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ausser dienst: eine bilanz
Autor/Autoren: Helmut Schmidt
Herausgeber: Siedler
Gebundene Ausgabe
Stichworte: [HC/Sachbücher/Politik, Gesellschaft, Wirtschaft/Biographien, Autobiographien] [Politik (ab 1949)] [Zeitgeschichte] [Deutschland; Politik/Zeitgeschichte] [Politik] [Deutschland] [Politik, Staat, Zeitgeschichte] [Schmidt, Helmut]
Eine kürzliche Umfrage ergab, dass, wäre der Mann nicht definitiv zu
alt, sich 80 Prozent aller Deutschen Helmut Schmidt als idealen Kanzler
vorstellen könnten. Wenn dies, 25 Jahre nach dem Rückzug aus allen
politischen Ämtern, keine Auszeichnung ist! Der Altkanzler, dessen
unglaublicher 90. Geburtstag bevorsteht, rangiert im Bewusstsein der
Deutschen immer noch als Staatsmann par excellence. Und eine solch
hochrangige Persönlichkeit erlaubt es sich, eine
außerdienstliche Bilanzierung seines politischen
Erfahrungsschatzes vorzulegen. Denn, so Schmidt verschmitzt
bescheiden, vielleicht könnte doch einer von den Jüngeren daraus
einen Nutzen ziehen. -- Nichts wäre mehr zu wünschen, Herr
Bundeskanzler! Eines vorab: Es handelt sich hier nicht um die
autobiografische Rückblende auf ein politisches Lebens- und Gesamtwerk. Im
Gegenteil. Schmidt, der Pragmatiker, möchte seine in aktiver Zeit
gewonnenen Erfahrungen angesichts einer völlig veränderten politischen
Weltlage zur Verfügung stellen. Immer im Gepäck, die großen philosophischen
Fragen: Welchen Leitbildern sollten wir folgen? Was lässt sich aus
Geschichte lernen? Im Spiegel gerade dieser Frage reflektiert der
Altkanzler über die Unvorstellbarkeit eines Auslandseinsatzes der
Bundeswehr in Afghanistan noch zu seinen Zeiten. Gelegenheit für einen
historischen Ausflug und die noch immer problematische Stellung
Deutschlands im politisch-militärischen Weltgefüge. Natürlich holt der
Wirtschaftsfachmann Schmidt zu einem satten Referat über die Finanzmärkte
aus. Beklagt wird die verschlafene Modernisierung unseres
zerklüfteten Bankensystems, gewarnt wird vor Spekulantentum und
Heuschreckenflügen. Betrauert die große Zeit des von der RAF ermordeten
Freundes Herrhausen und seiner Deutschen Bank. Institutionen, so Schmidt,
an die sich eine Bundesregierung in ökonomischen Fragen noch vertrauensvoll
wenden konnte. Wie anders heute. Der Kanzler wird (in Maßen) privat.
Erstaunt vernehmen wir, dass Schmidt die Guillaume-Affäre als
Rücktrittsgrund Willy Brandts im Mai 1974 völlig inakzeptabel fand und ihm
die eigene künftige Kanzlerschaft große Sorgen bereitete. Risiken und
Chancen der Globalisierung. Der Sonderfall der Neuen
Bundesländer. Die radikal veränderte Rentensituation, die ebenso radikal
veränderte Maßstäbe verlangt. Ein kleiner Seitenhieb auf Lafontaine und
seine Sekundärtugenden. Eine Schulung bei den antiken
Rhetorikern. Spurensuche nach eigenen Fehlern. In einem der letzten Sätze
seiner klugen Reflexion appelliert der Altkanzler mit einer römischen
Weisheit an die heutige Politikerkaste: Im Zweifelsfalle sei das Gemeinwohl
höherzustellen als die eigene Karriere. Um schließlich witzelnd, aber nicht
ohne Wehmut festzustellen: Die meisten meiner Weggefährten haben
schon endgültig ihre Adresse gewechselt. - Das können Sie sich aus
dem Kopf schlagen, Herr Bundeskanzler. Die Republik braucht Sie noch!
-Ravi Unger Aus der Amazon.de-Redaktion
Kundenmeinungen:
+++++ (ein Amazon Kunde): Gedanken des Idealbilds eines Politikers
Ein Interview mit dem neunundachtzigjährigen Schmidt im Jahr 2008 in
dem ich keinen alten Greis erlebte, sondern einen hochintelligenten
Menschen, der trotz hohen Alters so klar bei Verstand zu sein schien als ob
die Zeit völlig spurlos an ihm vorübergegangen wäre, machte mich auf seine
Person aufmerksam und veranlasste mich mich näher mit ihm
auseinanderzusetzen. Dieses Buch stellte dabei eine willkommene Möglichkeit
dar sich mit seinem Denken und Wirken zu beschäftigen.
Dabei kann ich nur zu dem Schluss kommen, dass dieses Buch
ausserordentlich ist. Es fasziniert mich wie ein Mensch in diesem Alter
klar und präzise seine Ansichten darlegt und eine Weitsicht demonstriert,
die der durchschnittliche heutige aktive Politiker nicht einmal annährend
in seinem gesamten Leben erreichen wird. Schmidt ist dabei bescheiden und
nicht belehrend und in jedem seiner Sätze merkt man ganz genau, dass hier
ein sehr intelligenter, weltoffener, erfahrener Mensch spricht, der ständig
bis ins hohe Alter bereit war Neues zu lernen, zu reflektieren und aus
seinen Fehlern zu lernen - ein Politiker, dessen wiedergegebene Meinung zu
100% seiner eigenen entspricht und nicht einer Partei oder Ideologie
zuliebe angepasst wird und die nicht aus kritiklosem Wiederkäuen der
Ansichten anderer entsteht, sondern durch nichts Anderes als der kritischen
Reflexion und der sorgfältigen Prüfung aller relevanten Aspekte.
Als Österreicher kann ich nur betonen wie sehr ich die deutschen
Nachbarn beneide diesen Idealtyp eines Politikers als Kanzler gehabt zu
haben.
+++++ (ein Amazon Kunde): Empfehlenswert. Auch zur Bewertung der Wahlkampfthemen 2009.
Herr Schmidt macht sich im hohen Alter die Mühe, uns einen politischen
Ratgeber als Fazit eines engagierten Lebens zum Wohle der Bewohner dieses
Landes zu hinterlassen. Bleibt zu hoffen, dass er in Politik und
Gesellschaft gelesen und in bestimmten Entscheidungen berücksichtigt wird.
Es gibt m.W. keine prägnantere Darstellung unserer Situation.
Leider tragen wir mit zunehmender Gleichgültigkeit als Mitbürger und
Wähler selbst zur diversen Fehlentwicklungen bei. Dieses Buch vor der Wahl
2009 lesen um durch den üblichen Wahlkampfmumpitz hindurch seriöse
Meilensteine nachhaltiger Politik erkennen zu können!
+++++ (ein Amazon Kunde): Achtung
Jeder sollte dieses Buch gelesen haben. Sehr interessant
Was ich auch noch empfehle als geheimtipp ist Richard Goldmans Buch
Die Strategien der Börsenmillionäre, sollte man auch unbedingt mal
gelesen habenDie Strategien der Börsenmillionäre: Wie man an der Börse die
erste Million macht - Bestseller
+++++ (ein Amazon Kunde): Bilanz eines Staatsmannes
Helmut Schmidts Werk: "Außer Dienst" ist eine würdige Bilanz eines
außerordentlichen Staatsmannes. Dabei äußert er sich zu zentralen Problemen
unserer Zeit. Er verweist auf die Wichtigkeit von Verlässlichkeit und
Vertrauen in der Politik. Deutsche sollten aus ihrer Geschichte lernen und
sich auch künftig mindestens dreier entscheidender Lehren aus dieser
Geschichte bewußt zu bleiben: der Hypothek der Judenvernichtung, der
bleibenden Aufgabe guter Nachbarschaft zu den uns umgebenenden Nationen und
der gleichfalls bleibenden Aufgabe einer verlässlichen Balance zwischen
Bund und Ländern (S. 143). Eigene Fehler - etwa die Fehlprognosen in der
Rentenpolitik 1976, dem Nachgeben in der Lorentz-Entführung gesteht Schmidt
unumwunden ein.
Deutschland stehe vor neuen Herausforderungen in Europa aber auch in
Bezug auf die Herausforderungen der Globalisierung. Auch in diesem Buch
geht er mit dem sogenannten "Raubtierkapitalismus" scharf ins Gericht.
Nun sind die Feststellungen Schmidts nicht neu. Sie sind in früheren
Publikationen und in seinen journalistischen Artikeln und Beiträgen in der
Wochenzeitung "Die Zeit" ausführlich geäußert worden. Auch wirkt sein
Schwanken in der Frage, ob "deficit Spending" und keynianistische
Wirtschaftsrezepte richtige Antworten in der heutigen Finanz- und
Wirtschaftskrise darstellen, nicht immer konsistent.
Insgesamt jedoch zeigt sich das Buch eines Politikers, der viel zu
sagen hat, über moralische Grundlagen und Maßstäbe verfügt - seine
Vorbilder sind nicht umsonst Kant, Popper oder Mark Aurel - und immer das
eigene Gewissen als höchse Instanz anmahnt.
Insofern insgesamt ein faszinierendes Buch - über die reine
Tagesaktualität hinaus. Für mich daher eines der wichtigsten Bücher dieses
Jahres 2008. Unbedingt lesenswert.
+++++ (ein Amazon Kunde): Würdiges Buch eines alternden Politikers
Trotz seines nun doch schon hohen Alters Beweist Helmut Schmidt immer
noch eine Weisheit und Einsicht, die vielen unseren aktuellen Politkern
fehlt. Der größte Teil des Buches ist zwar mehr eine Rückschau auf die
Arbeit und Wirken als er Politiker war. Aber immer zeigt er auf, wie sein
Arbeit und sein Wirken unser Politik auch heute noch beeinflusst. Und dies
alles zusammen gefasst in einem wirklich schnell und gut zu lesenden Buch.
ein amerikanischer traum. die geschichte meiner familie
Autor/Autoren: Barack Obama
Herausgeber: Hanser Belletristik
Gebundene Ausgabe
Stichworte: [HC/Sachbücher/Politik, Gesellschaft, Wirtschaft/Biographien, Autobiographien] [Allgemeines] [Politikwissenschaft] [Soziologie] [Sachbuch] [Obama, Barack; Biografien] [Politiker (Biografien/Erinnerungen); Obama, Barack] [USA; Biographien] [Erinnerung] [Erinnerung, Brief, Tagebuch] [Politik, Diplomatie] [Politik, Zeitgeschichte, Recht] [USA]
Bis zu seine Ankündigung, er wolle demokratischer
Präsidentschaftskandidat werden, kannte kaum jemand außerhalb von Illinois
Barack Obama. Dass der Senator aus diesem Bundesstaat schon wenige Monate
später als Shooting-Star der Primaries und charismatischer Hoffnungsträger
gefeiert wurde, hat das politische Establishment in seinen Grundfesten
erschüttert. In seiner Autobiografie erzählt er von seinen ersten 34
Lebensjahren. Obama ist nicht nur aufgrund seines raschen Erfolgs ein
Phänomen. Er ist sperrig und lässt sich nur schwer irgendeinem Lager
zuordnen; wenig verwunderlich, dass die amerikanischen Demoskopen
regelmäßig in ihren Vorhersagen scheitern. Obama ist schwarz, stammt aber
nicht von aus Afrika verschleppten Sklaven ab. Sein Vater kam aus Kenia als
Gaststudent in die USA, die Mutter ist eine weiße Amerikanerin aus Kansas.
So ist er vielen Schwarzen zu weiß und hat bei den ersten Vorwahlen im
"weißen" Iowa demonstriert, dass er eine Mehrheit unter weißen Wählern
einfahren kann. Anderen wiederum gilt er wahlweise als neuer Martin Luther
King oder J.F. Kennedy. Obama tritt in einem Land an, das hinsichtlich
seiner verschiedenen Ethnien noch immer tief zerissen ist, in dem die
Konfliktlinien auch für Insider mitunter schwer verständlich sind. Seine
Autobiografie zeigt, wie sich diese Zerrissenheit in dem Werdegang eines
Mannes spiegelt, der lange um seine Identität rang. Obamas Autobiografie
ist 1995 zum ersten Mal erschienen. Er nennt sie einen "Beitrag zum
Verständnis der Rassenprobleme in unserem Land..." Aus ihr lässt sich
einiges über die frühen Prägungen des Newcomers erfahren und auch über
seine Visionen von einem neuen Amerika. Dass er diese Erinnerungen heute
anders schreiben würde, darf als gesichert gelten. So erzählt er freimütig
von studentischen Marathon-Partys mit nächtelangen Diskussionen, jeder
Menge Dosenbier und Zigaretten. Es sind Passagen wie diese, die nicht zum
klassischen Image eines Präsidentschaftskandidaten passen wollen, die aber
etwas Wichtiges leisten: Sie helfen, eine Persönlichkeit zu verstehen, die
ihren eigenen, keineswegs immer geraden Weg gegangen ist; die eine
juristische Karriere in Harvard begann, dann aber in der armen Chicagoer
South Side Bürgeranwalt wurde, sich um die Menschen am Rande der
Gesellschaft kümmerte und erst langsam in die Lokal-, Landes- und
schließlich nationale Politik hineinwuchs. Entstanden ist eine fast intime
Autobiografie, "eine persönliche, innere Reise ... die Suche eines Jungen
nach seinem Vater und damit auch nach einem überzeugenden Lebensinhalt für
ihn, den schwarzen Amerikaner." --Henrik Flor, Literaturtest Aus der Amazon.de-Redaktion
Kundenmeinungen:
+++++ (ein Amazon Kunde): Begnadeter Schriftsteller
Barack Obama ist, neben allem anderen auch, ein begnadeter
Schriftsteller. Er schreibt flüssig und fesselnd und dabei mit einer
analytischen Prägnanz, die selten ist.
Das Buch macht seinen furiosen Aufstieg plausibel. Die Umstände
seiner Biographie (in Indonesien und Hawaii aufgewachsen,mit amerikanischer
Mutter und kenianischem Vater) macht ihn eher zu einem Weltbürger als zu
einem typischen Amerikaner).
Seine Kindheit war nicht arm, doch in unmittelbarer Nähe von Armut.
Von Anfang an beobachtete er genau und man glaubt ihm, dass die Menschen
ihm wichtig sind.
Am meisten beeindruckt mich die erste eigene Entscheidung, die er in
seinem Leben getroffen hat. Nach seinem Studium begann er in einem Büro in
New York zu arbeiten. Gut ausgebildet,intelligent und smart, war er dafür
prädistiniert, eine klassische Karriere zu machen. Doch schon nach kurzer
Zeit verliess er diese komfortable Position um Stadtteilarbeit zu machen:
Unglamourös, schlecht bezahlt, nahezu hoffnungslos. Das beweist, dass er
von seinem Charakter her wirklich selten ist, gerade in unserer Zeit, deren
Erfolgsverständnis eindimensional geworden ist.
Was mich überraschte: Welche Rolle die Hautfarbe in seinem Leben und
in seinem Denken spielt. Sie ist, neben seinem fast unbekannten Vater, eine
der Haupttriebkräfte seiner Entwicklung.
Das Buch verströmt Optimismus und Kraft, es spornt an und ist dabei
weder pathetisch noch eitel.
Am Ende bleibt dennoch eine Frage: Wie kann jemand nur so perfekt
sein? Er hat sogar richtig pubertiert.
+++ (ein Amazon Kunde): Der leibhaftige amerikanische Traum
Vom Sohn eines kenianischen Ziegenhirten zum 44. Präsidenten der
Vereinigten Staaten - Barack Obamas Lebensgeschichte kann sich sehen lassen
und auch wenn man Politiker im Grunde an ihren Leistungen messen sollte, so
kann es sich doch lohnen, sich mit den familiären Hintergründen des
"schwarzen Kennedys" zu befassen. Und "Ein amerikanischer Traum: Die
Geschichte meiner Familie" ist dafür die beste Quelle, denn das Werk
zeichnet nicht nur Obamas Familiengeschichte nach, sondern wurde vom 44.
Präsidenten der Vereinigten Staaten persönlich verfasst. Dadurch ist es
schon einmal erheblich authentischer als der Großteil jener Biografien die
nach 2008 erscheinen werden, vor allem weil Obama direkteren Zugang zu den
Personen hatte und seine Eltern wie Großeltern bereits verstorben sind.
Dazu kommt, dass Obama seine Biografie vor dem Beginn seiner
politischen Karriere im Landtag von Illinois verfasst hat, nachdem ihm ein
Verleger anlässlich seiner Wahl zum ersten afroamerikanischen Präsidenten
der in Fachkreisen sehr renommierten Harvard Law Review einen Buchvertrag
angeboten hat. Somit ist das Buch relativ frei vom Einfluss der
Wahlkampfstrategen und PR-Berater, die Obama 2008 zum Sieg in den
Präsidentschaftswahlen verholfen haben, während die Wahrscheinlichkeit dass
hier ein Ghostwriter am Werk war, zugleich erheblich geringer ist, als im
Falle von "Hoffnung Wagen" (Originaltitel: The Audicity of Hope), dass 2004
im Rahmen eines auf 3 Bücher ausgelegten Vertrages erschienen ist, nachdem
die Neuauflage von "Dreams from My Father: A Story of Race and Inheritance"
(Ein amerikanischer Traum) bis Sommer 2005 fast 40 Wochen in der New York
Times Bestsellerliste überstanden hat und als von Obama gesprochenes
Hörbuch 2006 sogar einen Grammy abgeräumt hat.
Der Erfolg der beiden Werke Obamas mag dazu beigetragen haben, dass
sich in seinen Reden immer wieder Querverweise auf die Biografie finden
lassen und es Redenschreibern und Ghostwritern so gut gelungen ist, den
persönlichen Stil Obamas für seine Ansprachen zu verwenden, was vielleicht
zu seinem Ruf als brillanten Rhetoriker und sehr "authentischen"
Vortragenden, auch wenn er vom Teleprompter abliest, beigetragen hat.
Manche Passagen mögen sich für Obamas politische Ambitionen sogar als
hinderlich erwiesen haben, wie er im Vorwort zur Neuauflage von 2004 sogar
anmerkt, jedoch ändert das nichts daran, dass er sein Buch im großen und
ganzen genau so wieder geschrieben hätte. Allerdings muss man anmerken,
dass manche der verhängnisvollen Stellen zwar auszugsweise gute Munition
für Gegner abgeben, die Lektüre des Gesamtwerks jedoch viel dazu beitragen
kann, die Beweggründe und Umstände zu verstehen.
Grob unterteilen lässt sich Obamas Biografie in die drei Abschnitte
Kindheit, Chicago und Reise nach Kenia. Dabei erzählt er jedoch weniger
seine Lebensgeschichte, als vielmehr in der Tradition der in den USA sehr
beliebten Ahnenforschung seine kulturelle und persönliche Identitätssuche
herauszuarbeiten. Das führt vor allem dazu, dass das Werk am Ende etwas
unvollständig bleiben muss und viele Ereignisse nur im Schnelldurchlauf
abgehandelt werden, während er der Suche nach sich selbst erheblich mehr
Platz einräumt. Daraus resultiert auch, dass das Werk mit der Reise in das
Heimatland seines Vaters und den Erlebnissen dort, endet. Was aus Barack
Obama nach seiner Rückkehr in die USA wurde, der Beginn seines Studiums in
Harvard, die Wahl zum Präsidenten der Harvard Law Review, die Arbeit als
Anwalt und die ersten politischen Gehversuche bei der Wähleregistrierung,
ja sogar die beginnende Beziehung zu seiner späteren Frau Michelle
Robinson, all das fehlt, da die Erzählung ungefähr 1988 endet. Manches
lässt sich allerdings in Obamas zweitem Buch "Hoffnung wagen" nachlesen,
welches allerdings eher als politisches Manifest/Analyse zur Lage der
Nation gilt.
Obwohl die Biografie, dem deutschen Journalisten Christoph von
Marschall zufolge, weitgehend der Wahrheit entspricht und von verschiedenen
Quellen bestätigt wurde, hat sich Obama einiger "Tricks" bedient, indem er
nicht nur neue Namen für manche Zeitgenossen kreiert, sondern auch manche
Personen fusioniert und Worte in den Mund gelegt hat, die so zwar nicht
gefallen sind, aber grob dem Gesprächsinhalt entsprochen haben. Das ändert
natürlich nichts am hohen Wert des Werkes als biografischer Quelle,
wenngleich es als Autobiografie eher ungeeignet ist. Zum Teil liegt das
daran, weil dem Buch eindeutig ein Inhaltsverzeichnis fehlt, aber auch
aufgrund des fehlenden Namens- oder Personenregisters. Interessant wären im
Zusammenhang mit einer Autobiografie auch Fotos gewesen, die sich jedoch
einzig und allein auf dem Umschlag finden.
Ergo bleibt vieles dem persönlichen Vorstellungsvermögen überlassen
und das passt gut zu Obamas Stil, der sich in "Ein amerikanischer Traum"
von seiner betont verträumten, romantisierenden Seite zeigt. Obwohl es ein
sehr persönliches Stück Geschichte ist und Obama als Autor durchaus immer
wieder Einblick in seinen Gedanken- und Gefühlswelt bietet, bleibt er
unbemerkt relativ oberflächlich, was daran liegen könnte, dass er sich, wie
er zugibt, manche Dinge doch vom Hörensagen her selbst zusammenreimen
musste. Dass es dabei zu einer Verklärung mancher Ereignisse gekommen sein
kann, muss man ihm als Autor zugestehen, denn die subjektive Perspektive
ist in einer Autobiografie durchaus gewollt, besonders wenn er seinem
Umfeld gegenüber kritisch auftritt.
Hinter der blumigen Sinnsuche verbirgt sich jedoch auch die typisch
amerikanische Begeisterung für Ahnenforschung, der Versuch über seine
Abstammung an das Lebenswerk der Ahnen anzuknüpfen und sich direkt in die
Tradition der "amerikanischen Helden" zu stellen und sich so zusätzlich im
historischen Kontext Legitimation für seine Anliegen zu verschaffen. Bei
Obama dient dieser Versuch zwei Zielen, einerseits ihn als liberal zu
positionieren und andererseits als Verkörperung des American Dream
darzustellen, wobei alle Zweifel an seiner Bindung zur black community
ausgeräumt werden sollen. Dabei stellt das Argument, dass Obamas Vater
keineswegs ein einfacher Ziegenhirte aus Kenia war, sondern nach dem Besuch
einer britischen Kolonialschule mit einem Stipendium in den USA und sogar
Harvard studierte, kein wirkliches Hindernis dar, die Betonung dieser
einfachen Herkunft, wie in der Rede vor dem Demokratischen Parteitag 2004,
ist lediglich eine von vielen Floskeln, denen sich Obama aufgrund seiner
besonderen Herkunft bedienen kann.
Barack Obamas Geschichte beginnt nämlich nicht mit seiner Geburt,
sondern in der Jugend seiner Großeltern. Stanley Dunham wuchs selbst bei
seinen Großeltern auf, nachdem sein Vater, der Frauenheld, die Familie
verlassen und seine Mutter sich das Leben genommen hatte. Gramps, wie er
von seinem Enkel später liebevoll genannt wurde, der mit seinen
zurückgekämmten Haaren aussah, wie ein "Itaker", flog bereits als Kind kurz
von der Schule, nachdem er einen Lehrer geschlagen hatte. Später zog er auf
der Suche nach dem großen Abenteuer und Gelegenheitsjobs durch die Staaten
und fand in Madelyn Lee Payne eine Frau die von seiner Weltgewandtheit
fasziniert war. Mit dem Kriegseintritt der USA, meldete sich Gramps
freiwillig zur Armee und so wurde ihre gemeinsame Tochter Ann 1942 auf
einem Armeestützpunkt geboren. Nach mehrfachen Umzügen verschlug es die
Dunhams nach Hawaii, wo die 68erin Ann den idealistischen
Austauschstudenten Barack Hussein Obama kennen lernte.
Obama senior war während der Kindheit und Jugend seines Sohnes
weitgehend eine nicht greifbare Figur, welche nach der Scheidung von Ann
Dunham nur noch ein einziges Mal in das Leben des jungen Barack trat, als
er die Familie eines Weihnachtens für einige Wochen besuchte. Bis zu seinem
Unfalltod, dem Treffen mit seiner Halbschwester Auma und der Reise nach
Kenia blieb Obama sr. eine Projektionsfläche für den Sohn im fernen
Amerika. Nach der Heirat seiner Mutter mit dem indonesischen
Austauschstudenten Lolo Soetoro, aus der Halbschwester Maya Soetoro-Ng
hervorging, übernahm dieser zumindest für einige Zeit die Vaterrolle für
den Jungen, bis "Barry", wie er meist genannt wurde, wieder in die USA
zurückkehrte und fortan bei seinen Großeltern lebte.
In einem Land wo Minderheitenpolitik immer mehr hinterfragt wird und
demografisch bedingte Entwicklungen die Illusion von einer mehrheitlich
protestantisch geprägten weißen angelsächsischen Nation längst zur
Vergangenheit gemacht haben, steht Barack Obamas Erfolgsgeschichte für
einen bedeutenden Ausnahmefall, hat er es doch als erst dritter
Afroamerikaner in den Senat und als bisher überhaupt einziger ins Oval
Office geschafft. Dennoch ist seine ungewöhnliche Lebensgeschichte zwar
Beispiel für die Möglichkeiten des American Dreams, entzieht sich aber
zugleich des Versuchs der Nachahmung, denn am Ende relativiert sich alles,
am Ende ist er der Sohn einer alleinerziehenden Mutter, der bei den
Großeltern aufgewachsen ist, jedoch immer gute Schulen besuchen konnte und
"die Verzweiflung und die Unruhe der Ohnmächtigen [...] wie sie das Leben
der Kinder auf den Straßen von Djakarta, Nairobi und in der Chicagoer South
Side beeinflusst, wie schmal der Grat zwischen Demütigung und grenzenloser
Wut ist, wie schnell aus Hoffnungslosigkeit Gewalt wird" nie am eigenen
Leib erfahren musste, sie jedoch aus seinen Beobachtungen als Kind,
Sozialarbeiter, Anwalt und Politiker kennt.
Change we can believe in, mag er seinen Wählern 2008 versprochen
haben und doch sollte man nach 8 Jahren George W. Bush nicht von
antiamerikanischen Bush-Bashing in bequeme Heldenverehrung verfallen,
sondern auch Barack Obama, wie jeden Politiker an seinen Taten und nicht
den Worten messen. "Ein amerikanischer Traum" ist keine Offenbarung, es ist
die Hintergrundgeschichte zum Symbolcharakter Präsident Obamas, der darin
Ideale formuliert hat, an denen er legitim gemessen werden kann.
Veränderung sei nur von der Basis aus möglich, daher wollte er
Stadtteilarbeit machen und daher ist "Yes, we can!" ein Wahlspruch der wie
kein anderer zu ihm passt, denn er entspricht Obamas Grundüberzeugung, dass
nur die amerikanische Gesellschaft die Kraft besitzt, die USA zu verändern.
Und man ist geneigt ihm zuzustimmen, ist er doch ein scharfsinniger
Beobachter, dessen Schilderungen der Chicagoer South Side auch viel dazu
beitragen, umstrittene Persönlichkeiten wie Jeremiah Wright und die
gesellschaftlichen Probleme der USA zu begreifen.
"Ein amerikanischer Traum" verkörpert einen besonderen Charme, das
Buch ist aufrichtig und verträumt, eine fast romanartige Suche nach
Herkunft und Identität. Da es noch vor Beginn der wirklich politischen
Karriere Barack Obamas entstanden ist, ist es wahrscheinlich auch erheblich
authentischer und näher am "wahren Obama" dran, als alles was nach 2004
kam. Indes bleibt das Buch in vielerlei Hinsicht sehr schwammig, was es als
Biografie zwar sein darf, aber enttäuschend wirken lässt, wird doch allein
das afroamerikanische und liberale Erbe Obamas behandelt, was ihn allein
aber noch nicht ausmacht. Was fehlt ist das Leben fern der Suche nach sich
selbst, die nackten Fakten, auch jene über Leben und Liebe. Fakt ist,
obwohl 1995 erschienen, behandelt das Werk nur Obamas Leben bis 1988 und
konzentriert sich dabei vor allem auf die kulturellen und familiären
Aspekte, wobei vieles außen vor bleibt, etwa seine Jahre in und nach
Harvard.
Ist man vom oft ausschweifenden und blumigen Stil des US-Präsidenten
nicht ganz hin und hergerissen, ja wünscht man sich ab und zu, vielleicht
etwas konkretere Informationen über Obamas Leben, man könnte enttäuscht
sein. Das heisst nicht, Obamas Werk wäre nicht authentisch, denn genau das
ist es. Gefühle, Gedanken, Einsichten, Obama vermittelt sie hervorragend,
nichtsdestoweniger ist es die Synthese aus dieser emotionalen
Tiefgründigkeit und einer kaum beachteten biografischen Oberflächlichkeit,
aufgrund derer man sich klar sein sollte, dass Obamas "Autobiografie" in
vielerlei Hinsicht den gängigen Vorurteilen entspricht. Inhaltliche
Unausgewogenheit, viele Anekdoten, übermäßige Betonung von bestimmten
Handlungssträngen und all das als Folge der Vorgabe, des Titels und dieser
ist im Original eben "Dreams from My Father: A Story of Race and
Inheritance".
Das Ergebnis ist eine Biografie, wie man sie von Barack Obama eben
erwartet. Wortgewaltig und doch träumerisch, eine Suche nach dem Erbe eines
Mannes den er nie kannte, dessen Idealen er sich aber irgendwie trotzdem
verpflichtet fühlt. Die daraus resultierende Unterordnung des
"Lebenslaufs-Teils" unter die "Identitätssuche" muss man jedoch schlucken,
genauso wie die fehlenden 7 Jahre zwischen der Kenia-Reise 1988 und dem
Erscheinungsdatum 1995, diese passten nicht mehr ins Konzept. Ebenso wenig
erfährt man über politische Zielsetzungen oder Persönliches, sofern
letzteres nicht mit der Suche nach sich selbst oder Kindheitserinnerungen
zu tun hat. Was unterm Strich bleibt sind 90% Roman über die Suche nach den
Wurzeln und 10% Biografie, die es auf mehrere 100 Seiten ausgedehnt sicher
bald in den ersten Barack H. Obama-Biografien nachzulesen gibt. Einzig der
Bonus, dass das Werk von Obama selbst geschrieben ist und viele der Quellen
die er dazu nutzen konnte, bereits verstorben sind, können es langfristig
von den Werken Dritter abheben.
Fazit:
Auch inhaltlich etwas verträumt und ganz eindeutig Obamas Stil
entsprechend, eine fast romanartige und vor allem sehr authentische,
gefühlsbetonte Autobiografie über die Suche nach einer Antwort auf die
Frage "Wer bin ich?".
+++++ (ein Amazon Kunde): American Dream come true
In der enthusiastischen Stimmung nach Obamas Wahl habe ich mir dieses
Buch des künftigen Präsidenten der USA besorgt. Es handelt sich um seine
Autobiographie - aber das Erstaunliche ist, dass sie bereits 1995
erschienen ist, von einem Niemand also, der gerade einmal am Anfang seiner
30er sein Jurastudium beendet hatte und sich eine einjährige Auszeit nahm,
um dieses Buch über sein Leben und seine Familie zu verfassen. Gleichwohl
ist es von einem Menschen verfasst, der sich zu Höherem berufen fühlt und
der weiß, dass er es erreichen wird.
Natürlich hat auch ein Obama vor 14 Jahren nicht geahnt, dass in ihm
ein künftiger Präsident der Vereinigten Staaten schlummert. Und so handelt
es sich - gemessen an der späteren staatstragenden Bedeutung des Autors -
um ein außergewöhnlich offenes und privates Buch. Ein außergewöhnlicher
Fall, denn normalerweise erscheinen solche Lebenserinnerungen erst im
nachhinein und sind versehen mit allen Finessen der Distanzierung, die das
Amt nun einmal mit sich bringt.
Hier lesen wir die erfrischende Geschichte eines Unbekannten, welchem
allerdings aufgrund seiner ungewöhnlichen familiären Geworfenheit eine
außergewöhnliche Lebensgeschichte blüht. Barack ist der einzige Sohn einer
amerikanischen jungen Frau und eines aus Kenia stammenden schwarzen
Studenten. Die Ehe geht bald in die Brüche und die Mutter, die offenbar zu
exotischen Lebensformen neigt, nimmt mit ihrem kleinen Jungen Reißaus nach
Indonesien, wo sie mit einem zweiten Mann lebt. Dort verbringt der kleine
Obama die ersten Jahre seiner Erinnerung und entwickelt schon früh ein
Gefühl dafür, an einem fremden Ort zu leben, wo sie eigentlich nicht
hingehören. Erste Reflexionen über Heimat und Fremdheit drängen sich
bereits dem jungen Obama auf. Der Lebensentwurf in Indonesien scheitert.
Mutter und Sohn kehren zurück in die USA - nach Hawai. Fortan lebt die
Familie zusammen mit den Eltern der Mutter. Der junge Barack Obama wächst
bei den Großeltern auf. Der mehrwöchige Besuch des Vaters aus Kenia ist
eine besonders lesenswerte Episode.
Am meisten beeindrucken allerdings die Reflexionen und Einsichten
über das Schwarz-Sein in der Welt der Weißen. Die Komplexität dieses
Problems wird einem nicht-amerikanischen durch die Bewusstseinsschärfe
Obamas erst wirklich klar. Besonders stark in diesem Zusammenhang ist dann
auch die Passage, in der die versteckten Vorurteile der eigenen Großmutter
deutlich werden - nicht gegenüber ihrem Enkel, aber im allgemeinen. Hier
wird einem einmal deutlich, welch tiefe Bewusstseinsdimensionen Xenophobien
berühren - jenseits aller Multi-Kulti Ideologie. Umso erstaunlicher ist es,
dass es Obama gelungen ist, die Hautfarbe nicht zum Wahlkampfthema zu
machen.
Ein weiterer großer Teil des Buches betrifft seine politischen
Lehrjahre als "Organizer" in den verkommenen sozialen Wohnbausiedlungen
Chicagos. Hier verdient sich Barack in seinen 20er Jahren seine Sporen. In
den Ghettos Chicagos versucht er - getragen vom Enthusiasmus über den
ersten schwarzen Bürgermeister Chicagos in den 80er - Gutes zu tun. Nach
zwei Jahren sozialer Arbeit bekommt er ein Stipendium und geht nach
Harvard. Auch hier wieder die Auseinandersetzung, die alle erfolgreichen
Schwarzen trifft: Bist du einer von uns oder von denen. Aber Obama findet
Alternativen zu diesen Optionen, einen mittleren Weg, der ihn bis an die
einsame Spitze der Vereinigten Staaten geführt hat.
Ein letzter Teil spielt in Kenia, wo Obama vor seinem Studium seine
väterliche Familie aufsucht - der Vater ist bereits verstorben - und sich
mit seinen Ursprüngen auseinandersetzt. Dieser Teil weist kulturell eine
ganz andere Färbung auf und liest sich ausnehmend interessant.
Insgesamt handelt es sich um eine ausgesprochen interessante Lektüre,
die sich auch literarisch überhaupt nicht zu verstecken braucht.
+++++ (ein Amazon Kunde): Kompakt und intelligent
Dies ist nicht eine Lebenserinnerung der üblichen Art, sie enthält
vielmehr als man erwarten könnte.
Barack Obama schrieb dieses Buch bereits im Jahr 1995 und enthüllte
darin seine Seele.
"Dreams from My Father" so nannte er seine literarische Arbeit und
sie war mehr als nur ein Versuch, sich literarisch zu zeigen.
Obwohl, es ist schon der Stil, der seinen Verfasser auszeichnet und
der die Leser mitnimmt. Ein Stil, der rhythmisch bewegt und alles enthält,
was große Literaten auszeichnet.
Man atmet mit.
Das alles ist aber weißgott nicht geradezu einfach zu lesen, obwohl
es einen weiterzieht in diesem großartigen Gemälde eines amerikanischen
Lebens inmitten des ausgehenden 20. Jahrhunderts und hinein ins 21. Es ist
mehr das Interessante daran, dass einiges gesagt wird und sofort gespiegelt
wird in einer fast ausufernden Vernunft. Das ist sichtlich bewegend und
schön zu sehen. Alles, die Kindheit, die Jugend, die alltäglichen
Geschehnisse in vielen Erdteilen und die innere Ausleuchtung des Ganzen,
also auch der Heirat seiner Eltern, die damals nicht einfach zu unternehmen
war und was sich daraus ergab, das alles erscheint in einem sich
spiegelnden Licht voller Hoffnung und Wendungen.
Die Suche nach dem Vater also ist der eigentliche Titel und das
Vorbild dieses Mannes, der sich für die Belange seines Volkes einbrachte
und der einen großen Wert auf Familie und Zusammenleben legte, ist wohl das
Ziel und ist der Beweggrund dieses Buches. Natürlich ist der Autor dabei
auf dem Weg zu sich selbst.
So entsteht ein derart buntes Gewebe amerikanischer und weltgewandter
Lebensart, das alles nur noch interessant und bewundernswert genannt werden
kann.
Sicherlich ist von einem solchen Mann Vieles und sogar Großes zu
erwarten, wir sollten aber nicht übersehen, dass Präsidenten, auch in
Amerika, ja gerade dort im Verbund mit den Mächten stehen, die das Sagen
haben. Das aber gilt überall auf unserer Erde und so sind unsere
Erwartungen gepaart mit der Hoffnung, dass Vernunft und Liebe sich finden
werden. Das ist z.B. ein schönes Ziel. Ich selbst bin guter Dinge, was das
angeht.
+++++ (ein Amazon Kunde): Sehr persönlich und aufschlussreich
Der Stil des zum ersten Mal vor ca. 14 Jahren erschienenen Buchs ist
für einen Politiker sehr persönlich gehalten, der Inhalt insgesamt sehr
aufschlussreich. "Ein amerikanischer Traum" beschreibt im Wesentlichen drei
Lebensstationen: Barack Obamas Kindheit in Hawaii und Indonesien, dann den
Beginn seiner politischen Arbeit in Chicago und schließlich die Suche nach
seiner Familie und seinen Wurzeln väterlicherseits in Afrika.
Wer sich ein genaueres Bild des neuen amerikanischen Präsidenten
machen möchte, der sollte das Buch unbedingt lesen. Seine ganze
Lebensgeschichte macht deutlich, dass dies tatsächlich mal wieder ein
"amerikanischer Traum" ist, denn im Grunde könnte er als ein Amerikaner mit
Migrationshintergrund bezeichnet werden: Geboren wird er auf Hawaii -
weitab vom amerikanischen Festland - als Sohn einer weißen Studentin aus
Kansas und eines schwarzen Studenten aus Kenia. Schon zwei Jahre nach
seiner Geburt trennen sich die Eltern wieder. Die Mutter heiratet bald
wieder, diesmal einen indonesischen Studenten, dem sie - zusammen mit
Barack - bald in dessen Heimat (noch weiter vom amerikanischen Festland
entfernt) folgt. Erst mit 10 kehrt Barack Obama nach Hawaii zurück, wo er
zunächst von den Eltern seiner Mutter aufgezogen wird. Dies zeigt
zweierlei: Erstens unterscheidet sich Obama mit seiner Lebensgeschichte
ganz erheblich von den meisten Afroamerikanern, und zweitens erwarb er
schon frühzeitig weit über die USA hinausgehende Erfahrungen, zu denen
beide Familienstränge (väterlicherseits und mütterlicherseits) beigetragen
haben.
Diese frühen Erfahrungen, gepaart mit einer genauen Beobachtungsgabe,
mit Intelligenz und Empathie und den Grundlagen, die er bei seiner
politischen Arbeit in Chicago erworben hat, haben ihn wohl zu der Person
gemacht, die nun auf eindrucksvolle Weise die US-Präsidentschaftswahl
gewinnen konnte.
außer dienst: eine bilanz
Autor/Autoren: Helmut Schmidt
Herausgeber: Random House Audio
Audio CD
Stichworte: [AUDIO/Sachbücher/Politik, Gesellschaft, Wirtschaft/Politik] [Politikwissenschaft] [Populäres] [Soziologie] [Deutschland; Politik/Zeitgeschichte (Audio-CDs)] [Politik; Audio-CDs] [Schmidt, Helmut; Audio-CDs] [Zeitdokumente (Audio-CDs)] [Biografie, Brief, Erinnerung, Tagebuch] [Erinnerung] [Hörbuch] [Politik, Diplomatie]
Kundenmeinungen:
+++++ (ein Amazon Kunde): Außer Dienst trifft nicht den Punkt
Faszinierend, phantastisch. Wer das Leben und die Arbeit von Helmut
Schmidt verfolgen konnte und nun eine, ja beinahe schonungslose
Zusammenfassung, liest, muss begeistert sein. Helmut Schmidt hat das Glück,
die Wirkung seines eigenen Tuns aus der Entfernung und innerhalb der
jüngeren Geschichte betrachten zu können.
Jetzt bedauere ich, dass ich dieses, sein Wirken nicht intensiver
verfolgt habe.
Ein Buch, welches Pflichtlektüre für jeden jungen Menschen werden
sollte.
Danke Helmut Schmidt.
der baader-meinhof-komplex:
Autor/Autoren: Stefan Aust
Herausgeber: Goldmann Verlag
Broschiert
Stichworte: [TB/Sachbücher/Politik, Gesellschaft, Wirtschaft] [Politik (ab 1949)] [Zeitgeschichte] [Baader-Meinhof-Gruppe] [Meinhof, Ulrike] [RAF ( Rote Armee Fraktion )] [RAF - Rote Armee Fraktion] [Rote Armee Fraktion - RAF]
Gerade noch rechtzeitig, bevor sich das 68-er Jubiläumsjahr mit dem
Kinostart des oskarverdächtigen Spielfilms Der Baader Meinhof Komplex zu
Ende neigt, hat der Autor der Drehbuchvorlage, Stefan Aust, eine neue
Version seines gleichnamigen Werkes von 1985 vorgelegt. Natürlich drängt
sich bei diesem Timing der Verdacht auf, es ginge dem unlängst geschassten
Chefredakteur des Nachrichtenmagazins Der Spiegel darum, beflügelt vom
Hype um den Film noch einmal kräftig Kasse zu machen. Doch die Anschaffung
des inzwischen auf knapp 900 Seiten angewachsenen Opus Magnus von Aust
lohnt sich tatsächlich! Nicht umsonst galt Austs ebenso präzise wie
unvoreingenommene Chronik der Ereignisse vom Juni 1967 bis zum
Deutschen Herbst 1977 schon bald nach Erscheinen der
Erstauflage als Standardwerk. Die Eliminierung von Fehlern, die
Anreicherung mit weiteren Details und die Illustration mit Fotos, die der
Autor für die dritte Ausgabe geleistet hat, wird diesen Anspruch sicherlich
weiter zementieren. Erstehanderfahrungen und die persönliche Bekanntschaft
mit etlichen Akteuren der RAF und deren Umfeld machten das Buch seit jeher
so einzigartig und authentisch. Dabei hat es der Sache nur wenig Abbruch
getan, dass Aust, der sich seine ersten Sporen noch unter der Ägide von
Ulrike Meinhof bei der linksradikalen Postille Konkret verdiente, mit dem
Verdikt des Revisionisten und Karrieristen im inneren Zirkel der RAF stets
auf eine Mauer des Schweigens stieß. Durchbrochen lediglich von einer
Handvoll Renegaten, die sich vor allzu unvorsichtigen Äußerungen freilich
gehütet haben dürften, um ihre Bewährung nicht zu gefährden. Vor allem im
Umgang mit ihnen und den offiziellen Quellen, die noch immer weit davon
entfernt sind, ungefiltert zu sprudeln, ist investigatives Gespür gefragt.
Und über ein solches verfügt der alte Hase des Enthüllungsjournalismus
zweifellos in einem weit höheren Maße als die meisten anderen Publizisten,
die sich in den letzten Jahrzehnten mit der RAF auseinandergesetzt haben.
Trugen bei der Neuausgabe von 1997 vor allem Unterlagen des Ministeriums
für Staatssicherheit (MfS) sowie Aussagen einiger in der DDR
untergetauchter RAF-Mitglieder zur weiteren Erhellung des dunkelsten
Kapitels der deutschen Nachkriegsgeschichte bei, so kreist Austs Spot
diesmal über den zwielichtigen Machenschaften westdeutscher
Geheimdienstler, die er schon in seiner TV-Dokumentation beleuchtete. Auch
in dieser Hinsicht eine erhellende Lektüre! Roland Detsch,
literaturanzeiger.de Aus der Amazon.de-Redaktion
Kundenmeinungen:
+++++ (ein Amazon Kunde): Das aktualisierte und erweiterte Standartwerk zur RAF-Geschichte
Die arg kontrovers diskutierte Verfilmung des von Stefan Aust
verfassten Klassikers zur Geschichte der RAF "Der Baader-Meinhof-Komplex"
wird durch eine komplett überarbeitete und erstmals mit Bildmaterial
versehene Neuauflage des Buches begleitet. Durchgesehen vom Autor und um
100 Seiten Text sowie 150 Fotos erweitert liegt das bei Hoffmann und Campe
erschienene Standartwerk zum Terrorismus in Deutschland gewichtig in der
Hand. Und dies gleich im doppelten Sinne, denn neben den wälzerhaften
Ausmaßen bleibt es bei der schon vor 23 Jahren beim erstmaligen Erscheinen
gültigen Aussage, dass dieses Buch mit seinem populärwissenschaftlichen
Anspruch nicht ignoriert werden kann und Stefan Aust ein fassbares Porträt
der terroristischen Unfassbarkeit sowie der dabei agierenden Personen
geschaffen hat.
+++++ (ein Amazon Kunde): Sehr gute Dokumentation...
Stefan Aust war 1967 bis 1969 Redakteur der Zeitschrift "konkret", in
der auch Brigitte Meinhof mitarbeitete, bevor sie mit der Befreiung Baaders
in den Untergrund ging und der RAF beitrat. Mit dem RAF-Aussteiger Peter
Homann befreite er 1970 sogar auf eigene Faust die Meinhof-Zwillinge
Bettina und Regine Röhl, die von Mitgliedern der RAF nach Sizilien
verschleppt worden waren. Dafür bekam er Morddrohungen von der RAF.
Daraus erkennt man bereits, wie eng verflochten Aust auch persönlich
mit der von ihm meisterhaft recherchierten Arbeit zur Entstehung und
Zerschlagung der Baader-Meimhof-Gruppe war. 1985 erstmals erschienen, legt
der langjährige Spiegel-Mitarbeiter 1997 eine aktualisierte und erweiterte
Fassung vor, die möglich wurde durch die Einbeziehung der Akten des
Ministeriums für Staatssicherheit der DDR nach dem Fall der innerdeutschen
Grenze 1989. Er betont im Vorwort zur neueren Ausgabe auch, daß u.a.
dadurch bessere Einblicke in das Wissen um den Selbstmord der
Stammheim-Häftlinge bei der RAF selbst und auch in das ganze Ausmaß des
Versagens beim staatlichen Fahndungsapparat im Zusammenhang mit der
Schleyer-Entführung möglich wurden.
Das Buch mag nicht strengen wissenschaftlichen Ansprüchen genügen, da
einzelne Textquellen und ein Literaturverzeichnis fehlen, dennoch ist es
überaus gründlich recherchiert, indem Aust auf Interviews und die Analyse
von 60 laufenden Metern Akten zurückgriff. Es geht streng chronologisch
vor, wenn auch eingeleitet mit dem "Tod in Stammheim" in der Nacht zum 18.
Oktober 1977 als Reaktion auf die mißglückte Entführung der
Lufthansa-Maschine "Landshut".
Im 1. Teil "Wege in den Untergrund" erfährt der Leser anläßlich der
Befreiung Andreas Baaders 1970 die Entstehungsgeschichte der Rote Armee
Fraktion im Gefolge der (versehentlichen?) Erschießung des pazifistischen
Romanistik-Studenten Benno Ohnesorg durch einen Polizisten bei einer
Berliner Demonstration gegen den Schah-Besuch am 2. Juni 1967, die
Führungsgestalten werden dabei in ihrem biografischen Bezug und ihrer
Motivation zum Untergrundkampf gegen den Staat genauer vorgestellt.
Der 2. Teil "Die ungestüme Herrlichkeit des Terrors" beschreibt die
inneren Auseinandersetzungen der RAF-Mitglieder und das tägliche Leben auf
der Flucht vor der staatlichen Verfolgung, die Organisation des Überlebens
mit Banküberfällen, Klau von Autos und Anmieten von Wohnungen, Aufsuchen
von Unterschlupfmöglichkeiten bei Sympathisanten und die Verhaftungen der
ersten RAF-Mitglieder im Sommer 1972.
Im 3. Teil "Die Kostüme der Müdigkeit" geht es um den Terror der
Organisation "Schwarzen September" 1972 im Zusammenhang mit den olympischen
Spielen, durch den palästinensische Gefangene in Israel mittels brutaler
Gewalt freigepreßt wurden und deren Beispiel von den Inhaftierten der RAF
als vorbildlich gelobt wurde. Berichtet wird im Folgenden die lange
Untersuchungs- (Isolations-) haft der 5 Kernmitglieder der Gruppe (Andreas
Baader, Gudrun Ensslin, Ulrike Meinhof, Hoger Meins und Jan-Carl Raspe) mit
mehreren Hungerstreiks und Zwangsernährung, die Holger Meins schließlich
das Leben kosteten. Es wird deutlich, wie gut es den Gefangenen gelang,
sich trotz Isolation zu verständigen und sogar Waffen einzuschmuggeln. Der
Sturm einer sich formierenden 2. RAF-Generation auf die deutsche Botschaft
in Stockholm zur Befreiung der Baader-Meinhof-Bande im April 1975
scheitert. Dafür war vorher geglückt die Freipressung der sechs
Inhaftierten Horst Mahler, Verena Becker, Gabriele Kröcher-Tiedemann,
Ingrid Siepmann, Rolf Heißler und Rolf Pohle anläßlich der Entführung des
Berliner CDU-Spitzenkandidats Peter Lorenz im Februar 1975.
Der 4. Teil behandelt den Strafprozeß, der der Baader-Meinhof-Gruppe
gemacht wird und sich vom 21. Mai 1975 bis zum 28. April 1977 hinzog,
unterbrochen nur kurz vom Selbstmord Ulrike Meinhofs in ihrer
Stammheim-Zelle in der Nacht zum 9. Mai 1976.
Im 5. Teil "44 Tage im Herbst" wird schließlich geschildert die
Entführung und schließliche Ermordung des Arbeitgeberpräsidenten Hanns
Martin Schleyer, die vergebliche Entführung der Lufthansmaschine "Landshut"
mit dem Reflex des Selbstmordes der 3 Stammheimhäftlinge Baader, Ensslin
und Raspe, sowie dem mißglückten Selbstmordversuch Irmgard Möllers in der
Nacht zum 18. Oktober 1977.
Das sehr lesenswerte Buch ist möglichst neutral geschrieben und
informiert sachlich und sehr umfassend über alle wichtigen Details dieser
10 Jahre bundesdeutscher Geschichte vom "heißen Herbst" 1967 bis 1977. Von
mir daher uneingeschränkt 5 Sterne. (13.12.08)
++++ (ein Amazon Kunde): erhellend erschreckend
Sie können die vielen Kommentare lesen, der Einblick zum Thema RAF ist
enorm.
Nur zwei besondere Aspekte die hier auffallen:
- Hat sich während der Zeit des Kampfes gegen die RAF je jemand
wirklich mit deren Thesen auseinandergesetzt? Auch mit deren ursprünglichen
Thesen? Verwunderlich, wie wenig es danach aussieht und wie wenig Aust zu
Ansichten von Baader, Meinhof und Co schreibt.
- Der erschreckende zweite Aspekt: Aust wirft Fragen auf. Wie beugt
ein Staat sein eigenes Recht um Recht zu schaffen? Nicht nur Fehler sondern
auch bewusste "Fehler" des Polizeiapparates werden aufgedeckt und
hinterfragt. Ein überforderter Staat greift zu auf rechtsbrechende
Kontrolle?! Automatisch stellt sich der Leser die Frage nach Parallelen zu
heute.
Das Buch ist lesenswert, ein Stück der Geschichte des
Nachkriegsdeutschlands, ein Teil unserer Geschichte und vielleicht die
Chance in Zusammenhang mit Film und Buch auch die inhaltlichen Fragen der
RAF aufzuarbeiten und als Volk zu verarbeiten. Vielleicht auch die Chance
stärker für das Thema der staatlichen Überwachung sensibilisiert zu werden.
+++++ (ein Amazon Kunde): Zu Recht das Standardwerk zum Deutschen Herbst
Wertfreie Dokumentation, Versuch die Gedanken und Hintergründe der RAF
begreiflich zu machen, extensive Schilderung der Schnittstelle RAF - Staat
(vor und nach Verhaftungen). Ausführliche Dokumentation der Sichtweise der
Gefangenen. Besser kann man ein Buch zu diesem Thema nicht schreiben.
fucking berlin: studentin und teilzeit-hure
Autor/Autoren: Sonia Rossi
Herausgeber: Ullstein TB-Verlag
Broschiert
Stichworte: [TB/Sachbücher/Politik, Gesellschaft, Wirtschaft/Biographien, Autobiographien] [Belletristik] [Biographien, Erinnerungen] [Berlin; Berichte/Erinnerungen] [Prostitution; Berichte/Erinnerungen] [Bordell ( Prostitution )] [Callboy] [Callgirl] [Prostitution - Bordell]
Kundenmeinungen:
+++++ (ein Amazon Kunde): Durch Zufall an das Buch gekommen, aufjedenfall zu empfehlen
Das Buch ist wirklich gut geschrieben, wer gerne Bographien liest
(Wüstenblume...) sollte sich das Buch aufjedenfall kaufen und sich dann ein
Wochenende frei nehmen, da man es nicht mehr weglegen kann.
Hut ab vor dieser Frau!!!!
+++++ (ein Amazon Kunde): Tolles Buch
Bin noch ziemlich jung, daher für mich ein Vorteil, dass das Buch
leicht zu lesen ist.
Ich fand es sehr interessant mal die perspektive einer jungen
"normalen" frau die als prostituierte arbietet zu sehen. meist werden
solche geschichte nur über drogenabhängige und ähnliche formuliert.
Ich denke, das Buch soll den Leuten zeigen, dass Prostitution für
viele Menschen ein normaler Job ist und sie auch respektiert werden wollen.
Ich jedenfalls konnte mich von diesem Buch kaum lösen und werde in
nächster Zeit auch ein Referat darüber halten.
5 Sterne von mir!
++++ (ein Amazon Kunde): Wer schauriges erwartet wird enttäuscht !
Dieses Buch ist in der Form einer Autobiographie geschrieben. Wer
sensationelles erwartet wird enttäuscht. Sonia Rossi schreibt nun mal
darüber wie SIE diese Jahre ihres Lebens erlebt hat. Tiefblickende
Einblicke in Ihre Seele verweigert sie dem Leser aber erwartet man das ?
Die Autorin scheint ziemlich "cool" mit der Tatsache umgegangen zu sein,
sich zu prostituieren, und so kommt das Buch auch rüber. Doch ich als Frau
denke, das man in diesem Gebiet auch cool sein muß, sonst kann man das
überhaupt nicht. Ich kenne auch ein Frau, die in diesem Gewerbe arbeitet
und aber auch eine ganz normale Beziehung hat. Sie sagt, sie kann das ganze
total ausblenden wenn sie mit Ihrem Freund zusammen ist. Ich denke man
sollte über so jemand nicht urteilen von wegen eingebildet und so weiter.
Früher war ich auch schnell mit Urteilen, bin aber auch schon in
Situationen in meinem Leben gekommen, die ich mir vorher nicht hätte
träumen lassen. Seit dem lebe ich nach der Devise "Urteile über niemanden
in dessen Schuhen du noch nicht gelaufen bist". Und wenn Frau Rossi gute
Zensuren hatte, warum darf sie das nicht sagen oder schreiben ??? Macht
doch jeder andere "normale" Mensch auch.
Das einzige was mich bei der ganzen Sache stört ist die
Ausländerthematik.
In dem Buch werden mehrere Charaktere beschrieben, z.b. auch ihr
Freund Ladja, der als sie ein Kind bekommt, Stütze vom deutschen Staat
erhält, aber selbst kaum gearbeitet hat. Das sind halt Sachen da kann ich
an die Decke gehen, wenn ausländische Mitbürger denken, sie können hier her
kommen und auf Saatskosten leben. Ich beispielsweise hätte auch gerne
studiert, bei uns war es aber einfach finanziell nicht drin und so hat man
es halt gelassen. Mich stört halt diese Selbstverständlichkeit mit der
manche Ausländer hier her kommen und denken wird schon gehen, ohne einen
Gedanken daran zu verschwenden wie man hier arbeiten könnte.
+++ (ein Amazon Kunde): Fragwürdige Geschichte
Ist Prostitution etwas Schlimmes?
Das bleibt die Frage, wenn man dieses Buch gelesen hat.
Was von Anfang an positiv auffällt, ist der relativ simple
Schreibstil. Man kann das Buch schnell runterlesen, muss sich nicht lange
damit aufhalten und mäßig spannend ist es auch. Das war\'s dann leider auch.
Um zur Eingangsfrage zu kommen- ein junges Mädchen kommt nach
Deutschland, hat kein Geld und dieser Weg führt sie direkt in die
Prostitution. Emotionen? Fehlanzeige. Natürlich betont die Autorin, wie
schwierig das war und wie sich sich teilweise geekelt hat, aber der Weg zur
Prostitution schien ihr nicht besonders viel Überwindung abzutrotzen. Und
genau da liegt das Problem- auf der einen Seite bedauert das Mädchen, dass
sie anschaffen gehen muss, auf der anderen Seite kommt dieses Bedauern
nicht wirklich rüber. Es klingt eher nach \'Schön war es nicht, aber wenn es
sein muss.\' Wie ein Zahnarztbesuch. Und teilweise wie eine Sicht, nicht
aufhören zu können. Manche Argumente, wieso sie bei der Prostitution
bleibt, sind einfach schwach. Schwache Entschuldigen, die in einem eine Wut
auf die Autorin auslösen.
Als kurze Lektüre ohne großen Tiefgang sicherlich interessant, aber
leider nichts Neues und auch nicht besonders berührend- schade, bei diesem
Thema.
++ (ein Amazon Kunde): Konstruierte, langweilige Erzählung einer unsympathischen Heldin
Ich bin wirklich enttäuscht von dem Buch. Ich hatte ziemlich hohe
Erwartungen und dachte "Yeah, mal was anderes".
Erstens: Es ist alles so klischeehaft, um wahr zu sein. Als hätte sie
sich die Geschchte ausgedacht. Zwei Ausländer treffen sich, er bleibt
einfach bei ihr, sie heiraten, damit er eine Arbeitserlaubnis bekommt und
nicht mehr auf den Strich gehen muss. Außerdem kifft er denganzen Tag. Sie
betrügt ihn... Und alles wirkt irgendwie konstruiert. Die ganzen Gespräche,
die sie wiedergibt. Das Buch soll doch eine wahre Geschichte
wiederspiegeln, oder nicht? Wie kann sie dann die ganzen Unterhaltungen
Wort für Wort wiedergeben? Hat mich ziemlich gestört.
Zweitens: Auch, wenn alles konstruiert wirkt - sie enthüllt nichts
Neues, es gibt nichts Überraschendes. Es ist in jedem Bordell dasselbe und
es wundert mich, dass sie mit den ganzen langweiligen Geschichten ein
ganzes Buch mit fast 300 Seiten gefüllt hat. Ihre Schilderungen sind weder
erotisch, noch ekelhaft. Alles ist neutral, langweilig, geradlinig. Sie tut
jedoch die ganze Zeit so, als ihr Leben etwas ganz Besonderes, was ich so
nicht nachvollziehen kann.
Drittens: Sie erwähnt Dinge im Buch, die für den Verlauf der
Geschichte keine Rolle spielen und auch zu keiner Atmosphäre beitragen. Sie
sind einfach unnötig. Man wartet die ganze Zeit, dass sie nochmal
auftauchen und vielleicht im späteren Verlauf des Buches aufgegriffen
werden und so einen Sinn machen. Aber man wird enttäuscht. Es ist
stilistisch wirklich schlecht und langweilig geschrieben. Sie reiht nur
immer wieder ihre Geschichten, die sich immer wieder wiederholen aneinander
und schildert diese auf monotone Weise.
Viertens: Sie ist gänzlich unsympathisch. Sie prahlt damit rum, dass
sie im Studium fast nur 2en hat, obwohl sie so selten hingeht. Sie tut so,
als würde sie ein außergewöhnliches Leben führen "In meiner Branche bla
blah". Als erfülle sie es mit Stolz. Zugleich beklagt sie sich nur über ihr
schreckliches Leben. Und dann diese ganzen strohdoofen Entscheidungen, die
sie in ihrem Leben getroffen hat. Sie ist doch ein gebildeter Mensch -
warum dann so naiv? Sie hat keine sozialen Kompetenzen, wahrscheinlich kann
sie nur mit Zahlen umgehen. Sie wollte wohl erreichen, dass man ein anderes
Bild von Huren erhält. Bei mir ist ihr das nicht gelungen. Ich habe Huren
nie für dumme Menschen gehalten - sie hat mich vom Gegenteil überzeugt.
Da stellt sich doch die Frage, warum sie dieses Buch geschrieben
hat... haha, um Geld zu verdienen. Und das merkt man auch. Ein einfaches
Buch, das schnell runtergelesen ist, einen jedoch nicht weiter bringt.
gomorrha. reise in das reich der camorra
Autor/Autoren: Roberto Saviano
Herausgeber: Hanser Belletristik
Gebundene Ausgabe
Stichworte: [HC/Politikwissenschaft/Politik, Wirtschaft] [Politik (ab 1949)] [Zeitgeschichte] [Sachbuch / Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Recht] [Camorra] [Premio Giancarlo Siani] [Premio Viareggio-Repaci] [Geschichte, Politik, Gesellschaft] [Mafia] [Organisiertes Verbrechen] [Sizilien]
Kundenmeinungen:
++ (ein Amazon Kunde): non-fiction roman feat. glaubwürdigkeitsproblem
"Das Buch hat es in sich: Der Autor stammt aus Neapel. Saviano liefert
Hintergründe - und er nennt Namen." ARD
Ich habe Gomorrha noch nicht durchgelesen. Ich muss aber jetzt schon
lachen, sobald meine Augen über die Inhaltsbeschreibung auf dem Buchcover
streifen.
Er nennt Namen- und wie! Roberto Saviano scheint sich nicht zu
schämen, über zwei Seiten (!!!) die Spitznamen der "Bosse" aufzuzählen und
hier und da persönliche Interpretationen auf das Äußere oder den Charakter
des Inhabers niederzuschreiben. Und wem das als Leser nicht reicht, dem
verspreche ich auf jeder Seite mindestens zwei neue Namen, manchmal total
aus dem Zusammenhang gerissen.
Ich habe mir dieses Buch gekauft, weil ich mehr über die moderne
Mafia erfahren wollte.
"Das Resultat ist eine Mischung aus Reportage, Dokumentation und
investigativem Journalismus." (Buchbeschreibung)
Das habe ich erwartet- und es gibt diese spannenden, erschreckenden
Passagen des Buches:
Eingefrorene Billigarbeiter aus dem Ausland, Strukturen der
Textilindustrie, Drogengeschäfte, die "Schwarzindustrie" im Süden Italiens.
Der Käufer wird jedoch entgegen der Beschreibung einen "Non-Fiction"
Roman, wie Saviano sein Buch selber nennt, in den Händen halten.
Und damit bricht in meinen Augen das Fundament..
Roberto Saviano spielt an vielen Stellen mit seiner Glaubwürdigkeit.
Er montiert Szenen (s. Interview: Roberto Savianos mit Fiona Ehlers), die
aber nicht zum besseren Verständnis führen. In dem genannten Interview
widerspricht er sich sogar selbst:
Im Buch berichtet er von Pasquale, einem begabten aber unterbezahlten
Schneider für die untergrabene Modeindustrie, der den Auftrag erhält einen
maßgeschneiderten Anzug zu fertigen und diesen später auf der
Oscarverleihung an Angelina Jolie wiedererkennt. Aus verletztem Stolz
stellt er seine guten Fähigkeiten nicht mehr zu Verfügung, liefert nur noch
Waren aus und begegnet im weiteren Verlauf dem Autor hier und da rein
zufällig auf offener Straße. Im Interview sagt Saviano, dass Pasquale von
der Mafia strafversetzt wurde. Nur ein kleines Beispiel- aber was stimmt
und was nicht?
Der Schreibstil gleicht auch eher der Beschreibung Savianos als der
des Verlegers. Wer Sätze wie "Es riecht nach Fabrikschloten, aber es gibt
keine Fabriken" mag, wird dieses Buch lieben.
++ (ein Amazon Kunde): Wird dem Hype nicht gerecht: Leider mit der Dauer äußerst ermüdend
Das Buch ist mittlerweile schon so lange in den Medien, dass es einen
irgendwann in Form eines Geschenkes einholt. Das Thema ist interessant, die
(professionellen) Rezensionen im Hinterkopf und die Erwartungshaltung
entsprechend. Zunächst enttäuscht Saviano diese auch nicht. Der Einstieg
ist packend, die Schilderungen detailliert und drastisch. Seine Wut springt
bald auf den Leser über. Das Problem: Saviano hat eigentlich recht schnell
alles gesagt. Deshalb wiederholt er es immer wieder, neue Namen (die sich
eh alle gleich anhören) und alte Geschichten. Schon nach ungefähr 100
Seiten ist dieser Punkt erreicht. Und von da an geht es mit der Qualität
des Buches rapide bergab, es verkommt zu einer reinen Aufzählung. Deutlich
merkt man, dass Saviano ein guter Journalist ist - aber eben kein guter
Autor. Gegen Ende springt er hektisch von Thema zu Thema, ein roter Faden
ist nicht mehr zu erkennen. Da ist das Buch längst zur Qual geworden, die
Seiten erscheinen einem als Bleiwüsten angereichert mit endlos vielen
italienischen Namen. Den medial erworbenen Vorschusslorbeeren kann dieses
Buch allenfalls im Ansatz gerecht werden und ist (leider wieder einmal) ein
etwas hohler PR-Hype.
+++ (ein Amazon Kunde): Achtenswerte Motivation, unzureichende Umsetzung
Zunächst: Dem Autor gebührt alle Hochachtung, die denkbar ist. Sich
einer der weltweit aggressivsten Verbrecherorganisationen entgegen zu
stellen, nötigt eine Verbeugung ab.
So hat man die Ehre, beinahe wöchentlich aus den Medien zu erfahren,
was derartigen "Dissidenten" blüht: Geschäftslokale werden ohne lange zu
fackeln abgefackelt, ganze Familien der Vendetta wegen ausgelöscht usw.
Dies sei klargestellt.
Der geneigte Rezensent kommt allerdings nicht umhin, an den
handwerklichen Fähigkeiten des Autors zu mäkeln:
Es liest sich mühsam. Als Bettlektüre (und nicht ob der Schwere der
Thematik) nicht zu empfehlen. Wie bereits von Kolleginnen und Kollegen wohl
richtig konstatiert wurde: Der Autor neigt dazu, sich zu überschätzen. Als
Journalist wohl richtig am Platz - die Recherchen sprechen ja für sich -,
heißt dies allerdings noch nicht, auch für die Profession des Buchautors
prädestiniert zu sein.
Zu schwerfällig der Duktus, zu selbstverliebt die Darstellung, die
schwer einmal auf den Punkt kommt: der Autor verliert sich in der Wüste des
eigenen Anspruchs.
Schade - daher leider nur bedingt zufriedenstellend.
+++ (ein Amazon Kunde): Kurz und bündig bewertet...
Meine kurze aber bündige Rezension:
+ die Darstellung der Reichweite und des Einflußes der Camorra,
national und international... da sieht man Italien wieder mit anderen Augen
- die Masse an Namen, Spitznamen und Ortschaften,
Verwandschaftsgraden und Beziehungen untereinander läßt einem während der
Geschichte das Gesicht einschlafen
++++ (ein Amazon Kunde): Die harte Realität im Reich der Camorra
Das öffentliche Bild vom organisierten Verbrechen mag zwar von der
sizilianischen Mafia geprägt sein, doch diese ist gegen die süditalienische
Camorra, so der Autor, kaum mehr als ein Knabenchor. Roberto Saviano, der
inzwischen im Untergrund lebt, erhielt für seine Recherchen zu diesem Buch
2006 den Premio Viareggio, einen italienischen Literaturpreis. Während die
italienischen Juroren vermutlich ausreichend Hintergrundkenntnisse
besitzen, um zwischen harten Fakten und Überzeichnung unterscheiden zu
können, ist davon beim deutschen Otto-Normal-Leser höchstwahrscheinlich
nicht auszugehen. Die Frage, wo Savionas Buch nun Roman und wo Sachbuch
ist, kann der Laie kaum beantworten. Nicht zuletzt, weil die Kapitel in
sich abgeschlossen sind und damit oft zusammenhanglos erscheinen. Der rote
Faden versteckt sich hinter blutigen Anekdoten.
eine kurze weltgeschichte für junge leser: von den anfängen bis zum mittelalter. 5 cds
Autor/Autoren: Ernst H. Gombrich
Herausgeber: Argon Verlag GmbH
Audio CD
Stichworte: [Geschichte, Politik, Zeitgeschichte] [Hörbuch] [AUDIO/Kinder- und Jugendbücher/Sachbücher, Sachbilderbücher/Geschichte, Politik] [Kinder- und Jugendbücher] [Sachbücher] [Weltgeschichte; Kindersachbuch/Jugendsachbuch (Audio-CDs)]
1EINE KURZE WELTGESCHICHTE F Product Description
Kundenmeinungen:
+++++ (ein Amazon Kunde): Geschichte - unterhaltsam mit Tiefe ohne Langeweile
Der Anfang schleppt sich ein bisschen. Aber dann legt die Geschichte so
richtig los und macht insbesondere meinem älteren Sohn (12) noch mehr Lust
an Geschichte. Der jüngere (9) tut sich ein Stück schwerer. Kein Problem,
er kriegt es in 2-3 Jahren halt noch mal zu hören. Mir als Erwachsenen hat
es bestens gefallen und ich habe einiges aufgefrischt bzw. sogar neu
erfahren. Und das noch dazu unterhaltend ohne zu langweilen.
+++++ (ein Amazon Kunde): Allgemeinbildung leicht verdaulich dargebogen
Dieses Hörbuch ist auch für Erwachsene interessant und ermöglicht es,
sich auf angenehme und vergnügliche Weise ein Überblicks-Allgemeinwissen
anzueignen. Man erwirbt sich eine Art Grundgerüst, in das man dann anderes
"einhängen" kann. Ich habe kürzlich in Spanien die Alhambra besichtigt und
an einer Führung teilgenommen. Ich habe gezögert daran teilzunehmen, weil
ich Führungen bisher meist sehr langweilig fand und mich zwingen musste
zuzuhören. Durch das Hörbuch von Ernst Gombrich hatte ich so viel
Hintergrundwissen erworben, dass ich die einzelnen Annekdoten und Hinweise
bei der Führung einordnen konnte und sehr viel Spaß daran hatte. Sehr zu
empfehlen!
++++ (ein Amazon Kunde): Geschickt verdichtet und verknüpft
Das Erste was auffällt ist die Aussprache. Christoph Waltz hat einen
Dialekt und eine Betonung, die schon sehr ungewöhnlich, auch teilweise
abgehackt ist. Kombiniert mit einer holprigen Wortwahl und Formulierung (z.
B. \'nach dem Osten\' statt \'nach Osten\' oder \'wiewohl\' statt \'obwohl\'), muss
man sich etwas reinhören und meine Kinder waren teilweise etwas irritiert.
Wenn man der CD zuhört, so fällt vor allem die Kunst auf, durch
direkte Ansprache der Kinder ("Du"), durch kindgerechte Zwischenfragen,
Verknüpfungen, punktuelle Details und zusätzliche Erläuterungen z. B. von
geschichtlichen Redewendungen das für die meisten eher trockene Thema
\'Geschichte\' spannend und locker zu vermitteln.
Dass Schwerpunkte gesetzt werden müssen, die Kontinente Afrika,
Australien und Amerika ganz fehlen und auch aus der alten Welt viele
Etappen und Herrscher übersprungen werden müssen, ist völlig klar und der
Länge nach angemessen. Die ausführliche Schilderung der Lebensweise der
Ritter und des höfischen Lebens erscheint demgegenüber jedoch eindeutig zu
lang. Aber die Kinder stört es nicht, weil das Thema Ritter natürlich immer
gut ankommt.
Das neutral dargestellte Kapitel über die Ursprünge und Grundpfeiler
des Islam ist (gerade heute) sehr interessant und wichtig.
Die eindeutig christliche Weltanschauung des Autoren (jenseits der
historischen Bedeutung von Kirche, Rom und den Päpsten) kommt in diversen
Kapiteln deutlich herüber.
Darüber hinaus kann ich den guten Rezensionen der Vorredner nur
zustimmen und sprare mir eine Wiederholung.
Also: Solch ein Werk ist für alle jungen Zuhörer (und auch älteren
Zuhörer, die ein Grundwissen auffrischen wollen) eine spannende und
lebendige Art, Geschichtswissen zu vermitteln.
erzähl doch mal von früher: loki schmidt im gespräch mit reinhold beckmann
Autor/Autoren: Loki Schmidt
Herausgeber: Hoffmann und Campe
Gebundene Ausgabe
Stichworte: [HC/Sachbücher/Politik, Gesellschaft, Wirtschaft/Biographien, Autobiographien] [Ballett] [Fernsehen] [Film] [Theater] [Sachbuch / Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Recht] [Schmidt, Hannelore (Loki); Biografien/Erinnerungen]
Kundenmeinungen:
+++++ (ein Amazon Kunde): Faszinierende Frau mit bewegtem Leben
Ich habe das Buch gekauft und sofort durchgelesen. Es ist als Interview
aufgeschrieben, deshalb wirkt es sehr lebendig und nah. Reinhold Beckmann
und Loki Schmidt mögen sich, das wird deutlich. Der geübte Interviewer
führt die ehemalige First Lady Deutschlands durch verschiedene
Lebensabschnitte und fragt gezielt nach, so dass sich ein buntes, bewegtes
Bild ergibt. Als Leser hat man das Gefühl, man sei hautnah dabei. Auch die
vielen Fotos gewähren Einblicke in die jeweilige Zeit, die gerade
beschrieben wird.
Auch private Dinge kommen zur Sprache, etwa wie es für Loki war, als
Helmut Schmidt das Mißtrauensvotum ausgesprochen wurde, wie sie andere
Politiker dieser Zeit privat erlebt hat, wie sie die Beziehung zu ihrem
Mann all diese Jahre so liebevoll erhalten hat und viele andere...
Ein ganz persönliches Gespräch mit einer faszinierenden starken
Frau...Danke Herr Beckmann!
Meine Eltern werden das Buch sicherlich auch gerne lesen, da sie Loki
Schmidt schon immer gerne hatten.
++++ (ein Amazon Kunde): Faszinierende Persönlichkeit
Mit "Erzähl doch mal von früher° sind nun Loki Schmidts
Lebenserinnerungen erschienen. Das Buch ist im Stile eines Interviews
geschrieben, was zunächst etwas befremdlich wirkt, mit zunehmender
Lesedauer aber seinen eigenen Reiz entwickelt.
Die Erlebnisse dieser absolut faszinierenden Frau, die auch heute
noch für viele Menschen Vorbildcharakter besitzt, ziehen den Leser schnell
in ihren Bann. Hanseatisch, aufrecht und oft herrlich unangepaßt geht Loki
Schmidt durch das Leben. Besonders die erste Buchhälfte, von der Kindheit
in den zwanziger Jahren bis zur frühen Nachkriegszeit, vermag zu fesseln.
Danach kommt es leider immer wieder zu Abschnitten, denen man
mangelden Tiefgang bescheinigen muß. Dieses zeigt sich besonders deutlich
in den Berichten über Willy Brandt, Herbert Wehner und Franz Josef Strauß.
Hier hapert es auch an den Fragestellungen des Gesprächspartners
Reinhold Beckmann. Mäßig einfühlsam werden die Fragen abgespult. Besonders
an kniffligen Stellen, wird Beckmann zu plump und Loki Schmidt blockt ab.
Schade, hier wäre mehr möglich gewesen.
Ein weiterer Minuspunkt, der erwähnt werden muß, ist das m.E.
schlechte Preis-Leistungs-Verhältnis. Besonders, wenn man die dürftige
Papierqualität betrachtet und den Geruch nach billigem Leim, der einen beim
Öffnen des Buches entgegenschlägt.
Fazit: Trotz der nicht unwesentlichen Minuspunkte bereitet das Buch
kurzweilige Lesefreude. Eine Taschenbuchausgabe hätte es aber auch getan.
der crash kommt: die neue weltwirtschaftskrise und wie sie sich darauf vorbereiten
Autor/Autoren: Max Otte
Herausgeber: Ullstein Tb
Broschiert
Stichworte: [TB/Sachbücher/Politik, Gesellschaft, Wirtschaft/Wirtschaft/Allgemeines, Nachschlagewerke] [Wirtschaft International] [Weltwirtschaftskrise] [Krise (wirtschaftlich, politisch)] [Weltwirtschaftskrise ( Wirtschaftskrise )] [Wirtschaftskrise] [Wirtschaftskrise - Weltwirtschaftskrise]
Was, wenn sich der Traum von der Steuerbarkeit der
Wirtschaftsentwicklung als große Illusion entpuppt? Wenn der anhaltende
globale Aufschwung der letzten Jahrzehnte in einem großen Crash zu Ende
geht und in eine lange Ära der Depression mündet? Der bekannte
Finanzprofessor und Buchautor Max Otte ist sich sicher: Der Crash kommt.
So heißt das neue Buch des Wormser Ökonomieprofessors, der sich der Rolle
des ökonomischen Ketzers zeigt. Sein Buch ist eine flammende Anklageschrift
gegen die herrschende Lehrmeinung der ökonomischen Zunft. Und eine
dringende Mahnung: Es ist wichtiger denn je, Vorsorge zu treffen -- bevor
es zu spät und der Crash da ist. Ottes Anklage gilt dem
Machbarkeitsglauben der Ökonomen, durch die Steuerung der Geldmenge die
Inflation beeinflussen zu können. Genau das kann sie nicht!,
proklamiert Otte. Denn der Geldsegen aus der Notenpresse fließe vor allem
in immer spekulativere Investments. Und irgendwann werde
die Masse der Schulden unter ihrem eigenen Gewicht
zusammenbrechen, prophezeit der Autor: Nach allem, was mir
meine Daten sagen, ist eine Weltwirtschaftskrise in den nächsten fünf
Jahren sehr wahrscheinlich. Die Globalisierung selbst hat eine große Blase
erzeugt, die über kurz oder lang entweder schnell platzen oder langsam in
sich zusammensinken muss. Die Folge: Vermögen wird vernichtet. Die
Wirtschaft schrumpft. Deflation regiert -- mit drastischen Auswirkungen:
Staatsbankrott, Währungsreform. Das Gespenst von 1929, der letzten großen
Weltwirtschaftkrise. Ottes Mahnung: Treffen Sie die notwendigen
Vorbereitungen, seien Sie gelassen, und vermeiden Sie Verluste! Den
Vorkehrungen gegen die kommende Krise ist der zweite Teil des Buches
gewidmet. Otte verrät hier Anlagestrategien, die es ermöglichen sollen,
eine Weltwirtschaftskrise zu überstehen. Seine Empfehlung: sich vorbereiten
und seine Vermögensangelegenheiten in die eigenen Hände nehmen. Dabei
kommen als antiquiert angesehene Formen der Wertanlage zu neuen Ehren:
Bargeld und Gold sollen helfen, die Krise zu überdauern. Ottes Warnungen
sind drastisch. Ob man ihnen Glauben schenkt oder nicht, ist letztlich
wiederum eine Frage des Glaubens. Oder der theoretischen Vorentscheidung:
Ist man ökonomischer Pessimist oder Optimist? Sieht man in der Krise einen
normalen Begleitumstand des Wirtschaftens oder hält man sie für eine
vermeidbare Panne? Ob man richtig lag, weiß man leider immer erst nachher.
-- Winfried Kretschmer Aus der Amazon.de-Redaktion
Kundenmeinungen:
++++ (ein Amazon Kunde): Nach dem Crash ist vor dem Crash
Vorneweg: wer sich von einem Buch eine detaillierte Strategie für die
aktuelle Krise erwartet, wird natürlich enttäuscht, vor allem, wenn er
Ottes Empfehlungen (aus 2006!) mit dem heutigen Wissen beurteilt. Wie jedes
Buch, ist es vor allem gut, um eigenes Nachdenken zu fördern.
Zum Glück habe ich dieses Buch schon vor 1 Jahr gelesen - auch wenn
meine persönliche Investmentstrategie natürlich eigenem Nachdenken folgte,
so lieferte Otte doch ein paar wichtige Informationen und Ansichten, die
(im wahrsten Sinne des Wortes) Gold wert waren - wenn sich die Ausgaben für
ein Buch jemals lohnten, dann diese.
Natürlich sagte Prof. Otte nicht alles richtig voraus (wenn er das
könnte, würde er wohl kaum seine Zeit mit Vorlesungen und Bücher schreiben
verbringen). Z.B. ist seine Empfehlung für Immobilien auch beim Ausbleiben
eines Immobiliencrashes in Deutschland (bis jetzt) inzwischen wohl
überholt. Auch seine Empfehlungen für einzelne Aktien kann man im
Nachhinein kritisch überdenken.
Wichtig derzeit ist vor allem, was aus seinen Überlegungen für die
Zukunft folgt: Otte hat, im Gegensatz zu den Aussagen vieler anderer, diese
Krise als eine Krise der Verschuldung und übermäßigen Konsums vor allem in
den angelsächsischen Ländern beschrieben - insofern ist die Finanzkrise nur
eine Facette einer weitaus umfassenderen Krise. Er hat auch die jetzigen
Gegenmaßnahmen in diesen Ländern vorausgesehen und beschreibt die (zum
jetzigen Zeitpunkt, Neujahr 2009) noch vor uns liegenden Folgen: ein
rapider Anstieg der Zinsen, Inflation und drohender Staatsbankrott in
einigen Ländern. Deshalb lohnt sich die Lektüre auch jetzt noch, da der
Crash schon eingetreten zu sein scheint, da ähnlich wie die Folgen der
Dot.com Blase mit einer noch größeren Blase bekämpft wurden, so wird die
aktuelle Krise mit Maßnahmen bekämpft, die eine weitere Verschärfung der
wirtschaftlichen Probleme nach sich ziehen.
Wichtig ist, daß der Leser dieses Buch als Anstoß begreift, selbst
weiter kritisch nachzudenken, da der bisherige Verlauf der Krise zeigte,
daß auch Prof. Otte, wie oben bemerkt, nicht alle Details richtig
voraussagen kann - für einen solchen Leser ist das Buch von
außerordentlichem Wert.
+++ (ein Amazon Kunde): Tausendsassa
Insgesamt ein sehr interessantes und lehrreiches Buch. Max Otte
versteht es mit Erfolg Buecher zu schreiben. Er hat auf jeden Fall schon
ueber ein halbes Dutzend interessante Buecher publiziert. Leider verstrickt
er sich in letzter Zeit haeufiger in Widersprueche und gibt teilweise
folgenschwere "Tipps". Kann er, denn die Verantwortung wird er nicht
uebernehmen (koennen), genauso wenig wie die Konstrukteure der MBS and CDOs
und wie Sie alle heissen moegen. Waren ihm vor ein paar Jahren 7% Rendite
noch zu wenig - er hat auf jeden Fall ueber Leute, die so investieren
gelacht - und "tolle" Optimierungs Tipps gegeben - so sieht es heute etwas
anders aus. Weltwirtschaftskrise - Immobilien - Gold - Silber -
Staatsanleihen - und auf jeden Fall weg mit den Dollars, aber nur den
amerikanischen,... . Mehr als 7% Rendite? Altersrente soll sich nun in Luft
aufloesen. Toll. Wird er dieses Mal richtig geraten haben? Oder ist es nur
eine Entschuldung fuer seine in der Vergangenheit abgegebenen Ratschlaege.
Herr Professor - wie viele Hedge Fonds managen Sie? Gibt es dies Mal einen
Grund, dass Sie richtig liegen? Die Schulden reduzieren soll man - macht
oekonomisch in einer inflationaeren Phase keinen grossen Sinn, Herr
Professor Otte. Am besten in Anleihen aus der USA invesieren, das haetten
Sie wohl am liebsten, Mister Boston. Es fehlen nur noch die Tipps wo ich
meine Goldklumpen am sichersten vergraben kann - ahh - in den USA meinen
Sie! Ohh Gold rush.
Verkaufen Sie alle Dollars die Sie haben - es wird in Kuerze eine
neue Waehrung geben. Danke fuer ihre Aufmerksamkeit.
++ (ein Amazon Kunde): Mit großer Vorsicht zu genießen!
Max Otte - so hört man - ist derzeit ein gefragter Mann. Genau wie Al
Gore in seinem CO2-Kreuzzug eilt Otte von Vortrag zu Vortrag, um dem
gemeinen Volk zu erklären, wie es am besten durch die mittlerweile
allgegenwärtige Krise kommt. Und für alle die Benachteiligten, die einen
solchen Vortrag nicht besuchen können, hat er dieses Buch geschrieben. Ein
edler Zug.
Aber ist dieses Buch wirklich für "das gemeine Volk" geschrieben?
Rein äußerlich ja, im Detail nein. Warum das so ist, läßt sich leicht
erklären: Die wenigsten Otto-Normalos können mit Ottes Hilfestellung real
etwas anfangen. Aber der Reihe nach...
Das Buch ist in zwei Teile gegliedert. Teil 1 dreht sich um eine
(nicht sooooo schlechte) Analyse der Situation und wie es dazu kommen
konnte. Otte führt all die Grauslichkeiten auf, die sich da so ereignet
haben: Spekulationsblasen, Hedge Fonds und Private Equity, und die
allgegenwärtige Überschuldung von Staat und Privat. Er beleuchtet dabei die
geschichtlichen Hergänge und betrachtet die verschiedenen Wirtschaftsräume
im Detail (klar, daß Europa dabei am Schlechtesten wegkommt). Leider muß
man sagen, hat Otte vieles selbst noch nicht verstanden. Zinsen sind für
ihn kein Problem, und schon gar nicht Ursache des Problems. "Gesundes"
Wirtschaftswachstum ist für ihn auch ein Dogma. Und er verliert keine Silbe
darüber, wie es nach der Krise weitergehen soll. An dieser Stelle kann ich
nur ein Zitat bringen:"Wer an unbegrenztes Wachstum in einem mit Grenzen
vesehenen System glaubt, ist entweder wahnsinning oder Ökonom." Ich
empfehle also jedem, der sich Ottes Analyse zu Gemüte führen will, dies
nicht unrefektiert und unkritisch zu tun. Am besten, man ließt zuerst Bernd
Senfs "Die blinden Flecken der Ökonomie", dann sieht man die Dinge klarer.
Nun denn, all dies könnte man noch als Streit verschiedener
Strömungen der VWL abtun. Aber so richtig dicke kommts dann im Teil 2 - Wie
man durch die Krise kommt. Otte empfiehlt, daß ein 4-Kopf Haushalt 300.000¬
zur Seite legt und sicher anlegt. Hallo? Bei 30.000¬ Jahreseinkommen wären
das volle 10 Jahresgehälter, die man in einem Zeitraum von 3-4 Jahren (seit
Ersterscheinung des Buches bis zur Krise) zurücklegen sollte. Wer kann denn
das? Selbst die Minimallösung von 100.000¬ ist für die wenigsten wirklich
stemmbar. Daher Eingangs meine Kritik: Diese Tipps sind fürs gemeine Volk
unbrauchbar, weil illusorisch. Und selbstredend. Wer 300.000¬ mal so zur
Seite legen kann, wird das auch sicher tun. Auch die anderen Weißheiten wie
"Schulden abbauen", "In sichere Anlagen gehen", "breit gestreutes Einkommen
(Zinsen mal wieder)" usw... sind Hausverstands-Sachen, für die ich keinen
Max Otte brauche.
Fair wäre gewesen, offen darauf hinzuweisen, daß dieses Buch gewisse
Grundvoraussetzungen verlangt, wie eben einen ausreichenden Kapitalstock.
Dann könnte all diejenigen, die dies nicht haben, sich zumindest die 8¬ für
dieses Buch sparen. Das schmälert zwar Ottes "breites Einkommen", aber um
einen guten Freund von "Helikopter"-Ben Barnanke braucht man sich keine
Sorgen deshalb machen.
+++ (ein Amazon Kunde): Der Crash kommt oder: der Crash ist da! Oder haben wir die berühmte Talsohle schon erreicht?
Ob man Max Otte bescheinigen kann, dass er mit seinem schon früh
erschienenen Buch zu einer neuen Weltwirtschaftskrise recht behalten würde
oder ob er noch immer maßlos übertrieben hat, kann jeder beurteilen wie er
mag. Jedenfalls hat schon Otte in seinem Buch aufgrund fauler
Immobilienkredite und einem heillosen Haushaltsdefizit in den USA früh
erkannt, dass die anhaltende Schuldenpolitik der USA zu einer größeren
wirtschaftlichen Katastrophe führen muss. Und nachdem der FED-Chef Bernanke
im Frühjahr 2008 vehement die Zinsen gesenkt hat, konnte es jedem
offensichtlich sein, dass der Konjunktur-Auftrieb seit 2003 nicht mehr
lange weitergehen kann.
So stieß ja auch der DAX seit 2007 an seine obere Schmerzgrenze von
über 8000 Punkte. Und so konnte es nicht mehr lange dauern, außer
irgendeine Branche hätte einen echten Innovationsschub in Wirtschaft und
Konsum erzeugt, und dann musste das Schmerzensszenario für Bullen Realität
werden. Dort sind wir jetzt angekommen oder an der Schwelle davon und wir
müssen uns möglicherweise warm anziehen im nächsten Jahr, z.B. auch
bezüglich der Sicherheit von Arbeitsplätzen.
Ich habe Ottes Buch im Frühsommer diesen Jahres gelesen und war
fasziniert von seinen Analysen und Vorhersagen. Mir schienen seine
Prognosen als zutreffend. Und so kann ich sein Buch wirklich nur empfehlen.
Es wappnet einen zumindest davor, in Fragen von Geld und Anlagen, eigenem
Haushalten und Konsum in richtiger Weise vorsichtiger zu werden und die
Zeichen der Zeit richtig zu erkennen. Insofern ist dieses Buch zur Zeit
einfach ein Muss.
Meine Bewertung generell lautet: 5 Sterne = absolut herausragend
(Weltliteratur oder Tendenz zu Weltliteratur); 4 Sterne = sehr gut, sehr zu
empfehlen; 3 Sterne = wirklich gut, zu empfehlen; 2 Sterne = lesenswert,
aber nicht ganz überzeugend; 1 Stern = abzuraten.
+++++ (ein Amazon Kunde): Das beste Buch zur Krise!-Fundierte Erklärungen, flüssiger Stil, passende Rezepte
Wer die derzeitige Krise in ihrer Entstehung und ihrem Verlauf
verstehen will und wer nicht weiß oder sich unsicher ist, mit welcher
Anlagestrategie man am besten durch die Rezession kommt, der kommt an
diesem Buch einfach nicht vorbei!
Prof. Otte gelingt es, mit seinem flüssigen und lebendigen, gut
lesbaren Stil ein breites Publikum anzusprechen. Ob
Wirtschaftswissenschaftler oder Ingenieur, ob Briefträger oder Hausfrau, es
dürfte jedem mit ein wenig Interesse für wirtschaftliche Zusammenhänge sehr
leicht fallen, den Argumentationsmustern des Autors zu folgen.
Schon im Jahre 2006 erkannte Otte die Frühwarnsignale eines
Zusammenbruchs des amerikanischen Finanzsystems, er warnte vor der
Subprime-Krise und deren Folgen für die reale Wirtschaft. Dabei geriert er
sich nicht als der Prophet, der das ganze Übel schon immer kommen sah,
sondern macht mit spitzer Feder auf die großen Risiken, die sich hinter
(oder in) der Immobilienblase verbergen, aufmerksam. Er sammelt eine ganze
Fülle von Indizien für eine lange Krise und präsentiert dabei die Daten
erfreulich lebendig und sehr schlüssig. Er tritt gleichsam mit dem Leser in
einen Dialog und nimmt die Sorgen und Ängste des imaginären
Gesprächspartners sehr ernst. Dabei lässt sich mit Begeisterung
feststellen, mit welch spielerischer Lockerheit und Einfachheit er dem
Leser selbst hochkomplexe Zusammenhänge in der globalen Wirtschaft
vermitteln kann. Ich habe vorher noch nie ein Wirtschaftsbuch verschlungen,
bis Max Otte kam. So manch ein (deutscher) Wirtschaftsprofessor könnte sich
hier eine Scheibe abschneiden!Insoweit hat dieses Buch jetzt schon das Zeug
zum Klassiker.
Max Otte belässt es aber nicht bei einer Analyse der Weltwirtschaft,
sondern zeigt auf sehr pragmatische und nachvollziebare Weise, wie man als
Kleinanleger der Krise begegnen kann. Dabei stehen eher strategische
Überlegungen zur Gestaltung einer krisenfesten Vermögensstruktur im
Vordergrund als konkrete Aktienempfehlungen. Für die selbstständige
Aktienanalyse und Anlageentscheidung empfiehlt sich eher sein ebenfalls
sehr gutes Buch [[ASIN:3548372244 Investieren statt sparen: Wie man mit
Aktien ein Vermögen aufbaut]zur Lektüre.
Mein Fazit: Wer die Hintergründe und möglichen Folgen der derzeitigen
Krise verstehen will, und sich auf eine mögliche längere Durststrecke
vorbereiten muss, dem sei dieses Buch wärmstens ans Herz gelegt.
der weg in den neuen kalten krieg
Autor/Autoren: Peter Scholl-Latour
Herausgeber: Propyläen
Gebundene Ausgabe
Stichworte: [HC/Sachbücher/Politik, Gesellschaft, Wirtschaft/Politik] [Politikwissenschaft] [Populäre Darst.] [Soziologie] [Krieg gegen den Terror(ismus)] [Ostwestkonflikt] [Weltpolitik]
Der Mann ist ein echtes Phänomen. Während andere in seinem Alter
schon 20 Jahre lang ihren Ruhestand in der Idylle genießen, ist Peter
Scholl-Latour nach wie vor unermüdlich als Globetrotter in Sachen Kriege,
Krisen, Katastrophen unterwegs. Wie der Altmeister der politischen
Publizistik nebenher die Zeit findet, alle Daumen lang in Talkshows
aufzutreten, auf Vortragsreisen durch die Republik zu tingeln und
alljährlich ein bis zwei Bücher in Bestsellerqualität auf den Markt zu
bringen, ist ein absolutes Mirakel. Peter Scholl-Latour ist nicht nur ein
aufmerksamer Beobachter. Er verfügt über ein immenses Wissen über
ethnisch-religiöse Hintergründe und historische Zusammenhänge, die die
jeweiligen Ereignisse und Entwicklungen erst richtig begreiflich machen.
Hinzu kommen seine inzwischen schon legendären prophetischen Gaben. Dies
wird einmal mehr in Der Weg in den neuen Kalten Krieg deutlich. Auf den
Titel sollte man sich nicht allzu sehr kaprizieren. Das Buch entstand
während der Georgien-Krise, als die Spannungen zwischen Russland und den
USA zu unverhohlener Feindseligkeit eskalierten, die stark an alte Zeiten
erinnerten. Eine Episode, der der Autor aber nur ganze zwei Seiten in Form
eines Prologs widmet. Ansonsten handelt es sich hier um eine Rückschau auf
die wichtigsten Begebenheiten der letzten sieben Jahre im Spiegel von über
100 Beiträgen, Reportagen und Analysen, die er bereits anderweitig
publiziert hat. Peter Scholl-Latour ist nämlich auch ein Meister der
Mehrfachverwertung. Angereichert ist das Ganze mit einigen eilends
ergänzten Statements zu brandaktuellen Themen wie die Finanzkrise und die
Wahl Barak Obamas zum US-Präsidenten. Zur Erheiterung tragen launige
Interviews bei, in denen sich der passionierte Polemiker und kokettierende
Misanthrop („Der Mensch ist das schlimmste Raubtier“) auch einmal
über so profane Dinge wie seinen Spitznamen Scholl-Amour oder seinen
ärztlich attestierten überdurchschnittlichen Testosteronspiegel
auslässt. Aufschlussreich ist diese Chronik allemal. Indem sie
tagebuchartig an den 2001 unter dem Eindruck der Terroranschläge des 11.
September erschienenen Fluch des 21. Jahrhunderts anknüpft, bilanziert
sie zum Ausklang der Ära George W. Bush die unheilvollen Auswirkungen der
Politik der Neo-Cons, die Scholl-Latour nachgerade als eine Clique
„Halbverrückter“ klassifiziert, „nicht weit vom Faschismus
entfernt“. Ein Buch, das wieder einmal reichlich Munition für
Auseinandersetzungen über weltpolitische Fragen liefert. Und, da sind wir
sicher, Fortsetzung folgt! Arnold Abstreiter Aus der Amazon.de-Redaktion
Kundenmeinungen:
+++++ (ein Amazon Kunde): Der greise König der Unken
Nach dem Ende des Kalten Krieges und dem Zusammenbruch der Sowjetunion
trat der Westen als Sieger der Geschichte auf. Nato-Osterweiterung,
Balkankriege, Afghanistan-Einmarsch oder Irak-Feldzug - sie alle wurden
ohne Rücksicht auf Russland oder andere Mächte in Szene gesetzt. Einer der
wenigen, die diese Muskelspiele von Anfang an mit Skepsis beobachtet haben,
ist Peter Scholl-Latour. Frühzeitig hat Deutschlands erfahrenster
Kommentator des Weltgeschehens vor der Isolation Russlands, der
Explosivität des Nahen und Mittleren Ostens, der Herausforderung durch
China und der Überdehnung der westlichen Kräfte gewarnt. Auch die aktuellen
Konflikte im Kaukasus, in Pakistan, im Iran oder im Osten Afrikas hat er
seit langem vorausgesehen. Sie alle sind die Vorzeichen eines neuen Kalten
Krieges zwischen Moskau, Peking und Washington, den der Westen nur
verlieren kann. Im Buch wird der Zeitraum von 2001- 2008 abgedeckt.
Auch die Situation Deutschlands, in der Weltpolitik betrachtet Peter
Scholl-Latour äußerst skeptisch. Er zeigt auf wie die Regierung sich willig
von den USA missbrauchen lässt (auch die NATO) und die Folgen für
Deutschland katastrophal enden könnten.
++++ (ein Amazon Kunde): Internationale Analyse von 2001 bis 2008
Peter Scholl-Latour gibt in seinem neuen Buch einen chronologischen
Rückblick der internationalen Ereignisse von 2001 bis 2008.
Anstelle des bipolaren Konfliktes des Kalten Krieges miz den beiden
Supermächten sind die USA als Gewinner hervorgetreten. Diese Führungsrolle
wurde jedoch missbraucht, indem man als Weltpolizist auftreten wollte und
sich imaginäre Gegner, welche man als Schurken oder Terroristen
bezeichnete, geschaffen hat. Neben dem offiziellen Ziel, anderen Nationen
zu Demokratie zu verhelfen, scheinen ökonomische Aspekte den Ausschlag der
Interventionen gegeben zu haben. Das bekannte Resultat ist leider
erschreckend. Die zwei angezettelten Kriege in Afghansitan und Irak haben
sich für die Bevölkerung dieser Länder, sowie ebenfalls für die USA, als
Katastrophe entpuppt, und Chaos und Bürgerkrieg hinterlassen. Die Invasoren
haben bis heute keine Friedenslösung gefunden. Aus Besatzern wurden
hilflose Belagerte. Das Ziel einer Befreiung und Demokratisierung dieser
Länder wurde verfehlt. Es entwickelte sic hein asymmetrischer Konflikt wo
ein hochgerüsteter Staat kleine Gruppen von Widerstandskämpfern nicht
bezwingen kann.
Neben diesen Schauplätzen rumort es ebenfalls in Afrika (Kongo,
Sudan,...), Libanon, Palästina, Georgien, um nur einige zu nennen. Hinzu
kommt der wirtschaftliche Zusammnebruch 2008, ausgelöst durch die
Immobilienkrise der USA.
Es scheint dass die USA, welche ihre Führungsrolle missbraucht haben,
diese in Zukunft mit anderen Staaten teilen muss (ein aufstrebendes China,
ein wiedererstarkendes Russland ?, das « alte Europa » falls es der EU
gelingt geschlossen aufzutreten). Ebenfalls darf man gespannt sein, was der
Präsidentenwechsel der USA bewirkt.
Scholl-Latour hat wieder kein Blatt vor den Mund genommen, alle
Schauplätze kritisch analysiert, und mit Hilfe seiner jahrzehntelangen
Erfahrung die nötigen Schlüsse gezogen. Trotz des Alters des Autors bleibt
zu hoffen, dass noch weitere kritische Werke folgen.
++++ (ein Amazon Kunde): Analysen und Prognosen
"Terrorismus ist nicht die Definition für einen Gegner, sondern für
eine Form der Kriegsführung." (Prof. Zbigniew Brzezinski)
In seinem Prolog gibt der "greise König der Unken" (zu dem er einst
von einem wohlgesinnten Kollegen gekrönt wurde) zunächst eine kurze
Bestandsaufnahme der Gegenwart. Hierbei stellt er fest, dass der "Kalte
Krieg von gestern" nach der überwundenen Kubakrise eine geradezu
verlässliche Kohabitation zweier konträrer Machtsysteme gewesen sei. Diese
hatten sich in entlegenen Weltgegenden zwar Stellvertreterkriege geliefert,
jedoch auch gleichzeitig in mitunter an Komplizenschaft erinnernder,
gegenseitiger Konsultation und Mitteilung, geübt. Im strategischen Patt des
nuklearen Vernichtungspotentials genossen auch die Westeuropäer
einbeachtliches Maß an Sicherheit und Stabilität, in dem sie sich in Ruhe
der Häufung ihres Wohlstandes widmen, sich jeder schicksalhaften
Verantwortung entziehen konnten. Mit dem Untergang der Sowjetunion fand
diese bipolare Weltordnung ein Ende. Auf eine kurze hegemoniale Phase mit
der Hoffnung auf eine "pax americana" sollte der multilaterale,
asymmetrische "Neue Kalte Krieg" folgen, der sich jedem Kalkül und
heimlicher Abstimmung entzieht. Nach einem Rückblick auf Entwicklungen
(Süd-Ossetien), die er bereits 1996 in seinem Buch "Das Schlachtfeld der
Zukunft" vorausgesehen hatte, bildet ein recht persönliches Interview mit
dem Nachrichtenmagazin Focus den Abschluss der Einleitung. Hierin bekennt
der 84jährige Journalist und Publizist, der im Besitz der französischen und
deutschen Staatsangehörigkeit ist, unter anderem, dass er lediglich noch
nicht in Ost-Timor gewesen sei.
Mit den Überschriften seiner acht Kapitel, die er nach den
chinesischen Sternzeichen als "Jahr der Schlange" (2001), des Pferdes
(2002), des Schafs (2003), des Affen (2004), des Hahns (2005), des Hundes
(2006), des Schweins (2007) und Ratte (2008) tituliert hat, huldigt der
Autor einem Kulturkreis, dem im Zuge der Globalisierung eine eminente
Bedeutung zukommt. In 100 Essays und zwei weiteren Interviews gibt Dr.
Scholl-Latour einmal mehr Beispiele einer multidimensionalen
Betrachtungsweise, die sich auf profunde Geschichtskenntnisse, eigene
Erfahrungen vor Ort, differenzierte Analysen und daraus resultierende,
vielmals treffende Zukunftsprognosen begründet. Hierzu einige Beispiele:
Ein zentrales Thema des "Deutsch-Franzosen" sind die Kernstaaten des
Abendlandes, die als "Karolingischer Block" mit mehr als 140 Millionen
Menschen über mehr Einwohner und eine stärkere Wirtschaftskraft als die
Russische Förderation verfügen (Seite 81). Diese "Karolingischen
Keimstaaten" sollten sich anders als, und gegenüber den USA zu einer
Regionalmacht ohne globale Hybris entwickeln, die dem Kontinent wieder
Eigengewicht und Würde verleiht (S. 169). George W. Bush hat sich in seinem
globalen Hegemoniebestreben (S. 79) mit seinem "Feldzug gegen die
Schurkenstaaten und die Achse des Bösen" in den Treibsand eines
unbegrenzten Phantomkrieges verirrt (S. 123). Bereits 1997 hatte Tariq Aziz
gegenüber Scholl-Latour prognostiziert, dass der US-amerikanische Feldzug
zu einer heillosen Verzettelung und zum Fehlschlag verurteilt sei (S. 49).
Das Scheitern der vorzüglichen Armee Israels bei ihrer Libanon Offensive im
Jahre 2006 war ein typisches Beispiel für die Unfähigkeit konventioneller
Streitkräfte gegen Gotteskrieger (Hizbullah), die auf Zermürbung und
Abnutzung S. (343) setzen, zu obsiegen.
Während Donald Rumsfeld Bulgarien und Albanien als Beispiel des
"Neuen Europa" (S. 47) lobte, wurden die Deutschen ignoriert und die
Franzosen bestraft (S. 162), da sie sich nicht der "Koalition der Willigen"
(S. 172) anschließen wollten. In Hinblick auf die "maßlose Ausweitung der
EU" auf 27 Mitglieder sollten wenigstens Deutschland und vielleicht der
karolingische Kern des Abendlandes einen unabhängigen Standpunkt zu
vertreten und eine souveräne Außenpolitik und Strategie für Europa zu
definieren (S. 232)
Die Mehrzahl der im Westen agierenden Terroristen seien
Intellektuelle der dritten Einwandergeneration., die im Trugschluss einer
törichten "Multi-Kulti-Ideologie" als integrierte Bürger galten (S. 175).
Die von Amerika gewünschten "Freien Wahlen" in den Staaten des Orients
kämen unweigerlich den islamisch orientierten Parteien zugute (S. 195). Die
Demokratie drohe am Ende an der Heuchelei ihrer Prediger zu ersticken,
indem z. B. Weißrussland die Teilnahme an den europäischen Institutionen
von Straßburg verweigert wird, während die Despoten des Südkaukasus
(Georgien & Aserbaidschan) weiterhin hochwillkommen sind (S. 200). Das
Raketenabwehrsystem in Polen und die Radaranlage in Tschechien sind eine
Provokation Russlands, die eine Stationierung von Raketen der
Kaliningradskaja Oblast nach sich ziehen wird (S. 249). Unter der
Überschrift "Großmacht ja, Weltmacht nein" gibt der einstige
Jesuitenschüler Peter Scholl-Latour am 30.11.2007 der als Sprachrohr der
Neuen Rechten bezeichneten Wochenzeitung "Junge Freiheit" ein Interview (S.
267). Dennoch lässt sich der Verehrer Charles de Gaules und Sympathisant
Helmut Schmids nicht in die Rechte Ecke stellen, wenn er feststellt, dass
die Partei "Die Linke" von Ihren Gegnern als Nachfolgeorganisation der
kommunistischen Funktionäre der DDR diffamiert wird, dies aber schon längst
nicht mehr ist (S. 328). Auf Seite 28 bekennt er sogar, dass er mit Oscar
Lafontaine befreundet ist und ihn manchmal zusammen mit Peter Gauweiler
treffe (S. 28). Außerdem haben sich die Warnrufe des Linksozialisten und
seine Verdammung des Turbo-Kapitalismus als weitgehend berechtigt erwiesen.
(S. 328). Der Präsident der Deutsch-Arabischen Gesellschaft konstatiert,
dass selbst der Rückzug auf die Grüne Linie von 1967 den Israeli nicht
gedankt, vielmehr als Zeichen der Schwäche gedeutet würde (S. 314.
Mit "Der Schwarze Mann im Weißen Haus" vom 5. November 2008 (S. 333)
gibt es einen hochaktuellen Abschluss und einen zukunftorientierten
Ausblick von Scholl-Latours Analysen für alle regionalen und globalen
Konflikte des "Asymmetrischen Krieges". Da nicht jedem Leser entsprechende
Vorkenntnisse unterstellt werden können, wäre ein Glossar. mit
Erläuterungen zu Manichäer (S. 13), Rapallo und Taurogen (S. 272), Umma
usw., sowie die eine oder andere Landkarte wünschenswert gewesen. 4
Amazonsterne.
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