Suchergebnisse

top schöne aussicht.

Schöne Aussicht. | in den Warenkorbin den Warenkorb

Autor/Autoren: Walter Kempowski
Herausgeber: btb Verlag
Broschiert

Stichworte: [TB/Belletristik/Erzählende Literatur] [20er Jahre; Romane/Erzähl.] [Rostock, Geschichte; Romane/Erzähl.]

Kundenmeinungen:
+++++ (ein Amazon Kunde): Großartige Overtüre zu Tadelöser & Wolf
Das schöne an den Kempowskis Büchern der "Deutschen Chronik" ist ja, dass man sie nicht chronologisch gelesen haben muß. Jedes Buch für sich ist, trotz der zeitlichen Einordnung, ein abgeschlossenes Werk. Hier wird die Zeit zwischen dem Ende des 1. Weltkrieges bis 1939 geschildert. Karl und Grethe Kempowski, jung und naiv, beziehen zu Beginn der zanziger Jahre ihre erste eigene Wohnung in einem Arbeiterviertel von Rostock. Es herrscht Wohnungsnot. Die proletarische Welt in diesem Haus ist für die beiden "Bildungsbürger" ein Schock, den es zu erstmal zu verdauen gilt. Karl, dem ungeliebten Sohn, gelingt es mehr schlecht als recht in der Firma seines Vaters Fuß zu fassen. Nach den einschneidenden Erlebnissen als Frontsoldat im 1. Weltkrieg, kommt er im zivilen Leben nicht mehr wirklich zurecht. So trifft er sich abends mit ehemaligen Veteranen um sein mangelndes Selbstwertgefühl wieder aufzurichten. Das erste Kind wird geboren und kurz darauf auch das zweite und Karl und Grethe können endlich eine größere Wohnung ("leider nicht Beletage")im "richtigen" Viertel beziehen. In der Ehe arrangiert man sich so gut es geht. Das Leben der beiden ist geprägt durch die Liebe zu den gemeinsamen Kindern. Nach etwas längerer Zeit wird noch ein Nachzügler geboren, der "Peterpump" - Walter Kempowski. An den gesellschaftlichen Ereignissen der Zeit nehmen sie nur am Rande teil. Zu groß ist die Enttäuschung über den verlorenen Krieg und die politischen Wirrnisse der Weimarer Republik. Karl, zeitlebens Monarchist, und Grethe, christlich-liberal, ziehen sich ins Privatleben -geprägt durch Literatur, Religion und Musik- zurück. Symbol für das Versagen des Bürgertums in dieser Zeit. Nach dem kurzen wirtschaftlichen Aufschwung vor der Inflation und den schweren Jahren der Depression, erhoffen auch sie sich vorerst vom Nationalsozialismus eine durchgehende Verbesserung der Lebensverhältnisse, obwohl sie selber nie Nazis sind ("wie die Ascheimerleute" ). Meisterhaft gelingt es Kempowski private Biografie und gesellschaftliche Entwicklung miteinander zu verbinden. Tragisches und Heiteres, Alltag und Geschichte stehen gleichwertig nebeneinander. Detailierte, ironisch distanzierte, aber nie langweilige Beschreibungen lassen die Zeit vor dem geistigen Auge des Lesers lebendig werden. Man ist wirklich mitten drin im Geschehen. Geschichtsroman, Heimatroman (eine Liebeserklärung an Rostock im allerbesten Sinne!!), Lebens- und Liebesroman, Schwanengesang auf das deutsche Bürgertum, das alles vereint Kempowski als meisterliche Kollage in einem Buch. Lesen, lesen, lesen !!!! Das ist meine Empfehlung.
+++++ (ein Amazon Kunde): Schöne Aussichten für Familienszenen
Über Kempowski\'s Chronik Worte zu verlieren, mutet zuweilen völlig grotesk an. Weil die Bücher in ihrer chronologischen Reihenfolge( Aus grosser Zeit, Schöne Aussicht, Tadellöser & Wolff, Uns gehts ja noch gold und Ein Kapitel für sich, sowie der scheinbare Abschluss Herzlich Willkommen) dem Lesenden so viel Vertrautes bieten, dass es eigentlich schwer fällt zu beschreiben, was da "abgeht" ... jedenfalls spielen die Handlungen der jungen Familie Kempowski in den sicherlich nicht einfachen Jahren 1922 bis 1938 - kurz gesagt, sie durchleben ein ordentlich aufgewühltes Stück deutscher Zeitgeschichte: Zurechtfinden in ungewollt proletarischer Umgebung in den garnicht so glorreichen Zwanzigern, Rezession, Arbeitslosigkeit(allerdings anders als man das meint!) leichter Aufstieg und nahtloses Eintauchen ins Dritte Reich. Geschichte wird hier begreiflich gemacht, die Familiengeschichten und vor allem die herrlichen Personenbeschreibungen schaffen immer wieder Distanz zum Geschehen, sorgen für Lacher und Nachdenken, kurz, die Ouvertüre zum für mein Empfinden nicht sehr viel stärkeren T&W, der hauptsächlich aus der Ich-Perspektive des Erzählers lebt, während Schöne Aussicht die nüchterne Gesamtbeschreibung darstellt. Herrlich die "Schnäcke", die einem vielleicht vorher im T&W begenet sind und die einem mit diesem Hintergrundwissen oft sehr viel klarer werden. Ein MUSS für Kempowski-Fans. Ein Muss für Geschichtefans. Ein Muss für Leute mit Sinn fürs Tragikomische. Ich liebe fast alles, was Kempowski schreibt; aber dies ist ein Zuckerstück, eben weil es T&W so gut erklärt.

top schöne aussicht

Schöne Aussicht | in den Warenkorbin den Warenkorb

Autor/Autoren: Walter Kempowski
Herausgeber: Knaus
Gebundene Ausgabe

Stichworte: [HC/Belletristik/Erzählende Literatur] [20er Jahre; Romane/Erzähl.] [Rostock, Geschichte; Romane/Erzähl.]

Kundenmeinungen:
+++++ (ein Amazon Kunde): Großartige Overtüre zu Tadelöser & Wolf
Das schöne an den Kempowskis Büchern der "Deutschen Chronik" ist ja, dass man sie nicht chronologisch gelesen haben muß. Jedes Buch für sich ist, trotz der zeitlichen Einordnung, ein abgeschlossenes Werk. Hier wird die Zeit zwischen dem Ende des 1. Weltkrieges bis 1939 geschildert. Karl und Grethe Kempowski, jung und naiv, beziehen zu Beginn der zanziger Jahre ihre erste eigene Wohnung in einem Arbeiterviertel von Rostock. Es herrscht Wohnungsnot. Die proletarische Welt in diesem Haus ist für die beiden "Bildungsbürger" ein Schock, den es zu erstmal zu verdauen gilt. Karl, dem ungeliebten Sohn, gelingt es mehr schlecht als recht in der Firma seines Vaters Fuß zu fassen. Nach den einschneidenden Erlebnissen als Frontsoldat im 1. Weltkrieg, kommt er im zivilen Leben nicht mehr wirklich zurecht. So trifft er sich abends mit ehemaligen Veteranen um sein mangelndes Selbstwertgefühl wieder aufzurichten. Das erste Kind wird geboren und kurz darauf auch das zweite und Karl und Grethe können endlich eine größere Wohnung ("leider nicht Beletage")im "richtigen" Viertel beziehen. In der Ehe arrangiert man sich so gut es geht. Das Leben der beiden ist geprägt durch die Liebe zu den gemeinsamen Kindern. Nach etwas längerer Zeit wird noch ein Nachzügler geboren, der "Peterpump" - Walter Kempowski. An den gesellschaftlichen Ereignissen der Zeit nehmen sie nur am Rande teil. Zu groß ist die Enttäuschung über den verlorenen Krieg und die politischen Wirrnisse der Weimarer Republik. Karl, zeitlebens Monarchist, und Grethe, christlich-liberal, ziehen sich ins Privatleben -geprägt durch Literatur, Religion und Musik- zurück. Symbol für das Versagen des Bürgertums in dieser Zeit. Nach dem kurzen wirtschaftlichen Aufschwung vor der Inflation und den schweren Jahren der Depression, erhoffen auch sie sich vorerst vom Nationalsozialismus eine durchgehende Verbesserung der Lebensverhältnisse, obwohl sie selber nie Nazis sind ("wie die Ascheimerleute" ). Meisterhaft gelingt es Kempowski private Biografie und gesellschaftliche Entwicklung miteinander zu verbinden. Tragisches und Heiteres, Alltag und Geschichte stehen gleichwertig nebeneinander. Detailierte, ironisch distanzierte, aber nie langweilige Beschreibungen lassen die Zeit vor dem geistigen Auge des Lesers lebendig werden. Man ist wirklich mitten drin im Geschehen. Geschichtsroman, Heimatroman (eine Liebeserklärung an Rostock im allerbesten Sinne!!), Lebens- und Liebesroman, Schwanengesang auf das deutsche Bürgertum, das alles vereint Kempowski als meisterliche Kollage in einem Buch. Lesen, lesen, lesen !!!! Das ist meine Empfehlung.
+++++ (ein Amazon Kunde): Schöne Aussichten für Familienszenen
Über Kempowski\'s Chronik Worte zu verlieren, mutet zuweilen völlig grotesk an. Weil die Bücher in ihrer chronologischen Reihenfolge( Aus grosser Zeit, Schöne Aussicht, Tadellöser & Wolff, Uns gehts ja noch gold und Ein Kapitel für sich, sowie der scheinbare Abschluss Herzlich Willkommen) dem Lesenden so viel Vertrautes bieten, dass es eigentlich schwer fällt zu beschreiben, was da "abgeht" ... jedenfalls spielen die Handlungen der jungen Familie Kempowski in den sicherlich nicht einfachen Jahren 1922 bis 1938 - kurz gesagt, sie durchleben ein ordentlich aufgewühltes Stück deutscher Zeitgeschichte: Zurechtfinden in ungewollt proletarischer Umgebung in den garnicht so glorreichen Zwanzigern, Rezession, Arbeitslosigkeit(allerdings anders als man das meint!) leichter Aufstieg und nahtloses Eintauchen ins Dritte Reich. Geschichte wird hier begreiflich gemacht, die Familiengeschichten und vor allem die herrlichen Personenbeschreibungen schaffen immer wieder Distanz zum Geschehen, sorgen für Lacher und Nachdenken, kurz, die Ouvertüre zum für mein Empfinden nicht sehr viel stärkeren T&W, der hauptsächlich aus der Ich-Perspektive des Erzählers lebt, während Schöne Aussicht die nüchterne Gesamtbeschreibung darstellt. Herrlich die "Schnäcke", die einem vielleicht vorher im T&W begenet sind und die einem mit diesem Hintergrundwissen oft sehr viel klarer werden. Ein MUSS für Kempowski-Fans. Ein Muss für Geschichtefans. Ein Muss für Leute mit Sinn fürs Tragikomische. Ich liebe fast alles, was Kempowski schreibt; aber dies ist ein Zuckerstück, eben weil es T&W so gut erklärt.

top die reeder.

Die Reeder.  

Autor/Autoren: Kari Köster-Lösche, Kari Köster- Lösche
Herausgeber: Econ Tb.
Broschiert

Stichworte: [Reederei] [Rostock, Geschichte; Romane/Erzähl.]

Kundenmeinungen:
++++ (ein Amazon Kunde): Eine Familien...
...geschichte, die sich im Gegensatz zu den Buddenbrooks gerne lesen lässt. Die Geschichte von Herrn Brinkmann und seinem Ausbruch aus seiner Klasse fasziniert von Anfang an, als er noch Schmied werden soll. Reederei, Ehrgeiz, Familie, eine ausgezeichnete Kombination, die von den ab und zu eingestreuten Plattdütschen Worten gekrönt wird. Einziger Wermutstropfen ist, dass die Geschichte am Ende durch ständig neu auftretende Probleme und Rückschläge etwas in die Länge gezogen wird.
+++++ (ein Amazon Kunde): Spannend aber zu kurz
Ein Buch voller interessanter Personen. Voller Leben und Möglichkeiten. Leider ist es viel zu kurz - Vielleicht hätte die Autorin jedem Familienmitglied im Buch einen eigenen band widmen sollen - so hinterlässt mich das Buch mit dem Wunsch mehr davon lesen zu wollen. Obwohl viele zu kurz behandelt wurde, fünf Sterne, ich konnte es nicht mehr weglegen beim Lesen.
+++++ (ein Amazon Kunde): Schiffbau im 19. Jhdt.
in dem Buch wird sehr viel über den Schiffsbau m Anfang des 19. Jhdt. erklärt. Man begleitet einen Jungen, Fiete, auf dem Weg "nach oben". Sein Vater ist Hufschmied, seine Mutter wird von seinem Vater nicht immer korrekt behandelt, da sie viel über Schifffahrt spricht und dadurch ihren Sohn mit in denn Bann zieht, seine Geschwister sind unterschiedlichst und die Arbeit mit den Pferden ist nicht gerade das was sich der Junge vorgestellt hat. Er hat des öfteren Streitigkeiten mit seinem Vater, da er den Gestank von verbranntem Hotn nicht erträgt und sich nicht genug fügt. Durch häufige Spaziergänge, bei denen er an Werften vorbeikommt und dort den Arbeitern zuschaut, steigert dies stetig sein Interesse an der Schiffahrt. Eines Tages nimmt er Reißaus und versucht auf einem Schiffen anzuheuern. Er kriegt auch ein Angebot, aber....... Alle denen das Buch "ein Teufelskerl" oder "der Kartenmacher" gefallen hat, denen ist zu empfehlen, dieses Buch zu lesen. Rostock in der damaligen Zeit, mit Problemen wie Krieg und plötzlichem Wirtschaftsaufschwung, ist sehr genau beschrieben und für jeden geeignet, der sich für Wirtschaft aus dem Anfang des 19. Jhdt. interessiert.
++ (ein Amazon Kunde): Eine Reederfamiliensaga im Schnelldurchlauf
Die Geschichte beginnt recht spannend und herzergreifend mit dem kleinen Friedrich Wilhelm, der unter seinem verständnislosen Vater leidet, und dem nur seine Mutter Liebe und Fürsorge entgegenbringt. Immer wieder versucht man einzutauchen in diese Gefühlswelt. Doch dabei sind riesige Zeitsprünge in der Geschichte zu verkraften, die vieles verschlucken und unvollständig lassen. Vieles wirkt in diesem Buch zu technisch, und viel zu viel wird in die Reederei und Schifferei investiert. Die menschlichen Schicksale werden immer nur kurz und nebenbei erwähnt. Schade, daß die Ideen zu diesem Buch so vertrocknet umgesetzt wurden und ein großes Stück Herzblut fehlt!!!!!!!!!!!!!!!
++ (ein Amazon Kunde): Durchschnitt - oder noch weniger?
Zuerst einmal: lieber "Die Buddenbrooks" lesen! Das Buch ist zwar etwas anspruchsvoller, die Geschichte jedoch sehr ähnlich und die Charaktere dabei um einiges besser gezeichnet. "Die Reeder" lässt sich in einem Schwung durchlesen, was schon einmal positiv ist. Der Leser wird ständig weitergetrieben, weil er wissen will, wie es weitergeht. Leider werden wichtige Ereignisse einfach übersprungen (plötzlich ist Fiete Brinkmann Kompagnon - woher hatte er das Geld?), die Hintergründe bleiben im Dunkeln. Das enttäuscht sehr! Schön wäre die Beschreibung der Charakterzüge von wichtigen Personen gewesen, nicht die von Randfiguren. Der Leser erfährt nichts von Beweggründen des Familienoberhauptes, den einen Sohn dem anderen als Haupterben vorzuziehen. Schade! Im Nachhinein ist die Wahl des Erben natürlich immer goldrichtig, wie sollte es auch anders sein. Alles in allem ein sehr oberflächlicher Blick in die Erfolge und Abgründe einer Rostocker Reederfamilie, da lese ich doch lieber etwas über die Lübecker Kaufmänner.

top aus großer zeit

Aus großer Zeit  

Autor/Autoren: Walter Kempowski
Herausgeber: Btb
Taschenbuch

Stichworte: [1. Weltkrieg; Romane/Erzähl.] [Rostock, Geschichte; Romane/Erzähl.]

Kundenmeinungen:
+++++ (ein Amazon Kunde): Absolutes Meisterwerk
Das faszinierende an Kempowskis Büchern ist, dass er schon vor dreißig Jahren einen literarischen Stil entwickelt hat, der unsere heutigen Lesegewohnheiten geprägt durch email, sms, Youtube-Clips und Forums-Kommentare grandios vorwegnimmt. Literarische Versatzstücke und Kollagen wie die Bilder eines Fotoalbums zusammengeklebt und komponiert. Die Verbindung des Ganzen, das Füllen der Lücken bleibt dem Leser überlassen. "Aus großer Zeit" ist das erste und zugleich beste Buch der "Deutschen Chronik". Es wird die Geschichte des Reeders Robert Kempowski und seiner Familie vom Anfang des letzten Jahrhunderts bis zum Ende des 1. Weltkrieges erzählt. Die Kempowkis ganz gutbürgerlich, aber irgendwie auch nicht, lavieren sich durch die großen und kleinen Tragödien des Lebens. Da sind Robert und Anna, er derb und bodenständig, durch Syphillis an den Rollstuhl gefesselt; sie exaltiert, unberechenbar und großzügig bis zur Verschwendung. Was die beiden verbindet, man weiß es nicht so genau, sie wohl auch nicht. Da sind derer beiden Kinder: Silbi, derb und bodenständig wie der Vater; und Karl, das "Versehen", der zeitlebens unter der emotionalen Kälte seiner Eltern leiden wird und sich hinter originellen Bonmots verschanzt, "Tadellöser". Auch die Kindheit und Jugend Karls zukünftiger Frau Grethe wird erzählt. Das Mädchen, dass in einer geborgenen, gutbürgerlichen aber auch moralisch einengenden Familie aufwächst und von Freiheit träumt. Mit viel Liebe zum Detail und ironisch-distanziertem Blick läßt uns der Autor am Leben der Familie teilhaben. Hat man sich durch die ganze "Deutsche Chronik" durchgelesen, stellt man fest, Kempowski schreibt umso besser, je weiter das Geschehen von seiner eigenen Biografie entfernt ist. So ist "Aus großer Zeit" der furiose Auftakt, während das Buch "Herzlich willkommen" (der letzte Band der Familiengeschichte) einen -leider- recht schwachen Abschluß bildet. Nichts desto trotz, für mich ist Kempowski der beste Schriftsteller der deutschen Gegenwartsliteratur mit einem literarischen Stil, der seinesgleichen sucht und der den Leser nie langweilt. Der Autor fühlt sich dem Leser verpflichtet und das spürt man und das macht ihn so gut. 6 Sterne, wenn es das gäbe. ;-)
+++++ (ein Amazon Kunde): Erster Weltkrieg
Die flandrische Ehefrau, die treu und stark bleiben wollte. Der einquartierte deutsche Soldat. Die Küche, in der beiden eines Abends wortlos die Hitze in die Köpfe steigt.
+++++ (ein Amazon Kunde): Umwerfende, einzigartige Zeit-Collage
Herr Kemposwki wurde ja immer vom Feuilleton - sogar der "Titanic" - gehätschelt; auch ich kannte das Klischee vom Archivar, der in der norddeutschen Tiefebene in seinem Häuschen hockt, und der unermüdlich, bescheiden und bienenfleissig die deutsche Geschichte zusammenpuzzelt - WIE LANGWEILIG! Also natürlich nie was von ihm gelesen, man hat ja in der Schule immer schon bis zum Erbrechen Geschichte um die Ohren gehauen bekommen und will lieber über Sex, Crime und Drogen lesen, oder herzlich lachen. Nun habe ich aber neulich durch Zufall dieses Buch in die Hände gekriegt und war völlig begeistert. Kempowski erzählt in knappen Sätzen, aber in wirkmächtiger Sprache und in mitleidslosem Ton die Geschichte von Karl Kempowski (man vermutet, dem Vater des Autors?) und dessen großbürgerlichen Familie im Rostock der Jahrhundertwende bis hin zum Ersten Weltkrieg. Der Erzähler streut Rostocker Platt, zeitgenössische Zitate, Liedertexte, Abzählreime und lose Interviewpassagen wie Blütenblätter in den Text. Der plötzliche Wechsel der Perspektiven, der Erzählstil in Andeutungen und die assoziativen Fundstücke erzeugen grosse Spannung, und diesen merkwürdigen Schwindel und angehaltenen Atem, das kann nur grosse Literatur. Alle trivialen Geheimnisse, verborgenen Sehnsüchte, Lebenslügen, der bürgerliche Reichtum auf Kosten der Elenden, der Hurra-Patriotismus - man spürt, dass in dieser Gesellschaft und in dieser Schicht alles auf eine Katastrophe zusteuert, und dass auch für den Einzelnen Glück und Erfüllung nur eine Illusion bleiben werden. Und das ist harte Kost beim Lesen, auch wenn es so unaufdriniglich erzählt wird. Keine Wellness-Literatur, kein Happy End, aber ein intensives und orginelles Lese-Erlebnis. Sehr zu empfehlen!
+++++ (ein Amazon Kunde): süchtig machend
Ich habe mit diesem ersten Band der deutschen Chronik begonnen und befinde mich nunmehr 5 Bände später am Ende von "Ein Kapitel für sich". Auch nach über 2000 Seiten stellte sich noch keine Ermüdung ein, die Figuren bleiben in ihrer geschichtlichen entwicklung interessant. Das meisterliche an der Kempowski\'schen Erzählweise scheint mir, dass die täglichen Details ausführlich geschildert werden, die dramatischen Gefühle aber größtenteils der Vorstellung des Lesers überlassen bleiben. Die Ehefrau hat den Mann mit Syphilis angesteckt, er verfällt körperlich, sie pflegt ihn. Was muss da an Schuldgefühlen, Vorwürfen, Emotionen im Raum stehen (die wohl auch schließlich zu ihrem Selbstmord führen), aber sie werden nur angedeutet, ausmalen muss, nein darf sie sich der Leser selber. Und dafür, dass mir nur die schlichten Tatsachen mitgeteilt werden und ich mir die großen Emotionen in eigenen Bildern schaffen darf, sie nicht vorgekaut erhalte, bin ich dem Autor dankbar.
+++++ (ein Amazon Kunde): Grandios
Wenn mich ein Ausländer fragen würde, was er lesen sollte, um die deutsche Geschichte des letzten Jahrhunderts zu verstehen, ich würde ihm die Deutsche Chronik von Kempowski empfehlen (zu der dieses Buch gehört). Kempowski versteht es ausgezeichnet, mit seiner Familiengeschichte einer Rostocker Familie die Geschichte lebendig werden zu lassen. Uneingeschränkt empfehlenswert.

top die reeder

Die Reeder  

Autor/Autoren: Kari Köster-Lösche, Kari Köster- Lösche
Herausgeber: Ehrenwirth
Gebundene Ausgabe

Stichworte: [Reederei] [Rostock, Geschichte; Romane/Erzähl.]

Kundenmeinungen:
++++ (ein Amazon Kunde): Eine Familien...
...geschichte, die sich im Gegensatz zu den Buddenbrooks gerne lesen lässt. Die Geschichte von Herrn Brinkmann und seinem Ausbruch aus seiner Klasse fasziniert von Anfang an, als er noch Schmied werden soll. Reederei, Ehrgeiz, Familie, eine ausgezeichnete Kombination, die von den ab und zu eingestreuten Plattdütschen Worten gekrönt wird. Einziger Wermutstropfen ist, dass die Geschichte am Ende durch ständig neu auftretende Probleme und Rückschläge etwas in die Länge gezogen wird.
+++++ (ein Amazon Kunde): Spannend aber zu kurz
Ein Buch voller interessanter Personen. Voller Leben und Möglichkeiten. Leider ist es viel zu kurz - Vielleicht hätte die Autorin jedem Familienmitglied im Buch einen eigenen band widmen sollen - so hinterlässt mich das Buch mit dem Wunsch mehr davon lesen zu wollen. Obwohl viele zu kurz behandelt wurde, fünf Sterne, ich konnte es nicht mehr weglegen beim Lesen.
+++++ (ein Amazon Kunde): Schiffbau im 19. Jhdt.
in dem Buch wird sehr viel über den Schiffsbau m Anfang des 19. Jhdt. erklärt. Man begleitet einen Jungen, Fiete, auf dem Weg "nach oben". Sein Vater ist Hufschmied, seine Mutter wird von seinem Vater nicht immer korrekt behandelt, da sie viel über Schifffahrt spricht und dadurch ihren Sohn mit in denn Bann zieht, seine Geschwister sind unterschiedlichst und die Arbeit mit den Pferden ist nicht gerade das was sich der Junge vorgestellt hat. Er hat des öfteren Streitigkeiten mit seinem Vater, da er den Gestank von verbranntem Hotn nicht erträgt und sich nicht genug fügt. Durch häufige Spaziergänge, bei denen er an Werften vorbeikommt und dort den Arbeitern zuschaut, steigert dies stetig sein Interesse an der Schiffahrt. Eines Tages nimmt er Reißaus und versucht auf einem Schiffen anzuheuern. Er kriegt auch ein Angebot, aber....... Alle denen das Buch "ein Teufelskerl" oder "der Kartenmacher" gefallen hat, denen ist zu empfehlen, dieses Buch zu lesen. Rostock in der damaligen Zeit, mit Problemen wie Krieg und plötzlichem Wirtschaftsaufschwung, ist sehr genau beschrieben und für jeden geeignet, der sich für Wirtschaft aus dem Anfang des 19. Jhdt. interessiert.
++ (ein Amazon Kunde): Eine Reederfamiliensaga im Schnelldurchlauf
Die Geschichte beginnt recht spannend und herzergreifend mit dem kleinen Friedrich Wilhelm, der unter seinem verständnislosen Vater leidet, und dem nur seine Mutter Liebe und Fürsorge entgegenbringt. Immer wieder versucht man einzutauchen in diese Gefühlswelt. Doch dabei sind riesige Zeitsprünge in der Geschichte zu verkraften, die vieles verschlucken und unvollständig lassen. Vieles wirkt in diesem Buch zu technisch, und viel zu viel wird in die Reederei und Schifferei investiert. Die menschlichen Schicksale werden immer nur kurz und nebenbei erwähnt. Schade, daß die Ideen zu diesem Buch so vertrocknet umgesetzt wurden und ein großes Stück Herzblut fehlt!!!!!!!!!!!!!!!
++ (ein Amazon Kunde): Durchschnitt - oder noch weniger?
Zuerst einmal: lieber "Die Buddenbrooks" lesen! Das Buch ist zwar etwas anspruchsvoller, die Geschichte jedoch sehr ähnlich und die Charaktere dabei um einiges besser gezeichnet. "Die Reeder" lässt sich in einem Schwung durchlesen, was schon einmal positiv ist. Der Leser wird ständig weitergetrieben, weil er wissen will, wie es weitergeht. Leider werden wichtige Ereignisse einfach übersprungen (plötzlich ist Fiete Brinkmann Kompagnon - woher hatte er das Geld?), die Hintergründe bleiben im Dunkeln. Das enttäuscht sehr! Schön wäre die Beschreibung der Charakterzüge von wichtigen Personen gewesen, nicht die von Randfiguren. Der Leser erfährt nichts von Beweggründen des Familienoberhauptes, den einen Sohn dem anderen als Haupterben vorzuziehen. Schade! Im Nachhinein ist die Wahl des Erben natürlich immer goldrichtig, wie sollte es auch anders sein. Alles in allem ein sehr oberflächlicher Blick in die Erfolge und Abgründe einer Rostocker Reederfamilie, da lese ich doch lieber etwas über die Lübecker Kaufmänner.

top schöne aussicht.

Schöne Aussicht.  

Autor/Autoren: Walter Kempowski
Herausgeber: Btb
Taschenbuch

Stichworte: [20er Jahre; Romane/Erzähl.] [Rostock, Geschichte; Romane/Erzähl.]

Kundenmeinungen:
+++++ (ein Amazon Kunde): Großartige Overtüre zu Tadelöser & Wolf
Das schöne an den Kempowskis Büchern der "Deutschen Chronik" ist ja, dass man sie nicht chronologisch gelesen haben muß. Jedes Buch für sich ist, trotz der zeitlichen Einordnung, ein abgeschlossenes Werk. Hier wird die Zeit zwischen dem Ende des 1. Weltkrieges bis 1939 geschildert. Karl und Grethe Kempowski, jung und naiv, beziehen zu Beginn der zanziger Jahre ihre erste eigene Wohnung in einem Arbeiterviertel von Rostock. Es herrscht Wohnungsnot. Die proletarische Welt in diesem Haus ist für die beiden "Bildungsbürger" ein Schock, den es zu erstmal zu verdauen gilt. Karl, dem ungeliebten Sohn, gelingt es mehr schlecht als recht in der Firma seines Vaters Fuß zu fassen. Nach den einschneidenden Erlebnissen als Frontsoldat im 1. Weltkrieg, kommt er im zivilen Leben nicht mehr wirklich zurecht. So trifft er sich abends mit ehemaligen Veteranen um sein mangelndes Selbstwertgefühl wieder aufzurichten. Das erste Kind wird geboren und kurz darauf auch das zweite und Karl und Grethe können endlich eine größere Wohnung ("leider nicht Beletage")im "richtigen" Viertel beziehen. In der Ehe arrangiert man sich so gut es geht. Das Leben der beiden ist geprägt durch die Liebe zu den gemeinsamen Kindern. Nach etwas längerer Zeit wird noch ein Nachzügler geboren, der "Peterpump" - Walter Kempowski. An den gesellschaftlichen Ereignissen der Zeit nehmen sie nur am Rande teil. Zu groß ist die Enttäuschung über den verlorenen Krieg und die politischen Wirrnisse der Weimarer Republik. Karl, zeitlebens Monarchist, und Grethe, christlich-liberal, ziehen sich ins Privatleben -geprägt durch Literatur, Religion und Musik- zurück. Symbol für das Versagen des Bürgertums in dieser Zeit. Nach dem kurzen wirtschaftlichen Aufschwung vor der Inflation und den schweren Jahren der Depression, erhoffen auch sie sich vorerst vom Nationalsozialismus eine durchgehende Verbesserung der Lebensverhältnisse, obwohl sie selber nie Nazis sind ("wie die Ascheimerleute" ). Meisterhaft gelingt es Kempowski private Biografie und gesellschaftliche Entwicklung miteinander zu verbinden. Tragisches und Heiteres, Alltag und Geschichte stehen gleichwertig nebeneinander. Detailierte, ironisch distanzierte, aber nie langweilige Beschreibungen lassen die Zeit vor dem geistigen Auge des Lesers lebendig werden. Man ist wirklich mitten drin im Geschehen. Geschichtsroman, Heimatroman (eine Liebeserklärung an Rostock im allerbesten Sinne!!), Lebens- und Liebesroman, Schwanengesang auf das deutsche Bürgertum, das alles vereint Kempowski als meisterliche Kollage in einem Buch. Lesen, lesen, lesen !!!! Das ist meine Empfehlung.
+++++ (ein Amazon Kunde): Schöne Aussichten für Familienszenen
Über Kempowski\'s Chronik Worte zu verlieren, mutet zuweilen völlig grotesk an. Weil die Bücher in ihrer chronologischen Reihenfolge( Aus grosser Zeit, Schöne Aussicht, Tadellöser & Wolff, Uns gehts ja noch gold und Ein Kapitel für sich, sowie der scheinbare Abschluss Herzlich Willkommen) dem Lesenden so viel Vertrautes bieten, dass es eigentlich schwer fällt zu beschreiben, was da "abgeht" ... jedenfalls spielen die Handlungen der jungen Familie Kempowski in den sicherlich nicht einfachen Jahren 1922 bis 1938 - kurz gesagt, sie durchleben ein ordentlich aufgewühltes Stück deutscher Zeitgeschichte: Zurechtfinden in ungewollt proletarischer Umgebung in den garnicht so glorreichen Zwanzigern, Rezession, Arbeitslosigkeit(allerdings anders als man das meint!) leichter Aufstieg und nahtloses Eintauchen ins Dritte Reich. Geschichte wird hier begreiflich gemacht, die Familiengeschichten und vor allem die herrlichen Personenbeschreibungen schaffen immer wieder Distanz zum Geschehen, sorgen für Lacher und Nachdenken, kurz, die Ouvertüre zum für mein Empfinden nicht sehr viel stärkeren T&W, der hauptsächlich aus der Ich-Perspektive des Erzählers lebt, während Schöne Aussicht die nüchterne Gesamtbeschreibung darstellt. Herrlich die "Schnäcke", die einem vielleicht vorher im T&W begenet sind und die einem mit diesem Hintergrundwissen oft sehr viel klarer werden. Ein MUSS für Kempowski-Fans. Ein Muss für Geschichtefans. Ein Muss für Leute mit Sinn fürs Tragikomische. Ich liebe fast alles, was Kempowski schreibt; aber dies ist ein Zuckerstück, eben weil es T&W so gut erklärt.