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eine kurze geschichte von fast allem
Autor/Autoren: Bill Bryson
Herausgeber: Goldmann
Taschenbuch
Stichworte: [Wissenschaft] [TB/Sachbücher/Lexika, Nachschlagewerke] [Naturwissenschaften] [Technik allg.] [Naturwissenschaft; Einführung (pop.)]
Bill Bryson, bislang vor allem bekannt für seine amüsanten
Reiseberichte, hat sich diesmal einem anderen Thema zugewandt oder besser:
so ziemlich allen anderen Themen, die es gibt. Denn in Eine kurze
Geschichte von fast allem unternimmt er nichts Geringeres als den Versuch,
die Welt und das Universum auf knapp 700 Seiten zu erklären.
Ausgangspunkt ist ein traumatisches Erlebnis. In einem Schulbuch entdeckte
der kleine Bill eine Abbildung, auf der man das Erdinnere sehen konnte.
Doch das Buch war sterbenslangweilig, und vor allem beantwortete es keine
der Fragen, die Bill auf den Nägeln brannten. Fragen wie "Warum verbrennen
wir uns am Erdboden nicht die Füße, wenn das Erdinnere so heiß ist?" Und
vor allem: "Woher wissen die das alles?" Die Enttäuschung des kleinen Bill
war -- bei allem Mitgefühl -- ein Glück für uns. Denn nur deshalb können
wir heute dieses großartige, urkomische, lehrreiche Buch lesen. Worum
geht es? Zum Beispiel darum: das Universum und seine Entstehung; Albert
Einstein und die Quantentheorie; die Feinheiten der Teilchenphysik; die
Wunder der Tiefsee und die Entstehung des Lebens; Mikroorganismen und
Fossilien; die Entdeckung der DNA und die Entwicklung des Menschen. Doch
wer sich fragt: "Woher wissen die das alles?", der muss sich zwangweise
auch und vor allem für die Menschen interessieren, denen wir unser Wissen
verdanken. Und so wimmelt es in diesem Buch vor skurrilen Typen, verkannten
Entdeckern, passionierten Amateuren und unglaublichen Zufällen. Denn
Wissenschaft ist ein Teil des Lebens und Wissenschaftler sind auch nur
Menschen. Da gibt es den australischen Reverend, der mit seinem kleinen
Fernrohr mehr Supernovae entdeckt hat, als alle modernen
Hochleistungsteleskope zusammen. Oder den britischen Gentleman, der
Muscheln in seinem hohlen Gehstock aus einem Museum schmuggelte. Oder den
Mann, der uns nicht nur das Blei im Benzin bescherte, sondern die FCKWs
gleich oben drauf etc. Wer Bill Bryson mag, wird dieses Buch lieben. Wer
sich für die Wissenschaft von fast allem interessiert, ebenso. Und selbst
wenn Sie schon eine Menge über das Universum und den ganzen Rest wissen:
Dieses Buch hält garantiert auch für Sie noch einige Überraschungen bereit.
--Gabi Neumayer Aus der Amazon.de-Redaktion
Kundenmeinungen:
+++++ (ein Amazon Kunde): Klassiker
Mehr kann man dazu nicht sagen. Sicher kann man in einem Buch nicht
alles zur Entstehung von Weltall und Menschheit sagen und auch nicht alle
Gebiete der Physik, Chemie, Biologie und Astronomie vollständig abgrasen,
aber dem Autor gelingt es meisterhaft in einem guten Plauderton sehr viel
Interessantes zu diesen Themen in einer witzigen Art unterzubringen.
Hinterher weiß man nicht (fast) alles, aber sehr viel mehr, man versteht
Zusammenhänge und bekommt Lust sich mit manchen Dingen intensiver und
vielleicht auch wissenschaftlicher zu befassen.
5 Sterne von mir!
+++++ (ein Amazon Kunde): Almanach des Wissens
Ein Sachbuch, 672 Seiten stark.
Es ist nicht mehr und nicht weniger, als die Geschichte von allem. Um
genau zu sein: "Eine kurze Geschichte von fast allem".
Und wenn man es gelesen hat, kann man dem fast nur noch hinzufügen:
Es stimmt. Es steht gefühlt alles erklärt darin.
Vom Aufbau des Universums, von Atome, der Chemie, Physik, Geologie,
Paläontologie und so weiter. Das alles als rein Fakten wär öde, fad, schwer
verdaulich.
Bill Bryson reichert dies alles aber an mit einer Vielzahl von
Geschichten und Anekdoten rund um die verschiedenen Entdeckeungen und
Experimente, mit Hintergründen zu den Forschern, ihren Verbindung,
Feindschaften und Freundschaften.
Wenn man nur 5 Promille dessen behalten würde, was das Buch fast, man
würde als allwissend gelten.
++++ (ein Amazon Kunde): Man sollte nicht zu Depressionen neigen....
...wenn man sich an diese Wälzer heranwagt. Die menschliche Existenz
steht auf wackeligen Beinen. Ein fehlgeleiteter größerer Asteroid, die
nächste anstehende Eiszeit (alle reden von Treibhauseffekt, da wird das
Pendant gerne mal übersehen), ein mutierter, außer Kontrolle geratener
Virus, größere tektonische Verschiebungen und das Leben wäre nicht mehr so,
wie wir es kennen. Zum Glück wird unser Zentralgestirn noch ein paar
Millionen Jahre weiterbrutzeln, bevor seine Energie aufgebraucht sein wird.
Abgesehen davon hat das über 600 Seiten starke Buch den Anspruch,
eine Geschichte von fast allem zu erzählen, zumindest in
naturwissenschaftlicher Richtung. Da kann vieles natürlich nur angerissen
werden. Doch nach seiner aufmerksamen Lektüre, hat sich zumindest bei mir
so manche Wissenslücke geschlossen. Das Werk ist gut leserlich geschrieben
und eignet sich durch auch als Bettlektüre. Etwas negativ fällt auf, dass
mit Jahreszahlen und Biografiedaten nur so um sich geworfen wird. Jedoch
vieles an Detailwissen zu den Wissenschaftlern und hellen Köpfen ist rasch
gelesen und ebenso schnell auch wieder vergessen.
Die Grenzenlosigkeit des Welt, sowohl in die eine Richtung
(unendliche Dimensionen des Weltalls) wie auch in die andere (immer wieder
neue Unterteilung der Atomteile), die Zufälligkeit der Entstehung des
Lebens auf der Erde, die Wahrscheinlichkeit von weiterem intelligenten
Leben auf anderen Planeten, die Theorie der unendlichen Wiederholbarkeit
der Entstehung der Welt lassen den Mensch und die komplette menschliche
Kulturgeschichte plötzlich sehr klein und sandkornartig erscheinen. Doch,
es ist das einzige, was wir haben.
Wir sollten es achtsam behandeln.
+++++ (ein Amazon Kunde): Tolles Buch zum immer-wieder-lesen
Ich habe dieses Buch bestellt, nachdem ich nach einem mehr oder weniger
langweiligen Nachmittag in der Stadt in einem Buchladen darauf gestoßen bin
und mich festgelesen habe. "Eine kurze Geschichte von fast allem" ist eines
der wenigen naturwissenschaftlichen Büchern, die ich regelrecht
verschlungen habe, und das einzige, bei dem ich mich bisher dazu hinreißen
lassen habe, die interessantesten und lustigsten Fakten rauszuschreiben.
(Wussten Sie zum Beispiel, dass an der Hungersnot in Irland 1815 ein
Vulkanausbruch in Indonesien schuld war, der außerdem für ein "Jahr ohne
Sommer" und eine verdunkelte Sonne sowie dafür, dass selbst im Juni morgens
noch Frost lag, verantwortlich war? Oder kannten Sie die Geschichten von
James Croll und Dubois?)
Bill Bryson schafft es, selbst die trockensten Gebiete der Physik so
zu beschreiben, dass man als Laie mitkommt und des Öfteren ins Grübeln
gerät - über Wissenschaft, Menschen und das Leben im Allgemeinen. Die
gesamte Welt der Naturwissenschaften wird sehr menschlich dargestellt;
Bryson erzählt nicht nur, was jemand herausgefunden hat, sondern auch, was
für eine Art Mensch dieser Forscher war. So erfährt man als Leser einiges
über die Eigenarten ekzentrischer Briten, die sich vornehmen, jedes Tier
auf der Welt einmal gegessen zu haben, oder geniale Theorien
entwickeln,ohne irgendjemandem davon zu erzählen (solche Forscher warfen
die Naturwissenschaften teilweise um Jahrzehnte zurück...), über
Australier, die Nachts nach explodierenden Sternen suchen und mit ihrem
kleinen Teleskop mehr davon finden als die Profis an den Unis, darüber, wie
ungerecht es teilweise in der Welt der Wissenschaftler zugeht ("Jemand
entdeckt etwas, alle lachen ihn aus, später entdeckt jemand anders genau
das gleiche und wird als Genie gefeiert"), und ganz nebenbei frischt man
auch noch sein Allgemeinwissen auf.
Die zahlreichen Anekdoten über Wissenschaftler und ihre Eigenarten,
Unglücke, und Bretter vorm Kopf lockern das Lesen ungemein auf, auch wenn
die vielen Namen irgendwann verwirrend werden (an ein paar wenigen Stellen
habe ich zurückgeblättert, um herauszufinden, wer doch gleich ein
bestimmter Wissenschaftler war, an anderen Stellen erledigt Bryson das
gleich selbst mit Anmerkungen wie "das war der, der jedes Tier einmal essen
wollte"). Insgesamt kann ich sagen, dass es etwas für ein Sachbuch höchst
ungewöhnliches geschafft hat: mich von einer Emotion in eine andere zu
stürzen. Es gab Stellen, an denen ich einfach nur nach lachen konnte über
die Ideen mancher Forscher, andere Fakten über die Geschichte der Welt oder
auch das All haben mich so nachdenklich gemacht, dass ich das Buch kurz
weglegte, um alles erst einmal sacken zu lassen, und an einigen wenigen
Stellen war ich regelrecht traurig (einmal aus Mitleid mit einem
Wissenschaftler, dem das Schicksal wirklich hard zusetzte) oder wütend (auf
"Wissenschaftler", die ihre Zeit damit zubrachten, die letzten Tiere
irgendeiner Art zu finden und zu töten/zu essen/auszustopfen oder sonst
was, zum Beispiel).
Wer Vorwissen in einigen der Bereiche hat, die hier abgehandelt
werden, wird die Informationen wohl eher dürftig finden - allerdings ist
das Buch ja für ein Laienpublikum geschrieben, von daher geht das meiner
Ansicht nach in Ordnung. Teilweise holt Bryson in seinen Erklärungen meiner
Meinung nach zu weit aus, und in dem Bemühen, alles absolut verständlich zu
schreiben, geraten diese Passagen dann etwas langatmig und man muss sich
fast schon duchquälen. Viele solcher Stellen gibt es allerdings zum Glück
nicht, und beim erneuten Lesen kann man sie dann ja überspringen. Das
einzige, was mich wirklich etwas gestört hat, war der moralische Unterton
gegen Ende des Buches; man sollte meinen, dass Leser von alleine auf die
Idee kommen, dass Artenschutz etwas gutes ist und dass wir riesiges Glück
haben, überhaupt zu existieren, also bitte die Welt nicht kaputtmachen
sollen. Hätte er lediglich das Motiv wiederholt, das schon am Anfang
auftaucht, nämlich die Räselhaftigkeit des Lebens und die bloße Tatsache
(ohne Deutung...), dass die Existenz der Menschen ein Glücksfall ist, wäre
ich glücklicher gewesen. Aber gut, das ist Haarspalterei... Alles in allem
hat mir das Ende trotzdem gut gefallen, weil man selbst nach dem Zuklappen
des Buches nicht das Nachdenken über das Thema aufhört.
Fazit: Ein unterhaltsames, gut lesbares Buch, das eine große Menge an
Wissen vermittelt, ohne dass man es während dem Lesen so recht merkt. Ob
man nur schmökern oder das ganze Buch lesen will, spielt keine Rolle, es
ist in jedem Fall absolut empfehlenswert!
da vincis vermächtnis oder wie leonardo die welt neu erfand
Autor/Autoren: Stefan Klein
Herausgeber: Fischer (S.), Frankfurt
Gebundene Ausgabe
Stichworte: [HC/Sachbücher/Natur, Technik/Biographien, Autobiographien] [Naturwissenschaften] [Technik allg.] [Leonardo da Vinci]
Kundenmeinungen:
+++++ (ein Amazon Kunde): Leonardo da Vinci...ein Mann, den es so nie wieder geben wird
Stefan Klein beschreibt das Leben von Leonardo da Vinci in einer Art
und Weise, die schon nach den ersten Seiten fesselt. Schon die Schilderung
seiner Eindrücke der Mona Lisa, Leonardo wohl bekanntestes Werk, lässt
erahnen, welche Faszination von diesem Gemälde ausgeht, auch wenn ich
vieles, was über dieses Gemälde geschrieben wird, als sehr spekulativ
erachte. Speziell nach der Lektüre des Buches, wenn man begriffen hat, wozu
Leonardo fähig war, kann man sich nicht vorstellen, was in seinem Kopf
wirklich vorging. Viele Skizzen und Zeichnungen beweisen, daß er an mehrere
Dinge gleichzeitig dachte, ohne sich jedoch die Mühe zu machen, sie
komplett zu Ende zu denken oder gar zu verwirklichen. Vieles blieb ein
Gedankenexperiment, wenn auch sehr nah an der Realität.
Durch das Buch wird man als Leser an die Werke Leonardo da Vincis
herangeführt und erfährt, daß er weit mehr geleistet und erdacht hat, als
nur die bekannten "Flughilfen" oder Automaten. Man lernt, daß selbst
Leonardo auch nur ein Mensch mit weltlichen Bedürfnissen war und versucht
hat, durch seine Werke seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Er war jedoch
darin seiner Zeit meilenweit voraus. Was in auszeichnete, ist etwas, das in
der heutigen Zeit eher als Mangel bewertet werden würde. Er hat nie eine
höhere Schule besucht und war so frei von jeglichen Denkmodellen. Seine
Kreativität kannte keine Grenzen.
Dieses Buch ist ein sehr guter Überblick über die Werke Leonardo da
Vincis. Trotz der vielfach sachlichen Schilderungen gelingt es Stefan Klein
den Leser mitzunehmen und zu fesseln, dadurch daß der Autor selbst seine
Eindrücke und Erfahrungen mit Leonardos Erfindungen anschaulich wiedergibt.
++++ (ein Amazon Kunde): Ein absolut lesenswertes Buch
Stefan Klein gibt in seinem Buch "Da Vincis Vermächtnis oder Wie
Leonardo die Welt neu erfand" einen Einblick in das unglaubliche Wirken
Leonardos und dessen unglaublich wechselhaftes Leben. Nach Dan Browns "Da
Vinci Code" und dem daraus folgenden \'da vinci-hype\' endlich wieder ein
Buch was ernst zu nehmen ist.
Absolut lesenswert.
+++++ (ein Amazon Kunde): Wie Leonardo die Welt neu erfand
Leonardo da Vinci ist zweifellos eine außergewöhnliche Person in der
menschlichen Geschichte - Erfinder, Wissenschaftler, Mediziner und
politischer Berater. Mit seinen Talenten förderte er sowohl den Aufstieg
der Wissenschaften wie auch von Potentaten und deren Kriegen. Mit dem Buch
DA VINCIs VERMÄCHTNIS von Stefan Klein ist ein weiterer Baustein als Buch
auf den Markt gekommen, um die besondere Persönlichkeit besser zu
verstehen.
Universalgenie, Gelehrter und Wissenschaftsgenie, Leonardo Da Vinci
was alles und er beförderte die Menschheit in die Zukunft. Seine Theorien
zum Flug der Vögel ungeschlagen, selbst ein Wassercomputer nannte er sein
eigen und doch arbeitete er mit und für die Borgias - der mächtigsten und
skrupellosesten Familie der damaligen Zeit.
Er erfand Kriegsmaschinen und war einer der ersten, welche den
Menschlichen Körper anatomisch darstellten und sich mit den Organen
beschäftigten. Er malte die berühmtesten Gemälde, darunter die Mona Lisa
und katapultierte die damalige Gesellschaft mit seinen Theorien zu neuen
Höhenflügen.
Ein sehr gutes Buch zum Thema Leonardo da Vinci und alle welche den
Spuren dieses außergewöhnlichen Menschen folgen wollen - ein Buch das
seinen Lebensweg ebenso abdeckt wie es seine Theorien erklärt und die
Widersprüche in seinem Leben aufdeckt.
Sehr empfehlenswert!
+++++ (ein Amazon Kunde): Spannende, anregende Lektüre - und ein Schnäppchen
Bestsellerautor Stefan Klein ("Die Glücksformel", "Zeit") hat sich mit
diesem Buch einem unerwarteten Thema zugewandt: Er zeigt einen Leonardo da
Vinci, wie ihn kaum einer kennt. Nicht um den Maler geht es hier in erster
Linie, sondern um den Erfinder und Forscher. Um einen Mann, der keine Tabus
scheute, um seine schier grenzenlose Neugier zu befriedigen und sich dafür
selbst mit dem Papst anlegte. Das Buch ist keine herkömmliche Biografie,
vielmehr ordnet der Autor das Leben des Universalgenies nach Themen, mit
denen da Vinci sich beschäftigte, wie "Wasser", "Krieg" usw. Dabei erfährt
man viel über die Zeit, in der da Vinci lebte, ebenso wie über seinen in
weiten Teilen aufregenden Lebensweg. Von der Einstellung des Meisters zur
Sexualität ist ebenso die Rede wie von seinen Eroberungszügen mit dem
gefürchteten Feldherren und Papstsohn Cesare Borgia. Und weil Klein die
Auffassung vertritt, dass nur derjenige da Vinci verstehen kann, der ihn
als Forscher und Künstler zugleich sieht. kommen Werke wie die "Mona Lisa"
nicht zu kurz. So erklärt er das geheimnisvolle Lächeln der jungen Dame
damit, dass da Vinci von Gesetzen der Wahrnehmung wusste, die in voller
Schärfe erst die moderne Hirnforschung aufgedeckt hat.
Das Buch ist glänzend geschrieben. Der Stoff wird höchst anregend
und spannend erzählt wird, wie in Kleins Büchern eigentlich immer. Die
reichhaltigen Illustrationen und Farbtafeln machen "Da Vincis Vermächtnis"
zudem zu einer Augenweide. Man kann kaum glauben, dass dieses derart
reichhaltig ausgestattetes Buch tatsächlich nur 18, 90 kostet. Ein
heisser Tipp als Weihnachtsgeschenk!
+++++ (ein Amazon Kunde): " Es gibt kein Genie, ohne produktiv fortwirkende Kraft. ( J.P. Eckermann, Gespräche mit Goethe)
Stefan Klein erzählt die Geschichte Leonardo da Vincis(1452-1519).
Dieser italienische Maler, Zeichner, Bildhauer, Architekt, Ingenieur und
Naturforscher gehört neben Michelangelo und Raffael zu den bedeutendsten
Künstlern der Renaissance und der Kunstgeschichte überhaupt; als Forscher
leitete er die neuzeitliche Methodik der Naturwissenschaften ein, als
Architekt , Erfinder und Ingenieur schuf er bedeutende Entwürfe und weit
vorausschauenden Pläne. Als Kosmograf leistete er einen großen Beitrag zur
Entwicklung der Kartografie und Geografie. Diese Beschäftigung mit den
verschiedensten Wissensgebieten reihte ihn in eine vornehmlich
florentinische Tradition ein, deren repräsentativer Typus des " uomo
universale " in ihm die reinste Ausprägung findet.
Seine umfangreichen bis auf ganz wenige Ausnahmen in Spiegelschrift
geschriebenen Manuskripte - etwa fünftausend zum großen Teil illustrierte
Folios zeigen seine Vielseitigkeit: Anatomie, Botanik, Zoologie, Geologie
aber auch Physik, Mechanik, Optik und Geometrie galt sein
wissenschaftliches Interesse. Nicht die Suche nach dem " transzendenten "
Wesen, sondern die Neugierde des empirisch Forschenden und das Interesse am
Abgelegenen, am kleinsten Detail charakterisieren seine Haltung. Die
Unabgeschlossenheit vieler seiner Vorhaben, ist gewissermaßen die
notwendige Konsequenz seiner Anschauung, dass sich Wahrheit und Erkenntnis
erst im Verlauf der Geschichte im vollen Umfang enthüllen.
In den Ergebnissen der so begründeten unablässigen
Forschungstätigkeit Leonardos findet sich demgemäß eine Fülle von
Vorahnungen und Vorwegnahmen moderner Erfindungen, die seiner
ungewöhnlichen Beobachtungsgabe und seiner Experimentierfreudigkeit zu
verdanken sind; dagegen gründet sich der Ruhm des Malers auf ein
verhältnismäßig kleines OEuvre, dem allerdings eine außerordentliche Zahl
von Zeichnungen, Skizzen und Entwürfen gegenübersteht.
Klein befasst sich in diesem Buch gleich zu Anfang mit dem Geheimnis
der Mona Lisa, um dann das breit gefächerte naturwissenschaftliche des
Genies zu fokussieren , zu entschlüsseln und dabei aufzuzeigen, das wir
noch heute von da Vinci lernen können.
Mit besonderem Interesse habe ich das Kapitel " Der Traum vom Fliegen
" gelesen, in dem Leonardo als empirisch Forschender besonders deutlich
erkennbar wird.
Dem Anhang des Buches ist sind die Lebensdaten da Vincis aufgrund
einer gut strukturierten Zeittafel zu entnehmen.
Ein sehr gutes, spannendes Buch. Empfehlenswert!
schule ist was für versager: was wir von den simpsons über physik, biologie, roboter und das leben lernen können
Autor/Autoren: Paul Halpern
Herausgeber: Rowohlt Tb.
Broschiert
Stichworte: [TB/Sachbücher/Natur, Technik] [Naturwissenschaften] [Technik allg.] [The Simpsons (Zeichentrickserie)]
Kundenmeinungen:
+++++ (ein Amazon Kunde): Nicht nur für Simpson Fans
Als ich eines Tages durch Amazon "streifte" und dieses Buch entdeckte,
war für mich just in diesem Moment der Entschluss gefasst es zu kaufen...
Und wenn ich ehrlich bin, bereuhe ich es absolut nicht.
Denn dieses Buch von Paul Halpern zeichnen insbesondere 2 Sachen aus.
Zum einen ist das Buch sehr humorvoll geschrieben und es wird immer
(wie der Titel schon sagt) auf die Fernsehserie "The Simpsons" verwiesen.
Und allein diese Verweise sind des wert dieses Buch zu kaufen, denn der
Autor hat sich sichtlich Mühe gemacht ALLE Simpsonsfolgen die bis zum
erscheinen des Buches draußen waren, auf wissenschaftliche Fakten oder
Anspielungen zu durchforsten und davon die besten und interessantesten zu
nehmen und in diesem Buch zu erklären.
Dies führt mich zu meinem Zweiten und von den Simpsons absolut
unabhängigen Punkt.
Denn die Erläuterungen der "Probleme" in den wissenschaftlichen
Feldern wie Physik, Chemie, Biologie oder Technik sind sehr verständlich
und kompetent geklärt oder besser beantwortet.
Auch ohne Kenntnisse über die Simpsons bekommt man für dieses Buch
eine gehörige Portion Allgemeinwissen vermittelt und dies auf sehr
angenehme und einfache Art und Weise.
Einziger Makel des Buches ist, dass die Kapitel ab und zu etwas zu
"durcheinander" verfasst sind und der Autor sich in Nebenproblemfeldern
verrennt, sodass er ab und zu von der Urfrage abkommt.
Trotzdem 5 von 5 möglichen Punkten, da mich das Buch einiges gelehrt,
aber vor allen Dingen unterhalten hat.
++++ (ein Amazon Kunde): Lernen mit den Simpsons?
Warum nicht? Unser aller Lieblingsserie ist voller (mal mehr, mal
weniger korrekter) Ausflüge in die Wissenschaft. Und da sich Werke, die
Bildung und Popkultur vereinen, zur Zeit gut verkaufen, war ein Buch wie
dieses absehbar. Glücklicherweise hat sich ein fähiger Autor daran gewagt
und nicht ein wenig berufenes Autorenteam wie bei "Die Simpsons und die
Philosophie".
Die Kapitel beschäftigen sich mit den verschiedensten Bereichen der
(Natur-)Wissenschaften, wobei sie zur Einführung und Veranschaulichung auf
passende Simpsons-Episoden zurückgreifen. So lernen wir anhand der Episode
"Vertrottelt Lisa?" alles über genetische Vererbung, über die
Halloweenfolgen beschäftigen wir uns mit den Möglichkeiten ausserirdischen
Lebens, erfahren, ob das Universum ein Donut ist (Wie Homer es in "Die
Stadt der primitiven Langweiler" vermutet) und ob das Wasser in Australien
in die andere Richtung abläuft ("Bart gegen Australien").
Das ganze ist sehr lehrreich, sehr lustig und interessant geschrieben
und ruft viele Erinnerungen an geliebte alte Episoden zurück. Absolut
lesenswert!
Einziger Makel: Manchmal weicht der Autor in seinem Enthusiasmus
etwas zu weit vom Simpsonsthema ab und überschüttet den Leser mit
ausschweifenden hochwissenschaftlichen Erläuterungen, die kaum etwas mit
der ursprünglich besprochenen Episode zu tun haben. Da das allerdings nicht
allzu häufig vorkommt und die Texte auch dann noch interessant und oft
lustig sind, lässt sich damit leben.
warum affen für die liebe zahlen: noch mehr pleiten und pannen im bauplan der natur
Autor/Autoren: Jörg Zittlau
Herausgeber: Ullstein Hc
Gebundene Ausgabe
Stichworte: [HC/Sachbücher/Natur, Technik/Natur/Allgemeines, Nachschlagewerke] [Naturwissenschaften] [Technik allg.] [Tiere] [Wissenschaft]
Kundenmeinungen:
++ (ein Amazon Kunde): Harmloser Evolutionsspaß?
Das Leitmotiv dieses Büchleins ist, die Zielgerichtetheit des
biologischen Evolutionsprozesses in Frage zu stellen und die Evolution im
Lichte der Fehlentwicklungen und Kuriositäten zu betrachten. Ist das ein
ernstzunehmender Ansatz oder nur eine Bestselleridee in zweiter Folge?
Klar, daß das Thema Pleiten, Pech und Pannen immer auf ein interessiertes
Publikum trifft. Der Autor bietet einige Dutzend voraussetzungslose,
unterhaltsam und humorvoll geschriebene Evolutionsgeschichten, viele davon
drehen sich um die Thematik des Beinahe-Scheiterns. Er stellt mit den
voneinander unabhängigen Geschichten keine besonderen Ansprüche an den
Leser. Was aber darf der vom Autor erwarten? Erwirbt er brauchbare
Kenntnisse zur biologischen Evolution? Falls der Leser mehr von
Evolutionsbiologie versteht als die Zielgruppe, die Autor und Verlag mit
dem Buch offenbar im Sinn hatten, kann man das bejahen. Die biologischen
Fakten an sich, die Zittlau referiert, sind nämlich durchwegs interessant,
nur sein fast bis zur Parodie verzerrter Evolutionsbegriff und die daran
geknüpften Schlußfolgerungen sind problematisch. Hinter jedem Fall von
Täuschung im Tierreich etwa wittert der Autor einen Verstoß gegen das
Prinzip des "Überlebens des Stärkeren". An die Überlebensvorteile des
Klügeren will er gar nicht denken. Das ist verständlich: Zittlau muß sich
gewissermaßen aus dramaturgischen Gründen dummstellen und unterschlagen,
daß es eine konvergente Evolution gab, nämlich die des Nervensystems und
der Kognition. Gäbe er das zu, ließe sich seine Leitidee der Pleiten und
Pannen weniger gut verkaufen. Der Leser, der genug evolutionsbiologisches
Wissen besitzt, wird über die einseitige Darstellung hinwegsehen, an den
Kuriositäten seinen Spaß haben und sich seinen eigenen Reim darauf machen.
Der Einsteiger in die Thematik der Evolutionsbiologie, muß jedoch
gewarnt werden. Zittlau ist ein Aufklärer, der gerne erst ein bißchen
Verwirrung stiftet, bevor er loslegt. So schreibt er auf S. 25, daß das
Bärtierchen selbst Temperaturen von minus 272 Grad überlebt, was aus
evolutionärer Sicht kaum möglich sei, da diese Temperaturen in den letzten
Millionen Jahren auf der Erde nie vorkamen. Er geht also von der geradezu
aberwitzigen Prämisse aus, daß quasi jeder Zahlenwert in der Evolution
einen Sinn haben muß, zeigt dann, daß das nicht sein kann und gelangt somit
zur grandiosen Erkenntnis, daß nicht alles in der Evolution einen Sinn
habe. Das ist toll. Die Rezensenten der Tagespresse (Die WELT, Hannoversche
Allgemeine), die sich von dieser Schlußfolgerung und der Kombination aus
"Humor" und "Kompetenz" tief beeindruckt zeigten, würde man gerne fragen,
ob sie auch noch ein anderes Evolutionsbuch kennen. Zweifellos hat der
Autor für das Kapitel über die Raben interessante Fakten zusammengetragen,
aber ist es ein besonderes Zeichen von Kompetenz, wenn er allen Ernstes auf
S. 105 suggeriert, daß das Verhalten der übermütigen Rabenmännchen
evolutionär fragwürdig wäre? Die gängige und für jeden erfaßbare These ist
doch, daß die Männchen mit ihrer Risikobereitschaft ihre überschüssige
Kraft signalisieren. Mit seinem selbst auferlegten Zwang, überall eine
evolutionäre Panne zu sehen, entläßt der Autor den unbedarften Leser zwar
frohgestimmt, aber mit einer verdunkelten Vorstellung der
Evolutionsprozesses.
+++++ (ein Amazon Kunde): Kurzweilige Lektüre
Wer hätte das gedacht: Es gibt noch sehr viel mehr zu erfahren über die
Pleiten und Pannen im Bauplan der Natur. Nachdem uns Jörg Zittlau in seinem
jüngst erschienenen Werk so anschaulich und kenntnisreich erklärt hat,
"Warum Robben kein Blau sehen und Elche ins Altersheim gehen", stellt er
uns nun weitere verblüffende Unzulänglichkeiten der Evolution vor: So etwa
Fische, die auf Bäume klettern, Zugvögel, die es im Winter nordwärts zieht
oder Giraffen, die buchstäblich den Hals nicht voll genug bekommen. Alles
in allem wieder eine kurzweilige und interessante Lektüre über Kuriositäten
aus dem Reich der Tiere.
Eine erfreuliche (viel zu sparsame)Zugabe: Lucias Obis originelle
Illustrationen!
+++++ (ein Amazon Kunde): Noch besser als der Vorgänger
Ich habe das erste Buch des Autors zu dem Thema ("Was macht der Elch im
Altersheim") mit großer Freude gelesen, und weil man von anderen Filmen und
Büchern her weiß, dass die Nachfolger nur selten dem Erst-Werk das Wasser
reichen können, war ich zunächst skeptisch. Doch dieses Gefühl war schnell
verflogen. Denn man merkt dem "Affen" an, dass der Autor sich noch tiefer
in die Thematik eingearbeitet hat. All die Pleiten, Pannen und
Fehlkonstruktionen der Tierwelt kommen nun noch authentischer und
sympathischer rüber, und man hat den Eindruck, dass die Beispiele nur so
aus Zittlau heraussprudeln. Auch sein Tier-Panorama hat sich erweitert. War
früher bei den Ameisen Schluss, sind diesmal auch die winzigen Bärtierchen
aus der so genannten "Sandlücken-Fauna" dabei. Und man liest von einer
Antilope, die "Ducker" genannt wird - und sich auch genauso verhält.
Möglich, dass dies für fortgeschrittene Biologie-Experten nichts Neues ist.
Für den Biologie-interessierten Laien sind solche Geschichten aber echte
Schmankerl mit hohem Info-Gehalt.
geschichten vom ursprung des lebens: eine zeitreise auf darwins spuren
Autor/Autoren: Richard Dawkins
Herausgeber: Ullstein Hc
Gebundene Ausgabe
Stichworte: [HC/Sachbücher/Natur, Technik/Naturwissenschaft] [Naturwissenschaften] [Technik allg.] [Abstammung] [Darwinismus] [Entwicklungsgeschichte] [Evolution]
Rechtzeitig zum doppelten Darwinjubiläum im Jahr 2009, in dem sich der
Geburtstag des Naturforschers zum 200. und das Erscheinen seines
revolutionären Hauptwerks über Die Entstehung der Arten durch
natürliche Zuchtwahl zum 150 Mal jähren, drängen massenhaft neue oder
neu aufgelegte Bücher seiner Jünger und Epigonen auf den Markt. Bei dem
hier anzuzeigenden Werk aus der Feder des britischen Evolutionsbiologen und
bekennenden „Ultradarwinisten“ Richard Dawkins handelt es sich um
letzteres. Vier Jahre nach Erscheinen des von Fachwelt, Medien und
Publikum gleichermaßen bejubelten Bestsellers des Oxfordprofessors, der im
Original den Titel The Ancestor’s Tale. The Pilgrimage to the Dawn
of Life trägt, liegt nun eine hochwertige, ansprechend aufgemachte und
insgesamt recht ordentlich übersetzte deutsche Ausgabe vor. Einzig der
Titel lässt zu wünschen übrig, denn er verschleiert das Konzept des
Autors, der inspiriert von Chaucers Canterbury Tales den Leser auf eine
fast 900 Seiten lange Pilgerreise zu den Ursprüngen des Lebens mitnimmt.
Eine bemerkenswerte Terminologie übrigens für einen beinahe militanten
Atheisten und streitbaren Religionskritiker. Aber durchaus mit Bedacht
gewählt, denn als Missionar der Vernunft ist er nach eigenem Bekunden
genau deshalb ein Gegner des Glaubens an das Übernatürliche, weil dieser
es auf entsetzliche Weise versäume, der „erhabenen Größe der
wirklichen Welt Gerechtigkeit widerfahren zu lassen“. Obwohl ein
glühender Verfechter des Darwinismus, lehnt Dawkins die Vorstellung einer
zielgerichteten Evolution, die womöglich in dem alles andere als perfekten
Homo sapiens kulminiert, ab. Weil er die Entwicklungsgeschichte des Lebens
als unwiederholbar erachtet, zeichnet er sie in seinem Buch auch im
Rückwärtsgang nach: Mensch – Menschenaffen – Primaten –
Säugetiere – Wirbeltiere – Deuterostomier und so weiter bis
hin zum allerletzten Urahn allen Lebens. Richard Dawkins, der nicht umsonst
zu den herausragenden Intellektuellen unserer Zeit gezählt wird, ist mit
diesem Buch, das durchaus das Zeug zum Standardwerk hat, ein großer Wurf
gelungen. Spannender und unterhaltsamer kann man Naturwissenschaft für den
Laien verständlich kaum aufbereiten. Franz Klotz Aus der Amazon.de-Redaktion
Kundenmeinungen:
+++++ (ein Amazon Kunde): ein Buch für diese Zeit
Herrlich, wie Dawkins auf die Kreationisten eindrischt, genau an den
Stellen, wo die Munition am schärfsten ist. Hier scheiden sich wirklich die
Geister in klein und offen. In nur zehn Jahren wird man diese Passagen kaum
mehr begreifen, weil die George W. Bush-Episode schon so lange her ist,
aber heute ist diese Form der Auseinandersetzung schlicht notwendig. Danke
dafür!
Leider verschwurbelt Dawkins gelegentlich an manchen Stellen, wo uns
statt (Noch-Nicht-) Wissen nur vernünftiges Glauben zur Verfügung steht.
Etwas ermüdend ist seine Lust an der Wiederholung.
Das Konzept der Begegnungen auf der Reise \'vorwärts\' in die
Vergangenheit führt elegant weg von der anthropozentrischen Sichtweise
"Donnerwetter, von denen stammen wir auch ab? So wichtig sind wir?".
Es tut uns Dinos der Gegenwart ganz gut, daran erinnert zu werden,
dass wir nur ein Fliegendreck in einer Vielzahl gewaltiger miteinander
verflochtener Stammbäume von Arten und Genen sind.
+++++ (ein Amazon Kunde): Hervorragender Überblick über die Geschichte des Lebens
Dies ist mal ein Buch von Richard Dawkins, was mir uneingeschränkt
gefällt. Im Vordergrund steht die Evolution und Geschichte des Lebens (und
weniger die Evolutionstheorie). Und in der Hinsicht habe ich bislang kaum
ein ähnlich informatives und vor allem auch gut lesbares Buch in der Hand
gehabt. Man erhält einen hervorragenden Überblick über die gesamte
Geschichte des Lebens, so wie sich die Evolutionsbiologie dies aktuell
vorstellt. Im Grunde ist das Buch so etwas wie Bill Brysons Eine kurze
Geschichte von fast allem, jedoch eingeschränkt auf die Geschichte des
Lebens. Es eignet sich auch sehr gut als Weihnachtsgeschenk für biologisch
interessierte Schüler und Schülerinnen.
Im Rahmen des Buches begibt sich Dawkins - in Anlehnung an Geoffrey
Chaucers mittelalterliche Erzählungen The Canterbury Tales - auf eine
zeitlich rückwärts gerichtete Pilgerreise durch die Geschichte des Lebens,
angefangen von heute bis zu seiner Entstehung, wobei man sehr viel über
verschiedene Arten, historische Epochen und Katastrophen erfährt. All diese
ist äußert lesenswert, ja manchmal sogar ein Genuss.
Eingehend widmet sich Dawkins der Frage, wie im Laufe der Evolution
bestimmte Strukturen (zum Beispiel Augen) mehrfach entwickelt werden
konnten. In der Natur scheint sich nicht nur alles rein zufällig immer
wieder neu zu entwickeln, sondern es gab eine ganze Reihe
Entwicklungswiederholungen.
Anders als Darwin, dessen Evolutionstheorie sich ausdrücklich auf den
Ursprung beziehungsweise die Entstehung der Arten und damit letztlich auf
Mehrzeller beschränkt (was zunächst einmal Sinn macht, denn mit den
Mehrzellern begann eine ganz neue Entwicklungsstufe beziehungsweise
Systemebene des Lebens), geht Dawkins bis an den Ursprung des Lebens zurück
und stellt die Frage, was dessen Charakteristika sind. Bei der Beantwortung
nimmt er im Grunde eine reduktionistische Haltung ein: Die strukturelle
Gemeinsamkeit des Lebens ist die Vererbung. Leben lässt sich für ihn nicht
eindeutig definieren, Vererbung dagegen schon. Systemtheoretiker, die die
entscheidenden Merkmale des Lebens üblicherweise als emergente
(nichtreduzierbare) Eigenschaften auffassen, würden ihm in diesem Punkt
wohl energisch widersprechen (siehe Mersch: Evolution, Zivilisation und
Verschwendung: Über den Ursprung von Allem).
Unabhängig davon weist Joachim Bauer in Das kooperative Gen (andere
Autoren ebenso) darauf hin, dass neue Lebensformen im Laufe der Evolution
keineswegs nur durch Vererbung, sondern unter anderem auch durch
Vereinigung (Endosymbiose, Gentransfer, ...) entstanden sind. Auch könnte
man sich rein theoretisch Lebensformen vorstellen, die prinzipiell beliebig
lange fortbestehen können, ohne sich dabei ständig fortpflanzen zu müssen.
Im Prinzip könnte man sogar moderne Unternehmen, die jederzeit in der Lage
sind, ihre vorhandenen biologischen "Zellen" (Mitarbeiter) gegen ganz
andere zu ersetzen, als eine solche Lebensform auffassen.
Doch diese möglichen Einwände sind für die Einschätzung des
Gesamtwerks, dessen Lektüre sich allein schon aufgrund der großartigen
Zeitreise lohnt, insgesamt nur von geringer Bedeutung.
+++++ (ein Amazon Kunde): Ein wissenschaftliches Meisterwerk, das auch sprachlich und erzählerisch überzeugt
Der Evolutionsbiologe Richard Dawkins hat vor einiger Zeit mit seinem
Buch "Der Gotteswahn" eine heftige Diskussion ausgelöst, an der sich auch
der Rezensent in vielen Rezensionen beteiligt hat. Er vertritt dabei einen
aggressiven Atheismus und stellt alle Religionen in einem wahren Furor, der
jeglicher intellektueller Redlichkeit Hohn spricht , unter den
Generalverdacht des Wahnsinns.
Das ist eine gefährliche, dogmatische und generalisierende
Verurteilung aller Religionen, die mehr über den Autor aussagt und seine
Probleme damit, als über das Thema selbst. Das vorliegende, in den USA
schon 2004 veröffentlichte opus magnum von Dawkins allerdings behandelt
dieses Thema überhaupt nicht. Sondern es geht in diesem wie ein
wissenschaftliches Lesebuch zu lesenden Werk um eine komplette Darstellung
seiner evolutionsbiologischen Forschungen, die sich immer wieder auf
Charles Darwin beziehen.
Es ist das erste Buch dieser Art, das sowohl wissenschaftlich
fundiert als auch sprachlich und erzählerisch ansprechend einen weiten
Kreis von an Naturwissenschaft interessierten Menschen anspricht. Die
Geschichten, die Dawkins in diesem wunderbaren Buch erzählt, berichten alle
von der großen Ehrfurcht vor dem Leben und sie belegen Darwins Theorie
immer wieder.
Man fragt sich bei der spannenden Lektüre gelegentlich, wieso ein
Wissenschaftler, der ein solches Buch schreibt, wenige Jahre später alle
wissenschaftlichen, ethischen und sprachlichen Standards außer acht lässt,
um mit einem beispiellosen Hass ohne Differenzierung und geschichtslos über
die Religionen herzuziehen.
Was mag mit diesem Mann in der Zwischenzeit geschehen sein ?
Dennoch: man muss die beiden Bücher auseinanderhalten. Das
vorliegende ist ein Meisterwerk der wissenschaftlichen Literatur, das
sicher noch lange Bestand haben wird.
warum robben kein blau sehen und elche ins altersheim gehen. pleiten und pannen im bauplan der natur
Autor/Autoren: Jörg Zittlau
Herausgeber: Ullstein Tb
Broschiert
Stichworte: [TB/Sachbücher/Natur, Technik/Natur/Allgemeines, Nachschlagewerke] [Naturwissenschaften] [Technik allg.] [Evolution (Tier)] [Tiere] [Abstammung] [Entwicklungsgeschichte] [Evolution]
Immer besser an die Umwelt angepasst, stark und siegreich: So stellen
wir uns die Ergebnisse der Evolution vor - vor allem uns selbst, versteht
sich. Dieses strahlende Bild bekommt jedoch schnell Flecken, wenn man sich
die verrückten und rätselhaften Eigentümlichkeiten ansieht, die manche
Tiere entwickelt haben. Jörg Zittlau hat genau hingesehen und allerlei
Erstaunliches entdeckt. Da gibt es Tropenameisen, die bei Überschwemmungen
ihr Heim leertrinken - und das Wasser gleich nebenan wieder ablassen. Oder
die Schlange, die jede Menge Nahrung zur Auswahl hat, am liebsten aber
Molche frisst, deren Gift sie so lähmt, dass sie ein leichtes Opfer für
Feinde wird. Oder die männliche Ruderente, die einen so langen Penis hat,
dass er sie bei allem, was sie tut, behindert. Oder die sexuell
kinderleicht in die Irre zu führenden Pfauen. Oder die selbstmörderischen
Walrosse, die pingeligen Störche, die regelmäßig betrunkenen Seidenschwänze
... Doch nicht nur die Tierwelt, die wir noch leicht mit amüsierter
Distanz betrachten können, steckt voller spielerischer und aus Sicht der
Evolutionstheorie unerklärlicher Überraschungen. Von Beginn an lässt
Zittlau keinen Zweifel daran, dass der Mensch selbst auch den einen oder
anderen gravierenden evolutionären Mangel aufweist. So leistet der Mensch
sich ein riesiges Großhirn, das durchaus von zweifelhaftem Nutzen ist.
Unter anderem hat es dazu geführt, dass menschliche Babys so große Köpfe
haben, dass eine Geburt grundsätzlich schwierig, gefährlich und kaum ohne
fremde Hilfe zu bewältigen ist. - Aber warum sollte der Mensch auch von den
Launen der spielsüchtigen Natur ausgenommen sein? Dieses Buch ist etwas
Besonderes. Nicht nur weil Zittlau all die verrückten Eigenheiten und
evolutionären Schwächen von Tier und Mensch humorvoll und sprachlich
gekonnt beschreibt. Sondern vor allem deshalb, weil er auch die größten
Absonderlichkeiten mit einem liebevollen Blick betrachtet. Ein sehr
unterhaltsames Buch, das wissenschaftliche Aha-Erlebnisse beschert, zum
Lachen bringt und beim Luxusirrtum Mensch trotz all seiner
Schwächen ein rundum gutes Gefühl hinterlässt. Was will man mehr? -- Gabi
Neumayer Aus der Amazon.de-Redaktion
Kundenmeinungen:
+++++ (ein Amazon Kunde): Unterhaltsames, leichtes Sachbuch aus der Welt der Tiere
Dies ist ein Sachbuch für Einsteiger, also eher nicht für den
Hardcore-Sachbuchleser mit jeder Menge Hintergrund-Fachwissen, sondern
gedacht für diejenigen von uns, die gerne etwas über die Evolution erfahren
wollen, ohne allzuviel Zeit und Anstrengung zu investieren. Wer
Wissensvermittlung mit Augenzwinkern und Humor schätzt, ist mit diesem nett
aufgemachten Taschenbuch gut bedient. Ein gewisser Mangel an Tiefgang ist
die Kehrseite dieser Medaille.
Jörg Zittlau vertritt hier die These von der Unvollkommenheit der
Evolution, die bisweilen in Sackgassen führt, und er belegt sie mit
bizarren und amüsanten Fakten aus der Tierwelt. Seltsame
Ernährungsgewohnheiten, merkwürdiges Paarungsverhalten und unglückliche
Wahl des Lebensraumes bewirken, dass einige Tierarten ziemlich gehandicapt
leben müssen und manche hart am Aussterben vorbeischrammen; weil sie eben
keineswegs optimal angepasst sind. Am Ende beschleicht den Leser die
Ahnung, dass Homo sapiens möglicherweise auch nicht die Krone der Schöpfung
ist, sondern eher ein neues Experiment der Evolution. Das menschliche
Riesenhirn hat uns zwar kurzfristigen Erfolg eingebracht - unsere Art hat
auf dem Planeten in den letzten 200 Jahren ordentlich an Biomasse zugelegt
- im Verhältnis zur Gesamtmasse des Lebens. Dieser Zuwachs ging aber auf
Kosten etlicher anderer Spezies. Es muss sich erst herausstellen, ob der
Mensch auch wirklich ein evolutionärer Dauerbrenner ist...
Das Buch ist ein nettes Nikolausgeschenk für Sachbuch-Einsteiger; es
liest sich leicht und locker, und die zehn Kapitel mit ihren vier bis
sieben Unterkapiteln sind in sich abgeschlossen und das Ganze ist sehr nett
illustriert von Lucia Obi.
+++ (ein Amazon Kunde): Lustig ist nicht das Gegenteil von langweilig
Hab nun, ach! Philosophie, Biologie und Sportmedizin, und leider auch
Journalismus! Durchaus studiert, mit heißem Bemühn. Da steh ich nun, ich
armer Tor! Und bin so klug wie zuvor; Heiße Magister, heiße Doktor gar, und
ziehe nun schon einige Jahr herauf, herab und quer und krumm meine Leser an
der Nase herum. Und sehe, dass wir nichts wissen können! Das will mir
schier das Herz verbrennen. Gezeichnet: Dr. Jörg Zittlau.
Damit wir uns gleich recht verstehen, ich halte meine Faust\'sche
Einleitung weder für besonders originell, geschweige denn lustig. Aber mit
dieser Art Witz muss der Leser von Zittlaus Buch rechnen. Auch wenn ihm
einige Passagen durchaus gelingen. Es ist nur so, dass er dem Drang nach
Infotainment allzu sehr nachgibt und schließlich im Niemandsland stecken
bleibt, wo sich weder naturwissenschaftlich Interessierte noch
Regenbogenpresseliebhaber aufhalten. Navigationsfehler nenne ich das. Denn
schreiben kann Jörg Zittlau. Und auch von Biologie versteht er wohl nach
abgelegtem Studium einiges. Aber ich meine, dass er seine Leserschaft
einfach falsch einschätzt. Oder glaubt jemand von der Galileo-Generation
tatsächlich noch daran, die Natur sei perfekt? Selbst die Nachricht, dass
der Mensch nicht unbedingt die Krone der Schöpfung ist, hat sich bis zu den
Stammtischen vorgearbeitet. Und dort wird sie mit ähnlichem Witz
kommentiert, wie wir ihn in Zittlaus Buch finden. Das Resultat? Ein Lacher,
aber kein Erkenntnisschub.
Das Buch trotz meiner Kritik nur mit einem Stern zu bewerten, käme
mir allerdings nie in den Sinn. Denn es ist zumindest unterhaltend - und
fachlich sehr viel präziser, als andere Besprechungen vermuten lassen. Und
wer einfach einen kurzweiligen Einblick in Fehlkonstruktionen der Natur
haben will, schöne Illustrationen liebt und humormässig auf der gleichen
Schiene wie der Autor fährt, findet schon den Abzug von zwei Sternen eine
Zumutung.
Mein Fazit: Ich bin einfach kein großer Freund von der Art Witz, die
dem Autor offenbar eigen ist oder dem er in diesem Buch frönt. Infotainment
heißt nicht zwingend, jede wissenschaftliche Beobachtung mit einer lustigen
Bemerkung garnieren zu müssen. Es ist locker möglich, spannend über
Fehlkonstruktionen der Natur zu berichten, ohne daraus eine Comedy-Show zu
machen. Das haben andere Autoren unwiderlegbar bewiesen.
+++++ (ein Amazon Kunde): Mit Augenzwinkern
Entscheidend für ein Buch ist ja wohl, ob es die Erwartungen erfüllt.
Im Falle von Zittlaus Buch wird schon allein aus dem Titel und den
Zeichnungen ersichtlich, dass es sich hier nicht um eine neue akademische
und revolutionär neue Theorie zur Evolution und Naturgeschichte handelt.
Hier geht es vielmehr um die lockere Aufbereitung eines Themas (nämlich
Fehlkonstruktionen in der Natur), zu dem schon viel zu viel Ernstes (aber
nicht unbedingt Gehaltsvolleres) geschrieben wurde. Vielmehr spürt man in
vielen "Tier-Geschichten", dass der Autor eine kräftige Portion Ironie
beigemengt hat. Voraussetzung für dieses Gespür ist freilich, dass man
nicht mit der Mentalität eines Oberlehrers oder Erbsenzählers an sie
herangeht...
++ (ein Amazon Kunde): Hätte ein schönes Buch werden können
Das hätte ein schönes Buch werden können, denn der Ansatz ist durchaus
interessant. Dabei kann man die ganze Sache in einem Satz abhandeln: Die
Natur ist nicht perfekt und die Evolution stellt keine perfekten
Anforderungen. Daraus kann man wiederum ein ganzes Buch machen, wenn man
sich nicht ständig wiederholt und allzu menschliche Richtlinien von der
Evolution fordert. Oder wenigstens komisch ist.
Inhaltlich liegt der Autor auch schon mal daneben: Dass der
Massensturz der Lemminge eine Erfindung von fehlgeleiteten Tierfilmern ist,
sollte sich inzwischen auch bei studierten Biologen herumgesprochen haben.
Die Antwort auf die Warum-Frage bleibt der Autor aber in den meisten
Fällen schuldig. Besserer Titel wäre gewesen: "Blöd, dass Robben kein Blau
sehen und Elche oft zu Blau sind."
lernen: gehirnforschung und die schule des lebens
Autor/Autoren: Manfred Spitzer
Herausgeber: Spektrum Akademischer Verlag
Taschenbuch
Stichworte: [Lernen] [Lerntheorie, Lernforschung] [Neurowissenschaft] [HC/Pädagogik/Allgemeines, Lexika] [Naturwissenschaften] [Technik allg.] [Neoropsychologie] [Pädagogik] [Schule] [Gehirn]
Neueste Ergebnisse der Hirnforschung im Plauderton. Die vergangenen
zehn, 15 Jahre haben hier Erstaunliches ergeben: Lernen funktioniert in
vieler Hinsicht anders, als bisher angenommen. Der Autor möchte zeigen,
dass tief greifende Reformen von Schule und Bildungswesen unausweichlich
sind. Wichtig für Eltern, Erzieher, Lehrer und Professoren. Nicht alles
wirkt dann sensationell: Dass ständiges Abprüfen gerade erworbenen Wissens
dazu führt, dass unser Hirn nach der Klassenarbeit Gelerntes sofort wieder
vergisst, lehrt die Erfahrung. Dass niemand unter Angst und Schrecken
nachhaltig lernt, auch. Aber dass sich die altbekannte Beobachtung, nur ein
von seiner Sache begeisterter Lehrer erziele Erfolge, biologisch begründen
lässt, ist dann doch bemerkenswert. Achtung: Spitzer geht weit über
Schul- und Lernfragen hinaus! Warum sterben wir eigentlich nicht, wenn
unsere Fortpflanzungsaufgabe erfüllt ist? Ist das Leben wirklich nur
rücksichtsloser Kampf? Oder lassen sich für solidarisches Handeln Gründe in
der bio- und psychologischen Konstitution des Menschen finden? Ein Buch,
über das man sich unterhalten möchte, wenn man es gelesen hat -- dem
Rezensenten geht es jedenfalls so: gut also zum Verschenken an Partner und
Freunde. Kleine Warnung: Zwar schreibt Spitzer durchaus klar, an vielen
Stellen sogar witzig. Aber die Schilderungen von Versuchen, mit denen
dieses oder jenes in der Wissenschaft nachgewiesen wurde, erfordern einige
Konzentration, vor allem bei Lesern, die mit der Welt der Experimente nicht
vertraut sind. Zum Glück fasst der Autor die Ergebnisse immer wieder knapp
und anschaulich zusammen. Fazit: Am Ende des Jahres mit dem Pisa-Schock ein
Buch, das nicht so schnell veralten dürfte. --Michael Winteroll Aus der Amazon.de-Redaktion
Kundenmeinungen:
+++++ (ein Amazon Kunde): Eltern sehr zu empfehlen
Scheinbar trockene Wissenschaft wunderbar aufbereitet. Wer sich schon
länger mit diesem Thema beschäftigt, weiß, wovon ich spreche. Ein Genuss!
++++ (ein Amazon Kunde): zeigt den richtigen Weg
Aus pädagogischer Sicht ist das Buch differenziert zu bewerten. Für
ältere Lehrkräfte ist es sicherlich ein Paukenschlag, der die Augen für
sinnvolles Lernen öffnet, doch für angehende Lehrer sind die meisten Thesen
nur zu gut bekannt.
Mir hat der Schreibstil sehr gut gefallen, da das Buch so nie
langweilig wird, doch sich selbst stellt sich Herr Spitzer leider zu oft in
den Mittelpunkt und profiliert sich stellenweise mit überflüssigem
Fachchargon.
Außerdem wird oft sehr stark idealisiert. So versucht der Epilog doch
sehr stark zu indoktrinieren und auch Computer sind nicht immer überflüssig
im Klassenzimmer. So kann zumindest auch der Lehrer schnell etwas
nachschauen und Leseprogramme wie Antolin erfordern einfach
Computereinsatz.
Dennoch sehr interessant zu lesen und zugleich auch beängstigend.
Trotz der Kritik empfehlenswert
++++ (ein Amazon Kunde): Weiter Spagat
Manfred Spitzer versucht in diesem Buch die Verbindung von abstrakter
Hirnforschung zum Lernen zu ziehen.
Beim Lesen habe ich mich immer wieder gefragt, wer eigentlich die
Zielgruppe für diese Buch ist: 1. könnten das Eltern sein, die wollen, das
ihr Kind besser lernt - die bekommen aber zu wenig konkrete Tipps. 2.
Politiker die für die Schulgesetzgebung verantwortlich sind - für die wird
es wohl zu lang sein. 3. Lehrer - die werden es wohl nicht lesen, denn dann
würden die meisten merken, dass sie gänzlich am falschen Ort sind.
Das Buch hat geniale Momente, gleitet aber immer wieder in langen
Versuchsbeschreibungen ab, die für die Erkenntnis des Lesers nicht von
großem Nutzen sind. 200 Seiten kürzen und es würde von mir 5 Sterne geben.
+++++ (ein Amazon Kunde): Spitze!
Manfred Spitzers Schreibstil hat mich schon in anderen Werken
beeindruckt. Er schreibt anschaulich, bringt Beispiele und kann sogar noch
zum Schmunzeln bringen. Er zeigt, wie Lernen sein sollte: Mit Spaß und ohne
das Gefühl eines Zwangs, der ohnehin nicht nötig ist, da wir ja sowieso
ständig lernen. Lediglich die Beweggründe des Lernens machen hier die
Musik. Während ein Kind sich Sammelkarten wie Pokemon oder Yu Gi Oh merken
kann, hat es Probleme mit dem Einmaleins.
Als Referendar bot das Buch für mich sehr interessante und wichtige
Erkenntnisse über das Lernen, nicht nur das der Schüler, sondern auch mein
eigenes.
Die gewonnenen Erkenntnisse und die neuen Möglichkeiten, bereits
vorhandenes Wissen auszudrücken, werden mir hoffentlich in meinem Alltag
helfen.
Das Buch ist absolut empfehlenswert für alle, die fernab der
stautrockenen Theorie auf hohem Niveau etwas über das Lernen lernen wollen.
Noch dazu ist der Preis mehr als angemessen.
+++++ (ein Amazon Kunde): wow
Endlich mal ein Fachbuch das man wirklich versteht,sehr witzig
geschrieben.
Und wenn man könnte und hätte die Zeit würde man es in einem
durchlesen.
Ich bin total begeistert.
Toll das es solch begabte Menschen gibt.
die welt ohne uns: reise über eine unbevölkerte erde
Autor/Autoren: Alan Weisman
Herausgeber: Piper
Broschiert
Stichworte: [TB/Sachbücher/Natur, Technik/Natur/Allgemeines, Nachschlagewerke] [Naturwissenschaften] [Technik allg.] [Erdgeschichte] [Umwelt] [Verschmutzung, Zerstörung]
Kundenmeinungen:
+++++ (ein Amazon Kunde): Die Welt unter unserer Knechtschaft
Ich kann verstehen, wenn man sich darauf gefreut hat, dass das Buch
ausschließlich eine Welt ohne Menschen beschreibt, und dann nach der
Lektüre darüber enttäuscht ist, dass es vor allem darum geht, was genau das
Auftreten und Verweilen des (Kultur-)Menschen für unsere Erde bedeutet.
Das Buch ist extrem gut recherchiert und zeigt auf eine brilliante
Weise auf, auf welch brachiale und umfassende Art die Spezies Mensch die
gesamte Erde für sich eingenommen und umgestaltet hat. Das Buch kommt dabei
nicht mit erhobenen Zeigefinger daher, sondern verpackt diese - unbequeme -
Wahrheit in ein Gedankenexperiment, wie lange es wohl dauern würde, bis die
Natur die Scharte Mensch ausgewetzt hätte, wenn er denn - auf welche Weise
auch immer - verschwinden würde und damit die Zeit der Unterjochung
beendete. Das ist verdammt stark gemacht und - vom letzten Kapitel mal
abgesehen - völlig moralinfrei. Wem also Al Gore zu sülzig ist, und wer
wissen will, was denn außer dem Klimawandel noch so alles schief läuft zur
Zeit, der ist in diesem Buch bestens aufgehoben!
++++ (ein Amazon Kunde): Es ist doch alles eine Frage der Zeit
Alan Weisman hat sich schon ziemlich in sein Thema hineingebohrt.
Treffsicher zitiert er Fachleute und Akademiker aus aller Welt, was denn
geschehe, wenn:
... die New Yorker Kanalisation nicht mehr bewirtschaftet wird
... Haus- und Nutztiere ungeschützt ihren (dezimierten) wilden
Artgenossen gegenüberstehen
... Staudämme ungesichert marode werden
... Erdölraffinerien mangels Sicherheitsvorkehrungen in Flammen
aufgehen
... die Böden keine Landwirtschaft mehr erdulden müssen
... die Natur endlich Organismen hervorbringt, die unseren
Plastikmüll fressen
... Atommüll anfängt, durch die Fässer zu suppen
... Wurzel ganze Straßen und Häuser aufreißen
... Ozeane keiner Fischei und Abwasserimmission mehr ausgeliefet sind
u.s.w.
Kurzum: wenn wir Menschen verschwinden.
Auf 370 Seiten bekommt der Leser einen Einblick in das Ökosystem und
bei aller Fiktion des Titels (ist er erwirklich so unwahrscheinlich?) hat
es etwas vom Biologiebuch mit Ökoeinschlag. Aber das Verschwinden des
Menschen wäre in der Tat ein Segen für die Natur, die sich mal schneller
(Vegetation, Tiere) mal langsamer (Meere, Erde) in einen frühen Zustand
zurückversetzen würde. Es sei denn natürlich, kein anderes Lebewesen steigt
vom Baum und tritt in unsere Fußstapfen.
Das Buch steigt munter ein, indem Weißmann den Verfall einer
Großstadt skizziert. Während der Zerfall New Yorks freilich fiktiv ist,
dienen der Grenzstreifen von Zypern und Tschernobyl als ganz praktische
Beispiele für den Zerfall von Konstruktionen und Baustoffen. Allerdings
entstehen im Mittelteil Längen, z.B. durch die lange Besprechung der
Menschheitsentstehung in den kenianischen Hochmooren. Hier wird das Thema
doch sehr überspannt.
Am Ende wird es dann wieder spannend bei der Frage, ob die Menschheit
nicht doch tatsächlich verschwinden kann. Die Maya in Guatemala stehen bei
diesem Beispiel Pate. Und wenn wir verschwinden, wer unsere Spuren denn
fände. Werden Außerirdische unsere Hinterlassenschaften erforschen?
Kaufen, wer über den Tellerrand hinausblicken will.
++++ (ein Amazon Kunde): Anschauliche Dokumentation der menschlichen Masslosigkeit
Das Buch ist spannend, interessant und regt zum Nachdenken an. Es macht
auf erschreckende und unterhaltende Weise die Relation der Spanne eines
Menschenlebens im Vergleich zur Welt klar und verdeutlicht die
Masslosigkeit der "Krone der Schöpfung".
Die Idee des Buches ist eine Reise durch die Welt vom Beginn zu ihrem
Ende im Sternenstaub und schildert detailliert und anschaulich die
Halbwertszeit menschlicher Taten und Errungenschaften. Dies sowohl im
konkreten Sinne wie z.B. an menschlichen Bauwerken als auch im übertragenen
Sinne an den Einflüssen, den der Mensch auf Umwelt/Arten und die Erde als
ganzes hat.
Meine persönlichen Highlights sind dabei die detaillierte
Beschreibung New Yorks, wie es nach dem Verschwinden der Menschen wieder
schrittweise durch die Natur zurückerobert wird. Oder ein Vergleich des
Ärmelkanals und des Panamakanals mit den Weltwundern der Antike in der
Erosion der Zeit.
Leider ist es nicht in einen Roman eingebettet, sondern ein recht
nüchternes naturwissenschaftliches Sachbuch. Das macht auf der einen Seite
den Charme aus, wirklich erstaunliches und interessantes - wenn auch
wahrscheinlich konkret nutzloses - Wissen zu vermitteln, auf der anderen
Seite verzettelt sich der Autor teilweise zu sehr in Details und verlässt
den roten Faden, um zu vielen kleinen Verästelungen folgend bis in die
Belanglosigkeit.
Insgesamt ist es ein lesenswertes und unterhaltsames Buch zum
Nachdenken, wenn es sich auch nicht als Lesestoff zum "Nächtedurchlesen"
handelt.
+++++ (ein Amazon Kunde): "was-wäre-wenn" ... für den tiefgründigeren Leser
Zuerst einmal: wer hier ein "leichtes Lesebuch" für den Urlaub am
Strand erwartet wird wohl enttäuscht sein, vielmehr ist es ein Sachbuch,
das nachdenklich macht und Eindruck hinterlässt. Bei mir auf jeden Fall.
Kein erhobener Zeigefinger sondern hier werden einfach nur Fakten und
Möglichkeiten aufgezeigt, Gedanken muss sich der Leser schon selber machen.
Nichts von "grüner Polemik" und "Greenpeace Aggressivität", sondern eine
Anregung mal selbst den Kopf zu benutzen.
Einziger Kritikpunkt meinerseits:
der Autor schweift häufig ab und "verheddert" dann sich in zu vielen
Details, kommt vom Hundertsten ins Tausendste, das wirkt dann recht
langatmig.
Alles in allem aber: Sehr interessant !!!
der blinde uhrmacher: warum die erkenntnisse der evolutionstheorie beweisen, dass das universum nicht durch design entstanden ist
Autor/Autoren: Richard Dawkins
Herausgeber: Dtv
Broschiert
Stichworte: [Naturwissenschaften] [TB/Sachbücher/Natur, Technik/Naturwissenschaft] [Technik allg.] [Abstammung] [Darwinismus] [Entwicklungsgeschichte] [Evolution]
Kundenmeinungen:
++ (ein Amazon Kunde): Viele Fragen offen
Ich finde es grundsätzlich schade, dass die Fronten zwischen
"Evolutionisten" und "Kreationisten" so verhärtet sind und jede Seite ihre
"Beweise" mit an Fanatismus grenzender Leidenschaft vertritt.
Vielleicht bin ich einer der wenigen, die sich mit beiden Hypothesen
intensiv beschäftigt haben. Mit diesem Buch geht es mir wie mit den
Beweisen des behavioristischen Wissenschaftlers Malcolm, der 1959 in einer
umfangreichen Arbeit hieb und stichfest bewiesen hat, dass es so etws wie
Träume gar nicht geben kann. Die Argumente in dieser Arbeit haben mich
dermaßen beeindruckt, dass ich jede Nacht davon geträumt habe :-)
Fakt ist, dass gerade durch die moderne Molekularbiologie und nicht
zuletzt auch durch die Quantenphysik (Verschränkung,
Geist-Materie-Experimente, etc.) mehr neue Fragen entstanden sind, als sie
in diesem Buch "geklärt" wurden. Überhaupt glaube ich, dass die Herkunft
des Menschen eines Tages eher duch die Physik als durch die Biologie
geklärt werden kann. Jedem wirklich interessierten empfehle ich, sich in
die oben genannten Themen einzulesen. Ich habe festgestellt, dass die
"kreationistischen" Wissenschaftler alles andere sind als "religiöse
Spinner". Im Gegenteil, die Fragestellungen die durch solche Forscher
aufgeworfen werden, bringen eine ganz neue Dynamik in die heutigen Theorien
und man darf gespannt sein, ob sich die verhärteten Fronten dadurch nicht
doch etwas erweichen lassen. Fazit: Für mich bleiben viele Fragen offen.
+++++ (ein Amazon Kunde): Das beste Buch zu dem Thema
Ich glaube, es gab bisher kein Buch, das mich so beeindruckt und
interessiert hat wie Dawkins blinder Uhrmacher.
Die Evolution wird hier von praktisch allen Seiten beleuchtet,
allgemeine Missverständnisse und Vorurteile werden sachlich und logisch aus
dem Weg geräumt.
Der Grossteil des Buches ist so geschrieben, dass eigentlich jeder es
verstehen kann, Vorkenntnisse in Biologie sind allerdings nicht von
Schaden, da das Denkvermögen des Lesern an einigen Stellen doch auf die
Probe gestellt wird und nicht alle Theorien leicht nachvollziehbar sind.
Vor dem Lesen dieses Buches dachte ich, ziemlich gut über die
Evolution Bescheid zu wissen, doch ich konnte wirklich eine ganze Menge
Dinge daraus lernen, von denen ich keine Ahnung hatte.
Ich kann das Buch wirklich nur jedem Empfehlen, der sich für Biologie
und speziell die Evolution interessiert, da es einen Haufen an Fakten und
Wissen enthält, gleichzeitig aber gut verständlich und teilweise durchaus
amüsant geschrieben ist.
+++++ (ein Amazon Kunde): Das Beißholz für Kreationisten, Lamarckisten und die Kirche
Das Buch kam erstmals 1986 heraus und wurde Sachbuch des Monats. Dem
dtv ist es zu danken, dass es nun wieder vorliegt. Es geht um den
Darwinismus, für den Dawkins als (Evolutions-) Biologe eine gewaltige Lanze
bricht - vordergründig gegen den Kreationismus. Sicher hat sich in den 22
Jahren seit 1986 einiges getan. Trotzdem ist "Der blinde Uhrmacher" ein
zeitloses Werk, weil es Dawkins darin gelingt, die Prinzipien der
Evolutionstheorie allgemeinverständlich und tiefgründig darzustellen, was
bestimmt nicht einfach ist. Er beschreibt die evolutionäre Entstehung
hochkomplexer Systeme, wie wir sie heute vorfinden auf eine Art, die man
schlichtweg als genial bezeichnen muss. Dawkins räumt zuerst damit auf,
dass die Evolution und die natürliche Auslese ursächlich mit Zufall zu tun
haben. Dieser spielt wohl eine Rolle, aber eher als "Unruhe" in seinem
Uhrwerk denn als schaffendes, evolutionäres Element. Das Geheimnis liegt in
der kumulativen Selektion, und diese erklärt Dawkins anhand anschaulicher
Beispiele, so plastisch, so logisch und klar, wie ich es noch nirgendwo
sonst fand.
Andere Versuche, evolutionäre Schritte und Mechanismen mit (heute
total veralteter) Computertechnologie zu vergleichen, wirken aber manchmal
gekünstelt. Dawkins ist sicherlich ein Pionier, er kann auch vieles gut
erklären, aber eben nicht alles. Wer, frage ich, versteht die
Proteinsynthese, wie sie im vorliegenden Buch beschrieben ist, wenn er
medizinischer, biologischer Laie ist?
Es ist von RNS, DNS, Genen, Chromosomen (und deren diploidem und
haploidem Satz) die Rede, von Nucleotiden, Basenpaarung und Replikation,
von Transkription und Ribosomen. Wer kennt Unterschied und Zusammenhang,
wenn er nicht gerade Biologe oder Mediziner ist? Hier wäre eine kurze,
übersichtliche Begriffserklärung angebracht gewesen.
In dem Buch finden sich zweifellos bahnbrechende Ideen,
richtungweisende Denkansätze, ich stehe nicht an, zu sagen: geniale
Theorien. Und das nicht zu knapp.
Es ist ein Trugschluss, zu meinen, dass Dawkins einfach "nur" Darwins
Evolutionstheorie erklärt. Vielmehr ist "Der blinde Uhrmacher" als eine
Fortentwicklung bzw. Interpretation des Darwinismus zu verstehen (siehe
auch "Das egoistische Gen", 1976). Und als klare Abgrenzung zum
Kreationismus und Lamarckismus, die leider immer noch (und aktueller denn
je) notwendig ist.
Sehr aufschlußreich fand ich die Theorien über mineralische
Lebenszyklen, Kapitel 6 und das 10. Kapitel über Taxonomie - ein wahrer
Fundus an Erkenntnissen und garnicht langweilig, wie die Kapitelüberschrift
vermuten ließe.
Wenn ein Buch nach 22 Jahren immer noch kontrovers aufgenommen wird,
muss es nicht nur gut sein, dann ist es epochal. Ich kann es nur wärmstens
empfehlen!
+++++ (ein Amazon Kunde): Über kumulative Selektion zum Sinn des Lebens!!
Anmerkung: Die in der Rezension verwendeten Zitate und Seitenzahlen
beziehen sich auf die englischsprachige Taschenbuchausgabe (2006) "The
Blind Watchmaker".
Zugegeben, Richard Dawkins wäre sicherlich kein guter Politiker
geworden. Dazu vertritt der in Oxford lehrende Evolutionsbiologe seine
Thesen mit zu viel Feuereifer und mit teils wenig diplomatischen Geschick.
Aber gerade das macht auch die Stärker der Bücher Richard Dawkins aus.
Keiner schreibt so prägnant und verständlich und gleichzeitig auf einem so
hohen inhaltlichen und rhetorischen Niveau über das Thema Evolution wie er.
Nach Selfish Gene (1976) und The Extended Phenotype: The Long Reach
of the Gene (Popular Science) (1982) war "The Blind Watchmaker", erschienen
1986, das dritte Buch von Richard Dawkins. Hier vertritt er eine auf
Charles Darwins Evolutionslehre basierende Weltanschauung, die weit über
das Biologische hinausgeht, wie Dawkins im Vorwort der 2006
veröffentlichten Ausgabe darlegt: "Darwinism encompasses all of life -
human, animal, plant, bacterial, and, if I am right in the last chapter of
this book, extraterrestial. It provides the only satisfying explanation for
why we all exist, why we are the way we are. It is the bedrock on which
rest all the disciplines known as the humanities" (xiv).
Das Leitmotiv der Darstellung beruht auf dem Buch "Natural Theology"
des Theologen William Paley aus dem Jahr 1802. Hier argumentiert er, dass
man bei so etwas Komplexen wie einer Uhr nicht davon ausgehen kann, dass
sie schon immer dagewesen sei. Sie muss erschaffen worden sein. Auf den
Menschen bezogen behauptet er, dass ein so komplexes Organ wie das
menschliche Auge erschaffen worden sein muss. Dies ist die klassische
Version des "Argument of Design", welches noch heute von einigen benutzt
wird, um die Existenz Gottes zu beweisen. Dawkins übernimmt die Metapher
des Uhrmachers und sagt, dass es tatsächlich so etwas gebe. Allerdings ist
sein Uhrmacher blind und arbeitet unbewusst und ohne einen erkennbaren
Sinn. Dieser Uhrmacher ist nichts anderes als das Prinzip der natürlichen
Selektion, auf dem nach Darwin die evolutionäre Entwicklung beruht:
"Natural selection, the blind, unconscious, automatic process which Darwin
discovered, and which we now know is the explanation for the existence and
apparantly purposeful form of all life, has no purpose in mind" (5).
Der Hauptdenkfehler, so Dawkins, warum immer noch so viele Menschen
Probleme mit der Evolutionslehre haben, sei, dass sie nicht akzeptieren
könnten, dass der Mensch durch einen auf Zufall basierenden Prozess wie der
natürlichen Selektion entstanden sein könnte. Der Denkfehler besteht nun
aber darin, dass natürliche Selektion gerade nichts mit Zufall zu tun hat.
Die Gene, die Merkmale hervorbringen, die nicht dazu beitragen, das
Überleben eines Lebewesens in einer bestimmten Umgebung wahrscheinlicher zu
machen, werden langsam aber sicher aus dem Genpool entfernt, da die
Lebewesen mit den entsprechenden Merkmalen aussterben. Es gibt natürlich
auch zufällige Veränderungen des genetischen Materials, die sogenannten
Mutationen. Diese Zufallsmutationen unterliegen aber auch dem Prinzip der
natürlichen Selektion. Helfen sie der Spezies im täglichen Überlebenskampf,
werden die entsprechenden Gene reproduziert. Wenn nicht, dann werden sie
durch den Prozess der natürlichen Selektion wieder aus dem Genpool
entfernt: "Mutation is random; natural selection is the very opposite of
random" (41).
Im Buch geht Dawkins immer wieder auf die Entwicklung des
menschlichen Auges ein, um zu zeigen, dass selbst ein so komplexes Organ
Schritt für Schritt über Jahrmillionen entstanden sein kann. Diese
graduelle Weiterentwicklung eines Organs bezeichnet Dawkins als kumulative
Selektion: "The theory of evolution by cumulative natural selection is the
only theory we know of that is in principle capable of explaining the
existence of organized complexity [...] Cumulative selection, by slow and
gradual degrees, is the explanation, the only workable explanation that has
ever been proposed, for the existence of life\'s complex design" (317).
Fazit: Anspruchsvoll und dennoch verständlich und mit dem ihm eigenen
Sprachgefühl beschreibt Dawkins die Richtigkeit der Darwinschen Theorie,
die seit nunmehr fast 150 Jahren darauf wartet, falsifiziert zu werden.
Anhand zahlreicher Beispiele zeigt er, wie Darwins Evolutionslehre seit
Jahrmillionen in der Natur wirkt und ihr, unbewusst und ohne erkennbares
Ziel, den Anschein von Design gibt. Für jeden an dieser faszinierenden
Thematik Interessierten ist und bleibt Dawkins der erste Ansprechpartner.
+++ (ein Amazon Kunde): Gute Begründung der Evolutionstheorie, einige Schwächen
"Der blinde Uhrmacher" ist für mich Dawkins\' bestes Buch, da es nicht
so genzentrisch ist wie etwa "Das egoistische Gen" oder "Es entsprang ein
Fluss in Eden". Hauptanliegen des Autors ist es, die Evolution durch eine
Folge kleiner Veränderungen, bei denen sich durch Selektion günstige
Eigenschaften in einer Population stärker durchsetzen, zu erklären. Auf
diese Weise können auch sehr komplexe Organismen entstehen. Im Grunde geht
es Dawkins um eine Auseinandersetzung mit dem Kreationismus, indem er
zeigt, dass durch die Evolutionsprinzipien komplexes Leben aus sich heraus
und ohne Schöpfer geschaffen werden kann. Dawkins bemüht einige
Computerbeispiele, die in der Tat sehr aufschlussreich sind. Diese Passagen
des Buches sind sehr interessant und lehrreich.
Schwächen sah ich in drei Punkten:
a) einem sehr saloppen Umgang mit dem Begriff des Zufalls. So heißt
es auf Seite 58: "Wellen und Kieselsteine zusammen sind ein einfaches
Beispiel für ein System, das automatisch Nichtzufall erzeugt." Hier hätte
es besser "Ordnung" statt "Nichtzufall" heißen sollen. Auf Seite 66 heißt
es dann: "Der Zufall ist eine unwichtige Zutat im Darwinschen Rezept, die
wichtigste Zutat ist die kumulative Auslese, die in ihrer Quintessenz nicht
zufällig ist." Das kann man ganz anders sehen, zumal er auf Seite 67 die
Evolution als ein Ergebnis der Auslese zufälliger Mutationen erklärt.
Andere Evolutionsbiologen weisen immer wieder darauf hin, dass wenn
man eine Spezies ein 2. Mal den Evolutionsprozess durchlaufen lassen würde,
eine ganz andere Spezies als beim ersten Mal herauskommen würde. Der Zufall
spielt also in jedem Fall eine entscheidende Rolle. Dawkins sollte sich
hier ganz anders ausdrücken. Auch Einstein meinte ja bereits, dass Gott
nicht würfele, weil er den Zufall in der Physik nicht akzeptieren wollte.
Offenbar irrte er in diesem Punkt. Dawkins trägt hier einiges zu einer
unnötigen Verwirrung bei.
b) Irritierend auch das Schlusskapitel, in dem er sich eingehend mit
Alternativen zum Darwinismus, insbesondere dem Lamarckismus
auseinandersetzt. Es ist absolut sinnvoll, darauf hinzuweisen, dass
Evolution ohne Lamarckismus (d. h. fortschrittsblind) erfolgen kann.
Allerdings wird wieder einmal so getan, als wäre der Lamarckismus mit den
Darwinschen Evolutionsprinzipien unvereinbar, und das ist er nicht. Darwin
selbst glaubte noch an die Vererbung erworbener Eigenschaften. Und auch
moderne Evolutionsbiologen wie Jablonka/Lamb weisen auf die Möglichkeit
lamarckistischer Prozesse hin. Das ist ja auch beim Menschen ganz klar der
Fall. Denn Kinder bekommen zwar die Gene von ihren Eltern vererbt, aber
danach werden auch die Lebenserfahrungen im Rahmen der Sozialisation,
Erziehung und Bildung weitergegeben ("vererbt") und das ist ganz klar
lamarckistisch. Wenn einer Generation die Beherrschung des Feuers gelingt
und sie diese Fähigkeit dann der nächsten Generation weitergibt, dann haben
wir es hier mit einer Weitergabe erworbener Eigenschaften zu tun. Die
Weitergabe erfolgt zwar nicht über Gene, aber das ist egal, denn eine
Selektion findet immer am Phänotyp und nicht am Genotyp statt.
c) Aus heutiger Sicht ist das Buch veraltet, da neuere Erkenntnisse
wie z. B. "Evo-Devo" und die Hox-Gene nicht vorkommen, die zum damaligen
Zeitpunkt nicht bekannt waren. Beispielsweise schreibt U. Kutschera in
"Evolutionsbiologie" (2008) auf S. 242:
"So ist z. B. bei den Wirbeltieren der Tetrapoden-Bauplan genetisch
festgelegt und wird vorgeburtlich realisiert (Embryonen mit vier
Extremitäten und jeweils fünf Fingern). Vierfüßer konnten während ihrer
Jahrmillionen langen Evolution aufgrund dieser developmental contraints, z.
B. keine zusätzlichen Flügel entwickeln. Tierische (und menschliche)
\'Engel\' existieren daher in der Natur nicht, obwohl dieser
\'Sechs-Extremitäten-Vertebraten-Bauplan\' aus biomechanischer Sicht
vermutlich funktionstüchtig wäre."
In der biologischen Evolution spielen also noch ganz andere Dinge
eine Rolle als nur "kleine Veränderungen" durch Mutationen/genetische
Rekombination + natürliche Selektion. Offenbar kann die Natur nicht alles
konstruieren, was man sich vorstellen könnte.
Wer an einer wirklich fundierten und auf dem neuesten Stand
befindliche Auseinandersetzung mit Kreationismus und Intelligent Design
interessiert ist, der liest besser Kutschera: "Evolutionsbiologie", 3.
Auflage.
die physik des unmöglichen: beamer, phaser, zeitmaschinen
Autor/Autoren: Michio Kaku
Herausgeber: Rowohlt, Reinbek
Gebundene Ausgabe
Stichworte: [HC/Sachbücher/Natur, Technik/Naturwissenschaft] [Naturwissenschaften] [Technik allg.] [Physik]
Kundenmeinungen:
+++++ (ein Amazon Kunde): "Beam me up, Scotty!"
"Werden wir eines Tages durch die Wände gehen? Raumschiffe bauen, die
sich schneller fortbewegen als das Licht? Die Gedanken anderer Menschen
lesen? Unsichtbar sein? Objekte allein kraft unserer Gedanken bewegen?",
fragt sich der US-amerikanische Physikprofessor Michio Kaku. Im
Vorstellungsbereich unseres heutigen Denkens finden solche Szenarien kaum
Platz. Doch in der Geschichte der Wissenschaft gab es schon oft Vorhersagen
darüber, was alles unmöglich sei, sich letztendlich jedoch als umsetzbar
erwiesen hat.
Michio Kaku ist ein ganz besonderer Optimist. Er hält beinahe alles
für möglich, was derzeit in der Science-Fiction-Literatur gang und gäbe
ist. "In der kurzen Zeitspanne meines Lebens habe ich erfahren, wie das
vermeintlich Unmögliche immer wieder zu bestätigter wissenschaftlicher
Erkenntnis avancierte.", kontert Kaku, "Muss etwas auch in künftigen
Jahrhunderten oder Jahrmillionen undenkbar bleiben, nur weil es heute
\'unmöglich\' erscheint?" Das Studium des Unmöglichen, so der Autor, eröffnet
immer wieder neue Perspektiven und erweitert den Horizont von Physik und
Chemie. Anders als zu Zeiten Jules Vernes, sind wir heute mit den
grundlegenden Naturgesetzen im Großen und Ganzen vertraut. "Wissenschaftler
verstehen sie inzwischen entlang einer schwindelerregenden Skala von 43
Größenordnungen: vom Inneren des Protons bis zum expandierenden Universum."
Dadurch können grobe Umrisse künftiger Technik mittlerweile relativ gut
skizziert werden. Diese stellt er dem Leser vor.
Kaku hat sein Buch in drei Kategorien eingeteilt und damit die
"unmöglichen" Dinge einer gewissen Klassifizierung unterworfen.
Die erste nennt er "Unmöglichkeiten ersten Grades". Diesen Techniken
räumt Kaku ein Gelingen noch in diesem, vielleicht aber auch erst im
nächsten Jahrhundert ein. Da keine bekannten Naturgesetze verletzt werden,
gehören für ihn Teleportation, Antimaterie-Maschinen, Unsichtbarkeit,
bestimmte Formen der Telepathie oder die Psychokinese dazu.
Auch die "Unmöglichkeiten zweiten Grades" stehen nicht im Widerspruch
zu unseren Naturgesetzen. Zeitreisen, der Kontakt zu Paralleluniversen oder
Reisen schneller als das Licht mögen zwar futuristisch klingen und am
äußersten Rand des menschlichen Verständnisses angesiedelt sein, aber eine
weit fortgeschrittene Zivilisation in Jahrtausenden oder Jahrmillionen
könnte diesen "Quantensprung" vollziehen.
Blieben noch die "Unmöglichkeiten dritten Grades", zu denen das
Perpetuum mobile und Präkognition zählen, die Kaku als eher undenkbar
klassifiziert, weil sie die bekannten Naturgesetze verletzen. Aber
vielleicht sind auch sie in ferner Zukunft realisierbar. Das würde wiederum
einen grundlegenden Wandel unseres Physikverständnisses bewirken.
"Die Physik des Unmöglichen" ist ein anregendes und unterhaltsames
populärwissenschaftliches Buch. Physikalische Theorien werden leicht
verständlich erklärt. Die fünfzehn Kapitel starten jeweils mit
vorangestellten Zitaten von Naturwissenschaftlern oder Autoren sowie
Auszügen aus Science -Fiction-Filmen und -Büchern. So ermöglicht Kaku einen
entspannten Einstieg, bevor er sich stetig an "ernste" Details heran
arbeitet. Praktische Bezüge aus dem täglichen Leben lockern zusätzlich auf.
Souverän und glaubwürdig erklärt er, welche Erkenntnisse als gesichert
gelten und welche Theorien spekulativ sind.
So mag vielleicht solch eine "Unmöglichkeit" ersten Grades wie die
Telepathie zunächst als Hirngespinst abgetan werden, denn ein Gehirn kann
weder Gedanken senden, noch sie von anderen Individuen empfangen. Doch
inzwischen können bereits bestimmte Erinnerungen oder Bewegungen mit
Aktivitätsmustern im Gehirn verknüpft werden. So konnten Gelähmte
beispielsweise allein mit der Kraft ihrer Gedanken eine Prothese bewegen.
Oder die irrwitzige Vorstellung der Unsichtbarkeit a la Harry Potter.
Man mag es kaum glauben, aber im Frequenzbereich von Radarstrahlen und
Mikrowellen konnte bereits ein Metallzylinder unsichtbar gemacht werden.
Auch das "Beamen" gilt nicht mehr als ausgeschlossen. Mittels eines
Phänomens aus der Quantenphysik - der "Verschränkung" von Teilchen - ist
Teleportation auf atomarer Ebene bereits geglückt.
Fazit:
Michio Kakus Ausführungen gestatten einen umfassenden und fundierten
Ausblick in die gegenwärtige und zukünftige theoretische Physik. Ihm ist
das Kunststück gelungen, ein vermeintlich trockenes Thema in lebhafte und
lebendige Alltagssprache zu übersetzen.
"Wir stehen nicht am Ende, sondern erst am Anfang einer neuen Physik.
Aber was auch immer wir finden werden, immer wird es neue Horizonte geben,
die stets auf uns warten werden." (Michio Kaku)
++++ (ein Amazon Kunde): Selten war theoretische Physik so lebendig
Was für ein Buch! Michio Kaku lässt wirklich kaum eine Frage offen, die
unsere Zukunft betrifft. Von technischen "Spielereien" (Unsichtbarkeit,
Kraftfelder, Todessterne, etc.) über Zeitreisen und Paralleluniversen wird
eine Fülle von Visionen betrachtet. Dabei werden diese sowohl nach dem
derzeitigen Stand der Wissenschaft bewertet, aber auch ihre theoretische
Machbarkeit in der Zukunft diskutiert.
Selten war theoretische Physik so lebendig und anhand solch
praktischer Beispiele aus dem täglichen Leben erklärt. Die Parallelen zu
Star Wars, Enterprise, etc. lockern ebenso auf, wie die "verstaubten Zitate
der Unmöglichkeiten" berühmter Physiker und Nobelpreisträger, die längst
von der Realität überholt wurden.
Dennoch gibt es auch einen Wermutstropfen: Die Übersetzung war,
vergleicht man den "Originalpreis" mit dem der deutschen Version, keine
preiswerte Sache. Umso mehr schmerzt es, dass sie sich einige grobe
Schnitzer erlaubt. So wird, um ein sehr prominentes Beispiel zu bringen,
die legendäre "Macht" aus Krieg der Sterne (Möge die Macht mit dir sein.)
als "Kraft" übersetzt.
Fazit: Von Übersetzungsschwächen und Rechtschreibfehlern abgesehen,
ist das Buch uneingeschränkt zu empfehlen, um einen Blick in eine mögliche
Zukunft zu werfen.
+++++ (ein Amazon Kunde): Wie Unmögliches möglich wird
Dieses Buch habe ich mit großem Interesse in einem Zug durchgelesen.
Die erste Überlegung, die sich mir stellte war: Was versteht der Physiker
Michio Kaku unter Unmöglichem? Er führt Beispiele an: Rutherford, der den
Atomkern entdeckte hielt die Entwicklung einer Atombombe für unmöglich; in
den 20er und 30er Jahren hielt man es für unmöglich Raketen in den Weltraum
zu schicken; Einstein bewies 1939, dass die Existenz von schwarzen Löchern
im Weltraum unmöglich ist. Obwohl die angeführten Phänomene scheinbar alle
unmöglich waren, ist deren Existenz heute bewiesen.
Was bedeutet das nun für die Realisierung des Unmöglichen in der
Zukunft? Kaku geht bei der Beantwortung pragmatisch vor. Er sagt, dass
irgend wann in der Zukunft alle die Phänomene wohl einmal realisiert
werden, die von keinem Naturgesetz ausgeschlossen werden: "Alles, was nicht
unmöglich ist, ist obligatorisch!"
Auf dieser Basis bildet Kaku drei Kategorien des Unmöglichen: Das
Unmögliche ersten Grades ist für ihn, was heute zwar noch nicht möglich
ist, aber keine bekannten Naturgesetze verletzt. Unmöglichkeiten zweiten
Grades sind für ihn die Techniken, die am Rand unseres physikalischen
Verständnisses liegen und die Unmöglichkeiten dritten Grades die Techniken,
die bekannte Naturgesetze verletzen.
Kaku ordnet fünfzehn Themen den verschiedenen Kategorien des
Unmöglichen zu und diskutiert das Für und Wieder der Realisierung. Diese
Themen sind: Kraftfelder, Unsichtbarkeit, Phaser und Todessterne,
Teleportation, Psychokinese, Roboter, Außerirdische und Ufos, Raumschiffe,
Antimaterie und Antiuniversen, Schneller als das Licht, Zeitreisen,
Paralleluniversen, Perpetuum mobile, Präkognition.
Kaku schreibt verständlich und für das breite Publikum. Das Buch ist
dadurch anregend und unterhaltend, auch wenn einen die Ergebnisse nicht vom
Hocker reißen. Das kommt wohl daher dass er in der Diskussion der Themen
einige interessante neuere Strömungen der Physik und der Weltsicht nicht
berücksichtigt. Dazu gehört, dass möglicherweise Bewusstsein der
fundamentale Baustein von allem ist, was existiert, vgl. dazu Unsterbliches
Bewusstsein: Raumzeit-Phänomene, Beweise und Visionen. Wegen seiner soliden
Arbeit vergebe ich dennoch fünf Sterne.
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