons. Von jetzt an führte sie die
Regie, heißt es im Roman Emoticon . das war ihre
Geschichte. Emoticon der niederländischen Autorin Jessica
Durlacher ( Das Gewissen , Die Tochter ) funktioniert ganz ähnlich wie
diese Symbole: Jeder Leser wird, je nach Couleur seiner Ansichten, etwas
anderes in die befremdende Handlung hineinlesen und auf sie reagieren.
Dabei geht es nicht nur um politische Rache, Liebe, Männer, die Eifersucht
und die Freundschaft zwischen Ester und Lola, Daniels Mutter. Es geht vor
allem auch um die Geschichte eines zerrissenen Landes, das einfach nicht
zur Ruhe kommen will. Dass Durlacher dabei über weite Strecken nur erzählt,
und dies mit einer der Geschichte angemessen Kombination aus Nähe und
Distanz zu den Figuren, die psychologisch alle einen Grund für ihr Handeln
haben, tut der Geschichte, die nicht nur die von Aischa ist, mehr als gut.
Gerade darin nämlich liegt der eindringliche, verstörende Reiz von
Emoticon -- ein Buch, dass seinen Leser von der ersten zur letzten Seite
gefangen hält. --Stefan Kellerer Aus der Amazon.de-Redaktion
Kundenmeinungen:
+++++ (ein Amazon Kunde): Empfehlenswert
Sehr ergreifend und wirklich empfehlenswert.
Hab es gestern zu ende gelesen und bin wirklich glücklich dieses buch
gelesen zu haben.
Habe vorher noch nichts von jessica durlacher gelesen, doch
"emoticon" wird nicht das letzte buch von ihr sein, dass ich zur hand
nehme. sie hat einen tollen schreibstil.
+++++ (ein Amazon Kunde): zu Herzen gehend
Das Buch von Jessica Durlacher ist eine zu Herzen gehende Geschichte in
einem aktuellen Konflikt im Nahen Osten. Das klingt jetzt ziemlich
prätentiös, ist aber spannend und sehr emotional.
Eigentlich weiß man ja von Anfang an, wie es enden wird, aber bis zum
Schluß habe ich gehofft, daß es anders ausgeht.
Außerdem habe ich einen Blick tun können auf beide Seiten in diesem
schon seit Jahrtausenden schwelenden Kampf.
Es wird keine Sieger geben, nur Verlierer, daß macht dieser Roman
eindringlich klar.
+++ (ein Amazon Kunde): Holocaust und andere Konflikte zwischen Juden und Palästinensern, emotional, aus beiden Blickwinkeln
Zwischenmenschliche und politische Probleme rund um den Holocaust sowie
der Konflikt zwischen Juden und Palästinensern nehmen wieder den zentralen
Platz in Jessica Durlachers drittem Roman nach Das Gewissen und Die Tochter
ein.
Aischa, eine radikale palästinensische Kämpferin, ist ein
außergewöhnliche, moderne Frau. Sie chattet mit ihren Bekannten über das
Internet und hat auf diese Weise viel über sich selbst erfahren. Denn beim
Schreiben und Kommunizieren mit der ganzen Welt kann sie sein, wer sie
will: eine aufrichtige, mutige und pflichtbewusste oder eine aufgewühlte,
freche und draufgängerische Aischa. Die virtuelle Welt macht es möglich.
Sie schreibt über ihren Bruder Tarik, der sie blindwütig schlägt, über ihre
Wut auf ihn und über ihre verzweifelte Situation, die sie durch das
Schreiben bewältigen und erträglicher machen will. Tarik schwört oft, die
Juden zu verjagen, und früher himmelte sie deswegen ihren tapferen Bruder
an. Mit den Jahren entwickelte sich bei ihr ein Hass auf alles
Israelitische.
Aischa schließt eine Internetfreundschaft mit einem Jugendlichen
namens Daniel, der unsicher, verwundbar und naiv ist. Er ist ein
sympathischer Teenager, der schon eine Enttäuschung mit der ersten Liebe
erlebt hat. Daniel verliebt sich in Aischa, aber er hat keine Ahnung von
ihren Plänen. Er weiß nicht, dass für sie diese Beziehung im Grunde nur
Rache bedeutet. Und selbstverständlich führt sie die Regie. Die beiden
kommunizieren durch Emoticons, der Zeichensprache im Internet mit Hilfe von
Satzzeichen. Daniel geht voll in diesem Briefwechsel auf, ohne zu wissen,
dass sie keine orthodoxe Jüdin ist, für die sie sich ausgibt. Aischa lockt
Daniel in eine Falle, welche für ihn tödlich wird.
Die Autorin verschafft einen Einblick in die Mentalität der Menschen
im Nahen Osten und gleichzeitig ist das Buch ein Versuch diese so
unterschiedlichen, ständig gegeneinander kämpfenden Welten zu erklären und
zu verstehen.
Ein überaus emotionales Buch, bei dem man zu jeder Zeit merkt, wie
stark die Autorin diese Thematik beschäftigt. Leider sind einige Figuren
unglaubwürdig und deren Handlungen unverständlich.
+++++ (ein Amazon Kunde): Ein engagierter und wohltuend parteiischer Roman
Jessica Durlachers Bücher versprechen viel und sie halten es auch.
Leider erscheint nur alle paar Jahre ein neues, und entsprechend war ich
auf "Emoticon" gespannt. Das Buch erzählt die Geschichte eines uralten
Konfliktes, den Kampf um Erez Israel, allerdings verpackt in einen höchst
aktuellen, spannenden und auch beim Lesen emotional mitreißenden Plot.
Es geht zunächst um Ester und Lola, zwei Holländerinnen:
"Lola und Ester hatten erstaunlich wenig gemein, bis auf jeweils
einen jüdischen Elternteil. Bei Ester war es der Vater - der im Krieg in
verschiedenen Konzentrationslagern gewesen war, wovon er Ester von
Kindesbeinen an unaufhörlich erzählt hatte (mit den entsprechenden Folgen
für die Psyche des Mädchens und später der erwachsenen Frau) -, bei Lola
die kalifornische Mutter, womit sich eigentlich nur Lola zu Recht Jüdin
nennen durfte, und das auch noch frei von irgendwelchen Traumata."
Kaum erwachsen, fahren die beiden nach Israel und leben dort in einem
Kibbuz. Sie verlieben sich beide, und werden, ohne es zu wissen, vom selben
Mann schwanger. Ester lässt das Kind abtreiben, als sie wieder zu Hause
ist, Lola bekommt ihren Sohn Daniel, der daraufhin auch für Ester zum
Lebensmittelpunkt wird. Diese Kibbuzzeit und ihr lange Zeit dunkles
Geheimnis steht das ganze Buch über zwischen den Frauen und sorgt für einen
Teil der Spannung und der persönlichen Tragik des Buches.
Daniel wächst heran, erfährt, als er 12 Jahre alt ist, von seiner
Mutter, daß sein Vater ein Israeli ist, und entwickelt sich daraufhin zu
einem glühenden Zionisten. Er lässt sich beschneiden, feiert seine Bar
Mizwa und diskutiert leidenschaftlich über die Probleme im Nahen Osten:
"Es ist einfach unerträglich, daß die Araber dieses Land zu zerstören
versuchen, es ist unser Land. Ich kann das ganze Problem mit den
Palästinensern nicht verstehen, weißt du. Ich habe alles über die
Geschichte. Über die Staatsgründung, die Balfour Declaration und so
gelesen. Wie können sie sich als Opfer hinstellen ? Hier lebten doch kaum
Araber, als die Juden kamen und das land erschlossen und fruchtbar machten
! Und als dann alles wuchs und gedieh, riefen sie plötzlich, wir hätten es
ihnen weggenommen - das ist doch hirnverbrannt!", sagt er in einer heftigen
Diskussion zu Ester, die sich all die Jahre eine etwas ausgeglichenere
Haltung bewahrt hat, die auch die Situation der Palästinenser zu
berücksichtigen sucht. Doch Daniel lässt das nicht gelten: "Also wenn du
mich fragst, ist das total simpel: Sie hassen uns, und sie wollen nicht,
daß wir, die Juden, auch ein eigenes Land haben. Sie sind neidisch, weil
wir, die Juden, die sie immer verachtet haben, einen modernen Staat
aufgebaut haben, und sie das nicht schaffen."
Ich glaube, daß die Autorin ihrem jugendlichen Protagonisten hier
Worte in den Mund legt, die sie selbst auch so sprechen könnte.
Als Ester bei einem Aufenthalt in Jerusalem ( sie ist Teilnehmerin
einer Konferenz über den Holocaust, um ihre Forschungen zu Tagebüchern aus
dieser Zeit vorzustellen), nur knapp einem Terroranschlag der Hamas
entgeht, ändert sich ihre Haltung.
Sie wird Daniel nach Israel begleiten, wo er als Freiwilliger beim
israelischen Militär arbeitet, doch sie wird ihn nicht wirklich beschützen
können.
Denn aus dem zweiten Erzählstrang, den Jessica Durlacher geschickt
mit dem ersten verbunden hat, droht Daniel tödliche Gefahr. Durlacher
erzählt die Geschichte von Aischa Hammami aus einem kleinen Dorf bei
Ramallah. Sie wächst auf in einer radikalen Palästinenserfamilie, in der
die Männer aber außer radikalen Sprüchen, Selbstmitleid und Haß auf die
Juden nicht viel hinbekommen. Sie wird von Vater und Bruder geschlagen und
misshandelt und gesellt sich schon während der ersten Intifada zu den
Steinewerfern. Sie träumt davon, etwas richtig Radikales zu machen, und als
sie per Zufall von Daniel erfährt, fasst sie einen teuflischen Plan ...
Jessica Durlacher hat einen engagierten und für mich auch wohltuend
parteiischen Roman geschrieben, der die Verbundenheit nicht nur
niederländischer Juden mit Israel beschreibt, und deutlich macht, von wem
dort die Gewalt und der Haß wirklich ausgehen.
Und es ist ein Roman über die Tragik der Liebe, ein Roman über eine
Frauenfreundschaft und ein Roman der Hoffnung für Israel und für die Juden.
der überaus großartige ultimative nahost-friedensplan
Autor/Autoren: Eran Katz, Edith Beleites
Herausgeber: Eichborn
Gebundene Ausgabe
Stichworte: [Belletristik] [Erzählungen] [HC/Belletristik/Gegenwartsliteratur (ab 1945)] [Romane] [Nahostkonflikt / Nahostkrieg; Romane/Erzählungen] [Christen] [Israel] [Jerusalem] [Muslime] [Palästinenser] [Juden] [Nahost] [Englische Belletristik] [Roman, Erzählung]
Zwei Wochen Überlebenstraining in Nahost. Diese zündende Geschäftsidee
verwirklichen ein Jude, ein Araber und ein Christ in Zeiten
wirtschaftlicher Rezession. Denn Religion ist Religion, aber Geschäft
bleibt Geschäft. Die Zielgruppe, die das Business-Trio erreicht, besteht
wie erwartet aus Blutrünstigen, Verrückten, Gelangweilten.
Höhepunkt der Survival-Tour: Ein von den Palästinensern trainiertes
Touristen-Team plant, eine jüdische Siedlung anzugreifen. Doch dann laufen
die Ereignisse gewaltig aus dem Ruder. Zartböses russisches Roulette in
Nahost inszeniert dieser Roman. Noch mehr als Juden und Araber geraten die
teilnehmenden Abenteuer-Touristen stereotyp: Franzosen sinnlich, Deutsche
schuldbewusst, und aus den USA nehmen ein actionbesessener Vietnam-Veteran
sowie eine mit den Palästinensern sympathisierende Jüdin teil. Zu Letzt
droht ein friedliebender buddhistischer Mönch zum Scharfschützen zu
mutieren. Katz' weitgehend unparteiischer Roman kommt letztendlich dem
zeitlosen Appell nah, unabhängig von Religion und Herkunft einfach nur
Mensch zu sein. Diesen großen Gedanken formulierte Gotthold Ephraim Lessing
Ende des 18. Jahrhunderts in Nathan der Weise besonders eindringlich. Und
tatsächlich heißt eine Figur im vorliegenden Werk auch Nathan -- nämlich
ein Buchverkäufer der US-Kette Barnes & Noble. Das Buch des Israeli Katz
fußt auf einer wahrhaft guten und kühnen Idee. Hintergründigen jüdischen
Humor mögen deutsche Leser in der Regel auch. Dennoch hätte der Autor aus
seinem inspirierenden Einfall noch mehr überzeugende Überraschungen
gewinnen können. So ist es kein Wunder, dass Der überaus großartige
ultimative Nahost-Friedensplan reiner Wunschtraum bleibt. Bis heute
stehen sich Menschen verschiedener Religionen mit ihrem Wahrheitsanspruch
oft gegenseitig im Wege. Im Nahen Osten erleben Juden und Araber Tag für
Tag den ganz normalen Wahnsinn. Angesichts dessen fragen Zweifler, ob ein
humoristischer Roman dieser todtraurigen Tragödie gerecht wird. Doch gerade
wenn alles aussichtslos erscheint, bleibt Menschen oft nur das Lachen. Und
das macht diesen ungewöhnlichen Roman über die leidvolle Verzweiflung
hinaus stimmig. --Herwig Slezak Aus der Amazon.de-Redaktion
Kundenmeinungen:
+++++ (ein Amazon Kunde): Genial Böse
Vielleicht ein Buch, das man nur ganz verstehen kann, wenn man hier im
Nahen Osten gelebt hat (oder immer noch lebt). Für solche, die sich jeden
Tag mit dem "Wahnsinn" dieses Konfliktes auseinander setzen müssen, ist
dieses Buch genial. In einer irrealen Welt kann man nur noch mit Sarkasmus
überleben. Der schwarze und vor allem tiefsinnige Humor wird der Lage im
Land gerecht: "von außen" vielleicht nicht nachvollziehbar - wer jedoch
bereit ist, den bequemen Fernsehsessel "Deutschland" zu verlassen und der
Realität vor Ort bereit ist ins Auge zu sehen, weiß die Qualität dieses
Buches zu schätzen.
+++++ (ein Amazon Kunde): Witzig und bitter
Nur von den vergleichsweise kurzatmigen und manchmal gar groben Witzen,
die unter die Gürtellinie gehen, wie auch mit dem allzuschnellen, fast
abrupten Schluss bin ich nicht unbedingt einverstanden. Alles andere ist
sehr empfehlenswert. Beide Parteien des Konfliktes sowie Gäste, Vertreter
jeweiliger Länder als Touristen, werden erbarmungslos durch den Kakao
gezogen, mit ihren allen nur möglichen Vorurteilen, über die sie immer
wieder stolpern, sich wundern und doch kaum reflektieren.
+++++ (ein Amazon Kunde): Besser als das echte Leben
Habe selten so gelacht über den Nahostkonflikt. Insbesondere hat
mir gefallen, wie Katz rückischtslos seine Hiebe austeilt, egal ob
Freund oder Feind - jeder kriegt was ab. Und nicht zuwenig!
heisser frühling
Autor/Autoren: Sahar Khalifa
Herausgeber: Unionsverlag
Gebundene Ausgabe
Stichworte: [Belletristik] [Erzählungen] [HC/Belletristik/Gegenwartsliteratur (ab 1945)] [Romane] [Nahostkonflikt / Nahostkrieg; Romane/Erzählungen] [Palästinenser; Romane/Erzählungen] [Westbank; Romane/Erzähl.] [Palästinensische Belletristik] [Roman, Erzählung]
gesamtausgabe - jubiläumsausgabe: die libelle
Autor/Autoren: John Le Carré, John le Carré, Werner Peterich
Herausgeber: List
Gebundene Ausgabe
Stichworte: [Englische Belletristik] [Roman, Erzählung] [HC/Belletristik/Krimis, Thriller, Spionage] [Belletristik] [Erzählungen] [Romane] [Krimis/Thriller] [Nahostkonflikt / Nahostkrieg; Romane/Erzählungen]
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