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bilder aus schlesien: Über 500 fotos vom leben wie es damals war
Autor/Autoren: Wolfgang Schwarz
Herausgeber: Nebel Verlag
Gebundene Ausgabe
Stichworte: [HC/Geschichte/20. Jahrhundert (bis 1945)] [Bildbände] [Europa] [Schlesien, Geschichte; Bildband] [Bildband] [Schlesien]
Kundenmeinungen:
+++ (ein Amazon Kunde): Sehr schönes Buch wenn......
....man aus Oberschlesien stammt.Ich habe das Buch für meine Großmutter
zum Geburtstag geholt, sie stammt aus Glogau.
Das Buch wird Leuten gefallen, die...
1.aus Breslau stammen
2.sich sehr gern Fotos der Bevölkerung,vornehmlich
Landbevölkerung,anschauen wollen & damit in Erinnerungen schwelgen wollen
3.die an den damaligen Städten außer Breslau kein Interesse haben
Leser, die nicht aus Breslau stammen werden ziemlich enttäuscht sein
wie meine Großmutter.Ca. 2/3 sind aus nur dieser Gegend, der restliche Teil
zeigt Aufnahmen von der Oder, dem Riesengebirge und einigen Gehöften.
Das Buch hätte von uns 5 Sterne bekommen, wenn man diese Gegenden
kennt/kannte, aber der Titel versprach etwas anderes, leider....
++++ (ein Amazon Kunde): Ein Ausflug in die Vergangenheit...
Ich habe dieses Buch für meine Oma erworben, da sie aus dieser Gegend
stammt. Sie hat sich anhand der Bilder und Artikel an viele Dinge aus ihrer
Jugend erinnert. Ich kann dieses Buch nur empfehlen.
+++++ (ein Amazon Kunde): Toller Rückblick in die Vergangenheit!
Kann ich jedem "Alt-Schlesier" nur empfehlen. Ich war in Gedanken
zurück in der Vergangenheit.
geo special: geo special polen: ostpreußen, pommern und schlesien. masuren, danzig, nationalpark: 04/2004
Herausgeber: Mairdumont
Broschiert
Stichworte: [HC/Reiseführer/Europa] [Europa] [Kunstreiseführer] [Reiseführer] [Polen; Reiseführer] [Ostpreußen] [Polen] [Pommern] [Reiseführer, Landkarte] [Reiseführer, Reisebeschreibung] [Reiseführer, Wanderführer] [Schlesien]
Kundenmeinungen:
+++++ (ein Amazon Kunde): mal ein anderer Reiseführer...
finde dieses Buch optimal wenn man sich entschließt nach Polen zu
reisen!!! Sehr schöne und vorallem andere Ziele...! Sehr empfehlenswert!!!
+++++ (ein Amazon Kunde): empfehlenswert
Da wir sehr oft nach Polen reisen und schon fast an jedem im "GEO
Spezial Polen" erwähnten Ort waren, hat mir das Magazin sehr gut gefallen.
Es stellt das aktuelle Polen sehr gut dar und räumt mit einigen
Vorurteilen, die viele Deutsche haben, auf. Außerdem fand ich den
Mittelteil interessant, in dem die gegenseitigen Kenntnisse über Land und
Leute dargestellt sind.
+++++ (ein Amazon Kunde): Uneingeschränkt empfehlenswert für den Kurzurlaub
Im August 2005 haben wir zum ersten Mal 1 Woche lang Polen (Krakau,
Warschau, Tschenstochau, Masuren) besucht. Der Geo Führer ist zur
Vorbereitung absolut empfehlenswert. Er vermittelt die wechselhafte
Geschichte Polens und die aktuelle(in den einzelnen Regionen sehr
unterschiedliche) Stimmung sehr gut. Er dient somit nicht nur der
touristischen Orientierung sondern auch dem Verständnis für unser
westeuropäisches Nachbarland. Der Gastro- und Hotelteil ist vor dem
Hintergrund der rasanten Entwicklung in Polen brauchbar. Für Autofahrer
empfehle ich auf jeden Fall eine zusätzliche Karte im Maßstab 1:750.000
(viele Autoverleiher verschenken sie bei der Abholung).
schlesisches kochbüchlein: aus der küche meiner großmutter
Autor/Autoren: Klaus-Jürgen Boldt
Herausgeber: Buchverlag für die Frau
Gebundene Ausgabe
Stichworte: [Länderküchen] [Kochen/Kochbuch; Großmutters Art] [Kochen/Kochbuch; Schlesien] [Schlesien; Küche] [Alte Kochbücher u. Rezepte] [Deutschland] [Deutschland (überregional)] [Kochen] [Küche] [Schlesien]
Kundenmeinungen:
++++ (ein Amazon Kunde): Leckerei
Schlesisches Essen kann so lecker sein, was dieses Kochbuch und die
darin enthaltenen Rezepte erlebbar machen. Viele werden sich an Großmutter
und ihre Leckereien erinnern, deren frischen Geschmack man einfach nicht
vergisst. Schön ist auch, der von verschiedenen Seiten verdrängten
schlesischer Esskultur und Kultur in unserer globalisierten Welt eine
(Überlebens-)Chance zu geben.
+++++ (ein Amazon Kunde): Omas Rezepte praktisch in der Tasche!
Es ist sehr praktisch da es sehr klein ist und somit in jede
Hosen-/Handtasche passt; ist aber trotzdem noch mit appetitlichen Bildern
versehen, die einem die Auswahl für das richtige Gericht wesentlich
einfacher machen!Außerdem ist es trotz der handlichen Größe äußerst
umfangreich!
Ein Muss für jeden echten Schlesier, der die Kochkunst seines
Herkunftslandes zu schätzen weiss!
Und natürlich auch für alle anderen, die sich dafür begeistern
können!
Na dann, ab in die Küche und SMACNEGO!
und tief in der seele das ferne: die geschichte einer vertreibung aus schlesien
Autor/Autoren: Katharina Elliger
Herausgeber: Rowohlt Tb.
Taschenbuch
Stichworte: [Erinnerung] [Ostgebiete, Flucht, Vertreibung] [TB/Sachbücher/Geschichte/Zeitgeschichte (1945 bis 1989)] [Belletristik] [Biographien, Erinnerungen] [Flucht / Vertreibung (deutschspr. Geb. Osteuropas); Berichte/Erinnerungen] [Schlesien, Geschichte; Berichte/Erinnerungen]
Kundenmeinungen:
+++++ (ein Amazon Kunde): Apokalyptische Zeit für alle, die's miterlebten
Es geht um die letzten Monate des zweiten Weltkrieges, um die Flucht
der Deutschen aus Schlesien angesichts der anrückenden Roten Armee.
Elliger schildert ihr eigenen bitteren Erfahrungen, das Schicksal
ihrer Familie und der Menschen, die zu ihrem engeren Umkreis gehören.
Es ist der Winter des beginnenden Jahres 1945, der Zusammenbruch der
Ostfront kündigt sich an, immer wieder tauchen auf der Straße Fremde auf,
manche werden für kurze Zeit aufgenommen. Sie selbst verschließen die Augen
vor der drohenden Gefahr. Sich auf den Weg machen, ja, das sollte man
eigentlich. Aber andererseits ... Erst spät entschließen sie sich zur
Flucht. Fast zu spät.
In der Massentragödie gehen Einzelschicksale unter. Den
Zusammenbruch, in dem alle menschlichen Werte verloren gehen, zeichnet
Elliger in einfachen, erträglichen Sätzen nach. Es scheint, als wolle sie
den Leser schonen. Fast möchte man ihr dafür danken.
Ein Buch, das einen nachdenklich und verlegen macht - angesichts der
eigenen unbeschwerten Kindheit und des überbordenden Konsumangebots.
+++++ (ein Amazon Kunde): Opfer als solche anerkennen
Ich gehöre zur Enkelgeneration einer aus dem früheren Schlesien
vertriebenen Familie. Mich haben die Geschichten der "Vertriebenen" früher
nie sonderlich interessiert. Wenn ich von Schlesiertreffen hörte, stellte
ich mir langweilige Folkloreveranstaltungen vor - garniert mit einigen
Revanchistenreden irgendwelcher Funktionäre. Erst seitdem ich selbst eine
Tour durch Polen gemacht habe und die Kindheitsschauplätze und schönen
Städte wie Breslau selbst vor Ort gesehen habe, habe ich eine Beziehung zu
Schlesien entwickelt und plötzlich interessiert mich die
Vertriebenengeschichte brennend. Ich habe einen neuen Zugang bekommen, weil
ich alles Politische beiseite wische - da reden mir zu viele rein, nicht
wissen (wollen), wovon sie reden. Sowohl die Überlieferungen aus der
eigenen Familie als auch viel Recherchiertes und Gelesenes helfen dagegen,
sich die persönlichen Erlebnisse, die Schocks, wie der Terror über
dörfliche Idyllen hereinbricht, die brutale Gewalt der Soldateska, die
Entbehrungen, Todesängste, Verluste und gefühlsmäßige Abstumpfung ein wenig
nachzuvollziehen. Und danach der schnelle Umbruch, Frieden und Freiheit in
einer neuen Welt im Westen - wo man als Eindringling empfangen wird und
wieder ganz bei Null anfangen muss. Kaum zu glauben, dass Westdeutsche die
Vertriebenen mit Desinteresse und Hochmut empfangen hatten. Wie ungleich
doch die Schicksale waren: Sowohl, was die verschiedenen
Gesellschaftsschichten anging als auch die zufällige Region, in die man
geboren wurde. Frau Elligers Buch ist das persönlichste, verständlichste,
was ich bis jetzt zum Thema gelesen habe. Sie schreibt in einfachen Worten
und Sätzen und so plastisch. Meine Erkenntnis daraus: Echte Versöhnung
kann nur stufenweise erfolgen. Die erste Stufe ist, ein Opfer -gleich auf
welcher Seite- als Opfer anzuerkennen. Das würde ich sogar als
Menschenrecht bezeichnen. Die Vergeltungsrhetorik der Alt68er erweist sich
als so menschenverachtend, weil sie über institionelle, große Politik einen
Saldo bildet - und überhaupt nicht berücksichtigt, dass einige immer nur
Opfer und einige immer nur Täter gewesen sind. Einige waren während der
Nazidikatur an den Hebeln und nach dem Krieg schnell wieder im Wohlstand.
Während die unteren Schichten sowohl als Arbeiter, als Soldat als auch in
Gefangenschaft, als Vertriebene und später in der neuen BRD oder DDR wieder
ganz unten sich wieder fanden. Es gibt noch eine Menge zu verstehen in
unserem Land. Wenn wir die ersten Schritte im persönlichen nicht machen,
dann brauchen wir für die Großwetterpolitik überhaupt keine Pläne zu
entwickeln. Dann geht das neue Europa haarscharf an den Empfindungen und
Geschichten seiner Bürger vorbei. Und wie gesagt: Das halte ich für ein
zutiefst menschliches Bedürfnis, einander seine Geschichten zu erzählen und
als Opfer anerkannt zu werden. Das hat nichts mit Revanchismus zu tun und
sollte Revanchisten auch nicht überlassen werden. Das ist im ersten Schritt
Privatangelegenheit. Danke für dieses Buch, das ich wirklich weiter
empfehlen kann.
+++++ (ein Amazon Kunde): Erlebnisse, die unter die Haut gehen
Katharina Elliger, Jahrgang 1929, stammt aus einer kleinen Stadt im
Südosten des alten Oberschlesien. In ihrem Buch schreibt sie von ihrem
Kinderalltag im Krieg, vom Tod des Vaters, vom Näherrücken der Front, von
Flucht und Vertreibung, von russischer und polnischer Besatzung, schwerster
Arbeit, Hunger, Hass, Gewalt, Demütigung und qualvollem Lagerleben.
„Noch heute atme ich den süßlich strengen Geruch des Todes."
Katharina überlebt, in Deutschland gelingt ein Neuanfang. Über ihre
Erlebnisse spricht sie bald nicht mehr. „Es hatte so viel
Unverständnis, so viel Missverständnisse darüber gegeben, dass ich es
vorzog, über meine Vergangenheit, für die sich sowieso niemand
interessierte, nicht mehr zu reden." Erst als Jahrzehnte später die
mittlerweile erwachsenen Kinder Fragen nach Herkunft und Vergangenheit der
Mutter stellen, befasst sie sich wieder mit ihrer Geschichte. Sie schreibt
sie auf, für ihre Kinder, aber auch „für die nach mir Kommenden, in
deren Verantwortung ich sie lege, damit sie sich nicht wiederhole".
Deutsche als Opfer des Zweiten Weltkrieges - das entspricht nach wie vor
nicht der political correctness, auch oder gerade in Deutschland. Das weiß
Katharina Elliger, aber das ist ihr egal. Sie will ihre Geschichte
erzählen, so wie sie von ihr erlebt wurde, in klaren, einfachen Worten,
ganz aus ihrer Sicht, aber ohne jede Wertung und Kommentierung. Und genau
deswegen nehmen ihre Schilderungen gefangen, gehen sie unmittelbar unter
die Haut. Eine politische Einordnung versucht Katharina Elliger nicht. Nur
einmal äußert sie verhalten: „Manchmal wünschte ich mir jemanden, der
mir bestätigt, dass alles wirklich so war, und anerkennt, wie schlimm es
war." Was ein Pfarrer in einem deutschen Gottesdienst in Schlesien in
seiner Predigt über Kain und Abel sagt, das ist wohl auch ihre Meinung:
Wenn Deutsche und Polen Unrecht als Unrecht benennen würden, wenn sie
darüber reden, ihre Positionen gegenseitig anerkennen und akzeptieren
könnten, dann wäre Versöhnung möglich. Ein mutiges und ein notwendiges
Buch!
humor aus schlesien: witziges und spritziges aus nieder- und oberschlesien
Autor/Autoren: Albrecht Baehr
Herausgeber: Husum Druck
Taschenbuch
Stichworte: [Deutsche Belletristik] [Humor] [Literatur, Mundart, Comic, Humor] [Roman, Erzählung] [Schlesien] [Belletristik] [Erzählungen] [HC/Belletristik/Comic, Cartoon, Humor, Satire] [Romane]
eine schlesische kindheit
Autor/Autoren: Maria Frisé
Herausgeber: Rowohlt Tb.
Taschenbuch
Stichworte: [TB/Sachbücher/Geschichte/20. Jahrhundert (bis 1945)] [Belletristik] [Biographien, Erinnerungen] [Schlesien, Geschichte; Berichte/Erinnerungen] [Zwischenkriegszeit; Berichte/Erinnerungen] [Erinnerung] [Ostgebiete, Flucht, Vertreibung] [Schlesien]
Kundenmeinungen:
++++ (ein Amazon Kunde): Eine schlesische Kindheit
Das Buch wurde sehr spritzig geschrieben. Was mir nicht so gut gefällt
ist, daß man so eine umfangreiche Geschichte in ein Buch von 121 Seiten
"drückt". Die Autorin hat zwar alles schön beschrieben, man kann seine
Gedanken daraufhin auch schweifen lassen, aber nach meinen Geschmack ist
das Buch zu kurz und bündig gehalten. Man möchte noch mehr lesen und noch
mehr Bilder sehen.
der schwedische reiter. sz-bibliothek band 99
Autor/Autoren: Leo Perutz
Herausgeber: Süddeutsche Zeitung / Bibliothek
Gebundene Ausgabe
Stichworte: [Belletristik] [Erzählungen] [HC/Belletristik/Erzählende Literatur] [Romane] [Schlesien, Geschichte; Romane/Erzähl.] [Roman, Erzählung] [Österreichische Belletristik]
Kundenmeinungen:
+++++ (ein Amazon Kunde): Sollte man gelesen haben
... in diese Kategorie stufe ich wenige Bücher ein, aber dieses gehört
mit dazu.
Der Roman deckt viele Aspekte ab und ist deshalb schwer einzustufen.
Ist er ein Abenteuer, ein Schelmen-, ein Liebesroman oder gar ein Märchen?
Irgendwie ist von allem etwas dabei. Bemerkenswert ist, dass die Geschichte
trotzdem nicht überladen wirkt, ganz im Gegenteil.
Der Roman fesselt von der ersten Zeile an. Man akzeptiert die
Koexistenz der verschiedenen Genres widerspruchslos, da sie von Leo Perutz
meisterhaft präsentiert werden.
Die Sprache ist zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftig, sehr schnell ist
man jedoch der Meinung, dass sie einfach so sein muss. Die Begriffe aus dem
Französischen, die Satzstellung und die Sprache in der direkten Rede helfen
dem Leser, sich noch besser in die Zeit des späten Barock zu versetzen.
Wer das Buch nicht liest, versäumt etwas!
+++++ (ein Amazon Kunde): Perutz - ein literarischer Pfauenschlag
In einem Supermarkt fand ich dieses Buch auf einem Grabbeltisch. Als
ich es in den Einkaufswagen legte, ahnte ich noch nicht, welchen
Glücksgriff ich getan hatte.
Perutz besitzt die Angewohnheit, sich beim Schreiben in die Person
des Beschriebenen hineinzuversetzen; will sagen, er wählt seine Worte und
formt seine Sätze aus dem Fundus des Beschriebenen.
Für den modernen Leser ist dies zunächst etwas hinderlich; sehr
schnell "akklimatisiert" man sich jedoch, was dazu führt, daß man die
beschriebenen Szenen so aufnimmt, wie der Betroffene sie wohl aufgenommen
hätte.
Ein Beispiel: Ist von einem Halunken die Rede, so sieht man den
Begriff heutzutage geprägt durch die Karnevals-Stimmung; zu der Zeit, die
der Roman beschreibt, ist mit diesem Begriff jedoch eine ganz andere
Bedeutung verbunden. Perutz versteht es, uns in diese antiquierte Weltsicht
zu integrieren, sie zu unserer eigenen Weltsicht zu machen.
Nicht zuletzt diese Besonderheit verleiht Perutz den Ruf eines
literarischen Könners.
Ich muß gestehen, daß etliche andere Werke von Perutz mich nicht so
stark beeindruckt haben wie "Der schwedische Reiter". Das dürfte nicht
zuletzt darauf zurückzuführen sein, daß Perutz sich bei all seinen Romanen
auf die Wortwahl und den Duktus seiner Protagonisten einstellte. "Der
schwedische Reiter" gehört auf jeden Fall zu den Highlights meiner privaten
Sammlung (mehr als 500 Bücher.)
Mein Tip: Wem dieses Buch gefallen hat, sollte sich auch noch Perutz\'
"St.-Petri-Schnee" besorgen.
++++ (ein Amazon Kunde): Methodisch konstruierte Historie
Perutz, Leo, Der schwedische Reiter (1936), (SZ-Bibliothek, 2008)
Ein Buch, das einen mehr und mehr in seinen Bann schlägt und bewegt,
selbst wenn man wie ich keine Vorliebe für historische Romane hat.
Als ein solcher stellt sich das Buch zunächst dar: Es beginnt mit dem
Vorbericht über eine gewisse Maria Christine, geborene von Tornefeld, die
um die Mitte des 18.Jahrhunderts als etwa 50Jährige ihre Erinnerungen
niederschrieb. Darin nimmt der Teil, in dem sie mit viel Liebe von ihrem
Vater, dem sog. schwedischen Reiter erzählt, eine besondere Stellung ein.
Man erfährt zunächst wenig Zusammenhängendes über ihn: Er sei, als sie 6
Jahre alt war, von seinem blühenden Gut verschwunden, um dem schwedischen
König Karl dem Zwölften im Krieg gegen Russland zu dienen, habe dies mit
außerordentlicher Bravour getan, bis nach seinem mehrjährigen Schweigen
plötzlich die Nachricht von seinem ruhmreichen Tod sie und ihre Mutter wie
ein Schlag getroffen habe. Merkwürdigerweise soll der Vater sie einige
Wochen nach seinem Verschwinden wiederholt des Nachts heimlich an ihrem
Fenster besucht und zärtlich mit ihr geflüstert haben, das habe sie als ihr
Geheimnis gehütet. - Solche Andeutungen wecken die Neugierde des Lesers und
am Ende des Vorberichts steht die Verlautbarung des Erzählers: "Die
Geschichte des \'schwedischen Reiters\' soll nun erzählt werden". Und die
macht dann das eigentliche Buch aus.
Erzählt wird nun die Geschichte von einem Dieb und dem jungen,
desertierten Landedelmann Christian von Tornefeld. Beide schlagen sich um
1700 mühselig zusammen durch Schlesien, um ihren Häschern über die Grenze
zu entkommen, Christian will in die Dienste des schwedischen Königs und
dort große Taten vollbringen, obwohl er jetzt einen ziemlich schwächlichen
Eindruck macht, und der Dieb hofft, wenigstens als Sklavenarbeiter bei
einem geldgierigen Bischof unterzuschlüpfen, um Ruhe vor den Verfolgern zu
finden. Fast am Ende ihrer Kräfte kommen sie in die Nähe eines verkommenen
Gutshofes, der der jungen Frau Maria Agneta gehört, einer Kusine
Christians. Sie liebt ihn seit ihrer Kindheit und wartet auf ihn, der
schickt allerdings jetzt nur den Dieb vor, um die Lage zu erkunden, gibt
ihm die Erkennungszeichen und nötigen Informationen über seine Kusine mit.
Der Dieb, in der Landwirtschaft und überhaupt den Weltläuften
beschlagen, sieht sofort, dass das Gesinde und die Nachbarn die junge Frau
betrügen, so dass der Hof vollkommen heruntergewirtschaftet ist. Er
verliebt sich in die mitleidige Maria Agneta und fasst blitzartig einen
moralisch fragwürdigen Entschluss: Er will diese Frau heiraten, zunächst
als Räuber in der Gegend genügend Geld an sich bringen, dann zurückkehren,
den Hof nach oben bringen und sie an Stelle des Christian von Tornefeld zur
Frau nehmen, denn sie wird in dem Mann das Kind nicht mehr erkennen und er
weiß genug über sie, um sie zu täuschen. Christian wird indessen, das weiß
der Dieb, an seiner Stelle in die Fänge des Bischofs in der Nähe geraten
und dort Sklavendienste leisten, aus denen er erst in 9 Jahren entlassen
werden wird.
Genau so kommt es, und wir sind bereit, es auch zu glauben, weil die
Geschichte ohnehin in einer fabelhaft fernen Zeit spielt und manchmal
legenden- oder märchenhafte Züge annimmt. Der Erzähler bringt die Zeit in
einer sinnlichen und melodischen Sprache zum Leben, in der wir geradezu den
Originalton zu hören meinen. Was aber von eigentlichem Interesse wird, ist
das moralische Problem, das sich nun entfaltet: der Dieb wird im Laufe der
Zeit zum Ehrenmann, seine Ehe mit Maria Agneta ist von wirklicher Liebe
getragen, ihr Kind (die kleine Christine, die später den Bericht über ihren
Vater schreiben wird) wird besonders vom Vater zärtlich geliebt.
Leider meldet sich die Vergangenheit wieder und die Täuschung droht
ruchbar zu werden. Der ehemalige Dieb ist ohnehin von schweren Skrupeln
heimgesucht. Er trifft in einer symbolischen Szene den einstmals verratenen
Christian von Tornefeld wieder, der die Sklavendienste bei dem Bischof
überstanden hat und zum Mann gehärtet wurde, und tauscht nun noch einmal
mit ihm die Rollen, so dass also jetzt Christian als schwedischer Reiter
endlich in den Krieg zieht. Wieso der ehemalige Dieb, der Vater, dann noch
mehrere Male bei seiner kleinen Tochter auftauchen kann und wie es ihm
schließlich ergeht, soll hier nicht vorweg genommen werden. Seine Frau und
das Kind sind aber der Meinung, es handle sich um ihren Mann und Vater, als
sie die Nachricht vom Tod des schwedischen Reiters erhalten.
Am Anfang des Buches sehen wir beide Männer in einer fragwürdigen
Position: den Dieb wegen seiner Schurkereien, den jungen Edelmann wegen
seiner Schwächlichkeit und naiv-idealistischen Ruhmsucht. Beide werden in
den folgenden Jahren durch die Ereignisse, die auch von dem Dieb nur zum
Teil selbst beeinflusst werden können, zu gestandenen Männern und beenden
ihre Lebenswege jeweils ehrenvoll. Aber nur aus beiden Lebensläufen ergibt
sich ein ganzer, der von Maria Agneta, ihrer Tochter und der Nachwelt
liebevoll und tief beeindruckt wahrgenommen wird
.
Wir als Leser gehören allerdings auch zur Nachwelt, aber uns wird
Einsicht in die wahren Hintergründe gewährt, so dass wir nicht dem Schein
der heilen Welt erliegen können. Das (un)heilvolle Geschehen wird im Roman
mit großer Zielstrebigkeit und Zwangsläufigkeit entfaltet, was dem Leser
die Sache aber nicht leichter macht, sondern im Gegenteil die moralische
Gemengelage eher noch rätselhafter erscheinen lässt. Man fragt sich am
Schluss: War der Dieb nicht bestraft genug, sein Geheimnis zeit seines
Lebens allein mit sich herumzutragen? Hat er sich nicht doch zu Recht
erworben, was dem schwächlichen Edelmann ohnehin nicht erstrebenswert
erschien? Kann man andere trotz persönlicher Schuld glücklich machen? Kann
ein einzelner Mensch nie alle Möglichkeiten des Menschlichen ausschöpfen?
Holt einen die Vergangenheit immer ein, gibt es ein moralisches Gesetz, das
stärker ist als alles andere?
Die Fragen bleiben dem Leser erhalten, das Buch breitet sie nur klar
und methodisch konstruiert vor ihm aus.
+++++ (ein Amazon Kunde): lass dich einfach verzaubern
Perutz ist ein wahrer Wortkünstler.
Wunderbar beschriebene Szenarien, lebensnahe gezeichnete Menschen,
Schicksale die berühren, Wendungen und Erzählsstränge die grandios
verknüpft werden - in einer schnell lebendigen Erzählform - verbunden mit
einer blühender Phantasie.
Dies alles in einer wunderbaren Sprache, die zeitlos und niemals
antiquiert wirkt.
Lass dich einfach verzaubern!
+++++ (ein Amazon Kunde): Unübertrefflich
Es ist etwas schade, dass einige der Rezensenten hier durch
Schilderungen des Geschehensablaufes ein wenig von dem Lesevergnügen
wegnehmen, das dieses Buch bietet. Tatsächlich kann keine Kurzfassung der
Handlung der Komplexität und zugleich Einfachheit dieses Werkes gerecht
werden.
Denn diese Geschichte vor der historischen Kulisse des 30jährigen
Krieges ist kein historischer Roman, sondern ein absolut zeitloser
atemberaubender Thriller, der seine Spannung und Intensität aus der
vollkommenen Integration von Sprache, Handlung und Charakteren bezieht. Das
Werk ist einfach perfekt - in Aufbau wie Details vollständig durchdacht und
gefügt wie eine wertvolle Intarsie. Besser kann man nicht schreiben.
Das einzige, was man an dem Werk aussetzen könnte, wäre, dass es
einfach zu perfekt ist. Ihm fehlt das Quäntchen Sand im Getriebe, das das
Genie vom Vollendeten unterscheidet. Aber das sollte uns, die wir weder
Genies noch Vollendete sind, nun wirklich nicht stören.
bei ins derrheeme. cd: ernst schenke spricht eigene gedichte in schlesischer mundart
Autor/Autoren: Ernst Schenke
Herausgeber: Lindenbaum Verlag
Audio CD
Stichworte: [AUDIO/Belletristik/Lyrik] [Lyrik] [Belletristik] [Dramatik] [Essays] [Schlesien] [schlesische Mundart] [Hörbuch; Lyrik (Audio-CDs)] [Hörbuch; Mundart (Audio-CDs)] [Lyrik/Gedichte (Audio-CDs)] [Mundart (Audio-CDs)] [Schlesisch (Mundart); Gedichte (Audio-CDs)] [Deutsche Belletristik] [Hörbuch] [Mundart]
Kundenmeinungen:
+++++ (ein Amazon Kunde): Ein heimatliches Hörerlebnis für alle Schlesier
Ernst Schenke (geb. 24. Mai 1896 in Nimptsch, gest. Dezember 1982 in
Recklinghausen) gilt als der bedeutendste schlesische Mundartdichter des
20. Jahrhunderts. Mit seinem schlesischen Kinderbuchklassiker Hoase
Langbeen", zahlreichen Lyrikbänden, einem umfangreichen erzählerischen Werk
und den unvergessenen Hörspielen und Hörfolgen für den Breslauer Rundfunk
ist Ernst Schenke vielen Schlesiern noch in lebendiger Erinnerung. Erstmals
wurden nun 30 seiner schönsten schlesischen Mundartgedichte auf einer CD
zusammengefaßt. Ein heimatliches Hörerlebnis!
Auf der CD befinden sich die folgenden 30 Gedichte Ernst Schenkes:
01 Rübezoahl
02 Derr Winter ies aus
03 Sieba Tage Raan
04 Inser Schulze
05 Dar biese Troom
06 Uff derr Uder bien iech derrheeme
07 Die Kurzsichtiga
08 Mei Nupper
09 Doas Karassell
10 Die Fliege
11 Die Erbschaft
12 Kupp Huuch!
13 Derrheeme
14 Kurz und bündig oder die gude Auskunft
15 Derr Gruußvoater
16 Mittichstunde
17 Summerobend
18 Ale Geschichte
19 Summer und Winter
20 Die Huxt eim Aprille
21 Pfingstmurga
22 Doas Wuchabloat
23 Wu iech om liebsta gieh
24 Uff Ustern zu
25 Die Hoasa eim Frühjoahre
26 Dar kranke Kratschmer
27 Doas Schweinla
28 Schlesischer Winter
29 Uff derr Uwabanke
30 Dezember
schlesien früher/heute
Autor/Autoren: Melanie Goldmann, Miriam Kuhl
Herausgeber: Komet
Gebundene Ausgabe
Stichworte: [Bildbände] [Deutschland] [HC/Reisen/Bildbände/Europa] [Schlesien; Bildband] [Schlesien; Bildband (Alte Ansichten)] [Bildband] [Schlesien]
in der heimat gefangen. ein kindheit zwischen flucht und vertreibung
Autor/Autoren: Werner Kutscha
Herausgeber: Rosenheimer Verlagshaus
Gebundene Ausgabe
Stichworte: [Belletristik] [Biographien, Erinnerungen] [HC/Belletristik/Erzählende Literatur] [Flucht / Vertreibung (deutschspr. Geb. Osteuropas); Berichte/Erinnerungen] [Kriegsende 1945; Berichte/Erinnerungen] [Roman] [Sowjetische Besatzung] [Zeitzeugenbericht] [Drittes Reich, Nationalsozialismus] [Erinnerung] [Geschichte, Vertreibung] [Oberschlesien] [Schlesien]
Kundenmeinungen:
+++++ (ein Amazon Kunde): Authentisch. Menschennah. Interessant. =>ABSOLUT LESENSWERT
Ich haber selten ein so tolles Buch in den Händen gehabt. Die carce 300
Seiten hatte ich innerhalb von 2Abenden durch, weil ich das Buch einfach
nicht mehr weglegen konnte, wenn ich ersteinmal angefangen hatte. Das Buch
ist absolut mitreißend! Die Beschreibungen von Gefühlen, Taten und
Erlebnissen werden so deutlich, klar und intensiv dargestellt, dass man
eine kleine Vorstellung davon bekommt, wie es den Menschen gegangen sein
muss, die damals verjagt und "auf menschenwürdige Weise" bis zur Grenze
gejagt wurden. Aber ich will nicht zuviel von Inhalt erzählen.
Also jedem, der gerne Autobiographien aus dieser Zeit liest, MUSS
sich dieses Buch kaufen! Ich habe selten etwas so gutes gelesen.
Begriffe
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